|
|

|
Rollenspiel nach Fall der Barriere
Gorthar
[Q] Das Land Gorthar # 6
| 15.06.2003 02:26 | #1 |
| manmouse |
[Q] Das Land Gorthar (Südland) # 5
Esteron blickte irritiert um sich, was war das doch für ein Kampfgewusel. Wie er so etwas doch hasste. Die Banditen oder wie auch immer man die vermummten Typen nennen mochte, verstanden langsam aber sicher das sie sich die falschen Gegner ausgesucht hatten und macht sich ihrerseits daran zuzuschlagen. Der Wanderer griff nun auch zu seinem stumpfen Einhänder, der in etwa soviel Verletzungen zufügen konnte, wie eines von Gardiffs Übungsschwertern aus Holz. Aber das stand ja jetzt nicht zur Debatte. Die Banditen weckten alte Lebensgeister in dem jungen Mann. Entgegen des Rats von Gardiff die Waffe nur mit einer Hand zu halten, hielt Esteron das Schwert mit beiden Händen und lief damit wild um sich schlagend, mit einem Schrei auf die nächsten beiden Kerle zu, die sich auf den Weg zu Lehna gemacht hatten.
In welche Gefahr er sich damit brachte war dem jungen Mann egal. Die Männer hatten sich den falschen Ort und die falsche Uhrzeit ausgesucht.Der Wanderer schlug eher plump, aber recht wild um sich, und das Glück schien irgendwie auf seiner Seite zu sein.
Den erstem Gegner, (den Dicken von links), auf den er traf, wich er geschickt aus, und trat ihm in einer Vierteldrehung gegen die Lenden, so das Fettkloß keuchend in die Beuge ging. Esteron war schon einen Schritt weiter und machte sich daran, an dem anderen Banditen vorbei zu laufen, so langsam, das der es sich überlegte und ihm folgte. Alles in allem kam es einem Kamikazeangriff gleich, vollkommen ungezielt und wild wie eine Moleratsau die in die Enge getrieben wurde und ihre Jungen schützen wollte.
Der Wanderer beschleunigte nun sein Tempo und dachte an die Worte von Frost seinem Lehrmeister.
“ Im davonlaufen hast du Talent“, Esteron grinste innerlich und war mittlerweile einen Runde um einen Baum zu laufen, wechselte dann plötzlich und völlig unerwartet die Richtung und war plötzlich hinter dem Verfolger. Fitness zahlte sich halt aus, hinterhältig schlug der Wanderer dem keuchendem Banditen mit dem Schwertknauf auf die Rübe und wartete das er zu Boden ging.
|
| 15.06.2003 03:12 | #2 |
| Todesfürst |
Wieder einmal in einem anderen Teil im gorthanischen Wald....Langsam fing der Körper des Molerats an aufzuplatzen und Körperfett tropfte langsam heraus, es zischte auf den Stein im Feuer und gab eine kleine Dampfwolke heraus. Wie's aussah war das Essen fertig. Gerade wollte er das Prix mitteilen, da erhob sich dieser und nahm ein fettes Messer. Er schnitt an der Seite des Molerat einige Stücke auf aber nur so, dass sie angeschnitten waren aber nicht ins Feuer fielen. Wieder wunderte er sich und fragte Prix was das sollte:
"Hey, was sollte denn das bewirken?"
"So werden diese Stücke richtig groß gebacken und schmecken besser.""Echt, ist ja toll...."
Man merkte deutlich, dass Prix ein erfahrener Jäger war, er kannte so viel, was er überhaupt nicht zu träumen glaubte und er konnte nur profitieren von der Gesellschaft. Auch Prix profitierte von seinem Gegenüber, denn so hatte er etwas Gesellschaft und konnte reden. Während er noch fragte, war er in eines der Zelte gegangen und kramte etwas herum. Dann kam er mit 2 Tellern und Eßbesteck zurück. Unglaublich, dieser Kerl war voller Überraschungen, so konnte er diese fettigen Finger verhindern, scheinbar war Prix doch nicht so ungebildet wie es zurerst den Anschein machte, im Gegenteil, desto mehr er überlegte, desto sympathischer wurde Prix ihm. Dann nahm er wieder das Messer, nachdem er sich erstmal die Tropfen aus dem Gesicht geschüttelt hatte, und schnitt die zarten Stücke ganz ab und ließ sie auf den Teller fallen. Das ganze machte er, bis beide Teller voll waren und sie essen konnten. Beide wünschten der Gegenseite Guten Appetit und hauten dann rein.
Das Fleisch schmeckte ungewöhnlich zart und war lecker. Gut zu kauen, keine Knochen oder Knorpel, nicht einmal Fett war daran. Die Haut war knusprig kross und hatte einen Touch von verbrandtem, machte aber deswegen den besonderen Geschmack aus. Wahnsinn, so Fleisch kannte er nur aus Khorinis, aus dem Oberen Viertel unter dem Namen Filet. Ein teurer Spaß, zwar nicht für sie gewesen, da sie damit handelten, aber normalerweise bevorzugte sein Vater auch normales Fleisch. Wie hatte Prix das nur gemacht? Er musste ein hervorragender Jäger sein, das war spätestens jetzt für ihn sicher. Nachdem der Teller leer war, nahm er nocheinmal nach, Prix hatte schon die nächsten Stücke angeschnitten, und haute sich nochmal den Bauch voll. Nach dem zweiten Teller war er pappsatt und auch Prix schaffte nur eineinhalb. Der Fürst nahm seine Wasserflasche und nahm einen Schluck, Prix tat es ihm nach und so stießen sie an.
Danach lehnte er sich zurück und schaute in den Himmel. Der Regen ließ langsam nach und es würde nicht mehr lange dauern, bis es ganz aufhören sollte. Ein Schleier aus heißer Luft und kalten Regen bildete sich und legte sich über die Nacht und machte einen Blick zu den Sternen unmöglich. So blieb ihm nichts anderes übrig als zu warten. Plötzlich sprach ihn der Jäger von der Seite an:
"Sag mal, wie bist du nach Gorthar gekommen?"
"Lange Geschichte, so genau weiß ich das auch nicht mehr...aber es hatte was mit einer Krankheit zu tun, die mich in Khorinis heimsuchte. Es mag verrückt klingen, aber ich habe eine ominöse Krankheit in mir. Es ist seltsam, manchmal kann ich stundenlang in Khorinis laufen und dann, in manchen Situationen wenn ich an was denke, bekomm ich diese Schmerzen. Außerdem habe ich einige Probleme dort, nichts ernstes aber naja....andere Frage, warst du schonmal in Khorinis?""Nein, aber ich habe viel davon gehört. Die Stadt mit dem Hafen und die umliegenden Höfe stimmts?"
"Jepp, das ist Khorinis, naja da gehört noch einiges dazu aber vielleicht kommen wir mal nach Khorinis, dann zeig ich es dir mal. Aber rechne nicht so bald damit, diese Gegend ist zwar verdammt gefährlich, aber dennoch beruhigt sie mich, von daher hatte ich am Anfang unserer Begegnung doch nicht gelogen, naja nicht ganz."
"Ich verstehe. Nun ja, hier ist es auch sehr schön, aber wie du schon sagtest sehr gefährlich."
Beide lehnten sich wieder zurück und schauten in die Nacht. Nach einer Weile hatte Prix genug und verabschiedete sich mit einem Lächeln.
Ich hau ab, brauch meinen Schönheitsschlaf, hehe, du kannst das andere Zelt benutzen, aber mehr als ein Bett ist nicht darin. Pass aber etwas auf, manchmal kommen hier auch Viecher her, mich haben schonmal zwei Wölfe im Schlaf überrascht, also immer kampfbereit sein.
Der Gildenlose nickte und sah Prix nach in welches Zelt er ging, damit er ja nicht in das falsche ging. Er wollte den Jäger ja nicht stören.
Er blieb noch etwas und sah in das lodernde Feuer. Gerade als er auch gehen wollte, fiel ihm ein, dass er etwas gegessen hatte. Er nahm aus seinem Allesbeutel den Zahnstocher und bearbeitete die Zähne, danach wurde mit Wasser nachgespült. Zum Schluß nahm er wieder einen Grashalm, von denen es hier genug gab, und reinigte noch einmal genau nach. Als letztes gab es noch einen Schluck zum spülen und um den Geschmack wegzukriegen und danach waren seine Zähne wieder rein. So trottete er dann in sein Zelt und sah die Matratze. Sah gar nihct so unbequem aus. Er zog seine Rüstung aus und legte seinen Gürtel ab, sowie seine Stiefel. Die Dolche legte er aber griffsbereit neben seinen Kopf und neben der Matratze. So präpariert konnte er in Ruhe einschlafen. In den Schlaf begleitete ihn das Knistern des Feuers, das Zirpen der Grillen und das schnarchen von Prix, das man bis hier hörte. Perfekte Bedingungen um zu schlafen und das war sein voller Ernst.
|
| 15.06.2003 03:14 | #3 |
| Lehna |
So so, es wurde also ernst. Jetzt hieß es töten oder getötet werden, sein oder nicht sein... Na ja, und der übliche Quark eben.
Lehna hatte jetzt jedenfalls keine Zeit für Sentimentalitäten. Sie wirbelte herum, ihr Dolch hinterließ einen flachen, allerdings nicht weiter gefährlichen, Schnitt im Hals des Banditen. Unangenehmer war für diesen eher die Tatsache, dass sie ihr rechtes Bein hochriss und eine Sekunde später ihre rechte Stiefelspitze mit seiner Schläfe kollidierte. Der Bandit stürzte zu Boden. Lehna verlohr keine Zeit, geschmeidig stieß sie sich vom Boden ab. Ein weiterer Räuber kam auf sie zugerannt, einen brutalen Streitkolben schwingend. Sie wusste, dass sie dem Kerl in Sachen Körperkraft nicht viel entgegenzusetzen haben würde, also musste sie mal wieder ihre Beweglichkeit ausnutzen. Der Räuber schwang seine Waffe in einem hohen Bogen über seinem Kopf. Die junge Frau wich blitzartig zur Seite aus, Holz splitterte als der schwere Waffenkopf krachend gegen die Rinde eines Baumes prallte. Geschliffene Klingen blitzten kurz im Mondlicht, schienen einen Augenblick zu erstarren, dann brüllte der Bandit schmerzgepeinigt auf, ließ seines Streitkolben fallen und starrte entsetzt auf seine Schulter, in der Lehna einen ihrer Dolche bis zum Griff versenkt hatte. Ein wölfisches Grinsen verlieh dem Gesicht des Mädchens etwas raubtierhaftes, legte eine Seite an ihr offen, die Esteron bisher noch nicht kennengelernt hatte. Eine Seite, die Lehna selbst nur zu gern los wäre...Mit einem Ruck riss sie ihre Waffe wieder aus der Schulter des Banditen, einen Augenblick später zuckte ihr Dolch erneut nach vorn, diesmal bohrte sich die Klinge in den Oberschenkel des Mannes. Wiederstandslos riss die einfache Leinenhose, die geschliffene Waffe schnitt durch Fleisch und Muskeln wie durch Butter, als Lehna ihren Dolch nach oben riss. Als sie nach hinten sprang und dem Räuber einen finalen Tritt gegen die Rübe verpasste, klaffte ein mindestens zehn Zentimeter langer und fünf Zentimeter tiefer Schnitt in seinem Bein. Wimmernd presste er die Hände auf die blutenden Wunden. Lehna bedachte ihn noch mit einem geringschätzigen Blick, der Kerl war erstmal ausgeschaltet...Esteron führte sich unterdessen auf wie ein Wahnsinniger, schlug mit seinem Schwert um sich, rannte durch die Gegend. Die junge Frau schüttelte kurz den Kopf. Vielleicht sollte er das Kämpfen doch besser denen überlassen, die es konnten...
Sie rannte wieder ins Kampfgetümmel, vorbei an einem Banditen, scheinbar ohne ihn zu bemerken. Dieser, bewaffnet mit einem langen Holzknüppel, nutzte seine 'Chance' und schlug auf den Rücken der an ihm vorbeirennenden jungen Frau. Dummerweise musste er feststellen, dass seine Chance nur eine Illusion gewesen war, als lehna sich nach vorn warf, sich mit den Händen auf dem Boden abstützte und die Beine hochriss. Der Knüppel rauschte über ihr durch die Luft, die Sohlen ihrer Stiefel kollidierten unsanft mit dem Unterkiefer des Banditen. Dieser gab ein überraschtes Grunzen von sich und taumelte einen Schritt zurück, als Lehna nach einem Überschlag schon wieder auf den Füßen stand. Sie wirbelte herum, ihre Dolche schossen nach vorn - der kalte Stahl bohrte sich zielgenau in die Augen des Banditen. Der Mann brüllte auf, sprang entsetzt zurück. Er verlohr das Gleichgewicht, fiel haltlos nach hinten, wobei er seine Hände auf seine Augen presste. Blut und durchsichtiges Gelee sicherten zwischen seinen Fingern hervor. Gaffen würde der jedenfalls nicht mehr...
Ohne ihr Opfer noch eines weiteren Blickes zu würdigen drehte sich Lehna um, ließ ihren ungewöhnlich kalten Blick über den Kampfplatz streifen. Esteron hatte es tatsächlich geschafft einen Banditen niederzuschlagen. Hmm, nicht schlecht. Aber ob das reichen würde? Noch waren genug von den Typen da...
|
| 15.06.2003 03:52 | #4 |
| Waldläufer |
Über das gerade nochlebende Schutzschild drüber springend huschte der Waldstreicher weiter. Ein Pfeil schlug neben ihm in der Rinde eines alten Baumes ein und schon zischte wieder ein Geschoss heran welchem Gardiff nur in letzter Sekunde ausweichen könnte. Die zwei Banditen, welche schon ihren Kameraden mit ihren Pfeilen nieder gemacht hatten legten von neuem an und mit langen Sätzen sprang der Vagabund durch einige Büsche um ihnen zu entgehen. Immer wieder Hacken schlagend schlängelte er sich durch die Bäume und das Buschwerk auf die zwei Schützen zu. Die zwei versuchten erneut den jungen Barden zutreffen doch schlugen auch diese Geschosse nur in die Rinde eines Baums ein oder prallte an ihr ab.
Da der Einhandmeister den beiden nun doch beachtlich nah gekommen war verzichteten die zwei Wegelagerer auch auf ihre Bögen und griffen nach ihren Nahkampfwaffen. Um dem Gildenlosen entgegen zutreten welcher aus ihrem Blickfeldverschwunden war und sich unerwartet von der Seite aus einem Busch heraus auf sie stürzte. Ein harter Schlag mit der Breitseite seines Schwerts schickte einen der Banditen sofort ins Traumland doch der andere trat Gardiff entschlossen entgegen. Jedoch hatte auch dieser nicht viel Glück. Zwar hielt er dem Anflug an Angriffen von Gardiffs Seite sehr gut stand doch warf ihn der Tritt des Waldstreichers so kräftig aus der Bann das dieser von den Fußen und gegen einen Baum geschmettert wurde. Langsam sackte der bewusstlose Wegelagerer zusammen. Gardiff tauchte zwischen den Büschen ab um nicht weitere Bogenschützen auf sich zuziehen und fesselte die zwei Bewusstlosen rasch mit derben Stoffstreifen aus ihren Kleidern. Als dies geschehen war spähte der junge Bursche vorsichtig zwischen den Büschen hervor. Die Gruppe machte sich gut und hielt gegen die Banditen wacker an. Die Strauchdiebe würden sich soweit sie diese Wendung ihres Überfalls überleben würden sich bestimmt überlegen ob sie nicht doch die Berufssparte wechseln sollten und einen etwas ungefährlicheren Beruf anzunehmen. Schnittlauchbauer wäre doch ne gute Idee....
|
| 15.06.2003 04:37 | #5 |
| manmouse |
Der Wanderer war durch seine eben vollführte Aktion etwas abseits und stand noch immer hinter dem Baum. Sein fassungsloser Blick ging rüber zum “Schlachtfeld“, denn anders konnte man den Kampfplatz nicht mehr nennen. Was dort geschah, lies dem Wanderer das Blut in seinen Adern gefrieren. Lehna wütete geradezu unter den Kämpfern wie ein wildes Tier. Wie ein sagenumwobener Dämon der sich im Blutrausch befand. Wie eine Jägerin die mit ihren Opfern spielte.Der junge Mann, stand noch immer fassungslos und völlig fehl am Platz abseits des Geschehens. Sein Schwert war ihm aus seiner Hand entglitten. Keiner der Schurken griff ihn an. Womöglich, weil sie nicht damit rechneten, das er angreifen würde. Von ihm ging keine Gefahr für die Räuber aus, außerdem mussten sie zusehen, wie sie das wilde Tier in den Griff bekamen, das unter ihnen wütete und seine Opfer regelrecht abschlachtete.
Die Zeit lief nicht weiter. Esteron war gefangen in der Zeit. Sein Geist befand sich in einer Masse aus trägem, zähflüssigem Honig. Sein Blick war fokussiert auf Lehna, auf seine große Liebe.
Auf den Schatten der Seite, den er nicht an ihr kannte. Hatte sie ebenso kalt und ungehalten in ihrer Vergangenheit gewütet?
Ihren Opfer nicht die Spur einer Chance gegeben?
Sein Herz begann zu rasen. Er spürte jeden Herzschlag. Wollte schreien. Doch seine Kehle war wie zugeschnürt.
Blut, aufgeschlitzte Leichen und Schreie von Männern die nur aufgrund des Schmerzgefühls ihrer Klaffenden Wunden wahnsinnig wurden. Und mitten drin die Katze.
Dann lief die Zeit ebenso ruckartig weiter, wie sie eben angehalten wurde. Lehna war mittlerweile weitergesprintet und machte sich an ihr nächstes Opfer heran. Kalt glitzerten ihr Augen, im spärlichen Mondlicht als sie mit vollem Hass ihrem Gegner das Augenlicht nahm. Brutal, und ohne Kompromiss. Der Schrei des Mannes blieb stumm, und doch konnte Esteron den gequälten Aufschrei des Mannes in seiner Seele spüren.
Langsam wandte sich der Wanderer von dem Geschehen ab und trottete vollkommen verwirrt und ohne jegliche Orientierung ein Stück abseits des Kampfgeschehens in den Wald, wo er sich an einen Baum hockte und sich die Seele aus dem Leib kotzte. Tränen rangen ihm an den Wangen herab und sein Blick war steif nach vorne gerichtet.
Das war also ihre Vergangenheit ....
|
| 15.06.2003 08:31 | #6 |
| Skeleon |
Leon blickte sich fassungslos um.
Zwischen den Bewußtlosen lagen einige Leichen. Die meisten anderen Banditen waren verwundet davongestürzt oder lagen wimmernd auf dem Boden zusammengekauert da, unfähig sich zu bewegen.
Der junge Dieb brachte kaum ein Wort heraus, als er zwischen den Toten und Verletzten auf und ab marschierte.
Er selbst hatte genau zwei Banditen angegriffen, beide mit einem schweren Holzstück, beide ohnmächtig geprügelt und nicht weiter verwundet. Was er hier sah ...
Da lag einer, durchbohrt von den Pfeilen seiner Kameraden.
Ein anderer hielt sich wimmernd die leeren Augenhöhlen.
Stumm gestikulierend lief Leon zwischen seinen Begleitern hin und her, bis er endlich seine Sprache wiederfand, die Arme über den Kopf nahm und wieder herunterriss.
"Ihr könnt sie doch nicht einfach umbringen und verstümmeln! Herr Gott, sie wollten keinem von uns wehtun! Ihr- ... das sind auch Menschen, ihr Bastarde!"Mit einem verzweifelten Kopfschütteln bückte sich der Junge zu einem Banditen herunter, der sich ächzend den aufgeschlitzten Oberschenkel hielt. Der Wunde nach zu urteilen würde er nicht mehr lange zu Wimmern brauchen.Der junge Dieb warf Satura einen zweifelnden, oder fast verzweifelten Blick zu.
|
| 15.06.2003 09:46 | #7 |
| Satura |
Satura bemühte sich gerade, einen jungen Banditen auf Abstand zu halten, als sie Leons verzweifelten Blick auffing. Sie betrachtete den Banditen mit dem sie kämpfte... er musste so um die achtzehn sein - höchstens. In seinen großen Augen war keine Wut zu sehen - nur unbeschreibliche Angst. Satura war es, als würde sie aus einer Trance aufwachen.
Mit einer eleganten Parade blockte sie einen der plumpen Angriffe des Jungen und kam ihm dabei nahe. "Renn... verdammt, hau endlich ab!" zischte sie ihm zu. "Verschwinde einfach, und such dir einen ordentlichen Job..." Der Junge riß seine Augen auf und starrte Satura ungläubig an. Dann warf er einen Seitenblick auf Lehna, die sich noch immer durch die Banditen metzelte, und verschwand Haken schlagend in entgegengesetzter Richtung im Wald.
Das soetwas immer so ausarten musste! Trotzdem schnaubte sie Leon an: "Wollten uns nichts tun? Geht's dir noch gut? Die hätten uns einzeln filetiert... ich möcht gar nicht dran denken was solche Bastarde im Sinn haben, wenn sie auch all unser Gold bekommen... Die lassen einen doch nicht einfach so gehen. Du kannst dir nicht vorstellen, wie kalt deine Kollegen mit Saria und Isira umgegangen sind - nur wegen Gold. Ihr Blut, ihr Schmerz - es war ihnen gleich. Wenn du gesehen hättest, wie Saria darunter gelitten hatte - nein, Banditen verdienen keine Gnade." Sie warf einen Seitenblick auf Lehna, und fügte in Gedanken hinzu: Aber Lehna verdienen sie auch nicht...
"Wo ist eigentlich Esteron?" Der junge Wanderer schien verschwunden zu sein, und Saturas Blick durchleuchtete sorgenvoll den umgebenden Wald. Um sie herum stöhnten Verwundete, und der Waldboden war vom Blut der Toten getränkt. Lehna war aus ihrem Blick verschwunden, auch die Banditen. Wahrscheinlich hatten sie Reisaus genommen, und Lehna war ihnen hinterher um jeden einzelnen von ihnen aufzuschlitzen...
Satura steckte ihr Schwert in seine Scheide zurück und zuckte die Schultern. "Sie haben uns angegriffen, wir haben uns nur verteidigt. Was glaubst du hätten sie mit uns gemacht, wenn sie herausgefunden hätten, dass wir kein Gold haben? Ich für meinen Teil zumindest nicht. Und die anderen schauen auch nicht unbedingts so wohlhabend aus."
Sie lehnte sich an einen Baumstamm und bemerkte mit leichter Verwunderung, dass sie erst jetzt den Schmerz fühlte: sie hatte eine klaffende Wunde am linken Unterarm - anscheinend hatte sie einen Schwertschlag mit dem Arm statt mit ihrer Klinge geblockt.
|
| 15.06.2003 10:01 | #8 |
| Skeleon |
"Wir ..."
Er stockte kurz. Immerhin war er selbst ein Wegelagerer.
"Die Kerle hatten nichts dergleichen im Sinn! Sie waren im Vorteil, sie hätten uns einfach mit Pfeilen spicken, sich das Gold nehmen und wieder verschwinden können! Sie sind - ..." Leon's Blick fiel auf einen toten Banditen, der in seinem eigenen Blut da lag, zusammengerollt wie ein Schutz suchendes Kind. "- ... waren keine Mörder! Aber ihr seid es!"
Er schnaubte wild auf und wandte sich zum Gehen, zwischen Zorn, Ekel und Verständnislosigkeit hin- und hergerissen. Satura's Wunde bemerkte er nicht oder scherte sich im Moment nicht um sie. Ein seltsam tiefliegender Hass war in ihm aufgestiegen - auch wenn er es nicht gerne zugab, auf sich selbst, denn er erinnerte sich an seinen ersten Bruch im Hafengebiet. Als er den Wächter erdolcht hatte.
Unsicher auf den Beiden ließ er sich auf einem Felsbrocken am Wegesrand nieder und besah sich das Schlachtfeld. Nur wenige Meter vor ihm hauchte ein verletzter Räuber seinen letzten Atem aus.
Wer nicht schon tot oder im Sterben begriffen war, hatte sich inzwischen davon gemacht. Die anderen aus der kleinen Gruppe standen mit erhoben Waffen da und spähten in die Dickichte, auf der Suche nach verbliebenen Banditen. Es schien, als wäre es letztlich vorbei.
Doch von Lehna fehlte jede Spur.
|
| 15.06.2003 10:14 | #9 |
| Satura |
Was war nur mit Leon los? - So wütend und voller Abscheu hatte sie ihn noch nie erlebt.
"Hör mal, ich hab keinen getötet. Und dass sie verwundet werden, damit müssen sie rechnen... die Miliz verfährt mit solchen Banditen weniger zimperlich. Und bevor ich mich umbringen lasse, nun, da verteidige ich mich." Sie schüttelte traurig den Kopf. "Ich versteh dich nicht - willst du dich lieber umbringen lassen, bevor du dich verteidigst? Solche Leute lassen nicht mit sich reden. Und wer bereit ist, für Gold andere zu überfallen und zu bedrohen, ist meiner Meinung nach selbst schuld, wenn er in so eine Situation kommt.... und zufällig auf eine Gruppe mit einer Psychopathin wie..." Satura sah sich kurz um, und fuhr dann fort. "wie Lehna stößt."
Leon hatte sich abgewandt, sah sie nicht an. Achselzuckend begann Satura, ihre Wunde zu versorgen - mit einer Salbe konnte sie hier nicht viel anfangen, denn das Blut quoll pulsend hervor und hätte die Salbe sofort aus der Wunde gespült. So begnügte sie sich damit, die Wundränder mit Alkohol zu desinfizieren und sich den Unterarm mit einem Stofffetzen zu verbinden - was mit einer Hand allerdings recht schwierig werden würde. "Leon, hilf mir bitte mal."
|
| 15.06.2003 10:25 | #10 |
| Skeleon |
"Ja, ehe ich jemanden umbringe schon!" rief er.
Er blickte erzürnt zu Boden, bis ihn Satura's Bitte wieder auf sie aufmerksam machte.
Was denn nun schon wieder?! lag ihm auf der Zunge.
Stattdessen grunzte er nur widerwillig, erhob sich und stapfte zu ihr hinüber. Auf halben Weg blieb er wie erstarrt stehen, als er ihre Wunde bemerkte. Dann rannte er regelrecht zu ihr.
Sie tupfte sich gerade die Wunde mit Alkohol aus - eine schmerzhafte Angelegenheit, was sie sich jedoch nicht anmerken zu lassen versuchte. Satura verzerrte das Gesicht unter den Schmerzen und ächzte leise, gab jedoch kein Wort der Klage von sich.
Nachdem sie geendet hatte hielt sie Leon einige Stofffetzen hin. "Hilf' mir bitte meinen Arm zu verbinden." Ja, sie wollten uns nicht wehtun grübelte sie fast amüsiert. Was dachte Leon eigentlich über Banditen, so wie er sich verhielt hätte man denken können, er wäre mit ihnen befreundet gewesen oder sowas ...
Etwas zögerlich nahm der junge Dieb den Verband entgegen und begann ihn um Satura's Arm zu wickeln, so vorsichtig er konnte - was nicht besonders sanft war. Sie ertrug aber auch tapfer diese Schmerzen und lächelte gequält.Leon blickte sie mit schiefgelegtem Kopf an.
"Tut mir leid. Ich wusste nicht, dass sie dir den Arm ..."
Er brach ab und blickte sich wütend nach Lehna um. Sie war es doch gewesen, die die meisten dieser armen Schweine auf dem Gewissen hatte. Vielleicht war sie jetzt im Moment damit beschäftigt einem Flüchtenden ihre Dolche in den Rücken zu bohren.
Angewidert verzog der Junge das Gesicht, bei diesen Gedanken.
|
| 15.06.2003 10:48 | #11 |
| Satura |
Seltsam unbeholfen wirkte er, als er ihr den Arm verband - und sie bemühte sich, sich den Schmerz nicht anmerken zu lassen. Was in Anbetracht dessen, dass der Alkohol in der Wunde brannte, mehr als schwer war.
Leon sah sich um, ließ seinen Blick durch den dunklen Wald streifen. Auch Satura machte sich langsam Sorgen um Esteron und Lehna - beide waren verschwunden, und das getrennt voneinander. Der Templer und Gardiff hatten die Umgebung nach eventuellen übriggebliebenen Banditen durchforstet, und ließen sich jetzt wenige Meter von Leon und Satura entfernt auf den Boden fallen. "Am besten wir warten hier auf die beiden. Es wäre sinnlos, sie in diesem Wald zu suchen, so würden wir nur aneinander vorbeilaufen." meinte Satura, und Gardiff nickte erschöpft.
Die Amazone wandte sich wieder dem jungen Dieb zu. Leons Augen blitzten noch immer wütend, aber es schien nicht nur Wut zu sein, was ihn beherrschte. "Sag mal Leon, warum habe ich immer noch das Gefühl, du erzählst mir nur die halbe Wahrheit?"
Unwillkürlich strich sie ihm durch das zerwuschelte Haar, fast um ihn zu beruhigen, zuckte mit der Hand aber wieder zurück, als ihr in den Kopf schoss, dass sie nicht wirklich alleine hier waren...
Sie sah ihm in die Augen. "Sag doch, was dich so bedrückt. Ist es wegen Lehna... oder ist es wegen mir?"
|
| 15.06.2003 10:58 | #12 |
| Skeleon |
Er lächelte bitter. Satura's Berührung realisierte er kaum.
"Sag mir, wer dem Banditen dahinten die Augen ausgestochen hat und du hast den Namen."
Der junge Dieb zögerte einen Moment.
"Was deine Bedenken angeht - das ist eine Sache, die lange zurückliegt. Und dich eigentlich nicht betrifft."
Dabei beließ er es. Entweder wollte er es ihr nicht erzählen oder zumindest nicht in der Nähe von all den anderen.
Er setzte sich schweigend neben sie und blickte zwischen ihrem Gesicht und ihrer Wunde hin und her.
|
| 15.06.2003 11:20 | #13 |
| Satura |
Sie senkte ihren Blick. Sie war zu beschäftigt gewesen, junge Banditen abzuwehren, als dass sie Lehna gesehen hätte. Aber sie hatte gehört... die Schmerzensschreie, schrecklich gellende Hilferufe. Sie konnte es sich nicht wirklich vorstellen - Lehna wirkte doch so zart. Und gefährlich, dachte Satura bei sich, so wie ich es mir dachte.
Sie beschloß, nicht mehr länger nachzufragen, was Leons Reaktion ausgelöst hatte - vielleicht später, doch jetzt war er anscheinend noch nicht bereit dazu.Es war wieder der alte Fluch... nie schafften sie es, alleine zu sein. Die letzten Tage im Wald waren doch zu wenig gewesen - ob Leon sauer war, dass sie sich der Gruppe angeschlossen hatten? Allerdings wäre das die beste Möglichkeit, alles über den Kult herauszufinden - denn so subjektiv die Inquisition auch sein mochte, Satura hatte das Gefühl, dass sie diesmal wahrscheinlich nicht so Unrecht hatten, was den Kult betraf.
Ausserdem wollte sie, dass Leon sich dem stellte, was der Kult mit ihm angestellt hatte...Sie stupste ihn vorsichtig mit dem Fuß an, doch er schien es zu ignorieren. Toll. Wenn das so weitergeht...
"Du hättest jetzt zumindest die Möglichkeit nutzen können, ein bisschen mit dem Schwert zu üben." sagte die Amazone kühl, stieß sich von dem Baumstamm ab und ging zu Gardiff und Krieger hinüber, Leon einfach stehen lassend. Einmal so, dann wieder anders... aus diesem Mann sollte man einmal schlau werden. Sie war froh darüber, nicht mehr zugelassen zu haben - jetzt hätte sie es bereut.
|
| 15.06.2003 11:31 | #14 |
| Skeleon |
'Mit dem Schwert üben'.
Leon schüttelte hilflos den Kopf. Was war nur in sie gefahren? Sah sie denn nicht, dass es hier um Menschen ging und nicht nur um dummes Getier, bereit auf die Schlachtbank geführt zu werden?
Der junge Dieb ließ sich wieder auf den Felsbrocken sinken und überblickte das Schlachtfeld.
Was für Monster in Menschengestalt waren zu solcher Grausamkeit fähig?!Er hatte einen einzigen Menschen getötet - und das war ein Unfall gewesen - und diese Tat ließ ihn nicht mehr los. Und nun blickte er auf die blutigen Überreste einer Schlacht. Und die Verantwortlichen teilten sich gerade einen Sumpfkrautstängel und schienen auf ihre Tat noch stolz zu sein. Nur ein wenig besorgt um den wahren Dämon, der mit blanken Dolchen in den Wald gerannt war. Esteron bedachte der junge Dieb in diesem Moment überhaupt nicht.Leon schloss die Augen und verbarg so den Anblick der toten Banditen vor sich selbst. Seine Rechte suchte sich ihren Weg in seine Tasche, mit dem Fingerspitzen fühlte er nach dem geschliffenen, sich beinahe weich anfühlenden Erzbrocken und umschloss ihn dann mit der ganzen Faust.
Das langsame, gleichmäßige Pulsieren des magischen Metalls glich seinen aufgehitzten Puls an sich an. Langsam sank Leon's Hass zurück in die Tiefen, aus denen er gekommen war - er würde Satura die Sache erklären müssen. Aber nicht jetzt, nicht in Begleitung dieser ... dieser Mordbrenner.
Schweigend saß er mit geschlossenen Augen da und atmete tief ein und aus und versuchte die grässlichen Bilder aus seinem Geist zu verdrängen. Doch er wusste, sie wären wieder da, würde er die Augen öffnen.
Irgendetwas verlief hier ganz und gar nicht nach Plan. Und er wäre froh, wenigstens zu wissen, was. Er öffnete die Augen und stellte mit grimmiger Zufriedenheit fest, dass das Schlachtfeld dasselbe geblieben war. Er löste seine Hand von dem Erzklumpen und ging vorsichtig auf den Waldrand zu. Hier, vom Schatten aus beobachtete er die anderen der Gruppe, wie sie auf Lehna und Esteron warteten.
Satura würdigte ihn keines Blickes mehr - er konnte einfach nicht begreifen, wie sie die Dinge so völlig anders sehen konnte als er. Lag es an der Sache, die mit Saria und Isira geschehen war? Ganz bestimmt. Er lehnte sich gegen einen dick berindeten Baumstamm und spähte weiter zu der kleinen Gruppe hinüber, die Arme vor der Brust verschränkt.
|
| 15.06.2003 13:02 | #15 |
| manmouse |
Wie lange der Wanderer im Wald verbracht hatte wusste er nicht. Irgendwann waren die letzten Schreie verstummt und die abschlachterei schien vorbei zu sein, und doch hörte er sie immer noch. Ein Klagen und wimmern.
Esteron war ein Feigling gewesen, er hatte sich von seinen Gefährten entfernt. Hatte sie im Stich gelassen, weil er ein Schwächling war. Einer der nicht damit fertig wurde zu sehen wir Menschen vor seinen Augen starben. Starben durch die Hand seiner Geliebten.
Wieder stand die Zeit still. Der junge Mann sah wieder den kalten emotionslosen Blick von Lehna, spürte ihn auf seiner Haut, tiefer noch. Der Blick hatte sein innerstes berührt. Esteron sah wieder die Männer sterben. Die Überraschung und Angst in ihren Augen, wenn er jetzt zu dem Schlachtfeld zurück kehren würde wie sollte er da Lehna gegenüber treten?
Er empfand viel für sie, mehr noch er liebte sie. Das stand außer Frage. Aber der eben erlebte Moment, verlieh dem Empfinden einen faden Beigeschmack. Sie würden es schaffen, wenn er sich zusammen riss.
Mit geröteten Augen, und blass wie eine Kalkleiche, machte sich Esteron daran zu der Gruppe zurück zu kehren. Der Kampf war wirklich zuende. Satura und Leon standen nicht beieinander, irgendetwas stimmte hier gewaltig nicht. Gardiff stand vor einem Busch und redete mit Krieger der sich einen Stängel genehmigte. Nur von Lehna und den restlichen Banditen fehlte jede Spur. “ Bitte Innos, lass sie noch am Leben sein“ Voller Sorge hatte der Wanderer seinen Schritt beschleunigt und war nun endgültig aus dem Busch getreten. “ Wo ist sie? Wo ist Lehna“ keuchte er niedergeschlagen und sackte leicht zusammen vor Sorge, als sich ihm das Glühende Eisen in sein Herz bohrte. Sie musste noch Leben...
|
| 15.06.2003 13:15 | #16 |
| Satura |
Satura ignorierte Leon; sie verstand nicht, was ihn so austicken ließ. Bei ihr war er doch auch nicht so zimperlich gewesen - und er hatte sie ohne Grund töten wollen. Sie spürte die alte Wut wieder aufkommen.
Eine Sache die mich eigentlich nicht betrifft, soso. Ob ich das vielleicht selbst entscheiden darf? Sollte es immer so weitergehen, dass sie ihm alles aus der Nase ziehen konnte? Und er sich dann - so wie im Moment - beleidigt schmollend abseilte? Ein Teil in ihr verachtete ihn, befand ihn als schwach. Und der andere Teil war sauer auf ihn.
In diesem Moment taumelte Esteron aus dem Dickicht, bleich wie der Mond, und verzweifelt vor sich hin stammelnd. "Esteron!" Satura sprang auf und stürzte auf ihn zu, stützte ihn. "Bin ich froh dich zu sehen. Wir wußten nicht... wo warst du? Bist du verletzt?"
Doch der Wanderer schüttelte nur stumm den Kopf, und jetzt erst verstand die Amazone die Worte, die den Weg über seine trockenen Lippen fanden. "Wo ist Lehna?"
"Setz dich erst mal..." Mit sanftem Druck manövrierte sie ihn zu den anderen beiden, und gab ihm ihren Wasserschlauch. "Lehna... sie ist den Banditen nachgelaufen. Wir wissen nicht, wo sie ist. Wir dachten, es wäre das beste, hier zu warten, da wir nicht wussten, wo ihr seid. Trink etwas, und dann überlegen wir, was zu tun ist."
Voller Mitleid betrachtete sie Esteron; er schien verzweifelt zu sein. Gleichzeitig vermied sie es, zu Leon zu schauen, der Esteron wahrscheinlich besser verstand, als sie es sich vorstellen konnte.
|
| 15.06.2003 14:11 | #17 |
| Lehna |
Lehna saß einfach nur unter einem der Bäume, ihr Blick war ziellos ins Nichts gerichtet. Ihre Dolche lagen neben ihr im Gras, sie hatte die Klingen so gut wie möglich gesäubert. Trotzdem haftete ihnen noch immer der rötliche Schimmer des Blutes an. Sie spürte die kalte, rasiermesserscharfe Klinge ihres Schwertes an ihrem Hals. Die Waffe zitterte ein wenig, so wie ihre Hände zitterten, die sie hielten. Dennoch hatte die Berührung der Erzklinge etwas beruhigends an sich. Sie könnte es beenden, hier und jetzt, war sich selbst nicht völlig hilflos ausgeliefert...
Eine einzelne Träne glitzerte kurz in ihrem Augenwinkel, lief dann ihre Wange hinunter und tropfte auf den mit vertrockenen Tannennadeln übersähten Waldboden. Was war schon wieder mit ihr los gewesen? Sie kannte diesen Zustand viel zu gut, hasste ihn. Es waren Räuber gewesen, wahrscheinlich gewissenlose Mörder. Aber dennoch waren sie Menschen... Genau wie diese reichen Patrizier in der Stadt. Was hatte sie wieder getan? Sie wusste es selbst nicht. Sollte sie sich dafür feiern oder töten? Vielleicht hatte sie anderen das Leben geretet. Vielleicht. Doch würde sie es nie erfahren. Wäre es besser gewesen, die Banditen sofort zu töten? Ein schneller Schnitt und die Kehle war durch, keine Schmerzen mehr...Sie spürte, wie etwas warmes ihren Hals hinunterlief. Die erzklinge hatte inzwischen einen dünnen Schnitt verursacht. Mit einiger Überwindung brachte sie sich selbst dazu, die Waffe ein kleines Stück von ihrem Hals zu entfernen.Vielleicht war es doch besser, wenn sie einfach Schluss machte. Besser für sie selbst, besser für Esteron. Esteron...
Sie schloss die Augen und schluchzte leise. Esteron. Es musste für ihn schlimmer gewesen sein als tausend Schwerter. Würde sie ihm jemals wieder in die Augen sehen können? Das letzte Mal hatte sie es ihm nur erzählt, aber was waren schon Worte im Vergleich zu dem, was man sah? Würde er sie überhaupt noch sehen wollen?
Sie hatte Angst, Angst vor dem Ungewissen. Sie wollte seine Reaktion garnicht erleben. Was sollte er noch mit ihr anfangen? Er würde sie verstoßen. Und sie würde wieder allein sein...
Nein, das konnte sie nicht. Das würde sie nicht schaffen. Ihre Hände umklammerten den Griff ihres Schwertes wie im Krampf, die Klinge rückte wieder ein Stück näher an ihren Hals. Ein Ruck, alles wäre vorbei. Aber es wäre feige...
Sie wollte vor sich selbst weglaufen, doch wohin? War das überhaupt eine Lösung?
Sie ließ ihr Schwert sinken. Nein, das war keine Lösung. Woher wollte sie wissen, was Esteron tun würde, oder die anderen? Umbringen konnte sie sich später auch noch. Aber nicht, bevor sie sich nicht dem gestellt hatte, was sie am meisten fürchtete - ihren eigenen Taten. Woher kam diese dunkle Seite in ihr überhaupt? War es ihre Ausbildung? Ihr Leben? Sie hasste Leute wie es diese Banditen waren, obwohl sie ihnen ihre Taten nicht übelnehmen konnte. Dennoch hasste sie sie. Genau wie sie sich selbst hasste...
Sie schüttelte langsam den Kopf. Ihre Gedanken wurden mal wieder ziemlich wirr. Aber war dies alles hier nicht wirr?
Lehna rappelte sich langsam auf, ihre Beine wollten ihr zunächst nicht so ganz gehorchen. Sie sammelte ihre Waffen ein und trottete den Weg zurück, den sie gelaufen war, als auch die Banditen die Flucht ergriffen hatten.Sie bog einen Ast zurück. Da waren sie. Saßen auf der Lichtung und warteten. Und auch die verletzten Banditen waren hier. Lehna schloss die Augen und schluckte. Die anderen dürften sie inzwischen bemerkt haben. Aber wie sollte sie ihnen etwas erklären, das sie selbst nicht erklären konnte? Angst schnürte ihr die Kehle zu, die Angst vor dem was kommen würde. Davor, das Esteron und die anderen sie wieder allein lassen würden. Eientlich hätte sie es auch garnicht anders verdient...
|
| 15.06.2003 14:44 | #18 |
| Waldläufer |
Mit finsterem Blick erhob sich der Waldstreicher aus dem Kreis der Geschockten und Angeekelten. Es hatte keinen Sinn hier rum zusitzen. Nach dem er sich seines Reisebündels entledigt hatte machte sich der junge Bursche daran die Leichen der Banditen auf einen Haufen zustapelt. Einige von ihnen sahen dermaßen brutal und unmenschlich zugerichtet aus das sich eine finstere Mine von Unverständnis und Missbilligung auf das junge Gesicht des Einhandlehrmeisters legte. Er würde mit Lehna ein ernstes Wörtchen zureden haben wenn sie wieder zu ihnen zurück gefunden hatte. Ihm missfiel die Art mit der das Mädchen ihre Fähigkeiten nutzte. Er selber hatte während des Überfalls keinen der Banditen das Leben genommen. Einen ihrer Kameraden hatten die Wegelagerer selbst auf dem Gewissen und diese Zwei lagen verschnürt und noch bewusstlos an einen Baum gelehnt. Die Kadaver der Männer fingen langsam an zu stinken da sich beim erschlaffen des Körpers Blase und Darm entleerten und Gardiff sah zu der er die Arbeit hinter sich brachte. Er würde den Leichenhaufen anbrennen da war er sich sicher nur würde er damit warten bis sie weiter zogen da man die aufsteigende Rauchsäule weit hin sehen würde.
Gerade schleifte der junge Vagabund die letzte, eine arg zerschnittene Leiche zum Haufen als er Lehna durch die Büsche langsam näher kommen sah. Sie wirkte fertig mit sich und der Welt und Gardiff war sich sicher dass der Schnitt an ihrem Hals nicht von einem der fliehenden Banditen verursacht worden war. Sie hatte sich wieder versucht umzubringen dessen war er sich sicher und das Unverständnis in dem Waldstreicher wuchs. Erst wild wie eine Furie zwischen den Feinden wüten und dann sich selber dafür umbringen wollen. Mit einem verständnislosen Kopf schütteln ließ sich der Waldstreicher wieder bei der Gruppe auf einer Baumwurzel nieder. Lehna musst sich endlich unter Kontrolle zu bekommen da sie so eher krank wirkte und in zivilisierteren Gegenden als Gorthar schnell durch so einen Vorfall Schwierigkeiten hätte doch darüber würde er mit ihr reden wenn sie sich wieder beruhigt hatte. Stattdessen wand sich Gardiff an den jungen Mann namens Leon welcher Lehna mit unverhohlener Abscheu musterte. „Ich habe vorhin gesehen wie ihr eure Begleiterin verbunden habt, könntet ihr euch um den Erblindeten Kümmern und ihm ein Tuch oder so was um seine Augen binden?“ Bei diesen Worten langte der Barde nach einem Recht robusten und halbwegs geraden Stock und drückte ihn Leon in die Hand. „Hier und das gebt ihm auch er wird ihn brauchen.“
|
| 15.06.2003 14:53 | #19 |
| Todesfürst |
In Prix Lager
Langsam öffnete er die Augen und sah sich um. Wo war er? Was hatte er hier zu suchen? Dann kamen seine Gedanken langsam wieder zurück, er erinnerte sich wieder an gestern, was geschehen war. Er war beim Jäger Prix und hatte in einem seiner Zelte geschlafen. Er hatte beschloßen eine Weile bei ihm zu bleiben und so sollte es sein.
Langsam erhob er sich und stieg aus seiner Matratze hoch. Eigentlich war das gar nicht so unbequem, wie er gedacht hatte. Er legte langsam seine Rüstung und den Rest seiner Ausrüstung an und platzierte dann die beiden Dolche an den Stiefeln. Prix Vermutung hatte sich nicht bewahrheitet, in der Nacht waren keine Viecher im Lager, zumindest machten sie sich nicht bemerkbar.
Als er alles hatte, verließ er das Zelt und trat nach draussen. Die Sonne schien schon wieder und hatte einen schönen Regenbogen gebildet. Der nasse Wasserdampf war hochgestiegen und so konnte man den Bogen erkennen. Schöne Farben zeigten sich in allen bekannten Farben und zauberten gleich die richtige Stimmung zu ihm. Dann blickte er zu Prix, der schon fleißig arbeitete.
"Was machst du da?"
"Ich konserviere das Fleisch von dem Vieh, das kann man noch gut essen oder verkaufen aber wenn man es lange liegen lässt schmeckt es nicht mehr oder die Insekten machen sich am Kadaver zu schaffen."
Das hatte er gemerkt als er neulich an dem Scavengerkadaver vorbei ging aber Prix schien was Jadtfragen anging immer eine Antwort zu haben auch wenn man gar keine Frage hatte. Ja, sie konnten gegenseitg voneinander profitieren.
Als er fertig war, hatte der Molerat fast kein Fleisch mehr, allerdings war noch genug dran. Prix ging zu seinem Gegenüber und forderte ihn auf, ihm beim tragen des Kadavers zu helfen. Überrascht packte der Gildenlose mit an und trug zusammen mit dem Jäger das Ding Richtung Wald. Hinter einem Busch ließen sie es dann nieder. Wieder schaute er Prix fragend an und der wusste die Antwort ohne die Frage.
"Das machen wir, damit der Gestank des Verwesens vom Lager fernbleibt, das lockt Tiere an, Aasfresser. Außerdem geben wir der Natur so etwas zurück und die Tiere können sich selbst noch etwas bedienen, so bleibt der natürliche Kreislauf erhalten. So und jetzt mach dich fertig wir gehen auf Jagd!""Jagd? Auf was?"
"Ich brauche noch 3 Blutfliegenstachel und vorallem brauch ich noch das Leder von 2 Khaganen."
"Hm, sind die Viecher nicht so gefährlich?"
"Ja, aber wenn man Glück hat überlebt man's, hehe"
Zusammen verschwanden sie dann Richtung Waldesinnere und machten sich auf die Suche nach den gesuchten Viechern.
|
| 15.06.2003 15:21 | #20 |
| Skeleon |
Der junge Dieb blickte ihn einen Augenblick verwirrt an, dann fiel sein Blick auf die Stofffetzen, die er noch immer in der Hand hielt. Mit der anderen nahm er den Stock entgegen und stapfte dann zu dem Mann hinüber, der sich inzwischen an einem nahen Felsbrocken hochgezogen und ein wenig aufgerichtet hatte.Sein Gesicht war schmerzverzerrt und er wimmerte leise vor sich hin. Undeutlich vernahm Leon beim Näherkommen: "Meine Augen ... ich kann nichts sehen ... was ist ..."
Der junge Dieb wandte den Blick ab um ihm nicht weiter in's Gesicht sehen zu müssen. Er würde für immer blind sein.
Leon griff den Mann bei der Hand, der erschrocken zurück fuhr. Der junge Dieb führte dessen Rechte jedoch zu seiner Schulter und gebot ihm, sich aufzustützen."Was ist ... wer bist du ..."
Der Mann stand unter Schock - um so besser für ihn, es würde ihm bald noch gehörig dreckiger gehen, dachte Leon halb angeekelt, halb mitleidig. Ohne ein weiteres Wort wickelte er dem Blinden die Stofffetzen rund um den Kopf und verdeckte so die blutigen Augenhöhlen - er würde sie ohnehin nie wieder gebrauchen können, dachte er.
Dann gab er ihm noch den schweren Stock in die andre Hand und half ihm, sich weiter aufzurichten.
Während der ganzen Zeit murmelte der Bandit wirr vor sich hin, bis Leon das Wort an ihn richtete:
"Woran erinnerst du dich?"
Der Mann reagierte fast freudig auf diese Frage, endlich eine Stimme, endlich etwas, was er vernehmen und festhalten konnte.
"Eine ... eine junge Frau. Schmerz. Schwärze." brachte er mit etwas Mühe heraus, langsam aber deutlich.
Leon nickte - was dem Mann nicht wirklich weiterhalf. Schließlich sagte er:"Sie hat dich geblendet. Die meisten deiner Bande sind tot - du hattest noch Glück."
Mit einem Mal verfinsterte sich der Gesichtsausdruck des Mannes."Blind?"
Leon nickte knapp. Er hätte fast gegrinst - das hätte der andere auch nicht realisiert, trotzdem unterdrückte er es - und fügte noch ein "Ja" hinzu.Der Bandit sog scharf die Luft ein.
"Macht, dass ihr hier weg kommt." schrie er Leon unvermittelt an. "Ich werde meine Kameraden finden und dann werden wir euch suchen, euch finden und töten! Die kleine Hexe wird damit nicht davonkommen!"
"Führ' dich hier nicht so auf. Pass' lieber auf, dass du nicht vom Weg abkommst. Du bist jetzt auf dich allein gestellt - Kamerad. Viel Glück."Der Bandit zeterte noch einen Moment, dann bemerkte er, dass Leon bereits außerhalb seiner Stockprügelreichweite war. Leise fluchend fügte er sich in sein Schicksal. Mit dem Stock tastete er sich vom Waldweg entlang durch sanften Abhang in den Wald davon. Schien als wolle er seine Drohung wahr machen und andere Überlebende seiner Bande finden.
Leon war das egal - der Bandit würde Stunden brauchen, bis zum Lager zurückzufinden, egal wie nahe es lag. Falls er es überhaupt je schaffte. Und wieviele andere Banditen noch am Leben waren wusste der junge Dieb nicht - und wollte es gar nicht wissen.
Er trottete hinüber zu den anderen, warf Lehna noch einen Blick zu, mit dem ein Exorzist sein nächstes, dämonisches Opfer begutachten würde und richtete sein Wort an Gardiff.
"Bin zwar nicht in Medizin bewandert ..." er blickte kurz zu Satura "... aber was ich gesehen habe - sehen musste - lässt mich zweifeln, dass er je wieder sehen kann. Wie auch, ohne Augen."
Er zischte die Worte fast.
"In jedem Fall dürfte von ihm keine Gefahr ausgehen - wenn wir bald weitermarschieren."
Der junge Dieb blickte zu den beiden Gefesselten an dem Baum. Noch ein paar weitere Banditen waren ohnmächtig und an Baumstümpfe gebunden worden - unter anderem der, den Satura mit dem Wurfmesser und die beiden, die Leon mit dem Knüppel erwischt hatten.
"Was wird aus denen? Sollen wir sie nicht losbinden, ehe wir uns verziehen? So wie die aussehen sind sie für die nächste Zeit sowieso ausgeschaltet."
|
| 15.06.2003 15:38 | #21 |
| Krieger-BP |
Krieger hockte vor einem Toten und entnahm ihm den Köcher, der immer noch am Rücken heftete. Ein schneller Tod hatte ihn ereilt. Er war nicht mal im Stande gewesen 2 seiner kostbaren Pfeile zu verballern. Auf jeden Fall wechselte die hölzerne Ware gerade den Besitzer. „Wozu braucht ein Toter den noch seine Pfeile?“
Kriegers Köcher füllte sich. Ein Stängel trat aus der Tasche hervor, schnipste in den Mund des Templers und entzündete sich sogleich. Ruhig lehnte er sich gegen einen Baum und beobachtet was von statten ging. Gardiff war mal wieder Herr der Lage. Ohne jegliche Anzeichen von Übelkeit, packte er die Toten, warf sie auf einen Haufen und verbrannte sie. Der junge Mann, ich glaube Leon war sein Name, vergnügte sich mit einem Blinden. Bösartig hoch zehn kam es Krieger vor. Wieso lässt man ihm noch am Leben, wenn ihm im Jenseits das Paradies erwartet? „Hey Leon, wenn wir ihn nicht töten, wird ihn der nächst beste Schattenläufer den Gar aus machen und das sicher nicht so zart wie wir!“, rief er dem Dieb zu. Langsamen schritt er auf den geschändete Mann zu, riss ihm wieder den Verband vom Kopf und drehte das geblendete Gesicht brutal auf Leon. Dann fragte er in die Runde, „wolltet ihr so leben?“
|
| 15.06.2003 15:52 | #22 |
| Skeleon |
Der junge Dieb wandte sich angewidert ab.
Hatte der Kerl sich den Verstand weggequalmt?!
Der verwundete Bandit ächzte, die Mullbinde, die an seiner Haut geklebt hatte war brutal abgerissen worden und allmählich gewannen die Schmerzen über den Schock die Oberhand.
"Du willst ihn umbringen?! Bist du nicht ganz bei Verstand??"Doch der Templer hielt daran fest - Paradies - das hieß für ihn wohl soviel wie ein Harem schöner Frauen um sich zu haben, die ihm am laufenden Band Sumpfkrautstängel drehten.
Der junge Dieb sah ihn wütend an - hatte er es doch gewusst, Lehna war nicht die einzige Bestie hier.
Mit einem Scharren zog er den kurzen Parierdolch aus seinem Gürtel."Wenn er das will, soll er es selber machen! Wir werden hier nicht zu Mördern, klar? Wir werden nicht festlegen, ob er es noch wert ist zu leben!!"Er wirbelte den Dolch um die eigene Achse, hielt ihn jetzt an der Spitze und bot den Griff dem Blinden an.
Dabei hielt er seinen Blick von dessen Gesicht abgewandt.
"Entscheide du."
Der Mann stammelte etwas und umfasste langsam den Dolchgriff.Plötzlich huschte ein böses Grinsen über sein Gesicht.
Mit einem Mal stürzte er vor und stach in die Luft - nur um mitten in der Bewegung inne zu halten.
Er senkte den Arm und versuchte sich wieder zu orientieren, den Stock in der einen, den Dolch in der anderen Hand. Er war uneins mit sich. Ein Gefühl, das Leon zur Genüge kannte inzwischen.
|
| 15.06.2003 16:04 | #23 |
| Satura |
Satura hatte die Situation lange genug nur beobachtet; wortlos erhob sie sich, schob Leon beiseite und warf Krieger einen vernichtenden Blick zu, ehe sie sich an den Blinden wandte. "Geh, Bandit. Entscheide über dein Leben, oder deinen Tod. Aber verschwinde endlich, eh du es bereust."
Dann wandte sie sich an Krieger. "Was sollte das eben? Hast du noch zu wenig Blut gesehen? Hilf lieber, das Schlamassel in Grenzen zu halten, und heb dir deine Kraft für die Inquisition auf, statt sie an einen blinden Strauchdieb zu verschwenden. Er ist selbst schuld, dass er uns angegriffen hat, aber mach du dich nicht an ihm schuldig."
Sie ahnte, dass sie sich dadurch keinen neuen Freund geschaffen hatte, doch das nahm sie in Kauf. Sie hatten noch viel vor sich, was ihre Kraft benötigte."Lasst uns die Überreste dieses schändlichen Blutbades beseitigen, und dann entweder weiter ziehen oder aber ein Lager für die Nacht aufschlagen."Keiner in der Runde schien den harten Worten der Amazone dem Templer gegenüber etwas entgegnen zu wollen, so wandte Satura sich Leon zu.
"Geht es dir auch gut?" Ihre Worte klangen kühl, obwohl sie sie ehrlich meinte. Es war wohl alles ein bisschen viel für ihn gewesen... und er warf noch immer argwöhnische Seitenblicke zu Lehna.
|
| 15.06.2003 16:06 | #24 |
| manmouse |
Am selben Ort und doch nicht da ...
Dankend und mit einem müden Lächeln hatte sich Esteron von Satura “auffangen“ lassen. Es war jetzt das zweite mal, das sie ihm half. Sie war komischerweise immer dann anwesend, wenn es dem Wanderer nicht gut zu gehen schien. Hoffentlich würde sie sich diesmal nicht wieder einfach so davon stehlen ohne das er sich bei ihr bedanken konnte.
Langsam wurden die “Spuren“ des Kampfes beseitigt als plötzlich Lehna auftauchte. Der Wanderer blickte fast schon ängstlich in ihre Richtung. Womöglich hatte sie allen das Leben gerettet.
Sie erwiderte seinen Blick nicht, und doch waren sie beide gefangen in einer Art Kuppel. Sie waren allein, als sich ihre Blicke endlich trafen. Die anderen Gefährten verschwammen zu Schemenhaften Gestalten und waren nichtig, nicht mehr bei ihnen.
Zögernd richtete sich der junge Mann auf, trat einen Schritt vor. Tränen sammelten sich in seinen blauen Augen und rannen langsam, und heiß an seinen bärtigen Wangen herab.
Sie lebte! Bei Innos sie lebte.
Der Wanderer öffnete seine Arme und ging mit einem zaghaften Lächeln auf seinem Gesicht auf sie zu.
Er fühlte keinen Ekel. Keine Angst. Keinen Zorn.
“ Lehna. Du lebst. “ sagte er, mit einem leisem Seufzer. Mit beiden Händen umfasste er ihr Gesicht und küsste es. Strich ihr liebvoll durch ihre braunen Locken und sah sie mit verweinten Augen an.
|
| 15.06.2003 16:33 | #25 |
| Lehna |
Im ersten Moment wusste Lehna nicht, wie sie reagieren sollte. Irgendwie war sie auf alles gefasst gewesen, aber nicht auf das, was sie sich am meisten erhofft hatte. Sie hatte es wohl nicht für möglich gehalten...
So blieb sie zunächst einfach nur stehen und sah Esteron mit großen Augen an. Interessierte es ihn überhaupt nicht, was eben passiert war? Nur das sie noch lebte? Irgendwie... sonderbar...
Sie schluckte, hob ihre leicht zitternden Hände. Dann ließ sie sich einfach nach vorn fallen, Esteron fing sie auf, sie schlang ihre Arme um seinen Hals, klammerte sich hilfesuchend an ihn. Ihre Finger krallten sich in die Ösen seines Kettenhemdes, sie drückte sich schluchzend an ihn, als wollte sie ihn nie wieder loslassen. Man könnte meinen, sie hätten sich seit ein paar Jahrzehnten nicht gesehen.
Ihr Körper bebte, Tränen kullerten ihre Wangen hinab.
"Esteron... Ich weiß nicht, was..."
Ihre Worte waren kaum zu verstehen, gingen schließlich in einem hilflosen Schluchzen unter...
|
| 15.06.2003 16:35 | #26 |
| Krieger-BP |
Krieger nickte Leon zu. „Gute Idee! Wenn er fletschende Zähne vor sich hört, wird er sich bestimmt überlegen, ob er sich oder das Biest mit dem Dolch angreift!“
Der Templer ließ den Banditen daraufhin aus der Mangel und gab ihn einen Klaps auf den Po, „lauf, lauf in dein Verderben mein Junge!“ Krieger musste lachen. Der Bandit war über einen Stein geflogen und nun zierten der porösen Bodendreck das Gesicht. Der Blinde spuckte und versuchte mit den Fingern den Dreck von der Zunge zu putzen. Leider waren auch seine Finger dreckig. „Seht ihr! Das meine ich.“, gab Krieger noch von sich.
„Komm, ich helf dir auf!“, lachte Krieger, zog den Geschändeten nach oben und schubste ihn fort. „Tschüßi!“ Der Bandit sprach gar nichts. Er schien in seiner Würde zu tiefst verletzt zu sein. Hatte er ja auch verdient.
Nach diesem kleinen lustigen Schauspiel wurden die Aufräumarbeiten fort gesetzt. Krieger wusch seine blutigen Hände, wollte er ja keine Geruchsspuren für die bösen Kreaturen hinterlassen, dann säuberte er sein Schwert. „Wollen wir weitergehen? Ich hab irgendwie keine Lust zu schlafen!“, fragte Krieger die Runde und zündete sich einen weiteren Stängel an. „Ach ja, will jemand nen Stängel?“
|
| 15.06.2003 16:53 | #27 |
| Todesfürst |
In der Nähe des Schlachtfeldes
Die beiden schlichen durch die Wälder, immer die Waffen im Anschlag. Sie suchten etwas, doch sie wurden gefunden.
Es raschelte zwischen den Sträuchern und Stiefelschritte waren zu hören. Etwas näherte sich, ziemlich schnell und ohne Rücksicht darauf bemerkt zu werden. Der Jäger kletterte rasch auf einen Baum und spähte nach vorne. Er sah etwas auf sie zu kommen, es war ein Mann der ohne Rücksicht vor etwas wegzurennen schien.
"Und? Was siehst du?"
"Ein Mann, scheint vor etwas wegzurennen"
"Ein Tier?"
"Keine Ahnung, ich weiß nicht, ich seh nichts"
"Hm, bleib mal da oben ich werde mich mal drum kümern. Wenn doch was kommt, rufst du mich."
"Ok aber pass auf, sieht aus wie ein Bandit, ich hol mal meinen Bogen raus."
Langsam raschelten auch die Büsche vor dem wartenden Mann und der Flüchtende kam auf ihn zu. Hektisch wollte er vorbei, er nahm ihn gar nicht war, doch der Mann hielt ihn am Arm fest. Auf einmal realisierte er, dass er nicht weiter kam und zerrte erschrocken an dem Arm des Mannes. Der Gildenlose blickte in sein Gesicht, es war voller Angst, Schweiß und Verzweiflung. Es war, als ob er den Tod gesehen hatte, oder etwas viel schlimmeres. Er war noch jung, keine achtzehn Jahre und wirkte frisch und gut in Form. Er trug eine leichte Rüstung aus Schaffswolle, die mit Leder verbessert war, aber sonst fiel nichts an ihm auf. Doch etwas fiel auf. Er trug keine Waffe. Keuchend blickte er ihn an, seine Augen waren tot, nein das war nicht das richtige Wort, sie waren ängstlich. Diesem Mann musste etwas schreckliches passiert sein und das zu erfahren war nun seine Aufgabe. Der Fürst schaute kurz zu Prix herauf und gab ihm das Zeichen, dass er weiterhin spähen sollte.
"Halte Ausschau, etwas schreckliches muss in den Wäldern sein Unwesen treiben und ich will diesem etwas nicht begegnen."
"Hm"
Dann wandte er sich zu dem Mann der jetzt anfing zu zittern, es war wie ein lebendes Beispiel für Angst.
"Nun mein Freund, egal was euch wiederfahren ist, hier seit ihr sicher. Doch sagt mir, kann ich etwas für euch tun? Einen Schluck Wasser? Oder was zu futtern?"
"........."
"Nein? Dann vielleicht was anderes?"
"........."
"Jetzt sagt schon, wenn ihr nichts sagt, kann ich euch auch nicht helfen" Der Mann blickte mit einem leeren Blick durch die Gegend, dann fing er langsam an zu reden, doch was er sagte, klang nicht gut...
"Wir.......wir wollten eine Gruppe überfallen, ein-eine Gruppe von Menschen, es waren Fünf oder Sechs vielleicht Sieben, ich weiß es nicht.""Also ihr seid Bandit und wolltet die Leute überfallen. Wer ist wir und was geschah dann?"
"Na wir sind-waren eine Gruppe, Acht Leute und naja, wir hatten sie auf eine kleine Lichtung gelockt, da haben wir angegriffen. Aber wir wollten sie nicht töten, nur überfallen, sonst nichts, ihr müsst mir glauben.""Ich glaube euch ja, doch erzählt, warum seid ihr allein und wieso habt ihr den Tod in eurem Blick?"
"Wa-Warum? Wo sie sind? hehehhee, sie sind alle tot oder zerstreut, die meisten wurden wohl von dieser Schlächterin getötet!"
"Hm, sagt, war unter der Gruppe ein Mann mit einer Miecrawlerrüstung und so ein ungehobelter Kerl, naja schwer zu beschreiben, ah ja jetzt hab ich's, so ein Kerl mit nem Kettenhemd mit ner Frau?"
"Jaja, genau die warn's aber es waren noch mehr bei ihnen."
"Gut und was geschah dann?"
"Nun, unser Anführer wurde von einer Frau gefangen genommen...." Der Mann zitterte bei dem Gedanken an die Frau und wollte gar nicht weiterreden doch dann konnte er es doch. Der Fürst fragte sich, ob es tatsächlich die Frau war, die er deutlich vor seinem Gesicht sah. Sollte diese Frau der Grund für den Mann sein zu zittern?
"....dann, dann ging es auf einmal los, unser Anführer wurde von der Frau niedergeschlagen und dann began die grauenhafte Scene."
"Sprecht weiter, was passierte."
"Ich, ich...kann nicht"
"Doch ihr könnt, ihr seid sicher, schaut nach oben, Prix hält Wache, hier kommt niemand in einem Umkreis von 500 Metern ran"
"Es, es war so grauenhaft, dieses Monster schlitzte sich mit ihren Dolchen durch die Reihen, zuerst riß sie einem den ganzen Oberschenkel und die Schulter auf, dann verlor ein anderer sein Augenlicht durch die Waffen. Mehr konnte ich nicht sehen, da ich auch angegriffen wurde, aber es war schrecklich. Gerade als ich kämpfte wurde ich von der anderen aufgefordert zu verschwinden, gerade als sich die Schlächterin weiter durch die Reihen metzelte."
"Andere?"
"Ja die andere Frau mit der ich kämpfte"
"Also waren es zwei?"
"Ja ich glaube schon aber ich weiß es nicht."
"Gut danke, hier nehm einen Schluck. Prix, wir bringen den Mann in euer Lager, er steht unter Schock, er muss in Sicherheit gebracht werden.""Habt ihr etwas erfahren können."
"Ja etwas sehr interessantes, das bringt die Situation aus den Fugen, ich muss diese Gruppe finden, ihr könnt mich begleiten, nein ich bitte euch darum. Aber zuerst muss dieser Bandit in Sicherheit gebracht werden."
"Bandit..."
"Nun kommt schon!"
"Na gut"
Die beiden nahmen den völlig entrüsteten Mann unter die Arme und schleppten ihn in Prix Lager, legten ihn auf eine Bank und ließen ihn allein.
"Hier seit ihr sicher, das Lager ist gut geschützt. Bleibt hier und euch wird nichts passieren, wir reden später."
Die beiden machten sich nun wieder auf in die Richtung des Waldes zu laufen. Ihr altes Ziel hieß Blutfliegen und Khagane, ihr neues Ziel hieß nun diese Bestie zu finden. Doch es war nicht klar ob es die selbe Person war, die er beobachtet hatte, die Person, die Küsse an ihren Geliebten verteilte, doch es schien fast so. War er mit einer Bestie, mit einem Dämon gereist? Er würde es herausfinden.
|
| 15.06.2003 16:59 | #28 |
| Waldläufer |
Anderswo, ein wenig abseits von einem chaotischen Haufen von humanen Leben...„Die Gruppe versteht sich doch prächtig, einer fauchte den anderen an, andere lagen sich heulend in den Armen.“ grummelte Gardiff, welcher etwas abseits des Geschehens hockte und krampfhaft in seinem Futterbeutel nach etwas Essbaren suchte. „Arg ... nix mehr drin.“ stellte der Barde enttäuscht fest als er das Säckchen umdrehte und nur einpaar Brotkrümel in seine Hand fielen, keine nahrhafte Mahlzeit.
Die Krümel mit dem Finger von der Handfläche in den Mund befördernd sah Gardiff dem blinden Banditen nach. Er hatte in seinem Leben schon einige blinder Leute gesehen. Einige alt und weise, andere jung und unterhaltsam und ein was hatten alle gleich gehabt. Sie hatten sich alle mit ihrem Stab oder mit was sie sich orientierten gut verteidigen können. Es war lediglich eine Sache der Gewöhnung und der Übung hatte ein junger blinder Mann ihm mal erklärt. Insgeheim gewunderte der junge Bursche den Blinden von damals immer noch. Hätte dieser nicht den gläsernen Blick gehabt und wären seine Augen nicht unnormal starr gewesen so hätte man ihn nicht für blind gehalten......
Ungeduldige Rufe rüttelten den Barden aus seinen Erinnerungen. Die Gruppe wollte weiter , zumindest Krieger, und Gardiff stimmte mit dem Templer überein. Hier zu nächtigen wäre das makaberste was sich der Gildenlose zur Zeit vorstellen konnte und so raffte er sich auf und schulterte sein Bündel. Doch bei dem Blick zu Esteron und Lehna war er fast schon wieder dazu geneigt sich nieder zu lassen. Die zwei würden sicher noch ein paar Minuten (wenn nicht gar Stunden) brauchen....
|
| 15.06.2003 17:18 | #29 |
| manmouse |
Der Wanderer blickte starr in den Wald, während sie sich an ihn lehnte und einfach nur am ende war. Esteron fühlte sich so hilflos und ebenso verstört. Bei allem was geschehen war, er konnte ihr keinen Vorwurf machen. Wie auch. Sie hatte ihn gewarnt. Sie hatten ihm von ihrer dunklen Seite erzählt. Davon, das sie schon vielen Unschuldigen das Leben genommen hatte.Und doch war es jetzt anders. Er hatte mit eigenen Augen mit ansehen müssen, wie sie die Männer abgeschlachtet hatte.
Er war dieses mal dabei gewesen.
An ihren Händen klebte das Blut. Das Blut das sich der Dämon in ihr geholt hatte. Das Blut, nach dem sie wohl länger gedürstet hatte. Noch immer brannte der kalte Blick von ihr auf seiner Seele. Dem Blick, den er während des Massakers nicht standhalten konnte. Und doch liebte er sie.
“ Sag nichts, Lehna.“
Esteron drückte die junge Frau noch fester an sich. Er lächelte verbittert. Er war selbst ein seelisches Wrack. Und sie hatten sich beide geschworen, es gemeinsam zu bestehen. Alles!
Mittlerweile hatte es zu regnen begonnen. Das Gewitter, das sich vor dem Kampf grollend angekündigt hatte, ergoss sich nun brachial über die Gruppe. Der warme Regen spülte das Blut des Schlachtfeldes in den Boden. Obwohl er vollkommen ungelegen kam, tat er gut. Esteron fühlte sich fast so, als wenn jede Last von ihm abgewaschen wurde.
Er lockerte die Umarmung um Lehna sah sie aufmunternd an und küsste sie auf die Regennasse Stirn und kehrte dann mit ihr zu den anderen zurück.
Es wurde zeit, dem Unheil den Rücken zu kehren.
|
| 15.06.2003 17:31 | #30 |
| Skeleon |
Leon blickte den Templer zornig an.
Der Kerl machte sich eine Freude daraus, den Blinden noch zu verspotten und in den Dreck zu stoßen. Kopfschüttelnd wandte er sich ab und wollte sich verziehen, als er von Satura aufgehalten wurde.
"Geht es dir auch gut?" fragte sie kühl, aber irgendetwas in ihrem Blick glich den unfreundlichen Ton aus.
Frostiger als geplant erwiderte er: "Sicher, alles in Ordnung. Was könnte schon nicht in Ordnung sein?!"
Es klang wie das Zischen einer Schlange, selbst in seinen Ohren, und so fügte er noch etwas entkräftend hinzu: "Es ... es geht schon."
Seine Blicke wanderten zu dem lodernden Leichenhaufen, den Gardiff währenddessen entfacht hatte.
"Können wir nicht einfach weg von hier?"
"Wir sollten erstmal wissen, wohin." warf der Waldstreicher ein.Satura nickte zwar, wandte sich aber dann einem der gefesselten Banditen zu. Er war noch bewusstlos, darum schüttelte sie ihn erst und als das nichts half goss sie ihm etwas Wasser aus dem letzten Lederschlauch ins Gesicht.Prustend öffnete der Mann die Augen. Einige blaue Flecke zierten seinen Oberarm und sein Gesicht - wo er einige Prügel eingesteckt hatte.
Im nächsten Augenblick vernahm die kleine Gruppe ein lautes Krachen - ein heller Blitz zuckte quer über den Himmel und der Donner durchschnitt die Stille des Waldes um sie herum. Im nächsten Augenblick begann es wie aus Waschzubern zu regnen. Satura blickte etwas entnervt auf den Wasserschlauch - die anderen Banditen würden in Kürze auch munter sein.
Dann wandte sich die Amazone dem Banditen vor sich zu.
"Was gibt's, Süße?"
Der Bandit lächelte herausfordernd, aber Satura ignorierte das."Wir suchen die Inquisition."
Er blickte sie nur verständnislos an.
"Die Inquisition. Die Hexenjäger."
Plötzlich schien ihm ein Licht aufzugehen.
"Ahh, die Spinner. Okay, und was soll ich damit?"
"Hast du sie gesehen."
"Was krieg ich dafür?"
"Du bleibst am Leben."
"Das reicht nicht, gib mir einen Kuss, Kleine."
Er grinste dreckig und bleckte die Zähne.
Satura schüttelte stumm den Kopf und wiederholte ihr 'Angebot'. War zwar ein Bluff, aber das konnte der Räuber ja nicht wissen.
Der Mann legte den Kopf schief, sah sie dann übertrieben traurig an und nickte schließlich.
"Okay ... ich sag' dir was ich weiß, wenn du mich losschneidest.""Das kann ich nicht."
Er fluchte.
"Warum sollte ich es dir dann erzählen?"
"Um am Leben zu bleiben."
"Ich werde hier elendig verhungern, wenn du mich nicht losschneidest, wo ist der Unterschied?"
"Einer von euch ist frei - wenn er wieder hierherfindet kann er euch losschneiden." Falls er hierherfindet dachte sie.
Schließlich lenkte der Bandit ein.
