Da war es also nun, Gothic und das Leben in der Barriere nahm auf den heimischen PCs der Spieler seinen Lauf, man versetzte sich in die Lage des namenlosen Helden, freute sich die vier Freunde zu sehen, baute eine Verbindung zu Lee auf, der das neue Lager führte, begann den Reislord und Linky zu hassen, weil sie wirklich eine Hürde darstellten - doch je häufiger man sich mit ihnen auseinander setzte, desto einfacher wurden die Begegnungen, auch deshalb, weil man in der Community Hilfe fand, weil es immer jemanden gab, der bei einem Bug zur Seite stand. Und man fühlte sich wohl innerhalb dieses Forums, weil man einfach diskutieren konnte.

Und aus einer dieser beginnenden Diskusionen entstanden die ersten Gilden im damals noch sehr jungen Forum. Eine Gruppe - allen voran ein User namens manmouse - stellte die Theorie auf, dass doch Lee in der Barriere und dem Universum, in dem das Spiel angesiedelt war, die wichtigste Figur wäre. Doch dies konnte jemand nicht auf sich sitzen lassen, schließlich war es doch ein abtrünniger Magier namens Xardas, der die Geschicke des Namenlosen beeinflusste und steuerte, Tipps und Unterstützung gab, von Anfang an so, dass man merkte, man wurde nicht mit allen Informationen versorgt, die man für ein komplettes Verständnis benötigt hätte.





Einer der ersten - wenn nicht der allererste Anhänger dieser Theorie - war ein Forenmitglied namens Malek. Und nachdem die ersten Diskussionen einer Gruppierung um Lee begannen, erkannte er die Zeichen der Zeit und eröffnete einen Thread, in dem er die Menschen aufforderte, sich dem Zirkel um Xardas anzuschießen, schließlich sei jener Dämonenbeschwörer die treibende Kraft hinter den Anstrengungen des Helden. Legenden ranken sich heute noch darum, welcher Thread denn nun zuerst stand; der des ZuX oder der der Gilde Lees, aber das sind Kleinigkeiten, deren Beantwortung gar nicht zur Debatte stehen - schließlich war es nun also Malek, der die allererste Gilde gründete.

Diese Gilden hatten damals rein gar nichts mit einem eventuellen Rollenspiel zu tun. So war das erste Aufnahmekriterium des ZuX auch nicht, möglichst gute Posts geschrieben zu haben -es »reichte«, das Spiel Gothic als Dämonenbeschwörer durchgespielt und dabei den Level 30 überschritten zu haben. Langsam aber stetig wuchs die Anzahl der Anhänger, die Malek um sich scharte, wenngleich man direkt zugeben muss, dass andere Zusammenschlüsse (hier insbesondere die Gilde Lees, denn zunächst gab es nur diese Beiden) schneller wuchsen.

(Für alle Zweifler: Ich kann die Aussage mittels Daten der Posts beweisen, da wird sich eindeutig zeigen, dass der ZuX zuerst existierte, liebe Lee-Fans )

Nun aber mal zurück zum Wesentlichen - das Rollenspiel und der ZuX. Die ersten Probleme traten ja bereits dadurch auf, dass das gesamte Rollenspiel auf der Welt Gothics beruhte. Und in dieser Welt gab es eben nur einen Schwarzmagier bzw. Dämonenbeschwörer, der nannte sich Xardas und lebte in einem eigenen Turm. Die Lees hatten das neue Lager und damit ziemlich genaue Vorstellungen davon, wie ihre Umgebung aussah. Selbiges galt auch für das alte Lager und das Sumpflager, es schaffte Sicherheit für die ersten Posts, erschuf eine vertraute Atmosphäre - doch was hatte der ZuX?
Zunächst einmal eine Hand voll Mitglieder, die nicht mit der Intention in den ZuX kamen, Rollenspiel zu betreiben. Und dann das Kastell. Denn man hatte sich entschlossen, dort, wo man im ersten Spiel auf den verstoßenen Ork-Schamanen Ur-Shak trifft, dort, wo einst ein Kastell stand, wieder ein Kastell entstehen zu lassen - doch dazu an späterer Stelle ein wenig mehr.