"Also gut. Ich hoffe du verarscht mich nicht, Weib. Meine Kameraden und ich lagen vor ein paar Tagen an anderer Stelle auf der Lauer - da haben wir sie vorbeimarschieren sehen. Wir haben es nicht gewagt, sie anzugreifen. Ich kann dir beschreiben, wohin sie gegangen sind, wenn du willst ..."Satura nickte stumm und wischte sich ärgerlich eine nasse Strähne aus der Stirn."Ein paar Meilen weiter diesen Weg entlang." Er nickte mit dem Kopf in die Richtung, in die sie schon vorher marschiert waren.
"Nach einer Weile kommt ihr an einen Fluss aus den Bergen, verlasst dort den Pfad und folgt dem Wasser bis ihr linker Hand ein Trogtal sehen könnt. Ist ziemlich überwuchert, aber von oben aus gut zu erkennen. Ganz in der Nähe türmen sich ein paar Felsbrocken auf, sollte also nicht so schwer zu finden sein. Bis dahin haben unsere Späher sie verfolgt, aber dann haben wir sie aus den Augen verloren ..."
Er grinste.
"Ich habe meinen Teil eingehalten und euch bestimmt nicht belogen. Wie wär's da mit einem Bonus?"
Er schloss die Augen und formte einen Kussmund.
Satura wandte sich ohne ein weiteres Wort ab.
"Mehr als ihm zu glauben bleibt uns wohl nicht übrig. Gehen wir?"Sie blickte zwischen Gardiff, Leon, Krieger und dann Esteron und Lehna hin und her, die sich noch immer in den Armen hielten.
|
| 15.06.2003 17:46 | #31 |
| Todesfürst |
In der Nähe.....
Mit Krachen und Knacksen huschten sie durch den Wald, und machten es möglichen Feinden so leicht sie aufzuspüren, doch sie fürchteten keine Feinde, denn Banditen hatte es wohl hier für eine Zeit lang gegeben, aber in letzter Zeit wurden sie ziemlich dezimiert. Bald waren sie nun wieder an der Stelle, wo sie den Banditen aufgegriffen hatten. Nun hieß es vorsichtig sein, schließlich wollten sie nur spähen und nicht kämpfen. Plötzlich kam Prix zu seinem Begleiter und flüsterte leise.
"Sag mal, was suchen wir eigentlich?"
"Einen Schlächter!"
"Was? Wen?"
"Einen Schlächter, oder besser gesagt eine Schlächterin! Hier soll ein Massaker stattgefunden haben und ich habe das Gefühl, dass ich die Leute, die daran teilgenommen haben, teilweise kenne."
"Und was willst du machen?"
"Weiß ich nicht, aber wahrscheinlich mach ich gar nichts, ist zu gefährlich.""Gut, dann beschränken wir uns aufs spähen."
Nachdem Prix in die Pläne eingeweiht war, ging es weiter. Die Schritte wurden langsamer und nun hörte man kaum noch knacken oder rascheln. Prix hatte eine seltsame Gangart, wie er sich bewegte sah komisch aus, doch es war effektiv, bei ihm knackte nichts. Doch davon ließ er sich nicht beirren, es ging weiter nach vorn. Auf einmal stoppte Prix abrupt und hielt die Hand vor den Mund was Stillschweigen bedeutete. Langsam versuchte er etwas zu hören und wandte sich dann um. Ganz leise sprach er dann, was er gehört hatte.
"Ich glaube wir haben sie gefunden, zumindest hab ich was gehört.""Bist du sicher?"
"Ja!"
"Ok und jetzt?"
"Ich glaube, die wollen hier weg, am besten wir klettern auf einen Baum um sie zu beobachten, folge mir."
Prix schlich sich von dem Strauch weg und winkte dann, der Gildenlose folgte und versuchte so leise wie möglich dabei zu sein. Das gelang nicht ganz aber es war leise genug. Dann deutete er auf einen Baum, dessen Blätterkleid sehr dicht war. Der Fürst hiefte sich hoch und stand dann in der Mite des Baumes, Prix stand auf einem Baum, der syncron zu dem seines Begleiters stand. Noch konnten sie sprechen, was er auch ausnutzte.
"Zieh deinen Bogen, sicher ist sicher. Aber nicht solange spannen, du weißt schon...."
"Gut mach ich."
Prix nahm seinen Bogen vom Rücken und nahm einen Pfeil aus dem Köcher, legte ihn aber nicht auf die Sehne, sondern wartete. Dann zog er sich zurück, seine Tarnung war perfekt, man sah nichts mehr von ihm. Der Fürst tat es ihm gleich und zog seine beiden Dolche. Einen packte er zwischen den Gürtel um ihn griffbereit zu haben, den anderen hielt er am Griff, danach zog er sich auch in das Blätterkleid zurück. Nun waren sie perfekt getarnt, man könnte meinen, sie würden einen Überfall vorbereiten, aber dem war nicht so. Es ging einzig allein darum, zu erfahren wer bei der Gruppe war und wenn es möglich war, zu erkennen wer die Person war, die das tat was der Bandit erzählte. Schweigend warteten sie nun auf die Gruppe, auf dass sie kommen würde.
|
| 15.06.2003 17:49 | #32 |
| Satura |
Nur zögerlich setzte sich der kleine Trupp in Bewegung; Satura, die die letzten Minuten lang einen für sie ungewöhnlichen Befehlston angeschlagen hatte - sowohl dem Templer als auch dem Banditen und Leon gegenüber - überließ Gardiff und Krieger nun die Führung. Sie kannte dieses Land nicht, und in ihrem Kopf spukten zur Zeit eigentlich andere Sachen herum...
Vielleicht hatte ihr der Vorfall mit den Banditen auch noch etwas Zeit verschafft, doch jetzt würde sie keine Ausrede mehr haben. Esteron und Lehna waren beschäftigt, und so gingen Leon und Satura am Ende des kleinen Trupps nebeneinander her. Der strömende Regen durchnässte sie bald völlig, und Saturas lange Haare klebten in Strähnen an ihrem Gesicht. Das Wasser tropfte von ihren dunklen Wimpern herunter, und bei jedem Schritt spürte sie das Wasser in ihren Stiefeln.
Der Regen würde das Blut von der Oberfläche tief in die Erde spülen, und bald würde es vergessen sein, bald.
Schweigend ging sie neben Leon her, was sollte sie nur sagen? - Ja, es gäbe vieles, was ihr am Herzen lag. Doch wie sprechen, wie beginnen?Sie sah ihn hilflos an, und schüttelte dann den Kopf.
"Leon, was hast du also bei diesem Kampf gelernt?" ließ sie die Lehrmeisterin raushängen. Toll... genau das, was sie sagen wollte.
|
| 15.06.2003 18:17 | #33 |
| Skeleon |
Der junge Dieb sah auf.
In seinen Augen glomm ein kalter Hass, als er zischte:
"Dass es sich lohnt, dem Feind erst die Augen auszustechen, um nacher noch ein bisschen Spaß zu haben?"
Sofort bereute er es. Wieso war er so ungerecht zu ihr? Sie hatte damit nichts zu tun gehabt. Seine Wut galt Lehna und Krieger, nicht ihr. Er zwang sich zu einem Lächeln und presste ein "'tschuldige" hervor. "War ja nicht deine Schuld. Ich weiß auch nicht, was mit mir los ist."Er wusste es nur zu gut. Fast sehnte er sich nach dem Schlachtfeld zurück. Da war er wenigstens mit Satura allein gewesen, nicht umgeben von Kiffern, Psychopathen und Banditen. Na, außer sich selbst vielleicht, dachte er schmunzelnd.
Was sollte er noch sagen? Innerlich rang er mit sich darum, ihr den Grund für sein Verhalten zu erzählen.
Schließlich fand er langsam die Sprache wieder:
"Du ... denkst ich wäre ein Dieb."
Er atmete noch einmal weit aus.
"Aber der Grund, warum ich so reagiert habe ist ein anderer: Ich bin ein Mörder."
Abrupt blieben sie stehen.
Leon versuchte weiterzuerzählen doch es gelang ihm kaum.
"Es ist lange her ... mehr als ein Jahr, also lange bevor ich dich getroffen habe. Es war mein erster Bruch und ... ich bin auf eine Wache getroffen. Ich wollte es nicht ... ich bin vorgeschnellt und habe versucht, mich an ihm vorbeizudrücken. Der Dolch, den ich trug traf ihn in den Leib und ..."Er schluckte schwer.
"Ich wollte nie wieder etwas so Gräßliches tun. Und ausgerechnet dir hätte ich es beinahe angetan."
Seine Stimme versagte. "Ich wollte es dir schon viel früher sagen, aber ich ..." Er verstummte.
Weder er, noch Satura, noch die anderen aus der kleinen Gruppe bemerkten die beiden Schatten, die sich in einem der Bäume versteckt hielten und sie im Vorbeigehen beobachteten.
Gardiff wandte sich jedoch im Gehen um, als er bemerkt hatte, dass sie zurückgeblieben waren, rief ihnen ein "worauf wartet ihr? Wir müssen aus dem Regen rauskommen!" zu und stapfte dann zusammen mit den anderen weiter.
|
| 15.06.2003 18:42 | #34 |
| Satura |
Was war nur mit diesem Mann los? - Satura fiel auf, dass sie sich das in letzter Zeit nicht zum ersten Mal fragte.
Da fuhr er sie an, als ob sie an der Misere Schuld gehabt hätte... Würde sie das nicht so traurig machen, sie hätte ihn auch angeschrien. Und warum machte sie das traurig, und nicht wütend?
Und gerade als sie dachte, dass es nicht schlimmer werden könnte..."Ich bin ein Mörder." Satura sah ihn zunächst nur noch verständnislos an. Ich bin ein Mörder. Es schien tausendfach in ihren Ohren widerzuhallen, immer und immer wieder.
Sie blieben stehen, und sie sah Leon an. Diese dunklen, haselnussbraunen Augen - nein, das waren nicht die Augen eines Mörders. Und Leon erzählte, doch für Satura ergaben die Sätze keine Bedeutung mehr; es waren sinnleere, aneinandergereihte Worte, die aus seinem Mund kamen.
Ich bin ein Mörder. Er hatte das in einem Ton gesagt, der eher klang als hätte er gesagt: "Ich bin ein Apfelbauer", oder "Ich bin ein Sumpfkrautjunkie" - und nicht das M-Wort, das in Lehnas Gegenwart so seltsam anders klang.
Gardiff mahnte sie zur Eile, doch Satura sah keinen Grund mehr darin, sich zu eilen. Langsam überraschte Leon sie nicht mehr - das wievieltste Geständnis der letzten Tage war das nun? Und jedesmal hatte sie sich eine Spur schrecklicher gefühlt. Langsam fragte sie sich ernsthaft, ob Leon vielleicht vom Fremden geschickt worden war, sie völlig fertig zu machen?
Sie blieb stehen, und sah ihn an. "Wer bist du? Leon, sag mir wer du bist..." sie schrie schon fast. "Du belügst mich, die ganze Zeit! Du.. du... du machst mich krank! Was hast du mir noch alles nicht gesagt? Hat vielleicht Beliar höchstpersönlich dich geschickt mir das Leben zur Hölle zu machen?" Tränen standen in ihren Augen und wurden vom Regen hinfortgewaschen, kaum dass sie in ihrem Augenwinkel entstanden waren. Und Leon schwieg, eisern. Seine Miene war wie versteinert, keine Regung war zu sehen - genauso wie sie ihn kannte. "Wie lange willst du mich noch quälen? Was soll das alles, warum... warum das?" Die letzten Worte flüsterte sie fast schon wieder, und sie nahm seine Hand. "Warum Leon? Was bedeutet das für dich? Was willst du?"
Sie schüttelte traurig den Kopf, ließ seine Hand los und stieß ihn mit beiden Händen vor die Brust. Dann drehte sie sich um und folgte der Gruppe, die mittlerweile schon einen beträchtlichen Vorsprung hatte.
|
| 15.06.2003 18:47 | #35 |
| Lehna |
Lehna trottete schweigend und mit hängendem Kopf neben Esteron her, der dabei ihre Hand hielt. Ihre nassen Haare hingen ihr in Strähnen ins Gesicht, das Mädchen machte sich nicht die Mühe sie wegzuwischen. Der Regen hatte etwas beruhigendes an sich. Etwas reinigendes vielleicht...
Dennoch waren es nicht nur Regentropfen, die ihre Wangen befeuchteten. Die ganze Zeit weinte sie still vor sich hin, versuchte noch immer zu begreifen was sie da überhaupt getan hatte. Nicht nur den Banditen, vor allem Esteron. Wäre es nicht besser gewesen, sich einfach ausrauben zu lassen? Dann hätte Esteron das alles nicht miterleben müssen, nicht wissen müssen...
Sie fuhr sich mit der freien Hand über ihr Gesicht und schniefte leise. Andererseits... Jetzt wusste er, worauf er sich da einließ. Jetzt kannte er sie wirklich.
Sie selbst hatte allerdings das Gefühl, sich immer weniger zu kennen. Als gäbe es sie zweimal. So wie Esteron, Esteron und den General. Lehna und die Schlächterin...
Sie schüttelte ein wenig verzweifelt den Kopf. Wie sollte das nur weitergehen? Sie richtete sich selbst zu Grunde, und vor allem riss sie andere mit sich. Esteron zum Beispiel. Warum musste sie ihn unbedingt mit soetwas belasten?"Es tut mir so Leid... Esteron... Ich will das alles nicht..." Sie sah ihn kurz mit großen, traurigen Augen an, bevor sie ihren Blick wieder auf den Boden senkte. Sie suchten jetzt also die Inquisition, hatten schon eine Spur.
Vielleicht konnte sie ja etwas wieder gutmachen...
|
| 15.06.2003 18:48 | #36 |
| Skeleon |
So schrecklich er sich fühlte, er fühlte sich innerlich beinahe erleichtert. Es war die letzte seiner Lügen, die er aufgelöst hatte. Die schlimmste wohl. Er realisierte traurig, dass sie ihm ab seinem Geständnis nicht mehr zugehört hatte. Ein Unfall ...
Aber es war raus.
Mit einer seltsamen, stillen Befriedigung machte er sich daran ihr in hinterher zu trotten und versuchte, die Gruppe nicht aus den Augen zu verlieren.Satura stolperte in einigem Abstand von den anderen durch den Regen und Leon schloss langsam zu ihr auf. Was sollte er tun? Sie zurückhalten? Ihr erklären, wie es geschehen war - erneut? Würde sie zuhören?
Er fasste sie vorsichtig an der Schulter und wollte sie festhalten, doch sie riss sich los. Er griff nach ihrem Arm und hielt sie dann mit sanfter Gewalt zurück.
"Damit habe ich dir alles über mich gesagt. Es war ein Unfall. Und es war die letzte ... letzte Lüge. Ich wollte dich nicht verlieren, aber ich durfte es nicht mehr geheimhalten. Nicht nachdem wir versprachen, uns zu vertrauen. Es tut mir leid."
Und damit ließ er sie wieder los, verlangsamte seinen Schritt ein wenig und folgte ihr und den anderen in einigem Abstand.
|
| 15.06.2003 19:05 | #37 |
| Satura |
Schweigend marschierte Satura durch den Regen; ihre Kleidung war inzwischen total durchnäßt und sie fühlte sich unbeweglich und schwer. Um sie herum nur Dunst und Wasser, und auch wenn sich die Luft herrlich frisch und leicht atmen ließ, würde Satura sich in diesem Moment an einem knisternden Kamin wohler fühlen.
Sie hatte weder Ahnung, wo es eigentlich hinging, noch wo sie sich überhaupt befanden... sie folgte einfach Gardiff und Krieger, schweigend. Auch Esteron und Lehna waren heute keine Stimmungskanonen, im Gegenteil. Hoffentlich hörte dieser verdammte Regen bald einmal auf...
Sie drehte sich nicht einmal mehr um. Sollte Leon sich doch einen anderen Spielball suchen, sie war es leid, immer für seine perversen Psychospielchen herhalten zu müssen.
In diesem Moment spürte sie seine Hand auf ihrer Schulter und zuckte leicht zusammen; sie riß sich los und ging weiter.
"Die Vertrauensdiskussion hatten wir schon vor Tagen, Leon. Was erzählst du mir morgen? - Dass du in Wirklichkeit ein Serienmörder bist der es auf Amazonen abgesehen hat? Oder, noch besser, dass du verheiratet bist und fünf Kinder hast?"
Sie schüttelte traurig ihren Kopf und ging schneller, sodass sie zu Krieger und Gardiff aufschloss.
"Wisst ihr eigentlich wohin wir müssen?" fragte sie Krieger mit einem erzwungenen Grinsen.
|
| 15.06.2003 19:28 | #38 |
| Krieger-BP |
Mittlerweile waren schon mehrere Stunden verstrichen. Das Wolkenmeer am Himmel färbte sich nun in einem wunderschönen rot, denn von weither sagte die Sonne „Tschüß“ und brachte ein paar ihre freudigen Strahlen nachträglich über die Ebene. Licht brach sich und ein riesiger und deutlich auszumachender Regenbogen entstand. Krieger wandte sich nach hinten, sah auf all die betrübten Gesichter und wandte sich dann an Gardiff, „irgendwie gefällt mir das hier nicht!“ Keine Antwort kam. Es wurde zur Kenntnis genommen und Krieger hatte ehrlich gesagt auch nichts anderes erwartet.
Stängel rauchen war leider Gottes bei dem Regen nicht möglich, zumal die nassen Haare an Kriegers Kopf klebten, wie Honig am Brot oder der eine Frosch auf dem Anderen bei der Paarung. Doch die Sonne brachte Hoffnung und Krieger musste schmunzeln. Wenigstens war er gut drauf, die anderen würden ihm die Laune ganz bestimmt nicht verderben!
Ein Wald näherte sich, hinter diesem verschwand auch das eine Ende des Regenbogens. „Lasst uns nach dem Schatz suchen gehen!“, zwinkerte er der Frau, die neben ihm erschien zu. Sie schaute ihn aus fragenden Augen an. Hatte sie denn noch nie die Legenden vom Ende des Regenbogens gehört? Dieses Defizit gilt es wettzumachen! Doch nicht gleich.
„Kommt, wir machen ein Wettrennen, wer als erster am Waldrand ist!“, rief Krieger der jungen Dame zu und lief schon los. Die anderen schienen es gar nicht zu merken und trotteten in ihrem Trott weiter, ohne ihr trottiges Tempo zu verändern. Ganz und gar nicht trottig waren die Amazone und der Templer, den sie kämpften gerade um jedes einzelne Km/h.
Beide waren mittlerweile gleich auf. Krieger hatte heftig mit seinem Gepäck zu tun, denn die Glühwürmchen und die Drachenhaut waren schon nicht ohne und dann auch noch der nasse Mantel! Er hätte ihn mal mit irgendeinem Schmalz einreiben sollen. ... ... Egal, das einzige was gerade zählte war der Sieg, weshalb er die Gedanken von sich streifte und noch einmal an Tempo zu legte. Die Amazone verlor kostbare Zentimeter und sie waren schon fast am Waldrand. Plötzlich, Krieger hätte eigentlich damit rechnen müssen, denn er kannte Amazonen zu genüge, schnellte das Bein Satura nach vorn und hackte sich in seine. Er stürzte, landete im Matsch und schlitterte weiter. Nun musste er der Amazone nach sehen, wie sie als erstes durchs Ziel ran. Sich aufrappelnd rief er ihr zu, „sehr lustig, wirklich sehr lustig!“ und wischte sich den Dreck ab. Beide stampften nun in den Wald, fanden eine sonderbare Lichtung mit einem umgestürzten Baum. Krieger sprang hinauf und rief, „HIER BIN ICH WALD!“ Nichts regte sich. Nur ein ängstlicher Vogel flog durchs Geäst und verschwand am Himmel. „Keiner da! Gut, dann können wir hie rasten.“, grinste er Satura an. „Ich kann besonderen Tee machen!“, fügte er noch hinzu und beförderte einen Kessel ans Tageslicht...
|
| 15.06.2003 19:37 | #39 |
| Skeleon |
Leon sah Satura und Krieger schweigend hinterher.
Schien sie nicht sehr getroffen zu haben, trotz allem, so fröhlich sie schon wieder bei der Sache war.
Der junge Dieb sah sich nach Esteron und Lehna um - die beiden schienen tottraurig, aber sie hielten sich gegenseitig und trösteten sich. Wenigstens die beiden konnten bald wieder glücklich sein, dachte er düster. Fast auf gleicher Höhe mit Gardiff machte er sich an den sanften Abstieg hinunter zum Waldrand, wo die Amazone und der Templer verschwunden waren.
Er wünschte nur, dass Satura ihm dieses eine Mal noch glaubte. Was sie daraus machte, war ihm weniger wichtig, als dass sie ihm glaubte, ihr die Wahrheit gesagt zu haben. Aber wer glaubte schon einem Dieb, Lügner und Mörder? Ohne ein Wort zu verlieren durchbrach er das Unterholz und folgte Gardiff, der anhand der wenigen abgebrochenen Ästchen und Spuren im feuchten Matsch den Weg zur Lichtung suchte - und fand.
|
| 15.06.2003 19:56 | #40 |
| Satura |
Keuchend blieb Satura stehen und grinste Krieger an, die Hände auf ihre Oberschenkel gestützt - sie war völlig ausser Atem. Wenigstens nahm Krieger es ihr nicht übel, dass sie mit unfairen Mitteln gekämpft hatte - Milena war einfach eine zu gute Lehrerin gewesen.
Der schnelle Lauf hatte ihr gut getan, kurze Zeit hatte sie das Gefühl gehabt, sie könne fliegen... und die Gedanken an Leon verdrängen.
Der Regen hatte sich in leichtes Nieseln verwandelt und hatte schließlich ganz aufgehört. Satura atmete tief durch, und lächelte Krieger an. "Entschuldige!" Er grinste zurück und nickte. Anscheinend war es ihm das wert gewesen, nun mit Schlamm beschmiert zu sein.
"Gut, dann lass uns Tee kochen..." sie zwinkerte Krieger zu und befüllte den Teekessel aus ihrem Wasserschlauch .
Langsam trudelten auch die anderen ein und setzten sich; der umgestürzte Baum war mächtig, er bot einen trockenen Platz, und es fand sich auch trockenes Feuerholz - das alte Geäst an seiner Unterseite.
Während Krieger die Zweige richtete, holte Satura die beiden Feuersteine aus dem Schaft ihres Stiefels.
Bald saßen sie um ein gemütliches Feuer; Esteron saß neben Lehna, die sich schweigend an ihn lehnte, Gardiff daneben, und dann Leon. Satura setzte sich demonstrativ zu Krieger - sie konnte Leon einfach nicht in die Augen schauen - nicht jetzt.
Das Feuer wärmte und trocknete die kleine Gruppe, das bald Wasserdampfwolken von ihren Körpern aufstiegen.
Nun konnte die Nacht kommen.
|
| 15.06.2003 20:11 | #41 |
| Krieger-BP |
Vorsichtig bröselte Krieger den Inhalt eines Stängels in das kochende Wasser. Die kleinen Sumpfkrautstückchen führten einen lustigen Tanz mit dem brodelnden Wasser, flogen von hier nach da, tauchten mal und stiegen dann wieder mit einer Luftblase auf. Wohliger Duft verbreitete sich in der Runde, brachte Entspannung und Wärme mit sich.
„Nun müssen wir bis Dreihundert zählen, dann ist der Tee fertig! Bringt schon mal eure Becher an den Start!“, teilte er der Gruppe mit.
„Also dann, 1 ... 2 ... 3...“ und die Zeit verging und Krieger wurde immer unruhiger, stupste aus Langeweile Satura in die Seite und bewarf Leon mit kleinen Steinchen, kam dabei aus dem Takt und der Tee wurde viel schneller fertig. „ 255 ... 278 ... 299 ... 344“. Fix goss er die Flüssigkeit durch ein kleines Tuch in die Becher. „mh riecht das lecker!“, brachte Krieger noch von sich und nahm einen vorsichtigen Schluck, um sich nicht die Lippen zu verbrennen.
„Endlich mal wieder Wärme die von innen kommt, nicht wahr Leon?“ ...
|
| 15.06.2003 20:23 | #42 |
| Skeleon |
Der junge Dieb funkelte ihn böse an. Der konnte sich seinen Tee sonstwohin gießen ...
Er warf das Lederbündel ab, löste die Knoten und holte den letzten Laib Brot heraus - bis auf ein paar Äpfel war damit die restliche Verpflegung aus Gorthar verbraucht -, brach es in zwei Hälften, riss sich selbst ein Stück ab und reichte es dann herum.
Irgendwie wünschte er sich, dass das Brot gerade dann alle wäre, wenn es Krieger erreichte. Dummerweise saß er in der Mitte, so bekam er gleich die doppelte Portion, von jeder Seite eine.
Leon knabberte auf seinem Brot herum und trank die letzten Schlucke aus seinem Wasserschlauch. Achtlos warf er ihn hinter sich und wartete regelrecht darauf, dass ihn jemand darauf aufmerksam machte, damit er einen Grund hatte, demjenigen an die Gurgel zu gehen.
Wieder dachte er dabei unwillkürlich an Krieger.
Fast enttäuscht stellte er fest, dass sich niemand darüber aufregte - die anderen taten es mit ihrem Müll ganz genauso.
Nachdem er das letzte Stück Brot verspeist hatte, zog er die Beine an und setzt sich so schweigend hin. Misstrauisch blickte er von einem zum anderen - immer wieder blieb sein Blick an Krieger hängen, der Satura mit einem fröhlichen Grinsen auf den Lippen anstupste.
Ein leises Knurren verließ Leon's Mund.
Zu mehr rang er sich aber nicht mehr durch, nach diesem Scheißtag.
|
| 15.06.2003 20:30 | #43 |
| Krieger-BP |
Krieger schaute verdutzt auf den Mann, der sich Leon nannte. „Du, ich glaube die Natur sieht das nicht gerne. Kann man den Schlauch nicht wieder auffüllen?“ Krieger kratzte sich am Kopf. Irgendwie war der Typ ihm ein Rätsel. Wieso benahm der sich so komisch?
„Ach ja, nur wenn es dir nichts ausmacht:“, sprach Krieger Leon noch mals an, „wenn du den Tee nicht trinkst darf ich ihn dann haben? Wenn man das Brot nämlich darein tunkt, schmeckt das echt klasse!“
Hoffentlich wirkte das jetzt nicht frech! Krieger wollte keines Falls irgendetwas schlimmes auslösen.
|
| 15.06.2003 20:41 | #44 |
| Skeleon |
Also doch - war ja klar, dass dieser Sumpfheini sich als einziger darüber aufregte. Jetzt wollte er auch noch seinen Tee? Von mir aus, das Zeug ist eh der letzte Dreck, da wette ich drauf ...
Oder halt ...
Er wollte den Tee?
"Meinst du den hier?"
Der junge Dieb hielt den Becher hoch.
"Tut mir leid, grade wollte ich probieren - der riecht echt gut."Er setzte die Tasse an und goss sich das heiße Getränk in den Rachen hinunter. Egal was das für ein Gesöff war, wenn der's wollte sollte er's nicht haben. Leon trank die gesamte Flüßigkeit in einem Zug aus, neben der wohligen Wärme breitete sich ein angenehmes Gefühl von Trotz in ihm aus. Keine Ahnung, warum er sich gerade Krieger ausgesucht hatte. Vielleicht weil er Satura befummelte? Plötzlich kam ein neues Gefühl in ihm auf.
Übertrieb er da nicht etwas? Was waren schon ein paar Stupser im Vergleich zu einer richtigen Abfuhr. Zufrieden sah er außerdem zwischen seinem Becher und dem traurigen Gesicht von Krieger hin und her, der offensichtlich schon fest mit einer doppelten Portion Tee gerechnet hatte.
Ein leises Giggeln drang aus Leon's Kehle, als er sich entspannt zurücklehnte und sich mit dem Rücken gegen einen Baumstamm stützte.
|
| 15.06.2003 21:08 | #45 |
| Scipio Cicero |
Nach mehreren Stunden war Scipio nun endlich in Gorthar angekommen und seiner Karte nach war die Zitadelle nicht mehr weit. Man konnte das Bauwerk beinahe spüren. Die Landschaft hatte sich mit abnehmender Entfernung drastisch verändert. Die Bäume wurden zuerst immer kahler und allmählich blieben Pflanzen ganz aus. Der Waldstreicher wanderte jetzt nur noch auf felsigen Untergrund, die wüstenähnliche Landschaft brachte kein Leben mehr hervor. Er musste ganz in der Nähe sein.
Das Atmen jedoch fiel dem Gildenlosen inzwischen ziemlich schwer, denn der staubige Wind wehte ununterbrochen und reizte seine Lunge ebenfalls unablässig. Hustend kämpfte er sich weiter den steilen berg hinauf, der ihn der Karte nach noch von der Zitadelle trennte. Die spitzen Steine erleichterten dabei seinen Aufstieg auch nicht gerade sonderlich. Immer wieder rutschte er ab und ein paar Meter weiter unten begann er seinen Aufstieg aufs Neue. Es war hart, aber zu schaffen. Leider gab es ja auch keine Möglichkeiten sich das klettern zu sparen, denn das Bauwerk war von einer kleinen Gebirgskette eingeschlossen. Zentimeter um Zentimeter ließ der Gildenlose hinter sich und endlich, nach einem extrem harten Aufstieg, erreichte er die Spitze des Berges. Diese Höhenlage blieb glücklicherweise vom kleinen Sandsturm verschont und Scipio konnte endlich wieder frei durchatmen. Er entschied sich für eine kleine Pause und mit fürsorglichen Gesten nahm er ein weiteres kleines Fläschchen des Don aus seinen Taschen und begann es langsam in seine ausgetrocknete kehle fließen zu lassen.
Dann jedoch blieb ihm der Schlick beinahe im Halse stecken. Vor ihm, lückenlos umschlossen von hohen Bergen, ragte sie in den Himmel. Schwarz wie die Nacht, höher als alles was Scipio je gesehen hatte, so stand sie da. Die Energie, die sie ausstrahlte, war geradezu gewaltig. Es war als würde diese unglaubliche Macht ihn geradezu hinwegfegen.
Scipio schluckte den letzten Rest des Trankes runter und blieb erst einmal starr stehen.
Überall funkelten rote Lichter, die Tore waren noch gewaltiger als die des Kastells oder des Lavaturms. Durch das ganze Bauwerk zuckten in regelmäßigen Abständen rote Blitze und ab und zu schlug einer von ihnen im den Boden des Tals ein.
Mittlerweile ist auch ein Gewitter aufgezogen, was das Bild des Schreckens noch verstärkte. Wenn man genau hinhörte, konnte man auch ein leises Stöhnen wahrnehmen. Es hörte sich an als ob tausende Wesen auf einmal unablässig gequält würden.
Was es war, würde Scipio vielleicht nie erfahren.
Die Regentropfen prasselten schnell und hart auf das Gesicht und die Rüstung des Waldstreichers. Von diesem Bauwerk des Schreckens allerdings ließen sie ab. Jeder Tropfen der darauf zuflog wurde von einem der roten Blitze regelrecht vernichtet.
Das ganze war ein einzigartiges Schauspiel. Die Blitze zuckten in Sekundenschnell um das ganze Bauwerk herum. Immer und immer wieder. Man konnte beinahe nichts anderes mehr sehen.
Die Zitadelle. Das war sie also. Der Schrecken den sie ausstrahlte war unbeschreiblich. Nun galt es ihrer Macht zu trotzen.
Scipio ging langsam auf sie zu. Seine Augen waren ausdruckslos und kalt. Er wusste nicht was er jetzt fühlen sollte. Angst? Bewunderung? Ehrfurcht? Ekel? Man könnte noch vieles aufzählen. Was mag sich wohl im inneren verbergen? Würde der gildenlose dieses Abenteuer überleben? Die Rauschmittel aus Dons Trank, die damit verbundenen Schmerzen in seinem Arm, all das ignorierte er. Es war einfach unwichtig. Sein Geist und sein Körper waren nur noch auf die Zitadelle fokussiert. Der regen fiel genau in sein Auge, doch der Waldstreicher machte keine Anstalten zu blinzeln. Er stand nun genau vor den Toren des letzten Überbleibsels der Dämonkriege.
Mit einem kräftigen Tritt versuchte er sie zu öffnen und in der Tat ging diese riesige Barriere zwischen der unseren Welt und dem was andere Leute in ihren Alpträumen sehen.
Doch was war das? Es hörte sich an als würden tausend Flügel gleichzeitig schlagen. Dann langsam, aus der Dunkelheit des inneren, dem bisschen was der Gildenlose durch den engen Spalt sehen konnte, zeichneten sich einige fliegende Schatten ab. Was es war konnte er nicht erkennen. Es kam immer näher und das verdammt schnell. Scipio konnte sich nicht bewegen und dann wurden die Tore aufgerissen. Dämonen flogen in dutzenden heraus und warfen den Waldstreicher unsanft zu Boden. Er fing sich dabei mehrere Schläge und Hiebe ein. Er konnte nichts mehr sehen, wie viele Dämonen es jetzt waren wusste er nicht. Doch keiner schien sich um ihn zu kümmern. Sie flogen einfach über ihn hinweg.
Minuten später machte er die Augen wieder auf. Der Staub, den die Höllenkreaturen aufgewirbelt hatte sich auf dem Waldstreicher abgelegt und vom regen wurde er in eine mehrere Zentimeter dicke Schlammschicht verwandelt. Er rappelte sich hoch und versuchte das gröbste an sich wegzuwischen. Den Rest übernahm schließlich der Regen. Er sah sich kurz um. Die Dämonen waren verschwunden. Anscheinend waren sie über die Berge geflogen. Würden sie über Gorthar herfallen? Das schlechte Gewissen darüber was passieren könnte war jedoch schnell verschwunden, als er einen harten Schlag von hinten verpasst bekam. Er flog einige Meter und setzte dann auf dem schlammigen Boden auf, wo er noch etwas weiterrutschte. Er sprang sofort wieder auf die Beine und zog sein Schwert. Hinter ihm stand ein Dämon. Er war alleine und etwa zwei Meter groß. In seinen Händen trug er einen prunkvollen Speer und eine übertreiben dicke Rüstung schützte seinen Körper. War er so etwas wie ein erster Wächter?Darüber nachdenken konnte er später. Der Gildenlose hatte schon Mühe damit den harten Schlägen des Wächters auszuweichen. Die neue Kampftechnik jedoch, die er in den Büchern des Kastells studiert hatte, machte sich jedoch bezahlt. Kein einziger Schlag traf auch nur Ansatzweise und es kostete ihn nicht allzu viel Kraft. Auf Dauer jedoch würde er verlieren. Der Dämon war zu stark für ihn. Sein Arm war einfach noch nicht ausgereift genug. Es musste ein Wunder geschehen wenn er nicht jetzt schon scheitern wollte.
Konnte die Suche nach dem Windfetzer schon jetzt vorbei sein?
|
| 15.06.2003 21:16 | #46 |
| Waldläufer |
Zurüch in der Runde von Stimmungskanonen am Rande eines Waldes....Eine gereizte Stimmung die, die Gruppe da Heim sucht. Gardiff konnte darüber nur den Kopf schütteln. Trauern und aneinanderklammern oder sich gegenseitig zulabern so das man nicht mehr wusste ob der Gesprächspartner nun seine Worte ernst meinte oder sie nur geschickt mit Ironie verband, dass schienen die Hauptbeschäftigungen der Gruppenmitglieder an diesem Tag zu sein. Der Waldstreicher sah bemitleidend zu Esteron und Lehna hinüber welche eng zusammen hockten und sich gegenseitig wärmten. Ihre Blicke wirkten leicht leer und sie sahen geistig leicht angeschlagen aus, Einzustand in dem man sie nur bedauern konnte.
Dem gegen über Krieger welcher mit seinem Sumpfkraut Gesöff versuchte leben in die Gruppe zubringen. Auch Gardiff bot er etwas an doch der Barde lehnte dankend ab und nahm lieber einen Schluck aus seinem Wasserschlauch. Wer weiß wie Kriegers Gebräu wirkt und der Gildenlose wollte in dieser Zeit lieber bei klarem Verstand sein. Gorthar war nicht ungefährlich das sagte er sich immer wieder. Eigentlich war es schon riskant gewesen ein Feuer so offen zu entfachen, noch dazu mit dem leicht feuchten Holz welches manchmal nicht gerade gering qualmte. Aber die Gruppe musste sich wärmen und das sah der Einhandlehrmeister ein. Wenn sie frohren würde das nur die ohnehin schon mickrige Stimmung nur noch weiter runter reißen.....
|
| 15.06.2003 21:49 | #47 |
| manmouse |
Jetzt saßen sie also hier, in dem dunklem, stickigem Wald, von irgendwelchen blutrünstigen Monstern umzingelt ohne das sie es auch nur merkten. Ein Haufen von seelischen Wracks, Kiffern und Weltenverbesserern. Krieger schien seine Lebensenergie geradezu zwingend unter die Gefährten bringen zu wollen. Der Versuch war ja ganz nett. Aber fehl am Platz. Zumindest aus der Sicht von Esteron, der mit einem mittelstarkem Stock, in dem eben entfachten Feuer von Gardiff herumstocherte.
Dem Wanderer war jetzt nicht nach irgendwelchen Wundertees zu Mute, nicht im geringsten.
Grummelnd lehnte auch er seinen Tee ab und blickte weiterhin in die orangerote Glut. Das Feuer prasselte und zerstörte jedes Leben. Es war wundervoll mit anzusehen wie es, unter den trockenen Ästen wütete.
“ Ja, zerstöre und schaffe, was durch dich geschaffen wurde.“ sprach er gerade so laut das man es eigentlich mit bekommen musste.
Wie musste sich Lehna jetzt nur fühlen. Noch immer hämmerten ihm ihr Worte im Kopf, die er nicht verstanden hatte.
"Es tut mir so Leid... Esteron... Ich will das alles nicht..."Was wollte sie nicht? Nicht mehr mit ihm zusammen sein? Oder das er mit ansah wie sie wie ein Tier im Blutrausch die Menschen tötete?
“ Aber ich will. Ich will das verdammt noch mal.“ sprach er wieder laut, eigentlich schrie er es fast aus.
Wütend warf er seinen Stock in das Feuer und warf sich mit Tränen in den Augen nach hinten, wo er auf dem Rücken liegend den aufsteigenden Vollmond am Horizont betrachtete.
Ja, in Beliars Namen er wollte es. Und wenn er selbst zum Schlachter werden würde....
|
| 15.06.2003 21:59 | #48 |
| Satura |
Satura nippte immer noch an ihrem Tee - er schmeckte sehr gut, aber streng, und eine wohlige Wärme breitete sich in ihrem Körper aus. Alles schien etwas leichter zu werden, und in die Ferne zu rücken... Krieger grinste sie in zweierlei Hinsicht breit an, und Satura lächelte zurück. "Ich fühl mich schon besser" meinte sie, und unwillkürlich musste sie an ihren letzten Sumpfkrautrausch erinnern - im Sumpflager natürlich. Leon fand das wahrscheinlich nicht so witzig... obwohl, heute anscheinend schon, denn er sah mittlerweile viel entspannter aus, und grinste in die Runde.Satura bemerkte am Rande, dass Esteron und Gardiff den Tee ablehnten, also zog sie den Weinschlauch hervor, nahm selber einen Schluck und reichte ihn dann an Krieger weiter.
Die Wunde an ihrem Unterarm fühlte sich mit einem Mal auch seltsam schmerzfrei an - es war herrlich. Die Nacht war dunkel und klar, und das Feuer knisterte und verschlang gierig das ihm gefütterte Holz. Fasziniert starrte Satura in die Flammen - und musste an den Fremden denken. "Ich musste grad an jemanden denken," sagte sie zu Krieger gewandt, "ich hab da einen ganz lustigen Freund, der in den Flammen Bilder entstehen lässt." Sie sagte das sehr ernst und nickte bekräftigend dazu.
Dann sah sie zu Leon, der sich entspannt zurückgelehnt hatte. "Geht's dir auch gut, Leon?" sagte sie - fast schon ein wenig zu mütterlich.
|
| 15.06.2003 22:16 | #49 |
| Skeleon |
Leon lehnte sich ein Stück vor und lächelte sie an.
"Solange 's dir gut geht ..." säuselte er und grinste unwillkürlich.Er erhob sich und schlenderte zu Satura hinüber, drängte sich zwischen Krieger und sie - "rutsch mal bitte ..." - und suchte ihre Hand zu fassen. Dann sprach er, langsam, fast beschwörerisch:
"Es tut mir leid, dass ich ein Dieb und ein Mörder bin. Werd' ich auch bleiben ..." fügte er unsicher grinsend hinzu. "Aber mit dem Lügen ist jetzt Schluss, das versprech' ich dir und wenn du's mir nicht glaubst weiß ich auch nicht weiter." Er legte den Kopf schief und sah sie mit einer Mischung aus Zufriedenheit und Trauer an. Er blickte ihr in die tiefen, grün umrandeten, jetzt etwas benebelt dreinblickenden Augen.
|
| 15.06.2003 22:34 | #50 |
| Krieger-BP |
Krieger nippte nun nicht mehr, sondern schlürfte laut. Der wohlig warme Tee sickerte ins Innere und machte alles schön warm. War ja auch dringend nötig bei dem Sauwetter. Man hörte immer noch, wie der Regen gegen das Blätterdach regnete. Ein Trommel, eigentlich schön, denn es glich sanfter ruhiger Musik. Passte auch irgendwie zum Tee.
Währenddessen hatte sich Leon wieder zu Satura gesetzt. ‚Wird ja auch mal Zeit’, dachte sich Krieger, der die Anspannung zwischen den Beiden bemerkt hatte. Irgendwie hatte er das Gefühl sie in Ruhe lassen zu sollen und rutschte deswegen auf Leons alten Platz neben Gardiff. Dort nahm er die Knie in die Arme und schaukelte ein bisschen. Bis auf das Geflüster der Beiden war nicht viel zu hören. Zwischendrin hörte man nur laute Ausrufe Esterons. Der schien irgendwie trotz seiner Antiteestimmung komisch drauf zu sein. Was hatten die eigentlich gegen Kriegers Tee? Der brachte doch nichts verwirrendes mit sich. Alles Anfänger. Krieger zuckte mit den Schultern. ‚Mir doch egal, bleibt mehr da für meine Kehle’ dachte er und schüttete einen weiteren Becher voll.
|
| 15.06.2003 22:52 | #51 |
| Lehna |
Mit leerem Blick beobachtete Lehna, wie sich Esteron auf den Rücken fallen ließ. Er wollte? Was?
Nein, nicht was. Irgendwie wusste sie, was er damit meinte. Die Frage war eher, warum. Überhaupt fragte sie sich bei Esteron ständig nach dem Warum. Aber wahrscheinlich würde sie die Antwort nie finden, genau wie so viele andere Antworten...
Sie starrte noch etwa eine halbe Minute lang in die Glut, wie Esteron es bis eben getan hatte, bevor sie ein kleines Stück nach hinten rutschte und sich neben ihn legte. Ihr Kopf ruhte auf Esterons Schulter, sie schmiegte sich eng an den jungen Wanderer. Eine Weile lagen sie einfach nur so da, Esteron starrte den Mond an, Lehna fing an gedankenverlohren an seinem Kettenhemd herumzuspielen, während sie versuchte, ihre Verwirrung einigermaßen in den Griff zu bekommen. "Es tut mir Leid dass ich dich damit belaste, Esteron...", brachte sie igendwann leise heraus. Schon wieder fanden Tränen ihren Weg in ihre Augen."Ich... ich will nicht so sein wie ich bin. Ich dachte eine Zeit lang, ich wäre nicht so. Aber... Frost hat Recht. Einmal Abschaum, immer Abschaum."Sie schluchzte leise, ihre Hände krallten sich in Esterons Kettenhemd fest. "Es... es ist als würde ich die ganze Welt niedermachen. Als könnte ich mich damit rächen an denen, die irgendwo in ihren Paalästen hocken und vom Leid anderer leben, an denen, die einem mit einer Eisenstange die Seele aus dem Leib prügeln wenn man am Ende des Tages zehn Goldstücke zu wenig eingenommen hat, an denen, die in mir nichts anderes Sehen als... einen Gegenstand, der dazu da ist ihnen Nutzen zu bringen. In Augenblicken wie diesem mit den Räubern kommt alles zusammen..."
Sie schob sich ein Stückchen weiter hoch, legte ihren Arm um Esterons Hals, klammerte sich verzweifelt an ihn und weinte. Nein, sie konnte es ihm nicht antun so zu bleiben. Aber ihr Hass war zu tief verwurzelt, über die Jahre angewachsen und aufgestaut. Allerdings war er nicht stark genug, ihre Schuldgefühle zu verdrängen, die unablässig an ihr nagten und ihr den Rest gaben.
"Hilf mir..."
|
| 15.06.2003 23:07 | #52 |
| Satura |
Satura sah Leon tief in die Augen, und konnte keine Spur von Unehrlichkeit entdecken. Sie senkte ihren Blick und seufzte. "Leon, ich weiß nicht, ob ich dir noch vertrauen kann... es ist so viel passiert. Im einen Moment scheint alles in Ordnung zu sein - und dann kommst du schon wieder mit der nächsten Geschichte. Warum hast du mir das mit dem Mord - dem Unfall - nicht vorher erzählt - ich hätte dich nicht verurteilt."
Sie schwieg und senkte ihren Blick. "Aber du brauchst meine Absolution nicht, und du weißt es." Nein, er brauchte etwas anderes, und was es war, dessen war sie sich nicht sicher.
"Was für ein Recht hätte ich auch, darüber zu urteilen? Ich kenne die Situation nicht, ich kenne... ich kenne dich nicht. Und ich weiß nicht, ob es gut ist, was wir tun - aber ich sehn mich danach." Selten waren ihr Worte schwerer über die Lippen gegangen als diese. Sie drückte seine Hand und legte ihren Kopf vorsichtig auf seine Schulter - sie hatte Angst, wieder etwas falsch zu machen. Doch Leon schien erleichtert und streichelte vorsichtig ihren Kopf. "Ich will dich einfach nicht noch mal so verlieren, wie nach dem... Vorfall hier in Gorthar." flüsterte sie.
Und obwohl sie sich so - wohl an seiner Seite fühlte, hatte sie Angst, wieder zu viel gesagt zu haben, oder auch einen gewaltigen Fehler damit zu begehen, indem sie ihm auch weiterhin vertrauen würde... irgendwie hatte sie das Gefühl, dass ihre Freundschaft unter keinem guten Stern stand.
|
| 15.06.2003 23:23 | #53 |
| Skeleon |
"Wirst du nicht." murmelte er ihr zu.
Er verstand, wieviel Überwindung es sie hatte kosten müssen, ihm noch eine Chance zu geben. Und er bewunderte sie dafür - nie zuvor hatte jemand an ihn geglaubt, als der Dieb, der er war. Er durfte dieses Vertrauen nie wieder aufs Spiel setzen. Der junge Dieb hatte jetzt keine Geheimnisse mehr vor Satura und das würde so bleiben, verlangte er sich ab. Sie schien ihm blind zu vertrauen - ein letztes Mal - und er durfte sie nicht wieder enttäuschen.Zärtlich strich er ihr über die Wange und drückte sie ein wenig fester an sich, dennoch vorsichtig und auf ihre Reaktion lauschend, um sie nicht zu verunsichern oder zurückzuschrecken. Mit einem Grinsen dachte er an seinen dummen Vergleich mit dem verknorpelten Baum zurück. Er hatte recht gehabt - es gab einen Weg.
|
| 15.06.2003 23:29 | #54 |
| Todesfürst |
Auf den Bäumen...
Die beiden standen eine Weile auf den Ästen und schauten in die Gegend bis Prix endlich das ersehnte Zeichen gab. Inzwischen hatte es angefangen zu regnen, am Anfang merkte man den Regen nicht, doch dann war er spürbar und hörbar, die schweren Tropfen fielen in die Blätter der Bäume und prasselten so ihren Ton hinunter. Auf dem Waldboden bildeten sich kleine Pfützen und Schlamm bildete sich. Als das Zeichen kam huschten sie vollends in ihren Blättermantel und schauten auf den Weg. Er war sich zwar nicht sicher, aber er hätte schwören können, dass er sah, wie Prix den Finger auf die Lippen legte, was absolutes Stillschweigen bedeutete. Was er deutlich sehen konnte war, wie er den Bogen spannte und die Pfeilspitze aus dem Blätterwald hervorguckte.
Dann war es soweit, die Gruppe die sie suchten kam vorbei. Es waren sechs Leute, sie gingen in zweiergruppen. War das Absicht oder lag das wieder an den Konstelationen zwischen ihnen? Auf jeden Fall mussten drei neue hinzu gekommen sein, schließlich verließ der Fürst die Gruppe als sie zu dritt war. Er schaute sich die Leute genau an und erkannte nur Gardiff an der Spitze, der mit einem anderen Mann lief, den er noch nie gesehen hatte, in der Mitte liefen der Flegel und seine Geliebte, die er nur zu gut kannte und am Ende waren zwei Personen, die ihm gänzlich unbekannt waren. Eine Frau und ein Mann, das war deutlich, und sie strieten sich, zumindest konnte man ihren lauten Tonfall hören. Er grinste, wenn sie wirklich Banditen gewesen wären hätten sie jetzt alle auf dem Hals. Er überlegte, ob sie eine realistische Chance gehabt hätten. Prix hätte sicherlich zwei Leute niedergestreckt, bevor die Gruppe überhaupt etwas mitbekam, aber dann waren immer noch vier übrig. Naja, sie waren keine Banditen und sie hatten auch nicht vor die Leute zu überfallen. Aber gereizt hätte es ihn schon den Schnösel einen Pfeil im Rücken zu sehen. Nein, nein sie unternahmen nichts, seine Rache musste warten. Es wäre wohl doch eher Selbstmord gewesen aus der Deckung zu kommen. Langsam ging die Gruppe an ihnen vorbei und verschwand dann ausser ihrer Sichtweite.
Als sie endgültig sicher waren, dass die Gruppe weg war, gaben sie sich ein Zeichen und kamen aus ihrer Deckung. Sie kletterten runter und trafen sich dann auf dem Weg.
"Und, hast du die Informationen die du wolltest?"
"Vielleicht, vielleicht nicht, ich muss über die neue Situation nachdenken.""Ok, wir gehen am besten zurück ins Lager, zu jagen hat bei dem Wetter eh keinen Sinn mehr."
"Gut"
Die beiden machten sich auf den Rückweg anzutreten und dabei musste er nachdenken.
Es waren also zwei Frauen, also gäbe es eine realistische Chance, dass nicht diese Frau diese Taten angerichtet hatte. Allerdings war die Chance sehr gering, wenn der Bandit noch da war, werde ich ihn fragen wie die Frauen aussah, schließlich hatte er beide gesehen. Aber da waren noch viele Fragen offen. Doch die würden sich aufklären, irgendwann, es macht keinen Sinn darüber nachzudenken, aber was wäre wenn....
Er wollte gerade einer neuen Spur folgen, da riß ihn Prix aus den Gedanken. Er war vom ihm gelaufen und rief jetzt etwas.
"Hey, komm mal her und schau dir das an"
"Was denn?"
"Na hier, schau her"
Auf dem Boden lagen mehrere tote Menschen, grausam zugerichtet und verbrand. Ihre Haut war verkokelt und es stank wie die Pest. Es war eine grauenhafte Situation.
"Das ist ja grauenhaft, das meinte der Bandit also mit Schlächterin. Und dann haben sie sie auch noch angezündet. Die waren ja krank. Nichtmal für Gräber hatten sie Zeit, diese Schweine. Was waren das doch für Bastarde, mit denen er reiste. Und daran war nicht nur eine Frau Schuld, daran waren alle Sechs schuld. Des Zeitens Willen die Toten einfach anzünden, man waren die krank.""Der Regen hat das Feuer wohl gelöscht. Aber sagt, von wem redet ihr, wenn ihr von gereist sprecht?"
"Ach das ist eine Geschichte, ich bin mit Drei von den Leuten die wir gerade getroffen haben eine Zeit lang durch Gorthar gereist, bis an den Aufgang zum Gipfel. Ich hielt nicht viel von ihnen, gerade mit einem hab ich noch eine Rechnung offen aber zumindest Gardiff hielt ich für zivilisiert.""Gardiff?"
"Einer von ihnen"
"Ach so, hm, ja gut."
"Ich kann von Glück reden das ich noch lebe oder? Bei solchen Psychopathen weiß man nie. Es war gut, dass wir jetzt Gewißheit haben. Lasst uns wieder zurück zum Lager gehen, aber Vorsicht, unsere größter Feind sind nicht die Viecher oder Banditen, unser größter Feind ist nun diese Gruppe."
"Nun gut gehen wir"
Mit schnellem Schritt huschten sie durch den Wald, ohne Rücksicht auf den Krach den sie machten. Nach ein paar Minuten kamen sie zu Prix Lager und sahen sich um. Der Bandit lag auf der Bank und pennte. Was besseres konnte ihnen gar nicht passieren und ihm wohl auch nicht, etwas Schlaf sollte ihm gut tun. Der Fürst fühlte sich auch etwas müde und verabschiedete sich von dem Jäger, eigentlich hätte er gern noch etwas geredet aber er konnte kaum mehr die Lieder offen halten, der Lauf hatte ihm wohl doch angestrengt. Er ging in sein Zelt, legte alles ab bis auf die Dolche und ließ sich dann auf die Matratze sinken. Morgen müsste er den Banditen ausfragen aber das hat ja noch Zeit....
|
| 15.06.2003 23:37 | #55 |
| Scipio Cicero |
Der ungleiche Kampf schien kein Ende zu nehmen. Durch das ständige Ausweichen des Waldstreichers gereizt schlug der Zitadellenwächter mit einer nicht zu bändigenden Wildheit um sich. Scipio hingegen brachte durch seine extremen Technikverbesserungen viele Schläge an doch keiner konnte die Rüstung des Gegners durchdringen.
Das einzige was er tun konnte war dem Speer des Gegners auszuweichen, was immer schwieriger wurde und auf Dauer würde er so verlieren. Flüchten konnte er ebenfalls nicht. Der Dämon konnte fliegen und käme die Berge sehr viel schneller hinauf als der Gildenlose.
Die Situation war aussichtslos. Würde bald ein weiterer Krieger im Kampf getötet werden. Nein das durfte nicht geschehen. Jetzt wollte Scipio nicht sterben. Nicht nachdem er endlich wieder einen Arm hatte.
Due wut stieg in dem Gildenlosen hoch und zeigte sich bei seinen Angriffen. Er wurde mit der Zeit deutlich agressiver und seine schläge wurden immer härter. Doch wie schon zuvor konnte er den Panzer seines Gegners nicht durchdringen.
Scipios Schweiß vermischte sich mit dem Regen der immernoch in dem inzwischen heftigen Gewitter vom Himmel fiel. Er keuchte schwer und nicht nur der starke Wind machte ihn immer langsamer. Der Dämon jedoch war immer noch so stark wie bei Beginn des Kampfes.
Verdammtes Mistvieh. So einfach kriegst du mich nicht.
Wie ein Blitz kam der Krieger auf den Wächter zugeschossen. Dieser versuchte mit seinem Speer in das Bein des Waldstreichers zu stoßen, doch jener machte einen kurzen schnellen Sprung, ließ geschickt den Speer entlang und schlug dem geflügelten Ungeheuer, während er über ihn hinweg sprang, mit seinem bein und all seiner Kraft ins hässliche, vernarbte Gesicht.
Der Wächter war wenige Sekunden benebelt, allerdings schien er ansonsten nicht besonders beeindruckt. Der Krieger war inzwischen wieder auf den Beinen. Er hatte ihn getroffen. Zumindest etwas. Doch dieses As war ausgespielt und nochmal würde der Wächter nicht auf diesen Trick hereinfallen. Wie sollte er ihn jetzt besiegen?
Ohne lange darüber nachzudenken stürmte er erneut auf den Dämonen zu, doch diesmal kam der Schlag des Ungeheuers zu schnell und der Waldstreicher musste den Angriff abbrechen. Im letzten Augenblick hechtete er sich noch auf den Boden doch auch der Wächter hatte schnell geschaltet und die Stange seines Speeres traf Scipio hart über die ganze Breite seines Rückens. Kraftlos lag er auf dem Bauch im Dreck neben dem Dämon. Die dicken tropfen des Regens, der vor ihm auf dem Boden aufschlug, ließen Schlamm in seine Augen und in seinen Mund spritzen. Der Gildenlose versuchte ihn wieder rauszuspucken, doch es wolte nicht recht gelingen. Die ganze Sache schien aussichtslos. War es jetzt wirklich zu Ende? War nun auch Scipio Cicero ein gefallener Krieger?
Lange konnte er nicht darüber nachdenken. Sein unbarmherziger gegner hob ihn am Nacken nach oben, hielt in kurz in der Luft und schleuderte ihn einige Meter weit erneut in das gemisch aus groben Steinen, Sand und Staub. Er hustete, Blut sprudelte geradezu aus den Wunden in seinem Gesicht. Blut war auch in seinem Mund und in seiner Nase. Er konnte nur scher atmen und jedesmal lief sein eigenes Blut über die Atemwege ins eine Lunge, aus der er sie sofort wieder aushustete. Der Dreck nahm ihm das Augenlicht und er versuchte zumindest etwas aus den Augen zu bekommen um wieder klar zu sehen.
Doch auf ein neues wurde er gepackt und das nur um erneut hart auf den Boden geschmettert zu werden. Er war besiegt. Der Dämon machte sich nur noch einen Spass daraus sein Opfer zu quälen bis er unter den schmerzen und Wunden entgültig zu grunde gegen würde. Wieder wurde Scipio hart am Nacken gepackt. Doch diesmal biss er die Zähne zusammen, suchte den kleinen Dolch in seinem Gürtel, schlug damit hinter sich und traf den Wächter mitten ins Gesicht. Nur eine Narbe mehr in seinem entstellten gesicht und seine Wut stieg nur wieder an, worauf der Waldstreicher nur noch weiter und härter geschleudert wurde. alles war nur noch eine Frage der Zeit, doch war es nicht diesereine Schlag wert, noch häftigere Schmerzen zu erleiden?
|
| 15.06.2003 23:47 | #56 |
| manmouse |
Im Nirvana der Glückseligkeit .....
Der Mond war schon ein gutes Stück voran gekommen. Irgendwie fühlte sich Esteron mit der eisigen Kälte die er ausstrahlte verbunden. Die einzelnen Krater die man in ihm erkennen konnte, beschrieben in etwa die Beziehung zwischen ihm und Lehna. Hatten sie zusammen einen Krater geschafft und waren sich einander näher kommen, hatten sich besser kennen und lieben gelernt, kam der nächste Krater, von dem keiner von beiden wusste, was einen dort erwartete.
Der erste Krater den sie zusammen gemeistert hatten war, das Geständnis von Lehnas Vergangenheit gewesen. Der zweite bestand aus der Offenbarung von Esteron, und das er eigentlich tot war und wieder auf Erden weilte. Aus diesen beiden Kratern war ihr Liebe gewachsen, die nun durch den dritten Krater musste, um noch mehr gefestigt zu werden.
Den dritten und fürs erste viel tieferen Krater, als die beiden ersten zusammen. Langsam suchten Hände, die Hände von Lehna und drehte ihr dann den Kopf zu. “ Hör auf zu weinen. Du bist kein Abschaum.“ seine Stimme klang weich und milde, fast verzweifelt.
Warum musste das alles nur so kompliziert sein? Warum, konnten sie nicht beide alles hinter sich lassen, und einfach und sorgenfrei, abgeschieden von der restlichen Welt leben?
Der Wanderer wandte sich nun vollends zu ihr und erblickte erst jetzt im Licht des Lagerfeuers, ihren dünnen Schnitt am Hals. Hatte sie also doch einer der Kerle verletzt, er konnte von Glück sagen, das sie jetzt nicht irgendwo mit einem aufgeschlitztem Hals im Nadellaub der Fichte.
Tränen stiegen dem jungen Mann in die Augen, wenn er sie verloren hätte- so würde auch er sterben wollen. Nicht mehr Leben.
“ Wir schaffen es auch dieses mal, aus dem Krater zu entsteigen. Er wird uns nicht in sein dunkles Maul verschlingen, glaube mir.“
|
| 16.06.2003 01:43 | #57 |
| Lehna |
Lehna schluchzte leise vor sich hin, drückte sich an Esteron, hielt sich an seinem Kettenhemd fest. Einmal mehr fragte sie sich, warum er all das für sie tat. Womit sie seine Liebe verdient hatte. Es gab so viele andere Mädchen auf der Welt, die nicht getötet und verstümmelt hatten...
Dennoch ließ er sie nicht allein, nicht einmal jetzt. Warum auch immer er das tat, sie wusste nicht wie sie ihm ihre 'Schuld' jemals wieder zurückzahlen sollte. Aber nicht einmal das wollte er ja...
Sie sagte nichts mehr, lag einfach nur neben ihm. Sie fröstelte ein wenig, als der kühle Nachtwind über ihre vom Regen völlig durchnässte Kleigung strich, versuchte sich noch etwas enger an Esteron zu kuscheln um ein wenig mehr von seiner Wärme abzubekommen.
Langsam beruhigte sie sich, ihre Tränen versiegten nach und nach. Zurück blieb eine sonderbare Leere. Keine Trauer, keine Angst, nichts. Sie lauschte Esterons ruhigem regelmäßigem Atem, ihr Blick wanderte ziellos durch die Dunkelheit. Irgendwo da draußen lauerte die Inquisition...
Es überraschte sie selbst, warum war sie plötzlich auf die Inquisition gekommen? Vielleicht, weil die Inquisition wohl die nächste Prüfung darstellen würde für sie und Esteron. Den nächsten Krater, der sie verschlingen konnte..."Nein, wird er nicht...", antwortete sie plötzlich auf Esterons letzten Satz. Wie lange war der nun schon her? Eine viertel Stunde? Es war unwichtig. Was spielte Zeit schon für eine Rolle? Keine...
|
| 16.06.2003 02:40 | #58 |
| Host |
Sorry, falscher Account.kommt nicht wieder vor. Bitte löschen.
|
| 16.06.2003 02:44 | #59 |
| Scipio Cicero |
Der Dämon treib dieses böse Spiel noch einige Minuten. Scipio hatte bereits mit seinem Leben abgeschlossen. Er spürte den Schmerz kaum mehr, er war noch am leben, doch war sein Geist nicht mehr im Szenario des Kampfes. er sah Bilder von sich, Bilder wie er kämpfte, wie er sich mit einer seltenen Leidenschaft auf die gegner stürtzte. Er sah, wie er auch trotz Verwundungen und Schmerzen weiterkämpfte, er war in der tat inzwischen ein wahrer Krieger. Oft stand er am Abgrund des Todes und doch konnte er sich retten. Sein Wille war allzeit stark und nicht zu brechen. Keinen Gegner fürchtete er, kein Gegner konnte ihm das Wasser reichen.
Und dann, dann sah er Hannibal. Sein alter, seit Jahren toter Freund. Er hatte damals Scipios Leben gerettet und dafür das seine geopfert. Soll er sich gegen die Angreifer ohne Waffen geworfen haben, damit der waldstreicher jetzt von diesem Dämon getötet wird? Nein das durfte nicht sein.
Scipio fing sich wieder, er war wieder vor der Zitadelle und der Wächter schwebte langsam auf ihn zu. Der Regen reinigte seine Augen vom Schlamm und er riss wütend die Augen auf. Dieser Dämon würde ihn jetzt nicht töten. Neben ihm lag sein Schwert. Die waffe, die er auf der Suche nach dem Smaragd der Erkenntnis gefunden hatte. Hunderte Gegner hatte er damit getötet. Warum nicht noch einen mehr.
Er besann sich, bündelte seine ganze Kraft und packte sein schwert. angsam rappelte er sich auf. Sein blutverschmiertes Gesicht, seine Blutverschmierte Rüstung, sie glitzerten in einem unheimlichen Licht. Es war das Licht der Blitze die von der Zitadelle ausging und das sich auch an der Klinge von Scipios Schwert spiegelte. Sein ganzer körper funkelte in einem roten licht und langsam schritt er auf den Dämon zu, der wohl etwas verwundert darüber war das sein Gegner noch aufstehen konnte.
Immer und immer wieder spuckte er Blut aus, wobei er vollkommen auf den Wächter fokussiert war. Er machte einen Schritt nach dem anderen auf den Dämon zu. Dieser blieb ruhig stehen, hob dann die Hand und plötzlich schoss ein kleiner Feuerball daraus. Dieser traf Scipio genau ind ie Brust. Der waldstreicher taumelte etwas zurück und Schritt dann weiter. Der Dämon schoss noch ein Feuerball. Dann noch einen und noch einen und noch einen. Er setzte dem Krieger ordentlich zu, doch dieser ging wider der unvorstellbaen Schmerzen weiter und weiter auf ihn zu. Nur noch wenige Schritte trennten die Gegner voneinander. in weiteres mal hob der Dämon die Hand und ließ seine Magie wirken. Dann blieb Scipio stehen. Sie standen genau voreinander, blickten sich an, etwa eine halbe Minute, dann holte der Gildenlose aus und schlug dem Wächter mit der Faust ins Gesicht.
Der Kopf des Dämonen zuckte kurz nach hinten, dann nahemn die beiden wieder die vorige Position ein. Jetzt schlug der Dämon zu, worauf der Krieger in einem kleinen Bogen zu Boden fiel.
Er ging kurz in die Hocke, stand dann auf und schlug noch einaml zu. Das ging kurz so hin und her, bis beide ein paar Schritte zurück machten, ihre Waffen hoben und aufeinander zustürmten. Der Speer und das Schwert tarfen sich und erneut wurde der Waldstreicher zu Boden befördert.
Er würde nicht aufgeben. Er würde kämpfend sterben und wenn die Götter es wollten, würde ein Wunder geschehen und e würde gewinnen. Doch auf jeden fall, wollte Scipio Cicero ehrenvoll sterben und nicht bis zum Tod in der gegend herumgeworfen werden. Er wollte kämpfen.
|
| 16.06.2003 02:51 | #60 |
| manmouse |
Alleine im Wald ....
Mitten in der Nacht wurde Esteron wach, starrte empor zu den Sternen und den schwarzen Ästen der umherstehenden Bäume. Lehna lag an ihn geschmiegt, und wimmerte ab und an, während neben ihnen die Reste des Feuers glühten. Der Wanderer blickte auf, die anderen lagen ebenfalls neben der Glut und waren trotz allem nur als Umrisse zu erkennen. Feuchtigkeit stieg vom Boden hoch und sammelte sich in dicken nebeligen Dunstfladen. Es war schneidend kalt und Esteron auf einmal hellwach.
Irgendetwas hatte ihn geweckt. Nur was?
Langsam und mit aller Vorsicht versuchte er aufzustehen um die anderen nicht zu wecken. Lehna murmelte unwillig und der Wanderer gab ihr einen langen Kuss auf ihre kalte Stirn. Die junge Frau fror wie Espenlaub.
Milde lächelnd entledigte sich Esteron seines Umhangs und legte ihn behutsam über seine Geliebte. Dann stand er Vollendens auf und machte sich auf den Weg. Er musste wissen was ihn da geweckt hatte. Sollte er einen der anderen wecken? Der Wanderer wog kurz die Situation ab, entschied für sich selbst das die anderen ihren wohlverdienten Schlaf brauchten, und stapfte dann schließlich alleine in die Dunkelheit.
War da etwas?
Esteron setzte vorsichtig und so leise, wie er es von dem Waffenmeister gelernt hatte, einen Fuß vor den anderen in die nassen Tannennadeln, die hier zur Genüge unter den Bäumen lagen. Leise zog er seine Einhandwaffe und hielt sie angespannt in seiner rechten Hand. Der Wanderer war nervös, seine Handmuskeln umschlossen den Schwertknauf und zerbarsten fast dabei. Leichter Angstschweiß trat ihm auf die Stirn.
Nichts!
Der Wanderer stand gut zweihundert Meter von dem kleinem Lager entfernt in der Dunkelheit. Nur das Vollmondlicht das mit dem hellen Glitzern, durch die Baumwipfel trat wies ihm den Weg. Er hatte doch was gehört?
Warum lief er hier im Wald umher, anstatt neben den weichen Körper von Lehna liegen zu bleiben?
Er benahm sich wirklich manchmal wie ein Anfänger. Und das ohne sein eigentliches Zutun.
Langsam wurde es kälter und die Kälte schlug ihm gegen den Magen. Sein Bauch schmerzte irgendwie. Allem Anschein nach, eine Geisel der Angst.Der Wanderer wollte sich gerade abwenden und zu seinen Gefährten zurückkehren als er es sah. -
Ein Umriss der vor ein paar hellen Zweigen hockte und ihn beobachtete. Esteron kniff die Augen zusammen, es waren weitaus mehr als er sich vorgestellt hatte, und sie hatten ihn.....
|
| 16.06.2003 03:21 | #61 |
| Die Inquisition |
Das kalte Mondlicht brach sich in einer geschliffenen Erzklinge. Ein kleiner Zweig knackte unter der Sohle eines Stiefels. Sonst nichts.
"Keine Bewegung. Kein Mucks. Oder du bist tot."
Die kalte Erzwaffe legte sich von hinten auf Esterons Schulter, die Stimme war leise und kälter als der Gletscherwind. Der junge Wanderer blieb überrascht wie angewurzelt stehen.
Eine weitere Gestalt löste sich aus dem Schatten zweier Bäume, ein langer schwarzer Mantel war über ihre Schultern geworfen, konnte die darunterliegende, blutrote Plattenrüstung jedoch nicht ganz verbergen. Der hochgewachsene Mann hielt eine massive Armbrust in der Hand, auf der ein flaches hölzernes Magazin aufgesteckt war. Eine Kurbel befand sich an der Seite.
"Sieh an, wen haben wir denn da. So allein unterwegs?"
Der Krieger musterte Esteron, bevor er fast schon behutsam das Schwert des Wanderers an der stumpfen Klinge nahm und es seinem Besitzer aus der Hand zog."Wir wollen doch niemandem wehtun."
"Er gehörte zu Frost.", bemerkte der Mann, der hinter Esteron stand und ihm seine Waffe an den Hals drückte. Der andere Inquisitionsgardist nickte nur und sah ihrem 'Fang' in die Augen. Der Blick des Mannes war eiskalt und abschätzend."Vielleicht weiß er ja etwas."
Ohne Eile drehte er sich um und stapfte in den Wald davon, Esteron wurde unsanft nach vorn gestoßen...
|
| 16.06.2003 03:56 | #62 |
| manmouse |
Nicht mehr so alleine im Wald .....
Na Bravo. Da hatte sich der junge Mann ja kräftig in die Trollscheiße geritten! Sie hatten den Auftrag die Inquisition auszuspitzeln, und nun würden sie den Wanderer qualvoll zum reden bringen. Der Auftrag den der Waffenmeister ihnen gegeben hatte, war schon vor Beginn zum Scheitern verurteilt gewesen. Es grenzte an Wahnsinn.
Und nun?
Sie hatten die Inquisition gefunden, oder besser die Inquisition sie. Wirre Gedanken der Verzweiflung, drangen durch den Kopf des Wanderers. Wie lange wurde sie schon von ihnen beschattet? Und warum hatten sie nicht im Schutz der Dunkelheit zugeschlagen. Als die Gruppe geschlafen hatte.
“ Weiter!“ schimpfte die frostige Stimme hinter ihm und schubste ihn nach vorne, so das Esteron ins straucheln geriet.
Lehna. Was war mit Lehna. Er konnte sie jetzt nicht mehr beschützten. Na ja eigentlich war es eher so das sie ihn beschützte. Was würde sie denken, wenn sie wach wurde?
Hoffentlich nicht das sich der Wanderer einfach aus dem Staub gemacht hatte. Das er so lang gewartet hatte bis sie schlief und sie dann im Stich gelassen hatte.
Warum musste er ausgerechnet jetzt diesen Typen in die Arme laufen?
Sie würden ihn ausquetschen, ihn verprügeln. Der Wanderer erinnerte sich an die Nacht, nach dem Tavernenbrand wo sie ihn in die dunkle Zelle gesteckt hatten. Ihn versucht hatten mit Schraubzwingen an den Händen zum reden zu bringen. Und da wussten sie noch nicht das er Frost kannte. Wie lange würde er ihren Foltermethoden standhalten können? Wo sie wussten, das er ihnen womöglich wichtige und kostbare Informationen, gegen seinen Willen zwar, aber auf die Dauer der Folter gesehen, Preis geben würde.
Der Wald um sie herum begann sich langsam leicht zu lichten. Esterons Hintermann stieß ihm unsanft mit seiner Waffe in den Rücken und schubste den Wanderer zu Boden. Der Wanderer konnte sich noch gerade mit seinen Händen abstützen und landete unsanft auf seinen Knien.
Der unsanfte Kerl trat dicht an Esteron heran und begann damit ihm einen Sack über den Kopf zu legen, den er um den Hals herum zuzog.
“ Steh auf! Es geht weiter.“
|
| 16.06.2003 04:44 | #63 |
| Lehna |
Ziemlich allein im Wald...
Lehnas Hand tastete sich suchend durch das feuchte Gras, durch die vertrockneten Nadeln. Doch sie fand nichts. Nur Gras und Schmutz...
Sie riss die Augen auf. Esteron lag nicht neben ihr. Gehetzt sah sie sich um, suchte den Wald mit ihren Blicken nach dem jungen Wanderer ab. Doch sie fand nichts. Angst breitete sich ihn ihr aus, schnürte ihr die Kehle zu, während sie sich hektisch aufrichtete. Erst jetzt merkte sie, das Esteron sie mit seine Mantel zugedeckt hatte. Eine nette Abschiedsgeste...?
Nein, das konnte nicht sein. Ihr Kopf ruckte herum, sie drehte sich auf der Stelle herum. Alle schliefen, nur Esteron fehlte. Der Wald um sie herum war dunkel, dicht, groß. Er schien bereit zu sein, jeden sofort zu verschlingen, der sich zu weit näherte...
"Esteron?"
Ihre Worte waren nicht mehr als ein panisches Flüstern. Nichts. Kein Rascheln, kein Zweig knackte, kein Esteron kam zwischen den Bäumen hervor. Ihr Puls beschleunigte sich, ihre Angst vereinte sich mit Panik. Wo war er? Er konnte doch nicht einfach weg sein! Nach allem was passiert war...
...hatte er sich wohl doch aus dem Staub gemacht. Natürlich hatte er das. Wer wollte schon mit einer Schlächterin zusammen sein?
Plötzlich rannte sie los, in eine zufällige Richtung. Sprang über einige Büsche, achtete nicht auf den Untergrund, kümmerte sich nicht um ihre Umgebung. Sie musste Esteron finden...
Die lief immer tiefer in den Wald, ohne sich umzusehen. Sie spürte nicht, wie dünne Äste in ihr Gesicht peitschten und spitze Dornen an Esterons Mantel zerrten. Eine ihrer Locken verfing sich an einem Ast, sie riss sich los ohne auf den Schmerz zu achten, rannte weiter. Sie musste ihn finden, es konnte doch nicht sein dass er sie allein gelassen hatte...
Einfach so...
Nein, sie konnte nicht mehr allein sein. Sie musste Esteron finden. Obwohl sie wusste, dass sie es garnicht verdient hatte dass er mit ihr zusammen war. Dass er wahrscheinlich genau das richtige tat...
Tränen liefen ihre Wangen hinunter, sie schluchzte unkontrolliert, wobei sie weiterrannte. Nein, das durfte einfach nicht sein. Er konnte sie doch nicht im Stich lassen, ohne ihr auch nur zu sagen dass er ging. Er war nicht nur weg, er hatte sie im Ungewissen gelassen...
Sie wusste nicht, wie lange sie durch den Wald gehetzt war, bis sie die kleine Lichtung erreichte. Aber sie wusste, dass sie nicht weiter konnte. Erschöpft ließ sie sich auf die Knie sinken, sah sich noch ein letztes Mal um. Doch der Wald war genauso leer, kalt und bedrohlich, wie auch am Lagerplatz der Gruppe. Sie verbarg ihr Gesicht in den Händen, krümmte sich zusammen. Ihr Körper bebte, der Strom ihrer Tränen schien immer schlimmer zu werden. Das konnte nicht sein... Sie hatte ihn verlohren...
"Esteron..."
Sie musste weiter. Musste ihn finden. Sie versuchte sich aufzurichten, aber ihre Beine versagten ihr den Dienst, völlig entkräftet stürzte sie der Länge nach auf den Boden. Dreck geriet in ihren Mund, sie spuckte ihn aus, zog sich weiter. Kroch auf den Wald zu. Sie musste Esteron finden. Er konnte doch nicht einfach weg sein... Nein, das durfte einfach nicht sein...
Ihre Hand fuhr über einen Baumstamm, suchte in der Rinde nach Halt, fand keinen. Erschöpft hob sie den Kopf, doch nur den Wald sah sie. Nur den Wald..."Esteron..."
Sie schluchzte verzweifelt, ihre geröteten Augen starrten zum Himmel. Zum Mond. Der Krater hatte sie verschlungen...
Völlig am Ende rollte sich Lehna auf dem nassen Boden zusammen, schlang Esterons Mantel eng um ihren zitternden Körper und weinte.
Sie war allein...
|
| 16.06.2003 08:55 | #64 |
| Krieger-BP |
Zwei kugelrunde braune Augen tauchten plötzlich in dem leicht mit Licht durchsetzten Wald auf. Es war früh am Morgen, als Krieger erwachte. An einem Baum gelehnte, sah er jedoch keinen Grund aufzustehen. Sein Mantel hielt ihn so kuschelig warm, er wäre am liebsten für immer dagesessen. Die Glut des einst so hoch lodernden Feuers glimmte nur noch schwach vor sich hin, kaum zu glauben, dass dort einmal eine Naturgewalt tobte, die die Wanderer wärmte. Kriegers Blicke schweiften über die Gruppe. Da war Gardiff, der Gildenlose. Irgendwie hatte er sich verändert. Seine besonderen Merkmale stehen wohl in seinem Pass, an den Grenzen ließ man ihm passieren und wenn es regnete würde er wohl nicht nass werden. Ein typischer Außenseiter, bei Feiern abseits sitzend, wird ihn wohl keiner vermissen, wenn er mal nicht ist. Das Leben schlabbert an seinen Arm hinunter, durch die klaffende Wunde, tropft es hinaus aus ihm. Er sollte sie schließen.
Die beiden Anderen, Leon und Satura, ruhten ebenfalls nebeneinander. Schwierige zwischenmenschliche Beziehungen quälten sie wohl, saugten Kraft aus ihnen, vor allem aus Leon. Er würde wohl später mal einer der alten Menschen werden, die kleine Kinder anmeckern, weil sie über den Rasen ihres Vorgartens gehen. Wenn Satura nicht aufpasse würde sie vielleicht auch so werden, oder endete depressiv bei irgendeinem Irren, um vor sich dahinzuvegetieren.
Kriegers Blick sank zu Boden. Wirklich enttäuschend hier. Vielleicht sollte er gehen! Vielleicht sollte er alle mit ihren Problemen versauern lassen, damit er nicht selbst verbittert wird. Rein eigennütziges Denken brachte einen wohl eher voran. Das Leben ist nicht unendlich, weshalb man es nicht mit so etwas verplempern sollte. Viel zu Schade.
Das sollten Esteron und Lehna auch mal sehen und ihre Liebe nicht andauernd über ein hartes Brett, gespickt mit spitzen Stacheln, ziehen.
Apropo, wo waren sie eigentlich? Die hatten sich doch nicht ins Zweisiedlerleben gestürzt oder? Krieger erhob sich und schritt auf deren Schlafplatz zu, musterte besorgt die beiden Spuren, die zu sehen waren. Beide führten in unterschiedliche Richtungen. Hatten sie sich gezankt? Alleine herumlaufen ist vielleicht nicht das Wahre in den Wäldern hier!
Besorgt löschte Krieger die Glut und weckte die restlichen Gruppenmitglieder, um ihnen von Esteron und Lehna zu erzählen. Wenn Esteron nun in Schwierigkeiten war, konnte er noch nicht gehen. Er musste so wohl gezwungener Maßen hier verweilen. Einen Freund im Stich lassen; Nein danke!
So sammelte er seinen sieben Sachen zusammen, packte sie in den Rucksack, zog sich seinen Mantel fester um und schaute noch einmal, ob die Waffen locker saßen. Der Tau des Morgens lag noch sanft auf allen Kleidern. Das Leben kommt mal wieder voll von vorn und beschert neue Proben, hoffentlich verlangen diese nicht ihren Preis. Nein, bitte nicht. Krieger senkte den Kopf und wartete auf die Anderen. „Wohin werden wir gehen? Die eine Spur hat kleinere Fußabdrücke, also eher Lenas, dann gehört die andere wohl eher zu Esteron! Teilen wir uns oder suchen wir zusammen erst den einen oder den anderen?“ Krieger fischte im Trüben, er wusste wirklich nicht, was er machen solle...
|
| 16.06.2003 11:08 | #65 |
| Satura |
Widerwillig öffnete Satura die Augen. "Was..?" grummelte sie verschlafen als sie in Kriegers Augen sah.
"Steht auf, es gibt Probleme." Was konnte so früh morgens schon so wichtig sein? Murrend setzte Satura sich auf; es war kalt, und über dem Nachtlager der Gruppe hing ein schwerer Nebel.
"Lehna und Esteron sind verschwunden." sagte Krieger.
Die Amazone sah ihn aus ihren grünen Augen an und gähnte. "Na und? - Lass sie doch ihren Spaß haben." Irgendwie war sie noch zu müde, ihre Gedanken zu schwer, um zu begreifen.
Leon schien verstanden zu haben - er stupste sie mit dem Ellbogen in die Seite. Krieger deutete auf die Spuren, die in dem feuchten Waldboden unschwer zu erkennen waren.
Mit einem Schlag war Satura hellwach. Warum bei Beliar hatten die beiden sich aus dem Staub gemacht? - Alleine, hier in Gorthar. Die Amazone schüttelte ungläubig den Kopf. Anscheinend waren sie auch noch beide in unterschiedliche Richtungen gerannt.
"Aber warum?" sie sah fragend in die nun kleiner gewordene Runde. Kollektives Achselzucken folgte; sie waren ratlos. "Ich würde mal sagen, wir bleiben zusammen und verfolgen eine Spur. Wenn wir uns auch noch trennen... Wer weiß, was passiert ist; vielleicht sind auch die Banditen noch in der Nähe und wollen uns eine Falle stellen?"
|
| 16.06.2003 12:24 | #66 |
| Tak |
Irgendwo im Wald....
Die Geräusche der Vögel waren verstummt, der Wind schien kalt und schneidend zu sein, wie der Hauch eines Grabes. Das Rauschen der Bäume klang eher ängstlich denn majestätisch, als wollten sie vor dem fliehen was da auf sie zukam. Nicht einmal das Licht der Sonne, die sich langsam wieder hinter den abziehenden Sturmwolken blicken ließ, schien zu wärmen wie sonst immer.
Einige Wassertropfen perlten von der glatten, matt glänzenden Oberfläche einer hölzernen Rüstung, fielen herunter um auf eine geschliffene Klinge zu treffen, ihren Weg fortzusetzen und letztenendes auch von ihr abzuperlen. Nicht hörbar was das Geräusch, wenn sie auf dem durchnässten Waldboden landeten. Um so hörbarer war der schnaufende Atem der Kreatur zwischen den Bäumen. Die schmutzbraune, schuppige Haut dampfte, wenn die Feuchtigkeit der Regentropfen sie berührte. Drei rasiermesserscharfe, fast fünfzig Zentimeter lange Klauen befanden sich an jeder ihrer Hände, während die Füße an die von großen zweibeinigen Echsen erinnerten. Der lange, dünne Schwanz, der am Ende mit spitzen Hornstacheln bewehrt war, peitschte unruhig hin und her und riss dabei tiefe Wunden in die Rinde eines Baumes. Das Wesen öffnete die länglichen, mit nadelspitzen Zähnen besetzten Kiefer zu einem herausfordernden, infernalischen Fauchen. Rotglühende Augen musterten den Sterblichen vor ihm...Mit einem leisen Rauschen zerschnitten zwei langsam rotierende Stahlklingen die feuchte Luft. Ruhig ließ Tak seinen Speer mit einer Hand kreisen, während er seinen Feind musterte. Nein, ein natürliches Lebewesen war das nicht. Eher etwas dämonisches.
Der Blick des Druiden wanderte zum Himmel. Vom Himmel her waren sie gekommen. Aus dem Osten. Dort musste etwas sein...
Er senkte den Kopf wieder, musterte kalt die vor ihm stehende Kreatur. Einige Äste brachen, als der Dämon sich langsam auf Tak zu bewegte. Dieser stand noch immer völlig ruhig da, machte keine Anstalten zu reagieren. Scheinbar.Der Dämon stieß sich ansatzlos vom Boden ab, sprang mit einer unerwarteten Geschmeidigkeit auf Tak zu. Blitzartig stießen die langen Klauen vor, bohrten sich in die weiche Erde an der Stelle, an der kurz vorher noch Tak gestanden hatte...
Der schuppige Kopf den Dämonen ruckte mit einem erbosten Schnaufen herum, der geschmeidige Körper wirbelte herum, schoss nach oben. Taks stieß die Füße nach unten, die eisenbeschlagene Sohle seines Kampfstiefels kollidierte mit dem Unterkiefer des Dämonen. Die Magie des Druiden verstärkte den Treffer noch, die Höllenkreatur wurde nach unten gestoßen, Tak noch ein Stück höher in den Himmel katapultiert. In der Luft vollführte der Druide eine elegante Drehung, ein silbriger Blitz raste nach unten, einen Augenblick später bohrte sich die Klinge des Wurfmessers in die dunkelbraune Schuppenhaut des Dämonen. Dickflüssiges Blut, so dunkelrot, dass es fast schon schwarz erschien, sickerte aus der Wunde. Die Höllenkreatur gab ein erbostes Fauchen von sich, wirbelte ihre Klauen mit unnatürlicher Schnelligkeit und auch einer gewissen Eleganz drohend durch die Luft...
Tak raste im freien Fall auf das infernalische Wesen zu, sein Speer zeigte senkrecht nach unten, die geschliffene Klinge deutete auf den Kopf des Dämonen. Die Kreatur brüllte auf...
Die Pranke des Dämonen krachte gegen Taks gepanzerte Hüfte, knackend bohrte sich die Klinge der Harpyenfeder in den Schädel des Wesens. Die schuppige Haut bildete kein Hindernis, ebenso wenig wie die harten Knochen. Ein Ruck fuhr durch Taks Körper, er wurde zur Seite geschleudert, zähes Blut spritzte auf die matt glänzenden Panzerplatten seiner hölzernen Rüstung. Mit einem Geräusch, als würde Holz bersten, brach der Schädel des Dämonen in zwei Teile, bedingt durch die Hebelwirkung des Speeres, als die Kreatur Tak mit ihrem Hieb zur Seite schleuderte. Der Druide stieß sich vom Körper seines Gegners an, schlug einen Salto in der Luft und landete sicher ein Stück entfernt auf dem Boden, seinen Speer drohend um seinen Körper wirbeln lassend.
Das war aber eigentlich nicht mehr nötig. Der Dämon taumelte, sein Kopf hing in zwei Hälften gespalten vom Körper. Das dunkle Blut lief langsam wie Honig die schuppige Haut hinunter, hellere Klumpen rutschten in den zähflüssigen Strömen mit. Kraftlos brach der sehnige Leib zusammen, plumpste auf die grasbewachsene Erde. Die langen Klauen zuckten ein letztes Mal, verkrampften sich im Todeskampf.
Tak erhob sich langsam, ließ seinen Speer sinken, betrachtete ungerührt seinen reglosen Gegner. Sonderbar, das Vieh wirkte irgendwie... sterblich. War wohl kein allzu mächtiges Exemplar, eher ein Arbeitstier. Wie bei einem Ameisenstaat...
Der Druide trat ohne Eile an seinen toten Feind heran. Ameisenstaat. Ein Ameisenstaat schickte seine Soldaten aus. Scheinbar ein Dämonenstaat auch. Der Blick des Gildenlosen glitt zum Himmel. Woher kam das Vieh? Wo war die Burg? Wo war die Königin des Staates? Irgendwo im Osten...
Er sah wieder zu dem Dämon. Betrachtete den gespaltenen Schädel. Das weiche Gehirn lag offen. Gehirn. Sonderbar, wie viele Gemeinsamkeiten es gab zwischen Sterblichen und Arbeiterdämonen...
Der Druide kniete sich nieder, zog seine Handschuhe aus. Seine Fingerkuppen strichen langsam über das offenliegende Dämonenhirn. Es war glitschig, fühlte sich an wie ein Schwamm. Elastisch wurde es durch die Berührung eingedrückt. „Na, wo versteckst du dich?“, knurrte Tak leise, mit einem Ruck krümmten sich seine Finger, bohrten sich in das weiche Gewebe und rissen eine Handvoll des höllischen Gehirns heraus. Der Druide betrachtete das unförmige Etwas auf seiner Hand kurz, beobachtete wie das klebrige, fast schwarze Blut in Form von langen Fäden von seinen Fingern tropfte. Er schnupperte kurz, es war Geruchlos. Man konnte es nicht greifen, eher spüren...
Du bist, was du isst. Tak grinste diabolisch, vielleicht ein wenig belustigt, und riss einen kleinen Klumpen des Gehirns ab. Er öffnete den Mund, zögerte unmerklich und ließ das Stück Dämonengehirn dann in selbigem verschwinden...Es schmeckte bitter und gleichzeitig scharf, fast schon ätzend. Aber dennoch nicht einmal schlecht. Ungewohnt, aber nicht schlecht. Tak kaute kurz darauf herum, allerdings zerfiel es schon fast wenn es den Gaumen berührte, und schluckte das Zeug schließlich hinunter.
So, nun würde er ja sehen, was an dem Spruch so dran war...
Zunächst geschah nichts. Tak wartete, starrte einfach ziellos geradeaus ins Dunkel des Waldes. Hinter sich vernahm er die bedächtigen Schritte eines Schattenläufers auf der Jagd, doch er drehte sich nicht um. Wozu auch, das Tier schien seine Anwesenheit nicht einmal zu bemerken.
Dann endlich tat sich etwas. Es fühlte sich an als würde sich sein Inneres erhitzen, ausgehend von einem Ofen in seinem Magen griffen dünne, heiße Fäden nach seinen Zellen und Nerven. Doch die Hitze war nicht einmal unangenehm. Ungewohnt zwar, wie der Geschmack des Gehirns, aber nicht unangenehm.Die Hitze kroch langsam seinen Hals hinauf, seinen Kiefer. Sein Blick verschwamm, als sie seine Augen erreichte, die Welt flimmerte wie die Luft über einer Flamme. Langsam wurde das Flimmern stärker, verzerrte die Welt vor seinen Augen bis ins surreale, veränderte sie schließlich. Der Wald schien regelrecht in Stücke gerissen zu werden, an seine Stelle trat zuerst schwäre, dann Feuer. Unfassbare Gedanken zuckten durch seinen Verstand, ohne es zu bemerken presste Tak die Hände auf die Schläfen. Ein dünner Speichelfaden hing aus seinem Mundwinkel.
Es waren Gedanken die vor Zeiten gedacht worden waren, zu denen vielleicht nicht einmal die Welt existierte, geschweige denn die Menschheit. Gedanken, die nicht für Sterbliche vorgesehen waren, unbegreiflich, scheinbar verworren, und doch von einer übernatürlichen Ordnung und Logik. Alles schien schemenhaft, zusammenhanglos und doch vollkommen klar. Zwiespältig, doch eindeutig...Jahrtausende, nein, Jahrmilliarden vergingen, rasten an Tak vorbei in ihrer seltsamen Unfassbarkeit. Er fühlte sich plötzlich winzig, unbedeutend. Er sah Dämonen, die gegen Lichtgestalten kämpften, Dämonen die mit Dämonen fochten, Tod und Zerstörung auf allen Wegen, an allen Orten und zu allen Zeiten. Finsternis, übermächtig, kontrollierend und gleichzeitig belebend. Den einen Zweck des Seins, Zerstörung zu bringen, zu töten und zu vernichten für den Herren der Unterwelt. Ein Strudel tat sich vor Tak auf, verschlang ihn, Zerstörung, Vernichtung, Gewalt, Tod, Leid...
Seine Finger gruben sich in das nasse Erdreich, er schrie, doch er merkte es nicht.
Kälte, Vernichtung, Finsternis, Unglück, Leid, Tod, Zerstörung, Gewalt, Grausamkeit. Der Sinn des Seins. Die Existenz, Ursache und Folge. Die dunkle Zitadelle - der Grund, der Krieg – die Ursache, der Aufstand – die Folge...
Schwer atmend kniete Tak im nassen Gras, Schweiß perlte von seiner Stirn, vor ihm lag eine blutige Pfütze Erbrochenes. Einige kleine, helle Klümpchen waren darin auszumachen.
Ächzend erhob sich der Druide nach einigen Minuten, nahm seinen Speer, sein Blick wanderte zum Himmel. Nach Osten.
Zur Zitadelle.
Tak stieß sich kraftvoll vom Boden ab, seine Magie katapultierte ihn augenblicklich meterweit in die Luft. Ein Schatten, ein Jäger der Dunkelheit. Mit einem Ziel...
Der heiße Wind ließ den schwarzen Umhang des Druiden flattern, eine sonderbare Finsternis lag über dem Land. Tak kniff die Augen zusammen um sich gegen die feinen Staubkörner zu schützen, sein Blick wanderte über die öde, leblose Landschaft. Der Boden war tot und trocken, durchsetzt von Rissen, der Staub allgegenwärtig. Windteufel waren das einzige, was sich in diesem Gebiet bewegte. Eine gewisse Ähnlichkeit mit dem Schlachtfeld war dieser Gegend nicht abzusprechen...
Dunkle Sturmwolken türmten sich über Taks kopf, schienen aber irgendwie nicht hier her zu gehören. Als hätten sie mit den toten Hügeln selbst nichts zu tun, eher mit etwas anderem, das mit den Hügeln in Verbindung stand.Tak stieß sich einmal mehr vom Boden ab, jagte mit meterweiten Sprüngen die Anhöhe hinauf. Jeder Mensch aus Gorthar hätte ihm sagen können, dass dieses Gebiet wahrlich verflucht war, Legenden gingen um von etwas Grausigem dahinter, zu böse, als das ein Mensch es hätte begreifen können. Niemand kam hier her, und wenn doch, so kehrte er niemals zurück...
Das alles interessierte Tak jedoch nicht. Es war der ort, den der Dämon ihm aufgezeigt hatte, das Nest des Ameisenstaates. Die Zitadelle...Mit einem letzten Satz katapultierte sich der Druide auf eine Klippe, und da war sie. Mächtig und schwarz, drohend und unfassbar ragte sie in den Himmel, schien sich aus dem gepeinigten Boden zu bohren wie die Klaue einer gewaltigen Bestie. Nicht zufrieden damit, die Erde aufzureißen, riss sie auch noch Löcher in den wolkenverhangenen Himmel, ließ die grauen Monster über dem Kopf des Druiden ihre lebensspendende Feuchtigkeit über die Zitadelle ergießen. Diese jedoch war wohl nur darauf aus, alle Möglichkeiten für das Leben zu vernichten. Grelle rote Blitze zuckten von dem Bauwerk aus, zischend wurden Regentropfen in der Luft verdampft, hüllten das finstere Monument in einen weißen Nebelschleier, der die gezackten Konturen verwusch und ihnen ein fast noch gespenstischeres Aussehen verlieh.
Tak löste seinen Speer aus den Halterungen, trug ihn locker in der Hand und ging langsam auf das Bauwerk zu. Er spürte die Macht, die von der Zitadelle ausging, fast schon körperlich. Die Magie an diesem Ort war sehr stark, aber nicht ungebunden, sondern von höllischer, finsterer Natur. Dennoch, mit ein wenig Konzentration sollte es Tak möglich sein, die Energien für sich nutzbar zu machen.
Der Druide schlenderte mit etwas Abstand um die gewaltige Feste herum, betrachtete sie aufmerksam, obwohl sein Blick eher Desinteresse ausstrahlte. Plötzlich hielt er inne. War da nicht etwas, etwas anderes als das Rauschen des Regens und das spannungsgeladene Knistern der die Zitadelle umzuckenden Blitze?Er lauschte kurz, wie ein Raubtier auf der Suche nach Beute.Ja, da war etwas. Metall traf auf Metall. Der eine oder andere leise Schrei wurde ausgestoßen, ob vor Wut oder Schmerz vermochte Tak nicht zu sagen.Der Druide setzte sich wieder in Bewegung, schneller diesmal. Seine eisenbeschlagenen Kampfstiefel hinterließen deutliche Abdrücke im nassen Sand. Er bog um die Zitadelle, dann sah er sie – zwei Männer duellierten sich, einer recht klein, der andere ein Hüne mit einer ungewöhnlich dicken Rüstung. Der Kleine schien flinker zu sein, umkreiste seinen Feind, wich den Schlägen aus, die dieser mit einem mächtigen, reich verzierten Speer austeilte, und hieb seinerseits mit einem Langschwert zu. Doch wann immer die Klinge auf die Rüstung des Hünen traf, prallte sie nutzlos ab.
Und einer von ihnen war kein Mensch...
Tak kniff die Augen zusammen. Der Hüne war ein Dämon. Seine Flügel verrieten es.Der Druide verzog die schmalen Lippen zu einem hämischen Grinsen, die magische Energie der Zitadelle sammelte sich in seiner Hand in Form eines hellgrün leuchtenden Flammenballs. Die Natur war eben neutral, Tak liebte diese Neutralität und damit seine Fähigkeit, sämtliche Magiereserven anzuzapfen, die sich ihm boten...
Zischend fuhr das magische Geschoss einem grellen, grünen Blitz gleich durch die Luft, schlug auf der verzierten Rüstung des Dämonen ein. Ein zweites folgte, ein drittes in schneller Folge. Das Wesen wirbelte herum...
Glühende Augen trafen Taks kalten Blick, den Mann, der von hinten auf ihn eindrosch, schien der Dämon vergessen zu haben. Er wirbelte seinen Speer elegant in der Luft herum, brüllte seinem neuen Feind eine gutturale Herausforderung entgegen. Tak nickte nur, seine Hand schloss sich fester um den Schaft der Harpyenfeder, er winkte den Dämon heran. Dessen narbige Fratze verzog sich zu einer wütenden Grimasse...
Ansatzlos warf sich der Dämon nach vorn, seine schweren Schritte wirbelten rötliche Staubwölkchen auf. Rauschend zerschnitten rasiermesserscharfe Speerklingen die Luft – und nur diese...
Tak stieß sich vom Boden ab, der Hieb des Dämonen traf nur die Leere unter ihm. Der Druide rammte seine Füße in die narbige Visage seines Gegners, sein Speer wirbelte herum, hinterließ blutige Wunden in den Flügeln der Höllenkreatur, bevor sich Tak vom Gesicht seines Gegners erneut abstieß und einen Augenblick später sicher auf den Füßen landete. Als sein Gegner erbost herumwirbelte zuckte seine Hand unter seinen Umhang, schnellte wieder hervor. Mit einem leisen Pfeifen zerschnitt ein silbriger Blitz die Luft, das Wurfmesser raste scheinbar unaufhaltsam auf den ungepanzerten Hals des Dämonen zu...
Eine riesige Hand zuckte reflexartig nach oben, das Messer wurde mitten im Flug gestoppt, kurz bevor es sein Ziel erreicht hatte. Tak zog kurz die Augenbrauen nach oben, der Dämon hielt diabolisch grinsend die Klinge des Wurfmessers. Er holte aus, sein Arm schoss vor, einen Herzschlag später wirbelte das Messer auf seinen Besitzer zu. Diesmal war es an Taks Hand, vorzuschnellen. Der Druide wirbelte herum, riss das Wurfgeschoss aus seiner Bahn und kompensierte die Kraft des Dämonen. Eine Drehung um die eigene Achse später stand Tak wieder ruhig da und hielt das Messer in der Hand.
„Danke.“
Mit einer beiläufigen Bewegung steckte er die Wurfwaffe wieder weg, um erneut seinen Speer locker rotieren zu lassen und den Dämon wartend zu mustern. Die Höllenkreatur schnaubte erbost, stieß sich vom Boden ab. Die mächtigen Schwingen zerteilten die Luft, trugen den gepanzerten Körper in die Höhe. Tak ging kurz in die Knie, katapultierte sich dann mit Hilfe seiner Magie nach oben. Sein flatternder Umhang glich fast einem Flügelpaar, man könnte glauben zwei flugfähige Wesen auf aufeinanderprallen zu sehen...
Und etwas anderes als ein Aufeinanderprallen war es auch nicht. Krachend trafen die Kontrahenten in der Luft zusammen, kreischend glitt Metall von Metall ab. Tak riss seine Beine hoch, rammte sie gegen die des Dämonen und stieß sich dadurch von ihm ab, vollführte noch einen Rückwärtssalto und landete dann wieder auf der Erde. Allerdings nicht lange, kaum berührten seine Füße den Untergrund, da schnellte er auch schon wieder nach oben. Sein Speer beschrieb einen ausholenden Bogen, die Klinge raste auf den Kopf des Dämonen zu. Dieser riss seine Waffe herum, klirrend traf Stahl auf Stahl. Taks Waffe wurde zur Seite geschlagen, der Druide drehte sich im selben Augenblick in der Luft herum. Da er höher gesprungen war als der Dämon flog, setzten seine Füßen kurz auf den gepanzerten Schultern seines Feindes auf. Er stieß sich von selbigen ab, schoss rückwärts nach oben, um im selben Augenblick auszuholen und seinen Speer auf den Hinterkopf des höllischen Wesens zu schleudern...
Der Schädel des Dämonen ruckte herum, doch es war zu spät. Mehr als überrascht die Augen aufreißen konnte er auch nicht mehr, bevor die geschliffene Klinge wuchtig auf seine narbige Stirn traf, sich durch den Schädelknochen bohrte und in seinem Kopf stecken blieb...
Tak landete sicher ein Stück entfernt von seinem Gegner, dessen Flügelschläge chaotisch und unsicher wurden. Die Kreatur taumelte kurz in der Luft, um dann wie ein Stein zu Boden zu stürzen. Krachend landete der Dämon auf der durchweichten Erde, seine Rüstung schepperte, seine Waffe rutschte ein Stück weg.
Tak betrachtete den besiegten Gegner kurz und stapfte dann zu ihm, um ihm mit einem Ruck die Harpyenfeder aus dem Kopf zu ziehen. Anschließend beachtete er das wesen nicht weiter, nur eine weitere unwichtige Leiche auf seinem weg, nichts bedeutendes...
Sein Blick fiel auf Scipio, der erschöpft und etwas überrascht auf dem Boden saß.
„Ich will alles wissen.“, meinte Tak kühl, betrachtete wieder die mächtige Zitadelle. Scipio überlegte kurz wie er reagieren sollte, begann dann aber zu erzählen. Vom Windfetzer und der Zitadelle, von den Dämonen.Tak nickte langsam als er geendet hatte und warf einen Blick in das geöffnete Tor. Das Innere war finster, es glich eher dem Schlund eines gewaltigen Ungeheuers denn dem Eingang zu einer Feste. Das interessierte Tak allerdings nicht weiter, er ging ruhig an Scipio vorbei und betrat die Zitadelle. Einige Schritte hinter der Schwelle blieb er stehen und drehte sich um, musterte kühl den Waldstreicher, der ihm noch nicht gefolgt war.
„Wo bleibst du?“
|
| 16.06.2003 15:02 | #67 |
| Lehna |
Irgendwo anders im Wald, orientierungslos, allein, verzweifelt...Lehna presste sich eng an die Ringe des Baumes, es schien fast als wollte sie mit der Pflanze verschmelzen. Ihre Hände umklammerten krampfhaft den Griff ihres Schwertes, die Erzklinge schimmerte ein wenig im Licht der wenigen Sonnenstrahlen, die durch das. Ihr Atem ging flach und schnell, ihr Herzschlag dröhnte ihr wie eine Kompanie Soldaten in den Ohren. Wenn ihr Geruch sie nicht verriet, würde ihr Herz es tun...
Mit vor Angst geweiteten Augen suchte sie die Gegend gehetzt nach irgend einem Ausweg ab, doch sie fand keinen. Nur Büsche und Bäume gab es. Sie hörte, wie der Schattenläufer geräuschvoll die Luft einsog, seine Pranken auf die weiche Erde setzte. Ein Stöckchen zerbrach leise unter dem Gewicht des Raubtieres. Lehna konnte die Anwesenheit des Schattenläufers förmlich spüren, höchstens fünf, sechs Meter trennten sie von der gewaltigen Bestie. Kalter Schweiß lief ihre Stirn hinunter, sie versuchte das Zittern ihres Körpers zu unterdrücken, schaffte es aber nicht ganz. Panische Angst schnürte ihr die Kehle zu, schien ihre Innereien zerquetschen zu wollen. Sie spürte das Verlangen danach, einfach wegzurennen, weg von diesem Wald, weg von dieser Kreatur...Sie schloss kurz die Augen und schluckte, drückte die kalte Erzklinge ihres Schwertes eng an ihren Körper. Noch hatte der Schattenläufer sie nicht bemerkt und schlich an dem Baum vorbei, hinter den sie sich versteckte. Vorsichtig, darauf bedacht kein Geräusch zu verursachen, rutschte Lehna ein Stück den Baum herum, um nicht doch noch von dem Raubtier erspäht zu werden. Die presste die Lippen aufeinander, versuchte sich selbst einigermaßen zu beruhigen. Ein Unterfangen, dass ihr nicht so ganz gelingen wollte...
Der Schattenläufer blieb stehen. Lehna hörte, wie er schnupperte. Sie hielt die Luft an und schloss die Augen, jederzeit meinte sie zu hören, wie das Tier sich ihrer Position näherte, sie entdeckte, ihren Kopf mit einen Hieb seiner Pranken zerschmetterte und seine schraubstockartigen Kiefer sich um ihren Hals schlossen.
Aber nichts geschah.
Nach einer weile ging der Schattenläufer weiter, doch nicht in Lehnas Richtung sondern weg von ihr. Sie wagte es wieder Luft zu holen, blieb aber an den Baum gepresst stehen. Die Schritte des Raubtieres entfernten sich, waren bald nicht mehr zu hören...
Lehna blieb unbeweglich stehen, wartete. Sie wusste nicht auf was, sie wartete einfach und drückte sich gegen die Rinde. Wie lange sie das tat konnte sie auch nicht sagen. Minuten? Stunden?
Jedenfalls nicht ewig. Irgendwann sackte sie einfach kraftlos zusammen, ihr Schwert entglitt ihrer Hand und plumpste neben ihr ins Gras. Sie rutschte den dem knorrigen Stamm hinunter, blieb hocken, stützte ihre Ellenbogen auf ihre Knie und verbarg ihr Gesicht in ihren Händen. Sie schluchzte verzweifelt, spürte erneut die warmen Tränen auf ihren Handflächen. Warum nur? Warum hatte Esteron nicht einmal etwas gesagt, bevor er gegangen war?
Seit gestern Nacht, als sie einfach ohne zu überlegen in den Wald gestürmt war, hatte sie weder geschlafen noch etwas gegessen oder getrunken. Sie fühlte sich schwach, erschöpft, war allein und hilflos. Die Orientierung hatte sie schon längst verlohren, sie stolperte durch den Wald wie ein Blinder durch ein Labyrinth...
Trotzdem würde sie weitersuchen, auch wenn ihre Vernunft sagte das es Schwachsinn war, sie würde weiter nach Esteron suchen bis sie irgendwann kraftlos zusammenbrach und abkratzte, wenn sie nicht vorher von einem anderen Schattenläufer, ein paar Snappern, einem Wolfsrudel, einer Räuberbande oder sonstwas erwischt wurde...
Sie zog Esterons Mantel enger um ihren zitternden Körper, das Kleidungsstück erschien ihr fast wie ein Strohhalm im reißenden Fluss, wie ein Heiligtum. Ihre letzte Erinnerung an Esteron, mehr würde sie wahrscheinlich nicht mehr von ihm sehen, bevor sie hier im Wald verreckte...
Mühsam rappelte sie sich auf, ließ ihren verschwommenen Blick über die Umgebung streifen. Wo sollte sie jetzt hin? Sie wusste es nicht, woher auch. Einfach irgendwohin. Zu Esteron...
Sie schniefte leise, wischte sich eine Träne aus dem Augenwinkel, anschließend sammelte sie ihr Schwert auf und trottete leicht torkelnd weiter. Sie musste ihn finden, unbedingt...
|
| 16.06.2003 17:09 | #68 |
| Satura |
Der kleine Trupp hatte nach einigen Diskussionen beschlossen, Lehnas Spuren zu folgen, da sie frischer waren, und man sich einig war, dass Lehna gefährdeter war... in welcher Hinsicht auch immer.
Krieger und Gardiff gingen voran, den Spuren, die sich in den weichen Boden eingedrückt hatten, folgend. Sie führten immer tiefer in den Wald, und mit jedem Meter wurde das beunruhigende Gefühl, das sich in Saturas Herz festgesetzt hatte, intensiver.
Leon ging neben ihr, offensichtlich ebenfalls in Gedanken versunken. Kommentarlos hatten die beiden dem Templer und Gardiff die Führung überlassen; Krieger schien froh, beschäftigt zu sein - Satura hatte dass Gefühl, dass es ihn und Gardiff störte, dass sie und Leon sich dem Trupp angeschlossen hatten. Der einzige, der darüber froh gewesen zu sein schien, war Esteron. Sie mochte den jungen Wanderer; er hatte eine sehr feine Art, mit anderen Menschen umzugehen, vor allem auch mit Lehna, an der er einen Narren gefressen zu haben schien. Doch nun war er weg... und Lehna auch. Was hatte das nur zu bedeuten?
Es regnete nicht mehr, doch ein feuchtkalter Nebel hatte sich über den Wald gelegt und hüllte die Bäume in ein gespenstisch weißes Gewand.Aus der Ferne war ein Vogelschwarm zu hören, der wohl durch irgendetwas aufgeschreckt worden war, doch von Lehna war nichts zu sehen - nur ihre Spuren.Satura war über diese Ablenkung nicht unglücklich - so brauchte sie sich nicht mit dem auseinanderzusetzen, was zwischen Leon und ihr war. Wenn etwas war. Bis jetzt hatte sie sich von solchen Problemen gekonnt ferngehalten - sie wußte ja warum. Sie war keine jener Frauen, deren Lebensziel aus einer Hütte mit einem hübschen Garten, einem braven Ehemann und ein paar Kindern bestand. Sie musste grinsen - Leon und sie beim Blumengießen im Vorgarten... Innos sei Dank konnte er nicht in ihren Gedanken lesen. Ihr Gesicht wurde wieder ernst - wenn sie nicht aufpasste manövrierte sie sich da in eine äusserst gefährliche Situation. Die Freundschaft zwischen ihnen war schon angespannt genug gewesen; als wäre ein Fluch über ihnen beiden gelegen. Doch war es je 'nur' Freundschaft gewesen? Satura erinnerte sich an Frosts Worte, der nach dem 'Vorfall' in Gorthar gemeint hatte, dass sie etwas für Leon empfinden würde. Nein, sie hatte es ihm nicht geglaubt - auch jetzt noch nicht ganz - sie hatte sich dagegen gewehrt, fast darüber gelacht.
"Hörst du das auch?" Was? Leon schreckte sie aus ihren Gedanken. "Ja, Vögel halt." Satura zuckte die Achseln. "Hm." Leon sah irritiert gen Himmel, doch das dichte Blätterdach der Bäume und der Nebel versperrten die Sicht.Aber er hatte Recht, das Flattern war immer lauter, immer intensiver geworden - es schien näher zu kommen. Auch Gardiff und Krieger hatten es bemerkt und blieben lauschend stehen.
Intuitiv glitt ihr Blick auf ihr Amulett, das sich... ja, es war heiß! Es leuchtete, gleißend rot war das Licht. Entsetzt starrte Leon auf ihr Dekolleté. Die Gruppe blieb stehen... Irgendetwas stimmte hier ganz und gar nicht!
Die Amazone zog ihr Schwert, das leicht und fast geräuschlos aus der ledernen Scheide glitt, und die anderen taten es ihr gleich.
Jetzt erst verstand Satura, was Leon so irritiert hatte... Das flappende Geräusch einer Vielzahl von Flügeln, das nicht nach den Flügeln von Vögeln klang. Kein Gefieder zierte diese Flügel; es war ein Geräusch als wären sie aus Leder, nur Haut... Und plötzlich begann der Wald um sie herum zu leben; ein Rascheln und Knacksen, das widerliche Kreischen deformierter Mäuler. Schwarze Körper regneten vom Himmel, materialisierten sich aus dem wabernd-weißen Nichts und ließen sich auf den Bäumen nieder. Viele kleine, scharfe Äuglein beobachteten die Gruppe, abwartend, abschätzend.
Das Kreischen war verstummt, und eine schreckliche, tödliche Stille hatte sich über den Wald und über die kleine Gruppe gelegt. Es mussten an die vierzig dieser kleinen Monster sein.
Sie waren schwarz und haarlos, gingen Satura vielleicht bis zum Knie, doch ihre Füße waren mit rasiermesserscharfen Krallen bewehrt, und ihr Maul war das eines Raubtieres.
"Das.. das sind zuviele!" keuchte Satura. "Was sollen wir tun?"
Die kleinen Dämonen ließen ihnen keine Zeit zur Entscheidung. Sie griffen an.
Eine schwarze Wolke stob hoch, und seltsamerweise schien ein Teil der Gruppe davonzufliegen... - Sollten es vielleicht nur Späher gewesen sein? Doch etwa die Hälfte der missgestalteten Kreaturen stieß im Sturzflug auf die kleine Gruppe hinunter.
Satura taumelte überrascht zurück, als ein ledrig kühler Körper gegen ihre Stirn klatschte und gleich darauf von hinten wieder angriff, während mindestens drei weitere aus den anderen Himmelsrichtungen angriffen.
Schnell fasste sie sich wieder und ließ ihre Klinge in weitem Bogen durch die Luft sausen, wobei sie eines der Biester von seinem Kopf befreite. Der tote Körper fiel zu Boden, und eine grünliche, hochviskose Flüssigkeit trat aus der Wunde. "Kämpfe!" rief sie Leon zu. "Stell dich mit dem Rücken an meinen!"
Ihr Rufen wurde von dem Kreischen der angreifenden Dämonen mitgerissen und hinfortgetragen...
Im nächsten Moment bohrte sich eine spitze Klaue in die noch recht frische Wunde in ihrem Unterarm und die Amazone stöhnte vor Schmerz auf, als sie spürte, wie gerade heilendes Fleisch und Muskelfasern erneut durchtrennt wurden. Sie verpasste dem Biest eine mit dem Schwertknauf, worauf ein ohrenbetäubendes, schrilles Kreischen den Nebel zerriss, und die anderen Tiere nur zu noch aggressiverem Angreifen anzustacheln schien...
|
| 16.06.2003 17:58 | #69 |
| Skeleon |
Der junge Dieb folgte Satura's Aufforderung und stellte sich Rücken an Rücken mit ihr. Sirrend wurde das Langschwert aus der ledernen Scheide gezogen, ehe die Luft von dem dumpfen Stahl durchschnitten wurde.
Unkoordiniert aber schnell wirbelte Leon die Klinge durch die Luft, mal in Form einer Acht, mal eine Kette von Links-Rechts-Schwüngen oder einfaches Hin- und Hergeschlage.
Mit geringem Widerstand traf das Schwert auf eine der kleinen, ledrigen Kreaturen und durchtrennte Fleisch und Haut in einem Zug. Er spähte zu Gardiff und Krieger hinüber, die nach dem Angriff auf Satura sofort reagiert hatten - mit ihren Waffen prügelten sie sich geschickt und schnell durch die Kreaturen. Satura stöhnte auf und Leon sah aus den Augenwinkeln, wie sie einer der Kreaturen einen heftigen Schlag gegen den Schädel verpasste. Schrill quiekend fiel das Wesen plump wie ein Stein zu Boden, grünes Blut lief ihr aus dem zertrümmerten Schädel.
Dem letzten Aufschrei des Dämons folgten mindestens fünf der anderen - von dem Baumwipfeln herab ließen sie sich sinken und jagten auf Satura zu - auf Satura's Verletzung.
Als sich fast ein Dutzend kleiner Klauen in ihren Arm schlugen schrie sie auf und versuchte, die Teufel abzuschütteln.
Leon zerlegte einen zweiten Dämon, ehe er sich zu ihr umwandte und mit schwachen, schnellen Fausthiebn drei der Wesen beiseite schlug, die anderen beiden ließen von Satura ab und schwangen sich in die Lüfte empor. Satura's Unterarm war von frischem Blut benetzt, obwohl die Wunden nicht tief gingen. Mit einem Ächzen wankte sie einen Schritt zur Seite und lehnte sich an einen der dickberindeten Baumstämme, jetzt gesprenkelt vom grünen Blut der Teufel, das Schwert noch immer in der Rechten haltend, den linken Arm schützend an den Körper gepresst.
Der Geruch des frischen, menschlichen Blutes ermutigte die verbliebenen Dämonen - als der erste Bluttropfen zu Boden fiel ließen sie plötzlich von Krieger und Gardiff ab und jagten zu Satura hinüber. Im Flug traf Leon noch eine der Kreaturen, Satura zerschlug eine weitere, als sie sich eben auf ihrem Arm niederlassen wollte und die anderen stoben auseinander.
Schrill vor sich hin schreiend und quiekend flogen die letzten der Wesen über die Baumwipfel und verschwanden aus Sicht- und bald darauf auch aus Hörweite.Leon ließ sein Schwert fallen wo er stand und stolperte zu Satura hinüber. "Ist alles in Ordnung? Was waren das für Biester?!"
Er fasste nach Satura's Arm und blickte auf ihre Wunden.
Die winzigen, feinen Klauen hatten ihre Haut geschunden und die alte Wunde wieder aufgerissen aber das Fleisch darunter schien unangetastet. Es musste dennoch höllisch weh tun.
Leon schnappte sich ohne ein weiteres Wort eine ihrer Salben - "Kleine Wunden" stand in Satura's verschnörkelter Schrift darauf - und beschmierte ihren Arm damit, von oben bis unten, bis weit über die Wunde hinaus. Das schmerzhafte Brennen der heilenden Feuernesseln zwang Satura die Zähne zusammenzubeißen.Der junge Dieb packte die Stofffetzen aus, die er in den Tiefen seines Lederbündels verstaut hatte und begann sie zu verbinden - entweder spürte Satura in ihrem Arm nach der Salbenbehandlung nichts mehr oder Leon ging diesmal vorsichtiger vor.
Etwas schief, aber aufmunternd lächelte der Dieb sie an, strich ihr mit der Rechten sanft über die Wange und wandte sich dann langsam, fast zögerlich den anderen zu.
Krieger stand da, von oben bis unten grün gesprenkelt. Gardiff kniete neben ihm und begutachtete eine der Kreaturen ...
Leon wandte sich wieder um, legte Satura's Arm entgegen ihrem Widerstand um seine Schulter und führte sie zu den anderen hinüber, als Gardiff sich gerade aufrichtete.
|
| 16.06.2003 18:25 | #70 |
| Todesfürst |
In Prix Lager
Ein verschlafender Mann erwachte langsam aus dem Tiefschlaf und machte sich auf sich zu erheben. Als er alles erledicht hatte trat er raus. Der Bandit und Prix saßen auf dem Boden und unterhielten sich, schön dass sich die beiden langsam näher kommten, fand er und begab sich auch zu der Gruppe.
"Morgen ihr Zwei, na schon ausgeschlafen?"
"Du schläfst ganz schön lange, naja ich kann mir schon denken warum.""Ach ja?"
"Hehe, vergiss es"
"Pfff...sag mal Bandit, wie ist dein Name, ich will dich nicht immer mit Bandit anreden"
"Ich heiße Ra."
"Ra? Eure Namen werden auch immer kürzer. Na mir solls egal sein, mein Name ist Pergamo, Fürst Pergamo."
"Hehehe"
"Ruhe Prix."
"Ich geh ja schon."
"Ich habe noch einige Fragen an euch, sagt geht es euch besser?""Ja, mir geht's so weit gut aber das war doch nicht eure Frage oder?""Nein, ich will das ihr die Frauen beschreibt. Sagt mir, wie sah die Frau, vor der ihr weggelaufen seit, aus?"
"Hm, keine Ahnung, ich hab nicht draufgeachtet."
"Das hilft mir sehr viel, erinnert euch, es ist wichtig. Irgendein Anzeichen werdet ihr doch noch wissen."
"Nein, nur die Dolche und das schlichte Auftreten, Hose aus Leder, keine Ahnung von was, ein Leinenhemd und die lockigen Haare."
"Und die andere?"
"Hatte keine Dolche, zumindest sah ich keine, ein Schwert, schwarze Haare, sehr schlicht aber sonst."
"Naja danke euch trotzdem. Wisst ihr schon, was ihr nun machen wollt?""Nein. Keine Ahnung, vielleicht in die Stadt."
"Könnt ihr kämpfen?"
"Sicher, aber erwartet keine Heldentaten, ausserdem besitze ich keine Waffe mehr, meine Alte hab ich verloren."
"Hättet ihr Interesse daran bei uns zu bleiben?"
"Wenn ihr mir das gestattet wäre das eine große Ehre für mich.""Nicht so schüchtern mein Lieber, so wird das nichts. Wie alt bist du denn?""17"
"Siehst du ich bin auch nur ein Jahr älter also brauchst du mit mir nicht wie mit einem Opa reden. Ich rede mal mit Prix was er dazu sagt, schließlich ist das sein Lager. Hey Prix komm mal her."
"Was ist?"
"Was dagegen, wenn Ra eine Weile bei uns bleibt? Er könnte sich nützlich machen und desto mehr Leute, dest besser."
"Von mir aus, aber dann werd ich wohl ein drittes Zelt kaufen müssen, hoffentlich bekomm ich das Material."
"Na ja, zuerst kann er ja mal auf der Bank pennen und wenns regnen unterm Vorbau. Ok?"
"Kein Problem."
"Also ich finde wir haben jetzt genug geredet, lasst uns nun das versäumte nachholen. Wie war das mit dem Jagen? Ach dabei fällt mir nochwas ein. Du hast doch sicher noch ne gescheite Waffe für Ra oder Prix?"
"Wieso hat er denn keine?"
"Nö hab keine, hab sie bei der Flucht verloren."
"Na gut, ich gebe dir nen Kurzschwert, was besseres gibts nur in der Stadt. Wenn ihr mir bei der Jagd ordentlich helft, dann springt auch für euch was dabei raus. Aber zuerst hab ich was anderes zu tun, heute jagen wir erstmal die Blutfliegen. Du bleibst da Ra, du machst was anderes. Siehst du den Vorbau? Da drüben. Der ist undicht, einige Stellen sind wurmstichig und ein paar haben Löcher. Hier hast du einen Hammer und da drüben liegen ein paar Holzbalken. Bitte kümmere dich drum. Noch Fragen?"
"Nein"
"OK dann können wir ja los."
Die beiden verließen das Lager und wollten sich nun endlich um ihre Aufgabe kümmern, hoffentlich wurden sie nicht schon wieder davon abgebracht.
|
| 16.06.2003 21:34 | #71 |
| Todesfürst |
Sie strichen durch die Wälder und huschten durchs Gebüsch. Scheinbar planlos, und doch hatten sie ein bestimmtes Ziel. Das hieß, Prix hatte ein bestimmtes Ziel, sein Begleiter huschte nur hinter ihm her. Bald waren sie schon weit vom Lager entfernt und kamen in einen Teil des Waldes, der sehr komisch aussah. Es war nicht mehr der Pinien und Kiefernwald, der hier sonst herrschte, sondern es roch ziemlich stickig und Dampf und Nebel beherrschten das Gebiet an der Oberfläche, Schlamm und nasse Erde am Boden. Es schien sehr seltsam, dass so etwas sumpfiges hier herrschen konnte, doch Prix konnte ihm sicher weiter helfen.
"Sag mal, was ist das hier?"
"Naja, sumpfiges Gebiet halt"
"Und woher bekommt der Sumpf sein Wasser?"
"Unterirdische Quellen, Zuviel Regen, wer weiß?"
"Und was machen wir hier?"
"Na nach was jagen wir? Blutfliegen. Und die sind nunmal sehr gerne hier."
Die beiden drangen weiter in das sumpfige Moor ein und ruinierten sich so die Stiefel immer mehr. Da wartete schon wieder Arbeit. Dann kamen sie auf das wahre Moor. Es standen einige verkrüpelte, abgestorbene Bäume auf ihm aber sonst war nur der Himmel über ihm. Hier blieb Prix stehen. Langsam hörrte man ein Brummen, es klang wie bei Hummeln, war aber viel lauter. Sie nutzten einen Strauch als Deckung und sahen dann hinüber. Einige fliegende Viecher konnte er erkennen, sie waren ihm aber fremd, er hatte noch nie Blutfliegen gesehen.
"Sind das Blutfliegen?"
"Ja, sei vorsichtig, die Viecher haben einen tötlichen Stachel, der nicht nur tötet, sondern auch Gift in den Körper injiziert."
"Ok und jetzt?"
"Ganz einfach, ich schieße, du schützt mich. Will heißen während ich die Viecher abschieße, versuchst du sie möglichst auf Distanz zu halten. Und versuche mir nicht in die Schussbahn zu laufen ok?"
"Ok, hab verstanden. Werd dann meine Dolche stecken lassen, wenn die Viecher wirklich so gefährlich sind."
Prix stand auf zog seinen Bogen und nahm einen Pfeil aus dem Köcher. Er legte an und der Pfeil heulte von der Sehne. Die Blutfliege wurde am Kopf getroffen und sank zu Boden. Sie machte ihrem Namen alle Ehre, das Blut spritzte ganz schön. Doch jetzt wurden die ganzen anderen aufmerksam. Vier, nein Fünf Blutfliegen kamen auf den Schützen zu, dieser machte sich auf zu verschwinden und zog dabei einen weiteren Pfeil aus dem Köcher. Die Fliegen hatten keine Probleme mit dem Boden, schließlich flogen sie. Jetzt hieß es handeln und der Gildenlose tauchte aus dem Strauch auf. Dieser Moment reichte, um alle fünf Fliegen abrupt zum stoppen zu bringen. Die Viecher schauten aus ihren netzartigen Insektenaugen heraus und das Brummen machte einen fast wahnsinnig, doch nun wurde es schon wieder geschnitten.
Kopf runter!
und ein weiterer gefiederter Pfeil schoss durch die Luft. Eine weitere Blutfliege spritzte blutig zu Boden und blieb da liegen. Da warens nur noch Vier. Jetzt hatte er aber ein Problem, den jetzt griffen die Bister an...
|
| 16.06.2003 22:40 | #72 |
| Lehna |
Irgendwo im Wald, orientierungslos, verzweifelt und dummerweise nicht mehr allein...
Mit einem Satz hechtete Lehna über den Felsbrocken hinweg, das Geräusch schnell schlagender Lederschwingen kurz hinter ihr. Mit den Händen zuerst kam sie auf den Waldboden auf, heißer Schmerz fuhr vom Handballen ausgehend ihren rechten Arm hinauf, sie ignorierte ihn und rollte sich nach vorne ab, im nächsten Augenblick stand sie schon wieder auf den Füßen. Mit einer fließenden Bewegung riss sie ihr Schwert aus der Scheide, wirbelte herum. Die bläulich schimmernde Erzklinge beschrieb einen eleganten Halbkreis, ein schrilles Kreischen ertönte, als sich die rasiermesserscharfe Waffe in den schwarzen, geflügelten Körper des Wesens bohrte, das ihr gefolgt war. Grünliches Blut spritzte auf den Waldboden, ein tiefer Schnitt verunstaltete den Bauch der Kreatur. Wie ein Stein plumpste sie zu Boden, zuckte noch, ihre scharfen Klauen bohrten sich ins weiche Erdreich...
Lehna bekam davon nichts mehr mit, sie hatte sich schon längst umgedreht und rannte weiter. Nun ja, wirklich rennen konnte man das eigentlich nicht mehr nennen, sie war schon lange völlig am Ende ihrer Kräfte angelangt. Stoßweise sog sie die Luft in die Lungen, ihr Atem glich eher einem gequälten Keuchen. Alle zwei, drei Schritte geriet sie ins stolpern, es wunderte sie schon selbst dass sie nur selten wirklich stürzte...
Das Flattern hinter ihr wurde lauter, kam näher. Gehetzt sah sie sich um, und da waren sie, geflügelte kleine Teufel brachen zwischen den Bäumen hervor, mindestens zehn Stück. Sie keckerten und kreischten in Erwartung ihrer Beute...Lehnas Fuß verhakte sich hinter einer Wurzel, der Schwung trug sie nach vorne. Sie ruderte wild mit den Armen, versuchte das Gleichgewicht zu behalten, doch es war zu spät. Mit einem dumpfen Aufprall schlug sie der Länge nach auf dem Waldboden hin. Panisch riss sie den Kopf wieder hoch, spuckte etwas Schmutz aus und drehte sich um, ihre Verfolger kamen unaufhaltsam und viel zu schnell näher. Sie versuchte sich aufzurappeln, doch ihre Beine versagten ihr im ungünstigsten Augenblick den Dienst und knickten wieder ein. Ihre geröteten Augen weiteten sich vor Angst, sie konnte nicht mehr entkommen...
Das erste der Wesen schoss direkt auf sie zu, streckte die nadelspitzen Krallen aus, um ihr Gesicht zu bekommen. Blitzartig stieß ihre Erzklinge nach vorn, fast widerstandslos durchdrang die rasiermesserscharfe Waffe die Haut des geflügelten Dämons. Sein eigener Schwung jagte dem kleinen geflügelten Teufel Lehnas Schwert bis zum Heft in den Leib, die Klinge trat hinten in einem kleinen Schauer dünnflüssiger, grünlicher Blutstropfen wieder aus dem Körper. Das Wesen stieß ein eher erbostes denn schmerzerfülltes Kreischen aus, die Klauen zuckten trotz allem noch nach Lehnas Gesicht. Sie konnte den Kopf nicht rechtzeitig zur Seite reißen, die Klauen des Dämonen hinterließen drei dünne Kratzer an ihrem Unterkiefer...
Das war jetzt allerdings Lehnas kleinstes Problem. Völlig unbeeindruckt vom Ableben ihres Artgenossen stürzten sich jetzt gleich mehrere der Wesen auf sie, schlugen ihre kleinen, aber scharfen Zähne in ihre Arme, krallten sich an ihren Schultern und ihrem Kopf fest. Sie schrie auf, versuchte panisch die Viecher abzuschütteln, doch die krallten sich nur noch fester an sie. Eines der Wesen ruckte an ihrem linken Arm herum, schlug seine Zähne in das weiche Fleisch. Sie schaffte es, den Griff ihres Dolches zu erreichen, riss die Waffe aus der Scheide und stieß zu. Die Kreatur ließ augenblicklich von ihr ab, taumelte quietschend zurück, während ihr widerwärtiger Lebenssaft aus der Stichwunde tropfte. Lehna riss den Dolch hoch, rammte ihn einem Weiteren Dämonen in den Kopf, der seine Krallen gerade in ihre rechte Schulter schlug. Der Treffer tötete die Kreatur augenblicklich, wie ein lebloser Sack plumpste sie herunter.Die anderen Dämonen ließen plötzlich von ihr ab, schwangen sich wieder in die Höhe, jedoch nur um sich auf den umliegenden Bäumen niederzulassen und ihr Tun mit ihren leblosen Augen zu beobachten.
Lehna streifte den Kadaver des Dämonen von ihrem Schwert und rappelte sich hektisch auf, kam unsicher auf die Beine. Sie spürte, wie ihr Blut an ihrer Haut und ihren Haaren klebte, vermischt mit Schweiß und Schmutz. Ihr Atem ging pfeifend, als sie sich wieder in Bewegung setzte...
Sie fuhr herum, als sie hinter sich den Flügelschlag einer der Bestien vernahm, doch es war zu spät. Sie bekam gerade noch mit, wie ein großes schwarzes Etwas auf die Zukam, dann klatschte es auch schon in ihr Gesicht und riss sie um. Sie spürte, wie sich die spitzen Zähne gnadenlos in ihren Hals bohrten, schrie verzweifelt auf. Sie roch den Gestank der Bestie, spürte wie die klebrige Zunge das Blut aufleckte, das aus ihrer Wunde quoll. Gleichzeitig stieß sie mit dem Schwert und dem Dolch von unten zu, die Waffen bahnten sich mühelos ihren Weg durch den pelzigen Körper, rissen ihn hoch. Doch er schien nicht loslassen zu wollen, Lehna schrie erneut, diesmal vor Schmerz, als die kleinen spitzen Zähne ihren Hals weiter aufrissen...
Sie warf den Kadaver zur Seite, kämpfte sich wieder auf die Füße. Die übrigen Dämonen beobachteten sie von den Bäumen aus, einige hüpften auch über den Boden langsam auf sie zu. Die Viecher versuchten sie einzukreisen...Verängstigt wich sie langsam zurück, Tränen der Verzweiflung liefen ihre Wanden hinunter, hinterließen dünne saubere Bahnen in ihrem mit Dreck und Blut verschmierten Gesicht. Die Dämonen keckerten und quietschten voll freudiger Erwartung...
Worauf sie gewartet hatte merkte Lehna bei ihrem nächsten Rückwärtsschritt, als ihr Fuß keinen Boden mehr fand. Mit einem überraschten Schrei stürzte sie nach hinten, schlug einen Augenblick später unsanft auf dem steinigen Boden auf und rollte sich überschlagend den steilen Abhang hinunter. Heißer Schmerz durchfuhr sie, als sich die Klinge ihres eigenen Schwertes in ihre linke Schulter bohrte. Sie ließ ihre beiden Waffen los, während sie weiter haltlos durch den Staub kullerte...
Schließlich endete ihr Sturz so schnell wie er begonnen hatte, und zwar mit einem harten Stoß gegen ihre Rippen, hervorgerufen durch einen im Weg liegenden Felsbrocken. Sie stöhnte schmerzgepeinigt auf, blieb einige Sekunden lang reglos liegen, während die Welt vor ihren Augen einen wilden Tanz aufführte. Das schadenfrohe Gackern der Dämonen riss sie aus ihrer 'Ruhe', sie stemmte sich keuchend mit letzter Kraft hoch, hustete trocken und schmerzhaft den Staub aus, den sie geschluckt hatte. Ein plötzlicher Brechreiz brachte sie dazu, ein paar Mal zu würgen und letztendlich etwas Magensäure auf dem staubigen Boden zu verteilen. Mehr hatte sie schon lange nicht mehr intus...
Unsicher brachte sie sich in sitzende Haltung, ihr Blick fiel auf die langsam näherrückenden Dämonen. Mit letzter Kraft schob sie sich von dem Felsbrocken herunter und kauerte sich in eine daneben befindliche Nische. Sie zog ihren letzten Dolch aus der Ledernen Scheide, ihre Hände klammerten sich verkrampft an den lederumwickelten Griff der Waffe. Zitternd presste sie sich gegen den Fels in ihrem Rücken, zog ihre Beine an ihren Körper und wimmerte leise, Tränen befeuchteten einmal mehr ihre Wangen. Die Dämonen rückten langsam näher...Das war dann also das Ende. In eine Felsspalte gekauert würde sie von einer Horde blutgieriger geflügelter Dämonen zerrissen werden.
Sie schluchzte verzweifelt, ihr Körper bebte.
"Esteron..."
|
| 16.06.2003 22:53 | #73 |
| Waldläufer |
„Die sehen ja lecker aus ...“ murmelte Gardiff, der mit einem Stöckchen an dem gefallenen Dämon herum stocherte. Er hatte einige Ähnlichkeit mit den Dämonen im Kastell der Schwarzmagier zumindest hatte das Ding auch Flügel, zwei Ärmchen und zwei Beinchen. Zu näherer Betrachtung kam der Waldstreicher nicht da die kleine Gestalt plötzlich in einer gleißend hellblauen Flamme aufflammte und dann im Nichts verschwand. Kein Staubhäufchen was zurück blieb, einfach nichts. Langsam er hob sich der Barde, zusehen gab es da unten ja nichts mehr und wand sich den anderen zu. Satura wurde von Leon schon wieder etwas verarztet. Der junge Mann schien es wirklich drauf zu haben, zumindest die leichten Sachen. Krieger sah irgend wie leicht besprenkelt aus. Der Saft der Dämonen klebte noch an seiner Rüstung doch hatte er sich schon damit angefangen seine Kleidungsstücke mit einem Stofffetzen zusäubern, was ihm mehr oder weniger auch gelang.
Mit einem düsteren Blick spähte Gardiff der davon Flatternden Horde von Dämonen hinter her. „Wo die wohl herkommen ?“ die Augen des Gildenlosen verengten sich zuschlitzen. „Und was wichtiger ist was wollen die hier? Heimisch sind die in diesen Gefilden bestimmt nicht .... Was meint ihr dazu ?“ Gardiff hatte sich zu Satura und Leon umgedreht und betrachtete den Verband. Er sah nicht schlecht aus, gut von Leon angelegt.
|
| 16.06.2003 22:58 | #74 |
| Todesfürst |
Zurück im Moor
Er huschte schnell durch den moorastigen Untergrund und wich den ersten Angriffen aus, doch noch waren es nur Flügelschläge, die Stachel blieben noch stecken. Hoffentlich hatte Prix genug Pfeile dabei, denn sonst würde es nicht lange so bleiben. Jetzt kam eine Stimme hinzu die nur schrie
Kopf runter
Das kannte er mittlerweile, doch irgendwie konnte die Blutfliege, auf die Prix wohl zielte ausweichen, denn er sah immer noch vier Blutfliegen durch die Luft schweben. Verdammt, knirschte es unter seinen Zähnen hervor und schon musste er wieder ausweichen. Nun wurde es aber ernst, denn die Bister versuchten ihn einzukreisen um ihn dann mit ihren Stacheln niederzustrecken. Kluge Viecher, doch so weit ließ er es gar nicht kommen. Mit einem schnellen Schritt machte er sich auf von dem Moor zu verschwinden, doch er kam kaum vorran und die Blutfliegen sahen ihre Chance. Während er noch durch den Schlamm watete flog eine Blutfliege in seinen Rücken und versuchte ihren Stachel anzubringen. Doch im letzten Moment kam der Pfeil. Gerade als sie zum Stich ansetzte durchbohrte der Pfeil den Bauch der Fliege und ließ sie blutend zu Boden fallen. Gerade noch gerettet aber es waren immer noch drei dieser Mistviecher. Es schien, als ob sie einfach nicht weniger werden wollten.
Doch etwas positives gab es, er war endlich aus dem Moor raus, nun betrat er festen Waldboden und konnte sich frei bewegen. Während er eben noch vor den Viechern hilflos floh, blieb er jetzt stehen. Die Blutfliegen schienen verwirrt, sie hätten einfach zustechen können, doch ihr Opfer blieb einfach stehen. Was bezweckte es damit, mussten sie denken. Aber konnten diese Viecher eigentlich denken? Wahrscheinlich, aber nicht so wie Menschen und so waren sie unberechenbar. Nun ging er langsam in die Knie und ein Klirren ertönte. Bald darauf hatte er seine Dolche in der Hand und drehte sich langsam an. Die Viecher schwebten auf einer Stelle und schauten ihn immer noch mit glasklaren Augen an, als ob sie ihn beobachteten, als ob sie in seinen Körper schauen wollten, oder seine Gedanken lesen? Er machte einen Schritt nach vorn und die Vicher wichen zurück. Hatten sie Angst? Wer weiß, aber eines war sicher, nun würde es ernst.
Ich hasse Insekten
Mit diesen Worten brachte er genau das auf den Punkt, was er dachte. Doch wo war Prix, er hörte nichts mehr von ihm. Doch scheinbar gewannen diese Bister jetzt an Leben, denn mit einem Surren machten sie sich jetzt auf ihn wieder anzugreifen. Wieder eine Einkesselung. Doch so weit sollte es nicht kommen. Den gerade in dem Moment glitt ein Pfeil aus den Büschen und eine Blutfliege glitt wieder zu Boden. Wieder hatte er getroffen. Nun waren die anderen beiden so gut wie hilflos, nun griff der Gildenlose an und nutzte die Verwirrung bei den Viechern. Während die erste Blutfliege fiel als 2 Dolche in ihrer Schädeldecke landeten, hatte die andere begriffen. Sie floh. Doch nicht mit ihm, jetzt wurde gejagt. Die Blutfliege war schnell und er hätte sie nie eingeholt, aber er konnte die Dolche ja auch werfen. Er nahm Anlauf, zielte und ließ seinen ersten Dolch aus der Hand gleiten. Er flog und flog, doch dann hörte man nur ein dumpfes Geräusch. Schnell sprintete er hin um nachzusehen. Der Dolch war in einem Baumstamm eingeschlagen und vibrierte noch leicht, leider hatte er verfehlt, doch sie hatten genug gejagd.
"Na zufrieden Prix? Fünf Viecher haben wir erlegt wenn ich mich nicht verzählt habe."
"Ja nicht schlecht."
Seinen Bogen hatte er schon wieder auf dem Rücken und nahm nun sein Messer um die Flügel und Stachel abzuschneiden. Nachdem auch das erledigt war ging es zurück Richtung Lager.
|
| 16.06.2003 23:07 | #75 |
| Skeleon |
Der junge Dieb warf dem Ort, an dem die Kreatur eben noch in ihrem grünen Blut gelegen hatte einen verwirrten Blick zu. Dann sah er zu Gardiff auf."Irgendwie erinnern die mich an was."
Mit der freien Hand kratzte er sich am Kinn.
"Sehen irgendwie aus wie die Fledermäuse, die in den Wäldern von Khorinis unterwegs sind. Nur'n bisschen größer vielleicht ... vielleicht 'ne Unterart?"Der Junge blickte die grünlichen Blutsprenkel an.
"Näh, normal sind die Viecher nicht."
Er zuckte mit den Achseln, was Satura mit einem Ächzen quittierte, nachdem er ihr die Schulter in die Achselhöhle gestoßen hatte.
"Tu- tut mir leid." murmelte er und konzentrierte sich darauf, sie ordentlich zu stützen - und unnötige Gesten zu unterlassen.
Mit dem freien Arm deutete er in die Richtung, in die die kleinen Teufel davongeflattert waren.
"Egal wo sie herkommen, ist vielleicht wichtig, zu wissen, wo sie hingehen. Kann nur ein Zufall sein, aber ist das nicht die Richtung, in die Lehna's Spuren führen?"
Gardiff blickte etwas überrascht auf, nickte dann aber.
"Wir sollten uns beeilen, vielleicht haben die übrigen Viecher es auch noch auf sie abgesehen! Kannst du mithalten, Satura?"
|
| 16.06.2003 23:22 | #76 |
| Satura |
"Ich bin am Arm verletzt, nicht am Fuss!" zischte die Amazone leicht säuerlich über Leons Bemutterung. Eigentlich machte sie das auch immer bei ihm, aber... egal.
"Ja, wenn diese Kreaturen Lehna finden, müssen wir uns beeilen. Alleine hat sie keine Chance gegen sie. Und du Leon-" na warte, jetzt kriegst du's zurück- "bleibst schön hinter mir, wenn die Biester noch mal angreifen sollten, ja?"Gardiff und Krieger waren schon losgegangen, und Satura und Leon folgten den beiden schnell. Tatsächlich, Lehnas Fusspuren führten in dieselbe Richtung, in die die Dämonen geflohen waren... Das konnte einerseits positiv sein, da sie so vielleicht Lehna finden würden - andererseits auch negativ, da sie sie vielleicht tot finden würden...
Satura versuchte, den brennend-ziehenden Schmerz in ihrem Arm zu ignorieren, doch sie merkte, dass Leon sie immer wieder besorgt von der Seite musterte. Wie um zu beweisen, dass es ihr gut ging, löste sie sich von ihm. "Komm, Leon." Sie lächelte ihn auffordernd an; er sollte nicht das Gefühl haben, sie wäre schon wieder sauer auf ihn... Männer konnten schon kompliziert sein!
Bald lichtete sich der Wald, und in wenigen Metern Entfernung tat sich eine Senke auf. Und wieder dieses schreckliche Geräusch, das flattern nackter Flügel. Sie merkte, wie sich ihre Nackenhärchen aufstellten, und schüttelte sich, um das Gefühl loszuwerden.
Die Amazone lief vor zum Abgrund, und dann sah sie sie: eine Traube der kleinen Monster klebte am Boden der Senke... "Da, seht!" Satura bedeutete den anderen, herzukommen, doch Krieger und Gardiff waren schon auf dem Weg nach unten.
Jetzt erst bemerkte Satura, dass nur wenige Meter von ihnen entfernt die eindeutigen Spuren eines Kampfes zu sehen waren: aufgewühlte Erde und Blutspritzer...
|
| 16.06.2003 23:32 | #77 |
| Todesfürst |
In Prix Lager
Im Lager angekommen schauten sie erstmal was Ra so machte, der saß faul auf einer Bank rum und langweilte sich zu Tode.
"Na schon alles fertig?"
"Klar, was denkt ihr denn..."
"Naja, beim nächsten Regen wirds sich zeigen."
"Und ihr, erfolgreich auf der Jagt?"
"Jo, hätten aber wohl Verstärkung brauchen können."
"Hehe"
Dann setzten sie sich und entzündeten ein Feuerchen. Er musste mal wieder was essen. Während Prix die Flügel und die Stacheln reinigte und besser verwertete, hoben Ra und der Fürst den zweiten Molerat, den die beiden vor einigen Tagen erlegt hatten, auf den Bartspieß. Während dann das Feuerholz entzündet wurde war Prix mittlerweile fertig und hatte sich schon unter den Vorbau begeben und paffte an seiner Pfeife.
Ihr habt eure Sachen gut gemacht, endlich mal jemand den man gebrauchen kann. Aber trotzdem, noch seid ihr absolute Frischlinge im gorthanischen Wald also bildet euch nicht zuviel ein.
Dann wurde lange geschwiegen bis das Fleisch durch war. Prix hatte schon wieder seine spezielle Schnitttechnik angewand und nun aßen alle erstmal. Als er seinen zweiten Teller fertig hatte nahm er noch einen Schluck Wasser und spülte nach. Danach verabschiedete er sich von den beiden, die sich anscheinend über das leckere Fleisch unterhielten. Hatte es Ra also auch gepackt.
Im Zelt entledigte er sich seiner Sachen und legte sich dann auf die Matraze und schlief langsam ein.
|
| 17.06.2003 00:21 | #78 |
| Krieger-BP |
„Pfui!“, schrie Krieger auf. Tausende Male schienen seine Worte im finstren Wald zu hin und her zu hallen und komischerweise drehte sich auch alle Gruppenmitglieder nach ihm um.
„Ähm, isch hab da noch schon blödesch ding im mund. Schuldigung!“, antwortete er verlegen auf die bösen Blicke, die sich auf ihn gerichtet hatten, während er sich mit dem Zeigefinger in den Mund vor und das Schleimstück herauspulte. Dann warf es weg und fragte sogleich, ob ihn irgendjemand einen Schluck Wasser geben könnte.
Keine Antwort.
Wer weiß was da noch alles in dem Mund steckte! So Dämonen waren nicht gerade die leckersten Viecher. Achselzuckend sprach Krieger, „dann eben nicht!“ und gönnte sich einen Schluck des restlichen Tees. Denn wollten jetzt bestimmt noch weniger Leute trinken. Na ja, wenigstens war er leer und Kriegers Mund wieder ausgespült.
Nichts desto Trotz, lauerte die Gefahr eines weiteren Angriffs hinter jeder Ecke, hinter jedem Halm, hinter jedem Baum, unter jedem Stück Moos und natürlich auch in der Luft! So fasst sich der Templer wieder und schritt vorsichtig voran.
Die Hand hob sich, mahnte die Gruppe still stehen zu bleiben. Krieges Zeigefinger wanderte an den Mund. Dann spähte er vorsichtig zwischen ein paar Ästen hindurch.
Flüsternd gab er von sich, „da vorn sind die Biester, an irgend so ner kleinen Kuhle. Macht euch bereit!“
Anspannung beherrschte nun die Situation. Krieger spannte seinen Bogen, die Anderen zogen die ihrigen Waffen. Noch einen Moment Stille, dann zischte ein Pfeil durch die Luft, zerschnitt Fleisch und bohrte sich gleich durch zwei Körper. Kurz darauf waren die anderen Kämpfer im Getümmel ...
|
| 17.06.2003 01:01 | #79 |
| Satura |
Satura stürmte Krieger und Gardiff nach, die bereits auf dem Weg zu der Dämonentraube war. Sie stolperte den Steilhang hinunter, der seinem Namen alle Ehre machte. Sie rutschte zeitweise mehr auf ihrem Hinterteil hinunter, als dass sie lief. Es grenzte an ein Wunder, dass noch alle ihre Knochen heil waren, als sie am Boden der Senke ankam.
Sie warf kurz einen Blick nach hinten, Leon stolperte den Hang wesentlich geschickter herunter als Satura - falls man denn geschickt stolpern kann. Krieger und Gardiff hieben mittlerweile schon mitten in den Schwarm aus Minimonstern hinein, der zunächst erschrocken und mit gellendem Kreischen auseinanderstob, sich dann aber fast freudig auf die neuen Opfer stürzte. Satura fasste an ihren Gürtel und zog gleich drei Wurfmesser heraus, die sie nacheinander in Richtung der geflügelten Monster schleuderte. Zwei trafen ihr Ziel, dass bei dieser dicht gedrängten Masse an Körpern nicht schwer zu verfehlen war, und ein toter Dämon landete auf Kriegers Kopf, der wieder über und über mit grünem Schleim bedeckt war. Unbeirrt erschlug der Templer weitere Monster, und Satura stimmte mit iher Klinge in den Todesreigen ein.
Auch Leon bemühte sich, und er machte seine Sache gar nicht mal so schlecht, den einen oder anderen Dämon erwischte er mit seinen nicht mehr ganz so plumpen Schlägen schon.
Es war ekelerregend; wie der Bauer mit einer Sense schlägt, so hieben sie mitten in das Feld aus flatternden Körpern ein... würden die Dinger nicht gleich sublimieren, wäre der Boden wohl schon mit schwarzen Leibern übersät gewesen...
Satura fühlte eine Übelkeit in ihr aufsteigen; wieviele der kleinen Biester hatte sie nun schon getötet? - Fünf, Zehn, Zwanzig? Sie zählte nicht mehr. Langsam lichtete sich die Wolke aus Leibern - und jetzt erst sah sie sie. Satura schrie auf. "Lehna - da ist sie!" Während Krieger noch die letzten Dämonen zu ihrem Herrchen heim schickte, stürmten die anderen zu Lehna, die ohnmächtig in einer kleinen Spalte zusammengekauert saß. "Helft mir, wir müssen sie herausheben..."
Vorsichtig legten sie das Mädchen auf ihren Umhang, den sie am Boden ausbreiteten. Diese Monster hatten sie ganz schön erwischt; ihr Körper war übersät von kleineren und größeren Wunden, vor allem am Hals blutete sie stark. Rasch holte Satura ein paar Blätter des Blauflieder heraus, die blutstillende Wirkung hatten, und wies Leon an, diese fest auf die Wunde der Kleinen zu pressen. Dann verarztete sie die anderen kleineren und größeren Wunden und wies Gardiff an, sie mit verschiedenen Salben einzuschmieren, während sie Lehna etwas Wasser in den Mund tröpfelte, und ihr ein Stück Heilwurzel unter die Zunge legte. Durch den bitteren Geschmack und den aromatischen Geruch der Pflanze würde sie bald erwachen, so hoffte die Amazone.
|
| 17.06.2003 01:31 | #80 |
| manmouse |
In den Händen von Tannenberg und Co.