Die Anfänge im Rollenspiel gestalteten sich holprig, einzeilige Posts waren an der Tagesordnung, das Ausschalten der Signatur noch keine Pflicht - und nicht einmal ein Regelwerk bestand. Malek, vabun und Orphelia bildeten die Basis des Zirkels und es dauerte nicht lange, da hatte das Rollenspiel und vor allem das Kastell seine erste Hüterin. Ihr Name war Orphelia und sie hielt für eine gewisse Zeit beinahe alleine die Fahne des ZuX im Rollenspiel hoch, denn nach den ersten Ideen, den ersten Geschichten und sogar Quests verfielen die schreibenden Mitglieder des Zirkels teils in eine Art Totenstarre oder wandten sich neuen Projekten zu. So fand Malek, der Gründer des Zirkels, damals Gefallen daran, zu modden - meines Wissens nach erstellte er aber leider nie die große von ihm geplante ZuX-Mod. Was er jedoch leistete - nicht alleine, sondern im Team mit anderen Leuten - war die wohl erste größere Modifikation für Gothic überhaupt, »Die Bedrohung«. Und damit legte er, nachdem er den Zirkel gegründet hatte, beinahe schon wieder den nächsten Grundstein im Universum der Spielereihe Gothic - denn er zeigte gemeinsam mit seinen Mitstreitern die Möglichkeiten, die das Spiel den Kreativen bot, die Möglichkeiten des Moddens.

Hier vielleicht mal ein paar der Perlen aus den Anfangsmonaten des Zirkels. Man merkt deutlich, dass das Leben im OT im Vordergrund stand:

vabun:
Ich hab noch mal ein bisschen gelesen was wir heute so gepostet haben.
zuerst haben wir darüber diskutiert wie wir malek absetzten könnten (siehe [bx]mekerecke#2).
dan haben wir angefangen einen rat zu gründen ([bx]wichtig: neue Sigs)


Joni Odin von Hassenstein:
Dzdzdz.
Malek, hast du zufällig in meinem Profil rumgefummelt? Weil aufeinmal standst du nicht mehr in meiner Buddy-Liste, und ich hab dich da nich rausgenommen.
P.S.: Kannst du überhaupt Buddy-Listen verändern ?


vabun:
@mm also ist mein sig jetzt o.k. für dich?

@malek
wie schafst du es nur immer das du einen grund findest die stürtzt malek threads zu schliesen?

Der ZuX schlief nun also im Rollenspiel, die Gefahr durch einen mutierten Goblin, eine der ersten Quests des noch jungen literarischen Forums, blieb unvollendet. Man fand zwei Lichtschwerter, die Erlösung bringen sollten, doch keines der Beiden kam richtig zur Anwendung. Die Bedrohung für das Kastell verlief im Sande. Beinahe wäre der ZuX in die Annalen des Rollenspiels eingegangen als kurzlebig und erfolglos, als Erfinder des Kastells und einer sagenhaften Bibliothek…

Doch es kam anders.

Kurz, nachdem Orphelia ihren Rückzug angekündigt hatte und die zuxlerischen Rollenspieler kaum mehr posteten, wurde hinter den Kulissen ein perfider Plan eingefädelt, dessen Auswirkungen bis heute zu spüren sind. Ein damals gildenloser Waldstreicher, seines Zeichens sogar Moderator im Rollenspiel, sowie Malek höchstpersönlich leiteten den Aufstieg des Zirkels ein.

Am 24. Dezember 2001, ein knappes halbes Jahr nach Entstehung des Rollenspiels, wurde Don-Esteban in den ZuX aufgenommen. Der eigentliche Plan sah vor, dass der Don alleine im Kastell verweilt und als verrückter, einsiedlerischer Magier seine Pläne im Geheimen vorantreibt, ein wenig forscht und experimentiert, die dunkle Magie erkundet und immer wieder mal von oben herab in die Geschicke der Welt eingreift. Eigentlich also genau die Rolle einnimmt, die Xardas in Gothic inne hatte. Orphelia hatte sich zwischenzeitlich fast komplett aus dem Rollenspiel zurückgezogen, nur wenige andere ZuXler schrieben noch ab und an ihre Posts, manche mehr, andere weniger regelmäßig. Eines dieser ersten Mitglieder damals war auch Joni Odin von Hassenstein - ein ehemaliger Feuermagier, der aus seiner eigenen Gilde verstoßen wurde und sein Gnadenbrot im Kastell bekam. Joni Odin war es auch, der erfolgreich eine Vereinigung aller Magier in eine Gilde und damit die endgültige Auflösung des Zirkels verhinderte. Ob das nun seinem diplomatischen Geschick oder seiner Sturheit zu verdanken war… um Joni ranken sich eine Menge Gerüchte.

Hier der Nachweis des historischen Ereignisses: Dons Aufnahmegesuch.

Nicht lange sollte die Alleinherrschaft des Don im Kastell anhalten. Knappe sechs Wochen, nachdem seine überraschende Aufnahme im ZuX verkündet wurde, bekam er (aus heutiger Sicht) prominente Unterstützung, denn auch meditate fand ihren Weg in die dunklen Hallen. Sie verließ damals die Jünger des Lee und auch einige ihrer Weggefährten, so beispielsweise Saleph und manmouse. Letzterer spielte aber immer wieder eine Rolle in ihren Geschichten. Don-Esteban und meditate - auf diesen beiden Schultern lastete nun die Bürde, das Kastell mit Leben zu füllen.






Doch nicht nur das. Das Rollenspiel zog immer mehr Leute an, die kreativ tätig werden wollten - und so musste eine Basis her, die das Kastell näher beschrieb, die aus dem eher vagen Ort einen Ort der »Ordnung« machte, so dass sich alle Neulinge vorstellen konnten, wie das Kastell beschaffen war und was man im Kastell erleben konnte. Genau genommen muss man dazu sagen, dass Don und medi es verstanden hatten, dem Kastell eine Ordnung zu geben, es aber so offen zu gestalten, dass es ein riesengroßer Spielplatz der Phantasie bleiben konnte. Sie griffen dazu nicht in die Trickkiste, sondern zeigten einfach die Anwendungsmöglichkeiten von Magie, die durch einen Gott gewirkt wurde. So ist die Bibliothek im gesamten Erdgeschoss des Kastells bis heute eine Verbindung in die Sphäre Beliars, die durch seine Macht besteht, das gesammelte Wissen ist Beliars größter Schatz. Es dauerte natürlich nicht lange, da begannen andere Mitschreiber ihre Ideen einzubringen und den ZuX wirklich mit Leben zu füllen. Glutaeus Maximus und Prophet seien genannt, ebenso olirie und Ahram. Letzterer, der sich durch zarte Liebesbande schon vor ihrer Aufnahme in den ZuX sehr intensiv mit meditate auseinandersetzen durfte.
Ahram war sowieso ein ganz besonderer Fall: Durch unglückliche Umstände war es dem jungen Mann nicht vergönnt, ein ganz normales Aussehen zu haben. Er war gefangen im Körper eines Dämonen, was in manchen Situationen zu Vorteilen, aber in ganz vielen Begegnungen zu Nachteilen führte. Es soll sogar von Jagden innerhalb der Barriere auf den Dämonenmenschen gekommen sein.

Hier nun die ersten, zaghaften Schritte der Community-Hüterin im Forum des Zirkels:

meditate:
ich bin auf der Suche.
Habe mich unter der Kuppel und in den Foren umgesehn.
Noch habe ich keine Heimat.
Habe mich aber vorerst in die Geheimnisse der Wassermagie einweisen lassen. Tief in meinem Inneren lodern aber auch sehr heiße Flammen. In der Symbiose von Feuer und Wasser erstrahlen die alten Urelemente. Und die haben wohl was mit Gut und Böse und sehr Böse zu tun. Fühle ich etwa eine Verwandschaft zu Xardas?

Ahram war auch einer der Ersten, die das Rollenspiel in die Unterwelt führten und der Erste, der seinen Weg nicht mehr zurück fand. Was direkt zu einer weiteren Reise in die Sphäre Beliars führte - und einer der Gründe war, weshalb meditate ihre Aufnahme in den Zirkel beantragte. Die Vorbereitungen dauerten eine Weile, doch dann ging es los. Ab in die Unterwelt - eine Reise, an der sich nicht nur ZuXler beteiligten. Das war damals generell sehr weit verbreitet: Gildenübergreifende Quests, in denen die einzelnen Mitglieder auch mal den Mut hatten, es zu Reibereien kommen zu lassen. Und dass der Schwarzmagier immer der Böse ist, dieses Vorurteil war ja bekannt und man musste sich das Vertrauen seiner Mitstreiter schon durchaus erarbeiten.

Und neben diesen Geschichten im RPG trat Malek am 29.05.2002 von all seinen Ämtern zurück. Es bildete sich eine »Übergangsregierung«, bestehend aus einem dreiköpfigen Gremium. Ebenso fanden Mod-Wahlen statt und der ZuX begann, sehr basisdemokratische Züge anzunehmen, hatte doch bis zu diesem Zeitpunkt Malek alle Entscheidungen fest im Griff und das letzte Wort. Erarbeiten - durchaus kein zu verachtendes Stichwort, denn erarbeiten musste sich auch der ZuX eine Art »inneren Frieden«. Zum damaligen Zeitpunkt gab es verschiedene Ansichten, in welche Richtung sich die Wege der Gilde entwickeln sollten. Diskussionen und Misstrauen prägten zeitweise das Bild des Zirkels. Gegenseitige Vorwürfe und teilweise auch Missverständnisse führten dazu, dass die Harmonie nicht so war, wie man sich das Ganze vorstellte. Auf der anderen Seite war anzumerken, dass es der ZuX bereits zu diesem frühen Zeitpunkt geschafft hatte, eine eigene Homepage auf die Beine zu stellen und zu betreiben - vielleicht mit ein Grund, weshalb es zu kleinen Reibereien und wenig Aktivität im Rollenspiel kam.