Der Wanderer sah nicht wo man ihn hinführte. Esteron merkte nur das sich die Beschaffenheit des Bodens verändert hatte. Der Untergrund wurde weicher, erdiger und frei von herumliegenden Ästen. Der junge Mann wurde unsanft nach vorne gestoßen und stürzte.
“Hey, steh wieder auf. Du hast deine Ruhestätte noch nicht gefunden!“ wurde er mit einem Tritt in den Magen angeschrieen.
Esteron keuchte unter den Schmerzen auf und tränen des Schmerzes stiegen ihm in die Augen.
“ Ich habe gesagt du sollst aufstehen.“ Der Wanderer nickte nur unter der Kapuze, wohlwissend das man es eh nicht sah und stolperte weiter.Nach ungefähr zehn Fuß waren sie am Ziel angekommen. Esteron konnte nur gedämpfte Stimmen wahrnehmen.
“ Hier, Tannenberg. Den haben wir im Wald aufgegriffen.“ Esteron konnte die Blicke vom diesem Tannenberg förmlich durch die Kapuze spüren.“ Es ist der Begleiter von Frost.“ schnalzte die helle Stimme. “Hm, Frost also. Habt ihr die anderen schon unterrichtet? Wir müssen aufpassen. Wir wollen doch nicht, das er seinen kleinen Freund holen kommt.“ sprach Tannenberg an den Inquisitionsgardisten gewandt.
“ Um ihn hier kümmern wir uns in der Zeit.“
Der Inquisitionsgardist entfernte sich, mit dumpfen Schritten. Esteron wurde gepackt und wieder unsanft nach vorne gestoßen. Der Wanderer strauchelte, geriet ins trudeln und fiel zu Boden, wobei er sich den Kopf auf hartem Gestein aufschlug.
Tannenberg stellte sich im Schein der Fackeln, vor den keuchenden jungen Mann und musterte ihn, während er sich grübelnd über sein Stoppeliges Kinn strich.Was war der Waffenmeister doch für ein Narr, seinen jungen Begleiter vorzuschicken. Glaubte er wirklich, die Inquisition, so hervor locken zu können, während er mit einem Trupp Verstärkung, da draußen im Wald auf sie wartete? Das passte doch überhaupt nicht ins Bild. Das wäre ein Schritt gegen seine anderen Handlungen gewesen.
Esteron erlangte wieder langsam das Bewusstsein. Der Junge Wanderer merkte das er blutete. Auf seiner Zunge lag der Geschmack von Eisen. Stille.War er allein? Was würde jetzt geschehen?
Würde er jemals Lehna wiedersehen? Lehna.....
|
| 17.06.2003 01:53 | #81 |
| Lehna |
Langsam schlug Lehna ihre brennenden Augen auf, die Welt vor ihr schien wie hinter einem verschwommenen Schleier verborgen zu sein. Viel mehr als ein paar Konturen konnte sie nicht ausmachen. Aber es waren keine dieser geflügelten Bestien...
Sie spürte einen sonderbaren bitteren, aber nicht unangenehmen Geschmack in ihrem Mund, irgend etwas lag auf ihrer Zunge. Sie konnte es zunächst nicht identifizieren, aber irgendwie war ihr das auch egal. Außerdem fühlte sie eine sonderbare Taubheit, die Schmerzen die sie aufgrund ihrer Verletzungen erwartet hatte, waren nicht da. Oder zumindest nur sehr schwach vorhanden...Ihr Blick wanderte ziellos durch die Gegend, mit etwas Mühe vermeinte sie einige menschliche Gestalten ausmachen zu können. Ihre Vermutung wurde kurz darauf zur Gewissheit, als jemand beruhigend auf sie einzureden begann. Lehna verstand die Worte nicht so ganz, aber sie kannte die Stimme. Sie gehörte einer jungen Frau, die sich vor kurzem der Gruppe angeschlossen hatte. Die aus der Sumpftaverne... Nur der Name wollte Lehna einfach nicht einfallen. Aber irgendwie spielte das jetzt auch keine große Rolle.
Sie hob ein wenig die Hand, so gut sie eben konnte, was nicht mehr besonders viel war. Wenn sie nicht schon vorher am Ende ihrer Kräfte angelangt war, dann war sie es jetzt.
"Wasser...", brachte sie mühsam hervor, mehr als ein leises Krächtsen war es allerdings nicht. Ob sie es verstanden hatten? Hoffendlich. Sie hate nichts mehr getrunken seit sie begonnen hatte, Esteron zu suchen.
Aber scheinbar hatten sie verstanden, eine Hand schob sich unter ihren Nacken und hob ihren Kopf ein wenig an, etwas später wurde ein Wasserschlauch an ihre aufgesprungenen Lippen gesetzt. Der kühle Inhalt ergoss sich in ihren ausgetrockneten Mund, wirkte für ihre rauhe Kehle wie Schmieröl. Gierig trank sie, fast schon zu gierig, einmal war sie nahe dran zu husten, weil sie sich fast verschluckt hätte. Als sie endlich einigermaßen zufrieden war, ließ sie kraftlos den Kopf zurücksinken und schluss die schmerzenden Augen. Viel sehen konnte sie ohnehin nicht.
"Wo... wo ist Esteron?", fragte sie leise, immerhin schon ein ganzes Stück deutlicher. Esteron...
Erneut schnürte ihr Angst die Kehle zu. Wo war er? Er konnte sie doch nicht einfach allein gelassen haben.
Oder doch?
|
| 17.06.2003 02:11 | #82 |
| Die Inquisition |
Im Versteck der Inquisition...
Kleine Steine knirschten leise unter den eisenbeschlagenen Sohlen der Kampfstiefel, als Tannenberg langsam zu Estern ging. Die große Höhle war ansonsten leer, obwohl sie normalerweise als Hauptaufenthaltsort diente. Tannenberg mochte es allerdings nicht, bei Verhören gestört zu werden.. Die kalten grauen Augen des alten Inquisitors musterten sein Opfer mit der Art, auf die ein Raubtier nach einer Schwachstelle bei seiner Beute suchte. Schließlich ließ sich der Hexenjäger auf einen Felsen nieder, sagte noch immer nichts und wartete einfach bis Esteron so weit war. Er hatte Zeit..."Esteron. Frost hat dich befreit, damals. Und dann warst du mit ihm unterwegs. Mit Frost. Nicht wahr?"
Die Stimme des Hexenjägers strahlte eine überlegene Ruhe aus und gleichzeitig eine tödliche, schneidende Kälte. Er fuhr sich langsam mit dem behandschuhten Fingern über sein Kinn, beobachtete Esteron weiter. Allerdings ließ er dem jungen Mann keine Zeit, die Frage zu beantworten, die er gestellt hatte. Er beantwortete sie kurzerhand selbst mit einem bedächtigen Nicken. "Wo ist Frost?", stellte er erneut eine Frage, und diesmal kannte er die Antwort nicht schon selbst vorher...
|
| 17.06.2003 02:31 | #83 |
| manmouse |
Esteron hörte wieder diese Stimme. Tannenberg. Sie klang recht alt und erstaunlich ruhig. Fast kalt und gehässig, aber in jedem Fall überlegen. War das seine Methode, ihn zum reden zu bringen? Esteron starrte regungslos in die dunklen Leinen der Kapuze.
Der Inquisitor nannte ihn beim Namen. Woher wusste er seinen Namen?"Wo ist Frost?"
Man, der kam ja gleich zur Sache. Was sollte er ihm jetzt sagen? Tannenberg wusste wer er war, er wusste alles. Na ja fast alles.
Wenn er ihm jetzt sagte das er hier im Wald ist dann wusste Tannenberg das dem nicht so wahr. Sollte er ihm sagen das er weit weg war?
"Wo ist Frost?", fragte der Hexenjäger wieder. Und diesmal eine Spur böser.“Ich weiß es nicht... “, nuschelte der Wanderer durch die geschlossene Kapuze auf seinem Kopf.
“Ich weiß gar nichts. Ich bin unschuldig lassen sie mich laufen.“ Innerlich schimpfte der junge Wanderer auf den Waffenmeister. Er war schuld. Schuld an allem. Schuld daran das er jetzt hier saß, schuld daran das er Lehna verloren hatte.
Esteron wartete auf eine Reaktion, von Tannenberg. Gleich würde er ihm sicher Schmerzen zufügen. Doch es war ihm egal, er würde die anderen nicht in Gefahr bringen. Lehna nicht und auch nicht Satura, Krieger und die anderen beiden. Er würde durchhalten, so gut es ging.
|
| 17.06.2003 02:48 | #84 |
| Die Inquisition |
Tannenberg nickte langsam, als würde er verstehen. Nun, er verstand ja auch. Esteron war genau wie so viele andere auch - unschuldig...
"Natürlich bist du das, mein Junge.", antwortete der Inquisitor fast gönnerhaft, dann näherte sich sein Gesicht ein Stück dem Esterons. Die eiskalten grauen Augen Tannenbergs bohrten sich in die des jungen Wanderers, schienen Esterons Blick gnadenlos fesseln und festhalten zu wollen.
"Aber es gibt eines, das ich schon sehr früh gelernt habe - Unschuld beweist garnichts!"
Der Hexenjäger verzog die Lippen zu einem wölfischen Grinsen und lehnte sich wieder zurück.
"Warum ersparst du uns nicht beiden etwas - mir die Arbeit und dir die Schmerzen - und redest einfach? Ich interessiere mich nicht für dich, nur für Frost. Sag, was du weißt, und du kannst gehen."
Tannenberg hielt kurz Inne und sah Esteron fast schon beschwörend an, wie ein Vater sein Kind davon überzeugen will, dass das, was er gerade angeordnet hatte, ungeheuer wichtig ist.
"Es kann alles so unkompliziert sein, Esteron. Aber wenn du nicht willst wird es schwierig. Doch glaub mir, es gibt noch ewas dass ich gelernt habe - unlösbare Probleme gibt es nicht. Ihr Narren... Glaubt immer euch zu einem solchen Problem aufspielen zu müssen und vor allem zu können."
Der Inquisitor lachte trocken und humorlos.
"Vergiss es. Du wirst reden. So oder so. Die Wahl überlasse ich dir."Die Stimme Tannenbergs war völlig emotionslos, kälter als der Gletscherwind und auch irgendwie gleichgültig. Es schien ihn nicht einmal groß zu interessiere wie Esteron wählte, er würde wohl mit beiden Möglichkeiten leben können...
|
| 17.06.2003 15:12 | #85 |
| Satura |
Noch in der letzten Nacht...
Die fünf Gefährten hatten ihr Nachtlager in einer kleinen Einbuchtung am Rand des Steilhanges aufgeschlagen. Die kleine Höhle hatte den Vorteil, dass sie leicht zu verteidigen war, sollten die kleinen Dämonen wieder angreifen. Krieger übernahm die erste Wache, Leon würde ihn später ablösen, und die letzte Schicht wollte Gardiff übernehmen.
Trotz der Kälte verzichteten sie darauf, ein Lagerfeuer zu entfachen, um keine unnötige Aufmerksamkeit zu erregen. Besser frieren als angenagt werden...
Satura blieb bei Lehna und streichelte beruhigend ihren Kopf, bis sie sich in den Schlaf geweint hatte. Dann kuschelte die Amazone sich an Leon, der es sich in einer Ecke bequem gemacht hatte.
Die Verzweifelte Lehna war nicht die einzige, die sich fragte, warum Esteron weggegangen war. Wo war der junge Wanderer hin? Satura machte sich Sorgen, sie hielt ihn nicht für jemanden, der einfach so seine Gruppe im Stich lässt. Nein, ganz sicher nicht.
"Was glaubst du, warum Esteron weg ist?" flüsterte Satura. Leon zuckte nur mit den Achseln. "Ich weiß nicht, aber ich kann mir nicht vorstellen, dass er Lehna im Stich gelassen hat... Das passt irgendwie nicht zu seiner sanften, bemühten Art - er ist nicht der Typ Mann, der eine Frau im Stich läßt, nur weil sie einmal einen Fehler gemacht hat." Sie biß sich auf die Zunge, doch es war zu spät... Leon warf ihr einen vielsagenden Blick zu und schwieg. Verdammt - das hatte er unter Garantie falsch verstanden...
Sie beschloß lieber nichts mehr zu sagen, drehte sich weg und rollte sich in ihren Umhang.
Irgendwo in der kleinen Höhle schnarchte Gardiff laut hörbar - wie sollte man so einschlafen können? Die Amazone starrte in das Dunkel der Höhle; am Eingang zeichnete sich der Umriss des wachenden Templers scharf gegen die Nacht ab.
Schon wieder dieses nervenzerfetzende Flattern... Satura schreckte aus dem Schlaf und sah sich nervös um. Neben ihr lag Leon, schlafend, und auch Gardiff schien - seinem Schnarchen nach - zu schlafen. Am Eingang saß eine zusammengekauerte Gestalt - sollte Krieger eingeschlafen sein? Die Amazone schüttelte den Kopf, schälte sich aus ihrem Umhang und ging zum Eingang. Das ekelhafte Geräusch flappender Lederflügel ließ sie aufhorchen. Angestrengt durchforsteten ihre Augen die Dunkelheit, doch nirgends war etwas zu sehen; nur ein klarer Sternenhimmel, der sich über das Land spannte. Trotzdem... irgendwas stimmte nicht - ihr Amulett wurde warm. Plötzlich - ein schwarzer Schatten, der vom Himmel her auf sie zuraste, und hüpfend am Boden wenige Meter vor ihr landete. Saturas Hand glitt zu ihrem Schwert; sie wollte gerade schreien und die anderen alarmieren als der kleine Dämon zu sprechen begann..."Ach Satura, lass sie doch schlafen." Die Amazone sah den Knirps verwirrt an, der sie keck mit seinen roten Äuglein anstarrte. Was für ein hässliches Wesen - ein deformierter, schrumpfkopfähnlicher Schädel mit einer platten Nase und einem riesigen Mund, aus dem ein paar schiefe, spitze Zähnchen ragten. Als der Kleine auf einmal zu grinsen begann, bekam der Ausdruck "von einem Ohr zum anderen grinsen" eine erschreckend reale Daseinsberechtigung...
"Hübsches Amulett hast du da..." krächzte der Kleine mit einem gehässigen Unterton. "Was willst du - und was bist du bei Innos??" Satura war um diese Zeit wirklich zu keinen Späßchen mehr aufgelegt. Das Grinsen des Dämons schien noch eine Spur breiter zu werden - es schien fast, als würden seine Ohren gleich in seinem Maul verschwinden. "Na, Innos ist aber ganz falsch. Ein bisschen mehr hätt ich mir schon von dir erwartet." Die Amazone zog sirrend ihr Schwert - zu viel war zu viel! Wofür hielt sich diese kleine Missgeburt eigentlich? "Komm nur her, und ich schicke dich dorthin zurück, wo du hergekommen bist!" sagte sie ruhig, aber mit einem nervösen Zittern in der Stimme. "Na- na, ganz ruhig! Lass einen alten Mann doch auch einmal einen kleinen Scherz machen!" Der Dämon schüttelte seinen Kopf, schloß seine roten Augen und... wuchs! Ein ekelerregendes Knarzen und Knacksen sich dehnender Muskeln und Knochen ertönte, und er offenbarte sich... "Du?" keuchte Satura entsetzt, als sie ihn erkannte. "Ja, ich dachte ich überleg mir mal was Neues, aber ihr Amazonen versteht ja keinen Spaß, ich hätt's wissen müssen." Er zuckte mit den Schultern.
Satura brauchte einige Sekunden, um sich zu fassen. "Was willst du?" fauchte sie den Fremden an. "Nur reden, mein Mädchen, nur reden." "Ich habe nichts mit dir zu besprechen, also verschwinde." entgegnete sie kühl.
"Bist du dir da sicher?" sagte er mit einem süffisanten Unterton. "Nichts? Was ist mit Leon? Interessiert dich nicht zu hören, wie er zum Mörder geworden ist?"Die schlanke Klinge der Amazone schoss vor und stoppte nur knapp vor der Brust des Fremden. "Lass ja Leon da raus, klar? Verschwinde endlich, hau ab, ich hab keine Lust auf deine Spielchen!"
Das Dunkel unter der Kapuze des Fremden war auch jetzt undurchdringlich, als er antwortete. "Wie du meinst, mein Mädchen. Wenn es dich doch einmal interessieren sollte... du weißt wo du mich findest."
Mit diesen Worten verpuffte die Gestalt, wurde wieder zu dem kleinen Dämon und flog keckernd davon.
Eigentlich wusste sie nicht, wo sie ihn finden sollte... sie zuckte mit den Schultern, steckte ihr Schwert wieder weg und ging in die Höhle zurück.
"Satura... aufwachen!" Jemand rüttelte sie sanft an der Schulter.
|
| 17.06.2003 15:52 | #86 |
| Skeleon |
Als sie die Augen öffnete sah sie das Gesicht des jungen Diebes über sich gebeugt. Nicht mit einem spöttisch-fröhlichen Grinsen sondern einer besorgten Miene begrüßte er sie heute.
"Irgendwas stimmt nicht mit Lehna. Sie ... am besten siehst du selbst!"Widerwillig machte sie sich daran, sich zu erheben, doch das schien Leon nicht schnell genug zu gehen, denn er packte sie am unverletzten Arm und zog sie mit sanfter Gewalt mit nach oben. Er bot ihr erneut seine Hilfe beim Gehen an, die sie aber ausschlug. Sonst hielt er sie noch für eine hoffnungslose Heulsuse. Andererseits könnte er es schon wieder falsch verstehen und als Abweisung deuten.
Innerlich fluchte Satura und wählte den Mittelweg - sie ging neben Leon her, nah, aber ohne sich auf ihn zu stützen. Was musste 'man'n auch immer so leicht zu verunsichern sein?
Der junge Dieb lächelte etwas betrübt, als sie Lehna's Lagerstatt erreichten. Er warf ihr eine Mischung aus abfälligen und mitleidigen Blicken zu - offenbar hatte er nicht vergessen, wie sie unter den Banditen gewütet hatte. Aber hatte ein Monster eine Meuchelhorde anderer Monster verdient?
Satura kniete sich zu ihr hinunter und blickte sie schweigend an. Lehna schien in einer Art Fieber gefangen zu sein, wild warf sie wirre Blicke in die Runde und bewegte stumm ihre Lippen. Von Zeit zu Zeit stammelte sie Esteron's Namen, aber mehr war nicht zu verstehen.
"Haben sich ihre Verletzungen entzündet? Ist es der Wundbrand?" fragte Leon verunsichert.
Irgendetwas schien mit den Rissen in ihrer Haut, die die kleinen Teufel ihr zugefügt hatten, nicht zu stimmen ... Satura beugte sich näher heran um besser sehen zu können ...
|
| 17.06.2003 16:26 | #87 |
| Todesfürst |
In Prix Lager
Langsam aber sicher fing die Sonne an aufzugehen und sich über das Land zu setzten, ihre wärmenden Strahlen fielen über das Land und so erwachten auch die Menschen. Die Finsternis war verdrängt wurden und man konnte wieder etwas erkennen, und ob sie das konnten, sie erkannten sogar eine ganze Menge. Scheinbar war er mal wieder der letzte, der sich erheben konnte aber was solls, er schlief halt tief und fest und nebenbei auch noch gern. Nachdem er seine Sachen angezogen hatte und auch die Waffen angelegt waren, trat er aus dem Zelt. Die Sonne blendete ihn doch er ließ sich nicht lange ärgern und ließ einfach den Kopf zu Boden senken. Als er sich dann an die Helligkeit gewöhnt hatte schaute er sich um. Weder Prix noch Ra waren da. Auch der Kadaver war nicht mehr an der Stange. Scheinbar hatte er ziemlich lange gepennt, die beiden waren wohl schon weg.
Doch warten wollte er hier nun wirklich nicht. Stattdessen war es an der Zeit seine Wasserflaschen wieder aufzufüllen und bei der Gelegenheit konnte er sich auch mal wieder waschen. Also ging es Richtung Wald. Das Lager war jetzt alleine aber Sorgen sollte man sich deswegen nicht machen, scheinbar hatte Prix damit gerechnet, schließlich war er auch weit ausserhalb des Lagers, als er noch alleine war. Im Wald war es viel kühler als in dem Kessel, wo das Lager lag, denn die Bäume verhinderten, dass Sonne durchkommen konnte. So beschloss er etwas Sport zu machen, wann hatte er seinen letzten Waldlauf gemacht? Wahrscheinlich seit Wochen nicht mehr, dabei tat er es als Schürfer jeden Morgen. Ja, das war schon eine schöne Zeit. Er fing an sich etwas zu dehnen, was etwas schwer fiel, da er auf dem Waldboden nicht so guten Halt fand. Doch am Ende war er doch ganz gut gedehnt und jetzt konnte es los gehen. Seine Füße setzten sich in Bewegung und ließen den Waldboden von sich. Durch Bäume huschte nun eine Gestalt und lief langsam aber stetig. Der Wald war viel größer als der in Khorinis und so hatte er viel mehr Möglichkeiten zu laufen. Mal ging es durch Klippen hinunter, mal zwischen Bäumen und mal an kleinen Lichtungen. Das Gebiet war hier sehr vielfältig und bot gute Bediengungen zum laufen. Er lief und lief und seine Beine trugen ihn dann auch zu dem Fluß.
Ein Rauschen kündigte von dem Gewässer und bald konnte man das kristallene Wasser sehen. Er hörte nun auf zu laufen und ging langsam zum Ufer, wobei er seine Beine ausschüttelte um sie zu entspannen. Er war eine gute halbe Stunde gelaufen und fühlte sich wieder richtig gut, er war fit und es hatte Spaß gemacht zu laufen. Allerdings musste er schon keuchen und schwitzte auch ziemlich. Da kam ihm das Wasser nun genau recht, so richtig gut. Das durchsichtige, klare Nass prickelte kurz und spülte den Schweiß von der Haut des Mannes. Dann nahm er noch einen kräftigen Schluck und ließ den Inhalt seiner letzten Wasserflasche auslaufen und füllte dann beide wieder auf. Als er wieder aus dem Fluß kam dampfte er am Körper. Scheinbar war er ziemlich erhitzt gewesen. Nun nahm er sein Schwert aus der Scheide. Dabei bewunderte er mehr die Scheide als das Schwert. Vom Aussehen her war es einfach ein Meisterwerk, ein wahres Stück Kunst sogar. Die Klinge war nicht beachtenswert, doch wusste er, was er davon hatte. Wenn er schon nicht kämpfen konnte, dann sollte die Klinge wenigstens für seine Fitness dienen. Er nahm ein Tuch aus seinem Allesbeutel und wickelte es eng um die rechte Hand des Mannes. Dann nahm er die linke und umfasste den Griff, die rechte ging zur scharfen Spitze und packte sie. Das Schwert kam an den Rücken und nun drehte sich sein Körper langsam aber sicher, soweit um die Achse wie es ging. Gymnastik konnte man das nennen und das Schwert war eine Art Werkzeug, eine Hilfe. Er wiederholte das zehn Minuten und gab sich dann mit den heutigen Ergebnissen zufrieden. Er steckte das Schwert zurück und nahm noch einen Schluck. Dann machte er sich auf den Rückweg, mal schauen ob die beiden anderen schon da waren.
|
| 17.06.2003 18:34 | #88 |
| Satura |
Lehna wälzte sich unruhig umher, und kalter Schweiß stand auf ihrer Stirn. Hin und wieder murmelte sie unverständliche Worte, und ein dünner Speichelfaden bahnte sich seinen Weg aus ihrem Mundwinkel.
Satura sah kurz zu Leon, der Lehna angewidert beobachtete. "Komm lieber her und hilf mir." fuhr sie ihn an. Widerwillig kniete Leon sich neben sie. Satura drückte ihm das kleine Fläschchen mit Alkohol in die Hand und wandte sich wieder Lehnas Wunden zu.
Ihre Augen weiteten sich vor Schreck, als sie erkannte, was sie so irritiert hatte. "Leon... bitte schau dir das doch mal an, und sag mir, dass du das nicht siehst." Die Amazone rutschte ein Stück zurück, sodass Leon sich die Wunde ansehen konnte. Der Dieb warf ihr einen irritierten Blick zu, tat dann aber, wie ihm geheißen. "Du meinst... die Klaue? Ist ja nicht so schlimm, die holen wir..." Leon wurde bleich. "D... die bewegt sich ja!"
|
| 17.06.2003 18:56 | #89 |
| Skeleon |
Der junge Dieb blickte voller Abscheu auf die sich windende Klaue - wie ein unförmiger, horniger Wurm wandt sie sich in Lehna's Verletzung im Oberarm. "Was für eine Teufelei ..."
"Teufel, richtig." meinte Satura. "Die Viecher waren mit Sicherheit nicht eine Unterart der khorinischen Waldfledermaus! Komm', wir müssen das irgendwie rauskriegen ..."
Sie rutschte auf Knieen noch ein Stück näher heran und betrachtete mit Verwunderung und Abscheu zugleich die sich windende Klaue.
Leon schluckte und kam ebenfalls ein Stück näher.
Eigentlich hast du das ja verdient - was immer es ist, kleine Hexe. Er sah zu Satura, die etwas irritiert und angeekelt mit dem ausgestreckten Zeigefinger über Lehna's Haut auf die Wunde und auf den Hornwurm zufuhr.Da hast du nochmal Glück. dachte er und warf ihr einen tödlichen Blick zu, ehe er sich über sie beugte um Satura von der anderen Seite aus zu unterstützen. Aus seinem Lederbündel zog der Junge einen Langdolch, ohne seinen Blick von der Wunde abzuwenden.
"Sollen wir's ... rausschneiden?" fragte er etwas zögerlich.Aber Satura schüttelte den Kopf.
"Wir sollten ihr nicht noch mehr Schmerzen als nötig bereiten. Im Notfall vielleicht."
Leon schien da andrer Meinung zu sein, ließ den Dolch jedoch sinken und schwieg.
Die Amazone griff nun mit vor Ekel und Verwirrung verzerrtem Gesicht nach der sich windenden Klaue - mit einem Geräusch von reißendem Fleisch drang sie ein Stück tiefer in Lehna's Arm ein, die heulte in ihren fiebrigen Träumen regelrecht auf vor Schmerz und Satura zuckte zurück.
Leon hob den Dolch und sah sie fragend an.
"Rausschneiden?" sagte er nur.
|
| 17.06.2003 19:10 | #90 |
| Todesfürst |
In Prix Lager
Als er wieder ins Lager kam sah er die beiden wie sich mit einigen komischen Viechern herum machten, wahrscheinlich zogen sie ihnen das Fell ab und was sonst noch verwertbar war. Komische Viecher waren das, hatten gelblich braune Lederhaut und scharfe Krallen. Kein Zweifel, das mussten die Viecher sein, die Prix als Khagane bezeichnete. Mit fragenden Blick schaute Prix den Fürsten an und wollte anscheinend etwas wissen.
"Na, wo warst du denn die ganze Zeit?"
"Hab etwas Sport getrieben."
"Allein im Wald? Ganz schön leichtsinnig"
"Fang jetzt nicht auch noch an, ich kann ganz gut allein rumlaufen. Glaubst du ich frag jetzt um Erlaubnis zum gehen?"
"Ist ja gut, reg dich nicht auf, ich wollts dir nur sagen."
"Jaja, schon gut kein Problem, sag mal, sind das die Khaganviecher von denen du mir erzählt hast?"
"Jepp, das sind Khagane. Haben wir heute morgen gejagd.Wie du siehst erfolgreich, nun können wir eigentlich morgen in die Stadt, muss mein Zeug verkaufen."
"Gut, dann gehts morgen nach Gorthar. Ist ja nicht weit, hehe. Noch irgendwas geplant für heute?"
"Nö, werd hier noch fertig machen und dann noch etwas rauchen, essen und halt in der Gegend rumsitzen. Ausserdem muss ich noch ne Liste machen, was ich alles brauch."
"Ok, dann lasst euch mal nicht stören."
Der Tag war noch jung und so wollte er mal nicht nur hier verweilen, sondern auch noch was tun. Dann kam ihm eine Idee was er tun konnte. Die Leichen mussten noch immer an der Stelle liegen, sofern sie nicht entdeckt worden und da könnte er gleich ein ordentliches Grab schaufeln. Doch dazu brauchte er Werkzeug.
"Habt ihr eine Schaufel oder eine Spitzhacke?"
"Ja eine Spitzhacke steht im Werkzeugschrank, da hinten. Was willste denn machen?"
"Etwas nützliches."
Der Gildenlose ging zu dem kleinen Kämmerchen und rieß die Tür auf. Neben einer Tonne Staub, so kam es ihm jedenfalls vor, kam auch ziemlich viel Gerümpel auf ihn zu.Er hatte Mühe das Zeug in der Kammer zu halten. Als es dann endlich stand suchte er nach der Spitzhacke. Die gute Nachricht war, er fand sie, die schlechte, die Hacke war nicht mehr mit dem Stiel verbunden. Doch das Problem war schnell mit einer Schnur gelöst und so kannte es endlich los gehen.
|
| 17.06.2003 19:22 | #91 |
| Satura |
Satura starrte verzweifelt auf die sich immer tiefer in die Wunde reinwindende Kralle. "Als wollte sie sich vor uns verstecken..." murmelte sie. "Gut, lass uns beginnen," setzte sie laut hinzu. "Alkohol." Die Amazone streckte fordernd die Hand aus, und Leon reichte ihr das kleine Fläschchen. Sie tropfte ein wenig auf den Wundrand, und wies Leon an, den Dolch damit zu desinfizieren.
Zögerlich nahm sie den Dolch in die Hand, der ihr viel zu groß vorkam für die Wunde... sie hatte so etwas noch nie gemacht - was, wenn sie versagte? Sie hatte Cord vielleicht ein zwei mal zugesehen, wie er eingetretene Nägel oder dergleichen entfernt hatte... aber nie sich bewegende Klauen von Minidämonen.Sie seufzte, setzte die Spitze des Messers an und zog einen vorsichtigen, nicht zu tiefen Schnitt um die Klaue herum. Lehna stöhnte auf, erwachte aber nicht aus ihrem Halbdelirium.
Satura nahm ihren Zeigefinger zu Hilfe, um die Klaue am Messer anzudrücken und hinauszuziehen. Sie presste den vom Blut rutschigen Fremdkörper fest an die Klinge des Dolches und zog ruckartig an...
"Draussen!" rief sie und schleuderte das sich windende Ding auf den Boden. Leon wollte aufspringen, es zu zerstören, als es in einer hellblauen Flamme sublimierte... Ungläubig starrten die beiden auf den Fleck. "Scheint so, als ob es ohne einen Wirt aus Fleisch und Blut nicht überleben kann." meinte Satura schließlich.
Lehna stöhnte erneut auf vor Schmerz. Satura reinigte ihre Wunde mit Alkohol und schmierte dann dick Salbe drauf, bevor sie sie mit einem Stück Stoff von Esterons Umhang - er würde es verzeihen! - verband.
Sie flößte dem jungen Mädchen noch etwas Wasser ein, und lehnte sich dann erschöpft an die Höhlenwand. "Ich hoffe, dass ich jetzt nichts falsch gemacht habe..."
|
| 17.06.2003 19:44 | #92 |
| Krieger-BP |
Krieger blickte starr und ungläubig auf die Wunde in Lehnas Körper. Kaum zu glauben, dass dort drinnen so ein Wesen war! Und nun war da ... überall ... Blut.
Schwärze legte sich vor die Augen des Templer; der Boden tauschte den Platz mit den Himmel, weshalb Krieger nun auf den Himmel flog und die Besinnung verlor. Dämonen: OK; Drachen: auch noch so halbwegs; Echsenmenschen: hm, na ja; kleine Insektenviecher: Alles bloß das nicht!
Nach einer Weile weiteten sich die Augen wieder. Licht drang ein und das Bild der allgemeinen Situation wurde wieder sichtbar.
Krieger konnte es nicht fassen. War wirklich er da gerade umgekippt? Er schlug sich auf die Wange. Hoffentlich hatte es keiner bemerkt. Lehna lag jeden Falls noch da und fantasierte herum. „Esteron“ Der Name hallte Tausende im Kopfe des Templers. Was hockten sie denn hier überhaupt rum? Wieso waren sie hier überhaupt über Nacht geblieben, an dem Ort, wo die Dämonen genau wussten, dass sie da seien können!
Krieger rätselte. Ein Entschluss musste her! Das Ding wurde aus dem Arm Lehna’s befreit. Gut. Dann konnten sie ja weiter!
„Gut gemacht Satura! Ich glaube ohne dich wäre das Ding schon im inneren ihres Kopfes. Doch uns bleibt keine Zeit! Wir müssen weiter! Nimm du meinen Beutel, ich trage Lehna. Sie muss da jetzt durch.“
Der Templer reichte der Amazone den Beutel und packte dann Lehna, um sie sich auf den Rücken zu werfen. „Geht’s so?“. Nur ein Stöhnen kam als Antwort. „gut! Los geht’s.“
Die Gruppe hatte wieder alles zusammengesammelt und zog nun weiter durch den Wald, diesmal nur mit höherer Aufmerksamkeit. Krieger schritt mal wieder mit Gardiff voran. „Zurück zum Ausgangspunkt! Dort folgen wir Esterons Spuren!“, schlug der Waldstreicher vor. Alle nickten, was sollten sie auch sonst tun...
|
| 17.06.2003 20:22 | #93 |
| Lehna |
Schwärze, nur Schwärze. Nun ja, sie konnte noch etwas sehen, aber sie konnte es nicht mehr verarbeiten. Sie hätte also genausogut blind sein können, es hätte keinen Unterschied mehr gemacht. Ihr Gehirn war viel zu sehr damit beschäftigt, wirre Bilder und Gedanken zu erzeugen und nebenbei noch den Schmerz zu erzeugen. Natürlich, der Schmerz musste sein. Für das, was sie sah, hatte ihr Verstand keine Zeit mehr, aber der Schmerz durfte nicht fehlen, er musste überall sein...Aber der Schmerz war noch lange nicht das Schlimmste. Es waren die Gedanken. Wirr und ungeordnet waren sie, Erinnerungen, hauptsächlich Erinnerungen. Doch nicht ihre eigenen. Erinnerungen an finstere Zeiten, erinnerungen an durchlebte und gelebte Alpträume, die den Sinn darzustellen schienen, Hass, Verzweiflung und abgrundtiefe Leere.
Und Esteron... Wo war er? Warum war er nicht da wenn sie ihn dringender brauchte als jemals zuvor?
Die Dunkelheit wurde kurzzeitig abgelöst durch die Erinnerungen an den jungen Wanderer, sein freundliches Lächeln, seine sanfte art. Daran, dass er ihr immer geholfen hatte, immer bei ihr gewesen war und sie niemals verlassen hatte in der letzten Zeit.
Und jetzt war er weg, und sie war wieder allein...
Allein? Irgendwie war sie doch garnicht allein. Ganz und gar nicht. Wieder glitten ihre Gedanken dorthin ab, wo sie nicht hinwollte. Es schien ihr, als würde irgendwer und irgend etwas ihr all diese Bilder in ihren Kopf pflanzen und damit etwas zu erreichen suchen...
|
| 17.06.2003 20:53 | #94 |
| Satura |
Irgendwie schafften sie es, unbehelligt zu ihrem alten Lagerplatz, der Lichtung mit dem umgestürzten Baum, zu kommen. Kriegers Hoffnung wurde zerstört; Esterons Spuren waren verwischt, weggewaschen vom Regen. Er bettete Lehna auf dem weichen Moos, das hier überall wucherte, und bedachte sie mit einem besorgten Blick.
Leon war sehr still gewesen; nicht erst auf ihrem Marsch war ihr das aufgefallen, auch schon bei der Operation an Lehna. Lag es daran, dass er das Mädchen dermaßen abstoßend fand? - Sie wusste es nicht. "Wir sollten rasten, und etwas essen, und danach erst entscheiden, was wir weiter tun wollen." meinte Satura. "Vielleicht bei einem Tee." Sie lächelte Krieger zu. Die anderen stimmten ihr zu - jeder könnte etwas Essbares nur zu gut gebrauchen. "Leon - wollen wir zusammen auf die Jagd gehen?" Der junge Dieb zuckte mit den Achseln, schickte sich aber an, der Amazone zu folgen. Die beiden ließen den Rest der Truppe auf der Lichtung zurück und schlugen sich ins Gebüsch. Satura war froh, ein paar Minuten mit Leon allein zu haben, und wenn es nur für die Jagd wäre. Es tat gut, nicht dauernd beobachtende Augen um sich zu haben.
Sie gingen zunächst schweigend nebeneinander her, bis Satura zu sprechen anhub. "Ich.. ich habe letzte Nacht wieder geträumt." begann sie zögerlich. "Leon, er war wieder da."
|
| 17.06.2003 20:55 | #95 |
| Todesfürst |
Im Wald
Der Gildenlose ging mit behäbigen Schritt zu dem Waldstück, wo die Leichen lagen mussten, denn für heute war er genug gelaufen und wer weiß, vielleicht würde er seine Kraft nochmal brauchen.
Der Wald hatte sich nun schon etwas erwärmt, langsam kam Leben hinein und man konnte, wenn man genau hinsah, ziemlich viel Leben erkennen. Ameisen die über den Boden krabbelten, Vögel die grazil durch die Baumwipfel flogen, Eichhörchen, die an Bäumen hochkletterten und manchmal auch den ein oder anderen gewagten Sprung machten, kleine Wesen, wahrscheinlich Hamster oder Hasen die durch den Boden huschten und noch vieles mehr. Der Wald steckte voller Leben.
Doch nicht alles was hier lag war am Leben, der Gedanke kam gerade, als er bei dem Leichenhaufen ankam. Die verbrannten Körper lagen immer noch da und schienen sich nicht bewegt zu haben, doch bei näherem hinschauen erkannte man einige Bisswunden die frisch waren. Eigentlich ungewöhnlich das Viecher an verbrannte Leichen gingen oder? Auf jeden Fall roch es noch immer so scheußlich wie vor ein paar Tagen, als die Kadaver noch frisch waren.
Er versuchte den Gestank zu verdrängen, doch etwas Kribbeln blieb trotzdem in der Nase. Doch die Löcher wollte er fertig bekommen und so grub er mit der Hacke. Er hatte Glück, dass der Waldboden sehr leicht zu bearbeiten war, keine großen Wurzeln oder Steine. Nach einer Stunde war er fertig, allerdings war er sicher ein Kilo ärmer und zweit Tage Rückenschmerzen reicher. Doch beides waren wohl eher Gedanken, die vielleicht gar nicht stimmten. Nun mussten die Leichen nur noch in die Löcher, doch der Ekel war schon hoch, so eine verbrannte Leiche anzufassen. Es wäre einfach die Kadaver mit dem Fuß in die Gräber zu schieben, doch das war doch sehr pietätslos und auch irgendwie bescheuert. Also entschied er sich für eine dritte Lösung und nahm zwei Tücher, mit denen er dann die leblosen Körper in die Löcher legte. Als alle Kadaver in den Gräbern lagen schaufelte er die Erde wieder drüber. Nun waren wirklich alle unter der Erde. Auf jedes Grab legte er eine Goldmünze als Zeichen von Innos, was anderes fiel ihm in der Situation nicht ein. Er sprach ein Gebet für die Toten und legte dann seine Tücher ab, als Zeichen für das Ende. Dann entfernte er sich von den Gräbern und huschte zurück zum Lager, für heute reichte es mit den Handlungen.
|
| 17.06.2003 22:20 | #96 |
| Skeleon |
Der junge Dieb blieb stehen und blickte sie erst irritiert, dann besorgt an. Obwohl sie ihm nur wenig von diesem er erzählt hatte, war Leon schnell klar geworden, wie ernst sie das Ganze nahm. Sie war beinahe in Tränen ausgebrochen, als sie von ihrem ersten Traum berichtet hatte - und das war noch gewesen, bevor sie sich ... besser gekannt hatten.
Leon umfasste sanft ihre Schulter, wie um sie zu umarmen und sah sie genau an. Ihre grünen Augen zuckten hektisch umher und er fühlte ein Beben durch ihren Körper gehen. Sie schien Furcht - oder zumindest Verunsicherung - in sich zu tragen. Vorsichtig legte der junge Dieb seinen anderen Arm um ihre Schultern und drückte sie an sich.
Einen langen Augenblick standen sie so da und Leon hielt sie einfach fest, wie um ihr Halt zu bieten. Nur langsam löste er sich wieder von ihr, hielt sie jedoch noch an den Schultern mit sanfter Gewalt und blickte ihr tief in die schwarzen, grün umrandeten Augen.
"Sag' mir, was dich bedrückt."
Satura zögerte einen Moment. Sie hatten sich versprochen, ehrlich zueinander zu sein. Sie war kurz davor, das Versprechen zu brechen. Aber was, wenn der Fremde die Wahrheit sagte? Was, wenn es kein Unfall gewesen war? Was, wenn Leon sie belogen hatte?
"Er ... ich fürchte ihn." Das war nur die halbe Wahrheit. Was war mit diesem anderen Gefühl? Dieses Gefühl von Rechtschaffenheit. Aber es war keine Lüge, versicherte sie sich.
Der junge Dieb nickte stumm.
"Komm."
Sie gingen langsam hinüber zu einem freiliegenden, flachen Felsbrocken. Im Blätterdach des Waldes befand sich genau hier ein Loch und die späten Sonnenstrahlen ließen den Stein gelblich schimmern. Nebeneinander setzten sie sich auf den warmen Felsbrocken und Leon's Hand suchte Satura's.Einen Moment saßen sie so da. Irgendwie gab ihr Leon's Nähe ein Gefühl von Sicherheit - obwohl er wohl der letzte war, der Gefahren fernhalten konnte. Viel mehr zog er sie regelrecht an. Sie musste ein wenig Grinsen, und schon dieses kleine Zeichen ließ Leon's Herz etwas höher springen.
Plötzlich sagte sie: "Du hast mir erzählt ... was geschehen ist, früher." Das Wort Mord vermied sie. "Aber du hast mir nicht erzählt, wie es geschehen ist."Der junge Dieb ließ den Blick zu Boden sinken.
Zögerlich nickte er. Er hatte es versprochen.
Und so begann er von den Erlebnissen zu erzählen, die ihn überhaupt zu einem Dieb hatten werden lassen: Wie er von den Banditen aufgegriffen worden war, von ihnen einen Auftrag bekommen hatte und im Hafenlagerhaus auf die Wache getroffen war. Und wie er sie getroffen hatte. Er schluckte schwer, doch wiederholte die Stelle und betonte, dass es ein Unfall gewesen war. Er hatte einfach nur fliehen wollen. Nach seinem Versagen hatte es keinen Rückweg mehr gegeben und er war in der Hafengegend von Khorinis untergetaucht. Hatte sein Leben als Taschendieb fortgeführt.
Bis ... bis Satura aufgetaucht war.
Er lächelte betrübt, nickte bekräftigend zum Abschluss seiner Geschichte und verstummte.
|
| 17.06.2003 23:00 | #97 |
| Satura |
Ein Stein fiel ihr vom Herzen - es war ein Unfall gewesen, und kein Mord. Aber was wollte der Fremde damit dann bezwecken? Was war so wichtig, dass er zu ihr kam, deswegen? Sie verscheuchte die lästigen Gedanken.
Sie drückte seine Hand, und ein Lächeln erhellte ihr Gesicht. "Aber Leon, wenn es doch ein Unfall war, dann bist du doch kein Mörder! Wie kannst du sowas nur sagen, du bist doch kein Mörder!" Sie sah ihn an, die Sorgenfalte auf seiner Stirn schien sich zu glätten, und sein Blick wirkte nicht mehr ganz so skeptisch.
Unwillkürlich hatte sie das Bedürfnis, ihm näher zu sein, als müsste sie ihre Worte bekräftigen, ihm zeigen, dass sie ihm verzeihte. Sie rutschte näher an ihn heran, so nahe, dass er ihren Atem an seinem Hals entlangstreichen spürte. "Aber... wenn ich nicht dort gewesen wäre, dann-" begann Leon erneut. Satura legte ihm ohne ein Wort ihren Finger über seinen Mund, gebot ihm, zu schweigen.Ihr Herz pochte laut und schnell - was machte sie so nervös? Sie wußte es. Sie hatte Angst, etwas falsches zu tun, ihn zu überrumpeln - gar zu überfordern. Würde er sie vielleicht sogar zurückweisen?
Doch es war zu spät; sie spürte das Gefühl in ihrem Bauch überhand nehmen, beugte sich vor und spürte, wie seine Hand zu ihrer Taille glitt, sie umfassend, haltend. Sie fühlte sich sicher - bei ihm, das erste Mal vielleicht sogar in ihrem ganzen Leben...
Vorsichtig, suchend, trafen ihre Lippen auf die seinen - voller Angst, er würde vielleicht doch zurückschrecken. Doch da war kein Widerstand, nur Erwiderung, vorsichtig, zögernd zwar, vielleicht sogar überrascht.
Es war, als würde sich eine lang ertragene Spannung mit einem Mal auflösen, als wären all die Lügen, all die Geheimnisse nicht mehr von Bedeutung nach diesem einen, ersten Kuss.
|
| 17.06.2003 23:39 | #98 |
| Skeleon |
So vorsichtig, wie sie sich genähert hatten lösten sich ihrer beider Lippen wieder voneinander. Mit zitternden Fingern strich der Dieb ihr eine Haarsträhne aus dem Gesicht und erwiderte ihr unsicheres Lächeln.
Eine schwache Windböh trieb ihr die Haare zurück in ihre Stirn und etwas schüchtern grinsend beließ es Leon dabei.
So viel stürzte in diesem Moment auf ihn herein, doch das einzige was sich in sein Gedächtnis brannte war ihr Gesicht, wie sie lächelnd neben ihm saß und sich an ihn lehnte. Er wollte sie festhalten und beschützen, vor der Kälte und dem Bösen in dieser Welt. Sanft zog er sie noch näher an sich. Wollte sie vor ihm beschützen, sie nie wieder so verunsichert und aufgewühlt erleben.Der Junge begriff nicht, was zwischen ihnen geschehen war. Doch das wollte er gar nicht. Ihm war wichtiger, dass es so blieb. Dass sie einfach für immer auf diesem Felsblock unter dem schwindenden Licht der Sonne sitzen könnten. Und dass sie sich an ihn lehnte, wann immer sie Schutz oder Hilfe suchte.
|
| 17.06.2003 23:46 | #99 |
| Krieger-BP |
Erschöpft ließ Krieger das Mädchen von seinen Schultern, lehnte sie gegen den großen Baumstamm, an dem sie letztens schon gesessen hatten und legte ihr seinen Mantel um. So hauch dünn, wie sie bekleidet war, war das auch dringend nötig. Des Kriegers Blick sah den beiden Nahrungssuchern noch lange nach. „Hatten wir nicht gesagt, dass wir zusammenbleiben?“, wandte er sich zu Gardiff. Diese zuckte aber nur ratlos mit den Schultern. „Was solls, nich mein Problem! Ich kann auf mich aufpassen.“, sagte sich Krieger und hockte sich auf einen Baumstumpf. Ein Stängel schrie geradezu danach geraucht zu werden. Aufglimmend, knisternd durch den mit Stille durchsetzten Wald schreiend, stieg Rauch gen Himmel und verflüchtigte sich in der endlos vorhanden seienden Luft. Die Frage was nun zu tun sein soll, beschäftigte Krieger arg. Feuer konnte nicht gelegt werden, denn auf die Biester war er nicht scharf. Doch musste er frieren, hatte Lehna ja seinen Mantel und er saß nur in der leichten Templerrüstung da. Gedanken des Sumpfes schwebten wie die mit Rauch behangene Tavernenluft des Sumpfes über ihn. Wie lange war er jetzt schon nicht mehr dort? Ein Monat, zwei? Er hatte keine Ahnung. Nur noch wage waren Erinnerungen an sein Bett vorhanden, an seine Schmiede, an sein Zuhaus. Wie lang hatte er den Hammer nicht mehr in der Hand gehabt oder das warme Offenfeuer gespürt. Was war mit dem Pyramidentaler Starkgebräu oder dem Apfelstrudel. Ob es das noch gab? Gab es noch die Sumpfschlachten? Die Haie, die Frösche, die Stege, Fortuno, Samantha, Angroth, Shadak, Arti und die Pyramide? Eine Träne, dem Sumpf gewidmet, seiner Heimat! Kann der Schläfer ihn nicht kurz dahinführen? Nur für einen Augenblick?NEIN
Denn das Stöhnen Lenas ließ die Sehnsucht zerplatzen wie eine Seifenblase. „Verflucht“, Krieger dachte nach. „Wieso verdreht sie Esteron so den Kopf? Sie sollte den armen Mann nicht so quälen!“ Krieger fatschte sich eine, „Sie ist die Freundin deines Freundes! Hilf ihr gefälligst!“
Wiederwillig riss sich Krieger ein Stück Stoff vom Hemd und tunkte dieses in Wasser, um damit Lehnas Schweißperlen von der Stirn zu wischen. „Beruhig dich Kind! Esteron ist bald wieder bei dir! Ich verspreche es dir!“ Ob sie ihn hören konnte? Ob sie ihn hören wollte?
Egal, alles was zählte war der Wille. Wenn es nicht ist, dann ist es halt nicht. Soll sie für immer in Angst leben. Krieger fatschte sich wieder eine. „An was denkst du da! Jetzt fass dich wieder!“ Verbittert sah er auf die Frau. Ihr Gesicht war vollkommen verspannt. Würde sie weiter so machen, wäre es bald ein einziger Muskelklumpen. Nicht gerade schön.
Gardiff stupste Krieger plötzlich in die Seite, „verdammt wo bleiben die nur?“ Krieger konnte auch nur mit einem Achselzucken antworten.
Entschloßen nahm er das Wort an sich, „Weißt du was! Wir machen jetzt ein Feuer! Mir ist urigst Kalt und ich brauch was warmes in mir! Zudem finden uns die beiden dann besser wieder.“ Gardiff sah nur wiederwillig auf Krieger, „wenn die Viecher kommen ...“ Krieger fiel ihm ins Wort, „machen wir sie platt! Scheiß drauf.“ Krieger stöhnte und graste den Boden nach Holz ab. „Wenns nach mir ginge, würden wir weiter gehen und Esteron suchen, aber dieser Ballast hier,“ er zeigte auf Lena, „nervt. Wir müssen ihn erst mal wieder aufpepeln.“ Nach einer Weile züngelten auch schon ein paar kleine Flammen gen Himmel und brachten Wärme mit sich. Die zitternden Hände daran haltend stöhnte Krieger erleichtert auf. „Jetzt fehlen nur noch die Amazone und der komische Typ!“ ...
|
| 17.06.2003 23:47 | #100 |
| manmouse |
Im Versteck der Inquisition
Also doch Folter. Dieser Mann war kalt. Menschenleben und Seelen interessierten ihn nicht im geringsten. Aber was hatte Esteron schon von der Inquisition erwartet. Das sie ihn zum Essen einluden und freundlich über den kommenden Winter philosophierten? Nein sicher nicht.
Der Wanderer wich dem kaltem Blick von Tannenberg aus.
Von ihm würde er nichts erfahren. Jedenfalls nicht freiwillig.Esteron musste die anderen schützen. Ihnen einen Vorsprung geben, bevor die Inquisition, sie suchen würde. Oder schlimmer noch ins offene Messer laufen ließen.
Tannenbergs Gesichtsausdruck wandelte sich kaum, er wusste von vorn herein das der Narr, nicht mal im geringsten ahnte auf was er sich da eingelassen hatte. Seine Augen funkelten kalt und undurchdringbar.
“ Du Narr. Wie ich sehe hast du deine Entscheidung getroffen. Gewarnt habe ich dich jedenfalls. “
Esteron schluckte. Er musste sich zusammenreißen. Lehna war wichtiger. Es ging um ihr Leben und nicht um das seinige.
Betrübt senkte er den Kopf und haderte seinem Schicksal.
|
| 18.06.2003 00:09 | #101 |
| Satura |
In diesem Moment schien die Zeit still zu stehen, ein Augenblick für die Ewigkeit. Seit langem wieder fühlte Satura sich zu Hause, weil er da war, ganz bei ihr, und nur für sie. Sie schloß ihre Augen, ohne Furcht, in der Gewissheit, dass er da sein würde, wenn sie sie wieder öffnete.
Er zog sie fester an sich, und sie lehnte an seiner Brust, spürte wie sie sich hob und senkte, wie sein Herz schlug.
Noch nie war sie einem Mann so nahe gewesen - nie hatte sie einen so nahe an sich herangelassen. Ihre Angst, etwas falsch zu machen war in dem Moment verflogen, in dem er ihren Kuss erwidert hatte, als sie spürte, dass auch er sich danach gesehnt hatte. Sie wagte, zu genießen, dass er hier war, sie berührte und sie hielt. Nichts sollte diesen Augenblick zerstören.
"Verdammt... wir sollten doch etwas zu Essen besorgen!" Satura sprang plötzlich auf, sich bewußt werdend, dass das wahrscheinlich recht eigenartig wirken müsste. Leon sah sie verwirrt an, stand dann aber auf und folgte ihr. Es war nicht allzu schwer, ein paar Tiere aufzustöbern, das junge Dickicht in der Nähe bot Schutz, und genau hier fanden sich auch ein paar schmackhafte, fette Riesenratten...
Leon verzog angewidert das Gesicht, doch die Amazone lächelte ihn aufmunternd an. "Na, dann besorg uns mal ein Abendessen - sind ja nur zwei. Aber gib acht, die Biester sind schnell, und haben äusserst scharfe Zähnchen. Für diese Tiere reichen im Normalfall einfache Kombinationen, aber versuche auch, ihre Angriffe durch Blocken abzuwehren. Dazu - " Satura zog ihr Schwert und demonstrierte einen einfachen Block vor ihren Füßen in Riesenrattenmaulhöhe - "machst du einfach folgendes. Versuche, direkt aus einem geblockten Angriff deinen Vorteil zu ziehen, und überrasche durch einen sofortigen Angriff. Du darfst dich auch durch schnelle, heftige Angriffe nicht aus dem Konzept bringen lassen. Also - dann leg mal los!"
|
| 18.06.2003 00:25 | #102 |
| Die Inquisition |
Beim Versteck der Inquisition...
Esteron wurde von kräftigen Händen an den Armen gepackt und rücksichtslos hochgezogen, anschließend band einer der beiden Inquisitionsgardisten die Hände des jungen Mannes hinter dem Rücken zusammen, wobei er nicht gerade zimperlich vorging. Tannenberg beobachtete die Szene kalt, anschließend ging er langsam aus der Höhle, die Inquisitionsgardisten folgten ihm und zerrten dabei Esteron mit sich.
Vor der Höhle war nicht viel los, die Sonne ging bereits unter. Die Dämonenjägerin Peligia lehnte an einem Baumstamm und musterte Esteron kurz mit einem gelangweilten Blick, zwei Inquisitionsgardisten veranstalteten ein paar Meter weiter einen Übungskampf und nahmen keinerlei Notiz von Tennenbergs Tun.Der Inquisitor führte Esteron und die beiden Krieger unter einen hohen Baum."So, und fehlen leider die Geräte, aber keine Sorge, wir haben auch so genug Möglichkeiten dass keine Langeweile aufkommt.", meinte der Hexenjäger kühl an Esteron gerichtet. Einer der Inquisitionsgardisten befestigte ein langes Seil an den Handgelenken des jungen Wanderers, anschließend wurde das freie Ende wurde über einen etwa drei Meter hoch hängenden Ast geworfen. Der Gardist vergewisserte sich noch kurz, das auch alles Stimmte, dann wurde Esteron mit einem Kräftigen Ruck hochgezogen, seine Füße verloren den Kontakt zum Waldboden, seine hinter dem Rücken gefesselten Arme wurden schmerzhaft verdreht.Tannenberg hielt sich kurz die Hand vor den Mund und gähnte.
|
| 18.06.2003 00:31 | #103 |
| Skeleon |
Eben noch hatte sie sich an ihn angelehnt und sie waren wie in einer eigenen kleinen Welt gewesen - sicher, frei, glücklich - und jetzt stand er mit seinem gezogenen Schwert in etwa einem Dutzend Schritte Entfernung zu zwei stinkenden Riesenratten und die Frau, die er gerade geküsst hatte stand hinter ihm und erteilte ihm Ratschläge, wie er das Abendessen zu beschaffen hatte.Etwas verwirrt war er nun doch.
Das Blatt schien sich schnell zu wenden.
Leon warf ihr über die Schulter noch einen sehnsüchtigen Blick zu, den sie mit einem glücklichen Lächeln und strahlenden Augen quittierte. Also etwas war zwischen ihnen passiert.
Langsam schritt der junge Dieb auf die beiden Ratten zu, die sich gerade in einer Schlammkuhle balgten.
Er blickte noch einmal zurück.
"Soll ich wirklich das als unser Abendessen holen?"
Satura nickte aufmunternd und mit einem zweifelnden Gesichtsausdruck näherte er sich weiter den beiden Kreaturen.
Plötzlich drehte der Wind.
Eine der Riesenratten reckte ihre lange Schnauze in die Luft und sog scharf die Luft ein - nur einen Moment später hatte sie Leon bemerkt und fiepte ihn 'bedrohlich' an. Die zweite Ratte wurde ebenfalls auf den Jungen aufmerksam und beide gemeinsam erzeugten einen Ton, der sich mit jedem Tinitus messen konnte. Leon tat noch ein paar Schritte und plötzlich verstummte das Gequieke.Er hielt in seiner Bewegung inne. Die Ratten blickten ihn aus ihren runden, schwarzen Knopfaugen an und schienen ihn abzuschätzen. Offensichtlich folgten sie dem matten Schimmern des gezogenen Langschwertes - die Klaue und der Reißzahn des ansonsten eher minderbemittelten Menschen.
Mit einem Mal setzte das Geschrei und Gequieke von neuem ein - im selben Augenblick, als beide Ratten zugleich auf Leon zujagten.
Der hob die Klinge über seinen Kopf, hielt den Atem an und ließ sie mit einem Pfeifen durch die Luft nach unten sausen. Knapp verfehlte sie den Schädel einer Ratte, die abrupt stehenblieb als vor ihr das Erdreich durchpflügt wurde. Vom eigenen Schwung getrieben taumelte Leon ein Stück, was die zweite Ratte ausnutzte ihm nachzusetzen.
Ein Tritt auf die Schnauze, ein Quieken und die Ratte wich zurück. Die zweite indessen hatte den Dieb umrundet und griff von hinten an - machte jedoch den dummen Fehler, ihren Angriff mit lautem Gequieke zu kommentieren.Blitzschnell schwang sich der Junge herum und trieb das Schwert zur Blockade vor sich in den Boden. Dumpf traf die Ratte mit dem Schädel auf die flache Seite der Klinge, ehe Leon das Schwert aus der Erde zog, emporriss und von neuem zu Boden schnellen ließ.
Leise knackten die dünnen Knochen des Rattenschädels, mit einem leiser werdenden Fiepen hauchte das Wesen seinen letzten Atem aus.
Zufrieden begutachtete Leon seine Beute, als er von hinten her umgerissen wurde. Die zweite Ratte hatte ihre Zähne tief in's Leder des Schürferstiefels gegraben, den Jungen zwar nicht verletzen können, ihn aber mehr als nur aus dem Gleichgewicht gebracht.
Ein zweiter Tritt auf die selbe Nase machte die Ratte nur noch gereizter, blitzschnell hintereinander biss sie in die Luft nach Leon's Fuß oder Bein, im letzten Augenblick konnte er noch vor den scharfen kleinen Reißzähnen zurückweichen und die Kiefer schnappten ins Leere.
Ein zweites Mal versuchte Leon die von Satura gezeigte Blockade, hielt die Klinge diesmal mit einer der beiden Schneiden zur Ratte und war nicht wenig überrascht, als sich das Wesen selbst erledigte. Dünn, wie die Klinge war hatte sie die Ratte im Profil nicht einmal mehr wahrgenommen und sich mit Enthusiasmus ins Verderben gestürzt.
Die blutende Ratte lag nun vor Leon auf dem schmutzigen Erdboden, die mit dem zertrümmerten Schädel nur ein Stück weiter.
Scharrend schob der junge Dieb die Klinge zurück in ihre Scheide und blickte sich fragend nach Satura um.
|
| 18.06.2003 00:57 | #104 |
| Satura |
Aufmerksam hatte Satura den Kampf Leons mitverfolgt - zwar hatte sie weniger seine Kampfeskünste als ihn selbst beobachtet, aber das tat nichts zur Sache - sie nickte ihm jedenfalls angerkennend zu, als die beiden Ratten tot vor ihm lagen. "Schön, das wird ja langsam schon richtig gut. Dann lass uns zurückgehen... die anderen werden schon warten." Sie packte eines der häßlichen Tiere und schleifte es zurück Richtung Lagerplatz. Leon tat es ihr gleich, und bald kehrten sie zu den anderen zurück.
Gardiff und Krieger sahen nicht besonders begeistert aus, als sie sahen, was die beiden da anschleppten - aber besser als gar nichts war es, und so wurden die Tiere schnell zerlegt und das verwertbare Fleisch gegrillt. Eine Zeit lang kehrte eine eigenartige Ruhe ein, als alle um das Feuer saßen, und still das fette Rattenfleisch aßen, das Satura nur notdürftig mit einigen Kräutern gewürzt hatte.
Satura sah des öfteren nach Lehna, die noch immer wie in einem Fieberwahn schien, und offensichtlich noch Schmerzen hatte. Nach dem Essen versorgte sie noch einmal ihre Wunden; ein wenig schlechtes Gewissen hatte sie schon, Leon und sie vergnügten sich da während... und Esteron erst.
"Esteron - wir müssen ihn finden. Hat jemand eine Idee? - Das mit den Spuren hat sich ja wohl erledigt..." fragte Satura in die Runde.
Leon seufzte leise, und Satura glaubte zu wissen warum. Es war der alte Fluch, keine Zeit für einander zu haben... irgendetwas funkte immer dazwischen.
|
| 18.06.2003 01:04 | #105 |
| manmouse |
Beim Gortharer Folterfest ......
“ Ahhhhhhhh….“, schallte es durch den Wald. Tränen stiegen dem jungen Mann in die Augen. Die Schmerzen waren unbeschreiblich. Sie waren aber eigentlich nur von kurzer Dauer. Sehnen rissen mit einem hörbaren peitschendem Knall, und die Knochen des rechten Handgelenks, das noch oben gebunden war, brachen ebenfalls mit einem leisem, aber doch hörbarem knacken.
Der Wanderer musterte Tannenberg, wie er unten stand und mit gespielter Langeweile sein Werk betrachtete, dann wurde er für kurze Zeit, in der Luft hängend bewusstlos.
Keine Frage, wenn der Esteron nicht voll irre im Kopf war, würde er sprechen.“ Holt ihn runter und weckt den Bastard auf. Er schuldet uns noch einige Antworten auf unsere Fragen. “
Der Inquisitionsgardist, der Esteron auf dem Ast angebunden hatte, nickte nur grinsend und lies langsam das Seil durch seine Hände rutschen, um es dann bei dem letzten Meter ganz einfach los zu lassen.
Der Wanderer fiel krachend zum Boden, wobei sich seine Arme noch mehr verdrehten. Allerdings wurde er von dem Aufprall in die weiche Erde auch wach.“Also, noch mal die Frage, Jungchen. Wo ist Frost?“ Tannenberg machte sich gar nicht die Mühe den Hohn in seiner Stimme zu verbergen.
“ Red endlich!
Esteron blickte ungefähr in die Richtung, wo Tannenberg stehen musste, erkannte aber nur einen verschwommenen Schemen seiner Gestalt. Sein Gesicht war mit Erde verdreckt und auf seiner Zunge war der Geschmack von warmem Blut, das mit Speichel gemischt über seine Lippen rann.
FROST! LEHNA! SATURA! KRIEGER! GARDIFF! LEON! LEHNA! FROST! LEHNA! FROST! LEHNA! LEHNA! LEHNA!
Gedanken rannen vor seinen Augen vorbei. Einfach so, Esteron war unfähig zu denken. Schmerzen. Ungeheure Schmerzen. Angst. Angst um das Leben von Lehna, Frost und den anderen.
“ Ich... ich weiß es nicht! “ Der junge Mann verlor wieder das Bewusstsein.
|
| 18.06.2003 01:30 | #106 |
| Die Inquisition |
Tannenberg schüttelte langsam den Kopf. Immer diese kleinen Möchtegern - Helden...
"Natürlich nicht. Du weißt nicht einmal deinen eigenen Namen, hm?"Der Inquisitor ging langsam zu dem Bewusstlosen Esteron, löste seinen Wasserschlauch vom Gürtel und ließ das kühle Nass ins Gesicht des Wanderers plätschern, wobei er sich allerdings nicht die Mühe machte sich zu bücken. Einen Stiefeltritt gegen den Unterkiefer später schug Esteron langsam die Augen auf."Du willst es also nicht sagen? Ganz sicher nicht? Hast du Angst davor, zu sehen, wie andere deswegen leiden?"
Der Hexenjäger ließ sich neben Esteron auf die Knie nieder, packte ihn am Kinn und drehte seinen Kopf herum. Er griff nach dem Dolch in seinem Gürtel, zog ihn langsam heraus. Die geschliffene Klinge näherte sich bedrohlich dem linken Auge des jungen Mannes.
"Das können wir ohne Probleme ändern, wenn du willst. Dann gibts nix mehr zu sehen. Also, ich höre...?"
|
| 18.06.2003 02:00 | #107 |
| manmouse |
Esterons Halswirbel knackten. Tannenberg kannte keine Gnade. Was sollte der Wanderer ihm denn sagen? Er wusste doch nicht wo genau sich der Waffenmeister jetzt befand.
Nach dem tritt gegen den Kiefer, rann dem jungen Mann noch mehr Blut aus dem Mund, gemischt mit zwei rausgebrochenen Zähnen. Esteron war jetzt schon übelst zugerichtet.
Wieder verlor er das Bewusstsein und wurde mit einem Fausthieb ins Gesicht geweckt. Sie würden ihm nie Glauben, das sich Frost auf dem Gletscher aufhielt.
“Er... er ist auf dem Gletscher......“
Esteron zwang sich, den Inquisitor, mit einem zerschlagenem Gebiss anzulächeln. Es war die Wahrheit.
Der Waffenmeister war mit Schuld an seiner Situation. Esteron war immer noch leicht wütend auf ihn, und lies sich fast von seinen Gefühlen leiten.Was war schon, wenn er sterben würde. Esteron war schon einmal tot gewesen. Das Leben seiner Freunde zählte mehr, als die Schmach. Schmerzen verspürte der junge Mann schon lange keine mehr. Seinem Körper war jetzt schon zuviel zugesetzt worden. Wenn er überleben würde, hatte er sicher für immer das ein oder andere Souvenir von der Folter. Etwas was er nie vergessen würde. Die Wunden waren jetzt schon zu groß. Nicht nur die Körperlichen. Dem Wanderer schwanden die Sinne.
Tannenberg stand auf und musterte sein Opfer schräg.
|
| 18.06.2003 02:31 | #108 |
| Die Inquisition |
Tannenberg erhob sich wieder und steckte den Dolch weg. Der Junge konnte ja doch reden. Ja wie kam das bloß...?
"Gut gut. Siehst du, is doch garnicht so schwer, was?"
Der Inquisitor verzog die Lippen zu einem raubtierhaften Grinsen."Bringt ihn wieder rein. Er weiß garantiert noch mehr, wir reden morgen weiter."Der Inquisitionsgardist, an den der Satz gerichtet war, nickte langsam, packte Esteron an den Füßen und schleifte ihn hinter sich her in die Höhle. Tannenberg schenkte dem jungen Wanderer keine weitere Beachtung, er drehte sich um und stapfte zu Peligia, die noch immer an einem Baum lehnte und nachdenklich in den dunklen Wald starrte.
"Ist irgendwas?", fragte der Inquisitor und kniff ein wenig die Augen zusamen."Du siehst so nachdenklich aus."
Die junge Frau nickte langsam, rührte sich sonst aber nicht von der Stelle."Ich weiß. Irgend etwas ist da draußen, aber ich weiß nicht was...""Hm."
Der Hexenjäger nickte langsam. Peligia war ihm noch immer ein Rätsel, obwohl er sie jetzt schon fast fünf Jahre lang kannte, seit sie mit gerade mal sechzehn Jahren ihre Ausbildung beim Ordo Malleus begonnen hatte. Sie war schon jetzt eine der erfolgreichsten Dämonenjägerinnen überhaupt. Vor allem lag das an ihrer Fähigkeit, Dämonen auf eine Tannenberg unerklärliche Weise aufzuspüren. Einmal mehr fragte er sich, was mit ihr los war. Ganz normal war das jedenfalls nicht. Sie hatte irgend ein Gehemnis...
Der Hexenjäger drehte sich um und ging langsam zurück in die Höhle, während seine Kollegin noch immer keine Anstalten machte sich zu rühren. Solange sie ihre Fähigkeiten in den Dienst der Inquisition stellte war ja alles in Butter. Hoffendlich kam sie nicht eines schönen Tages auf die Idee abtrünnig zu werden, er würde sie nur ungern jagen und töten...
Aber er würde es tun.
|
| 18.06.2003 03:08 | #109 |
| manmouse |
Der Inquisitionsgardist, hatte Esteron bis zum ende der Höhle gezogen. Ihn dort mit einem tritt in den Magen abgeliefert und dann wieder die Höhle verlassen.Esteron lag auf dem Bauch, nicht fähig sich zu bewegen. Er wollte sterben. Nicht mehr auf dieser Erde weilen.
Was würde sich Tannenberg morgen einfallen lassen, er hatte ihm doch schon alles gesagt, was er über den Aufenthaltsort von dem Waffenmeister wusste. Er hatte ihn verraten. Esteron schämte sich dafür.
Komisch nur das Tanneberg es ihm einfach so glaubte.
Rechnete der Inquisitor jetzt damit das Frost hier in der Nähe war? Warum sollte sein Schüler hier alleine durch den Wald stapfen, wenn man sie noch vor ein paar Tagen zusammen gesehen hatte.
Esteron musste bitter aufstoßen und verschluckte sich an seinem eigenem Blut. Röchelnd lag er in dem Dreck der Höhle und versuchte es zu verstehen, was ihm gerade widerfahren war.
Er war ein Opfer geworden. Er war nach Gorthar gekommen um einem Freund zu helfen, in dem er ihm etwas besorgen wollte. Und doch war Esteron seit dem Tag der Tavernenschlägerei, immer tiefer in den Sumpf von Gorthar eingebrochen.Hoffentlich schafften es die anderen. Lehna durfte ihn nicht so sehen. Ging es ihr gut? Noch einmal ein röcheln dann brach der Kreislauf des jungen Mannes endgültig zusammen.
|
| 18.06.2003 09:49 | #110 |
| Krieger-BP |
Leichter, nieseliger Regen fiel vom Himmel, plätscherte Krieger ins Gesicht und öffnete ihm die Augen. Noch lange blieb er liegen, trotz des Regens. Ein Atemzug, stand der Dinge: „Ich liege hier, Esteron liegt weit weg. Beide sind wir wichtig. Doch endloser Raum scheint und zu trennen; Freund. Nicht zu verstehen, die Ironie. Angekettet an Gothar, an die Inquistition und Lehna und doch Frei.“ Krieger schloss seine Augen, atmete aus, spannte sich, hart hervorstehende Kaumuskeln, dicke Arme stemmten den großen Templer hoch. War er nicht früher der Schlappschwanz gewesen? War er nicht derjenige, der nie was hinbekam.
Kann sein. Hätte er aufgepasst, wäre Esteron nicht weg oder in die Arme dieses Pech bringenden Mädchens geflogen. Doch Krieger war nicht da. Sein gesenktes Haub musterte den Boden. Nass, Schlammig. In den schützenden umgefallenen und hohlen Baum lugend, sah er, dass der Rest noch schlief. Auch Lehna lag sichtlich entspannter da. Krieger nickte zufrieden.Dann entledigte er sich seiner Rüstung und Sachen. Nur noch der Novizenrock zierte seine Lenden, wehte leicht im Wind. Haut, eine schweißige Aura, fettige Haare flatterten im Regenwind. Die natürliche Wäsche war hier doch zu schwach. Krieger wusste was zutun war.
Ein paar Hände packten einen kräftigen Ast, zogen den Templerkörper hinauf und haschten gleich nach dem nächsten. Mit Regentropfen belegte Blätter rieben am Körper, undendliche viele Nerven kitzelten, verursachten Gänsehaut. Dreck brökelte ab. Schlamm, Blutkrusten.
Im Wind wogen sich die Bäume, ebenso Krieger. Kleiner Junge, doch schon ein Mann. Ausgelaugt voller Lebensfreude. Glücklich unglücklich. Traurig fröhlich. Einen Knoten galt es zu lösen. Esteron. Verdammt noch mal, wieso lag Krieger so viel an dem Blondschopf. Eigentlich so oberflächlich. Doch Oberflächigkeit ist schön. Wie Glühwürmchen im Eis. Wieder Ironie, die Krieger kennengelernt hatte. Die Baumkrone bog sich krächzend unter dem Gewicht des Templers. Strahlend sauber ist er oben angekommen, sitzt nun auf dem Rücken der ältesten Geschöpfe. Die weite weite Welt überblickend, sah er, wo Esterons Schritte hingeführt hätten. Ein kleines Plateau ragte hinter dem Wald hervor, wurde jedoch klar eingeschränkt durch den dahinterliegenden Berg.
Erste Sonnenstrahlen lugten bereits über die Erdhalbkugel, suchten sich ihren Weg über den Wald und erhellten in voller roter Pracht das Plateau. „Halt“, stieß Krieger hervor. „War da nicht was?“ Krieger kniff die Augen zusammen. Ein blendender Schein. Reflektiertes Licht, funkelte in der Ferne. Schwerter? Egal, vielleicht sitzt Esteron da. Oder liegt er? Das musste herausgefunden werden.
Schnell wie der Wind hangelte sich Krieger vom Baum und landete mit einem lauten Platsch unten im Matsch. „Mist, schon wieder dreckig. Beim Schläfer, wieso nur?“Noch eine kurze Säuberung folgte, dann begab er sich zum Baumstumpf. „Leute, steht auf! Wir müssen los, nach dort“, Krieger zeigte mit dem Zeigefinger in die Richtung, „in Richtung der Berge. Los, raus aus dem Baum!“, schrie er fast, während er in seine Sachen schlüpfte. Die Kälte von gestern Nacht war noch da, doch nicht so intensiv und so durchsetzend.
Krieger war startklar, doch die Meisten blinzelten ihn nur ungläubig an. „Die Sonne is noch nicht mal da! Also beruhig dich.“
„Doch doch, sie ist da, wartete nur noch auf dich! Los raus da, ab an die frische Luft.“
Das Ziel war klar. Krieger war bereit. War es Lehna auch? Er sah nach ihr. Noch immer geschwächt sah sie aus, doch schon besser als Gestern. Sofort packte der Templer nach dem in seinem Mantel eingekullerten Mädchen und warf es sich auf den Rücken. „Los geht’s“ ...
|
| 18.06.2003 12:16 | #111 |
| Satura |
Mit einem Schlag war Satura wach. "Was - woher weißt du wohin wir müssen?" Doch Krieger war in seinem Enthusiasmus nicht zu bremsen, und machte sich schon auf den Weg, die im Fieberwahn vor sich hin brabbelnde Lehna auf den Schultern. Leon rieb sich verschlafen die Augen, half Satura aber dann noch im Halbschlaf, die wenigen Sachen zusammenzuraffen. Sie mussten sich beeilen, wenn sie Krieger nicht verlieren wollten, und so machten sie sich schnell auf - keine Zeit, richtig wach zu werden, geschweige denn, etwas zu essen. Ein flüchtiger Kuss auf seine Wange, dann ging es los.