Don-Esteban und meditate beposteten also zunächst im Alleingang das Kastell und gaben ihm das heute bekannte und nicht mehr wegzudenkende Aussehen - das Mosaik auf dem Boden, die Bilder, die Kopfschmerzen verursachten, diverse Geheimgänge über - und unterirdischer Natur, das Refektorium und das Kroko-Maul, der Küchendämon - all das entstammt ihrer Phantasie und ihren Posts. Doch die Beiden sollten, wie schon beschrieben, nicht lange alleine bleiben: auch die anderen Mitglieder fingen an, dem Kastell und dem ZuX Leben einzuhauchen. Vorwiegend, wie es sich für Schwarzmagier gehört, natürlich nachts, denn wahre Dämonenbeschwörer meiden das Tageslicht.
Wie das Leben nun einmal so spielt in der Welt des Rollenspiels, so merkte man auch im ZuX, dass die Welt unter der Barriere ein wenig beengt und klein war, kurzerhand experimentierte man ein wenig herum - und schon vergrößerte sich das Gebiet unterhalb der Kuppel. Ganz so einfach war es natürlich nicht.

Die Geschichten im RPG entwickelten sich, doch nicht nur das. Denn es dauerte nicht lange, da spielte dem ZuX PB einen Streich mit der Veröffentlichung eines Spiels namens Gothic II. Und dieses Spiel - wie jeder sicher weiß - war nach dem Zusammenbruch der Barriere angesiedelt, also musste sich im Rollenspiel das ein oder andere bewegen. Das größte und schwerste Stück Arbeit bestand darin, das Kastell zu versetzen, der der Ort, an dem das Kastell zu Beginn der Rollenspielzeit stand, war ja nun von einem Drachen bewohnt. Die Magier des Zirkels, aber auch Xardas selber, legten Hand mit an und so schaffte man es, fast das gesamte Gebäude auf einen Berg auf Khorinis zu verlegen. Dort sollte es auch für die bislang längste Zeit stehen bleiben. Wer jedoch nicht mit versetzt wurde, das war ein einzelner Turm und eine einzelne Magierin namens meditate. Sie verblieb an der Stelle, an der einst das Kastell stand und lebte dort eine Weile im sogenannten Lavaturm. Nur ein Dämon namens Vollstrecker war ihr Mitbewohner. Don-Esteban, GlutaeusMaximus, PropheT und olirie hingegen, ebenso wie die anderen Mitglieder des damaligen Zirkels, fanden eine neue Wirkungsstätte und das Kastell eine neue Heimat. Dort sollte es für eine ganze Weile stehen bleiben und eine wahre Blüte erleben.

Die Umstellung auf Gothic II bedeutete aber auch, eine neue Verbindung zu Beliar und Xardas zu finden. Schließlich war der Dämonenbeschwörer zuvor als ein Charakter bekannt, dessen Ziele im Verborgenem liegen. Am Ende des zweiten Teils jedoch merkte man bereits, dass er doch sehr darauf aus war, seine eigene Macht zu steigern. Generell konnte man sagen, dass die Magier des Zirkels zum damaligen Zeitpunkt schon nicht zu den geselligsten Gesellen unter der Barriere gezählt werden konnten, auf der Insel Khorinis änderte sich dies natürlich auch nicht. Dennoch blieb das Kastell ein Ort, der eine nicht zu verachtende Anziehungskraft auf jedwede Abenteurer ausübte, starteten hier doch manche Vorbereitungen für kleine oder auch groß angelegte Quests. Sogar das Kastell selber war einmal mehr bedroht, Ungeziefer hatte sich in den Katakomben eingenistet und musste in einer langwierigen Aktion eliminiert werden. Mehr und mehr wuchs der ZuX damals aber zu einer Gemeinschaft zusammen, die internen Streitereien wurden beigelegt, wenngleich doch das ein oder andere Missverständnis noch einmal zu kleineren Brennpunkten führen sollte.


Langsam aber stetig wuchs nun die Anzahl der Mitglieder in den Mauern des Kastells, geschuldet zum einen sicherlich auch dem Erscheinen des Add-Ins »Die Nacht des Raben«, aber auch den damals geschriebenen Geschichten und Mitgliedern der Gilde. Ein ehemaliger Schmied namens Hilias fand unter dem Pseudonym Estragon eine Heimat innerhalb der dunklen Hallen, Ceron, Rhodgar, Seraphin und Renata hießen die Neulinge, die damals ihren Weg in den ZuX fanden und eine große Ära einläuteten, die wohl ihren Abschluss in der Quest Sturmernte fand. Doch auch Xalvina a.k.a. Xardiviae und ihre Quests prägten den ZuX und das Rollenspiel nicht unerheblich. Überhaupt - zum damaligen Zeitpunkt merkte man durchaus, dass der ein oder andere Rollenspieler durchaus von einer »Herr der Ringe«- Adaption eines gewissen Herrn Jackson nicht uninspiriert blieb. Was jedoch blieb, das waren medi und Don. Die Frau, die ihren Posten als Hüterin zwischenzeitlich an olirie abgegeben hatte, da sie ja im Lavaturm ihr Dasein fristete, und der Hohepriester und Magielehrmeister Don-Esteban waren es, die auf der gesamten Insel Khorinis mehr oder minder ihre Finger im Spiel hatten - manchmal offensichtlicher, meist jedoch gut verborgen und im Hintergrund. Don war es auch, der bis ins Jahr 2005 fast allen Mitgliedern des Zirkels die Magie Beliars beibrachte und meditate war sehr lange als Lehrmeisterin für den Skill Heilung aktiv.

Bei meinen Recherchen habe ich auch einen Post gefunden, datiert auf den 09.04.2004. Von den damals 23 Mitgliedern des Zirkels sind tatsächlich noch zwei mehr oder minder aktiv. Kaum verwunderlich ist auch, das sie beide inzwischen im Gremium sitzen und die Geschicke des ZuX mit lenken.

Nun aber zurück zu meditate und Don-Esteban. Trotz ihrer Aufgaben fanden die Beiden immer wieder die Zeit, ihre eigenen Geschichten voranzutreiben. Im Herbst 2005 kam auch Orphelia noch einmal zu einer Ehrung, als Don-Esteban und meditate für mehrere Tage das Geschlecht wechselten und so für Verwirrung innerhalb des RPG, vor allem innerhalb des Klosters, sorgten.

Zu diesem Zeitpunkt hatte die Gilde teilweise 20 aktive Mitglieder oder mehr - sicherlich kein Vergleich zu den Massen, die die Garde oder die Jünger des Lees begeisterten, doch war das Bild des ZuX durch die strenge und immer noch Bestand habende Aufnahmeprüfung geprägt. Viele Leute, die sich als Schwarzmagier versuchen wollten, scheiterten schon an dem Text, der sich bis heute »best-of« nennt, der aber seit Jahren nicht überarbeitet wurde. Ebenso avancierte der ZuX zu einem Spielplatz für Leute, die ihre Hauptcharaktere bereits seit längerer Zeit im Rollenspiel schrieben und die ein wenig mehr über die Lebensweise der Schwarzmagier erfahren wollten.

Der Herbst 2004 kam und das Unglück nahm seinen Lauf… der Forencrash nach dem Umzug von gamesweb im neuen Forum des RPG-Rings und der Verlust zahlreicher Geschichten. Vier Tage lang war das Forum nicht zu erreichen. Das kleine Unterforum des Zirkels wurde genutzt, um sämtliche User zu informieren - und zog danach neue Mitglieder an, die vielleicht vorher niemals auf das Rollenspiel gestoßen wären. Hirni und Elfaire, LadyLomar und etliche andere prägten für eine Weile das Bild des ZuX. Ab Januar setzte fast ein Ansturm auf den ZuX an, der nur von der Zeit der Umstellung auf Gothic 3 übertroffen wurde. Auch die Geschichten im Rollenspiel wurden immer komplexer, der Spaß jedoch kam nie zu kurz. Vor allem Hirni und Elfaire schafften es im OT, ihre Späße zu treiben und sich gegenseitig zu Höchstleistungen anzutreiben. Doch auch ihre Geschichten verstanden sie zu schreiben und zu einem Genuss zu posten.