Gardiff ging im Laufschritt neben ihnen her, er schien lang nicht so müde zu sein wie sie. Die Augen des Waldstreichers suchten den Wald ab, doch nirgends schien etwas verdächtiges zu sehen sein.
Satura wunderte sich, mit welcher Leichtigkeit der Templer das verwundete Mädchen zu tragen schien. "So warte doch!" rief sie ihm zu. "Ich habe heute noch nicht nach ihren Verletzungen gesehen!" Krieger jedoch lief unbeirrt weiter, ohne Erklärung. Irgendetwas musste er gesehen haben, woher sonst diese Sicherheit?
"Kannst du uns nicht endlich sagen was los ist? Hast du Esteron gesehen? Oder Spuren von ihm?" fragte sie keuchend, als sie endlich zu ihm aufgeschlossen hatte.
Sie wünschte sich, Frost wäre hier... bei dem dunklen Krieger hatte sie sich sicher gefühlt; er schien immer gewußt zu haben, was zu tun war. Und ohne ihn... waren sie nur ein wirrer Haufen, zusammengewürfelt vom Schicksal, und ein Spielball von Mächten, die sie nicht kannten. Ja, Frost hätte gewußt, was zu tun war, dann wäre es gar nicht erst so weit gekommen, da war sich die Amazone sicher. Und die Gruppe hatte seinen Auftrag noch nicht einmal ansatzweise ausgeführt...
Dämonen, die Inquisition, der Kult, der Fremde, Verletzungen, Schmerz, ein verschwundener Esteron, eine leidende Lehna... was würde sie noch alles erwarten? Konnte es noch schlimmer werden? Und dann noch die Sache mit Leon, die so schön, so gut war, und doch so verwirrend und von Angst behaftet. Was, wenn sie ihn verlieren würde - so wie Lehna Esteron verloren hatte? Er konnte sich doch nicht wehren... Sie sah den jungen Dieb von der Seite her an. Manchmal kam er ihr so jung und verletzlich vor, fast schutzlos; und in anderen Augenblicken wieder war er der einzige Mensch, der ihr überhaupt irgendeinen Halt in dieser wirren Welt bieten konnte.
|
| 18.06.2003 14:40 | #112 |
| Skeleon |
Der junge Dieb stapfte schweigend neben Satura her. Nicht, weil er wütend, traurig oder verwirrt war. Nun, verwirrt vielleicht schon. Er gähnte. Vor allem die Müdigkeit machte ihm zu schaffen. Aus kleinen Augen blinzelte er zu Satura hinüber, sie erwiderte seinen Blick flüchtig, schien jedoch völlig überladen mit Sorgen und Ängsten zu sein.
Er verzog das Gesicht zu einem Lächeln, näherte sich ihr im Gehen an und legte ihr den linken Arm um die Schulter. Vorsichtig drückte er sie an sich, nur für einen kurzen Augenblick, wie um sich das gestern Geschehene in's Gedächtnis zu rufen. Glücklich grinste er sie an. Eine Spur von Spott huschte über sein Gesicht, ohne dass er es wollte - ohne dass er so fühlte. Wie lange war es her, dass er einfach froh gewesen war? Bevor er Satura das erste Mal getroffen hatte schien ihm das Gedächtnis zu versagen.
Zögerlich nur löste er sich wieder von ihr. Ein letzter Blick und er stiefelte wieder mit gesenktem Kopf den matschigen Pfad entlang.
|
| 18.06.2003 15:01 | #113 |
| Krieger-BP |
Zu Gardiff gewandt, sprach Krieger geschwant, „halt das mal bitte!“ und überreichte Lehna. Dann ließ er sich ein Stück zurück fallen, packte Satura am Arm und zerrte sie von Leon weg.
Nun wieder schnell nach vorne gehend, übernahmen die Beiden die Spitze der Gruppe.
„Ich muß dir was sagen!“, sprach Krieger ernst. Seine braunen Augen starrten hart in ihr Gesicht. Das Haar aus dem Gesicht fischend, sprach er weiter, „es geht um dich und Leon!“
Krieger machte eine Pause, dann fuhr er fort. „Ich habe vorhins eine schlechte Vermutung gehabt. Wenn das, was ich gesehen habe wirklich Waffen gewesen sind, könnte es doch diese Inquisition sein. Ist nur eine Vermutung.“ Krieger stockte wieder, sog einen tiefen Zug aus seinem Stängel. Wieder durchdringend auf sie schauend, faste er sie fest bei der Hand.
„Hör zu Mädchen“, kurze Stille, „geht!“ Wieder Stille. Satura sagte nichts. Wirklich, absolut nichts.
„Ich will nicht, dass so was passiert wie mit Lehna und Esteron. Also geht lieber! Haut ab von hier und verkriecht euch in Khorinis! Dieser Leon scheint auch nicht der größte Kämpfer zu sein, ist also nur eine Last!“ Krieger sah zurück zu Gardiff, der Lehna trug. „noch eine Last können wir wirklich nicht gebrauchen!“
Seine Blicke wandten sich wieder zu Boden. Hoffentlich war das jetzt nicht zu hart, doch meinte er es nur gut. Sollten sich die beiden ins Amazonenlager verdrücken oder sonst wo hin, Hauptsache nicht hier. Gardiff war ein Meister im Schwertkampf, Krieger ebenso in Schwert und Bogen. Anfänger und vor allem abgelenkte Liebespaare würden nur im Weg stehen. Dieses Risiko kann man nicht eingehen. Nein, wirklich nicht! Lehna war ja schon schlimm mit ihren Ohmmachtsattacken und Fieberträumen. Nicht schön die Fekalien eines Anderen zu beseitigen!
„Ich hoffe du verstehst mich! Geh wieder zu Leon, sprich mit ihm darüber!“
Schon war der Templer wieder bei Gardiff. „Soll ich dir das abnehmen?“ ...
|
| 18.06.2003 15:18 | #114 |
| Skeleon |
Misstrauisch blickte Leon zu Krieger und Satura.
Ein wenig erleichtert war er, als er sah, dass sie nur miteinander sprachen und der Templer nicht wieder zu stupsen begann.
Irgendetwas schien nicht zu stimmen, denn der Mann redete ernst und beinahe beschwörend auf sie ein.
Nach ein paar Minuten intensiven Gesprächs ließ sich Krieger wieder zurückfallen und setzte sich Lehna wieder auf die Schultern. Unter den schweren Schritten des Templers schaukelte sie wild hin und her, der Mantel flatterte ungestüm im Wind - sie würde an dieser Art der Fortbewegung später noch leiden zu haben, dachte der Junge, ein wenig schadenfroh.
Satura verlangsamte ebenfalls ihren Schritt bis Leon wieder zu ihr aufgeschlossen hatte. Er sah sie mit einer Mischung aus Neugierde und Besorgnis an. Irgendetwas schien sie zu bedrücken.
"Willst du darüber reden?" raunte er ihr zu.
|
| 18.06.2003 15:55 | #115 |
| manmouse |
In der Folterhöhle ........
Wie spät war es? Was war das für ein Tag? War es überhaupt der Tag, oder doch nur die kalte Nacht?
Mit höllischen Kopfschmerzen öffnete Esteron seine Augen. Es war dunkel, fast schwarz vor seinen Augen. Er lag noch immer in der Höhle, wo er gestern von dem Inquisitionsgardisten abgeladen wurden wahr. Er hatte Durst. Seine Kehle brannte und in seinem Mund war noch immer der Geschmack von Blut und Erde. Der Wanderer versuchte sich aufzurichten und stellte sich dabei nicht gerade geschickt an. Seine Arme waren noch immer auf den Rücken gebunden, wobei hingen schlaff verdreht herunter baumelten. Das Seil hatte in der Nacht in die Haut geritzt gebohrt und die Wunden brannten wie Sau. Schweiß rann dem Wanderer von der Stirn, was würde heute mit ihm geschehen.
Nachdem der Wanderer es unter Schmerzen geschafft hatte, sich an die Höhlenwand zu lehnen, blickte er sich in der Höhle um. Er war allein. Kein Gardist der ihn bewachte. Kein Tannenberg, der sich neue Methoden für sein Opfer ausdachte. Kein Tier, das ihn fressen wollte. Nichts!
Waren sie ausgezogen um Frost zu suchen und ihn zu stellen? Tannenberg hatte ihm doch niemals geglaubt das sich der Waffenmeister auf dem Weg zum Göttersitz befand. Sie würden ihn nicht finden. Aber dafür seine Freunde. Lehna und die anderen.
Esteron rannen Tränen vom Gesicht. Er konnte ihnen nicht helfen. Er fühlte sich hilflos und verloren. Wie ein Verräter. Ein Feigling.
Er versuchte zu schreien, um Hilfe zu rufen. Die anderen zu warnen, wenn sie denn in der Nähe der Höhle waren. Doch nichts. Kein Ton kam über seine Lippen. Das einzigste was man wahrnehmen konnte, war ein kaum merkbares Röcheln. Ein Husten und ein Wimmern.
|
| 18.06.2003 16:40 | #116 |
| Die Inquisition |
"Na, wie geht's und denn heute?"
Tannenbergs Stimme klang freundlich, fast schon großväterlich, allerdings war der spöttische Unterton nicht zu überhören. Der Inquisitor musterte Esteron kalt und ging langsam auf ihn zu, um ihn irgendwann mit der Stiefelspitze anzustupsen wie einen stinkenden Kadaver.
"Wenn Frost auf dem Gletscher ist... Was sollte er dort suchen, hm?"Tannenberg wartete nicht bis Esteron irgend etwas sagen konnte, er ging neben seinem Gefangenen in die Hocke, packte den blonden Haarschopf des jungen Mannes und drehte sseinen Kopf, bis Esteron ihm in die Augen starrte, ob er nun wollte oder nicht.
"Hast du Durst? Wenn du etwas trinken willst musst du nur nichts sagen. Dann gibt's erst einmal einen kleinen Trichter in den Mund und eine Klammer auf die Nase und dann kannst du trinken. Und zwar viel, seeeehr viel. Dein Bauch wird sich ausdehnen, aussehen wie eine Kugel. Dann hängen wir dich kopfrum an einen Baum, das Wasser wird auf deine Eingeweide drücken. Und wenn wir lustig sind, dann stiefeln wir dir noch ein wenig in die Wampe."
Der Hexenjäger kniff seine kalten grauen Augen zusammen, musterte Esteron wieder.
"Also? Ich höre?"
|
| 18.06.2003 17:22 | #117 |
| manmouse |
Ja er hatte Durst. Und wie. Aber er würde Tannenberg nicht die Stirn bieten. Der Inquisitor war durch und durch böse. Gehässig und kalt. Ob er früher ebenso von seinen Eltern gequält wurde, wenn er seine Suppe nicht essen wollte?
Der Wanderer blickte Tannenberg voller Angst in die Augen. Er wusste doch selbst nicht so genau was der Waffenmeister da oben wollte. Esteron hätte sagen können was er wollte. Der Saftsack würde es ihm wohl eh nicht glauben.“ Los, rede endlich!“ raunte der Inquisitor. Seine Augen blitzten grollend und seine Stimme wurde lauter.
“ Ich... Ich...“ Tannenberg stieß den Kopf von dem Wanderer in den Dreck stand auf und wandte sich einem Inquisitionsgardisten zu.
“ Du weißt was du zu tun hast.“ grinste er kühl. Der Gardist nickte nur und verschwand aus der Höhle.
Esteron stieg die Panik in die Augen. Wo sollten die schon mitten im Wald soviel Wasser und einen Trichter, samt Klammer herholen. Allerdings würde es auch ausreichen, wenn ihm dabei einer die Nase zu hielt, und sie andere Flüssigkeiten nehmen würden. Blut oder so.
“ Noch hast du die Wahl Kleiner. Ich höre?“
Der junge Mann, nickte nur. Er musste Zeit schinden.
“ Ich sage alles was ich weiß.“
“Na siehst du, so schwer ist es doch gar nicht!
Esteron nickte nur und erzählte dem “Foltermeister“, von dem Aufstieg den die beiden unternommen hatten, und das Frost ihn beauftragt hatte schnell zurück in die Stadt zu eilen, um dort in Sicherheit zu sein. Frost hätte gesagt, das er auf dem Göttersitz irgendwelche Antworten finden müsse. Von seinen Freunden erzählte Esteron nichts.
“ So war es bei Innos. Ich sage die Wahrheit.“
Tannenberg nickte zufrieden. “Danke für die Informationen.“ Dann wandte sich der Inquisitor von dem Wanderer ab, und verlies die Höhle.
“Brüder, füllt ihn ab.
Esteron schrie. Er hatte Angst um sein Leben.
“ Neinnnnnnnn, es war die Wahrheit. Bitte ihr müsst mir glauben.“
|
| 18.06.2003 17:31 | #118 |
| Satura |
Satura sog hörbar die Luft zwischen den Zähnen ein. "Er will, dass wir nach Khorinis zurückkehren; er meinte, du... vielleicht sogar wir - wären nur eine Last für die Gruppe." Sie schwieg, stapfte neben ihm her ohne ihn anzusehen. "Willst du zurück? Willst du weg von hier? Ich würde es verstehen, wirklich. Hier ist nichts... ausser Gefahr und Tod. Und je länger wir hier sind, desto mehr zweifle ich daran, dass wir die Antworten finden werden, die wir suchen." Aber ich würde lieber hier bleiben... setzte sie in Gedanken hinzu. Sie hoffte, dass er nicht weg wollte, obwohl sie wußte, dass er nur ihr zuliebe hierher zurückgekehrt war.
|
| 18.06.2003 17:42 | #119 |
| Skeleon |
Er blickte zu Boden.
Sicher, er war eine Last. Dieser Sumpfheini hatte vielleicht sogar recht damit. Zu was war er bisher nutze gewesen?
Der junge Dieb fragte sich einen Moment lang, ob Satura ebenso dachte. Sie sah ihn nicht an, als sie weitersprach.
"Willst du zurück? Willst du weg von hier? Ich würde es verstehen, wirklich. Hier ist nichts... ausser Gefahr und Tod. Und je länger wir hier sind, desto mehr zweifle ich daran, dass wir die Antworten finden werden, die wir suchen." Der Junge nickte zögerlich. Irgendetwas schwang in ihrer Stimme mit, dass sie Lügen strafte. Er wusste nicht, was sie in dieser gottverlassenen Wildnis zu finden hoffte. Ging es noch immer um den Kult? Ging es um Esteron? Nur langsam antwortete er:
"Ich ... sagte, ich würde dich nicht im Stich lassen."
Der Junge blickte sie von der Seite an, doch sie sah nicht auf.Er verfiel in Schweigen und stapfte weiter neben ihr her.
|
| 18.06.2003 18:10 | #120 |
| Satura |
Sie hatte gehofft, dass er das sagen würde. Sie blieb plötzlich stehen, umarmte ihn ohne Vorwarnung und küsste ihn zärtlich. Es war anders als gestern, fordernder und auf eine Art sicherer und erlaubter. Dann legte sie ihren Kopf an seine Schulter und sagte: "Leon, ich habe nur Angst, dass... ich will dich nicht in Gefahr bringen, verstehst du? Aber jede Minute, die wir hier sind, bedeutet Gefahr."
"Umso wichtiger, dass du mir den Schwertkampf beibringst." Leon drückte sie fest an sich und lächelte. Ihr fiel ein Stein vom Herzen - er würde bei ihr bleiben wollen. Wäre er zurück nach Khorinis gegangen - sie wäre ihm gefolgt, doch sie wollte nicht gehen solange sie nicht Esteron in Sicherheit wusste.
Krieger war stehen geblieben und beobachtete die beiden argwöhnisch. "Da vorne." Er winkte Satura herbei und deutete auf eine Lichtung unweit von ihnen. Sie waren noch weit genug entfernt, um nicht gesehen zu werden, doch nah genug um zu erkennen, dass dort Menschen waren. "Was...?" flüsterte Satura erstaunt."Sie sind es, die wir gesucht haben. Das ist die Inquisition." Der Templer sprach diese Worte ohne Ehrfurcht aus, lediglich Verachtung schwang in seiner Stimme. "Am besten, du und Leon achtet hier auf Lehna, während wir uns anschleichen, und die Lage auskundschaften."
Satura wurde wütend. "Entschuldige, aber ich kann sehr wohl kämpfen, ihr braucht mich nicht hier zurückzulassen!" Der Krieger lächelte. "Ich dachte du wolltest noch nach Lehnas Wunden sehen? Vorher war es dir noch wichtig." Die Amazone biss sich auf die Lippe. Stimmt, dass hatte sie wohl noch vorgehabt. "Ihr wartet da, bis wir wieder zurück kommen, und dann sehen wir weiter."
Satura nickte, und Krieger und Gardiff betteten Lehna auf ihren Umhang in eine kleine Kuhle, in der sich die drei gut würden verstecken können.
|
| 18.06.2003 18:47 | #121 |
| Lehna |
Lehna krallte sich verzweifelt in Kriegers Rüstung fest, seine Art sie zu transportieren verursachte beizeiten höllische Schmerzen. Trotzdem brachte sie kein verständliches Wort über die Lippen. Ihr Kopf schlenkerte kraftlos hin und her, sie wimmerte leise, während sie sich irgendwie festzuhalten versuchte. Aber sie war zu schwach, ihre Finger glitten immer wieder ab, konnten keinen Halt finden.
Ihre Schulter brannte wie Feuer und auch ihr Kopf schmerzte, als wäre ein Troll darauf herumgehüpft. Kalter Schweiß bedeckte ihren zitternden Körper, ein dünner Speichelfaden hing aus ihrem Mundwinkel.
Konnte das alles nicht endlich aufhören?
Sie verdrehte die Augen, nicht viel mehr als das Weiße war von selbigen noch zu sehen hinter ihren halb geschlossenen Lidern.
Wirre Bilder beherrschten nach wie vor ihre Gedanken, auch wenn sie nicht mehr ganz so wirr waren wie gestern noch. Aber sie konnte die Anwesenheit von irgend etwas... anderem... immer stärker spüren. Als wären ihre Gedanken nicht mehr allein ihre Gedanken.
Was war mit Esteron? Wo steckte er? Bei der Inquisition?
Die anderen stoppten, hatten wohl irgend etwas gefunden. Sie wurde vorsichtig zu Boden gelassen und in Kriegers Mantel eingewickelt.
Sie schluchzte leise. Esteron... Sie brauchte ihn, jetzt dringender als jemals zuvor. Wo war er nur? Warum war er nicht bei ihr...?
Plötzlicher Schmerz durchfuhr sie, schien von ihrem Bauch auszugehen. Es fühlte sich an, als würde irgendwer sich daran machen, ihre Eingeweide herauszureißen. Ihre Hände verkrampften sich, sie krümmte sich zusammen, stieß einen heiseren Schmerzensschrei aus.
„Sie... sind da...“
Ihre Worte waren kaum verständlich, aber im nächsten Augenblick wusste ohnehin jeder was gemeint war. Lautes Geschnatter hallte von den Bäumen wieder, flappend zerteilten dünne Lederschwingen die Luft. Lehna krümmte sich auf dem Boden zusammen, als wollte sie mit dem Untergrund verschmelzen, legte schützend die Hände vor ihr Gesicht und schluchzte ängstlich...
Sie konnte die Anwesenheit der Dämonen förmlich spüren. Und es waren nicht nur die kleinen Späher diesmal...
|
| 18.06.2003 19:06 | #122 |
| Todesfürst |
Auf dem Weg....
Lange saßen sie gstern am Lagerfeuer und schwiegen, sie dachten alle an den morgigen Tag, wo sie nach Gorthar wollten. Prix dachte an die Sachen die er brauchte und rechnete sich die Summen aus, Ra dachte daran, wie er möglichst unauffällig in die Stadt kam, was ja kein Problem sein sollte und der Fürst, der dachte möglichst ans Nichts, was ihm aber nie gelang. Er hatte seine Krankheit doch nicht verdrängen können, er hatte zwar hier keine Schmerzen aber seine Gedanken kamen trotzdem durch. Er musste herausfinden worum es ging sonst hätte er keine Chance auf ein normales Leben. Er erinnerte sich noch gut an das Gespräch mit Prix und Ra als er kurzzeitig Leben in die Stille brachte.
"Sag mal Prix, was machst du, wenn du was vergessen willst?""Ich versuch nicht dran zu denken."
"Und wenn du es nicht verdrängen kannst?"
"Keine Ahnung, sowas gibts nicht."
"Hm und du Ra?"
"Ich versuche mich dem Problem zu stellen, es an seiner Wurzel zu bekämpfen."
Ra hatte Recht, er musste zurück sich seinem Problem stellen, doch noch nicht, es war noch zu früh, er war noch nicht stark genug und er fühlte sich auch wohl hier. Wieso sollte er wieder zurück gehen, wieso eigentlich? In Khorinis würden ihn nur Probleme erwarten. Der Tag war dann ziemlich schnell zu Ende gegangen und die Drei waren in ihre Schlafgemächer gegangen.
Am nächsten Morgen machte sich die Gruppe ziemlich spät auf, denn sie brauchten ihre Kraft, sie hatten schließlich schwer zu schleppen. Prix kramte in seiner Kammer rum und nahm auch alles von den Holzgestellen. Dann drückte er jedem zwei große Lederbeutel in die Hand und machte sich auf.
"Was transportieren wir hier eigentlich?"
"Luzkaneier, Wurmlarven und kleine Schattenläufer, vergaß ich noch was? Ach ja, Banditen."
"Echt? Na dann haste sicherlich nichts dagegen wenn ich mal nachgucke, ich glaube dir nämlich nicht."
"Hehe, ok also ne ganze Menge haben wir hier. Da wären Zähne und Klauen von Scavenger, Molerats, Wölfen und Khaganen, sowie einem Schattenläufer. Dann hab ich noch das Horn von dem Vieh. Dann haben wir unsere Blutfliegenflügel und Stacheln, sowie das Khaganfett. Als Felle hab ich Wolfsfelle, Khaganfelle und das Fell von dem Schattenläufer. Zu guter letzt hätten wir noch ca. 40 Kilo Fleisch von fast allen Viechern die ich dir gerade aufgezählt hab.""Wow, das ist ja ne ganze Menge und wieviel Zeug holen wir jetzt?""Was holen?"
"Na an Zeugs"
"Ach so, naja ich brauch ne ganze Menge, neben den Material für das Zelt für unseren Freund hier hehe, brauch ich einiges z.B. Werkzeug und vorallem Pfeile. Ich stell zwar manchmal selber welche her, aber das dauert sehr lange und meine sind lange nicht so gut, wie die aus der Stadt. Und naja, dann gönn ich mir auch mal etwas. Ich liebe Käse, wenn ich da an den gorthanischen Weidekäse denke, ohhhhh ein Traum sag ich dir, aber wegen der Nahrungsknappheit ist das Zeug sehr teuer. Und einem guten Wein bin ich auch nicht abgeneigt."
"Naja, da werden sich die Bewohner aber freuen, dass du ihnen so viel Fleisch bringst, da kriegste ja mehr als für die Felle, hehehe. Wie hast du eigentlich den Schattenläufer erledigt, ich hab gehört, dass seien total starke Tiere, bin leider noch nie einem begegnet."
"Sei froh, die Viecher gehen gerne auch mal Menschen an, aber ich hab den nicht getötet, als ich einmal durch die Wälder strich, lag das Vieh einfach tot auf dem Waldboden, ich hab nichts gemacht. Einfach tot, da hab ich mich bedient.""Kann ich mal das Horn sehen?"
"Klar ich habs in meiner Tasche warte hier."
Der Jäger kramte etwas herum und holte dann das Horn heraus. Es sah farblich so aus, wie die Verzierungen an der Waffe von seinem Vater. Bei dem Gedanken wurde er sentimental und warf das eigentlich schöne Horn auf den Boden.
"Hey was ist?"
"Nichts, ich hatte nur gerade einen Gedanken. Schönes Horn aber lass uns weitergehen."
"Ok alles klar dann los, wir sind schon ganz schön weit, schau mal nach vorn, soweit werden wir nicht mehr gehen müssen, da vorne liegt Gorthar. Mit den Wachen lasst ihr mich reden, sie kennen mich, für ein Stück Fleisch machen die alles, hehe"
|
| 18.06.2003 19:33 | #123 |
| Skeleon |
Der junge Dieb reckte seinen Hals und versuchte durch das Blätterdach Blicke auf den bewölkten Himmel zu erhaschen. Von allen Seiten drang das Flappen und Geschnatter auf ihn ein.
Dunkle Schatten verdüsterten den Wald für Sekundenbruchteile, als sie sich zwischen Sonne und Erde schoben und sogleich kreischend und schnatternd weiterjagten. Leon folgte dem Schwarm schwarzer Irgendwasse mit den Augen - und realisierte, dass die Wesen Kurs auf die Lichtung vor ihnen nahmen. Der Junge gab alle Vorsicht auf, sprang in die Höhe und lief hinter Gardiff und Krieger her. Die beiden standen, mitten in der Bewegung erstarrt da und blickten nach oben.
Plötzlich ein Ruf von Satura.
Alles ging jetzt sehr schnell, der Junge wandte sich wieder um und hetzte auf Satura zu.
Plötzlich wurde er einer schwarzen Gestalt gewahr.
Mannsgroß war sie, hatte ihre weiten, ledrigen Flügel hinter dem Rücken eingeschlagen und ging langsam, fast grazil auf Satura zu, die ihre Klinge gezogen hatte um Lehna zu verteidigen. Aus dem Profil sah der Junge die tiefliegenden, roten Augen des Dämons blitzen. Seine Hände waren zu drei einzelnen, verhornten Klauen verkommen, genauso die nackten Füße, deren eine Klaue wie bei einem Vogel nach hinten wies. Dennoch hatten Gesicht und Statur des Wesens erschreckende Ähnlichkeit mit einem Menschen - nein, seine Züge waren edler und abstoßender zugleich. Es wirkte wie eine grausige Parodie auf eine Engelsgestalt.
Satura wich noch einen Schritt zurück, unsicher was zu tun sei. Der junge Dieb gab ihr ein Zeichen, zog sirrend sein Schwert und stürmte auf die Kreatur zu. Er erhob die Klinge über den Kopf, die Spitze nach unten weisend, gab einen Schrei von sich und stach von oben herab zu, direkt auf das Rückgrad des Wesens.
Zu schnell war es. Zu geschickt. Zu aufmerksam.
Wie in einem lange und perfekt geprobten Tanz wandt sich die Kreatur elegant um, hob ihr linkes Krallenbein und schlug dann zugleich mit diesem und dem linken Arm nach Leon.
Der Junge spürte keinen Schmerz im ersten Moment, als die sechs Klauen schwer auf seine Schürferkleidung trafen. Einen Augenblick später riss sie und die Hornsicheln drangen in sein Fleisch ein.
Er fühlte sich, als würde ihm die Luft abgeschnitten und im nächsten Moment riss ihn die Kreatur in die Höhe, nur um ihn beiseite zu schleudern. Mit gierigem Blick starrte das Wesen auf das Blut, das an seinen Klauen klebte und auf die Wunden, die es Leon zugefügt hatte. Der Junge ächzte und wandt sich hilflos auf dem Boden. Mehr die Wucht, mit der er beiseite geworfen worden und auf den steinigen Grund gestürzt war presste die Luft aus seinen Lungen als die Schmerzen der Verletzungen, die vom Schock mehr als verdrängt wurden.Hell flackerte der rote Blick des Wesens auf als es sich mit weiten, eleganten Schritten seinem Opfer näherte. Eine schwarze Zunge umspielte seine Lippen. Das Wesen hatte Blut geleckt.
|
| 18.06.2003 19:53 | #124 |
| Satura |
Entsetzt sah Satura, wie Leon auf den Dämon zustürmte, und von ihm verletzt und zu Boden geworfen wurde. Wie in Zeitlupe sah sie, wie das riesige Wesen sich in Bewegung setzte und auf den verwundet am Boden liegenden Leon zuschritt."Miss dich doch mit jemandem, der dir gewachsen ist!" rief die Amazone wütend und schleuderte dem Dämon eins ihrer Wurfmesser in den schwarzen Leib. Sie hoffte zumindest, dass sie dieser Ausgeburt der Unterwelt gewachsen war...
Mehr wütend als schmerzvoll kreischte der Dämon schrill auf, als das spitze Messer seine ledrige Haut durchdrang und die scharfe Schneide sein Fleisch durchtrennte. Er drehte sich um und lief auf Satura zu, wobei er wild mit seinen großen Flügeln flatterte. Er erhob sich wenige Zentimeter über den Boden und holte mit seinen scharfen Klauen aus, sie zu verletzen, doch Satura war flink; sie sprang zur Seite und ließ gleichzeitig ihre schlanke Klinge einen tiefen Halbkreis beschreiben... ohne viel Widerstand trennte sie die eine Klaue des Dämonen ab, der diesmal vor Schmerz aufschrie, und nun rasend vor Wut völlig unüberlegt auf die Amazone losging.
|
| 18.06.2003 20:41 | #125 |
| Waldläufer |
Leise fluchend sprang Gardiff hinter einen Busch, rollte sich geschickt ab und blieb in der Hocke hinter dem schützenden Grün des Waldes verborgen. Vorsichtig schob er die Zweige auseinander um hervor zu spähen. Die Wesen Beliars gehörten eindeutig genauso wenig in diese Landschaft wie die Menschen die Krieger ihnen vorhin gezeigt hatte.
Zumindest war es wirklich die Inquisition denn die Rüstungen der Inquisitionsgardisten war eindeutig und unverkennbar. Die geistlichen Vollstrecker schienen von dem Anrücken der Dämonen auch bemerkt zuhaben da sie nicht mehr so ruhig waren sondern eilig auf den Beinen waren. Irgendwo da vorn war Esteron bestimmt. Vielleicht in der Höhle ? Vielleicht auch draußen an einem Baum und nur durch das Buschwerk vor den Augen des Gildenlosen bewahrt? Wer konnte das vom Beobachtungspunkt des Einhandlehrmeisters aus schon sagen ? Er nicht und mit einem Blick zu seinem Templerfreund machte sich Gardiff daran vorwärts zu huschen. Flink und möglichst leise spurtete der Barde zwischen den Buschen in Richtung Inquisitionslager. Peinlich genau achtete er darauf möglich nicht von der Höhle aus sichtbar zusein doch war das bestimmt auch nicht nötig. Die Inquisition war ganz gewiss eher mit den um einiges größeren Dämonen beschäftigt als mit zwei jungen Kriegern welche sich ihrem Lager näherten. Krieger warf sich neben Gardiff in den Dreck und grinste den Freund an. „Die Viecher kommen wie gerufen...“ murrte der Waldstreicher als er etwas weiter nach vorn kroch. Sein Schwert hatte der junge Vagabund schon längst gezogen, man konnte ja nie wissen was plötzlich mal so aus dem Busch hervorbrach und dabei schweiften die Gedanken des Gildenlosen zu Lehna und den anderen zwei Gefährten ab. Hoffentlich würden sie es überstehen. Er konnte hier jetzt nicht weg. Man musste die Gelegenheit nutzen um Esteron so weit er hier war zu befreien. „Kannst du ihn irgendwo sehen?“ wand sich der Burschen an den Templer welcher auch an seinen Waffen herumnestelte.
|
| 18.06.2003 21:04 | #126 |
| Lehna |
Heißer Schmerz durchfuhr ihren Arm wie ein Fegefeuer, fraß sich ihre Schulter herauf, schien die ohnehin schon schmerzende Wunde noch zusätzlich aufzumuntern. Lehnas Körper zuckte unkontrolliert, sie wälzte sich auf dem Boden herum und presste den Arm an ihren Körper, kalter Schweiß vermischte sich mit ihren Tränen, die zwischen den zusammengekniffenen Augenlidern hervorquollen. Zum Schreien war sie schon nicht mehr in der Lage...
Sie sind die Feinde! Sie tun es dir an!
Sie riss den Kopf herum, öffnete kurz die Augen. Satura stand vor ihr, das Schwert in ihrer Hand war blutbesudelt. Es handelte sich um das zähe, dunkle Blut eines Dämonen.
Dein Blut!
Ihre linke Hand grub sich krampfartig in das weiche Erdreich, zischend entwich die Luft zwischen ihren zusammengepressten Zähnen hindurch. Leicht blutiger Speichel lief ihr aus den Mundwinkeln. Es tat so weh... Wie die Hölle... Wo war Esteron? Warum half ihr denn niemand?
Sie wollen dir nicht helfen! Sie fügen dir die Schmerzen zu! Hilf dir selbst!Erneut öffnete sie kurz die Augen, starrte auf Satura. Starrte auf den schuppigen, schwarzen Körper des Dämonen, der die Amazone böse musterte. Sie umkreisten sich lauernd, der Dämon griff an. Satura wich aus, ihre Klinge schoss vor und bohrte sich in die Seite des Höllenwesens.
Lehna schrie auf. Es war, als würde ihr jemand glühendes Metall in die Hüfte stoßen. Nein, sie hielt das nicht mehr aus...
Ihr Fuß schnellte mit unerwarteter zielgenauigkeit vor, traf Satura in der Kniekehle und ließ die überraschte Amazone auf den Waldboden stürzen.Guuuuuuuut so!
Ewas in ihr kreischte in wilder Freude...
|
| 18.06.2003 21:20 | #127 |
| Satura |
Vor Überraschung aufschreiend ging Satura zu Boden. Was bei Beliar...? Doch sie hatte keine Zeit mehr, sich zu wundern, denn schon kam der Dämon auf sie zugerast, war über ihr und stieß mit seiner einen Klaue adlergleich auf sie herab. Den ersten Angriff blockte sie gerade noch so, doch dann traf sie der Dämon mit voller Wucht an der Brust, und mit einem ekelhaften Kreischen kratzten seine scharfen Nägel an ihrer Brustpanzerung entlang. Der Aufprall trieb ihr die Luft aus den Lungen; keuchend rollte sie zur Seite und sprang behände auf, im gleichen Moment ihr Schwert hochreißend um einen erneuten Angriff des Dämonen zu blocken.
"Leon! Bring dich hinter mir in Sicherheit!" rief Satura dem verwundeten Dieb zu. Leon robbte keuchend den Waldboden entlang, krallte sich an Wurzeln fest und zog sich weiter auf Lehna zu, und brachte sich somit hinter Satura in 'Sicherheit'. Lehna sah schrecklich aus; ein blutiges Rinnsal bahnte sich seinen Weg aus ihrem Wundwinkel, und rötlicher Schaum quoll zwischen ihren spröden Lippen hervor. Leons Abscheu erreichte seinen Höhepunkt, und ohne viel zu überlegen, zog er dem Mädchen mit dem Schwertknauf eins über, sodass sie ohnmächtig wurde.
Der Dämon brüllte vor Schmerz, als Satura ihrerseits zum Angriff überging, und ihre Klinge eine tiefe Wunde in seiner Seite hinterließ. Er entblösste seine spitzen Zähne und erhob seine mächtige Stimme. Giftiger Odem schlug der Amazone ins Gesicht, als der Dämon sein Maul aufriss, und sie musste husten, als sie in eine Wolke stinkenden Atems getaucht wurde. Ein schummriges Gefühl machte sich in ihr breit, und sie taumelte nach hinten. "Satura!" Er schien zu grinsen. "Dein Amulett kann dich nicht schützen... und dein Geliebter auch nicht. Sieh ihn dir an, er liegt dort und winselt... Mörder!" Ein schreckliches Lachen erfüllte ihren Kopf. "Satura, komm zu mir, wehr dich nicht! Ich liebe dich mehr, als er dich je wird lieben können. Begreife das endlich.... Reich mir deine Hand, und lass uns gehen!" Der Dämon streckte ihr seine dreifingrige Klaue entgegen - wartend.
"Aaaaaah! STIRB!" Die Amazone stürzte auf das Monster zu und rammte ihm ihr Schwert in die Brust, zog es heraus, nur um es erneut in den taumelnden Fleischberg zu stoßen. Mit einem letzten lauten Stöhnen sackte der Dämon in sich zusammen und hauchte sein Leben aus. Und Lehna riß ihre Augen auf und schrie...
|
| 18.06.2003 21:22 | #128 |
| Die Inquisition |
Beim Versteck der Inquisition...
Tannenberg stapfte aus der Höhle, die gurgelnden Schreie Esterons interessierten ihn nicht weiter. Egal ob es die Wahrheit war oder nicht, dieser Hund hatte nichts anderes verdient...
Der Inquisitor trat ins Freie, sog die frische Luft ein. Sein Blick fiel auf Peligia. Sie lehnte noch immer an dem Baumstamm, an den sie schon gestern gestanden hatte, mit dem Unterschien dass sie ihren Umhang abgenommen hatte, der letzt neben ihr auf dem Waldboden lag. Ihre Hände lagen auf den Griffen ihrer Katanas, die Waffen waren heilig, speziell zum töten von Dämonen geschaffen.Tannenberg zog die Augenbrauen ein Stück zusammen und ging dann zu ihr. Sie machte sich nicht die Mühe ihn anzusehen, ihr Blick war nur scheinbar ziellos in den Wald gerichtet. Gerade wollte der Hexenjäger den Mund aufmachen, doch sie ließ ihn nicht zu Wort kommen.
"Es geht los."
Mit einem leisen Klirren fuhren die Zwillingsklingen aus ihren hölzernen Scheiden, das polierte Erz glänzte im Sonnenlicht. Sie senkte die Spitzen der Waffen auf den Boden und wartete...
Tannenberg drehte sich um.
"Alaarm! Dämonen!", brüllte der Hexenjäger. Er wusste dass Peligia recht hatte, auch wenn noch nichts zu sehen war. Sie spürte die Dämonen...Die Inquisitionsgardisten tauchten aus allen Himmelsrichtungen auf, sahen ihn überrascht an. Tannenberg selbst riss sein Breitschwert aus der verzierten Scheide, während um ihn herum Repetierarmbrüste bereitgemacht und Zweihänder gezogen wurden.
Peligia stieß sich von ihrem Baum ab, ihre Klingen wirbelten mit atemberaubender Schnelligkeit durch die Luft. Ein erst erbostes, dann schmerzerfülltes Fauchen. Da waren sie...
|
| 18.06.2003 21:45 | #129 |
| Lehna |
DU HAST VERSAGT!
Sie schrie, ihr gesamter Körper schien in Flammen zu stehen. Nicht nur ihr Körper, auch ihr Geist. Dunkelheit brach über sie herein, verschlingend, tödlich, sie konnte nicht entkommen. War das der Tod?
Sie zuckte krampfhaft, ihre Fingernägel bohrten sich in ihre Handballen bis dünne Blutrinnsale heruntertropften.
Du hast versagt! Du bist tot, tot, tot! Tooooooooooot bist du!Es war der Tod. Allmächtig, immer anwesend. Endlich griff er auch nach ihr, und entkommen konnte sie nicht.
Esteron...
Zu deinem Glück ist es nicht DEIN Tod.
So plötzlich wie sie aufgetaucht hatte verschwand die Dunkelheit, der Schmerz zog sich zurück und auch dieses... etwas... in ihr. Sie spürte, wie es sich zurückzog, jedoch nur um sich auf die Lauer zu legen. Die letzten Minuten kamen ihr wieder in Erinnerung.
Sie hatte Satura zu Fall gebracht.
Sie hatte den Dämon unterstützt, ihre Gefährtin verraten, versucht sie zu töten."Nein..."
Ihr nach dem Schreien überraschtes Schweigen wurde nun abgelöst durch ein entsetztes Schluchzen. Was hatte sie da nur getan? Sie hatte Satura verraten, nicht nur Satura, sie hatte alle verraten. Gardiff, Krieger, Leon und Esteron...Sie krümmte sich auf dem Waldboden zusammen, als könnte sie dadurch einfach vor den Blicken der anderen verschwinden. Sie zitterte, wimmerte leise, Tränen der Verzweiflung liefen ihre Wangen hinunter.
Warum nur?
"Ich... ich... habe ihn gespürt, seinen Schmerz..."
Sie hob nicht den Kopf, wagte es nicht die anderen anzusehen."Seinen Tod, Satura, ich... und... und... etwas ist mir mir..."
|
| 18.06.2003 22:07 | #130 |
| Satura |
Erschöpft ging Satura neben Leon in die Knie, der sein Schwert erhoben hielt, Lehna beobachtend. Komischerweise schienen die anderen Dämonen, die zuvor den Himmel verdunkelt hatten, sich auf einen anderen Punkt zu konzentrieren - und sie hoffte, dass dieser Punkt nicht aus Krieger und Gardiff bestand.Dann wandte sie sich Lehna zu, die sich schluchzend am Boden krümmte. "Sag mal spinnst du? Drehst du jetzt völlig durch?" schrie die Amazone sie an. Leon sah Satura verduzt an - so kannte er sie gar nicht. "Du verdammtes Miststück, willst du uns alle erledigen? Schlimm genug, dass du davongelaufen bist... dann bist du auch noch verletzt und halbtot und fällst uns mehr zur Last als uns bei der Suche nach Esteron zu unterstützen. Und jetzt - das? Was bei Innos ist nur mit dir los?"
Schwer atmend, und innerlich kochend vor Wut und Enttäuschung sah sie das junge Mädchen kopfschüttelnd an. "Ich sorge mich um dich, hab dich vor den anderen immer verteidigt, hab mich um deine Wunden gekümmert - und das ist der Dank?" "Ich... ich... habe ihn gespürt, seinen Schmerz... Seinen Tod, Satura, ich... und... und... etwas ist mir mir..." wimmerte Lehna.
Die Amazone hielt inne in ihrer Wut. Der Dämon? Sie spürte ihn? - Die Klaue... schoß es ihr ein. "Verdammt..." erschrocken hielt Satura sich die Hand vor den Mund. Dann rutschte sie zu Leon hinüber. "Steck dein Schwert weg... und fessle sie. Fessle sie gut und fest, hörst du? Ich glaube sie ist... besessen." flüsterte sie. "Ich sehe mal nach Gardiff und Krieger... ich mache mir Sorgen." ergänzte sie laut.
Die Amazone stand auf und lief in die Richtung, in der Gardiff und Krieger verschwunden waren.
|
| 18.06.2003 22:13 | #131 |
| Todesfürst |
Vor Gorthar.....
Die Gruppe ging auf die Stadttore zu. Prix führte die Gruppe an, die mit den ganzen Säcken und Beuteln beladen war. Eine der Wachen kam auf die Gruppe zu und musterte sie, doch bevor er was sagen konnte, riß Prix das Wort an sich.
"Wir kommen um unsere Waren zu verkaufen."
"Und was sind eure Waren?"
"Sagt mal, seid ihr blind? Erkennt ihr mich nicht mehr?"
"Prix? Unser Jäger, seid willkommen, ich bin gerade etwas verwirrt.""Wieso ist was los?"
"Ach du weißt ja gar nicht, die Inquisition wurde verjagt und derzeit befinden sich irgendwelche komischen Viecher in Gorthar. Man munkelt von Dämonen.""Dämonen? Ach du heiliger Mist, na ja, irgendwie werd ich die Ware schon los, Fleisch will doch jeder hier. Und einkaufen werd ich dann wohl verschieben müssen bis diese Viecher wieder weg sind."
"Wer ist das da?"
"Die beiden? Die gehören zu mir, Gesellen. Jagdgesellen."
"Ok, ihr könnt passieren, aber sagt, ihr redet von Fleisch, habt ihr was für mich?"
"Ja natürlich, hier nehmt."
Prix kramte in seinem Lederbeutel und eichte der Wache zwei Keulen. Dann durchschritt er das große Stadttor, während die "Gesellen" folgten. Lange war er nicht hier gewesen, doch diese Gigantonomie hatte er noch in Erinnerung. Die Mauern und die Häuser strahlten eine Ruhe aus, etwas schönes und doch waren die Gassen und Straßen wie ausgestorben. Kein Mensch war zu sehen. Unheimliche Stille war das einzige Geräusch, was die Stadt erhellte.
"Und wohin gehen wir jetzt. Ach ja, wir sind also Gesellen. Dann führe uns Meister, hehe."
"Sehr witzig, ich hätt auch Sklaven sagen können."
"Jo deine Bettelsklaven...."
"Der war gut Ra, na egal, also wohin?"
"Erstmal in den "Bluthund" würd ich vorschlagen."
"Bluthund? Wasn das?"
"Das ist ein Lokal um es mal milde auszudrücken. Liegt im Hafenviertel aber nicht genau am Pier sondern etwas abseits an einer Klippe."
"Na dann is ja gut, also keine Gefahr für Leib und Leben."
"Hehe, solange du deine Zeche zahlst?"
"Zeche? Dafür haben wir doch unseren Meister stimmts Ra?"
"Jepp, der Meister zahlt."
"Jaja schon gut, also los Gesellen"
Die Gruppe marschierte die Gasse hinunter und hatte dabei mehr mit den Fellen und dem anderen Zeugs zu kämpfen, als mit der Umgebung. Ein Fehler, wie deutlich erkennbar wurde als zwei Gestalten sie umkreisten. Langsam ertönte eine Stimme von einer der beiden vermummten und sprach mit einer dunklen Stimme zu der Gruppe.
Gold oder Leben
Sehr einfallsreich, dass musste man den beiden lassen, der Spruch war gut. Kurz und knapp hatten sie's auf den Punkt gebracht. Irgendwie war es eine lustige Aktion, den jeder der drei, Prix, Ra und er selber wollten was drauf antworten und fingen gleichzeitig an zu reden. Alle mussten schmunzeln und der Fürst ergriff als erster das Wort.
"Ok ok, also nach Reihenfolge, zuerst Ra, dann Prix und dann ich, aber wehe ihr fasst euch nicht kurz."
"Also gut. Hey ihr da, muss das sein? Ich will nicht noch mehr Leichen sehen.""Dann rück dein Gold raus Kleiner"
"Ok danke Herr Bandit, jetzt hat Prix das Wort."
"Hihihi, dankeschön. Also kurz und knapp. Ich will nur meine Waren verkaufen, was einkaufen und ein Zimmer. Ich will keinen Ärger, aber unter uns, ich hasse Banditen."
"Na das wollen wir mal sehen, jetzt bist du....."
"Stopp, danke das reicht Herr Bandit, aber ich bin auch noch dran. Also mal unter uns, ich finde ihr beide habt Talent. Ich meiner euer Spruch ist wirklich gut, ihr habt Talent, schonmal daran gedacht als Barden durch die Lande zu ziehen? Oder erfreut die Leute an euren Ideen des monotonen Seins in einer ominösen Anarchie. Das kommt an, und ist sicherer als das was ihr jetzt macht. Also was ist?"
"Verdammt nochmal jetzt reichts mir, hört auf hier rumzulabbern, das ist ein Überfall!"
"Herrlich, diese Ausdruckskraft: Das ist ein Überfall , das klingt wie eine Parodie von einem berühmten Dichter. Das muss ich übernehmen, darf ich nach ihrem Namen fragen verehrter Herr?"
"Ähm, seid ihr sicher, dass ihr noch alle Tassen da oben habt?""Wenn ihr mich so fragt: NEIN. Gegenfrage. Glaubt ihr, dass ihr euren Torso hier mit Leben heraus tragen könnt oder vielleicht doch eher in einer Blutlache lgen werdet und eure Lebensatem euch verlassen wird, glaubt ihr, dass sich jemand um eurer Ableben scheren würde? Nein sicher nicht, aber wisst ihr was euer Vorteil ist? Ich kann euch nicht töten und der da auch nicht. Aber wisst ihr was schlecht für euch ist? Der da drüben, der hat damit kein Problem und 2 bewusstlose Körper zu töten. Und bewusstlos schlagen schaffe ich auch ohne euch zu töten. Also kommen wir nochmal auf eure Zukunft zurück, ihr wolltet Barde werden hab ich gehört. Hatte ich mich da geirrt? Ne oder?"
"Jetzt reichts mir...."
"Ok, wir habens kapiert. Wir gehen ja schon."
"Was soll der Mist?"
"Mann komm endlich, die sind einer zuviel und der Irre scheint naja, irre zu sein und schau sie doch an, Jäger aus den Wäldern. Komm endlich.""Nein ich werde sie jetzt zum schweigen bringen."
Während der eine Bandit gerade am abhauen war, stürmte dieser Idiot hervor, mit gezogenem Dolch. Nun ja, man konnte es ja nicht allen recht machen. Das ganze verlief ziemlich unspektakulär, während er auf den Fürsten zustürmte, wich dieser einfach aus und Prix beendete das mit einem Nackenschlag. Der Typ fiel zu Boden und das wars. Der andere wollte fliehen doch der Gildenlose wollte ihn haben und schickte Ra hinterher. Bald stand der dann mit zittrigen Körper vor ihm.
"So und nun beenden wir das ganze."
"Tötet mich nicht, ich sagte doch, dass wir gehen wollen aber er wollte ja nicht auf mich hören."
"Wer redet denn von töten mein Freund? Habt ihr mir nicht zugehört? Egal, nehmt ihn und bringt ihn weg, bevor er noch ausgeraubt wird, hahaha. Ach nochwas. Denkt drüber nach den Beruf zu wechseln, es gibt nicht alzu viele Chancen so am Leben zu bleiben wie hier."
"Ich danke euch."
Der Bandit schleppte seinen Kameraden weg und bald waren sie dann allein. Alle waren froh das ganze hinter sich zu haben, denn der Schock war schon noch da.
"Sagt mal, seht ihr hier irgendwas?"
"Was denn, ich seh nichts."
"Ich auch nicht was soll denn sein?"
"Na irgendwo muss doch ein Schild stehen, wie z.B. Hallo Banditen, hier bin ich. Das ist der vierte Überfall diese Woche, mir reichts langsam, beim nächsten Überfall werd ich mal fragen."
"Hehe, der war gut, aber ihr wisst doch, Gorthar ist gefährlich.""Ich halt mich raus"
"Ok, also los, wo wollen wir hin? Zum Bluthund? Also los."
Die Gruppe setzte ihre müden Beine in Bewegung und versuchte nur noch unauffällig anzukommen.
|
| 18.06.2003 22:18 | #132 |
| Akadi |
Langsam lief das kleine Boot in die gewaltig große Stadt ein. Die Straßen waren belebt, die Menschen tummelten sich auf den Hafen herum und im Hintergrund war eine gewaltige Feste, oben auf einen Berg. Das erinnerte sie alles so an ihrer Heimatstadt Mirabar, die weit weit im Norden lag, denn diese war ungefähr genauso groß. Als sie sich weiter umblickte konnte sie auch schon im Weiten eine gewaltige Gebirgskette erkennen. Ist das Gorthar? sagte sie staunend während sie weiter paddelte. Langsam fuhren zwischen den beiden ebenso gewaltigen Türmen hindurch und sahen dann auch schon den kompletten Hafen. das ist wahrlich ein Juwel, das Juwel von Myrhana...
|
| 18.06.2003 23:07 | #133 |
| Todesfürst |
In der Stadt
Die drei merkwürdigen Gestalten schlichen nun mit Eile durch die Gassen und achteten mehr auf die Gassen, Seitenwege und sonstige Umgebung der Stadt als auf ihr Gepäck. Merkwürdig waren sie wohl nur für andere, sie selber hatten nur ein Ziel. Sie wollten in diese verdammte Taverne und das möglichst lebend und mit ihren Waren. Wie sagte Prix zu ihm. Gorthar ist eine gefährliche Gegend. Dass das auch für die Stadt galt, wusste er nicht, doch langsam fühlte er sich hier so richtig wohl, wann trifft man schon sonst auf Banditen die das Gold wollen? Selten geworden, aber eher lästig als innovativ waren die ewigen Morddrohungen.
Ihr Weg führte sie immer weiter nach unten, die Straßensteine klackten, jeder hatte einen anderen Stiefel und durch die absolute Stille und den engen Gassen ertönte das Geräusch Schall verstärkt. Alle drei waren fertig, der vermeintliche Kampf und die schweren Beutel drückten auf die Rücken der Streiter. Doch endlich endete die Gasse und öffnete sich. Vorbei waren die Gassen und es wurde zu einer breiten Straße. Sie waren am Hafen angekommen. Die drei schauten nach rechts auf das Wasser, das laut in den Pier rauschte und wäre fast stehengeblieben doch Prix scheuchte die Truppe an. Kleine Segelschiffe und Schifferboote lagen im Hafen und knirschten leise. Hier war schon etwas mehr Leben, zumindest sah er einige Gestalten, Schatten fast, die bei den Booten standen und Gegenstände verluden. Langsam hörte er den Wellen zu und schaute immer noch aufs Meer, da lief er plötzlich gegen Prix Schulter.
"Hey was ist, was bleibts du stehen?"
"Hörst du das auch?"
"Was? Das Rauschen? Ja hör ich auch, schön nicht?"
"Ach so ein Quatsch, doch nicht das Rauschen, ich meine dieses Flappen, dieses Geräusch von Flügeln."
"Nö höre ich nicht."
"Und du Ra?"
"Ich höre auch was, aber ich seh nichts."
"Moment mal, jetzt hör ich auch was, scheint näher zu kommen, was ist das?""Keine Ahnung, wir werden es gleich rausfinden, wenn es weiter auf uns zu kommt."
"Hm, nimm lieber mal einen Pfeil, man weiß nie."
"An was denkst du?"
"Weißt du nicht mehr was die Wache sagte?"
"Oh backe, du meinst doch nicht..."
"Doch genau das mein ich, Dämonen."
"Was Dämonen? Wir sollten abhauen."
"Nein wir warten."
Die Gruppe begab sich in Position um die Gestalt früh sehen zu können. Langsam wurde das Geräusch lauter und kam näher. Dann wurde ein Schatten sichtbar und wenige Sekunden später wurde aus dem Schatten ein Etwas. Ein fliegendes Etwas. Es war tatsächlich ein Dämon und nun hatten sie ein Problem.
|
| 19.06.2003 00:36 | #134 |
| Krieger-BP |
bei den spinnern, die esteron weh tun
Laute Kampfgeräusche sausten im Wald umher, kreischende Dämonen flogen durch die Luft und das zischen von Schwertern war zu hören. Ein Parasit legte sich auf Krieges Nase, woraufhin sich seine Hand der Sache annahm und voll dagegen schlug. Ein lautes Jodeln entstand. „Scheiße, sie haben uns bemerkt!“ flüsterte Gardiff und zückte sein Schwert. Krieger schluckte den Schmerz hinunter und zückte seinen Bogen. Plötzlich stieß ihn jemand von hinten an. Satura hatte wohl im Dunklen nichts gesehen. Auf jeden Fall schoss der Pfeil nach vorn und bohrte sich in einen der Kämpfer bohrte. „Ups“, brachte Krieger nur hervor, als er den im Todeskampf seienden Mann sah, „Das tut mir jetzt leid!“, rief er. „Das war ein Versehen! Tschuldigung!“
Ein harter Ellenbogen Kick folgte, „Krieger, das ist die Inquisition!“, zischte Gardiff. „Oh!“ Krieger wurde blass...
|
| 19.06.2003 00:38 | #135 |
| Todesfürst |
Beim Dämon am Hafen
"Oh man, was ist das?"
"Tja, einer der ungebetenen Gäste hier, ein Dämon."
"Prix, versuch auf seinen Kopf zu zielen wenn du das schaffst.""Ok, ich werds versuchen."
Der Jäger legte den Pfeil auf die Sehne und spannte den Bogen lange. Der Dämon war für lange Zeit einfach nur in der Gasse geflogen aber nun schien er die kleine Gruppe zu merken. Mit schnellem Pflug kam er auf die Gruppe zu und dann schoss Prix. Der Pfeil hatte keinen langen Weg den der Dämon nahm ihm Meter für Meter ab und dann trafen sie sich. Der Pfeil schien tatsächlich den Kopf getroffen zu haben und blieb auch stecken, aber scheinbar hatte der Dämon nicht wirklich was gespürt. Er gab nur ein Grummeln von sich und man konnte erkennen wie grünes Blut aus der Wunde lief und auf den Boden verdampfte. Bis Prix nachgelegt hätte, wäre es schon viel zu spät gewesen und seine beiden Begleiter hatten dem Dämon nicht wirklich was entgegenzusetzten. ALso gab es nur eine Möglichkeit:
Flieht!!!!
Alle Drei nahmen die Beine in die Hand und liefen in Richtung Taverne. Ra führte die Gruppe an, obwohl er wohl gar keine Ahnung hatte und nur in die Richtung lief, weil Prix das noch sagte. Der Dämon verfolgte sie und deswegen konnten sie sich keine Verschnaufspause gönnen. Allerdings nutzte Prix die Flucht um im Rennen einen weiteren Pfeil zu ziehen. Er blieb dann stehen und drehte sich um, sie hatten einen leichten Vorsprung doch der Dämon war noch lange nicht fertig. Er legte an und schoss wieder einen seiner scharfen Pfeile Richtung Dämon und traf das Ziel erneut am Kopf. Doch diesmal hatte es sich dann ausgegrummelt, denn das war dann wohl ein Treffer zuviel, der Dämon schrie auf und blieb einen Moment lang stehen aber der war noch lange nicht tot, nur zeitweise angeschlagen. Weiter ging also die Flucht und bald waren sie endlich vorm "Bluthund". Prix nahm noch einen Pfeil und setzte sich auf die Knie um besser zielen zu können, während die anderen beiden versuchten die Tür zu öffnen.
"Lasst uns rein verdammt nochmal, macht die Tür auf."
"Niemals, da draussen wimmelts von den Viechern, erst wenn ihr mir einen Grund nennt."
"Oh da fallen mir ne ganze Menge ein, aber vielleicht hilft es euren Händen ja, wenn ich ihnen sage, dass ein Dämon hinter uns her ist und in wenigen Sekunden hier sein wird."
"Um Gottes Willen, der macht Schutt aus meinem Lokal, könnt ihr es nicht töten?""Können vor lachen, lasst uns rein oder wir verschaffen uns Eintritt.""Schon gut schon gut, kommt rein aber schnell."
Der Wirt verschob irgendwas vor der Tür und öffnete dann die Tür. Die beiden riefen Prix zu und nahmen dann das ganze Gepäck und schleppten es rein. Als alle drin waren verschloss der Wirt die Tür wieder und schob den Tisch wieder vor die Tür. Das sollte wohl reichen, hoffentlich.
Die Leute hatten allerdings keine Chance sich bekannt zu machen, denn der Dämon war mittlerweile den Hügel hoch. Alle schwiegen. Es war eine düstere Stille, wie in der Stadt. Man hörte das schnauben und das schlagen der Flügel und man konnte den Dämon nahezu spüren. Er umflog die Taverne mehrere Male und so schnell er gekommen war, desto schnell war er auch wieder weg. Anscheinend hatte er kein Interesse an einer Schlacht, vielleicht waren die Wunden doch stärker als gedacht.
Langsam kehrte wieder Leben ein und die Leute konnten sich mit dem Wirt bekannt machen. Es waren keine Gäste in der Taverne, aber das lag wohl daran, dass der Wirt niemanden hineinließ, bis jetzt. Es war anstrengend und sehr nervenreibend gewesen und so wollte der Fürst nicht länger wachen. Er ließ sich einen Schlüssel für ein Zimmer geben.
Als er da ankam bemerkte er den doch recht luxuriösen Zustand, einen Tisch, zwei Schemel, einen Kerzenständer mit Kerzen, ein Bett, ein paar Regale und ein geschlossenes Fenster mit Vorhängen. Im Zimmer war ein Kamin und ein Teppich. Herrlich. Er legte seine Rüstung und den Rest ab und nahm die Dolche wie immer unter die Kopfkissen. Sicher ist sicher. Zum Schluss wurde noch ein kleines Feuer entzündet, Holz war netterweise auch schon da, und dann legte er sich in das weiche Bett. Den Schlaf hatte er sich verdient.
|
| 19.06.2003 03:03 | #136 |
| Angroth |
Das Boot fuhr langsam in den Hafen ein, und alle begannen die gewaltig erscheinende Stadt anzuschauen, sicher war es lange her - wenn überhaupt - das sie eine solche Stadt gesehen hatten. Die Hauptbefestigung, der Burgfried wie er sich dachte, ragte stolz auf dem Hügel in die Nacht, am Zugang konnte man vom Hafenbecken aus nur vage die Wachen erkennen, die den "Palast" des Stadtrates deckten. Der Fackelschein der unzähligen Wachtürme dieser sehr kriegerischen Kolonie der Menschheit erhellte die Straßen und Behausungen, das Leben kehrte langsam in die Kneipen ein und weg von den Pfaden des Tages. In beinahe endgültiger Stille legte ihr Boot plätschernd an einem freien Stegplatz an, verspannt hieften sie sich gegenseitig an das Festland und vertraten sich stöhnend die Füße, genossen so gut es ging die Beinfreiheit und sahen sich immer noch staunend um. Gelächter scholl aus einer nahen Taverne als die Tür laut aufkrachte und ein stark angetrunkener Mann heraustrat als sei er auf hoher See. Drei Versuche brauchte er um die Türe wieder zu fassen zu bekommen und zu schliessen. Kaum ward die Tür geschlossen verstummte der Lärm wieder, eingeschlossen in den Wänden des Gasthofs. Dann verlor man ihn rasch aus den Augen als er vor sich hin erzählend in einer Gasse verschwand. Ein weiterer Schauer warmen Regens berührte ihre Haut und das immer noch sehr unberührte Land, aus Sicht der Khorinis Bewohner. So eilten sich die vier ein Obdach zu erlangen und traten in die Taverne ein die ihnen aufgefallen war. Nach kurzem Umschauen und registrieren des Fischer - gemäßen Ambientes, bestehend aus dicktäuigen Netzen sowie Steuerrudern und einige Galeonsfiguren setzten sie sich nieder und nahmen eine Bestellung auf die Getränke umfasste. Der Templer nahm sich ein Bier, während er das recht exotisch schmeckende Getränk zu sich nahm suchte sein Blick den der Amazone, scheinbar war er nicht der einzige; ihre Blicke trafen sich schnell. Nachdem Angroth ausgetrunken hatte und er meinte sie sollten noch eine Weile bleiben entschuldigte er sich und verliess die drei, um die Stadt etwas zu besichtigen. Akadi wollte ihm folgen, doch er schüttelte widerspenstig den Kopf, sollten sie es doch nicht übertreiben. Zumal sein Gebet nicht von seinem Gott erhört worden ward, denn er hatte ihm nicht geantwortet. Angroth war also allein als er die Taverne verliess, ganz alleine.
Er begann seinen Gang durch die Straßen, kam an den Wachtürmen vorbei und inspizierte auch sie, er sog alles in sich auf; war er doch so gut wie daheim. Wo genau sein Clan nun gewohnt hatte, zumindest längere Zeit verbrachte, war verloren gegangen. Es würde schwer werden den Standort noch einmal zu bestimmen, doch wusste er auch keinen dringenden Grund warum das nötig wäre. Es wurde spät und er wanderte weiter, immer wieder.
|
| 19.06.2003 11:47 | #137 |
| Xion1989 |
Xion sas nun still bei den anderen und dachte nach. Es war gresslig hier. Er hasste es einfach. Ich verzieh mich.
Die anderen schauten ihn noch kurz an als er dann plötzlich draussen verschwunden war. Er wanderte umher und sah sich das tal an. Es war ihm hier nicht ganz geheuer. Er kannte soetwas nicht. Nur seinen schönen sumpf und den wald bei Khorinis. Xion schaute sich die leute an und machte sich auf den weg etwas freies zum trainieren zu suchen.
Als er schlieslich einen geeigneten platz fand fing er auch gleich an. Xion trainierte fleissig doch er verlangte immer mer. Er war zwar etwas erschöpft doch er war aus irgenteinem grund stink sauer. Er fegte mit dem schwert durch die luft und erwischte fast jemanden. Es war wohl doch nicht genügend platz und so schaute er sich weiter um
|
| 19.06.2003 11:50 | #138 |
| Der Inquisitor |
|
| 19.06.2003 11:51 | #139 |
| Die Inquisition |
Beim dämonischen Schlachtfest der Inquisition...
Der Dämon stieß ein erbostes Fauchen aus, als der schwere Kopf des Kriegshammers wuchtig gegen seine Schulter prallte. Mit hörbarem Knacken brachen die Knochen des wesens, die Höllenkreatur wurde von den Füßen gerissen und landete unsanft auf dem Waldboden. Ihr peitschenartiger Schwanz schnellte nach oben, traf den Inquisitionsgardisten in der Hüfte. Die Wucht des Treffers drängte den Krieger einen Schritt zurück, doch nicht weit genug. Erneut sauste der schwere Kriegshammer durch die Luft, krachend traf er diesmal auf den Schädel des Dämonen und zerschmeterte ihn wie eine reife Melone. Dunkelrotes, zähes Blut und gelblides Gehirn verteilte sich über den Waldboden.
Der Inquisitionsgardist drehte sich um. Überall im Wald waren die Geräusche des Kampfes zu vernehmen. Das Klacken der Repetierarmbrüste, das Fauchen der Dämonen, das Geräusch der Schwerter. Ein schnelles Flappen hinter ihm veranlasste den Krieger dazu herumzuwirbeln, gleichzeitig riss er seinen Kriegshammer hoch. Ein schriller, unmenschlicher Schrei peinigte seine Trommelfelle, als ein kleines geflügeltes Dämonenwegen von dem schweren Hammerkopf erfasst und zu Boden geschleudert wurde, sein Brustkorb wirkte ziemlich eingedrückt...
Weitere geflügelte Biester stürzten sich aus den Bäumen, der Krieger riss sein Kurzschwert aus dem Gürtel. Dann war auh schon der erste Angreifer da, doch der dürre Körper hatte dem geschliffenen Stahl nichts entgegenzusetzen."Wie läufts?"
Der Inquisitionsgardist sah sich kurz um, etwa zwei Meter neben ihm stand Verena. Die Gardistin hielt ihr blutbesudeltes Langschwert in der einen und eine ihrer Handarmbrüste in der anderen Hand. Ein lautes Fauchen ertönte, die Kriegerin wirbelte auf dem Absatz herum, klackend entlud sich die Schusswaffe. Ein Dämon, der aus dem Gebüsch heraus hatte angreifen wollen, wurde im Sprung zurückgerissen, als der kurze Bolzen sich in seinen Schädel bohrte. Mit einem dumpfen Plumpsen landete der schuppige Körper auf dem Waldboden."Ganz gut, Schwester.", antwortete der Krieger mit einem schmalen Grinsen im Gesicht, während er nach weiteren Gegnern Ausschau hielt. Verena nickte kurz."Hatte schon zähere Biester vor den Armbrüsten."
Ihr Blick verfinsterte sich kurz.
"Aber ich fürchte, das hier wird nur der Anfang."
Ihr Mitstreiter nickte und rannte dann los, er hatte einen weiteren Dämonen im Gebüsch ausgemacht. Verena warf noch einen kurzen Blick auf die Lichtung mit dem Versteck, es war keiner mehr dort. Bis auf den Gefangenen in der Höhle. Na ja, der dürfte eigentlich ohnehin nicht mehr in der Lage sein abzuhauen...Die Inquisitionsgardistin zog mit einer hundertmal geübten Bewegung die Sehne ihrer Handarmbrust zurück, legte einen neuen Bolzen ein und lief dann weiter in den Wald, um wieder Anschluss an den Haupttrupp zu finden...
|
| 19.06.2003 12:07 | #140 |
| Skeleon |
Der junge Dieb nickte gequält.
Er kroch noch ein Stück näher auf Lehna zu und blickte sie voller Abscheu und Hass an. Am liebsten würde er sie jetzt töten, hier wo sie lag und somit allen - auch ihr selbst - weiteren Ärger ersparen.
Stattdessen riss er ihr den Mantel von den Schultern, und wickelte sie unsanft darin ein. Er keuchte schwer unter der Anstrengung, denn die Wucht des Aufpralls zwang Leon langsam und kontrolliert zu atmen. Ein schmales Rinnsal Blut floss aus seinen Wunden. Ächzend rollte er sich über Lehna hinweg und stopfte ihre Arme und Beine in den provisorischen Sack. Mit flinken Fingern riss er einen Strick von seinem Lederbündel ab und knotete den Mantel fest um sie, damit sie sich nicht selbst befreien konnte.
Zufrieden betrachtete er sein Werk, machte sich dann daran sich an einem Baumstamm hochzuziehen und stand nun etwas wackelig und ächzend da. Fast als hätte er diese Anstrengung nur auf sich genommen, um dies zu tun trat er Lehna grob in die Seite.
Zu schade dass sie ohnmächtig war.
Der junge Dieb löste seinen Blick von ihr und sah sich nach Satura um. Sie war weg. Auf dem Weg zu Gardiff und Krieger, nahm der Junge an.
|
| 19.06.2003 12:10 | #141 |
| Akadi |
Nach einer Zeit machte sich auch Akadi auf den Weg. Die Taverne wurde einfach zu stickig, außerdem war es furchtbar warm darin. Natürlich war auch ein Grund die riesige Stadt, die es zu erkunden gab. Schnell verabschiedete auch sie sich von Rango und knallte die Tüt mit einem lauten krachen auf. Eine kühle Brise kam ihr Entgegen und sie konnte schon wieder von weiten die riesigen Türme des Hafens sehen. Tief atmete sie die frische Luft ein, um sie dann gleich wieder loszulassen. Es war noch etwas frisch, deswegen beschloss sie erstmal etwas die Stadt zu erkunden. Bloß wo sollte sie nur anfangen? Sie blickte sich um und schon erblickte sie die große Feste, die wie ein Riese über die Stadt wachte. Aber konnte man da einfach hinein? Ein Versuch war es wert. So schlenderte sie langsam durch die Straßen auf das große Gebäude zu. Es herrschte dennoch noch reiches Gedrängel auf den Straßen. Doch plötzlich wurde sie auch schon zur Seite geschubst und landete auf den harten gepflasterten Bode. Verdutzt sah sie den kleinen Bengel nach, der wie es scheint vor irgendetwas weglief. Kurze Zeit später kam auch schon ein etwas älterer Herr angerannt, der wohl voll mit Mehl war und lief ihn hastig hinterher. Sie musste sich ein grinsen verkneifen, als sie das Bild sah. Doch dann erblickte sie schon eine helfende Hand, die sie schnell ergriff. Dankeschön! sagte sie zu der Person, die sie jetzt erst als Xion indentifizierte...
|
| 19.06.2003 12:18 | #142 |
| Xion1989 |
Gern geschehen lächelte Xion entgegen. Ist alles in ordnung? Fragte er und schaute sie an. Sie hatte sich nichts getan das war gut. Er wusste plözlich nichtmehr was er sagen sollte und schwieg vor sich hin als Akadi ihn plözlich fragte ob sie nicht zusammen die stadt erkunden wollen. Xion war sich jedoch nicht sicher. Er hasste es ja mit jemand anderem umher zu gehen doch er lies es sich ausnahmsweise nicht anmerken und lächelte. Aber sicher doch. Naja vieleicht würde es ja doch schön werden. So fingen sie also an die stadt zu ekunden. Das erste ziel sollte auch schon die festung sein.
|
| 19.06.2003 12:36 | #143 |
| Todesfürst |
In der Taverne....
Als der Fürst erwachte musste er feststellen, dass es noch ziemlich früh am Morgen ist, und das, obwohl sie gestern erst so spät hierher kamen. Aber er konnte die ganze Nacht nicht schlafen, die Agnst vor dem Dämonen hielt sie wach, sie waren kampfbereit gewesen, doch scheinbar hatte das Vieh echt erstmal genug. Er zog sich seine Sachen an und steckte die Dolche gewohnt in ihre Verstecke und machte sich dann auf aus seinem Zimmer zu treten. Prix und Ra saßen in einer Ecke und gönnten sich ein Bier und aßen etwas gebratenes Fleisch. Er setzte sich zu ihnen und bestellte sich das gleiche nur mit einem Wasser. Als sie dann da saßen beredeten sie ihre Strategie.
"Also, was sind unsere Aufgaben?"
"Wir müssen langsam versuchen uns zu erkundigen, am besten wir fragen mal in der Stadt ein paar Leute. Das Dämonen hier sind wissen wir ja jetzt, nur vielleicht gibt es noch andere Dinge die wir wissen müssen. Der Markt wird wohl vorerst nicht da sein, also lassen wir die Beutel einfach hier. Allerdings brauch ich neue Pfeile, ich hab noch 15 Stück, also nicht sehr viel."
"Und wo wollen wir neue Pfeile herkriegen?"
"Ich kenne einen Pfeilmacher, er arbeitet hier, aber nicht im Hafenviertel, sondern an der Burg, ihn müssen wir aufsuchen."
"Ok, und sonst sollten wir mal schauen was hier vor sich geht.""Und haltet die Augen vor Banditen offen."
Danach aßen sie noch zu Ende und wiesen den Wirt an die Tür zu öffnen.
Lasst die Tür auf und lasst die Gäste wiederkommen, desto mehr Leute hier sind, desto sicherer ist es. Außerdem verdient ihr sonst nichts.
Danach machten sie sich auf den "Bluthund" Richtung Burg zu verlassen. Die Gassen waren heute schon etwas belebter aber noch lange nicht so voll, wie damals, als er ankam. Die Gruppe ging einen anderen Weg und kam dabei an einigen Läden vorbei, die Souvenirs aus fremden Ländern anboten, dass musste er sich mal später anschauen, vielleicht war ja was nützliches dabei. Doch nun ging es weiter. Jede Menschenseele wurde von den dreien mißtrauisch beäugt, sie hatten keine Lust wieder überfallen zu werden. An einer Hauswand lehnte ein dicker Kerl mit einem großen Messer und schaute der Gruppe nach, während andere sich schnell verzogen. Langsam kamen sie in eine andere Gegend und der Gestank verzog sich langsam. Scheinbar waren sie auf einem Platz angekommen, der Weg zur Burg war nun nicht mehr weit.
|
| 19.06.2003 12:38 | #144 |
| Satura |
Noch in der letzten Nacht..
Satura hielt sich erschrocken die Hand vor den Mund, als sie den tödlich getroffenen Inquisitionsgardisten zusammensacken sah. "Das war ein Unfall!" rechtfertigte Krieger sich achselzuckend.
Was für ein Glück, dass seine Kollegen so mit den Dämonenwesen beschäftigt waren, dass sie den Eingang zu der Höhle, aus der sie gekrochen waren, völlig unbeobachtet gelassen hatten...
Inzwischen war es dunkel geworden, und ab und an verdeckte ein Schemen eines Dämons den fast vollen Mond. "Ok - los!" rief Gardiff, und die drei rannten - geduckt in den Schatten der Bäume - zum Eingang der Höhle. Saturas Hand ruhte am Griff ihres Schwertes - man konnte nie wissen. Doch die Inquisitionsgardisten hatten mit ihren neuen Spielkameraden genug zu tun.
Vorsichtig betraten die drei den nur von schwachem Fackellicht erhellten engen Gang, der in einer engen Kurve nach unten führte. Feine Wasserspuren bahnten sich ihren Weg die felsig-zerklüftete Höhlenwand hinunter. Im Laufe der Jahre hatten sich an Decke und Boden einige wunderschöne Tropfsteine gebildet, die im flackernden Licht ihre bizarre Schönheit zeigten. "Geschmack hat die Inquisition ja..." raunte Satura.
Als sie um die Ecke bogen, tat sich ein großer Raum vor ihnen auf, spartanisch zur Unterkunft umfunktioniert mit einer Feuerstelle, Sitzgelegenheiten aus Baumstämmen und mehreren Decken und Fellen, die als Schlafplätze fungierten. Erstaunt sah Satura sich um, bis sie im Schatten der Höhle eine Bewegung ausmachte. Sirrend glitt ihr Schwert aus der Scheide - Gardiff und Krieger taten es ihr gleich, sahen sie aber fragend an. Langsam näherte sie sich... "Esteron! Bei Innos, das ist Esteron!" rief sie, steckte ihre Waffe zurück und lief auf den jungen Wanderer zu, der da in eine Ecke gekauert lag und wimmerte. Sie kniete sich neben ihn. "Was haben sie dir nur angetan? Bei Innos, was haben sie dir angetan?"