Nicht lange nach der Neulingsschwemme fand innerhalb des Rollenspiels eine große Beschwörung statt, die die Anwesenheit mehrerer Leute innerhalb des Kastells erforderte. Es wurde für diesen Zweck ein Ball veranstaltet, um auch möglichst viele Leute zu haben, deren Lebensgeister man für die Beschwörung hätte nutzen können. Und beinahe hätte sich tatsächlich das Tor zur Unterwelt aufgetan und ein riesiger Dämon hätte das Kastell und alle Besucher des Balls vernichtet, wäre bei jener Beschwörung nicht eine Formel unheimlich undeutlich aufgesagt worden. Doch selbst diese Beschwörung tat der damaligen Beliebtheit des Zirkels keinen Abbruch. Wieder und wieder fanden sich Neulinge, die ihre Charaktere als Schwarzmagier auf die Rollenspielwelt loslassen wollten, aber auch ehemalige Weggefährten anderer Gilden waren denn dunklen Magiern nicht mehr ganz so mit Vorbehalten behaftet wie noch Monate und Jahre vorher. Gildenübergreifende Quests, teilweise auch gegen unbekannte Schwarzmagier, Lehren, die mit Reisen über die halbe Insel verbunden waren, Forschungen in den Katakomben und eigenen Laboren innerhalb des Kastells - es gab kaum Ideen, die nicht ihren Weg in die Rollenspielforen fanden. Und es gab kaum Mitglieder, die mit ihren Geschichten aufhörten, es kamen neue Leute hinzu, doch die Älteren blieben und schrieben weiter.

Echsenmenschen und Harpyien wurden erkundet und zum Leben erweckt, die bardischen Künste genutzt, um Frauen zu becircen, Schlangenmenschen eine Kultur gegeben. Doch auch innerhalb der Kastellmauern verblieben die Magier, ihre Studien verfolgend, Theorien zu Magie und deren Ursprung aufstellend.

Doch gehen wir nochmal ein wenig in der Gildengeschichte zurück, genau genommen zum 24.10.2002, denn an diesem Tag war eigentlich das Ende der Jünger des Lees besiegelt. Selbst wenn die Gilde bis heute noch existiert, zumindest die Wurzeln der Clans gehen so weit zurück, so ist doch klar, dass mit diesem Tage eigentlich die Lees als die kämpfende Abteilung des Zirkels entstanden ist, sehr weit, bevor man überhaupt an Assassinen dachte. Weshalb? Manmouse, der Gründer der Jünger des Lees, trat dem Zirkel bei, damit ging auch sein geistiges Eigentum in den Besitz des dunklen Gottes über und wurde, wenn auch nie offiziell, ein Teil des Zirkels.

Doch genug der Sticheleien, zurück ins Jahr 2005, zurück zu dem Zeitpunkt, an dem der ZuX Mitglieder erhalten sollte, die ihn für einen durchaus langen Zeitraum prägen sollten. Ardescion und Nafolux, Rhonin und Hirni, sie alle sollten mindestens zwei Jahre bleiben und ihre Ideen und Geschichten im Rollenspiel schreiben - und den ZuX auch ein wenig offener anderen Gilden gegenüber gestalten. Prägten doch vorher die Schwarzmagier das Bild, die kaum die schützenden Wände des Kastells verließen, so war insbesondere Hirni, der zuvor ein knappes halbes Jahr Mitglied des Ordens war, immer noch eng mit seinen ehemaligen Freunden verbunden und auch, wenn keine Bündnisse im eigentlichen Sinne entstanden, so schaffte es Hirni, dass er als Schwarzmagier von den Mitgliedern anderer Gilden sehr geschätzt wurde. Auch Nafolux begeisterte das Forum, gab er doch offen und ehrlich zu, doof zu sein. Lange wurde diese Erkenntnis in Signaturen weit über das Rollenspiel hinaus weitergegeben.

Doch nicht nur die Aktivitäten im OT steigerten sich, auch die Insel Khorinis und die Welt darüber hinaus wurde mehr und mehr von Schwarzmagiern besucht, fand man doch vor Erscheinen des dritten Gothic-Teils eine Insel, auf der keinerlei Runen mehr nötig waren, um Magie zu wirken. Reichte die Rollenspielwelt einmal nicht aus, so erschuf man auf Quest einfach eine andere neue Welt, die den Ansprüchen genügte, die man an sie stellte. Auch die Mitgliederzahlen steigerten sich beinahe monatlich - eine Entwicklung, die so niemand vorhersehen konnte.
Hier ein paar Beispiele zu den damaligen Ideen und Welten:
Das Erbe Angoths
Niedergang der Tugenden





Doch dunkle Wolken sollten aufziehen und über den Zirkel hereinbrechen. Gegen Herbst des Jahres 2006 deutete sich an, dass Gothic 3 endgültig Realität werden sollte. Die Veröffentlichung warf ihre Schatten voraus, doch ehe nicht wirklich feststand, welche Änderungen das Spiel mit sich brachte, war es müßig darüber zu diskutieren. Am 13. Oktober war es dann soweit und das Universum, in dem Gothic spielte, verlor die Runenmagie, ebenso wie Xardas‘ Pläne nun offen ans Licht traten: die Macht, die er sich gestohlen hatte, sollte die Existenz der Götter beenden, sollte auch Beliar umbringen und damit den Gott, auf den sich die Mitglieder des Zirkels seit Jahren stützten. Gleichzeitig gab es nun in der Vorlage auch eine Fraktion der Schwarzmagier, die jedoch keinerlei Verbindung zu Xardas hatte, sondern zu Zuben, dem Herrscher der Wüste. Und noch viel mehr, denn diese Vereinigung um Zuben brachte auch die Assassinen mit in die RPG-Welt. Nun standen wir also vor der Frage, inwieweit der Zirkel tatsächlich weiter existieren könne oder ob er in einer Gilde als Anhängsel Zubens aufgehen solle.

Hier schieden sich bereits damals die Geister und scheiden sich bestimmt heute noch. Der ein oder andere mag eine einzige Gilde in der Wüste unter den Fittichen Zubens favorisieren, doch die Mitglieder des Zirkels sprachen sich damals fast geschlossen dagegen aus, mit den gierigen und machtgeilen Schwarzmagiern aus Gothic 3 in einen Topf geworfen zu werden. Man sah sich selber so, wie man bereits zu Zeiten der Barriere war, aber auch zu Zeiten des Rollenspiels auf der Insel Khorinis: Über der Welt stehend, sich nicht einmischend, nicht aktiv nach Herrschaft strebend, seine Pläne im Verborgenen ausbrütend und im Hintergrund die Fäden spinnend. Und nicht, wie Zuben und seine Assassinen, aktiv kriegerisch vorpreschend, Gold über alles stellend, um damit den dunklen Gott besänftigen zu können. Denn auch das war eine Wendung, die nicht der Geschichte und der Orientierung des Zirkels entsprochen hatte, als Schwarzmagier vor Gothic 3 machte man sich keinerlei Gedanken um Gold. Alles, was man benötigte, musste man sich entweder selber verdienen, erarbeiten oder bekam es durch das Wohlwollen und die unbeschränkten Möglichkeiten des Kastells.

Es sollten sich aber dennoch Änderungen ergeben, ausgelöst durch das neu erschienene PC-Spiel: Die Insel Khorinis wurde verlassen. En neuer Standort für das Kastell war schnell gefunden, denn neben der Tatsache des Wechsels auf das Festland war auch klar, dass der ZuX nun eine eigene Garde an Kämpfern aufnehmen würde - die Assassinen des Zirkels. Deren Heimat sollte, um dem Beliartampel in Bakaresh auch ein wenig Ehre zu erteilen, in Bakaresh liegen und so kam es Ende des Jahres 2006 zu einer weiteren Transportation des Kastells, diesmal auf den höchsten Berg neben der Stadt Bakaresh. Die Wüste von Varant wurde also die neue Heimat des ZuX. Generell brachte die Umstellung Neuigkeiten mit sich, die das Rollenspiel so noch nicht erlebt hatte, blieben die Gilden in ihrer Ausgestaltung bis dato beinahe unberührt. Doch diese Umstellung erforderte die Möglichkeiten von Gildenwechseln, so dass bereits damals die ersten hochrangigen Assassinen ihren Weg in den ZuX fanden. DraconiZ, der die damalige Garde Innos und die Hafenstadt Khorinis verraten hatte, sowie Lazio, ein ehemaliger Söldner Lees- sie beide gestalteten damals mit ihren Mitstreitern das, was heute in Bakaresh zu sehen und zu erleben ist. Berash, ein damals noch vollkommener Frischling, schloss sich ebenfalls den Assassinen an.
Hier sogar nochmal ein Ausblick auf das, was hätte auch geschehen können:
Die Schlacht um Khorinis

Es sollte eine ganze Weile dauern, ehe im Rollenspiel Bakaresh von Zubens Schergen befreit war, eine gemeinschaftliche Arbeit der Assassinen und der Schwarzmagier, die die Basis für eine gemeinsame Gilde liefern sollte. Nun, bei dem Glauben ist es erst einmal geblieben, denn um der Wahrheit Genüge zu tun, so gab es doch schon damals das Gefühl auf Seiten der Assassinen, nur ein Anhängsel der Magier des ZuX zu sein, was intern zu der ein oder anderen hitzigen Diskussion führte. Gerne hätten die Assassinen gesehen, dass man sich an großen Schlachten beteiligt - aber genauso gerne hätten die Magier gesehen, dass ihr Wissen von den Assassinen geschätzt, ihre Magie mit eingeholt werden würde, wenn es darum ginge, sich gegen einen gemeinsamen Feind zu stellen. Doch bis es endgültig soweit war sollten durchaus noch ein paar Monate vergehen.