Tränen stiegen ihr in die Augen, als sie sah, wie schrecklich der junge Mann zugerichtet worden war, und sie musste sich beherrschen, um ihre Wut und Trauer zurückzuhalten. Sie drehte den Verletzten auf die Seite und befreite ihn vorsichtig von den Seilen, mit denen seine Hände gefesselt waren. "Helft mir, wir müssen ihn stützen..." Krieger und Gardiff waren nur ungläubig daneben gestanden, schienen es nicht fassen zu können. Nun packten sie schnell mit an, trugen den ohnmächtigen Esteron hinaus, fort von diesem schrecklichen Ort. Was haben sie ihm angetan?
Im Eilschritt liefen sie zurück zum Lagerplatz, wo Lehna gut verschnürt am Boden lag, und Leon sichtlich unter Schmerzen sie erwartet hatte. "Wir müssen weg hier..." sagte Satura. Sie warf Leon einen fragenden Blick zu. "Geht's, schaffst du es?"
Was für eine Bilanz... drei Verletzte, darunter eine Besessene. Und nun würde sie wohl Lehna tragen müssen, denn Krieger und Gardiff trugen Esteron. Aber halt, die konnte man sicher auch nachschleifen, so gut wie die verschnürt war...
|
| 19.06.2003 12:49 | #145 |
| Skeleon |
Der junge Dieb stützte sich an den dick berindeten Baumstamm.Er ächzte und presste dann hervor: "Aber sicher schaff' ich es, bin doch das blühende Leben, sieht man das nicht?"
Er grinste spöttisch - ein Zeichen, dass es ihm einigermaßen ging. Mit einem Seitenblick auf Lehna sagte er: "Am besten ..."- wir lassen sie hier, bei ihren Verwandten -"... Krieger trägt sie wieder."
Jetzt erst fiel sein Blick auf den Templer, Gardiff und ihre zerschundene Last."Esteron?!"
Und er hatte für die Bastarde gearbeitet. Er fluchte innerlich."Okay, dann tragen wir sie, oder?" sagte er und blickte Satura von der Seite her an. "Hauptsache wir kommen hier weg!"
Nur wenige Meter weiter tobte immer noch der Kampf zwischen Inquisition und Dämonen. Laut klackend entluden sich Armbrüste, dumpf prallte Eisen auf Horn und schrill schollen die Schreie der Verwundeten durch die Dunkelheit.
|
| 19.06.2003 12:58 | #146 |
| Akadi |
Nun gingen sie gemeinsam weiter durch die Straßen, auf denen alle mögliche Gestalten liefen. Von einer kleinen Fmilie bis hin zum reichen Kaufmann konnte sie alles beobachten. Aber das neulich war ein guter Kampf ... naja außer der Anfang meiner Meinung nach sagte sie zu Xion. Sie grinste. Ja der Kampf war wirklich gut, nur ich hätte es besser machen können ... und du glaub ich auch! antwortete Xion. Aber dann konnten sie schon von weiten eine große Brücke sehen, die über einen weiten Kanal führte. Es sah so aus als ob man sie hochziehen konnte, wenn ein zu großes Schiff darunter fahren würde. Langsam gingen sie über sie und Akadi blickte immermal wieder herunter. Schon erstaunlich wie das von Menschenhand geschaffen wurde. Dann verliesen sie wieder die Brücke und konnte von weiten schon einen Aufgang zu der Feste sehen. Weit nach oben mussten sie jetzt noch gehen, dann waren sie bei dem gewaltigen Gebäude. Aber schon von unten konnte sie schon die Verteidigungsanlagen sehen, die wie es schien, immer noch bereit waren, um jeden Feind den gar auszumachen. Was wohl in der Festung ist, fragte sie sich während die beiden den langen Weg hinauf liefen. Als sie eine kurze Pause machten konnten sie schon auf die Hausdächer von ein paar niedrigen Hütten sehen. Wahrscheinlich würde der Anblick von ganz oben wundervoll sein...
|
| 19.06.2003 13:07 | #147 |
| Xion1989 |
Xion schaute zu boden und dachte nach. er Bereute es nicht mitgegangen zu sein doch irgentetwas machte dies weniger toll. Er konnte bnicht erklären was doch es war da. Na wenn es schon nicht perfekt werden konnte versuchte er immernoch das beste draus zu machen. So schaute er sie an und fragte Sollen wir weitergehen???
Jo. bis nach ganz oben
Xion war überrascht. So eine reaktion erwartete er nicht. Er hatte mitn einem Ja gerechnet aber nicht gleich mit soetwas. Also standen sie auf und gingen weiter. Die Menschen wurden immer kleiner und Xion konnte endlich wieder lachen. Dies war doch wohl ein wunder. ein lachender Xion das gabs doch nicht. So stellte Xion sein lachen wieder ab und sie gingen weiter.
|
| 19.06.2003 13:42 | #148 |
| Satura |
Satura blickte Leon kopfschüttelnd an. "Hey, ich bin froh wenn ich dich nicht auch noch tragen muss. Lass mal, ich schaff das schon." Sie griff dem Mädchen unter die Arme und hob das Lehnapaket hoch. So trug sie das Mädchen halb, halb schleifte sie sie. Der enorme Nachteil war, dass sie nun verkehrt gehen musste, was in einem dunklen Wald nicht unbedingt von Vorteil ist. Und so stolperte sie hinter Krieger und Gardiff her, und auch Lehna rumpelte über Stock und Stein - nur gut, dass sie davon nichts mitbekam. Leon humpelte neben Satura her, und sie merkte, dass er sich beherrschen musste, um Schritt halten zu können. Gardiff und Krieger benötigten ihre ganze Vorsicht, um Esteron stabil tragen zu können; der junge Wanderer war schwer verletzt, und man konnte ihn sich kaum über die Schulter werfen, ohne noch schwerere Verletzungen zu riskieren.
Langsam, aber stetig entfernte sich der kleine Trupp vom Ort des Kampfes, doch es sollte noch Stunden dauern, bis sie befanden, weit genug weg zu sein, und endlich eine kleine Höhle fanden, in der sie rasten konnten. Trotz der Erschöpfung wollte Krieger nicht auf eine nächtliche Wache verzichten. Da Satura sich sowieso noch die Wunden Esterons, Leons und auch Lehnas anschauen wollte, erklärte sie sich dazu bereit.
Esteron sah schrecklich aus; mehrmals musste Satura sich abwenden, da ihr übel wurde. Sie konnte die enormen Schmerzen des jungen Wanderers fast selbst körperlich spüren.
Vorsichtig taste sie seinen Körper ab, um nach eventuellen Frakturen zu suchen... und wurde fündig. Seine Handgelenke waren gebrochen, die Schultern ausgerenkt und zwei Rippen schienen zumindest angeknackst zu sein. Esteron musste sogar beim Atmen Schmerzen haben...
Seufzend sah sie zu Leon, der sich an die Höhlenwand gelehnt hatte, und erklärt hatte, er würde mit Satura wachen. Inzwischen hatte er die Augen geschlossen und schnarchte leise. Die Amazone musste lächeln; wandte sich dann wieder Esteron zu und wusch seine Wunden, um sie anschließend einzucremen. Er zuckte mehrmals unter ihren Berührungen zusammen, erwachte aber nicht. Auch sein verschwollenes, geschundenes Gesicht cremte sie ein; die feinen Züge des jungen Wanderers waren völlig entstellt, und ihm fehlten zwei Zähne... Diese Bestien! Die Salben würden die Schmerzen lindern, und die Wunden würden wohl bald verheilt sein... aber die Brüche?
Sie trug eine spezielle Salbe aus Heilwurzeln und Kronstöckel auf, die die Neubildung und Heilung von Gewebe und Knochen beschleunigte. Notdürftig verband sie seine Hände und Unterarme straff und wickelte gerade Äste in den Stoffverband mit ein, um seinen Hangelenken die notwendige Stabilität zu geben. Abschließend renkte sie noch seine Schultern wieder ein... das schwierigste wohl, denn dazu brauchte sie nicht nur Kraft, sondern auch Gefühl. Sie hatte das zuvor nur einmal gemacht, und das war wohl auch schon länger her... Mit einem schrecklichen Krachen fand das erste Armgelenk wieder seinen Weg in die Gelenkspfanne zurück, dann auch das zweite. Erleichtert wischte die Amazone sich den Schweiß von der Stirn und machte sich daran, Leons und Lehnas Wunden zu versorgen.
Irgendwann, als es bereits hell war, legte sie sich erst zur Ruhe, nachdem Krieger sie als Wache abgelöst hatte. Die Amazone kuschelte sich völlig erschöpft an Leon und schlief ein.
|
| 19.06.2003 14:24 | #149 |
| Lehna |
Langsam schlug Lehna die Augen auf, die Welt schien erst verschwommen, stabilisierte sich dann aber langsam wieder. Sie schluckte trocken, ihr Kopf dröhnte, als würde ein Troll darauf Polka tanzen. Auch ihre Schulter schmerzte noch immer. Sie versuchte sich ein wenig zu bewegen und in eine etwas angenehmere Sitzposition zu bringen, aber das scheiterte schon im Ansatz daran, dass sie ziemlich fest in einen Sack eingeschnürt war. Nein, kein Sack, in ihren Mantel... Nun ja, das Ergebnis war das selbe.
Leon... Leon hatte sie so eingepackt, nachdem...
Sie schlug die Augen zu. Nachdem sie Satura verraten hatte. Weil... was auch immer mit ihr los war. Was hatte die Amazone gesagt? Besessen? Lehna schüttelte langsam den Kopf. Wenn das stimmte, dann...
Sie dachte lieber nicht weiter. Ihr Blick strich durch die kleine Höhle, blieb kurz auf Leon hängen. Er hasste sie, um einiges mehr als Frost. Sie wusste warum, aus dem selben Grund warum sie sich selbst manchmal hasste...Ihr Blick wanderte weiter, bis er abrupt auf einer zusammengesunkenen Gestalt hängenblieb. Das war... Esteron...
Sie starrte ihn an, sein zerschlagenes Gesicht, die notdürftig geschienten Hände. Verdammt, was hatte er angestellt? Die Inquisition...?Ihre eigenen Schmerzen waren vergessen, unwichtig. Sie musste zu Esteron. Lehna ließ sich nach vorn kippen, versuchte, in den Mantel eingewickelt wie sie war, zu Esteron zu gelangen. Sie wand sich in ihren Fesseln, stieß sich von der Höhlenwand ab, schob sich ein paar Zentimeter vorwärts. Aber dabei blieb es dann auch, als sie die Höhlenwand nicht mehr erreichte kam sie keinen Millimeter mehr voran. Nach einer Weile blieb sie erschöpft liegen, starrte zu Esteron. Warum ließ man sie nicht zu ihm?
Eine einzelne Träne lief ihre Wange hinunter. Da war Esteron jetzt, hatte die Inquisition überlebt, und sie konnte ihn nicht erreichen...
"Esteron..."
|
| 19.06.2003 14:35 | #150 |
| Akadi |
Jetzt mussten sie nur noch ein paar Meter weiter, dann hatten sie es endlich geschafft. Die Mauern der Feste erstreckten sich schon weit nach oben, während man das Haupthaus schon weit dahinter sehen konnte. Doch als sie dann endlich oben ankamen merkten sie, dass das Tor verschlossen war, der Eingang ihnen verwehrt blieb. Doch es hat sich gelohnt, dieses riesige Bauwerk von Nahen zu betrachten. Natürlich hatte man auch einen wundervollen Ausblick auf die Stadt, die friedlich mit dem großen Hafen und den breiten Kanal, über den sie dank einer der zahlreichen Brücken noch vor kurzer Zeit gelaufen sind, dort lag, während im Hintergrund das gewaltige Gebirge wie ein paar Riesen dort lag. Aber auch die Fjord konnte man von weiten beobachten, in dem sich die Sonne, die mal wieder aus ihrem Versteck in den Wolken hervorgekrochen war. Davon müsste man ein Gemälde haben sagte sie zu Xion und grinste ihn an. Aber lass uns wieder gehen, oder? fragte sie ihn, danach machten sie sich wieder für den "Abstieg" bereit. Aber die Idee mit dem Maler ging ihr garnicht mehr aus den Kopf. So ein schönes Gemälde in ihrem Zimmer würde bestimmt nicht schlecht aussehen. Doch dafür fehlten ihr zwei Sachen, Geld und der Maler. Vieleicht würde sich ja hier oder in Khorinis einer finden. Jetzt war sie ja eh noch nicht zu Hause und darüber konnte sie sich ja später noch Gedanken machen...
|
| 19.06.2003 15:16 | #151 |
| Arson |
Im gorthanischen Hafen
Dumpf knallte der gewichtige Holzsteg auf den steinernen Hafenkai, bildete somit eine schmale Verbindungslinie zwischen der lebhaften Stadt Gorthar und der soeben von ihrer langen Reise zurückgekehrten "Stern von Wrodalia". Rauhe Männerstimmen schrien grobe Befehle durch die Luft, starke Seemannshände zurrten an dicken Tauen, machten sich am Segelwerk zu schaffen oder stopften eilig Goldmünzen in die Taschen der zerschlissenen Matrosenhosen, um sich auf den Landgang vorzubereiten. Die Stimmung an Bord war gelöst. Seit mehreren Monaten hatte die Besatzung der Handelsfregatte keinen Hafen mehr angelaufen, die Aussicht auf einen großen Krug Bier und ein saftiges Stück Bratenfleisch ließ die Herzen der Seebären höher schlagen.
Arson konnte ihre frohlockenden Rufe durch seine geschlossene Kabinentür hindurch hören. Er selbst teilte ihre Hochstimmung nicht, apathisch saß er auf seinem schartigen Holzschemel, den blassen Leib in seine schwarze Rüstung gehüllt, das lange Kristallschwert auf die Oberschenkel gelegt. Obwohl das Wetter mild war und die Sonne freundlich durch das runde Bullauge seines Gemachs fiel, fröstelte der wiedergekehrte Paladin. Ihm war kalt, doch es war keine Kälte, die durch ein Feuer vertrieben werden konnte. Er hatte es ausprobiert. Die Flammen schienen lediglich auf seiner Haut zu brennen, unfähig, auch nur ein Haarbreit in seinen Körper einzudringen sengte die Hitze auf der Oberfläche seines Leibes, während der Rest in frostiger Kälte verblieb. Schließlich hatte Arson es aufgegeben, hatte sich gefügt und sich an die neuen Umstände gewöhnt. Er hatte sich ohnehin nicht lange mit dem Problem beschäftigen können, da seine Gedanken immerzu abschweiften, umherflatterten wie silbrige Schmetterlinge, ruckartig und unberechenbar, doch immer Motten gleich um den gleißenden Lichtkreis der Erinnerung an Jao'y'tinukeda'ya kreisend. Seit er die Sithistadt verlassen hatte, erschien ihm die Welt nunmehr trist und grau, bar jener saftigen Farben die er innerhalb dieses unterirdischen Horts des Friedens vorgefunden hatte. Und mit der Ferne zu diesem Ort waren auch seine Kräfte geschwunden. War er in der Stadt des ewigen Sommers noch so voller Energie gewesen, dass er kaum gewusst hatte, wie er sich hatte auslasten können, so war er nun in eine schicksalsergebene Apathie verfallen. Die Kräfte seiner Rüstung waren geschwunden, das brennende Feuer der Macht war zu einem müde glimmenden Lichtfleck herabgedimmt, die eiserne Entschlossenheit zu undifferenzierter Gleichgültigkeit geworden. Arson war sich fast sicher, dass er diese Überfahrt nicht überlebt hätte, wäre dort nicht jenes beharrliche Pulsieren des Schwertes gewesen, dessen kühle Präsenz ihn immer wieder von neuem aus seinem komatösen Schlaf gerissen hatte, ihn durch schreckliche Alpträume von Tod und Verderben an die bevorstehende Schlacht erinnerte, und an das Versprechen,, bald wieder Sithiblut vergießen zu dürfen. Die unfixiert vor sich hin starrenden Pupillen blitzten auf, als Arson an das unvergleichliche Gefühl dachte, das Herz eines Unsterblichen zu durchbohren. Und diesmal würde es nichteinmal den schalen Beigeschmack des Unrechts haben, nein, er, ein heiliger Paladin des Königs tat lediglich seine Pflicht, wenn er dieses Monstrum vom Antlitz dieser Erde tilgte. Allein dafür lohnte es sich, weiterzuleben.
Es klopfte.
"Arson? Bist du wach?"
Der dunkle Krieger starrte auf die wuchtige Kabinentür. Er hatte die Stimme Einskaldirs erkannt. Arson wusste, was der Ritter von ihm wollte."Ich komme." Langsam, doch trotzdem mit geschmeidiger Anmut, kam der Paladin auf die Beine. Die einzelnen Glieder seiner Rüstung klickten und klackten, als er die Hand auf die Klinke legte und drückte. Im angrenzenden Gang wurde er von einem riesenhaften Krieger im Panzer eines Ritters erwartet. Einskaldir nickte seinem Ordensbruder grüßend zu. Arson schwieg. Gemeinsam verließen sie den Korridor, traten schließlich auf das Oberdeck hinaus. Der schwarze Paladin blickte sich um. Oben, unweit des Steuermanns, entdeckte er den Kapitän. Der alte Mann wandte den Kopf. Ihre Blicke trafen sich nur für die Dauer eines Lidschlages, doch es reichte, um den bärbeißigen Seemann dazu veranlassen, sich außer Sichtweite zu begeben. Arson lächelte müde.
"Komm, Einskaldir, wir müssen uns beeilen."
Der morsche Holzsteg knarrte protestierend, als der Rimmersmann das Schiff verließ, brach jedoch nicht entzwei. Ohne sich noch länger aufzuhalten, wies Arson die zehn ihn begleitenden Krieger an, sich zu einer Doppelreihe zu formieren und ihn zur Burg zu bringen. Auf dem Weg durch die Stadt wurden der bizarren Kämpfergruppe viele mißtrauische Blicke zugeworfen, doch war es hauptsächlich Einskaldir, der offensichtlich den Unmut der Bevölkerung erntete. Im Gegensatz zu Arson konnte man den Nordmann eindeutig als Streiter des Paladinordens erkennen. Entweder hegte man also eine Abneigung gegen Bewohner der Rimmersmark, oder man war nicht allzu gut auf die Diener Innos' zu sprechen. Der dunkle Krieger beschloss, sich in dieser Angelegenheit zu informieren.Es war kein langer Marsch bis zur Burg, und die Soldaten sorgten dafür, dass er ohne Zwischenfälle verlief. Kaum hatte sich das schmiedeeiserne Tor hinter ihnen geschlossen, als sich das Portal des Bergfriedes auch schon öffnete um einen hochgewachsenen Mann in grauem Lederharnisch zu enthüllen. Festen Schrittes stapfte der Krieger auf sie zu, baute sich vor dem gelassen wartenden Arson und seinem mißtrauisch blinzelnden Kameraden Einskaldir auf und stellte sich vor."Seit gegrüßt, mein Name ist Ravrokh, Soldat im Dienste des ehrwürdigen Volksrates und Adjutant General Telarons. Bevor es Euch gestattet ist, die Burg zu betreten, muss ich euch bitten, mir eure Namen zu verkünden, auf dass ich Eure Ankunft melden kann. Unbekannten Reisenden wird aus Sicherheitsgründen keine Audienz gewährt, wie Ihr sicher versteht."
Während der Bursche seine Litanei heruntersprach, nutzte Arson die Zeit, um seinen Gegenüber zu mustern. Jung, hochgewachsen, von kräftigem Körperbau und mit einem Gesicht, das hübsch hätte sein können, wäre da nicht diese lange Narbe, die das Antlitz des Kriegers vom rechten Mundwinkel bis zum Ohrläppchen verunzierte. Nichtsdestotrotz würde der junge Kerl sicher keinerlei Probleme im Umgang mit dem weiblichen Geschlecht haben. Seine Augen blickten wach und offen, aufmerksame Entschlossenheit funkelte in den blaugrauen Pupillen. Arson setzte ein schmales Lächeln auf neigte den Kopf um wenige Millimeter, um so einen höfischen Gruß anzudeuten. Das blasse Gesicht des Recken war eine marmorne Maske der Freundlichkeit, den unergründlichen Gesichtern der Sithi, mit denen er so viele Monate Kontakt gehabt hatte, nicht unähnlich.
"Mein Name ist Arson, Paladin König Rhobars und demütiger Diener des ehrenwerten Lord Hagen. Ich kehre von einer Mission höchster Wichtigkeit zurück, die eine der gorthanischen Grafschaften betrifft."
Ravrokhs Stirn runzelte sich, als er den Begriff "Paladin" vernahm."Ihr seid nicht aus Torin?"
-"Ganz gewiss nicht." Arsons Lächeln blieb unverändert. Der Soldat entspannte sich. Er schien dem heiligen Streiter zu glauben.
"Nun gut, ich werde Eure Ankunft melden, Herr Arson. Erweist dem gorthanischen Volk die Ehre, Euer Quartier in den bescheidenen Räumen der Burg zu beziehen. Es hat sich viel ereignet in den letzten Wochen, doch unsere Gästezimmer waren davon nicht betroffen."
-"Ich nehme Euer Angebot dankend an."
Arson bedachte Einskaldir mit einem knappen Nicken, folgte dann dem zum Bergfried zurückkehrenden Adjutanten. Schweigend betraten die drei ungleichen Kämpfer die Empfangshallte der Burg. Ein Page trat aus einer der Nischen des Raumes. Ravrokh winkte ihn zu sich.
"Dieser junge Bursche wird Euch in Euer Quartier begleiten und Euch zu Diensten sein. Ruht Euch etwas aus, Ihr werdet Meldung erhalten, wann der Rat bereit ist, Euch zu empfangen."
Arson neigte abermals das Haupt, sprach einige verabschiedende Floskeln, um dem Dienstjungen anschließend zu folgen. Der schlaksige Junge führte sie eine gewundene Wendeltreppe hinauf, um dann eine schwere Flügeltür aufzudrücken, und in den angrenzenden Korridor zu treten. Ein einzelner gorthanischer Soldat hielt an der kalten Steinwand Wache. Als er die drei Neuankömmlinge erblickte, löste er einen klimpernden Schlüsselbund von seinem Gürtel und schloss damit zwei nebeneinanderliegende Zimmertüren auf.
"Einen erholsamen Schlaf wünsche ich den Herrschaften."
Der dunkle Paladin bedachte die Wache mit einem knappen Nicken, wies Einskaldir an, das linke Zimmer zu beziehen, während er selbst durch die rechte Tür trat. Der Dienstjunge machte Anstalten, ihm zu folgen, doch Arson entließ ihn mit einem achtlosen Wink. Endlich schloss sich die Tür, verbarg den Streiter Innos' vor dem Blicken der Welt, ließ ihn allein in dem kleinen Reich seines Gemachs. Kaum war der Riegel ins Schloss gefallen, da sackte die hochaufgerichtete Gestalt des Kriegers zusammen. Die Schultern fielen herunter, der gepanzerte Leib beugte sich vor, wurde keuchend auf den kristallinen Schwertknauf Leids gestützt. Schwer atmend wartete Arson, bis der Anfall vorüber war und die bunten Ringe und Flecken vor seinen Augen sich verflüchtigten. Langsam richtete er sich wieder auf, trat an den schweren Holztisch heran und stellte den schwarzen Pantherhelm auf die grobe Platte. Die verzehrende Schwäche war so schnell gekommen, wie sie wieder verschwunden war. Der Paladin wusste nicht, was diese Anfälle zu bedeuten hatten, aber er wurde nun schon seit seinem Aufbruch aus Asu'a davon geplagt. Fakt jedoch war, dass sie ihn nicht behinderten. Nach jeder dieser Schreckenssekunden schien ein Stück seiner Kraft zurückzukehren, in gleichem Maße, wie die Kälte in seinem Leib zunahm. Nun, diesen Preis war der Paladin bereit zu bezahlen.
"A-Genay'asu"
Klickend und flappend öffnete sich der schwarze Hexenharnisch, entließ Arsons bleichen Körper aus seiner schwarzen Umklammerung, entfaltete sich wie die Blüte einer schillernden Sommerblume. Langsam löste der Krieger seine Glieder aus den aufgeschnappten Schienen, trat langsam einen Schritt nach vorn. Leise patschten seine Füße über den steinernen Boden, als der nun nackte Recke an einen hohen Wandschrank herantrat, um dort nach passenden Kleidungsstücken zu suchen. Dieses gemach schien für männliche Besucher gedacht zu sein, da der Paladin ausschließlich ordentlich gefaltete Hemden, Hosen und Westen fand, weder Kleider noch Röcke oder Mieder befanden sich in den Schubfächern des Schrankes. Dieser Umstand war Arson nur allzu recht. Jetzt, da er den Panzer abgelegt hatte, fühlte er sich verletzlich, doch in gleichem Maße freier, ungebundener. Die unterschwellige Präsenz des bizarren Wesens, für das der Paladin die Rüstung inzwischen hielt, war aus seinem Geist verschwunden, ließ ihn mit seinen Gedanken endlich wieder allein. Der hochgewachsene Krieger betrachtete ohne Eile die Vielfalt an Kleidung, wählte schließlich eine elegant geschnittene Hose aus purpurfarbenem Stoff und ein helleres, gleichfarbiges Seidenhemd. Ein Gürtel aus dunkelrotem, weichen Leder und dazu passende Stiefel vervollständigten die neue Garderobe des Paladins. Nachdem er sich ohne Eile angekleidet hatte, öffnete er das verglaste Kammerfenster und blickte über die felsige Steilklippe hinweg auf das funkelnde Meer hinaus. Böiger Wind heulte durch das Zimmer, zupfte an Hemd und Haar des Kämpfers, ließ die langen, schwarzen Strähnen tanzen. Arson bemerkte es kaum. Seine Gedanken waren wieder einmal abgeschweift, hatten sich zurückbegeben in jene sonnigen Gefilde der hauchzarten Sithistadt, durchlebten noch einmal die beschaulichen Monate der Ruhe. Irgendwo dort draußen lag sie, die Halbinsel As'a. Er würde sie nie wiedersehen, aber vergessen konnte er sie ebenfalls nicht. Er erinnerte sich an Amerasus Worte. Die Sithi würden kommen, um sich zurückzuholen, was er ihnen entwendet hatte. In Jirkis Augen hatte er das stumme Versprechen auf Rache funkeln sehen. Ja, irgendwann würden sie tatsächlich nach ihm suchen. Die kalten Finger des heiligen Streiters schlossen sich fester um Leids Griff, während grüne Pupillen herausfordernd auf die wogenden Wellen blickten.
"Sinya'a du-n'sha é-d'treyesa, Zida'ya."
Ich erwarte Eure Ankunft, Kinder der Morgendämmerung...
|
| 19.06.2003 15:21 | #152 |
| Xion1989 |
Xion fand die idee nicht schlecht doch wieso solte er so ein bild haben wollen ? Es interesierte ihn nicht denn kein bild konte diese aussicht aufzeichnen. So etwas tolles konnte man euinfach nicht mahlen. Doch Xion dachte sich das es sinnlos wär ihr anzubieten es für sie zu bezahlen denn jeder hatte seinen stolz. Xion würde es auch nicht annehmen. Also zündete er sich einen stengel Sumpfkraut an.
Möchtest du auch etwas? Fragte Xion und Akadi antwortete mit Nein danke. Xion fand es zwar schade aber so hatte er mehr für sich. So stand er nun auf und ging wieder hinab.
|
| 19.06.2003 15:41 | #153 |
| Akadi |
Dann gingen sie langsam wieder herunter, jetzt konnten sie die ganze Stadt gemütlich anschauen. Im riesigen Hafen sahen sie ein ein großes Handelsschiff ankommen, das langsam anlegte. Doch wohin könnten sie jetzt gehen? Sie schweifte mit ihren Blicken über die Stadt und schon fand sie es. Gehen wir auf den Marktplatz? Ich hab zwar kein Geld, aber wir können uns ja nur umsehen. dabei zeigte sie auf den großen Platz, der weiter hinten in der Stadt lag. Xion nickte darauf kurz. Dann mussten sie wieder über einer die Brücke gehen. So plante sie schon einigermaßen die Route. Doch noch konnten sie die Stadt von weit oben beobachten. Die Sonne war leider schon wieder hinter den Wolken verschwunden und es blies ein starker Wind über das Land. Akadis Haare flogen kurzer Zeit wie wild hin und her, doch als der Wind verstummte fielen sie auch wieder. Mit einem Kopfschütteln waren sie dann auch wieder in Ordnung gebracht. Ich glaube, jetzt mssen wir hierlang sagte sie und zeigte auf einer Straße, die weit hinten in einer nächsten führte, als sie wieder unten waren...
|
| 19.06.2003 15:52 | #154 |
| Xion1989 |
Xion folgte ihr und rauchte an seinem kraut. Die stadt kam immer näher und Xion tappte Akadi einfach hinterher. Nichts zu sehen was er nicht schon kannte und so ging er weiter ohne sich alles anzuschauen. Unten angekommen schaute Xion noch etwas durch die gegend. Wo solls jezt hingehen???
Zum Marktplatz.
Xion folgte ihn und beobachtete alles ganz genau bis sie schlieslich ankamen
|
| 19.06.2003 15:56 | #155 |
| Rango |
...Rango saß noch etwas in der Kneipe rum und leerte seinen Bierkrug. Es schmeckte ihm zwar nicht wirklich gut, aber er hatte schon lange keinen Alkohol mehr zu sich genommen und desshalb war es ihm relativ egal. Er legte ein paar Goldstücke auf die Theke und verlies die Kneipe. Er traute seinen Augen kaum, als er auf einmal ein großes Handelsschiff erblickte." Ja hier gefällts mir! Das nenne ich Seeleute..."
Nachdem Rango sich das Schiff eine Zeit lang angesehen hatte, wollte er sich ein wenig in der Stadt umsehen. Er überlegte ob er nicht in ein Bordel gehen sollte, wie er es sich im Amazonenlager schon überlegt hatte, dachte sich aber das es noch genügend Zeit dafür geben würde.
Er schaute sich ein wenig die Bauweise der Häuser an und bemerkte nicht, das sein Lehrmeister direkt hinter ihm stand...
|
| 19.06.2003 16:13 | #156 |
| Akadi |
Es herrschte reges Treiben auf den Marktplatz, überall waren Leute, die sich auf manche Waren nur so stürtzten. FRISCHE FISCHE oder HIER GIBTS DIE FRISCHESTEN ÄPFEL drangte von den Marktschreiern in ihr Ohr. Am Rande stand auch ein kleiner Junge, der sich wohl gerade die Kehle aus dem Leib brüllte um ein paar Zeitungen zu verkaufen. Doch auf einmal flog sie schon wieder auf die Seite in einer Menge von Leuten und sah schon wieder diesen kleinen Bengel, den sie heute schonmal begegnet ist. Doch diesmal war landete sie schlieslich nicht auf den Boden, sonder wurde von einer älteren Dame noch gerade aufgefangen. Danke sagte sie zu ihr, kurz darauf kam ein Mann, wie er aussah ein Fischer, hinterher gerannt. Sie schüttlete den Kopf, doch musste sie aber kurze Zeit später wieder grinsen. Ein gerissener Bengel. Doch dann weckte einer der Stände ihre Aufmerksamkeit...
|
| 19.06.2003 16:15 | #157 |
| Angroth |
Es war schon ein Blick für die Götter wie Rango das Schiff angesehen hatte, er war vollkommen in Träumereien versunken. Vorsichtig fasste Angroth ihm auf die Schulter und drehte ihn zu sich herum; lächelte und fragte dann ob er nicht bereit wäre die Landschaft mit ihm zu erkunden. Ein etwas zaghaftes nicken bestätigte das Vorhaben und zufrieden sah der ursprünglich aus Gorthar stammende Sumpfler ihn an, trieb sie dazu an doch gleich zu gehen.
Also gingen die zwei, unabhängig von dem was Akadi und Xion tun würden aus der Stadt um das Land zu sehen. Nach einigem umherirren in dem Leviathan von einer Stadt fanden sie den Südausgang der sie parallel zu dem ins Meer laufenden Fluss aussetzte. Dies war auch das Tor aus dem Angroth immer geschritten war, den Osteingang hatte er nie gesehen. Er sah zu den Wachtürmen hinauf und erkannte eine schwerbewaffnete Wache, die Augen blitzten zwischen Augenschlitzen des ansonsten beinah abgeschlossenen Helms bis zu ihnen herab. Irgend etwas machte Gorthar zu einem bedrohlichen Ort, das würden seine Schüler auch noch merken, trotz allem Enthusiasmus.
Der trockene Boden knirschte unter ihren Füßen, in der Ferne, im Süden, waren schon wieder die Rauchwolken der Ebene der Schlachten zu erkennen, der Ort an dem für Angroth der Fluch seines Clans erneuert worden war. Erinnerungen fluteten sein Gedächtnis und er rang um Fassung, sein Blick aber haftete auf den bedrohlichen Wolkenmassen und den unsteten Blitzen, der höllenroten Schatten darin. Wenn sie dem Fluss folgen würden dann führte er sie innerhalb von drei Tagen wieder dorthin, doch darauf konnte der Templer verzichten. Sie suchten eine Furt die sie über den Fluss bringen würde, dann hätten sie für kurze Zeit den mächtigen Gletscher im Rücken. Der reissend breite Strom aber schien keine Furt zu halten, sie suchten weiter und gingen tiefer in das Landesinnere, die verwüstete Landschaft schien sie zu verschlucken.
|
| 19.06.2003 16:22 | #158 |
| Xion1989 |
Xion lehnte sich an eine wand und schaute zu boden. Er war etwas bedrückt. Er brauchte dringend einen gegner an dem er seine wut rauslassen konnte doch hier in der stadt wollte er nicht kämpfen. Er schaute in den himmel wo sich auch ein paar regenwolken bildeten. Wenn es jezt regnen würde wär es perfeckt doch nix geschah. So schaute er sich noch etwas auf dem Marktplatz um . Es gab überhaupt nix interesantes hier. Plözlich drehte er sich um und sah Akadi nichtmehr. Er war zwar um einiges grösser und konnte alles gut überblicken doch er sah sie nicht. Er ging auf dem Marktplatz umher und fand sie auch schlieslich in der menschenmenge. Komm wir schauen uns hier noch ein bisschen um. Sie gingen also wieder am Marktplatz herum und schauten sich alles an
|
| 19.06.2003 16:25 | #159 |
| Rango |
...Rango und sein Lehrer, Angroth, verließen die mächtige Stadt Gorthar und folgen dem Flusslauf. Der Novize wusste nicht wohin es gehen sollte, aber er folgte dem Templer. Er würde schon wissen wohin sie gingen.
Als sie nach einem etwas längeren Marsch, eine gute Stelle gefunden hatten an der sie den Fluss überqueren konnten, fragte Rango wohin es gehen sollte...
|
| 19.06.2003 16:36 | #160 |
| Angroth |
"Es soll hier auch ein großes Sumpfgebiet geben, ich habe davon gehört es aber nie gesehen. Man sagt dort sollen Ruinen von alten Behausungen oder vielleicht gar Festen stehen, ich will es mir mal ansehen. Und möglich das wir da auch einige Fliegen finden denen du zeigen kannst wieviel Kraft in deinen Fischerarmen stecken!" Er grinste, sie überqerten die Furt. Das Wasser war kalt und frisch, fühlte sich irgendwie auch anders an als das von der Insel, es lag sicher daran das es klares Gletscherwasser sein musste. Der rauschende Gigant lag nun hinter ihnen und sie liefen weiter gen Südwesten, er wusste nicht ob er hier fündig werden würde aber er hoffte zumindest Hinweise zu finden. Die Ruinen konnten aus der Zeit seiner Familie stammen, als der Clan gegründet ward. Hoffnungsvoll wanderten sie weiter bis sie von weitem schon einige vereinzelte Bäume fanden, die sich mühten aus dem Nebelmantel zu entkommen der sie fest umklammerte. Sie näherten sich langsam - das Sumpfgebiet war ganz anders als jenes von Khorinis stellten sie fest.
Einige Gasblasen fanden ihren Weg zu der Oberfläche und blähten kleine schmutzige Kuppeln auf bevor sie sie unter ihrer Gewalt zersprengten. Einige Blutfliegenschwärme flogen unsicher umher und waren scheinbar auf Beutesuche; möglich das sie hier bereits die herrschende Art bildeten. Die Neugierde ob es hier auch Sumpfhaie gab keimte in dem Templer auf, und seine Hoffnung Ruinen zu finden wuchs ebenso stetig an. Nach einigem Gewandere waren sie weit in den Sumpf eingedrungen und hatten eine nur sehr geringe Sichtweite, Nebel lag um sie herum. Bevor er sich den Kopf zu sehr zermarterte gab er Rango die Aufgabe sich einige Blutfliegen zu suchen um an ihnen seine Macht zu bessern. Zwecks dessen zeigte er ihm einige neue Handgriffe und schickte ihn dann los; er würde ein Auge auf ihn haben.
|
| 19.06.2003 16:44 | #161 |
| Todesfürst |
Langsam kamen die Drei an die Spitze der Stadt un konnten von hier aus gut das Hafenviertel überblicken. Langsam schauten sie sich die Umgebung an und sahen dann endlich die Burg. Prix schaute sich kurz um und machte sich dann auf an die Wache zu treten. Die anderen beiden warteten etwas abseits und schauten nur durch die Gegend. Dann kam er nach einem kurzen Gespräch wieder zurück und sagte den beiden.
Wartet hier auf mich, ich komme so schnell wie möglich wieder zurück.
Dann verschwand er hinter den dicken Burgmauern und ließ die beiden da stehen. Nun hatten sie wohl Zeit sich umzuschauen und schlenderten etwas in der Stadt herum. Als sie auf einen großen Platz kamen sahen sie schon von weiten eine große Menge Menschen und Marktstände. Sie gingen hin um sich davon zu überzeugen und mussten dann feststellen, dass heute tatsächlich Markt war und endlich sahen sie auch einige Menschen, nicht nur einzelne Gestalten. Scheinbar herrschte ein reges Treiben und es wurde gekauft und verkauft wie auf einen großen Markt eben. Sie schauten sich die Stände an, konnten aber keine alzu großen Stände erkennen. Was wollte Prix hier? Doch nicht seine Felle und sonstige Jagdutensilien verkaufen, nein, wahrscheinlich eher sein Fleisch. Dann gingen sie wieder zurück um rechtzeitig da zu sein, um Prix von der Neigung zu erzählen.
|
| 19.06.2003 16:52 | #162 |
| Rango |
...der Sumpf stank wie eine ungewaschene Alte Frau, und Angroth wollte auch noch das Rango darein gehen und Blutfliegen jagen sollte. "Oh man is das eklich, und wie das riecht... das Pyramiedental riecht aber nich so stark noch...äähm...irgenwas"
Angroth hatte ihm kurz davor noch schnell ein paar Griffe und Schläge beigebracht, die der Novize auch gleich ausprobieren wollte. Doch als er sich einer Blutfliege näherte, merkte er das dies ein stärkerer Gegner war als die Scavenger im Wald es gewesen waren. Er wurde zu erst einmal gestochen, aber als er dann die gelernte Kampfstellung einnahm und anfing sein können unter beweis zu stellen, ging es anfangs wie von zauberhand und die Blutfliege war nicht mehr.
Rango war von sich selbst erstaund, denn bis vor ein paar Tagen, wäre er durch den Angriff soll eines Vieches getötet wurden. Als jedoch zwei Fliegen auf einmal auf ihn zu kamen, wählte Rango aus dem Bauch heraus den Rückzug.Er versuchte danach nur noch Fliegen anzugreifen die etwas ausserhalb ihrer Gruppe waren. Eine konnte er sogar mit nur zwei Schlägen seines Groben Schwertes niederstrecken, da diese ihn nicht hatte kommen sehen...
|
| 19.06.2003 18:07 | #163 |
| manmouse |
Im Schutz der Höhle .....
Als der Wanderer die Auge öffnete, blickte er in das Gesicht von Lehna. War er schon bei Beliar? Hatte Tannenberg ihn endlich erlöst? Esteron spürte keine Schmerzen mehr, sein Geist war noch immer leicht verschwommen. Und es war niemals Lehna die da vor ihm hockte. Er war nicht bei Lehna, er musste noch bei der Inquisition sein. Es konnte unmöglich Lehna sein.“ Nein, lass mich in Ruhe. Ich habe die Wahrheit gesagt. Du bist nicht Lehna. Du bist nicht real. Lass mich.“
Esteron wollte zurückweichen, langsam gab sein Körper unter den Anstrengungen nach. Keuchend sackte er in sich zusammen, fiel dabei unsanft auf seine geschienten Arme und schrie vor Schmerzen auf.
Tränen stiegen dem jungen Mann in die Augen, Lehna verschwamm vor seinen Augen zu einem unerkennbarem Schemen.
“ Ich werde euch nichts mehr sagen. Tötet mich wenn ihr wollt.“
Kalter Schweiß setzte sich auf die Stirn von Esteron. Sein Körper begann zu zittern. Der junge Mann geriet immer mehr in Rage. Pure Angst und Verzweiflung stand ihm ins Gesicht geschrieben.
“ Tötet mich endlich. Ich bitte euch, erlöst mich endlich. Ich kann nicht mehr.“Esteron schloss die Augen und wartete auf den erlösenden Schnitt durch seine Kehle. Er war schon einmal tot. Es war die Erlösung, er war frei.“ Bitte .....“ wimmerte er.
“ Erlöst mich endlich“
Dann verlor Esteron endlich wieder das Bewusstsein. Er war wieder frei. Zumindest für einen kurzen Moment.
|
| 19.06.2003 18:17 | #164 |
| Todesfürst |
Zurück in Gorthar
Die beiden kamen an der Burg an und warteten da jetzt seit ca. dreizig Minuten. Langsam wurde es ihnen echt langweilig und sie überlegten, ob sie nicht mal selber reingehen sollten, doch das hätten die grimmigen Wachen bestimmt verhindert.
Jetzt endlich sahen sie eine Gestalt die aus einer Gasse kam und zielstrebig auf das Tor ging. Das Gesicht konnten sie nicht erkennen, den die Gestalt hatte mehrere Beutel über seinen Armen. Doch es war Prix, er trat durch das Tor und legte das Zeug kurz ab.
"So, da bin ich wieder. Und alles klar soweit?"
"Klar, weißt du was wir erfahren haben?"
"Nein."
"Heute scheint doch Markt zu sein, zumindest ist Leben auf dem Platz und Leute bieten Waren an."
"Na dann sollten wir uns ranhalten, lasst uns die Waren holen, hier jeder darf einen Beutel schleppen."
"Was hast du denn alles gekauft?"
"Na andie 600 Pfeile werden es schon sein. Dazu noch das Material für das Zelt.""War bestimmt teuer."
"Freundschaftspreis, hehehe, naja, ich hab ja noch was zum verkaufen."
Die Gruppe nahm das Gepäck und machte sich auf zurück zum "Bluthund" zu gehen, als sie ins Hafenviertel kamen sahen sie jedoch gleich, dass es vor der Taverne eine Schlägerei gab. Die drei sprinteten schnell zur Taverne und legten ihr Gepäck ab. Zuerst wollten sie sich nicht einmischen, sondern gingen zuerst zum Wirt. Sie fanden ihn da, wo der Fürst ihn vermutete. Hinterm Tresen! Ängstlich zitternd hockte er da.
"Was ist hier los?"
"Oh man, wenn ihr wüsstet, ich habe euren Rat befolgt und die Gäste wieder eingelassen. Dann füllte sich die Taverne mit einigen Seeleuten die sich einen gönnen wollten. Naja scheinbar hatte niemand im Trubel bemerkt, dass sich auch Diebe eingeschlichen hatten. Irgendwie kam es dann zu einer Schlägerei und dann sind die einfach mit euren Beutel abgehauen."
"Woher wisst ihr das?"
"Ich habs gesehen."
"Das darf doch nicht wahr sein und wo sind die hin?"
"Keine Ahnung zumindest raus aus meiner Taverne."
"Waren es zwei Leute?"
"Ja genau zwei."
"Danke, ich glaube ich weiß wer es wahr. Habt ihr ne Truhe?""Ja"
"Dann packt das Zeug hier da rein, wehe es ist in ein paar Stunden weg.""Na gut, was habt ihr nun vor?"
"Wir holen uns das zurück was uns gehört."
Die drei legten ihre Beutel ab und Prix füllte noch einmal seinen Köcher auf. Danach verlißen sie die Kneipe, doch Ra bekam am Ausgang einen Fisch an den Kopf.
"Na warte der kann was erleben."
"Nein Ra, lass gut sein, wir haben doch keine Zeit."
"Grrrr, na gut dann los."
Sie machten sich auf wieder zum Hafen zu gehen und überlegten dann, wohin sie gehen konnten. Gorthar war groß und die Banditen konnten überall sein, suchen war sinnlos, auch wenn alle drei den selben Gedanken hatten, dass mussten die zwei von gestern gewesen sein, irgendwie hatten sie mitgekriegt, dass sie in den "Bluthund" gegangen waren und hatten dann nur noch abgewartet. Doch sie zu finden war genau so schwierig wie die Nadel im Heuhaufen, Gorthar war nicht Khorinis und selbst da war es schwer. Sie überlegten wie sie es angehen könnten und Ra hatte dann eine Idee.
"Wenn wir Banditen finden wollen müssen wir doch nur Banditen finden.""Hähhh, was soll das denn heißen?"
"Na, wenn wir irgendwelche Banditen finden, finden wir vielleicht auch unsere Banditen, so verschieden sind die ja nicht,"
"Hey das ist genial."
"Vielleicht sollten wir es erstmal mit Befragungen der Leute probieren. Vielleicht weiß einer der Seemänner was?"
"Das ist auch ne gute Idee, also was zuerst?"
"Befragungen liegen näher oder?"
"Ok, dann schnappen wir uns zwei von den Kerlen da drüben, also wieder zurück."
Die Drei stiefelten zurück und schauten sich kurz nach dem erstbesten zwei Seemännern rum, die sich da die Köpfe einschlugen.
|
| 19.06.2003 19:25 | #165 |
| Lehna |
"E - E - Esteron... I - Ich bin... es doch..."
Geschockt starrte sie den jungen Wanderer an. Seine Worte waren für sie schlimmer als alles, was sie durchgemacht hatte während seiner Abwesenheit, ihr körperlicher Schmerz nichts dagegen, der Dämon in ihrem Geist völlig unwichtig.Du bist nicht Lehna. Du bist nicht real. Lass mich.
"Esteron, ich bin doch... real... Esteron! Nein..."
Tränen liefen ihre Wangen hinunter, das konnte doch nicht sein! Er wollte... dass sie wegging...
Verzweifelt versuchte sie sich von ihren Fesseln zu befreien, ohne Erfolg. Leon hatte gute Arbeit geleistet. Sie schluchzte verzweifelt, Esteron konnte doch nicht wollen dass sie wegging!
"Esteron, warum?"
Sie musste irgendwie zu ihm. Koste es was es wolle, sie musste zu ihm. Sie wand sich in ihrem 'Sack', stemmte sich mit aller Kraft die sie noch aufbieten konnte gegen die Fesseln. Aber es hatte keinen Sinn. Irgendwann blieb sie völlig erschöpft liegen, wimmerte verzweifelt und sah mit tränenverschleierten Augen zu Esteron. Hatte er sie wirklich von sich gestoßen?
"Nein... nein, nein, nein.... Esteron..."
Ihre Worte gingen in einem unkontrollierten Schluchzen unter, ihr Körper bebte, sie rollte sich so weit es ging zusammen und weinte. Esteron... Er konnte sie doch nicht einfach so verstoßen? Warum nur? WARUM?
Sie hasste diese Frage. Die Frage nach dem Warum...
|
| 19.06.2003 19:52 | #166 |
| Todesfürst |
Vor der Taverne
"Und welchen nehmen wir?"
"Ich nehm den da hinten und du und Ra nehmen den am Eingang ok?""Ok dann los"
Die drei machten sich auf die zwei Seemänner zu besorgen und stießen dabei auf mehr Probleme als sie dachten. Ra und der Fürst machten sich auf ihre Zielperson erstmal milde anzusprechen doch der raue Seebär hatte gar kein Intresse daran zu reden, stattdessen wollte er sich lieber weiter prügeln. Gerade als er sich wieder umdrehen wollte bekam er einen Schlag gegens Kinn und fiel mit seiner gesamten Wucht gegen den Fürsten, der dabei das Gleichgewicht verlor und hinfiel. Der wuchtige Mann benutzt ihn einfach als Polster für seinen Sturz und hatte nichts anderes als ein Danke fürs auffangen zu sagen. Jetzt mussten sie wohl doch durchgreifen, wie schade. Gerade stand der Mann wieder und war bereit zum neuen Angriff, da gab der Gildenlose Ra den Befehl zuzuschlagen. Der Bandit verpasste dem Seebären einen Schlag ans Kinn, doch der schien nur zu zucken. Er war wohl verwirrt, warum die dürre Gestalt ihn angrief und wollte ihm gerade einen Kinnhaken verpassen, da fiel er unsanft zu Boden. Irgendwer hatte wohl sein Bein stehen lassen, was für ein Pech aber auch. Als er mit dem Kinn voraus auf den Boden krachte blieb er zeitweise liegen und war benommen. Die beiden nutzten das aus und setzten sich ganz ungeniert auf den Mann, so dass er keine Chance hatte mehr aufzustehen.
"Na, noch was zu sagen?"
"Lasst mich los ihr Schweine, runter von mir."
"Was sagte der Mann? Schaut auf eure Beine, munter wie nie?""Nein er sagte: Ich liebe alle Weine, sind besser als Bier.""Verdammt runter von mir oder ich mach euch fertig."
"Also Kumple hör zu. Ich glaube du bist nicht in der Lage irgendwelche Forderungen zu stellen, also halt die Klappe. Wir wollen nur ein paar Informationen sonst nichts."
"Und was wollt ihr?"
"Na also geht doch. Also, wisst ihr, wer die Schlägerei angefangen hat?""Ja, da waren zwei Kerle, die haben gesagt Freibier für alle. Und als das Bier dann kam und sie sich weigerten zu zahlen, gabs ne Schlägerei, aber da waren noch ein paar von denen, den sonst hätten wir die schnell platt gemacht.""Und wo sind die hin?"
"Keine Ahnung, mitten im Kampfgewühl abgehauen schätz ich."
"Hm, na schön, das wars, viel Spaß noch bei der Schlägerei.""Geht endlich von mir runter..."
Die beiden stiegen runter und ließen den Seemann aufstehen. Leicht säuerlich warf er den beiden noch ein paar tötliche Blicke zu und sprang dann wieder in die Schlägerei die noch immer tobte.
Prix erging es nicht besser. Als er auf seine Zielperson sah, fragte er erstmal höflich, ob der Mann bereit wäre zu reden. Der beachtete ihn aber nichtmal. Selbst als Prix anfing ihn anzuschrien drehte er sich nichtmal um, nur sein Kampfpartner konnte sich seiner Aufmerksamkeit sicher schätzen. Also blieb ihm nichts anderes übrig. Er ging zu dem Partner und klopfte ihm sanft auf die Schulter. Als der sich dann umdrehte, bekam er zuerst die Faust von dem Seemann ins Gesicht und danach die von Prix. Ziemlich angeknockt fiel er zu Boden.
"So und jetzt zu uns."
"Jawohl, jetzt gehts mit uns weiter. Gleich liegst du auch da.""Ähm da liegt ein Missverständnis vor ich wollte eigentlich nur fragen, ob.....knack....
Der Seemann ließ ihn nicht ausreden, sondern antwortete nur mit einem Schlag in den Magen. Prix ging kurz die Luft aus, aber den zweten Schlag wich er aus und stellte sich dann auf die Beine zurück. Jetzt war Prix wütend und das war schlecht. Für den Seemann. Sein nächster Faustschlag wurde geblockt und als Konter gab es einen Schlag auf die Nase. Dass die zu bluten anfing war Nebensache, denn als Parade gabs noch einen Kinnkacken im Fallen. Als der Seemann jetzt ordentlich gebeutelt war, nahm Prix ihn am Kragen und stellte ihn wieder auf die Beine.
"So, jetzt reichts. Entweder ich krieg jetzt ein ganz klein bißchen Aufmerksamkeit oder wir setzten das ganze fort."
"Ähm...ja dann mal los, was gibts denn?"
"Ich will Antworten auf meine Fragen, und zwar etwas plötzlich. Also ich will wissen wer meine Felle geklaut hat?"
"Woher soll ich das denn wissen? Felle was für Felle?"
"Ok mir reichts...."
"Ok ok ich sags ja. Da waren zwei Typen die sind mit mehreren Beuteln rausgelaufen, waren das die Felle?"
"´Wir kommen der Sache schon näher und jetzt die Frage der Fragen, wo sind die hin?"
"Sie sind Richtung Hafen gelaufen und dann in das zweite Haus vom Pier aus.""Wunderbar, du kannst doch richtig gut aufpassen, so und jetztt noch viel Spaß hier."
Prix ließ den Seemann zurück und ging mit einem Grinsen auf den Rest zu, der mittlerweile ja auch schon fertig war.
|
| 19.06.2003 20:06 | #167 |
| Krieger-BP |
in der höhle beim verletzten esteron, der besessenen lehna und den schlafenden andere
Krieger hatte vor der Höhle wache gehalten und einen Stängel geraucht, doch das Geschluchze von innen war kaum auszuhalten.
„Verflucht, wer heult den hier rum?!“, polterte Krieger in tiefen Tönen.Sein Kopf streckte sich ins Innere und sah das Lehnabündel am Boden umherwackel.„Verdammt, wenn das Esteron sieht!“, fluchte er weiter und befreite das Mädchen, hielt sie jedoch fest, da sie sich sogleich auf Esteron stürzen wollte.„Grutzifix, wenn du dich auf ihn schmeißt krepiert er dir weg, also beherrsch dich!“, mahnte er sie. Plötzlich nuschelte Esteron irgendwelche Worte wie „tötet mich“ und so weiter.
„Ja hallejulia, bist du noch bei Trost?“, plärrte Krieger. Irgendwie ging ihm das hier alles auf die Nerven.
„Krötenkacke, die drei da drüben pennen ja noch!“, fluchte Krieger schon wieder. Mit Lehna im Arm, schlich er in gebückter Haltung zu Satura, Leon und Gardiff und rüttelte jeden an.
„Blaseninhalt ausleeren, zähne putzen und dann aber abi! Kann ja nich sein, das ihr um die Zeit noch schlaft, beim Schläfer!“
Krieger schritt wieder zurück zu Esteron, der weiterhin komisch fantasierte. „Ochsenkacke, du brauchst dringend einen Arzt! Ich denke wir müssen nach Gothar zurück!“
Krieger wandte sich zu den sich waschenden Personen hin,
„könnt ihr eine Trage bauen? Wäre vielleicht ganz praktisch für Esteron. Lehna hier kann man ja wieder auf die Schultern packen. Ist ja nicht viel dran an dem Mädchen!“
Müde Augen betrachteten den Templer. Was wohl grade in ihnen vorging?
|
| 19.06.2003 20:36 | #168 |
| Angroth |
Rango war ein aufmerksamer und schnell lernender Schüler, er hatte rasch begriffen was Angroth von ihm verlangte. Keine Momente nachdem er angefangen hatte zu kämpfen waren auch schon die ersten Fliegen geschlagen, sanken in den Sumpf und entschwanden den Blicken beider Diener des Schläfers. Intensiv beobachtete der Templer den Novizen, verschränkte die Arme nach Templervorsatz vor dem Brustansatz und beobachtete die Züge des Schwertes seines Schülers mit Wohlwollen.
Das Schwirren der Fliegen versiebte langsam und immer mehr Stille kehrte ein, nur Grillengezirpe und Froschgequake vernahm man zusehends, auch das platschen der Blasen wurde aus ihm nicht nachvollziehbaren Gründen stärker. Er beendete nach einem fragenden Blick seitens des Fischers die Übungen und sie trafen sich auf einem festeren Stück des Sumpfbodens. Eine kurze Kritik übte er an dem Schüler, fliehen war nie die beste Lösung so versprach er Rango, Ehre würde ihn schützen und der Schläfer würde ihm beistehen, och nicht wenn er fliehe. Rango nickte und die Übungen galten für heute als beendet, sie wollten sich noch etwas im Sumpf umsehen. Durch die dicke Nebelsuppe, die mehr den Eindruck machte als gehöre sie direkt zu dem Moor das gierig an ihren Füßen leckte denn als ein Teil des Himmels zu sein, wanderten sie etwas ziellos umher bis sie doch tatsächlich auf eine aus dem Boden ragende Ruine trafen. Es war eine steinerne Wand die recht zerbröckelt in die Luft stieß ohne sonderlich die gehörigkeit zur Erde zu zeigen, denn Dach und Boden waren nicht erkennbar, nur ein ehemaliger Fenstereinschnitt schien wie ein solches zu der alten Zeit zu deuten ...Doch als sie sich näherten um einen Blick darauf zu werfen da ertönte ein schriller Schrei! Erschreckt drehten sie sich beide herum, suchten nach der Quelle, zogen ihre Schwerter. Wieder ertönte ein Schrei; ein Vogel floh hastig aus dem Geäst eines Baumes in die Sicherheit der Ferne - wenn sie könnten hätten sie es wohl auch getan. Unsicher sahen sie sich um, die Schreie verfielfachten sich und kamen aus beinahe allen Richtungen. Angroth flüsterte zu Rango: "Dämonen, bleib ganz ruhig dann schaffen wir das. Der Schläfer ist bei uns, glaube an den Schläfer!" Dann stellten sie sich Rücken an Rücken, erwarteten den plötzlich aufgetauchten Feind. In dem Templer kamen Gedanken auf es hinge mit der Ruine zusammen, es war sicher der Ort der die alten Geister erzürnt hatte. Und dann war es soweit, aus den Nebeln schälten sich dunkle Gestalten von Zombies, ihre Augen leuchteten in einem roten Schein und ihre Münder waren zu Mäulern mit riesigen Fängen mutiert, ein Geschenk ihres Meisters. Dann erschienen einige Dämonen, schwer mit ihren Flügeln schlagend näherten sie sich, der Nebel wich ihnen als wenn sie die schwärze ihrer Unnatürlichkeit nicht aushalten könnten. Stöhnend und kreischend kamen die Untoten näher, die Dämonen dichtauf; Die Brüder sahen sich umzingelt und hoffnungslos in der Unterzahl. Angroth besann sich in der Not auf sein Horn, setzte es an den Mund und stieß mit aller Macht hinein bis der dumpfe Ton anrollte und mit gewaltiger Stärke durch den Sumpf hallte, sicher auch weit darüber hinaus. Das Röhren widerholte er ein weiteres Mal dann ließ er davon ab um sich für den Kampf zu stählen, er hatte die Ehre seines Clans und die Rache für seine Familie im Kopf, wischte sie aber fort um zum Schläfer zu beten. Murmelnd stand er da, beinahe vergaß er den Novizen hinter sich und erwartete den Kampf.
|
| 19.06.2003 20:37 | #169 |
| Satura |
Auf dem Weg von der kleinen Höhle nach Gorthar City
Satura erwachte - Krieger weckte sie nicht gerade sanft. Sie war geschlaucht von den letzten Tagen, und dementsprechend fühlte sie sich auch. Es musste kurz nach Mittag sein, dem Stand der Sonne nach zu urteilen.
Murrend erhob sie sich, und blieb wie angewurzelt stehen, als sie sah, dass Krieger Lehna befreit hatte. "Sag mal - bist du lebensmüde?? Lehna - sie ist nicht Herrin ihrer Sinne, sie ist besessen!" Kopfschüttelnd ging Satura zu der Kleinen und nahm ihr ihre Waffen ab. "Wenn schon, dann nimm ihr doch die weg..."
Satura sah noch einmal nach Esterons Verletzungen - sie stimmte Krieger zu, dass sie nach Gorthar müssten. Aber was der junge Wanderer brauchte, war kein Mediziner, sondern ein Wunder...
Leon und Gardiff hatten bald aus einem Umhang und einigen langen Ästen eine einfache Trage gebastelt, die es ihnen erleichtern würde, den schwer verletzten Esteron zu transportieren.
Krieger erzählte ihr, dass Esteron inzwischen aufgewacht war, und teils unverstandändliche Worte gestammelt hatte. "Wenigstens war er wach..." dachte Satura. Sie legte Esteron einige Blätter einer schmerzstillenden Heilwurzel unter die Zunge, bevor sie und Krieger ihn auf die Trage hievten. Nachdem Satura die beiden Wasserschläuche an einem kleinen Bächlein in der Nähe nachgefüllt hatte, zogen sie los.
"Wenn wir erstmal in Gorthar sind," sagte sie zu Krieger, "werden wir auch einen Weg finden, Lehna zu heilen. Denn so ist sie eine Gefahr für uns alle." Sie hielt kurz inne und sah dem Templer eindringlich in die Augen. "Bist du sicher, dass du sie nicht fesseln willst?"
|
| 19.06.2003 21:01 | #170 |
| Lehna |
Lehna versuchte sich aus Kriegers Umklammerung zu winden und zu Esteron zu gelangen, aber es war genauso sinnlos wie der Versuch, die Fesseln zu lösen. So blieb ihr nichts anderes übrig, als zuzusehen, wie der Templer die anderen Weckte, ohne sie dabei zu Esteron zu lassen. Verdammt, hatte er darum gebeten dass sie nicht mehr zu ihm kommen sollte? Wollte er sie loswerden...?Kraftlos ließ sich sie hängen, nur Krieger sorgte dafür dass sie nicht auf den Boden der Höhle plumpste, und wimmerte leise vor sich hin. Wenn Esteron sie loswerden wollte... sie konnte nicht mehr ohne ihn leben...
Die anderen machten sich fertig, bauten eine Trage für Esteron, nach kurzer Zeit zogen sie weiter. Noch immer wurde Lehna von Krieger festgehalten , trottete willenlos mit ihm mit.
Besessen...
Und alleine...
Lehna hob den Kopf ein Stück, als Satrura Krieger vorschlug, sie wieder zu fesseln. Besessen. Nicht mehr Herrin ihrer Sinne.
Sie sah die Amazone verzweifelt an. Satura, die sie hatte beschützen wollen. Satura, die von ihr verraten worden war...
"Es... es tut mir so leid... Ich wollte das nicht!"
Sie ließ den Kopf wieder kraftlos hängen.
"Was ist mit Esteron?", fragte sie leise und schluckte, um dann wieder Satura anzusehen.
"Warum wollte er dass ich weggehe?"
Ihre Stime war nicht viel mehr als ein Flüstern, ihr Blick hatte etwas fast schon flehendes an sich.
"Warum...?"
|
| 19.06.2003 21:03 | #171 |
| dunkle Diener |
in dem Sumpf, bei den beiden Sumpflern
Herabhängende Hautfetzen erhoben sich aus dem schleimig grünen Sumpf, zogen giftige Gase mit sich und legte sich schließlich zu einem missbildeten Körper zusammen. Langsam und träge kamen Andeutungen eines Kopfes und Gliedmaßen heraus, die sich schlürfen durch den Sumpf kämpften. Die Arme nach dem frischen Fleisch ausgestreckt, die zahnlosen Münder weit geöffnet und mit uralten Stimmbändern stöhnend.
Die Toten des Himmels, schrieb ihre Jahrzehntelange Qual heraus. Sie hatten Hunger! Und sie waren viele. Verdammt viele.
Vermummte Gestallten traten aus den Ruinen. Äonenalte Wächter, die Städte der Toten zu wahren, schritten stolz, über dem Sumpf schwebend auf die Fremden zu. Materielle Dinge waren keine Hindernisse für sie! Einfach hindurchschreitend beachteten sie die Untotenpest und die flatternden Dämonen gar nicht. Die Engel der Rache, des Todes, der Qual, sie alle fanden, dass hier jemand fehl am Platze seie.
Beisende Stimmen brannten sich in den Kopf der beiden Fremden, „FEMDE, SEHT IHR DAS BRÜDER; FREMDE! WOLLEN WIR SIE ZERQUETSCHEN; ZERMALMEN; IHNEN DIE HAUT ABREISEN?“
schallendes Gelächter ertönte. Hell und klar, abgrundtiefböse und tückisch. „JA; LASST UNS, LASST UNS!“ ertönte es wieder.
Plötzlich trat eine weitere Gestallt aus dem alten Tempel. „HALT! Unsere kleinen haben Hunger!“, sprach die unerkennliche Gestallt und streichelte einen der Zombies. „Überlasst sie ihnen!“ Wütendes Gekreische überflutete den Sumpf. Wie aus dem Nichts erschienen, verschwanden die dunklen Gestallten wieder.
Die Schar der Untoten schritt langsam auf die Anhänger der Sumpfbruderschaft zu. Der Tod rückte immer näher ...
|
| 19.06.2003 21:14 | #172 |
| Rango |
...die beiden Sumpfler waren umzingelt und Rango hatte den Tot, im wahrsten Sinne des Wortes, vor Augen. Angroth schien einen Ausweg zu sehen, und zog den Novizen an seinen Rücken.
Beliars Spielzeug kam immer näher um die treuen Diener des Schläfers in das Reich der Toten mitzunehmen.
Der Templer führte den ersten Schlag aus und versuchte die Untoten von ihnen abzuhalten.
Rango versuchte sich zu konzentrieren. Er vertraute seinem Lehrer und wusste das dieser das Richtige tun würde. Der Novize tat das was er gelernt hatte, und musste auch schon anfangen um sein Leben zu kämpfen...
|
| 19.06.2003 21:20 | #173 |
| Krieger-BP |
bei lehna, esteron, gardiff, satura und leon
Der Templer sah mitfühlend auf Lehna hinab. Er wäre auch gerne bei seiner Geliebten. Bei Vettel, konnte jedoch nicht! Trotzdem schluchzte er nicht, hielt sich wacker. In diesem Land durfte man keine Schwächen zeigen. Ganz und gar nicht!
„Lehna hör mir zu! Wenn du Esteron auch nur umarmst, brichst du ihm den Brustkorb. Dann hast du nicht mehr viel von ihm! Zu dem ist er mal wieder im Delirium! Er labert nur Mist, also nimm das um Himmelswillen nicht Ernst. Du kennst ihn doch. Du weißt doch, dass er dich liebt! Und du liebst ihn auch, also reis dich bitte ihm zuliebe zusammen! In Ordnung?“
Das Mädchen nickte nur schüchtern. Wieder einmal hatte Krieger gesprochen.
„Ach ja, und jeder ist mal besessen! Also gib dir nicht die Schuld.“ Ob dieser Satz aufmunternd wirkte? Krieger hoffte es, denn nun ließ er das Mädchen los. Man sollte sie schließlich langsam wieder wie einen Menschen behandeln.„bitte geh ganz ruhig neben mir her und mach keine Faxen!“, mahnte er sie noch.„Hier ein nimm einen Schluck Wasser!“
Die Reise ging weiter ...
|
| 19.06.2003 21:49 | #174 |
| Angroth |
Im Kampf um sein Leben beim Moor
Der Schläfer musste wütend sein, weil Angroth sich den fleischlichen Begierden hingegeben hatte, anders konnte er sich nicht erklären warum sie derart alleingelassen in einem fremden Sumpf ohne Hoffnung auf Hilfe umzingelt worden waren. Scheinbar war der Dämon aus der Ebene dabei ihn ein weiteres Mal zu prüfen, wie konnte das nur passieren? Wieso setzte er das Leben seiner Schüler aufs Spiel nur um seine eigenen Fehden zu begleichen? Es war mehr als unehrenhaft, aber er konnte es nicht ändern, und mit Scham stürzte er sich in den Kampf, immer noch Gebete an den Schläfer auf den Lippen. Rango stand nun alleine auf der kleinen Anhöhe als sein Meister sich losriss und in dem Moor um sich schlug, Feinde zurückwarf und immer ungestümer wurde, er verfiel langsam aber sicher in die heilige Raserei, vor der er auch Angst hatte. Das einzige an das er dachte war der Schläfer, seine Konzentration war am Höhepunkt und er sah seine Feinde gestochen scharf, versuchte ihre Bewegungen vorauszuahnen. Gewaltvoll schwang er den "Glaubenshüter" um seinen Körper, vollführte eine Drehung und fällte einige Untote Gestalten die stöhnend in das Moor sanken. Immer gefährlicher wurde die Situation für ihn und Rango, welcher sich weiter zurückgezogen hatte und von Angroth Deckung erhielt weil dieser immer mehr Aufmerksamkeit auf sich zog.
Warum die dunklen Gestalten abgezogen waren und warum die Dämonen ebenfalls nicht zu sehen waren konnte er nicht beurteilen, er hatte ohnehin keine Zeit zum denken, er musste sich konzentrieren. Er machte sich etwas Luft, schlug einen direkt frontal kommenden vermummten Mann mit einem Niederschlag zu Boden und schrie dann zu Rango herüber während er wild um sich schaute: "Das ist eine Nummer zu groß für dich! Flieh wenn du kannst, FLIEH!" dann wandte er sich wieder den Dämonen zu.
|
| 19.06.2003 22:00 | #175 |
| Lehna |
Lehna blieb kurz stehen und zögerte einen Moment. Ihr Blick huschte zwischen Krieger, Satura und Esteron hin und her. Schließlich folgte sie dem Templer langsam, nahm stumm nickend den Wasserschlauch entgegen und trank ein paar Schlucke.
Wahrscheinlich hatte Krieger ja recht, hoffendlich hatte er recht. Dennoch dröhnten Esterons Worte in ihrem Kopf wieder, wollten nicht aus ihren Gedanken weichen.
Geh weg.
Sie ließ den Kopf hängen und trottete schweigend neben Krieger und Satura her. Die Amazone warf ihr immer wieder besorgt - misstrauische Blicke zu. Lehna wusste, warum...
"Es ist im Moment... weg. Auf der Lauer.", meinte sie zögerlich, ein unsicheres Lächeln huschte kurz über ihr Gesicht, wirkte unter den geröteten Augen aber irgendwie fehl am Platz.
Nach einem längeren Marsch, bei dem nicht fiel geredet wurde, tauchte endlich die Silouette der Stadt am Horizont auf. Die Sonne versank bereits hinter den Luzkanzacken und tauchte die Szene in ein dunkles, oranges Licht. Die Stadt. Lehna seufzte leise. Sicher waren sie dort auch nicht...
|
| 19.06.2003 22:01 | #176 |
| Rango |
...Rango sollte fliehen? Nein das konnte er nicht! Er konnte seinen Bruder in diesem aussichtslosen Kampf nicht im Stich lassen. Wenn Angroth sterben sollte, dann sollte es auch Rangos schicksal sein.
"Nein!" schrie er zu Angroth hinüber "du selbst hast mir gelehrt, das der der Flieht, nicht unter der Schützenden Hand des Schläfers steht! Ich werde nich gehen!"
Der Novize rannte ohne nachzudenken, brüllend und mit schwingendem Schwert auf einen Untoten zu, der sich Angroth von hinten nähern wollte. Er schlug zu und ging in Kampfposition. Rango ließ den Untoten nicht an sich heran und zog sein Schwert von links nach rechts, bis er diesen Enthauptet hatte und sich wieder an Angroth's Rücken begab um an seiner Seite die Schlacht zu Schlagen...
|
| 19.06.2003 22:02 | #177 |
| Tomekk |
In der Stadt Gorthar, genauer Hafenbecken
Das Boot schwamm langsam in die Sicherheit des Hafenbeckens und erreichte nach kurzer Zeit eine Anlegstelle, wo Tomekk aus dem Boot sprang und dieses festband. Erst dann sah er sich die Stadt an, die überraschend groß war. Ja, wirklich. Größer als Khorinis und augenscheinlich auch reicher als diese. Wenn Gorthar jetzt noch näher am Sumpf gewesen wäre, hätte es ihm hier gefallen können.
Wo mußte er jetzt hin? Der Schatten lag immernoch auf seinen Gedanken und zeigte ihm eine Ebene, die scheinbar direkt ausserhalb der Stadt lag. Tomekk hätte sich zwar gerne noch etwas die Stadt angesehen, aber er hatte keine Zeit. Eiligen Schrittes verließ er die Stadt durch das Tor im Süden. Nun führte ihn der Schatten, der eigentlich nicht mehr als ein unbestimmtes Gefühl war, immer weiter in Richtung Südwesten.
Eine ganze Weile wanderte er so über die Ebenen von Gorthar, bis er einen Fluß erreichte, der nicht gerade flach zu sein schien. Was jetzt? Er sah den Fluß zu beiden Seiten hinab, doch eine Brücke war nicht zu sehen. Dann würde er halt suchen müßen.
|
| 19.06.2003 22:02 | #178 |
| Todesfürst |
Zurück in Gorthar
"Und was habt ihr erfahren?"
"Diese verdammten....haben ne Schlägerei angezettelt. Danach haben sie sich wohl aus dem Kampf geschlichen und haben sich deine Waren geschnappt. Aber scheinbar hatten sie Helfer. Sollen wie sie suchen?"
"Nein, das hätte keinen Sinn. Sonst noch was?"
"Nein sonst nichts, leider hat der Typ nicht gesehen, wo die Banditen hin sind. Und was gabs bei dir?"
"Ich weiß wo die Banditen angeblich hin sind."
"Und wo?"
"In das zweite Haus am Pier von hier aus. Siehst du, da vorne, man kann es also von hier sehen."
"Wir sollten noch mehrere Leute fragen, bis wir genug, wissen.""Nein, das hat keinen Sinn. Wir werden jetzt Prix Angaben folgen und zu dem Haus gehen."
"Also gut gehen wir"
Die Gruppe machte sich wieder auf von der Taverne in Richtung Hafenviertel zu wandern und kamen dann zu dem besagten Haus. Es wahr ein schönes Haus, es war rot angestrichen und hatte reichen Putz an der Außenhülle. Die Gruppe stand vor der Tür und sah sich um. Neben dem Handelschiff das angekommen war, einigen Fischern und ein paar Bettlern war niemand zu sehen. Sie waren also so gut wie ungestört. Der Fürst übernahm die Koordination, Prix und Ra merkten, dass es das beste war ihn reden zu lassen. Wenn es denn was zu reden gäbe. Beide platzierten sich an der Seite und warteten. Der Gildenlose klopfte sanft an die Tür. Nichts. Wieder klopfte er. Nichts. Beim dritten Mal klopfte er deutlich doller und schickte einen Gruß hinterher. Öffnet die Türen, sofort! Wieder nichts. Jetzt reichte es. Entweder hatte der Mann sie belogen, oder hinter der Tür hatte jemand was dagegen zu öffnen. Prix, Ra. Tür eintreten. Die zwei waren nicht zimperlich und so standen sie sobald vor der massiven Holztür und traten dagegen. Doch nichts passierte. Sie wiederholten die Aktion, doch wieder nichts. Die Tür musste verstärkt sein, sonst konnte er sich das nicht erklären.
"Und jetzt? Scheinbar kommen wir hier nicht rein."
"Wir kommen schon irgendwie rein, es ist nur die Frage was der Rest dazu sagt.""Fenster?"
"Nö, wir sollten uns das Haus mal näher ansehen. Irgendetwas stimmt hier nicht. Wer verrammelt schon die Tür, wenn er nicht da ist? Lasst uns mal die Hinterseite des Hauses ansehen.
Die Gruppe schaute sich um. An einer Seite grenzte das Haus ohne einen Hauch an ein anderes. Die Seite konnten sie vergessen. Doch auf der anderen Seite war ein schmaler Gang. Sie gingen durch das Gässlein und waren dann auf einem Hof angelangt. Dicke Mauern und eine weitere Häuserwand gaben keinen anderen Weg preis. Doch was war hier? Das Haus war hier zu Ende, doch es bot einen Vorsprung preis. Eine Art Luke, doch sie war verschlossen. Doch das konnte man ja ändern. Prix hatte verstanden und ein paar Sekunden später wurde das Schloss von seiner Klinge gespalten. Nun konnte man die beiden Holzhälften öffnen. Zum Vorschein kam eine Leiter, die in ein dunkles Etwas führte. Sie überlegten nicht lange und stiegen in das finstere Etwas hinab, auf das es die Felle wiederbringen würde.
|
| 19.06.2003 22:08 | #179 |
| dunkle Diener |
wieder im Sumpf
Mit spitzen Fingernägeln bewaffnete Pranken hieben auf den kleinen Sumpfmenschen ein, der sein Schwert in einem Halbkreis sausen ließ. Ein Tanz auf dünnem Eis gleichend, wirbelte der Templer mit seinem Schwert umher, ein Silberstreifen durchschnitt die Luft, durchtrennte Körperteile. Der erste Zombie fiel, der erste Stein in der Mauer fehlte, ein weiterer Zombie rückte an. Er war an der Reihe, Elend zu bringen oder zu werden. Was, das steht noch in den Sternen. Letztlich wurde es Zweites, denn ein Zombie ohne Kopf taugt nichts.
„Er kann nicht schlecht kämpfen!“, sprach die dunkle Person im Hintergrund, „doch wir sind mehr! Stillstand ist unserer Tod, doch dauernden Ansturm kann er nichts wiedersetzen. Also kämpft meine Kinder, kämpft!“ Ein nagelloser Finger erhob sich und sogleich schwirrten zwei Dämonen herbei, „seht ihr den Kleinen da hinten? ... Er gehört euch!“ Wie vom Blitz getroffen flogen die Kreaturen los.
|
| 19.06.2003 22:32 | #180 |
| Angroth |
"Nein!" schrie Angroth, als die Dämonen sich auf den Weg zu seinem Schüler machten; sie waren also doch nicht verschwunden, hatten nur gelauert. So gut es der Templer vermochte schlug er sich in Richtung Rango durch, doch so leicht wie er in die Masse gekommen war so schwer war es aus ihr herauszukommen. Dutzende von Händen rissen an ihm und hielten ihn zurück, er kam nur sehr langsam voran, es kostete zuviel Kraft. Er rief dem Novizen ein weiteres Mal zu er solle fliehen, der Schläfer könne ihnen nicht helfen weil er sie verlassen hatte, da war er sich sicher. Es tat ihm in der Seele weh das es seine Schuld war das nun auch Rango sterben musste für seine Fehler. Er ließ sich dazu verleiten seinen Emotionen freien Lauf zu lassen, er missachtete all seine Regeln und zahlte den Preis. Er sah noch ein letztes Mal zu Rango, dann senkte sich eine scharfe Klaue in seinen Rücken, heisser Schmerz durchfuhr ihn und er drehte sich zu dem Urheber um, schlug ihm rasch den Arm ab um nach einer weiteren Drehung die viele andere das (Un)leben kostete und stieß die Waffe in des Peinigers Brust. Ein letztes Fauchen und ein letzter Blick des Dämonen und er glitt sanft von der Klinge; verschwand im Moor. Ein weiterer Angriff fand sein Ziel und traf ihn am Arm, er schüttelte den Schmerz ab und griff wieder an, besiegte Feind um Feind, nur um sich neuen gegenüberzusehen. Ohnmächtig Rango oder sich selbst zu helfen setzte er ein letztes Mal sein Horn an und stieß hinein. Mächtig und Furchteinflößend hallte der Ton wider von den Bergen und ward zurückgeworfen als wolle der Fels ihm die Hilfe verwehren. Er ließ das Horn sinken und bereitete sich auf seinen Tod vor. Immer defensiver wurde sein Kampf, zu viele Dämonen musste er bereits fällen, sein Handgelenk war bereits taub vor Schmerz. Wieder ward er getroffen, Schmerz lief seinen Arm und Rücken hinauf, Blut lief sein Schwert hinab, sein Blut.
|
| 19.06.2003 22:32 | #181 |
| Satura |
"Na dann los!" Satura ging zielsicher auf die Tore der Stadt zu, deren altehrwürdige Mauern sich vor der kleinen Truppe aufbauten. Krieger blieb stehen und atmete tief durch. Die Amazone drehte sich zu ihm um. "Na? Was ist denn?" Doch der Templer schüttelte nur den Kopf und hüllte sich in seinen Umhang, den Kopf gesenkt.
Satura zuckte die Achseln und marschierte voran, Leon neben sich, und Lehna für einen kurzen Moment aus den Augen lassend.
"Haaaalt!" Die Wachen am Tor beobachteten den Trupp argwöhnisch. "Wer seid ihr, und was ist euer Begehr?"
"Dies sind Händler - " Satura deutete auf den recht einfach gekleideten Leon und auf Esteron, " und wir sind zu ihrem Schutze mitgekommen. Wir kommen aus der Bergarbeitersiedlung. Unterwegs wurden wir von Dämonen angegriffen" - Satura hoffte, dass die Wachen von der Problematik wussten - "und nun haben wir Verletzte. Dieser junge Mann hier ist sehr schwer verletzt - wir brauchen einen Heiler!"
"Diese Biester... wer hat Beliar nur gereizt? Ihr seid nicht die Ersten, die von Dämonen berichten. In letzter Zeit scheinen sie sich zu vermehren; sogar am Hafen soll schon einer gesehen worden sein. Kommt nur herein," die Wache bedeutete ihnen mit einer einladenden Geste einzutreten, "Hier werdet ihr Schutz finden. Gleich in der Nähe der Burg werdet ihr eine Kapelle finden, die Innos geweiht ist, fragt dort nach Glycolus, dem Heiler.""Ich danke Euch!" Satura nickte, und der kleine Trupp betrat das nächtliche Gorthar.
|
| 19.06.2003 22:53 | #182 |
| Tomekk |
Tomekk hatte endlich eine Fuhrt gefunden und den Fluß überquert. Nasse Füße mochte er zwar nicht, aber er spürte, dass das zweitrangig war. Schnell nahm er wieder die alte Richtung auf und ging weiter. Plötzlich wurde die Stille der Ebene durch das laute Dröhnen eines Hornes unterbrochen. Das Geräusch kam aus der Richtung, in die Tomekk ging. Da war jemand in Not, schoß es ihm durch den Kopt, und er begann zu rennen.
Da vorne mußte es sein. Da war ein... ein Sumpf! Welch Wink des Schicksals! Kurz darauf erkannte er auch die Masse an Untoten, die zwei Menschen am beharcken war. Wenn der Schläfer gnädig war, würden die beiden den Kampf überleben, wenn er ihnen half. Er rannte weiter auf die untoten Horden zu und sah eine Bewegung in den Augenwinkeln. Als er sich umsah, hatte sich ein Sumpfhai bedrohlich vor ihm aufgebaut und fauchte drohend. "Du kommst mir genau richtig", sagte der Baal und wirkte den Zauber.
Schon schwang sich Tomekk auf den Rücken des Tieres und ließ es auf die Gegnerhorden zuhalten. Ob schon mal jemand vor ihm auf einem Sumpfhai "gesurft" hatte? Der Sumpfhai brach durch die gegnerischen Reihen, als wären sie nicht existent. "Bring mich zu den beiden!", schrie Tomekk und der Sumpfhai fauchte bestätigend. Sie kamen den beiden immer näher, aber gleichzeitig versuchen bereits die ersten Untoten, auf den Rücken des Sumpfhais zu klettern. "Mach schneller!"
Endlich erreichten sie einen der beiden Kämpfer, welcher von zwei Dämonen gleichzeitig angegriffen wurde. Der Sumpfhai hielt an und Tomekk lösste den Zauber auf, wodurch der Sumpfhai sofort begann, sich gegen die Untoten zu wehren, die ihre Klauen in sein Fleisch bohrten. Einer der Gegner hatte es inzwischen geschafft, auf den Rücken des Tieres zu klettern. "Ich hasse es, wenn ihr mir so nah kommt", flüsterte Tomekk und streckte die Hand aus. Der Untote wurde von der Wucht der Windfaust voll erfasst, flog einige Meter nach hinten und blieb regungslos am Boden liegen.
Endlich sprang Tomekk vom Rücken des Tieres hinab und verpasste dem ersten der beiden Dämonen eine Pyrokinese, die sich gewaschen hatte. "Wollen wir doch mal sehen, ob wir hier nicht wieder lebend rauskommen."
|
| 19.06.2003 23:13 | #183 |
| Waldläufer |
Eine abgerissene Gruppe Kranker in Gorthar Stadt ...
Mit einem Nicken verabschiedete sich Gardiff von den Torwachen. Die Kerle taten ihm irgendwie Leid. Es war sicher nicht das Schönste hier in der Nacht Wache zu stehen noch dazu in diesen Zeiten wo sich nun die Dämonen in Gruppen draußen rumtrieben und Angst und Schrecken unter der hiesigen Bevölkerung säten.Dumpf verklangen die Schritte der Gruppe in den engen verwinkelten Gassen der nächtlichen Stadt. Still lagen die Häuser, so gut wie alle Fenster waren trostlos schwarz und nur ein verschwindend geringer Anteil strahlte noch im Schein eines Kronleuchters oder eines Kerzenständers.
Nur noch wenige Menschen waren zu dieser späten Stunde noch unterwegs. Die meisten Leute, welche der Gruppe begegneten waren von der Stadtgarde. Männer unterschiedlichen Alters, manche jung und nicht viel älter als Krieger. Andere wiederum doch schon von grauer Haarpracht welche im klaren Mondlicht silbern schimmerte wie ihre Speerspitzen und die blankpolierten Rüstungen.Gardiff trug noch immer mit die Trage auf welcher Esteron lag. Der zustand des Freundes schien sich nicht wirklich verbessert zuhaben seit dem sie ihn gerettet hatten. Auch wenn Satura alles in ihrer Macht stehende für den Wanderer getan hatte und dafür war Gardiff ihr mehr als dankbar. Äußerst vorsichtig trug er die Trage, versuchte so gleich mäßig wie möglich und vor allem ruhig zu laufen um nicht durch ruckeln Esteron mit Schmerzen zu quälen.
Nach einer Weile erreichte die Gruppe die von der Stadtwache beschriebene Kapelle und der Waldstreicher setzte die Trage davor ab. Hier würde Esteron bestimmt Heilung bekommen , zumindest machte das Gebäude einen einladenden und freundlichen Eindruck, welcher von der Flut von warmen Kerzenschein aus den Fenstern verstärkt wurde.
Gedanken verloren starrte der Vagabund in das herausscheinende Licht des Gotteshauses. Einiges war schief gelaufen und der Auftrag die Inquisition zu beschatten war jämmerlich in die Hose gegangen. Dennoch war der Barde dezent erleichtert da sie jetzt in der Stadt waren und hier würde die Inquisition sie nicht so leicht ergreifen können ......
|
| 19.06.2003 23:18 | #184 |
| Rango |
...Rango musste ständig weiter zurückweichen und die Entfernung zu Angroth wurde immer größer. Er konnte nicht mehr standhalten und musste sein Schwert schützend vor sich halten um den Tot wenigstens noch kurz von ihm abzuhalten.Als der Novize seinen Blick wieder erhob, erschrak er da nun zwei Dämonen auf ohn zu schwebten und er von Untoten komplet umstellt worden war. Er war verloren und war kurz davor aufzugeben und sich dem Schmerz des Todes hinzugeben.Doch in genau diesem moment mischten sich die Karten neu. Ein Dämon wurde vernichtet und einige Untote einfach vom Wind fortgetragen. Rango konnte es nun sehen. Ein Sumpfler war gekommen, um ihnen zu helfen.
Der Novize faste neuen Mut und ließ sein Schwert wieder schwingen, genau so wie es ihm Angroth im Amazonenlager vorgemacht hatte. Doch es schien für Rango trotzdem der Sumpfler erschienen war immer noch aussichtslos. Er konnte Angroth nicht mehr sehen und war schon wieder von Beliars Schwergen umzingelt."Schläfer... warum tust du uns das an?" schrie er mit heiserer Stimme in den Sumpfigen Nebel hinein.
Er bekam noch einmal die Chance sich von den Untoten zu lösen und sich hinter einer Mauer der Ruinen in Schutz zu begeben.
Seine beiden Brüder Kämpften immernoch mit vollem einsatz und mut. Rango konnte zwar nur den, der neu zu ihnen gestoßen war sehen, aber er hörte Angroth's Kampfgeschrei, als er sich auf einen Mauervorsprung stellte.Doch als für ihn die Gefahr vorerst gebannt war, und er über die Mauer schielen wollte, riß ihn der Dämon wieder nach unten und schlug einmal kräftig auf ihn ein. Rango konnte sich schmerzgeplagt nur krümmen und schrie um hilfe. Aber die beiden anderen hatten genug probleme, und deshalb nahm Rango all seine Kraft zusammen, guckte in die Augen des Sumpflers der zu ihm gestoßen war und rammte dem Dämon sein Grobes Schwert von unten in den Leib, so das es an der Seite wieder austrat. Der Dämon hielt inne und hörte auf sich zu bewegen. Der Novize hächelte und hustete Blut, aber er ließ das Schwert, das in dem Ungetüm steckte nicht los und rammte diesem noch seine Sichel in den Körper aufdas das Böse zu Boden glitt...
|
| 19.06.2003 23:36 | #185 |
| dunkle Diener |
Die schwarze Gestallt trat wieder aus den Ruinen hervor.
„Wer bei Beliar ist das schon wieder?“, donnerte seine Stimme durch den Sumpf. Ein Druckwelle an Luft brachte das Wasser zum scheppern und es entstanden Wellen, die die Zombies zum stürzen brachten. Nun konnten sie sich unten am Boden, im Schutze des Sumpfes voranrobben und bösartig von allen Seiten angreifen. Arm umschlungen die Fußgelenke der Sumpfbrüder.
„Es reichte mir! Brüder kommt herbei!“, schrie die dunkle Person, noch viel verheerender. Sofort materialisierten sich weitere sieben Gestallten, bösartige Zischlaute von sich gebend.
„Nehmt eure Tiere mit und plättet diese respektlosen Menschen! Ich will ihre Köpfe schmoren sehen!“
Wie befohlen schwebten die sieben Gestallten los, hinter ihnen, eine Reihe von fliegenden Dämonen, krokodilartigen Bestien und Fliegen, Stechfliegen. Ein paar Schritte vor den Drei Sumpflern blieben die Sieben stehen und schickten ihre Monster in den Kampf.
|
| 19.06.2003 23:57 | #186 |
| Todesfürst |
In dem Schacht
Die Gruppe kletterte an der Leiter hinunter. Stockfinster war es und sie konnten nur ein wabberndes Dunkel erkennen, in der Luft lag Staub und es kribbelte in den Nasen der Leute. Sie versuchten sich heran zu tasten und kamen dann zu einem Schacht. Der Schacht war gerade so breit, dass ein Mensch hindurch passte. Hinter dem Schacht wurde es heller und bald waren die Drei in einem Raum, indem einige Fakeln aufgestellt waren. Ihr waberndes Licht erhellte den Raum und bot eine ungefähre Sicht von dem was sie sahen. Als alles aus dem Schacht raus waren sahen sie sich einzeln um. Auf einmal began Prix laut aufzuschreien.
Hey seht mal, das ist einer meiner Klauen."
"Was? Was für Klauen?"
"Na hier, die hab ich da auf dem Boden gefunden. Eine Khaganklaue. Ich glaube nicht, dass die NICHT von mir stammt."
"Wenn du Recht hast, sollten wir versuchen vorsichtiger zu sein. Denn dann befinden wir uns im Versteck der Bande. Also Ruhe."
Die Drei beruhigten sich wieder und suchten weiter. Dann fiel der Blick des Fürsten nach oben. Eine Luke war in der Wand angebracht und schien einen Weg nach oben frei zu geben. Er machte die anderen auf seine Entdeckung aufmerksam und öffnete die Luke dann. Mit einem Quietschen öffnete sich das eisenbeschlagene Ding und gab den Weg zu einem weiteren Wegstück frei. Die Gruppe hiefte sich nach oben und schaute sich dann um. Sie waren in einem Haus, dass war sicher und als sie dann die verbarrikadierte Tür sah war ihnen alles klar. Sie waren in dem Haus, in das sie eben noch vergeblich versucht hatten reinzukommen. Jetzt hieß es sich umsehen. Wieder schwirrten sie aus, doch sie hatten keine Zeit sich umzusehen. Denn sie bemerkten, dass sich jemand näherte. Schritte ertönten, die Treppe knirschte und man konnte erahnen, dass gleich jemand hinunterkam. Aber es waren mehrere Schritte, also mehrere Personen. Jetzt mussten sie schnell handeln. Der Fürst gab als Anweisung, dass Prix sich hinter einer Kiste verstecken sollte und Ra sollte genau unter der Treppe warten. Schnell aber leise huschten beide an ihre Orte, er selber blieb einfach in der Mitte des Raumes stehen, den Blick auf die Treppe gerichtet. Aus den Schritten wurden Schatten, aus den Schatten wurden Gestalten und aus den Gestalten wurden Menschen. Scheinbar nahmen sie keine Wahrnehmung von ihm, zumindest zogen sie nicht ihre Waffen. Es waren 4 Personen die da die Treppe hinunter kamen, zwei zu viel für seinen Geschmack. Der Fürst konnte Ra sehen und er sah ihn, aber die Männer nahmen ihn nicht wahr. Die Männer trugen braune Kutten und ihr Gesicht war verhüllt. Die Typen wirkten irgendwie unheimlich. Das waren doch nicht die Typen von gestern. Die Typen machten keine Anstalten zu reden, im Gegenteil sie saugten die Stille in sich auf. Irgendetwas stimmte hier ganz und gar nicht, aber sie hatten doch die Klaue gefunden. Nach Minuten des Schweigens trat einer der Vermummten einen Schritt vor und sprach mit einer dunklen, fast kaum mehr hörbaren Stimme zu ihm.
"Was treibt euch hier her?"
"Normalerweise rede ich nicht mit Leuten, die ihr Antlitz verbergen. Nehm eure Kapuze ab oder ihr werdet keine Antworten erhalten."
"Hahahaha, wie ihr wollt. Nur wird euch das nichts nutzen."
Der Mann nahm seine Kapuze ab und zum Vorschein kam ein altes Gesicht, es war faltig und matt. Der Mann schien blaue Augen zu haben, doch genau konnte er das nicht erkennnen. Er hatte graues Haar, das noch spröde auf seinem Kopf wuchs. Doch mehr konnte man nicht von ihm erkennen.
"Nun, was treibt euch hier her?"
"Ich suche etwas oder jemand."
"Vielleicht kann ich euch behilflich sein?"
"Nun, das könnt ihr sogar. Sagt mir, besitzt ihr zufällig Khagankrallen?""Möglich, wieso intressiert euch das?"
"Meine Sache."
"Ich verstehe."
"Kommen wir endlich zur Sache."
"Wie ihr wollt"
"Wer seid ihr, was treibt ihr hier und warum ist der Eingang versperrt?""Wer wir sind tut nichts zur Sache, genausowenig was wir treiben. Die Tür ist verrammelt, damit keiner reinkommt. Logisch nicht wahr?"
"Ihr weicht mir aus mein Herr und ich hasse so etwas. Was habt ihr zu verbergen, dass ihr euer Heim verrammeln müsst?"
"Experimente. Wichtige Experimente."
"Und was für Experimente?"
"Nichts, was für eure Ohren bestimmt wäre."
"Dann habt ihr sicherlich nichts dagegen, dass ich gehe."
"Doch. Wir können nicht zulassen, dass ihr geht."
"Oh ihr enttäuscht mich. Ich glaube nicht, dass ihr etwas dagegen habt. Spielt ihr immer mit offenen Karten?"
Mit einem Wink tauchten die beiden Schatten auf. Während Ra aus der Deckung kam und sich an einen der anderen Vermummten anschlich, nur um ihm keine Zehntelsekunde später einen Dolch an den Hals zu halten, schnellte Prix hervor und zielte auf einen der Männer.
"Nun ich würde sagen, wir beginnen unser Gespräch noch einmal von vorn.""Ich habe mich wohl in euch getäuscht, ihr seid nicht so dumm. Doch auch ihr werdet scheitern."
"Nun, es tut mir leid das Gespräch hier beenden zu müssen. Bei euch kommt nichts konstruktives mehr dabei raus. Ich möchte mich noch an die Herren da hinten wenden. Denkt nichtmal dran eure Waffen zu ziehen. Wäre schlecht für euch. Und nun legt eure Waffen ab. Na los, oder soll euer Freund hier sterben?
Er deutete damit auf den Mann, den Ra in seiner Hand hielt. Doch scheinbar zeigten sie keine Regung. Es war ein Spiel, ein Spiel, dass er nicht verlieren wollte. Als es keine Regungen gab, machte er den ersten Schritt. Er sprintete auf die Treppe und schritt hinauf. Scheinbar löste das die Spannung, denn der alte Mann versuchte ihn aufzuhalten und schritt hinterher. Doch es war zu spät, sie konnten ihn nicht aufhalten. Im oberen Stock befanden sich lauter komische Lichter, Alchemietische standen herrum und seltsame Gefäße standen in Regalen. Köpfe von Tieren und Monstern lagen auf Tischen, Sezierwerkzeuge, Messer und so Zeugs lag überall herum. Was zum...bei Beliar, was war das? Der alte Mann war mittlerweile hinter ihm und wusste, dass es zu spät war. Er hatte es entdeckt, alles entdeckt.
"Ihr habt es also geschafft. Unser Geheimnis gelüftet."
"Aber damit ist das Spiel noch nicht vorbei stimmts?"
"Ja noch nicht vorbei...."
"Was macht ihr hier?"
"Wir........züchten Dinge, brauen Tränke, beschäftigen uns mit dem Okulten. Dinge, die man nur im geheimen tun kann."
"Ich verstehe. Doch ich mache euch einen Vorschlag. Lasst uns gehen und ihr werdet nicht verraten. Wir wollen nur was uns gehört."
"Wieso kann ich euch glauben, dass ihr nicht zur Stadtwache geht. Oder zu der vertriebenen Inquisition. Und was meint ihr gehört euch?"
"Ihr habt mein Wort und mit Sachen mein ich unsere Felle, Krallen und so weiter."
"Euer Wort, ich kenne euch nichtmal. Das Zeug brauchen wir, was wollt ihr damit?"
"Wir wollen Gold, es verkaufen versteht ihr. Und wenn ihr mein Wort nicht nehmt, dann wird das hier ein Blutbad und das wisst ihr. Vielleicht sterben wir, aber ihr werdet es auch tun und euer Bund wird sterben."
"Nun gut, sind 500 Gold für das Zeug in Ordnung?"
"Für das Zeug? Ihr beliebt zu scherzen. Allein die Felle und das Fleisch sind zu wertvoll."
"Was für Fleisch und was für Felle? Wir haben nur die Krallen und Zähne und die Utensilien von anderen Viechern gekauft."
"Und der Rest?"
"Haben wir nicht."
"Wer hat es euch verkauft?"
"Zwei Banditen. Sie boten die Ware vor unserem Haus an."
"Soso....na gut gebt uns das Gold und lasst uns gehen. Wir werden das ganze dann vergessen."
"Ich warne euch, wenn ihr uns verratet...."
Die beiden gingen wieder zurück und der Fürst machte sich dran den Tisch von der Tür wegzuschaffen. Als er fertig war öffnete er die Tür und gab Anweisung, dass der Rest ihm folge. Ra und Prix kamen schnell und verschwanden auch im Freien, wo es mittlerweile dunkel war. Hinter ihnen krachte die Tür zu und wurde wieder verrammelt und die beiden schauten ihn fragend an.
|
| 19.06.2003 23:58 | #187 |
| Angroth |
Die Dämonen bekamen Verstärkung, und nicht zu knapp. Die Armee an Monstren war zu zahlreich, zu viele Dämonen erschienen, auch das Erscheinen des Baal aus dem nichts weckte nur zaghaft den Glauben in des Templers Geist. Der Kampf wurde härter, aber Angroth war zufrieden, denn Rango schien sicher bei dem Heiligen des Schläfers. Hatte er ihn also doch nicht verlassen, er hatte ihn nur geprüft. Die Prüfung näherte sich seinem Ende, er konnte nicht mehr lange, er resignierte in Angesicht des Feindes. Aber er gab nicht auf, nur hatte er sich aufgegeben. Die Übermacht war zu groß, er wurde von Mücken gestochen, der Schmerz in seinen Gliedern wurde unerträglich und er verlor immer mehr Blut. Doch er musste leben, sein Clan war nicht gerächt und die Ruchká würden sterben wenn er es würde; ihr Name konnte nicht gerettet werden vor der Vergessenheit. Reserven die einem Menschen nur im Wissen um seinen Tod zur Verfügung stehen aktivierten sich nun in ihm und er rappelte sich auf, er hatte Hilfe bekommen, der Schläfer war bei ihm - warum also zweifelte er? Seine Kraft wuchs, sein Glaube ermöglichte die schützende Hand seines Herrn und er schlug schmerzunterdrückend in die vorrückenden Mengen, missachtete ebenso die zahlreichen Stiche auf seinem Körper und die immer neu gerissenen Wunden durch die eisigen Klauen. "Für den Schläfer! Erwache!" schrie er in die Nacht. Seine Klinge war blutgefärbt, sie blitzte nicht in dem wenigen Mondlicht das zu ihnen drang, der Nebel hielt sie gefangen. Er war von seinen Brüdern abgeschnitten und umkreist, sollte er sterben! Sollte er sterben und in das Reich des Schläfers einkehren! Er würde den Namen Ruchká unsterblich machen! Heute Nacht! Heute Nacht!
|
| 20.06.2003 00:03 | #188 |
| Krieger-BP |
in der Kapelle der Stadt Gothar
Kriegers Arme fielen gleich ab. „Los Gardiff, ich kann gleich nicht mehr! Ich glaube Esteron wird immer fetter!“
Mittlerweile als Eilpost fungierend, rasten die beiden Freunde so schnell wie möglich in die Kapelle. Niemand war zu sehen, nur der lange und hohe Saal, in dem ein paar kümmerliche Holzbänke fristeten, und vorne ein kleiner Altar, um den tausende von kleinen Kerzen standen, die im verursachten Wind flackerten. Esterons Trage wurde auf dem Altar abgelegt. In dem Licht hatte der vom Schicksal gebeutelte Mann irgendetwas heiliges an sich. Das schmerzerfüllte Gesicht wirkte so anklagend, auf die Welt, auf die Götter, auf die Menschen. Ein einfacher Mann, dessen Ziel die Liebe ist, wird verfolgt, bestraft, gefoltert, ausgenutzt und geschändet. Die Liebe war wohl wirklich das Einzige was ihm blieb.
En Seufzer entrann Kriegers Lippen. Esteron sein Freund hatte das alles nicht verdient!
Auch Lehna betrat nun die Kapelle. Doch sie schien nicht normal zu sein! Irgendetwas regte sich in ihr. Ihre Augen funkelten immer mehr, je näher sie dem Altar kam und dem darüber hängenden Grutzifix! Zu beiden Seiten des Altars säumten mannshohe Innosstatuen das äußere, gaben allem den heiligen Segen des Gottes. „Innos, pah, wer glaubt schon an Innos!“, stieß Krieger hervor und zündete sich einen Traumruf an. Ob rauchen in den heiligen Städten verboten war? Egal, war ja nur Innos!
Hinter einer Säule trat plötzlich ein alter glatzköpfiger Mann hervor. Eine rote Robe hing lang an seinem schlafen Körper hinab. Tiefe Falten hingen von seinem Gesicht gen Boden und zeugten vom hohen Alter des Mannes. Die Stirn ähnelte einem Waschbrett. Sie wurde wohl jahrelanger ununterbrochener Belastung ausgesetzt und dies alles nur für Innos.
„Was musste ich da grade hören?“, brachte ein Greisenstimme, s zerbrechlich wirkend wie dessen Körper, hervor. Dunkle Augenhöhlen ließen kaum auf den Gemütszustand des Mannes schließen. Erschrocken heilt Krieger den Stängel hinter dem Rücken und hustete „Nichts“, während er versuchte den Rauch im Mund zu behalten. Grünlich wäre wohl der beste Ausdruck für seinen Kopf.Mit flehenden Blicken sah er die Amazone an...
|
| 20.06.2003 00:21 | #189 |
| Tomekk |
Tomekk sah, wie der Dämon sich auf den Novizen stürzte, dann aber verstummte. Der Novize schien in Sicherheit zu sein, denn der Dämon kam nicht mehr hervor, war also tot. Gut, dann sollte er sich jetzt besser zu dem anderen Mann durchschlagen, der konnte sicher hilfe gebrauchen. Tomekk verschaffte sich mit einigen WIndfäusten etwas Luft und sprang dann wieder auf den Rücken des Sumpfhaies, über welchen er sofort die Kontrolle übernahm.
"Bring mich zu dem anderen Kämpfer", sagte Tomekk, und das Tier setzte sich sofort in Bewegung. Wieder brach es einfach so durch die Gegnermassen und schleuderte die Untoten beiseite. Als sie den Kämpfer fast erreicht hatten, sah Tomekk, dass es Angroth war. "Was macht der den hier?", murmelte er und erschrak, als er die sieben Wesen sah, die wie Vorboten der Hölle auf ihn wirkten. Tomekk sprang vom Rücken des Sumpfhais und ließ diesen noch mitten unter die sieben Wesen laufen, bevor er die Kontrolle aufhob. "Das wird sie etwas beschäftigen und uns Zeit verschaffen", meinte er, während er den nächsten Untoten per Pyrokinese röstete.
|
| 20.06.2003 00:27 | #190 |
| Todesfürst |
Vor dem Haus...
"Was ist, was hast du da oben gemacht?"
"Ich habe mit dem Alten geredet. Ach ja, also die Typen die uns beklaut haben, haben ihre Ware hier angeboten wurden aber nur die Klauen und Zähne und das Zeug los. Da ich keine Lust auf langes feilschen hatte, hab ich 500 Gold als Ausgleich genommen. Ich hoffe, das ist ok für dich Prix..."
"Ja, das sind sogar hundert mehr als ausgerechnet."
"....gut, den Rest haben sie noch und der Typ hatte keine Ahnung wo sie hin sind."
"Und was waren das für Spinner?"
"Ach nur ein paar Mönche die sich dem Glauben verschworen haben. Nichts ernstes."
"Na schön dann haben wir ein neues Problem, aber darum kümmern wir uns morgen, lasst uns zum "Bluthund" zuückkehren und den Tag beenden."
"Einverstanden."
"Ja ich bin auch hundemüde."
Die Gruppe lief die kurze Strecke hinauf und kam dann zu der Taverne. Die Schlägerei hatte nun endlich aufgehört und die meisten waren gegangen. Die wenigen die noch da waren, saßen da und tranken ihr Bier und unterhielten sich. Die Gruppe ging zum Wirt und erzählte ihm etwas von einem anstrengenden Tag und das sie auf ihre Zimmer gehen würden. Das tat der Gildenlose dann auch und betrat sein Zimmer. Er schloss es hinter sich und legte dann, wie gewohnt, alles ab. Er entzündete ein kleines Kaminfeuerchen und legte sich dann mit seinen Dolchen ins Bett. Ohne große Umschweife fiel er ins Reich der Träume, er war total fertig.
|
| 20.06.2003 00:46 | #191 |
| Lehna |
Innos. Der Gott, für den Esteron leiden musste...
Die dämonische Existenz in ihr meldete sich wieder zu Wort, als Lehna die Kapelle betreten wollte. Sie zögerte kurz, warf einen kurzen Blick auf Satura, die hinter ihr stand und sie noch immer nicht aus den Augen ließ. Schließlich setzte sie ihren Fuß auf den marmornen Boden der Kapelle und trat langsam ins Halbdunkel des 'heiligen Bauwerks'. Die Wände wurden von glatten Säulen flankiert, lange Kerzen beleuchteten den Raum gerade so, dass man etwas erkennen konnte. Das schummrige Licht verlieh der Kapelle etwas fat schon majestätisches.Viel majestätischer sind die Bauwerke der Inquisiton. Und doch sind sie auf dem Blut tausender Unschuldiger errichtet worden. Für ein und den selben Gott. Innos...
Lenha rieb sich eher unbewusst mit der Hand die rechte Schläfe, als könnte sie ihren 'unsichtbaren Gefährten' damit zurückdrängen. Der Dämon allerdings machte es sich gerade erst gemütlich, zupfte ihre Gedanken auseinander und tat was er wollte. Sie war nicht einmal ansatzweise stark genug, ihn daran zu hindern...Unsicher näherte sie sich dem Altar, auf dem Esteron aufgebahrt worden war. Wenn der junge Wanderer nicht ab und zu ein wenig atmen würde, könnte man ihn glatt für tot halten.
Etwa einen Meter vor dem Altar blieb Lehna stehen, musterte ihren Geliebten eine Zeitlang. Sein Gesicht war zerschlagen und verschwollen, seine notdürftig geschienten Hände wirkten wie anklagende Aushängeschilder.
ALLES FÜR INNOS!
Wut stieg in ihr auf, Wut und unbändiger Hass. Innos. Diese verfluchten Heuchler, die sich 'heilige Männer' nannten. Sie ballte die Hände zu Fäusten, ihre Fingernägel gruben sich schmerzhaft in ihre Handballen und auch ihre Schulter meldete sich wieder zu Wort, aber sie achtete nicht darauf. Die Prister... Sie predigten Wasser und tranken Wein, die Erde der Weinberge war getränkt mit dem Blut der Bauern. Sie zerstörten und verletzten, um im nächsten Augenblick wieder Hilfsbereitschaft zu heucheln...
"Innos, pah, wer glaubt schon an Innos!", hörte sie Krieger hinter sich. Viel zu viele taten das, viel zu viele. Innos war eine Lüge...
Je größer die Lüge, desto eher wird sie geglaubt., feixte der Dämon in ihrem Verstand. Sonderbar, irgendwie kam ihr diese innere Stimme nicht einmal mehr ungewohnt oder gar fremd vor...
Lehna trat an den Altar heran und strich Esteron behutsam mit der Hand über seine zerschlagene Wange.
"Was musste ich da gerade hören?"
Die Stimme eines alten Mannes. Wahrscheinlich irgen ein Kapellenheini.Ein Lügner.
Sie drehte sich langsam um, musterte den alten Mann kalt, der gerade Krieger böse anfunkelte. Der Templer sah flehend zu Lehna, sein Gesicht hatte irgendwie eine grünliche Färbung angenommen.
Lehnas Blick wanderte wieder zu dem Priester.
"Innos ist eine Lüge." mente sie knapp, ihr Tonfall hatte etwas verächtliches. Sofort ruckte derKopf des Alten herum, er fixierte nun sie statt Krieger mit seinen kleinen Augen. Der Templer ließ erleichtert eine Rauchwolke aus seinem Mund steigen und machte dass er aus der Kapelle kam.
"Wenn Innos keine Lüge wäre, wäre Esteron nicht in seinem Namen so zugerichtet worden.", redete Lehna weiter.
SOLL ER ES SPÜREN! SOLL ER ES SPÜÜÜÜÜÜREN! HAAAAHAHAHAHA!
"Soll er es spüren..."
Es waren noch Lehnas augen, aber es war nicht mehr ihr Blick. Sie waren kälter als das Eis des Gletschers, dämonische Mordlust funkelte in ihnen. Vermischt mit etwas unterschwelliger Verzweiflung, Hilflosigkeit...
"Spüre das Geschenk deines Gottes!", fauchte sie, der alte Mann wich verunsichert einen Schritt zurück. Lehna packte eine der schweren Innos - Statuen, fasste sie wie eine Keule und ging langsam auf den Priester zu."Spüre es, fühle es! Innos ist eine Lüge!"
Sie hob die Statue über ihren Kopf, im nächsten Augenblick wurde sie ihr aus der Hand gerissen. Sie wurde an den Armen gepackt, zurückgezogen und zu Boden gedrückt. Überrascht wandte sie den Kopf, sah in Saturas Gesicht. Lehnas gerötete Augen waren wieder nur noch ihre, sie leistete keinen Widerstand, während Satura sie festhielt.
Ihre Wut war verflogen, Hilflosigkeit und Verzweiflung hatten wieder ihren Platz eingenommen.
"Satura... Verzeih mir..."
|
| 20.06.2003 00:56 | #192 |
| Angroth |
Der gesandte seines Gottes stand neben Angroth, doch er vermochte ihn nicht zu erkennen, als er die Pyrokinese wirkte sah er aus wie eine leuchtende Figur in der Dunkelheit, sein Licht strahlte von den Händen und fegte seine Feinde mit der Macht des Schläfers fort. Der Blickwinkel des Templers verringerte sich, er umklammerte sein Schwert und schlug wieder zu; er war nicht mehr alleine. er glaubte bereits zu halluzinieren als er einen Sumpfhai vor sich aufbäumen sah und einen der dunklen Kerle in den Rachen schob.
Doch das minderte seine Qual nicht weiter, er hatte bereits eine Menge Wunden davongetragen, ihm war schwindelig und er war nicht sicher ob er die Nacht überleben würde. Blut floss weiterhin in dünnen Bächen an seinem Schwertarm hinab und auch der Rücken seiner Robe war schon schwer von dem Lebenssaft. Er stand weiterhin da und stieß zu, sein Schwert wurde aber immer träger und er vermochte dem Druck nicht mehr standzuhalten. Die Flut aus Dämonen zog ihn in das Moor und er konnte sich nicht wehren, das Schwert glitt aus seiner Hand und er war sicher es war das Ende. In einem letzten Akt zog er seinen Dolch und stieß damit auf die tauchenden Widersacher ein, mehrere Male konnte er sie auch fauchen vernehmen, Tränen und Geifer, Blut und Schweiss vermischten sich hier unten. Der Gedanke das auch sein Blut und Schweiss hier vorhanden war machte ihn wütend, doch er war zu schwach für eine ernsthafte Wehr. Die Luft ging ihm aus und er sah Sterne, ein kribbeln erfüllte seine Lunge, er sah seine Familie, seine Wölfin dann war da nur schwärze. Sein Körper entspannte sich, der Dolch sank in die Tiefe. Die Ruchká würden gerächt werden, irgendwann ....
|
| 20.06.2003 01:30 | #193 |
| Tomekk |
Plötzlich war er wieder allein. Wo war Angroth hin? Tomekk sah sich schnell um und sah, wie Angroth von den Gegnermassen davongeschoben wurde, tiefer in den Sumpf hinein und weiter vom Baal weg. Mist. "Angroth, halt durch!" Tomekk duckte sich und ließ den Sumpfhai gleichzeitig eine schnelle Drehung vollführen, wobei sein Hinterleib die Gegner in der Nähe davonfegte. Nun hatte Tomekk wieder etwas Platz und ließ die Kontrolle fahren.
Schnell rannte er los in die Richtung, in die Angroth verschwunden war. Mit der Windfaust hielt er sich den Weg frei von Untoten, die meinten, ihn aufhalten zu müßen. Unterwegs sammelte er noch eben Angroths Schwert auf, dass einfach im Schlamm steckte. Vielleicht würde er sich ja freuen, es zurück zu bekommen. Aber wo war er bloss hin? Da hing eine Hand aus dem Wasser. Tomekk griff nach ihr und zog Angroth aus dem Wasser. Er war bewußtlos. Na wunderbar. Ein tacktischer Rückzug schien jetzt genau das Richtige.
Kaum hatte Tomekk den Befehl gegeben, da war auch schon der Sumpfhai zur Stelle, welcher inzwischen aus zahllosen Wunden blutete. Der Baal schon Angroths bewußtlosen Körper auf den Rücken des Sumpfhais und kletterte dann selbst hoch. "Ok, jetzt weiter dort drüben zu der Wand!" Der Sumpfhai fauchte schwach und setzte sich in Bewegung. Am Ziel angekommen, sprang Tomekk ab und hob den bewußtlosen Novizen, der dort hinter der Mauer lag, auch noch auf den Sumpfhai. Eine Windfaust fegte einen Untoten, der sich gerade über Angroth hermachen wollte, vom Rücken des Tieres und weiter ging es.
Nun bewegte sich der Sumpfhai zielstrebig in Richtung Stadt weiter. Bald hatten sie den Rand des Sumpfes erreicht, wo einige Sumpfhaie in Ruhe zu schlafen schienen. Aber nicht mehr lange. Tomekk sprang kurz ab und übernahm die Kontrolle über den ersten von ihnen, welcher sofort aufwachte. "Greife unsere Verfolger an!" Der Sumpfhai setzte sich in Bewegung und war bald in einen Kampf mit einigen Untoten verwickelt. Genauso verfuhr Tomekk mit zwei weiteren Sumpfhaien. Gott sei Dank kämpften die Sumpfhaie auch ohne seine Kontrolle weiter, wenn sie einmal angegriffen wurden. Das würde ihre Verfolger eine ganze Weile beschäftigen.
Schnell sprang der Baal wieder auf den Rücken des Sumpfhaies und weiter ging es. Ohne größere Probleme erreichten sie den Fluß. Tomekk hob den Novizen und Angroth vom Rücken des Tieres. "Weiter kannst du uns nicht bringen. Geh wieder nach Hause" Der Sumpfhai wand sich um und verschwand bald aus seiner Sichtweite. Wie sollte er die beiden Sumpfbrüder jetzt nur in die Stadt bringen? Dann hatte er DIE Idee. Er richtete Rango auf und stützte diesen, indem er ihm einen Arm um die Schulter legte. Hoffentlich würde das gehen. Der Novize war verdammt schwer und er war bewußtlos, seine Füße würden also schleifen müßen.
Angroth hingegen hob der Baal per Telekinese in die Luft. Hoffentlich würde seine Kraft reichen, bis sie in der Stadt waren. Immerhin hatten sie genug Vorsprung. Und sie schafften es auch wirklich. Tomekk machte unterwegs drei Pausen, denn auch er war nicht ohne Verletzungen davongekommen. Ohne die Magie hätte er einen der beiden einfach zurücklassen müßen.
Endlich sah Tomekk die Stadtmauern durch den Nebel dringen. Die Wachen sahen zwar interessiert aus, als sie die beiden bewußtlosen sahen, machten aber keine Anstalten, zu helfen. "Nein, danke, ihr braucht mir nicht helfen. Die letzten hundert Meter schaff ich jetzt auch noch alleine", dachte sich Tomekk verbittert und setzte die beiden letzten Endes vor einem Gebäude ab, dass wie eine Art Kirche aussah. Wenn es eine war, mußte es hier doch auch Priester geben, und jeder Priester verstand etwas von der Heilkunst.
|
| 20.06.2003 01:36 | #194 |
| Satura |
Ohne besondere Anstrengung nahm die Amazone Lehna die Statue weg und rang sie zu Boden. Kopfschüttelnd sah sie in die so unschuldig dreinblickenden Augen Lehnas. "Ich wusste doch, wir hätten dich fesseln sollen." Ihre Stimme war seltsam kühl, und Leon sah sie prüfend von der Seite her an.
Der alte Priester beobachtete die Szene kopfschüttelnd, doch erleichtert. "Was ist also euer Begehr, dass ihr so spät stört und so einen Radau schlagt?" polterte er mit tiefer Stimme. Satura warf Lehna noch einen bösen Blick zu und übergab sie dann Gardiff. "Verehrter Glycolus, wir brauchen Eure Hilfe... Dieser jungen Mann hier" - sie deutete auf den auf dem Altar aufgebahrten Esteron - "benötigt Eure Heilkünste. Wir erbitten eure Hilfe." Und die Besessene könntet Ihr auch gleich heilen... dachte sie insgeheim. Das wollte sie aber lieber alleine mit ihm besprechen.
Der Priester nickte und schritt auf den Altar zu. Prüfend ließ er seine Blicke über den geschundenen Körper des jungen Wanderers gleiten, und minutenlang herrschte absolute Stille in dem kleinen Tempel. Dann hub er an zu sprechen. "Wer hat diesen Mann so zugerichtet?"
Keiner von ihnen sagte etwas, denn wenn sie logen, würde er es merken... Schließlich ergriff Satura das Wort. "Es waren Dämonen..." Es war die Wahrheit; die Inquisition war für sie nichts anderes als ein Haufen von Dämonen. Der Priester nickte gütig und meinte: "Gut, ich werde euren Freund heilen. Doch wird das nicht billig - bei diesen Verletzungen."
Satura schluckte - sie hatte kaum Gold bei sich - und auch die anderen nicht... "Verehrter Diener Innos, bitte lasst uns alleine sprechen. Es gäbe da noch etwas, das mir auf dem Herzen liegt!"
Glycolos warf ihr einen fragenden Blick zu, nickte dann jedoch. "So folgt mir denn, junge Kriegerin."
Der weißhaarige Priester führte sie in einen kleinen, quadratischen Raum und schloß die Tür.
"Nun," der Priester sah ihr in die Augen, "was ist Eure Frage?" Satura seufzte, und erzählte. Von Lehna, und ihrer Besessenheit, von der Dämonenklaue... und Glycolus hörte ihr mit wachsendem Erstaunen zu. Seine buschigen Augenbrauen zog er prüfend zusammen, doch er konnte nicht erkennen, dass sein junges Gegenüber nicht die Wahrheit sagen würde.
Er nickte verstehend. "Nun, die junge Dame wäre sicher ein interessantes..." Forschungsobjekt. Er konnte es sich gerade noch verkneifen, hielt inne und grinste unsicher - "nun, ein interessanter Fall. Trotzdem, dass kommt auf ein schönes Sümmchen - so ein Exorzismus ist keine ungefährliche Sache. Nun, 4000 Goldstücke würde ich sagen wären ein angemessener Lohn - für beide. Eure Freundin scheint es ja nicht schlecht erwischt zu haben." Seine Miene schien zu erstarren, löste sich aber sofort wieder in einem gnädigen Lächeln. Satura verfluchte Lehna innerlich - hätte sie sich eben nicht so aufgeführt, hätten sie vielleicht noch einen Mitleidsbonus bekommen, und es wäre nicht so teuer geworden - aber so wie sie, und auch Krieger, gegen Innos geschimpft hatten...
"Aber ich bin mir sicher," begann der Priester von Neuem mit einem seltsam singenden Unterton in der Stimme, "dass eine intelligente junge Frau wie ihr es seid, auch eine andere Lösung annehmen würde."
Igitt dachte Satura - der wollte doch nicht etwa....?? Pfui, der alte Faltenrock - nein danke!
Doch der Priester sprach lächelnd weiter: "Nun - ihr müsst natürlich absolute Verschwiegenheit bewahren." Satura nickte. "Ihr habt sicher von dem Gemetzel gehört, dass in der Burg stattgefunden hat - die Inquisition, unser einziger Schutz in dunklen Zeiten wie diesen, ist aus Gorthar vertrieben worden, und treiben sich nun irgendwo hier in den Wäldern herum. Nun, ich bin schon alt, und auf die Dämonen und das Getier habe ich nun wirklich keine Lust mehr. Ihr aber seid jung und kräftig - ich möchte, dass ihr die Inquisition ausfindig macht, und dass ihr Inquisitor Tannenberg diesen Brief von mir übergebt. Er träg mein Siegel, und ist von äusserster Wichtigkeit. Brecht das Siegel, und Tannenberg wird euch töten."
Bei den Worten des alten Mannes hatten sich Saturas Nackenhärchen aufgestellt. Verdammt, wenn sie die Hilfe des Priesters nicht so dringend brauchen würden... Ach was, sie würden den Brief einfach nicht überbringen. Basta."Überbringt den Brief nicht, und euer Freund wird sterben." hub der Priester von neuem an. "Ich heile ihn, und ich kann ihn auch töten. Mehr braucht Ihr nicht zu wissen - aber ich würde es an Eurer Stelle nicht wagen, meine Worte in Frage zu stellen."
Ein listiges Blitzen hatte sich in die Augen des Priesters geschlichen, und Satura nickte nur stumm. "Ich bin einverstanden." Das einzige, was zählte, war, dass Esteron nicht starb... Glycolus nickte. "Sehr gut. Dann kommt Morgen am Abend wieder, und holt eure Freunde ab. Dann werde ich Euch auch den Brief an Tannenberg übergeben."
Die Amazone schluckte, und ging gesenkten Kopfes hinaus in die Halle, wo Leon, Lehna und Gardiff warteten. "Lasst uns gehen, und uns eine Unterkunft für die Nacht suchen." Sie sah Lehna an. "Du bleibst hier."
Dann verabschiedete sie sich von dem Priester und die drei verließen den Tempel. Sie bekam gerade noch aus den Augenwinkeln mit, wie zwei jüngere Männer - Novizen? - Lehna mitnahmen.
Hoffentlich habe ich das richtige getan... dachte Satura schluckend. Sie würde den anderen nichts sagen, um sie nicht unnötig zu belasten.
|
| 20.06.2003 02:29 | #195 |
| Lehna |
Lehnas Blick war starr auf den Boden gerichtet, auf dem sie kniete. Sie zitterte ein wenig. Satura... Sie wagte es nicht, der Amazone hinterher zu sehen. Schon wieder hatte sie sie enttäuscht. Und konnte nichts dagegen tun... Der Dämon in ihr war einfach zu stark, konnte ihre Gedanken hinfortspülen wie das Regenwasser den Straßenschmutz und die Kontrolle über ihr Handeln übernehmen. Wenn er es wollte, könnte er sie wahrscheinlich ohne weiteres vollständig kontrollieren. Aber dafür machte es ihm viel zu viel Spaß sie zu quälen...
Dich quälen? Aber nein, ich will dir nur helfen dich zu befreien. Und ich könnte keineswegs einfach so die Kontrolle über dich an mich reißen. Noch nicht....„Ach, halt die Schnauze...“
Sie merkte gar nicht, wie sie es laut aussprach, aber zum Glück bekam es auch niemand mit. Kurze Zeit hockte sie noch auf dem kalten Marmorboden, warf ein paar traurige Blicke auf Esteron, bevor zwei junge Männer mit der Kleidung von Novizen der Kirche Innos’ sich vor ihr aufbauten. Einer bat sie höflich ihnen zu folgen, Lehna reagierte zuerst nicht sondern sah die beiden nur mit großen Augen an. Diese verständigten sich mit einem kurzen Kopfnicken, postieren sich neben dem Mädchen und packten Lehna an den Armen, um sie vorsichtig, aber bestimmt hochzuziehen. Sie leistete keinen Widerstand, es hätte ohnehin keinen Sinn gemacht...
Die Novizen führten sie in ein kleines, unscheinbares Haus etwas abseits der Kapelle. Einer der Beiden stieß die schwere, eisenbeschlagene Holztür auf. Eine Tür, die fast an die eines Gefängnisses erinnerte...
Lehna wurde hereingeführt, die Einrichtung bestand lediglich aus einem Bett – immerhin sah es recht bequem aus – einem kleinen Tisch mit einer mit Wasser gefüllten Kanne und einem Becher darauf, einer Kommode und einem Buchständer ohne Buch. Eine einzelne Kerze erhellte den Raum zusammen mit dem durch das schmale, vergitterte Fenster fallenden Mondlicht.
Einer der Novizen führte sie zum Bett und brachte sie mit sanftem Druck dazu sich auf selbiges zu setzen. Der junge Mann lächelte sie aufmunternd an, während sie ihm verunsichert in die Augen sah.
„Ihr solltet schlafen. Morgen kümmern wir uns um Euer... Problem.“Der Novize sah sie noch einen Augenblick an und verließ das Häuschen dann, vor der Tür wartete bereits sein Kollege auf ihn. Die Konstruktion aus Holz und Stahl fiel zu, ein schwerer Riegel wurde von außen vorgeschoben.Unsicher und etwas verängstigt durch die Gefängnisatmosphäre sah sich Lehna noch einmal in ihrem Zimmer um und wurde auch fündig. In der Ecke hing etwas an der Wand, das bisher hinter dem Buchständer verborgen gewesen war. Es sah aus wie...Zögernd erhob sich das Mädchen und tappte zur Ecke hinüber. Wollte sie wirklich wissen, was sich dort befand? Nun ja, jetzt war es zu spät noch darüber nachzudenken...
Ihre Vermutung wurde zur Gewissheit. Es handelte sich um eine schwere, in der Mauer verankerte Kette, an deren Ende sich ein großer Stahlring befand – ein Ring, der dazu bestimmt war, sich um den Hals eines Menschen zu schließen...Lehna fuhr sich kurz mit der Hand über ihr Gesicht und drehte sich dann um, ließ sich auf das Bett fallen. Wo war sie hier? In einem getarnten Kerker? Fast ohne es zu merken entledigte sie sich ihrer Stiefel und streckte sich auf dem weichen Bett aus, ihr Blick war leer zur Decke hoch gerichtet. Esteron... Wenn doch nur Esteron hier wäre...
|
| 20.06.2003 11:48 | #196 |
| Todesfürst |
In der Taverne....
Endlich erwachten der Fürst aus seinem Schlaf, es musste längst Mittag gewesen sein. Wie lange hatte er geschlafen? Ach unwichtig, jetzt musste er handlen. Schnell huschte er aus dem Bett und zog sich schnell seine Sachen an, dabei vergass er fast seine Dolche. Verdammt ich habs eilig, so ein Mist... Als er alles beisammen hatte, huschte er durch die Tür und schlug sie krachend zu. Wahrscheinlich hatte er niemanden geweckt, denn wer würde um diese Zeit schon noch schlafen. Er ging in den vorderern Tavernenbereicj, wo die anderen zwei beisammen saßen und gegenseitig an einer Pfeife qualmten. Na die hatten Nerven. Der Langschläfer ging zum Wirt und wollte nur noch aus Höflichkeit nach dem Rechten fragen, wobei er eine Überraschung erlebte.
"Na alles klar soweit? Gestern noch was aufregenden passiert, was wir wissen müssen?"
"Nein, nur ein paar neue Gäste von ausserhalb."
"Ausserhalb? Wie meint ihr das?"
"Na, nicht aus Gorthar eben, sowas erkenne ich doch mit einem Auge.""Hm, was waren denn das für Gäste?"
"Es waren vier. Ziemlich komische Gruppe, einer schlimmer als der andere.""Sag bloß? Waren zwei Frauen bei ihnen?"
"Nein, nicht das ich wüsste."
"Hm, dann sind sie es wohl doch nicht"
"Wenn hattet ihr denn gesucht?"
"Ach vergesst es. Prix, habt ihr eure Pfeile aufgefüllt?"
"Ja wieso?"
"Wir gehen dann ma."
"Wo wollt ihr denn hin?"
"Keine Sorge wir kommen wieder, aber bereitet euch auf etwas vor.""Was habt ihr vor?"
"Gepriesen seien die Unwissenden, und jetzt kommt endlich."
Die Gruppe packte eilig ihre Sachen und verschwand aus der Taverne. Als sie einige Meter entfernt waren, blieben sie stehen. Prix und Ra waren voller Fragen, warum er sie einfach aus der Taverne gescheucht hat aber er nahm ihnen die Fragen im Mund ab.
Also das war wohl ein Missverständniss, ich dachte da nur an ein paar bestimmte Personen, die die wir neulich beobachtete haben Prix, aber das hat sich wohl als Irrtum erwiesen. Wir sollten nicht mehr dran denken, sonst werd ich noch wahnsinnig. Aber haltet die Augen auf, wer weiß ob sie nicht doch hier sind, man weiß ja nie. Doch bis dahin kümmern wir uns erst mal um die Banditen. Also sie bieten ihre Hehlerware an. Das heißt es wäre gut, wenn wir uns hier im Hafenviertel mal ein bißchen umsehen würden. Aber denkt dran, Augen offen halten, wir sind nicht allein.
|
| 20.06.2003 13:48 | #197 |
| Arson |
In der Burg
"...und so gelang es mir schließlich, Rothenbergs Labor lebendigen Leibes zu verlassen."
Mit einem sanften Klirrgeräusch stellte Arson den kristallinen Weinkelch auf die dunkle Ebenholzplatte der langen Banketttafel, hob den Kopf und blickte lächeln in die erstaunten Gesichter der Speisegesellschaft, die sich an diesem Tage zu einem gemeinsamen Mittagsmahl an den in Hufeisenform aufgestellten Tischen versammelt hatte. Hauptsächlich ältere Herren und Damen, gekleidet in kostbare Seiden- und Brokatgewänder, geschmückt mit zahllosen Ringen, Ketten und Diademen. Der gorthanische Adel und die überlebenden Ratsherren mitsamt ihren Familien hatten die Ausführungen des blassen Paladins mit gespannter Aufmerksamkeit zugehört, an den entscheidenden Stellen erschrocken die Luft eingesogen oder erleichtert geseufzt, während ihre Augen in kindischer Faszination leuchteten, als handele es sich bei der Geschichte um ein abenteuerliches Märchen. Arson verachtete ihre Dekadenz, ließ sich jedoch nichts von seinen wahren Gedanken anmerken. Höflich erwiderte er das bewundernde Lächeln der Hofdamen, bedankte sich für die anerkennenden Kommentare der alten Ratsherren und zwinkerte den jungen Töchtern des Adels schelmisch zu. "Und der Drache ist wirklich tot?" Die füllige Gemahlin des eher zurückhaltenden Ratsherren Urtrom starrte den Paladin mit einem Ausdruck an, als überlege sie ernsthaft einfach aufzuspringen und dem blassen Krieger an den Hals zu fallen. "Ihr seid ja so tapfer Herr Arson."
-"Ich bin lediglich ein einfacher Diener des Lichts." Dankend neigte Arson sein Haupt, während er sich vorstellte wie es wohl wäre, Leid in den feisten Bauch der Dame zu rammen. Im Gegensatz zu seinem Hexenharnisch war das schwarze Schwert nicht im Gemach des Kämpfers zurückgeblieben sondern lehnte stumm und unheilverkündend neben Arsons Stuhl an der Kante des langen Tisches. Der Paladin hatte es nicht fertiggebracht, ohne die Klinge loszuziehen. Die kühle Gegenwart des kristallinen Sternenmaterials hatte eine beruhigende Wirkung auf den heiligen Streiter, half ihm dabei, seine Rolle weiterhin überzeugend zu spielen.
"Aber ohne die Hilfe Eurer Kameraden hättet ihr es nicht geschafft."Arson wandte den Kopf. Die nüchterne Feststellung kam vom Kopfende der Tafel, an dem sich General Telaron soeben zurücklehnte und ohne wirklichen Durst an seinem Weinkelch nippte.
"Da habt Ihr selbstverständlich Recht, Herr General. Ohne tapfere Begleiter ist auch der mächtigste Recke machtlos."
Arsons Lächeln war eine makellose Maske der Freundlichkeit, seine Stimme sanft und wohlartikuliert. Das Gespräch entwickelte sich vortrefflich."Und genau aus diesem Grund erbitte ich Eure Unterstützung bei meiner heiligen Mission. Der Dämon, der Utanyeat heimsucht, kann nicht von einzelnen Mannen, sondern nur von einem schlagkräftigen Trupp in die Knie gezwungen werden."Zustimmendes Nicken in den Reihen des Rates. Telaron starrte nachdenklich in sein Weinglas.
"Ich bin mir nicht sicher..."
-"Aber Herr General, Ihr seht doch dass dieser ehrenwerte Paladin lediglich das Wohl unseres Volkes im Sinn hat. Seine Forderung ist geradezu bescheiden, bedenkt man, wie viele Menschen wir dadurch retten können."
Urtroms Gemahlin zwinkerte Arson verschwörerisch zu. Der Paladin stach ihr in Gedanken die Augen aus, beließ es in der Realität aber bei einem dankenden Nicken.
"Nun gut." Telaron seufzte kaum hörbar, stellte seinen Kelch auf den Tisch und blickte den bleichen Krieger Innos' an. "Ihr bekommt die Soldaten. Ich hoffe, Ihr rechtfertigt das in Euch gesetzte Vertrauen. Wir hatten in den letzten Monaten genug Unannehmlichkeiten mit angeblichen Dienern des Lichts."Der General hatte keine Vorstellung davon, wie wenig Arson die Probleme der gorthanischen Bevölkerung kümmerten. Selbstverständlich hatte er von der gewaltsamen Entfernung der torinischen Inquisition gehört, stand dieser Tatsache jedoch gleichgültig gegenüber. Sollten sich die verschiedenen Gruppierung innerhalb des Herzogtums doch gegenseitig abschlachten, solange der Paladin dabei nicht in seinen Ambitionen gestört wurde, den abtrünnigen Sitha zu jagen, war es ihm einerlei.
"Ich bitte Euch, mich nicht mit diesen Personen zu vergleichen. Der königliche Orden der Paladine hat nicht das Geringste mit diesen Schlächtern gemein."-"Das hoffe ich." Scharrend wurde der schwere Holzstuhl nach hinten geschoben, als Telaron sich erhob um den Raum ohne weiteren Kommentar zu verlassen. Sekunden peinlich berührter Stille folgten, dann räusperte sich Dhalos, ein weiterer alteingesessener Ratsherr, dessen linkes Auge in einer Schlacht zu Jugendzeiten von einem Schwerthieb geblendet worden war.
"Bitte verzeiht das unwirsche Auftreten des Generals. Die jüngsten Kämpfe haben immer wieder Verluste unter seinen Männern gefordert, so dass er nur ungern weitere Soldaten auf eine so gefährliche Mission schickt. Seid versichert, dass der Rat Eure noblen Absichten erkannt hat und der Bitte nach Unterstützung nachkommt."
Arson nickte dem Herren zu, um sich dann in einer fließenden Bewegung zu erheben. Im Gegensatz zum General geschah dies bei ihm nahezu lautlos, lediglich der Stoff seines Seidenhemdes raschelte leise, als sich die Finger der rechten Hand um den Griff des schwarzen Schwertes schlangen.
"Ihr wollt uns schon verlassen?" Urtroms Frau blickte betrübt in die Runde."Ich muss, edle Frau, das Volk von Utanyeat braucht meine Hilfe. Ich darf nicht länger warten."
Irgendwo am anderen Ende des Tisches seufzte eine junge Dame. Arson konnte nicht verstehen, wie derlei geschwollenes Gerede beeindruckend wirken konnte, aber es schien wohl ganz offensichtlich zu funktionieren. Mit einer grazilen Verbeugung verabschiedete er sich von der Mahlgesellschaft, um den Speisesaal dann ohne Eile zu verlassen. Kaum war die Tür hinter ihm ins Schloss gefallen, als das schmallippige Lächeln auch schon von seinen Zügen fiel wie ein loser Schleier. Das blasse Antlitz verhärtete sich zu einer gleichgültigen Miene der Gelassenheit, die ruhigen Bewegungen wurden entschlossener. Zielstrebig marschierte der Paladin durch die Burg, erreichte schließlich Gästeflügel und trat an Einskaldirs Zimmertür heran. Als der Rimmersmann öffnete sah Arson, dass der Krieger bereits Rüstung und Waffengurt angelegt hatte. Auf Einskaldir war Verlass.
"Geht es los? Bekommen wir die Soldaten?"
Der Paladin nickte.
"Geh zum Hofmeister und sorge dafür, dass wir mit Proviant ausgestattet werden. Ich lege derweil meinen Panzer an."
-"Den Schwarzen?" Der hünenhafte Nordmann runzelte die Stirn."Welchen sonst?" Arsons Augenbrauen hoben sich in milder Frage."Naja ich dachte...ach, nicht so wichtig. Ich kümmere mich um unsere Verpflegung."
Ohne eine Antwort abzuwarten wandte Einskaldir sich ab und verließ den Gästeflügel. Das Scheppern seiner Rüstung hallte durch das steinerne Gewölbe. Arson selbst betrat nun sein eigenes Gemach, entledigte sich seiner Seidengewänder um anschließend an Nachtschatten heranzutreten. Prüfend musterte er den glänzenden Hexenharnisch. Er war nicht sonderlich darauf erpicht, die Rüstung anzulegen, doch wusste er, dass sie ihm gute Dienste in der bevorstehenden Schlacht leisten würde. Er würde jede Hilfe brauchen, die er bekommen konnte...
|
| 20.06.2003 14:32 | #198 |
| Todesfürst |
Irgendwo in Gorthar....
"Und was machen wir jetzt? Eigentlich haben wir keinen einzigen Anhaltspunkt, wenn wir ehrlich sind."
"Am besten wir teilen uns, jeder geht in eine andere Richtung und hält Ausschau nach den Typen."
"Nein, davon halte ich nichts, allein ist man ziemlich hilflos und so groß ist der Hafen nun auch nicht, wieso fragen wie nicht einen der Fischer, die hier rumhängen?"
"Gut dann machen wir das."
Die Drei gingen zum Pier und gingen auf einen Mann zu, der an seinen Netzten rumfuchtelte und dabei einzelne Fische abnahm zu. Der Mann schaute kurz auf und machte dann mit der Arbeit weiter.
"Was wollt ihr von mir? Vielleicht ein paar leckere Fische?""Vielleicht später, sagt mal, kennt ihr jemand, der sich für Hehlerware interessiert?"
"Hehlerware, hm. Wieso wollt ihr das wissen? Habt ihr etwas zu verkaufen?""Ja, wir hätten da einige Beuteware wenn ihr versteht."
"Hm, ich könnt euch was sagen, aber auch ich muss essen."
"Wieviel?"
"Oh ich sehe ihr versteht schnell. 10 Goldstücke sollten für reiche Männer genug sein."
Nachdem sie bezahlt hatten....
"Ok, habt Dank für eure Gabe."
"Hört mit dem Geschwafel auf, ihr wolltet uns was sagen oder hab ich mich da getäuscht?"
"Ähmm, nein, also gut, geht von hier aus die Straße 300 Meter hinauf. Dann kommt ihr zum Marktplatz. Von da aus biegt ihr in die Gasse, vor der ein Brunnen steht. Von da aus immer weiter. Wenn ihr zu einem Laden kommt, der sich Engri's Allerlei nennt, dann seit ihr da. Soweit ich weiß ist der dem einen oder anderen guten Geschäft nicht abgeneigt. Mehr kann ich euch nicht sagen."
Die Gruppe veraschiedete sich und heimlich ärgerte sich der Fürst über die Goldgier der Menschen, die einem nur für eine Information schon das ganze Gold aus der Tasche locken wollte. Alles Gauner, fluchte er leise und ging weiter. Die Gruppe ging nun zielstrebig den Informationen nach, sie wollten endlich an Prix Ware, denn sobald sie die hatten, konnten sie wieder raus aus der Stadt und zurück ins Lager.
|
| 20.06.2003 15:02 | #199 |
| Rango |
...Rango erwachte und spürte einen tiefen, stechenden Schmerz in seiner Brust, der sich bis zum Oberschenkel ausdehnte. Er war so stark das Rango weder Schreien noch Wimmern konnte, und desshalb versuchte der Novize sich nicht zu bewegen, sodass er den Schmerz nicht noch von selbst verstärken konnte.Als er die Augen langsam und etwas zögernt öffnete, immer mit der Angst, in ein Untotes Gesicht zu sehen, erblickte er eine Hausmauer und einige Leute die Ihn ansahen. "Wo, aah... wo bin...ich?...Angroth?...Angroth...?"Als er spürte wie eine warme Hand über seinen Rücken fuhr, tratt er wieder ab und wurde erneut Ohnmächtig, da die Schmerzen nicht aufhören wollten...
|
| 20.06.2003 16:03 | #200 |
| Lehna |
In der Kapelle des Innospriesters Glycolos...
Metall schabte hörbar an Metall, leise knarrend schwang die massive Tür auf. Ein leichter Windstoß begleitete den eintretenden Novizen ins Zimmer, zupfte an seiner Robe und seinem etwa schulterlangen schwarzen Haar. Lehna lag auf dem Bett und blinzelte den jungen Mann ohne reges Interesse an, er nickte ihr freundlich, ein aufmunterndes Lächeln umspielte seine Mundwinkel – doch es schien auf irgend eine Weise falsch zu sein. Aufgesetzt. Wie eine Maske.Wie Innos...
„Ich hoffe Ihr habt gut geschlafen?“, erkundigte sich der Novize. Obwohl sein Tonfall freundlich war, schien es ihn nicht wirklich zu interessieren. Er blieb in der Tür stehen, musterte Lehna prüfend und wartete.
„Ja, danke...“, antwortete sie, obwohl sie wusste, dass es den Novizen eigentlich nicht juckte. Der junge Mann hatte kurzzeitig etwas ungeduldiges, vielleicht genervtes in seinem Blick. Lehna setzte sich langsam auf, schlüpfte in ihre Stiefel und ging dann ein wenig unsicher zur Tür. Ihr Begleiter wartete, bis sie draußen war, und verschloss das kleine Häuschen dann wieder, bevor er ihr mit einer knappen Handbewegung gebot, ihm zu folgen. Der Kies, mit dem der Weg bestreut war, knirschte unter den Schritten der beiden Gestalten. Der Novize führte Lehna um das Häuschen, in dem sie geschlafen hatte, herum, sie stellte fest dass das Gebäude wohl zweigeteilt war. Jedenfalls war es von außen mindestens doppelt so lang, und als sie das hintere Ende erreichten, befand sich in selbigem eine weitere Tür, die fast schon einladend geöffnet war. Ein zweiter Novize stand vor dem Eingang und nickte Lehna freundlich zu, während sein Ordensbruder das Mädchen mit sanfter Gewalt in den Raum schob.Erneut fiel eine schwere Eichentür krachend in den Rahmen, erneut wurde ein großer Riegel vorgeschoben. Lehna stand kurz hinter dem Eingang und sah sich verunsichert, wenn nicht ängstlich, um. Der Raum wurde von einigen großen Kerzen auf reich verzierten, goldenen Ständern in ein schummriges Licht getaucht, den Mittelpunkt bildete ein großer Holztisch. Feste Lederriemen waren an der massiven Holzplatte befestigt, eindeutig dafür bestimmt, Arme, Beine und Hals eines Menschen auf dem Gerät zu fixieren. In einer Ecke stand ein flaches Becken mit glühenden Kohlen, auf einem kleinen Tisch türmten sich zwei Bücherstapel, um die herum ein Haufen sonderbarer Instrumente angeordnet war. Die Wände waren mit heiligen Runen bedeckt, die wohl dazu dienen sollten, höllische Mächte zu binden.
„Guten Morgen.“, begrüßte sie Glycolos und kam langsam auf sie zu. Die kleinen Augen des alten Mannes musterten sie eindringlich, sie wich seinem Blick aus.„Keine Angst Kleines, wir kriegen dich schon wieder auf die Beine.“Das Lächeln des Priesters wirkte allerdings nicht gerade hilfsbereit, es sah eher aus wie das Grinsen eines Psychopathen, der sich auf den langsam, schmerzvollen Tod seines Opfers freut. Der Novize umfasste Lehnas Schultern und schob sie sanft, aber bestimmt zu dem Tisch in der Mitte des Raumes. Lehna leistete keinen Widerstand, legte sich auf die harte Holzplatte und wartete regungslos, bis der Novize ihre Füße, Handgelenke und am Ende auch ihren Hals mit Hilfe der Lederriemen auf dem Tisch fixiert hatte.
Glycolos trat an sie heran, strich ihr mit seiner rauen Hand sanft über die Wange.
„Keine Angst, das sind nur Sicherheitsvorkehrungen.“
Keine Angst? Machte der Kerl Witze? Da wurde sie auf einen Tisch gefesselt, alle grinsten wie Wahnsinnige und dann hieß es, keine Angst...
Sie hatte Angst. Spürte, wie es ihr die Kehle zusammenschnürte. Glycolos ging langsam zu dem Tisch mit den Büchern und den sonderbaren Geräten, Lehna bog den Kopf so weit es ging nach hinten und folgte den Bewegungen des Magiers mit aufgerissenen Augen.
Niemand wird so gefesselt, wenn er nicht leiden soll. Hehehehe, sie werden dich leiden lassen...
Glycolos kam etwas später mit einem dünnen Buch in der Hand wieder zurück.„Also, zuerst müssen wir den Dämon dazu bringen, die Kontrolle über das Opfer zu übernehmen, soweit es ihm möglich ist.“
Der Novize nickte, Glycolos legte das Buch zur Seite. Stattdessen nahm er ein zusammengerolltes Pergament zur Hand, begann die Worte darauf vorzulesen.„Und Innos, in seiner allumfassenden Güte, schenkte den Menschen die Wärme, das Licht, die Wahrheit, die Gerechtigkeit...“
Die Inquisition...
“Innos brachte ihnen die Fähigkeit, gerecht und frei von Vorurteilen die Wahrheit zu finden, die ungerechten zu richten und die Gerechten zu belohnen. Niemand, der unschuldig ist, wird durch Innos fallen...“
Lehna biss die Zähne aufeinander. Ihre Angst wich langsam aber sicher einer unglaublichen Wut.
Esteron...
Innos… Die Kirche… Die Inquisition… Wie sie all diese Lügen hasste, all die Heuchlerei von Gerechtigkeit, von der Unfehlbarkeit der Wahrheit. Die Wahrheit war doch, dass es diesen verfluchten Innos nicht gab, ihn nie gegeben hatte, und ihn auch nie geben würde! Und wenn doch, dann war er grausam, brutal, rücksichtslos. Ein Lügner, ein Heuchler, ein Dämon.
Lehna ballte die Hände zu Fäusten.
„Alles Lügen!“, zischte sie, ihr Blick richtete sich auf den Novizen, der sie misstrauisch beobachtete. Abgrundtiefer Hass stand in ihren Augen.Sie ließen Esteron leiden, sie lassen dich leiden, und sie reden von Gerechtigkeit! Sie predigen Wasser und trinken Wein, die Heiligkeit der Armut erfinden sie und schwimmen selbst im Gold! Sie bauen ihre Paläste auf dem Blut und dem Leid derer, die zu beschützen sie vorgeben. Haben sie etwas anderes verdient als den Tod, den sie bringen?
Nein, sie hatten nichts anderes verdient. Esteron... Im Namen Innos war er so zugerichtet worden, und für eine ‚großzügige Spende’ würde ein Priester Innos’ ihn wieder zusammensetzen. Oh, diese gierigen, verlogenen Schweine...Sie begann an ihren Fesseln zu zerren, versuchte sich zu befreien. Der Lederriemen schnitt schmerzhaft in ihren Hals, drückte ihre Luftröhre zusammen, doch sie achtete gar nicht darauf. Diese verfluchten Hunde, die sich selbst ‚Diener der Wahrheit’ nannten, sie hatten nur den Tod verdient, nur den Tod...„Es ist so weit.“, meinte der Novize trocken, Glycolos nickte bestätigend. Der junge Ordensbruder drückte Lehna seine Hand auf den Mund und hielt ihren Kopf fest, sie starrte ihn voller Hass an, was ihn allerdings nicht weiter zu stören schien. Glycolos legte seine Finger an ihre Schläfen, murmelte einige leise Worte vor sich hin.
Lehna bäumte sich in ihren Fesseln auf, als sie plötzlich eine weitere Präsenz in ihrem Geist spürte. Nicht noch einer... Der verfluchte Dämon reichte ihr schon aus. Und dann was es ausgerechnet dieser Lügner von Priester, der da in ihren Gedanken herumpfuschen wollte...
GEH WEG!
GEH, RAUS, VERSCHWINDE!
Ich krieg’ dich schon...
Niemals! Haahahahaha!
Die Welt vor ihren Augen verschwamm, bald war sie nur noch ein undeutlicher Schemen, eine Ansammlung bunter Farben. Ihre Gedanken schienen so viel deutlicher zu sein, so viel realer. Nicht nur ihre Gedanken...Es schien ihr, als würde sich ihr Verstand in ein Schlachtfeld verwandeln. Der Magier streckte seine geistigen Fühler aus, versuchte das dunkle Etwas zu packen, doch das ließ nicht so einfach locker. Der Mentale Kampf tobte, ihre Gedanken wurden auseinandergerissen, Erinnerungen aus der Tiefe ihres Unterbewusstseins gezogen, reihten sich wild und ohne System aneinander. Ihre Hände verkrampften sich, sie wand sich in ihren Fesseln, panische Angst stand in ihren Augen, die blicklos in den Höhlen herumruckten. Kalter Schweiß perlte von ihrer Stirn, sie biss die Zähne aufeinander, während der Novize ihren Kopf eisern festhielt...