Ein Umstand, der zu dieser langen Zeit geführt hatte, die es brauchte, ehe die Gilde wirklich wieder zusammen wuchs, war sicherlich der Verlust der Magie und der dazugehörigen Geschichten der Magier, wie sie ihre Magie wiedererlangten, es blieb dabei wenig Platz und manchmal zu wenig Zeit, um sich wirklich mit den neuen Gegebenheiten auseinanderzusetzen und um auch einmal Kontakte zu den Assassinen zu knüpfen. Andererseits war der Zirkel zum damaligen Zeitpunkt auch einfach zu groß geworden, die Assassinen hatten durchaus keine geringe Anziehungskraft und die Umstellung und der rangverlustfreie Wechsel in den Zirkel brachte eine unheimliche Menge an Schreibern, die nun ihrerseits Teil des Zirkels waren.

Die Assassinen jedenfalls, federführend geleitet von Draco und Lazio, fingen nun an, ihre kleine Gemeinschaft zu formen und zu gestalten, ebenso wie sie die Hafenstadt Bakaresh versuchten, mit Leben zu füllen und sie zu einem Ort des freien und florierenden Handels zu machen- mal mit weniger, mal mit mehr Erfolg. Und auch die beiden Gildenzweige, Krieger und Magier, näherten sich einander immer mehr an, bis sie Ende 2009 allesamt gefragt waren, einer großen Bedrohung Herr zu werden, was in einer wirklich gemeinsamen Aktion gipfelte, an der sich fast die gesamte Gilde beteiligt hatte.
Doch nicht genug dessen, in der Zwischenzeit taten sich auch andere Dinge in der Wüste. Junge Magier, die gar nicht in der Lage waren Magie zu wirken, nutzten das Flair der Wüste, um sich mit Hilfe widerspenstiger Auslegeware von einem Ort zum anderen fliegen zu lassen, selten so, wie es eigentlich geplant war und oft genug mit nicht unerheblichen Konsequenzen für den Lenker des fliegenden Teppichs. Lunovis hieß er, ein damals junger Mann, der es durchaus mit seinen Geschichten zu Ruhm und Ehre, aber nie zu Magie bringen sollte. Was er hingegen brachte, war ein Kriminalspiel innerhalb des RPG, eine bis dahin doch eher einzigartige Sache in dieser Form.

Doch nicht nur Lunovis‘ Stern begann zu erstrahlen, auch die Assassinen wuchsen und gediehen. Berash übernahm das Amt des Emirs von DraconiZ und wurde somit zum Anführer der Assassinen. Sein Erfolg hatte durchaus mit der Tatsache zu tun, dass er sich dem narzisstischen Hüter Ardescion ein ums andere Mal anbiederte, dabei jedoch immer versucht war, sein Gesicht zu wahren. Und da folgt auch schon das nächste Stichwort - denn auch das hübscheste Gesicht des Rollenspiels ist auch heute noch ein Teil des Zirkels, er, der es schaffte, sich gleich unter mehreren Namen in der Wüste bekannt zu machen - doch vor allem damit, dass keine Frau ihm wiederstehen kann. Die Rede ist von Candaal, dem Undurchsichtigen. Doch auch andere Leute und ihre Ideen und Geschichten, insgesamt zeichnete sich der ZuX seit jeher durch eine nicht enden wollende Kreativität aus.

Wie es nun aber mit dem Zirkel um Xardas weitergehen mag, welche Rolle der einsame Dämonenbeschwörer Xardas in Arcania übernehmen wird, vor allem auch, wie die Welt ohne Götter nun aussieht und was an ihre Stelle treten wird - all das werden spannende Dinge sein, die es herauszufinden gilt, Dinge, an denen die Schreiber im Zirkel sicherlich ihren Spaß haben werden und die zu gestalten nun an ihnen liegen wird.


Links:
Das Rollenspiel
Die Gilde
Homepage des ZuX
Die Sicht Maleks (Gründer)
Die Sicht Don-Estebans

geschrieben von Sinistro


Alles eine beschämende Lüge und üble Machenschaften. Die Lee's waren die ersten.

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