Visionen von Tod und Verderben schossen durch ihre geplagten Gedanken, während das mentale Duell zwischen dem Magier und dem Dämonen andauerte. Ihr eigener Willen wurde zwischen den beiden Giganten förmlich zermalmt, in eine Ecke gedrängt, spielte keine Rolle mehr.
Zumindest schien es so...
Lehna! VERNICHTE IHN!
Lehna, vertreibe ihn!
VERNICHTE DEN HEUCHLER! Er belügt nur, er tötet, bringt Leid... Ich will dir nur helfen, ich will dich befreien! VERNICHTE IHN!
Er lügt! Diese Bestie...
Innos lügt.
Glycolos schrie auf, taumelte nach hinten. Der Magier verlor das Gleichgewicht und stürzte, Blut lief in dünnen Rinnsälen aus seinen Ohren und seiner Nase. Sein Körper zitterte, er blieb keuchend liegen, unfähig sich zu rühren.Hyaaahaaaaaahahahahaha, er ist vernichtet! BESIEGT!
„Meister, was ist los?“
Der Novize ließ von Lehna ab, war zu sehr auf den Magier fixiert, als das er mitbekam, wie der Lederriemen, der Lehnas rechtes Handgelenk festhielt, mit einem peitschenden Knall riss. Das Mädchen zögerte nicht lange, befreite ihre linke Hand, ihren Hals. Sie befand sich vollständig im Bann des Dämonen, ihr eigener Wille war in die Ecke gedrängt worden, konnte nur entsetzt beobachten...„Sie... glaubt dem Dämonen eher als Innos...“, röchelte der alte Priester und schluckte schwer. Der Novize versuchte ihm auf die Beine zu helfen...Lehna stützte sich mit einer Hand auf den Tisch, stieß sich mit dem Beinen vom Boden ab. Im nächsten Moment schnellten ihre Füße vor, trafen wuchtig die Hüfte des ahnungslosen Novizen. Der junge Mann schrie entsetzt auf und taumelte zur Seite, verlor das Gleichgewicht. Er prallte gegen das Kohlebecken in der Ecke, riss es scheppernd um, die glühende Kohle rollte über den Fußboden. Glycolos starrte voller Entsetzen auf Lehna, die seinen Blick voller dämonischem Hass erwiderte. Sie griff sich einen der Kerzenständer, zog mit einem Ruck die Kerze herunter. Ein langer, spitzer Dorn kam zum Vorschein, achtlos warf sie die Kerze zur Seite und schnellte ansatzlos nach vorn. Der Novize, der sich gerade aufrappeln wollte, stieß einen kurzen, überraschten Schrei aus, als sich der lange Dorn zielgenau in seinen Brustkorb bohrte...
Lehna riss ihre ‚Waffe’ mit einem Ruck aus dem zuckenden Körper, stieß erneut zu. Knackend brach der Schädelknochen, die Spitze bohrte sich in die Stirn des Novizen. Seine Hände verkrampften sich in der letzten Sekunde seines Lebens, dann sackte der junge Mann in sich zusammen.
Glycolos hämmerte gegen die schwere Tür.
„Mach auf, bei Innos, MACH AUF!“
Lehnas Kopf ruckte herum, sie verzog die Lippen zu einem diabolischen Grinsen, dass so gar nicht zu ihr passen wollte. Das Mädchen wirbelte herum, landete mit einem geschmeidigen Sprung auf der Tischplatte und war mit einem weiteren Satz bei dem Priester, der zu einer Statue erstarrt zu sei schien. Der Dorn des Kerzenständers näherte sich bedrohlich seinem Hals, Lehna grinste böse und voller sadistischer Vorfreude...
Der schwere Riegel wurde zurückgeschoben, der blonde Novize, der vor der Tür gestanden hatte, öffnete selbige und lugte herein.
„Was ist de...“
Er kam nicht dazu die Frage zu beenden, bevor der Fuß des schweren, verzierten Kerzenständers wuchtig mit seiner Schläfe kollidierte. Der junge Ordensbruder wurde zur Seite geschleudert, prallte gegen die eisenbeschlagene Eichentür und sackte zusammen wie eine Puppe. Blut lief aus einer Platzwunde an seiner Schläfe, sammelte sich an seinem Kinn und tropfte ins Gras. Lehna schenkte ihm keine weitere Beachtung, sie packte Glycolos am Arm und zog ihn hinter sich her, den blutigen Kerzenständer noch immer in der Hand haltend. Kurz nach dem Verlassen des Exorzismus – Raumes blieb sie stehen und starrte dem Priester kalt in die Augen. Trotz der dämonischen Kälte war jedoch auch etwas unterschwellig hoffnungsloses, verzweifeltes in ihrem Blick. Die Reste ihrer tatsächlichen Persönlichkeit...
„Wo ist Esteron?“, zischte sie und hob drohen den Kerzenständer.„Du heilst ihn. Sofort.“
|
| 20.06.2003 16:40 | #201 |
| Satura |
Als Satura erwachte, lag sie eng an Leon gekuschelt in dem kleinen, aber bequemen Bett der Taverne "Zum Hüter des Feuers". Es war ein kleines, aber sehr schönes Häuschen, an den Abhang des Burghügels gepresst und nur zwei Minuten von der Kapelle entfernt. So waren sie ihren Freunden nahe, auch wenn sie wusste - Lehna würden sie nicht helfen können.
Leon ließ sie nur unwillig aus seinen Armen flüchten; er grummelte leise im Schlaf und drehte sich dann um, sich in die Bettdecke einwickelnd. Lächelnd beugte die Amazone sich über ihn und gab ihm einen leichten Kuß auf die Wange. Sie wusch sich sorgfältig mit dem frischen, kalten Wasser das in einer großen Schale auf einem kleinen, einfachen Tischchen neben dem Bett stand. Dann streifte sie ihr lockeres schwarzes Leinenhemd über und legte ihre Rüstung und die Beinschienen an. Zuletzt zurrte sie den Gürtel fest und überprüfte den Sitz des Langschwertes.
Sie sah Leon noch einmal an, wie er da lag - so hilflos im Schlaf. Sie holte drei ihrer besten Heilsalben aus ihrer Tasche und legte sie neben ihm aufs Kopfkissen.
Ein letzter wehmütiger Blick, als sie das Zimmer verließ. Sie würde gehen, würde den Auftrag des Heilers erfüllen und die anderen nicht weiter unnötig in Gefahr bringen. Vor allem nicht ihn - er hatte es nicht verdient, ihretwegen zu leiden. Und er würde leiden, jedes Mal, wenn er sie zu schützen versuchen würde, würde er leiden.
Leise stahl sie sich durch den schmalen Gang in den Schankraum, wo die junge Wirtin gerade einen Gast bediente.
"Ich möchte zahlen." sagte Satura. "Für uns alle vier." Die Wirtin nickte und kassierte freudig. Die Amazone legte noch zehn Goldstücke drauf, und meinte: "Sagt meinem Begleiter, dass er hier auf mich warten soll, wenn er will. Wenn ich in sieben Tagen nicht zurück bin..." Sie hielt inne, und die Wirtin nickte verstehend. "Passt auf Euch auf, junge Kriegerin, Gorthar ist gefährlich." meinte sie lächelnd. Satura nickte dankend, und begab sich dann in Richtung der Kapelle, um Glycolus' Brief in Empfang zu nehmen.
Die Halle war leer; nur der verletzte Leib des jungen Wanderers war auf dem Altar zu sehen. Um ihn herum standen kleine Schüsseln und Krüge mit duftenden Flüssigkeiten, so als ob Glycolus schon alles vorbereitet hätte, Esteron zu heilen.
Plötzlich drangen wütende Schreie an Saturas Ohr - es war Lehnas Stimme! Instinktiv duckte die Amazone sich hinter eine der mächtigen Säulen, da sah sie auch schon Glycolus um die Ecke biegen - von Lehna mit einem Kerzenständer bedroht. Wäre die Situation nicht so gefährlich - Satura hätte vor Lachen losgeprustet.
Glycolus sah irgendwie unglücklich aus; Blut rann an seinem Gesicht herab. Die Amazone seufzte und verließ ihre Deckung als Lehna mit dem Rücken zu ihr stand. Die Dämonenaustreibung scheint ja nicht besonders gut gelaufen zu sein...
"Lehna, Lehna, Lehna." Kopfschüttelnd näherte sie sich dem Mädchen. "Du willst es nicht begreifen, oder? Böses Mädchen." Satura grinste, und registrierte beiläufig, dass ihr Amulett zu strahlen begann. "Oder wie heißt du wirklich, DÄMON? - Eigentlich ist es mir egal. Lass den alten Mann los - oder ich töte ihren Körper, dann bist du deinen Wirt los. Und irgendwie habe ich das Gefühl, dass du ohne Wirt ziemlich schnell in blaue Luft und Rauch aufgehen würdest..."Sie hielt drei Wurfmesser in ihrer Rechten, bereit, zielgenau zu treffen.
|
| 20.06.2003 17:21 | #202 |
| Todesfürst |
Langsam stiegen sie die Straße hinauf und kamen so immer mehr Richtung Stadtzentrum. Bald waren sie dann endlich am Stadttor nun mussten sie nur noch zum Marktplatz. Der Marktplatz war nicht wirklich mehr weit und so mussten sie nur noch ein wenig an der Stadtmauer entlang. Der Weg führte sie an kleinen Gebäuden entlang, die viel edler aussahen als im Hafenviertel, sie waren meistens weiß und reich verziert, auch wenn sie einst noch schöner seien mussten.
Bald darauf kamen sie an einer kleinen Kapelle auf einem kleinen Platz vorbei. Der Fürst hatte sich schon gewundert, warum es hier keine Innosstätte gäbe, doch jetzt hatten sie ja eine gefunden. Sie schauten sich das reich verzierte Gebäude eigentlich nur flüchtig an, doch der Gildenlose bat seine Begleiter ihn zu entschuldigen, denn er wollte nach langer Zeit wieder ein Gebet an Innos richten und eine Spende verrichten. Die beiden verstanden das und gingen alleine Richtung Marktplatz weiter.
Langsam betrat er die Kapelle, doch was er sah was nicht das, was er erwartete. Es war kein Priester Innos, ein Novize oder sonstjemand, es war ein Mann den er sehr gut kannte. Es war der Typ, der ihn doch gestoßen hatte. Doch er vermied es wütend zu werden, allein schon da er in einer Kapelle war. Doch er ging zu dem Mann und betrachtete ihn genauer. Er hatte fürchterliche Wunden, hatte schwere Schürfwunden und blau Flecke, wohin das Auge nur blickte. Wenn er ein zynischer Mann gewesen wäre, hätte er sich gefreut, da hatte doch jemand seine Rache vollendet, allerdings war die Situation zu Makaber, denn so hätte er nie mit ihm verfahren. Die Verletzungen waren so doll, dass er nicht mal bei Bewusstsein war, sondern in Ohnmacht lag. Um ihn herum standen Flaschen, Lappen, einige Werkzeuge und Dinge, die wie rituelle Werkzeuge aussahen. Scheinbar wollte man ihn gerade behandeln, doch wo war der zuständige Heiler? Verwirrt ging er wieder hinaus und sah sich um, denn Krach nahm er nur teilweise war. Doch dann schaute er nach links und sah es.
Die Frau, von der in letzter Zeit so die Rede war, stand da und hielt einen alten Mann in der Hand, in der anderen einen Kerzenständer. Der Mann sah aus wie ein Priester, das war er wohl auch. Dann nahm er die andere Frau war, die erstaut da stand. In den Augen von der Frau war ein dämonischer Blick zu erkennen, sie wirkte so anders, seit er sie das letzte Mal sah. War das vielleicht verantwortlich für die Tat im Wald? Er konnte es nicht wissen, doch verwirrt huschte er schnell hinter eine Säule um zu überdenken ob er fliehen, oder da bleiben sollte.
|
| 20.06.2003 18:15 | #203 |
| Lehna |
Lehna hielt inne.
Satura?
Das Mädchen spürte förmlich, wie sich der Dämon mit einem Mal zurückzog. Sie wusste auch, warum – nicht, weil er Angst hatte um seine Existenz, sondern weil er ihr so die größten Schmerzen zufügen konnte...
Sie ließ Glycolus los, der Priester machte sofort dass er Abstand gewann. Lehna blieb eine Zeit lang einfach stehen. Ihr Blick wanderte zu dem Magier, zur Kapelle, zu den beiden kleinen Häuschen neben der Hauptkapelle und schließlich zu dem blutbesudelten Kerzenständer in ihrer Hand. Eine Weile starrte sie ihn an wie ein Relikt aus längst vergangener Zeit, wie ein magisches Artefakt unglaublicher Macht. Dann ließ sie ihn ins Gras fallen. Als der Kerzenständer nicht mehr ihre Hand berührte, schien auch ihre Kraft mit einem Schlag zu verschwinden. Sie kippte nach vorn, fiel auf die Knie und stützte sich notdürftig mit den Händen im Gras ab. Sie zitterte als würde sie sich in einem Kühlschrank befinden, ihr Magen rebellierte, sie würgte ein paar Mal und beförderte schließlich etwas Magensäure auf den Boden vor ihr.Sie hatte die beiden Novizen umgebracht...
Ihre Finger gruben sich krampfhaft in die weiche Erde, sie schluchzte verzweifelt.
"Ich... ich..."
Es schien ihr, als würde mal wieder alles über ihr zusammenbrechen. Nur noch Schmerz, Angst, Hoffnungslosigkeit und Verzweiflung blieben übrig. Nicht einmal Esteron war da...
Lehna hockte auf der Wiese, krümmte ihren bebenden Körper und vergrub das Gesicht in ihren Händen und weinte völlig verzweifelt. Sie war zu schwach, um dem Dämon irgend etwas entgegenzusetzen, er konnte ihren Willen so leicht brechen wie einen dünnen Ast, wenn er es wollte. Sie würde wahrscheinlich keine Chance haben, ihn jemals in den Griff zu bekommen, ihn zu kontrollieren oder gar loszuwerden. Er würde immer weitermachen, weiter und weiter, sie immer tiefer in den Abgrund aus Schmerz und Hoffnungslosigkeit stürzen, ganz wie es ihm gefiel. Er hatte sie Novizen töten lassen, wen würde sie als nächstes umbringen weil der Dämon es wollte? Kleine Kinder?
"WARUM?"
Sie schrie diese Frage geradezu heraus, doch sie wusste, dass sie nie eine Antwort erhalten würde. Zumal es nicht einmal ihre Frage war, es war die Frage, die ihr mittlerweile fast zwanzig Tote stellten, immer und überall, egal wo sie sich befand. Und sie würde die Antwort niemals geben können, weil sie die Antwort selbst niemals erhalten würde...
"Satura, hilf mir..."
Sie schluchzte hilflos, sah die Amazone dabei nicht an. Sie konnte jetzt niemanden ansehen, am wenigsten Satura, die Frau, die sie als erstes verrate hatte, weil der Dämon mit ihr machen konnte was er wollte.
"Töte mich endlich..."
|
| 20.06.2003 18:26 | #204 |
| Satura |
Seufzend verfolgte Satura das Gebahren der Besessenen, steckte die Wurfmesser weg und ging zunächst zu Glycolus um zu sehen, ob es ihm gut ging - der Priester nickte nur und rappelte sich langsam auf, Lehna argwöhnisch beobachtend.Dann ging die Amazone zu dem jungen Mädchen das verzweifelt am Boden kauerte, schluchzend, schreiend.
"Nein, ich werde dich nicht töten." sagte Satura mit ruhiger Stimme. "Steh auf!" Ihr Ton war merklich härter. Sie war nicht auf Lehna wütend, doch wollte sie den Dämon in ihr auch nicht unbedingt mit Samthandschuhen anfassen. Lehna sah sie mit einem Hundeblick an, folgte aber und stand auf. Satura nickte, nahm das Mädchen an der Hand und zog sie mit sich. "Habt Ihr hier irgendwo... Fesseln? Ich meine, ordentliche Fesseln. Welche aus Eisen, oder auch magische?" Glycolus nickte und wies einen Novizen an, sie auf das Zimmer zu führen, in dem Lehna übernachtet hatte.
"Perfekt." sagte Satura, als sie die Fesseln an der Wand des Zimmers sah. Zu Lehna gewandt meinte sie: "So, Lehna, du verstehst das sicher, dass ich dich hier festmachen muss bis wir die Sache mit deinem Dämonen geregelt haben, nicht?"
|
| 20.06.2003 18:45 | #205 |
| Todesfürst |
Der Gildenlose hatte die ganze Situation hinter der Säule beobachtet und sah dabei, wie sich die Frau mit dem dämonischen Blick langsam zu Boden senkte und ihren Kerzenständer fielen ließ. Auf einmal war es nicht mehr das dämonische Wesen, sondern fing an zu flehen. Um den Tod zu flehen. Seltsam, irgendetwas stimmte mit dieser Frau nicht, sie war krank. Und zwar richtig krank. Der Fürst beschloss aus seiner Deckung herauszukommen. Er sah sich um und sah nur, dass es dem Priester wohl gut ging. Mit fragenden Blick ging er auf die Frau zu und versuchte sie mit Fragen zu behämmern.
"Sagt mal, was geht hier eigentlich vor? In der Kapelle liegt dieser Schnösel und sieht aus als ob er jede Sekunde krepieren würde, die Frau, die bei einigen auch als Schlächterin bekannt ist, bedroht einen Priester Innos und ihr tut nichts. Außerdem kenn ich euch nicht, sagt, wart ihr an dem Massaker im Wald verantwortlich?"
Er wartete gar nicht lange auf eine Antwort, denn was ihm da in den Blick fiel, war unglaublich. Hinter der Kapelle war noch ein Haus, und da lag in einiger Entfernung eine Gestalt. Schnell lief er hin um nachzusehen und kam dann zu der toten Gestalt, die Novizengewänder trug. Eine schwere Tür war nur angelegt und führte zu einem Raum mit einem Tisch in der Mitte an dem gebrochene Lederbänder lagen. In einer Ecke lag ein weiterer Novize mit dem Gesicht zu Boden. Schnell eilte er zu ihm, in der Hoffnung das er noch lebte, doch als er ihn auf die Seite drehte erkannte er die Blutlache und den toten Puls. Zwei Leichen und weiß Gott was noch. Nun waren es noch mehr auf ihrer Liste. Wer sollte es sonst getan haben. Erbost schritt er zurück und zückte im Gehen einen seiner Dolche. Als er zurück kam, waren die beiden Frauen weg. Waren die einfach abgehauen, hatten sie nicht den Mut sich den Fragen zu stellen oder war das eine Falle? Er schaute sich um und sah dann noch ein Haus, dessen Tür nur angelehnt war. Er betrat es und sah sich um. In dem Haus waren die Frauen und einige Novizen. Wo kamen die denn her? Na ja, unwichtig, er schritt auf die Schlächterin zu und zückte seinen Dolch, was die meisten nicht verhindern konnten.
"Beenden wir es jetzt. Oder hat jemand was dagegen, dass die Schlächterin stirbt? Der Tod ist noch viel zu gut für sie."
"Nein nicht."
Die andere Frau zog ein Messer und richtete es auf ihn.
"Lasst sie los oder ihr werdet sterben müssen."
"Wie könnt ihr dieses Biest verteidigen. Falls ihr es noch nicht wisst, da hinten liegen noch zwei tote Novizen und die wurden sicher auch von ihr hingerichtet. Könnt ihr das mit eurem Gewissen vereinbaren?""Ihr habt doch keine Ahnung. Sie ist bessesen, von einem Dämon.""Bessesen? Na dann erzählt mir mal die Geschichte und wehe es ist nicht überzeugend. Und vielleicht achtet ihr darauf, dass der Mann immer noch in der Kapelle liegt. Also ich höre."
Schnell zuckte der Dolch, doch nicht in Richtung Hals der Frau, sondern in den Gürtel. Gespannt wartete er nun auf die Antwort der Frau, die immer noch mit dem Messer auf ihn zielte.
|
| 20.06.2003 19:00 | #206 |
| Lehna |
Lehna nickte nur stumm und versuchte, sich einigermaßen auf den Beinen zu halten, während Satura sie hinter sich her in das Zimmer zog, in dem sie vor dem missglückten Exorzismus übernachtet hatte. Inzwischen waren einige Novizen aufgetaucht, eifrig rückten sie die Möbel in dem kleinen Zimmer um. Tisch und Bett tauschten die Wand, so dass der eiserne Halsring jetzt auf dem Bett lag. Satura führte Lehna zu selbigem, das Mädchen setzte sich, etwas später legte sich das kalte Metall um ihren Hals, mit einem leisen Klicken drehte ein Novize den Schlüssel herum, das Schloss rastete ein.
Der Ordensbruder bedachte Lehna noch mit einem misstruischen Blick, sie saß zusammengesunken auf dem Bett, hatte ihr Gesicht wieder in den Händen vergraben und weinte leise vor sich hin.
Glycolus trat in die Tür, musterte die Besessene noch einmal."Wenn du etwas brauchst, ruf einfach. Es wird immer ein Novize vor der Tür stehen."
Das Mädchen wandte ihm den Kopf zu, die schwere Kette klirrte leise."B - Bitte kümmert Euch um Esteron..."
Der alte Priester nickte kurz.
"Natürlich."
Er wartete noch einen Augenblick, bevor er den Raum verließ. Die Tür knarrte leise, landete dann mit einem dumpfen Ton im Rahmen. Schabend glitt der schwere Riegel von außen vor.
Lehna hob ein wenig den Kopf. Sie war allein.
Allein...
Das Mädchen legte sich auf das Bett, der eiserne Ring um ihren Hals störte sie nicht einmal, irgendwie hatte er etwas fast schon berugihendes an sich. So konnte sie wenigstens niemanden umbringen - hoffendlich...
Sie zog die rauhe Leinendecke über ihren zitternden Körper, rollte sich zusammen und wimmerte leise vor sich hin. Hoffendlich war wenigstens Esteron bald wieder gesund, ohne ihn würde sie all das nicht durchstehen können...
|
| 20.06.2003 19:45 | #207 |
| Satura |
Satura hob ihre linke Augenbraue und sah den Fremden an. "Wie unhöflich Ihr doch seid, ihr habt euch nicht einmal vorgestellt. Und zu Lehna - ihr würdet um nichts besser sein als Sie wenn Ihr sie tötet, ihr würdet eintreten in die Riege der Mörder - falls ihr das nicht schon längst seid." Sie steckte das Wurfmesser in ihren Gürtel zurück, und ihre rechte Hand glitt auf den Griff ihres Schwertes - sicher war sicher.
Sie kehrte ihm selbstsicher den Rücken zu und trat auf den Hof hinaus. "Was wollt ihr hier, und was erfüllt Euer Herz mit solchem Hass? Was leitet Euch zu solch einer Selbstgerechtigkeit?"
Sie drehte sich zu ihm, und ihre grünen Augen sahen ihn durchdringend an. "Aber ich sage es noch einmal klipp und klar - legt eine Hand an Lehna oder Esteron, und ihr werdet keine Zeit haben, es zu bereuen."
Dann eilte sie sich, in die Halle zurück zu Glycolus zu kommen, der sich inzwischen wieder gefangen zu haben schien. "Die 4000 Gold sind noch zu wenig für diesen Teufel..." brummte er. Satura sah ihn regungslos an. "Gebt mir den Brief. Ich werde ihn überbringen und in zwei Tagen wieder da sein - wenn ich es überlebe." Der Priester nickte und schlurfte in das kleine Zimmer; als er zurückkam hielt er einen versiegelten Brief und ein einfaches Amulett in der Hand. "Nehmt den Brief, und dieses Amulett als Zeichen, dass ihr eine Botin der Inquisition seid." Satura nickte. "Heilt Esteron - beeilt euch. Sonst hole ich noch mehr meiner dämonischen Freunde." Die Amazone grinste schief, doch dem Priester schien nicht zu Lachen zu mute zu sein.
Dann drehte sie sich um zu dem fremden jungen Mann. "So, jetzt können wir reden."
|
| 20.06.2003 19:57 | #208 |
| Todesfürst |
Nun gut reden wir, aber ich muss euch bitten dazu die Lokalität zu wechseln. Ich fühle mich hier nicht wohl. Das muss man sich mal vorstellen, ich bin hier hergekommen um zu beten, um etwas Tribut an Innos zu zahlen und was sehe ich. Tote, Blut, Verrückte. Ich muss hier weg, sonst werde ich noch vollkommen verrückt. Und ihr hattet Recht, ich hätte beinahe einen unverzeilichen Fehler begangen, soll das Schicksal über die Frau entscheiden, ich werde es nicht tun, jedenfalls nicht hier und nicht jetzt. Ich wollte mich auch nicht in eure Geschäfte einmischen, nur muss ich zu meiner Schande gestehen, dass ich die Personen kenne, zwar nur flüchtig aber naja. Ich warte zwar immer noch auf Antworten, doch weiß ich nicht, ob ich sie wirklich will. Also langer Rede kurzer Sinn, ich entschuldige mich für das, was ich getan hab und muss mich dann leider verabschieden. Oder war noch was?
Fragend, aber mehr in Eile schaute er die Frau an, die mißtrauisch schaute und vorher noch mit dem Priester redete. Irgendwas hatte sie zu verbergen, doch er wollte es gar nicht wissen, er wollte nur schnell weg, am besten auf eine einsame Klippe um in Ruhe nachzudenken, es war soviel in dieser Stunde passiert. Leider konnte er nicht auf diese Klippe, da er noch etwas zu tun hatte, der Alltag erwartete ihn, und der Alltag hieß Felle finden. Noch einmal schaute er die Frau an, ein drittes Mal würde es nicht geben, denn jetzt bewegten sich seine Beine langsam Richtung Marktplatz.
|
| 20.06.2003 20:10 | #209 |
| Skeleon |
Der junge Dieb brummelte leise im Schlaf.
Wohlig lächelnd zog er Satura fester an sich, verrenkte seine Schulter, legte sich auf die verletzte Hüfte und schreckte schreiend aus dem Schlaf hoch.Mit wildem Blick sah er sich um - ein schmerzhaftes Pulsieren ging durch die Wunde, die gut versorgt und fest verbunden in seiner Seite thronte, aber die Schmerzen hatten Satura's Salben nicht heilen können.
Satura?
Ächzend richtete er sich in dem schmalen, weichen Bett auf. Wo war sie hin? War etwas passiert? Er sah an sich herunter. Nein, sah nicht danach aus, dachte er schmunzelnd. Er trug die selbe, zerfetzte Kleidung wie immer, unter den Rissen in den Schürferklamotten schimmerte der graue, als Verband benutzte Stofffetzen hervor, hier und da mit kleinen, roten Punkten gesprenkelt. Nein. Aber sie war weg.
Mit leisen Flüchen verdrängte er die Trauer, warf sich aus dem Bett, traf zielgenau die verwundete Seite und kroch mehr als dass er ging - zum hölzernen Tisch hinüber. Schwer atmend zog er sich daran empor, griff nach der Wasserschale und tauchte sein Gesicht hinein. Er brauchte die angenehme Kühle des Wassers, und so begann er sich ordentlich zu waschen. Schmutz, Blut und Schweiß vermischten sich mit dem klaren Wasser, als er sich von oben bis unten damit abwusch, genauestens darauf achtend, die fünf Einschnitte zu umschiffen, die jetzt mit frischem Schorf bedeckt waren. Rund um die Verletzungen herum hatte er Blutergüsse, von der schieren Härte des Aufpralls ...Als Leon geendet hatte wankte er auf unsicheren Füßen zur Tür hinüber, trippelte die Treppe hinunter zur Gaststube und ließ sich auf einen freien Stuhl fallen. Die Wirtin wurde auf ihn aufmerksam, musterte ihn erst abschätzend - abfällig? - und ging dann zu ihm hinüber.
"Ich habe eine Nachricht von deiner Begleiterin."
Leon schoss schmerzhaft das Blut in die Wunden.
"Sie hat mir für dich gesagt, du sollst einfach nur hier auf sie warten, zumindest sieben Tage."
"Sieben Tage?" presste Leon hervor, die Schmerzen ignorierend, woraufhin die Frau nickte.
"Sieben Tage. Und wenn sie bis dahin nicht zurückkehrt, sollst du deinen eigenen Weg finden. Sie meinte, sie würde ... dich dann aufsuchen, wenn die Zeiten günstiger sind."
Die Wirtin lächelte etwas hilflos. Offensichtlich bedeutete dem Jungen diese Amazone sehr viel, trotzdem erschien ihr diese ganze Sache etwas merkwürdig. Wie hätte sie es sagen sollen? Wenn sie in sieben Tagen nicht zurück ist, ist sie tot, also such dir dann eine Neue?!
Der junge Dieb nickte zögerlich.
Sie hatte ihn verlassen.
Halt, sie hatte eine Frist gesetzt. Es gab noch eine Chance, dachte er bei sich.
Erneut nickte Leon, schob noch ein 'Danke sehr' hinterher und wollte sich daran machen, für Satura's und sein eigenes Zimmer zu bezahlen - he, so war das ganze ja viel billiger, dachte er - als sie ihm erklärte, dass Satura bereits für ihn, sich selbst, den Templer und den Barden bezahlt hatte.
Ein weiteres Nicken Leon's, dann schlenderte sie wieder hinter die Theke, um wenig später in der Küche zu verschwinden.
Verzweifelt starrte Leon vor sich hin. Sollte er ihrer Bitte folgen? Sollte er ihr selbst folgen?
Am Ende schlug er die Hände über dem Kopf zusammen und stützte sich auf der Tischkante auf. Vielleicht wüssten Krieger oder Gardiff, was zu tun sei. Obwohl er gerade erst aufgewacht war, bestellte er sich einen Humpen Bier, die Tageszeit dafür war ja bereits. Erleichtert ächzend lief der Gerstensaft seinen Rachen hinunter.
Ja, erstmal würde er auf Gardiff und Krieger warten.
Er blickte schweigend in seinen Bierkrug und wartete ab.
|
| 20.06.2003 20:18 | #210 |
| Satura |
Die Amazone hatte sich von dem Priester verabschiedet, doch was sie nicht mehr mitbekam, war der diabolische Grinser des Heilers. "Jaja, geh, geh mit Innos, und laufe in Beliars Arme...harhar" flüsterte er. Doch das hörte die Amazone nicht mehr...
Satura eilte sich, dem Fremden zu folgen. Den Brief hatte sie in der Jackentasche verstaut, das Amulett im Ausschnitt ihrer Rüstung verborgen. "So wartet doch. Sagt mir, wie ihr heißt, und woher ihr kommt. Und vor allem, wohin ihr geht..." Satura hatte die Hoffnung noch nicht aufgegeben, in ihm vielleicht einen Begleiter in die Wälder Gorthars zu finden. Den Dämonen wollte sie nicht unbedingt alleine begegnen... ausserdem konnte sie schlecht schlafen, wenn sie alleine in der Wildnis war.
"So bleibt doch stehen!" Sie hielt den Fremden zurück. Er blieb stehen und sah sie missmutig an. "Hört zu. Ihr seht nicht so aus, als wärd ihr aus der Stadt... und ich suche jemanden, der mich in die Wildnis begleitet... ich zahle euch auch etwas dafür, oder gebe euch welche von meinen Heilsalben."
|
| 20.06.2003 20:25 | #211 |
| Tomekk |
Tomekk hingegen war mit seinen beiden Sumpfbrüdern noch immer vor dem Tor der Kriche und wunderte sich unterdess, was für ein reger Verkehr hier herrschte. Amazonen kamen heraus, rannten wieder hinein. Trotzdem mußte er jetzt auch da rein, bevor das Gift in Angroths Wunden zu wirken begann. Er wußte selbst, wie sich Sumpfwasser auf offene Wunden auswirkte. Tomekk packte zuerst Angroth unter den Armen und schleifte ihn langsam in die heiligen Hallen Innos. Naja, besser als nichts, und ein Heiligtum des Schläfers gabs hier ja nicht.
Der Baal schliff Angroth also in die Kriche hinein und lehnte ihn dort vorrübergehend gegen eien Wand, um den Novizen auch noch hereinzuholen. Wieder kam ihm eine Amazone und eine andere Gestalt entgegen. Was war denn heute hier los? Für gewöhnlich war in einer Kirche des Innos nicht so viel los. Er lehnte den Novizen direkt neben Angroth gegen die Wand und ging dann nach vorne, wo der Priester dieser Kirche war. "Seid mir gegrüßt, geweihter Innos. Ich benötige eure Dienste, zwei meiner Freunde sind verletzt, wahrscheinlich sind ihre Wunden auch vom Sumpfwasser vergiftet."
Der Priester sah von dem Mann auf, um den er sich gerade kümmerte. "Noch mehr Verletzte? Bei Innos, was ist denn los?" Tomekk deutete auf die beiden Sumpfbrüder, die bequßtlos an der Wand lehnten. Der Priester hielt in seiner Arbeit inne und sah hinüber, folgte dann Tomekk und untersuchte die beiden. "Sie sind beiden schlimm zugerichtet. Besonders dieser hier" Der Priester deutete auf Angroth. "Aber ich kann mich jetzt nicht darum kümmern. Ich werde mich erst diesen beiden zuwenden können, wenn ich diesen Esteron behandelt habe. Und diese andere Frau, keine Ahnung, wie ihr Name war."
Tomekk nickte und ließ den Priester wieder an die Arbeit gehen. Hoffentlich würde er sich beeilen.
|
| 20.06.2003 20:28 | #212 |
| manmouse |
Im Gotteshaus bei Glycolus
Esteron lag noch immer auf dem Altar. Seine Augen geschlossen, sein Atmen flach, sein Körper gebeutelt von den schweren Verletzungen.
Wo war er? Wo war Lehna?
Als der Wanderer seine Augen öffnete, erblickte er nur die Hohen Decken des Gotteshauses. Dunkel war es. Der Altarraum wurde zwar mit einigen Kerzen und Fackeln beleuchtet. Aber trotz allem wirkte es kalt und dunkel hier drinnen. Der junge Mann versuchte sich aufzurichten. Mit jedem Zentimeter, den er seinen geschundenen Körper in die Höhe drückte, kamen ihm neue Schmerzen. Sein Herz schlug wie wild.
Bums......Bummms........Bummms
Esteron merkte in jeder Ader seines Körpers den Schlag seinen Herzens, den Druck der Blutintervalle, die durch seinen Körper jagten und in schwindeln ließen. Übelkeit stieg in ihm auf, Esteron versuchte dagegen anzukämpfen, schaffte es aber nicht und erbrach sich auf die dunklen Bodenfliesen des Gotteshaus.Schnell eilte ein Novize herbei, sah ihn nur mitleidig an und machte sich daran, den Schmutz zu entfernen.
“ Legt euch wieder hin. Meister Glykolus kümmert sich gleich um euch.“ Esteron nickte nur stumm und legte sich dann zurück auf den Altar. Er war in Sicherheit. Man würde sich hier um ihn kümmern, seine Verletzungen heilen. Doch wie war er hier her gekommen? Wo waren seine Freunde? Lehna?
Plötzlich hallten schritte in der Halle. Schwere, fast schleifende Schritte. Sie mussten einem altem Mann gehören. Der Novize der sich bei Esteron befand, sah auf. Auch er hatte den herankommenden Besucher bemerkt, schnell stand er auf und eilte ihm entgegen.
“Meister Glycolus, er ist aufgewacht.“ Der Priester blickte zuerst den Novizen, dann den Eimer und den dreckigen Lappen in seinen Händen und zuletzt Esteron an.“ Danke mein Sohn.“
Esteron schloss seine Augen, versuchte sich zu entspannen. Die Stimme des Priesters klang warm, fast beruhigend. Die Schritte kamen näher.“ Wie geht es dir mein Sohn?“, fragte der Priester an Esteron gewandt. Der Wanderer blinzelte dem Diener Innos in die Augen. Nicht fähig zu antworten. Dem Priester schien es nicht gut zu gehen. Schweiß stand ihm auf der Stirn, er wirkte irritiert, fast ein wenig abwesend.
“ Mach dir keine Sorgen mein Sohn. Ich werde versuchen dir Heilung zu gewähren. Sag glaubst du an Innos? Innos den Herrn?“
Der Wanderer nickte nur stumm. Er glaubte an Innos, mehr oder weniger.
“ Nun gut. Schließe jetzt deine Augen, versuche dich zu entspannen, folge dem Ruf Innos....folge dem Ruf.
Glycolus legte seine Hand auf die Stirn von Esteron.
“ Feuer verzehrt.... Feuer gibt Leben.
Ehre Innos, der in seiner unendlichen Weisheit und Güte, über uns steht und uns die Kraft gibt. Folge seinem Ruf, nach dir selbst. Wenn alle Geschöpfe verschwunden sind, siehst du das gestaltlose Feuer, das in sich zusammenfällt und wieder neu entsteht, in den verborgnen Tiefen des Universums. Innos, gebe mir die Kraft, die ich brauche um deinem verlorenem Sohn die Lebenskraft zu geben, die er benötigt.“
Esteron fühlte die Wärme, er fühlte das Leben den Strom, der in ihm aufkeimte, die Aura des Feuers. Der junge Mann legte den Kopf in den Nacken und sein Bewusstsein verschmolz mit der Zeit. Sein Körper wurde leichter. Hob sich leicht vom Altar. Der Raum füllte sich mit gleißendem roten Licht. Die Stimme von Glycolus begann zu beben, zu flattern. Der Magier sammelte seine letzten Kraftreserven.
“Höre sie, mein Sohn.
Höre die Stimme des Feuers!
Der Lebensatem fließt in mir.
Der Lebensatem umfließt mich.
Nimm ihn auf, und dir wird Heilung gegeben."
Die Aura um den Heiler und Esteron wurde noch einmal stärker. Entfachte sich in einer Welle, des Feuersturms. Kerzenständer fielen um und verbrannten nur. Glas zerbrach, begann zu glühen. Kehrte zurück in seine ursprüngliche Gestalt. Leid wurde genommen, Kraft gegeben.
Der Priester bäumte sich ein letztes Mal auf.
"Ich rufe dich an: Gott des Feuers, Heiliger Innos. Das Feuer soll ihn schützen und nichts was durch das Feuer kommt, soll ihm Leid zufügen.“
Dann sackte der Leblose Körper von Esteron wie eine Puppe schlaff auf den Altar zurück, Glycolus taumelte nach hinten. Novizen versuchten ihn zu stützen, die Robe des Feuermagiers war heiß, fast wie glühende Kohle. Der Priester schlug die Hände der Novizen, verächtlich zur Seite.
Er hatte es geschafft. Nicht so versagt wie bei der besessenen. Innos hatte ihm die Kraft gewährt, die arme Seele zu heilen. Den Rest würde die Zeit bringen.
|
| 20.06.2003 20:47 | #213 |
| Skeleon |
Ein weiterer, tiefer Schluck.
Die beiden ließen sich Zeit. Naja, sie hatten auch die meiste Arbeit geleistet, waren dafür nicht verwundet worden, dachte der junge Dieb.
Dumpf traf der Tonkrug auf die hölzerne Tischplatte.
Er hasste das Nichtstun, auch wenn es seinem Körper nicht schadete, sondern eher gut tat. Er wusste nicht, was Satura plante, aber er wünschte sich, sie begleiten zu können, ihr helfen zu können, wie er es versprochen hatte.
Plötzlich wurde die Tür aufgerissen und ein Mann mittleren Alters trat ein - sein Haar war bereits von grauen Strähnen durchsetzt und seine Haut wettergegerbt. Er schien ein Fischer oder Bootsmann zu sein, seiner Rüstung zu urteilen nach aber ein Stadtgardist. Vielleicht gehörte er zur Flotte?In jedem Fall trottete er leise fluchend auf die Theke zu, schnauzte 'Grog!' und ließ sich schwer auf den Hocker fallen. Irgendetwas schien den Mann mehr als irritiert, regelrecht wütend gemacht zu haben.
Leon spitzte die Ohren. Was den Polizeikräften schadete, war seinem Gewerbe im Normalfall nützlich. Vielleicht könnte er die Zeit auch rumbringen und ein paar Geschenke für Satura sammeln?
Die Wirtin maß den Gardisten mit abfälligem Blick, stellte ihm seinen Krug hin und verschwand diskret in die Küche. Wenig später tauchte durch die selbe Tür ein breitschultriger Kerl auf, stampfte zur Theke hinüber und ließ sich dem Gardisten gegenüber nieder.
"Wie läuft's denn so?" murmelte er ihm zu.
Der junge Dieb fluchte. Sie flüsterten zu leise.
Er trank das restliche Bier in großen Schlücken aus, erhob sich dann um es an der Theke abzustellen und schlenderte langsam in Richtung Hörweite der beiden Kerle.
"Verdammte Innos-Brüder, machen nur Scherereien. Erst die Inquisition, dann das." fing der Junge auf.
Es schien um ein Problem in dem Gotteshaus zu Gorthar zu gehen. Waren dort nicht noch Esteron und Lehna? Der Dieb stellte den Krug auf der Theke ab, zögerte dort kurz, wie um sich noch etwas zu bestellendes zu überlegen und lauschte. Zwei Tote bei einem Angriff einer Besessenen? Garde hat den Fall übernommen? Die Schuldige befindet sich weiter im Gewahrsam der Exorzisten? Von Esteron wurde zwar nichts gesagt, aber Leon war sich sicher, dass damit nur Lehna gemeint sein konnte. Vielleicht hatte Satura's Verschwinden damit etwas zu tun? Langsam ging der Junge zu seinem Platz zurück.
Egal - in jedem Fall musste er nach Esteron sehen, überprüfen, wie es um ihn stand. Und ob Lehna noch immer sicher verstaut war. Jetzt würden sie sie mit Sicherheit nicht mehr so einfach in einer Zelle sitzen lassen, dachte der Junge.
Nach dem, was die Inquisition Esteron angetan hatte, war sich der Dieb jedoch nicht sicher, ob das selbst die 'kleine Hexe' verdient hatte ... Mit gesenktem Blick ließ er sich auf seinen Platz fallen. Er würde Gardiff und Krieger davon erzählen, dann würden sie vielleicht auch etwas über Satura's Verbleib erfahren ...
|
| 20.06.2003 21:06 | #214 |
| Angroth |
Delirium in der Kapelle des Innos
Aus weiter Ferne klangen Stimmen zu dem Templer, es war eine bekannte Stimme darunter. Ihm fehlte aber alle Kraft sie zuzuordnen, er war sich auch nicht sicher wo er nun war; das Reich des Schläfers würde sicher nicht so isolierend sein. Als er sich aufrichten wollte er aber spürte das er keine Kontrolle mehr über seinen Körper besaß wollte er etwas sagen, doch auch sein Mund versagte ihm den Dienst. Nicht gerade wenig beunruhigt suchte er wenigstens die Augen zu öffnen, er glaubte nicht das es Nacht war und er deshalb nichts sah, er meinte zu spüren das seine Augen geschlossen waren. Unfähig selbst die leichten Lider zu bewegen lag er da und hörte dem Greis zu. Ein Wort drang durch die Ferne so deutlich wie die Tatsache das er sich nicht bewegen konnte: Innos! War es möglich das er zu Innos geholt worden war? Hatte der Gott ihn genommen? Aber warum? Er nahm seine Kraft zusammen und versuchte sich zu regen, unter größter Kraftanstrengung schaffte er es endlich seinen Kopf zu bewegen, ebenso einen Finger. Nur die Augen wollten sich nicht öffnen! Er stöhnte unter dem Schmerz den seine Regung verursacht hatte, hielt sofort inne in seinen Versuchen. Wenn das das Reich Innos war dann wollte er sich ein weiteres Mal umbringen, besser als hier zu leiden! In seinen aufkeimenden Gedanken spürte er das Beben der Erde, jemand schritt an ihm vorbei und entfernte sich dann, nur warum verspürte er dies so intensiv?
Dann kam der Schmerz in seine Glieder geschossen, das dunkel wurde weiss, unerträglich grell. Der Schmerz brannte in seinem Arm und in seinem Rücken, er brannte aus zahlreichen Wunden, er spürte eine warme Flüssigkeit an ihm herunterlaufen. Plötzlich und ohne seinen Willen bäumte er sich auf, gestützt an Kopf und Beinen hing seine schmerzerfüllte Hülle beinahe vollständig in der Luft. Eine Bewegung regte sich in ihm, er riss den Mund auf obwohl er sich mit aller Macht dagegen wehrte; ein Schrei erfüllt von Pein rollte durch die Kapelle, dunkel und dröhnend. Es schüttelte den Sumpfler heftig, er fiel zur Seite und frischte seine Wunde weiter auf, das Leid wurde unerträglich. Er musste kämpfen, er sah die Dämonen wiederkehren. Mit einem Male war es dunkel, der Nebel hing über dem Moor und seine Waffe wog leicht in seiner Hand. Die Wellen der Dämonen tosten heran doch er stand fest in der Brandung, suchte zu seinem verlorenen Schüler Rango durchzudringen. Immer wieder sah er ihn fallen und schreien, immer größer wurde seine Scham das er den Fischer nicht schützen konnte.
Angroth schrie ein weiteres Mal, Wut- und Schmerzerfüllt. Seine Stimme formte die Worte "Für den Schläfer! Erwache!" Und er fällte den Untoten Abschaum. Er verfiel immer mehr in Raserei da endete die Erinnerung so schnell wie sie begann und er wurde von dem grellen Licht geblendet, er schmeckte das dreckige Moor in seinem Mund.
Der Templer suchte Halt mit seiner Hand, streckte sie blind aus und erwischte das Bein des neben ihm wachenden Baal, er griff zu so fest er konnte und stöhnte weiter, wimmerte, aber er wollte keine Hilfe!
|
| 20.06.2003 21:17 | #215 |
| Todesfürst |
Irgendwo in Gorthar....
Er hatte sich schon umgedreht und war gegangen, da wurde er von der Frau zurückgehalten. Er drehte sich um und beantwortete ihre Fragen mit einer Unterart von Hektik in seinem Ton.
Nun gut so sei es. Mein Name ist Pergamo, Fürst Pergamo, aber die meisten nennen mich nur Fürst, aber wenn ihr es nicht so mit Titeln habt könnt ihr mich auch Pergamo nennen oder sonstwie, es ist mir ehrlich gesagt egal, wie ihr zu meinem Titel steht. Entschuldigt, aber es gibt viele Leute die mich aufgrund meines Titels verspotten und deswegen bin ich vorsichtig mit Äußerungen zu meinen Namen, doch ich bin stolz auf ihn. Doch ich erzähle Anekdoten...woher ich komme? Das ist eine sehr sehr lange Geschichte, die ich euch vielleicht bei Gelegenheit mal erzählen könnte, die Betonung liegt auf könnte. Und zu guter letzt, ich gehe zurück zu meinen Freunden Prix und Ra, die sicher schon ungeduldig auf mich warten. Ihr müsst wissen, wir wurden bestohlen. Prix ist Jäger und jagt Tiere in den Wäldern von Gorthar. Nun hat er seinen gesamten Monats oder dreimonats oder was weiß ich Vorrat in die Stadt geschleppt um sie zu verkaufen doch wir wurden von zwei schmierigen Kerlen ausgeruabt. Nun verfolgen wir eine Spur und hoffen schnell auf die Felle und das Fleisch zu treffen, denn die Krallen und Klauen haben wir schon bei potenziellen Käufern gefunden. Doch ich langweile euch damit nur. Zu guter letzt. Ich würde mich über eine weitere Begleitung freuen aber nur wenn ihr aufhört mich zu beschämen. Ich nehme weder Gold noch sonstetwas für so eine Gefälligkeit, wo sind wir denn, wenn man jetzt schon für sowas Gold nimmt? Auf jeden Fall planen wir bald in Prix Lager im Wald zurückzukehren, allerdings erst wenn wir das Zeug gefunden haben. Also was ist, wollt ihr mich immer noch begleiten?
Die Frau nickte nur und er sah das als Zustimmung. Komische Situation, doch er hatte später noch Zeit darüber nachzudenken was er da gerade getan hatte, nun musste er zurück zu Prix und Ra. Er lief zum Marktplatz und suchte ihn nach einem Brunnen ab. Als er ihn endlich fand, bog er in die Gasse ein. Die Frau folgte ihm, anscheinend würde sie mitkommen. Lange zog sich die Gasse hin, doch auch sie endete. Als er dann vor dem Laden mit dem Namen "Engri's Allerlei" stand sah er sich nur suchend um. Niemand zu sehen. Waren sie schon drinnen? Während er sich noch wunderte, sprangen zwei Schatten von dem Dach. Die Frau zückte instinktiv ihr Schwert, doch der Fürst erkannte schnell, dass es seine Gefährten waren.
"Halt, das sind meine Freunde, nicht angreifen."
"Wen hast du denn da mitgebracht?"
"Was habt ihr da oben gemacht? Naja mir egal, das ist...ähm wie heißt ihr eigentlich?"
"Oh ich vergaß.....mein Name ist Satura, ich bin eine Amazone.""Gut, darf ich vorstellen, das ist Prix der Jäger und Ra unser kleiner Banditenfreund. Ihr solltet ihn eigentlich kennen, kann es sein, dass er bei dem Banditenüberfall dabei war. Erinnert ihr euch? Er scheinbar schon. Aber lassen wir das, wir haben dazu keine Zeit. Habt ihr schon was herausgefunden?""Nein, wir haben nur hier auf euch gewartet."
"Gut, dann lasst uns den Laden mal betreten."
Alle nickten und sie betraten den Laden. Der Besitzer schaute hinter seiner Ladentheke hervor und setzte ein künstliches Lächeln auf. Mit freudiger Erwartung auf neue Kunden reibte er sich innerlich die Hände.
"Herzlich Willkommen bei Engri. Hier findet ihr alles was euer Herz begehrt. Sucht ihr alte Gegenstände von mutigen Abenteuren aus längst vergangenen Tagen oder vielleicht doch eher ein paar Lebensmittel. Oder edle Stoffe, oder wie wäre es mit weichen Tierfellen, frisch aus Drakia."
"So damit habt ihr euch verraten."
"Ich...ich versteh nicht ganz?"
"Frische Felle aus Drakia, für wie blöd haltet ihr uns. Wir suchen nach Fellen, die meinen Freund Prix von zwei schleimigen Typen geklaut wurden. Und wir haben die Information, dass ihr sie besitzt. Danke, dass ihr uns die Arbeit abgenommen habt."
"Ihr habt keine Beweise."
"Oh, Prix pflegt es seine Felle zu kennzeichnen. Dürfen wir die Ware einmal sehen?"
"Ok ok ihr habt gewonnen, die beiden Typen waren hier und haben mir das Zeug verkauft. Felle von Tieren und massig Fleisch. Damit macht man hier ein Vermögen."
"Was habt ihr dafür bezahlt?"
"Insgesamt 1200 Gold, eine ganze Menge. Woher sollte ich wissen, dass das Zeug geklaut war?"
"Erspart mir eure Lügen, sagt mir einfach, wo die Kerle hin sind.""Sie sagten sie wollen zur Kneipe "Zum fließenden Wein" um ihr Glück zu begießen, mehr weiß ich nicht."
"Lasst uns gehen, von dem erfahren wir nichts mehr."
Die Gruppe verließ den Laden und der Fürst freute sich, dass seine Lüge gelungen war, denn von Fellkennzeichnung wusste Prix genausoviel, wie über das Gemüt von einem Schattenläufer. Nur leider half ihnen das jetzt nicht viel weiter, denn jetzt mussten sie die Taverne erstmal finden. Doch zum Glück kannte sich Prix in Gorthar aus und auch die Kneipennamen schien er zu kennen. Er steuerte zielstrebig auf ein Haus am Marktplatz und deutete mit einer Handbewegung darauf. Hier müssen wir rein Alle sahen sich kurz an, wobei der Blick von ihm vorallem auf die Amazone fiel. Scheinbar hatte sie es eilig.
"Hört zu, es tut mir leid, dass wir euch in diese Geschichte verwickeln, aber ohne das Gold wird es schwer für uns. Schließlich hängt da ziemlich viel dran. Sobald wir es haben brechen wir auf."
"Verstehe."
Er fragte sich, ob sie das nur sagte, um ihn los zu sein, oder ob sie wirklich verstand warum sie das Gold brauchten aber das tat nichts zur Sache. Sie betraten nun die Kneipe in der Hoffnung, dass die Banditen noch da waren. Und tatsächlich, sie waren keine zehn Sekunden in dem Lokal, wo eine ordentliche Lautstärke durch das Gegrölle herrschte, da schrie Ra auf. Da vorne sind sie Doch leider bekamen das die beiden Banditen auch mit. Sie nahmen ihre Bierkrüge und schleuderten sie in die Richtung der Gruppe. Doch da einer der Krüge einen ziemlich gut gebauten Seemann traf, entwickelte sich innerhalb von Sekunden eine Schlägerei, die bald in der gesamten Kneipe tobte. Währenddessen machten sich die beiden im Hintereingang aus dem Staub. Doch wieder war es Ra, der dies bemerkte und machte die anderen darauf aufmerksam. Sie waren zu weit weg, um sich durch das Gewühl zu schlagen, deswegen mussten sie zum Haupteingang raus. Als er alle sah fragte der Fürst nur. Na alles noch heil bei euch? Die drei nickten und schauten nur gespannt. Na dann los, wir müssen sie verfolgen Alle rannten zum Hinterausgang, doch sie konnten niemanden entdecken. Sie blieben ratlos stehen und und schauten verzweifelt. Doch dann fiel Prix etwas auf. Sagt mal, was ist das denn da vorne? Alle schauten in die Richtung in die sein Finger zeigte und blickten dann auf ein Loch im Boden. Ein Eisendeckel lag daneben und gab dem Blick auf eine wabernde Finsternis preis. Tja da müssen wir nun runter, also los, sonst sind sie weg Leicht angewieder stieg er hinunter, während die anderen ihm folgten. Er hatte ein ungutes Gefühl bei der Sache, das letzte mal als sowas passierte, gestern, waren sie zu einer Sekte gekommen. Was sollte sie diesmal erwarten? Langsam ging es in die Tiefe, während die Finsternis blieb.
|
| 20.06.2003 21:29 | #216 |
| Tomekk |
Tomekk ging neben Angroth in die Hocke, als dieser von Fieberträumen geschüttelt wurde. Dann, plötzlich, schrie er. "Für den Schläfer! Erwache!" Tomekk sah sich unruhig um und sah, dass der Priester, geschwächt und nicht ganz sicher auf den Beinen, zu ihnen herüber kam. "Das Gift scheint schnell zu wirken. Aber was hat er da gerade gerufen?" Tomekk begann zu schwitzen. Wenn dieser Mann jetzt erfuhr, dass sie Diener des Schläfers waren, würde der Priester Innos' ihnen bestimmt den Dienst verweigern, und wenn sie noch so viel Gold bezahlten.
"Er leidet nur unter Fieberträumen. Es hat ihn wirklich schlimm erwischt", versuchte Tomekk sich herauszureden. Der Priester spürte, dass es zwar die Wahrheit war, der Fremde ihm jedoch etwas verheimlichte. "Wie ist es überhaupt zu diesen Wunden gekommen?", fragte der Priester. "Wir wurden im Sumpf Südwestlich von hier von einer Horde Dämonen angegriffen. Nur mit Mühe und Not kamen wir mit dem Leben davon." Der Priester nickte. "Die Dämonen treiben außerhalb der Stadt ihr Unwesen. In letzter Zeit wurde es immer schlimmer. Und jetzt, da die Inquisition nicht mehr hier ist, wird die Stadt selbst vielleicht auch nicht mehr lange verschont bleiben."
Inquisition? Wo war er denn hier hingeraten? Tomekk vermied es, eine weitere Frage in diese Richtung zu stellen und kam lieber zum Wichtigen. "Könnt ihr meinen Freunden helfen? Ich bitte euch, ihr seid ihre einzige Chance." Der Priester musterte die beiden eingehend und nickte dann. "Glauben sie denn an Innos? Ich darf nur Menschen heilen, die auch an Innos glauben" Tomekk stockte. Er spürte, dass man diesen Menschen nicht belügen konnte, also rettete er sich wieder in Halbwahrheiten. "Ihr Glaube ist stark, das könnt ihr mir glauben"
Der Priester nickte wieder. "Ich muß mich noch von der Heilung dieses anderen Mannes erholen" Er deutete in Richtung Altar. "Wenn ich wieder bei Kräften bin, will ich sehen, was ich tun kann." Tomekk bedankte sich und der Priester verschwand wieder in den hinteren Teil der Kapelle.
|
| 20.06.2003 21:51 | #217 |
| Angroth |
Delirium Vol. II
"NEIN! NEIN NEIN NEIN! Schläfer ich rufe dich an! Für die Ruchká! Ich darf nicht sterben! Ich darf nicht sterben! NEIN! RACHE!" brüllte er donnernd hinaus, man konnte fast meinen die Mauern erzitterten unter den Blasphemien die da ausgestoßen waren. Immer stärker verkrampfte er sich, Schweiß trat auf seine Stirn und rann in dicken Tropfen herab. Es warf ihn immer heftiger hin und her, ein paar Male stieß er sich auch an der Kapellenwand, drückte sich aber fest davon weg und wurde noch wilder. Er durchlitt nun eine weitere Vision, er sah den Dämonen der seine Wölfin getötet hatte und schüttelte den Kopf, heftig und widerstrebend.
Er wollte Cara nicht ein weiteres Mal sterben sehen, doch er hörte wieder das knacken und musste mit ansehen wie sie langsam zu Boden fiel, zu einer unnatürlichen Form verdreht. Tränen liefen seine Wangen hinab, Hass, Schmerz, Leid, Wut, Unwissen und Sorge machten sich mit einem einzigen Wort Luft das er nie gehört oder gesprochen hatte: "DASCHNAVAR!" Er erschlaffte, sein Atem flachte ab und die Krämpfe ruhten. Die Vision entschwand, wurde ungreifbar. Wimmernd und weinend wie ein Kind lag der Templer da und konnte nichts tun, er zitterte am ganzen Leibe.
Warum wusste er nicht, aber sein Augenlicht kehrte zurück, eine ausgezehrte Kraft belebte seine Muskeln und er fand sich in einem rostrot gesteinerten Saal wieder, neben ihm ein Mann den er kannte, ein Baal. Tomekk war es. Mit unklarem Blick schaute er den gesandten des Schläfers durch seine Tränendecke an und suchte seinen Namen zu formen. Er flüsterte, wohl kaum hörbar: "To .... Tomekk ...." dann spürte er wie sein Bewusstsein langsam entglitt, er wehrte sich aber konnte es nicht abhalten. Die kälte des Gemäuers drang in seine Knochen und betäubten ihn. Dunkel.
|
| 20.06.2003 22:01 | #218 |
| Satura |
Satura seufzte. Also denn, ab in das stinkende Loch von Kanalisation... Sie folgte den drei Männern behände in das stinkende Dunkel. Bald hatten sich ihre Augen daran gewöhnt, und sie folgte den drei Schatten vor ihr. Plötzlich blieb Fürst stehen - unsanft stieß die Amazone mit ihm zusammen und verkniff sich gerade noch ein Fluchen. Lauschend hielt Ra sich die Hand ans Ohr. Und tatsächlich, in der Ferne hörte man eilige Schritte.
Satura überwand ihren Ekel und folgte den Dreien durch die stinkende, rattenverseuchte Brühe. Sie musste aufpassen, nicht auszurustschen und der Länge nach in den Dreck zu fallen, als Fürst auch noch abrupt stehen blieb. "Pscht..." hauchte er. "Sie sind hier irgendwo..."
Satura grummelte und machte einen Schritt vorwärts - und jetzt geschah es, sie rutschte aus und plumpste unsanft auf ihr Hinterteil. Innos sei Dank war sie auf etwas Weiches gefallen!
"Auahh..." Hmm, etwas weiches, das "Auahh" machte? Blitzschnell zog die Amazone ihr Schwert und sprang auf. "Da sind die Kerle!" rief sie.
Sofort waren Prix und Ra an ihrer Seite, hielten die Banditen in Schach. "Na, ich habe gehört ihr ward so nett für uns auf unser Gold aufgepasst zu haben... denn mal heraus damit!" Satura glaubte, sogar im Dunkeln die Zähne des Jägers aufblitzen zu sehen, als er lachte. "Na los," sagte sie. "Worauf wartet ihr? Oder muss man euch erst Beine machen?" Sie setzte ihr bedrohlichstes Amazonengesicht auf und sah die beiden an - obwohl die das wenig beeindruckend finden würden, bei der Dunkelheit hier unten...
Erstaunlicherweise zeigten sich die zwei aufgrund der Übermacht rasch bereit, das unrechtmäßige Gold herauszurücken. "Hier, 1000 Goldstücke." sagte einer hastig. "Bursche, nimm uns nicht auf den Arm. Wir wissen wieviel es war." Ras Stimme war kühl und bestimmend. "Okay, okay, hier, 1200, aber mehr haben wir nicht, echt nicht!"
"Na, geht doch. Lasst uns abziehen." Prix nahm das Gold entgegen, und die kleine Truppe setzte sich in Bewegung, Richtung nächster Kanalausgang.
Wenige Minuten später kletterten vier stinkende Gestalten in das nächtliche Dunkel der Stadt hinauf. "Sieh an, was für ein Zufall." Ra grinste. "Dort vorne ist die Taverne, in der wir genächtigt haben. Wir brauchen noch unsere Sachen." Er sah Satura kritisch an - schien ihr nicht ganz zu trauen. "Wartet doch hier." meinte er zu Fürst gewandt.
Satura war darüber nicht unglücklich, Ra war für sie ein Bandit, und sie hatte das gefühl, dass er, wenn er nicht gerade auf das Drachenamulett in ihrem Ausschnitt starrte, von ihrem wertvoll verzierten Gürtel angezogen wurde. - Falls er überhaupt das Drachenamulett ansah. "Daran haben sich schon ganz andere die Finger verbrannt." meinte sie kühl, als sie seinen Blick abfing. Ras Lächeln erstarb, er zuckte mit den Schultern und machte sich mit Prix auf zur Taverne.
Wenig später kehrten die beiden mit ihrer Ausrüstung zurück, und endlich ging es los, raus aus Gorthar. Satura prüfte noch einmal, ob sie das Amulett wohl griffbereit hatte, dass sie bei Tannenberg als Botin ausweisen würde. Tannenberg... Dieses Monster, dieser Mörder... fast wäre auch Esteron ein Opfer seiner Blutgier geworden.
Bald ließen sie die Tore der Stadt hinter sich, und traten in den Wald hinaus. "Unser Lager ist ganz in der Nähe." meinte Fürst. Er war sehr still, redete wenig. Lag es an ihr? - Irgendwie hatte sie das Gefühl, sich aufgedrängt zu haben...
Nun, jetzt war es zu spät. Sie ging schweigend neben ihm her, und er hatte Recht, keine halbe Stunde später erreichten sie das kleine Lager. Satura beschloß, sich nützlich zu machen und entfachte ein kleines Feuer.
|
| 20.06.2003 22:19 | #219 |
| Rango |
...Schmerz und Leid verspürte der Novize als er ein weitersmal Wach wurde. Er hörte Schreie und wildes Pochern neben ihm und versuchte sich zu sammeln. "Aaah..." Rangos Puls raste bis er das Gefühl hatte, das das Blut aus seinem Kopf Platzen würde und er abdanken müsste. Doch er versuchte es zu verhinder; den Schmerz und den Druck, der in seinem Kopf immer weiter anstieg, zu unterdrücken.
Als der Novize vor Angst die Augen aufschlug, verschwand das unaushaltbare Gefühl. Licht durströmte seine Sinne.
Rango wurde ruhiger und versuchte stiller zu atmen. Er blickte neben sich, dort wo Angroth nun wieder wie Tot lag; keine Regung, keinen Ton...In diesem Moment schnellte der Druck wieder nach oben und Rango erbrach. Stinkendes Sumpfwasser und Blut, das sich wie ein einziger Pfropfen aus seinem Magen gelöst hatte und sich seinen Weg nach draussen suchte.Schnelles Atmen, anschnellende Angst es sei noch immer nicht vorüber, überfiel Rango wie ein Schlag. Hechelte und Hustete wieder Blut.
Der Fischer versuchte sich ein weiteres Mal zu sammeln, und versuchte zu begreifen wo er war. Mauern...bunte Fenster...
Bänke..."Nein...Allmächtiger...ich habe dir nicht Abgedankt... ich will hier nicht bleiben.." murmelte er noch etwas benommen in seine Robe und rutschte mit dem Rücken von der Wand auf den Boden. "Aaah"
Seine Rippen schmerzten als wenn sie alle gebrochen wären und sich in seine Lunge borten...
|
| 20.06.2003 22:53 | #220 |
| Tomekk |
Tomekk ging wieder neben Angroth in die Hocke, als dieser zumindest teilweise erwachte und anfing, sich zu verkrampfen und zu schreien. "DASCHNAVAR!" Dann beruhigte er sich wieder und sein Blick wurde einen Augenblick klar. "To... Tomekk" Angroth fiel wieder in die Bewußtlosigkeit zurück. Tomekk hoffte, dass es ein gutes Zeichen war, dass Angroth ihn erkannt hatte. Doch kurz darauf begann auch der Novize, sich zu rühren und zu schreien. Tomekk ging schnell zu ihm hinüber, kam aber zu spät, um zu verhindern, dass dieser zu Boden fiel.
Nun wurde der Atem des Novizen immer flacher und schwächer. Unterdess kam der Priester wieder zu ihnen und sah Tomekk streng an. "Diese heiligen Hallen werden durch dieses Geschrei entweiht", sagte er, doch ehe Tomekk etwas erwiedern konnte, die beiden waren immerhin schwer verletzt und nicht bei vollem Bewußtsein gewesen, da sah der Priester auch schon besorgt zu den beiden hinüber. "Es sieht schlimm aus. Die Lunge des einen scheint von seinen Rippen durchbohrt worden zu sein. Wenn nichts getan wird, wird er bald ersticken. Beim anderen ist die Vergiftung hingegen weit fortgeschritten. Auch er hat nicht mehr lange."
Tomekk schüttelte den Kopf. "Dann tut doch etwas. Ich bitte euch im Namen des..." ...Schläfers. Aber das konnte er jetzt nicht sagen. "Bei Innos, ich bitte euch" Der Priester sah Tomekk stumm an. "Ich bin noch immer nicht bei vollen Kräften. Aber meinetwegen, ich werde tun, was ich kann. Bringt die beiden dort hinüber auf die beiden Bänke." Tomekk griff zuerst Angroth unter die Arme und zog ihn zu den Bänken, die der Priester gemeint hatte, dann holte er den Novizen. "Aber ihr wisst, dass ich sie nicht umsonst heilen kann. Meine Kirche verlangt dafür eine kleine Spende..." Tomekk nickte. Das hatte er sich schon gedacht. "Wieviel?" - "Ich denke, wenn man sich die schwere der Verletzungen und der Vergiftung ansieht... 3500 Goldstücke." Tomekk stockte. Er hatte zwar das Gold, aber trotzdem erschien es ihm etwas viel für die Dienste, die der Priester tat. Es ging hier aber um das Leben von zwei Sumpfbrüdern. Tomekk nickte. "Fangt an."
Der Priester hob zunächst die Hand über den Novizen, der inzwischen kaum noch Luft bekam. Ein rotes Licht begann, die beiden zu umhüllen, und es wurde heiß, wirklich heiß. Dann breitete sich das Licht schlagartig im ganzen Raum aus und lies die Kapelle aussehen, als stände sie in Flammen. Als der Priester die Hand sinken ließ, atmete der Novize wieder frei und kräftig. "Ich habe nicht alle seine Wunden geheilt, sondern nur die Brüche und seine Lungen." Tomekk nickte.
Nun hob der Priester die Hand über Angroth und wieder erschien das Licht. Dieses Mal war das Licht inzensiver als bei dem Novizen, wenn auch noch nicht so stark wie bei der Heilung des Fremden, der noch immer auf dem Altar verweilte. Das Licht hielt auch länger an, verblasste zuletzt aber doch. Erschöpft griff der Priester nach Tomekks Schulter und ließ sich auf der Bank nieder. "Seine Vergiftung sowie die schwersten Wunden sind geheilt. Sie werden sich beide noch eine Weile etwas schwach fühlen, aber es besteht keine Gefahr mehr für sie." Tomekk bedankte sich mehrmals bei dem Priester, wobei er auch erfuhr, dass dessen Name Glycolus war. Der Baal überreichte Glycolus die vereinbarten 3500 Goldstücke und der Priester verschwand wieder im hinteren Teil der Kirche. Tomekk hingegen blieb auf einer Bank sitzen und wartete nun darauf, dass die beiden aufwachen würden.
|
| 20.06.2003 23:08 | #221 |
| Waldläufer |
Taverne ->Brunnen ->Kapelle und das gleich nach dem Aufstehen...Mit leisem Murmeln entrollte sich eine verschlafene Gestalt aus ihrem Schattenläuferumhang. Gardiff hatte sich mal wieder eine ruhige Ecke in dem Wirtshaus gesucht und sich da zur Ruhe gelegt. Ein Bett hatte der junge Vagabund schon seit Monaten nicht mehr benutzt und so zog er es vor lieber auf dem Boden zu nächtigen als sich die ganze Nacht in den weichen Betten zuwälzen weil er nicht einschlafen konnte.
Noch etwas müde wandelte der Waldstreicher hinunter in die Wirtsstube in der Leon saß. Nicht das Gardiff ihn erkannt hätte. Die Augen des Barden waren vom Schlaf noch reichlich verkleistert und so grummelte der Bursche nur „Na, wunderbar.“ als Leon ihm erzählte das Satura ohne sie aufgebrochen war. „Ich geh mir mal Wasser suchen. Am besten du bleibst hier und wartest auf Krieger“ grummelnd wand sich der Barde zum gehen um sich auf der Hälfte noch mal zu dem Gefährten um zu blicken. „Wie geht’s den Wunden ?“ und nach einem zuversichtlichen Nicken seitens Leons stiefelte der Waldstreicher los. „Ich glaub ich guck schon mal bei Esteron und Lehna vor bei als mach dir keine Sorgen wenn ich in zwei Bierhumpen nicht gleich wieder da bin...“ Die mehr oder weniger frische Luft einsaugend trat Gardiff vor die Tavernentür und sah sich um. Wo fand man nun in der Stadt Wasser? Eine verdammt gute Frage und suchend schlurfte der Gildenlose los. Scharend glitten die Schuhsohlen über das grobe Pflaster und leise vor sich hin schnaubend schleppte er sich durch die Gassen um schlussendlich einen städtischen Brunnen zufinden. Zwar kein Ort an dem man sich halb nackig ausziehen konnte um dann den ganzen Körper gründlich zu reinigen, doch wenigstens ein Platz an dem man getrost Kopf, Arme, Hände, Füße (hoffentlich trinkt niemand aus dem Brunnen) und noch dies und das was man säubern konnte ohne sich großartig zu entblößen.
Gereinigt und mit gewecktem Geist machte sich der Einhandlehrmeister auf dem Rückweg um dann jedoch nicht die Taverne auf zu suchen sondern lieber noch einpaar Schritte zur Kapelle zurück zulegen. Schon als der Bursche vor dem Torbogen des Gotteshauses ankam bemerkte er einige durch das leicht abgedunkelte Innere der Heiligenstädte schwerzuerkennende Gestallten und so pflanzte sich der Waldstreicher vor dem Portal an eine Säule und wartete schließlich musste man sich ja nicht mit in die Kapelle drängeln wenn schon Leute zu Besuch waren. ...
|
| 20.06.2003 23:20 | #222 |
| Angroth |
Mit einem plötzlichen Griff wurde der Templer in die reale Welt geworfen, er öffnete die Augen und sah zwei ausgebreitete Hände über sich, er spürte den Schmerz in seinen Gliedern, das unerträgliche brennen und stechen. Er war aus der Bewusstlosigkeit erwacht, doch was war das aus den Händen? Ein inneres Feuer entfachte sich rasch, verbreitete sich in jeder Faser seiner sterblichen Hülle und verbrannte die Pein. Obwohl er das Feuer spürte, merkte wie es über seine Haut leckte so tat es nicht weh, es heilte ihn. Die Wunden spürte er sich schliessen, merkte wie das stechen zurückging und auch aus den letzten Rissen verschwand.
Instinktiv atmete er stoßhaft ein, viel viel Luft floss in seine Lungen als er den ersten Zug genommen hatte von jener lieblichen Abendluft voll Salzgeschmack. Das göttliche Licht über ihm verblasste, er sah in das faltige Gesicht eines Graubärtigen alten Mannes der ihn aus dunklen, freundlichen Augen ansah, das Feuer Innos´ brannte darin. Der Mann schritt davon, Angroth setzte sich auf, sah ihm nach. Einige Momente schüttelte er den immer noch tief sitzenden Schmerz ab, blinzelte heftig und hielt sich die Schläfen. Befreit ächzte er auf.
Dann erinnerte er sich, seine Ruhe verschwand mit einem Schlag! "Rango!" platzte er heraus und er sah sich hastig um. Da lag der Novize, auf dem Rücken, eine Holzbank bettete ihn weniger gemütlich als es ein Bett tat, aber doch besser als jedes Moor. Der Lehrmeister wollte zu ihm, stellte sich auf die Beine und machte einige Schritte, jedoch schon weitaus langsamer als er es plante. Es geschah das er sein Gleichgewicht abhanden fand, im fallen fasste er sich wieder und fing sich an einer Bank auf, zog sich den restlichen Weg zu seinem schwer mitgenommenen Schüler.
Er wagte es garnicht ihn anzufassen, und behutsam wollte er nach des Fischers Hand greifen, zuckte eine male zurück bevor er sich doch durchrang. Er hielt seine Hand, betete zum Schläfer das er es schaffen würde, seine Schuld war es nie gewesen. Doch Rango blieb ruhig liegen. Als Angroth schritte vernahm und sich umdrehte sah er den Baal, musste den Blick aufrichten und sah neben Rango hockend zu dem hochgewachsenen Retter auf. Obwohl dies kein Haus des Schläfers war so wirkte er doch Autoritär wie nie, und der Templer grüßte ihn entsprechend: "Erwache! Danke für die Rettung, danke das der Schläfer in seiner Herrlichkeit gerade dich zu mir schickte."
|
| 20.06.2003 23:23 | #223 |
| Todesfürst |
In Prix Lager
Sie hatten es also geschafft, sie hatten ihr Gold, ihre Ausrüstung und waren wieder im Lager. Sie kamen schon im Dunkeln an, doch Prix hatte einen perfekten Spürsinn und wusste genau wo sein Lager stand, es war als ob er den Weg schon hundert Mal gegangen war und das war er wohl auch. Als sie in den schützenden Kessel kamen fühlte er sich gleich viel sicherer. Hier draussen war eine andere Atmospähre als in der Stadt. Er hatte sich eigentlich gefreut in die Stadt zu kommen, doch nun hatte er doch mehr Probleme als er dachte.
Er ging langsam auf einen Stein zu und setzt sich auf die felsige Materie. Er sah nur noch, wie Prix und Ra das dritte Zelt aufbauten, damit Ra nun auch einen Schlafort hatte und wie sich Satura daran versuchte ein Feuerchen zu machen. Sehr nützlich, dass würde er später brauchen. Doch mehr sah er nicht mehr, denn seine Augen wurden zu einem Seekanal in die Vergangenheit. Er sah auf das zurück, was geschehen war. Er musste immer seine erlebten Sachen verarbeiten doch heute war das anders als in den anderen Tagen. Er sah die Kapelle und die toten Novizen, die Frau, deren Name er immer noch nicht kannte, wie sie angekettet wurde und was davor alles passierte. Der Banditenüberfall, die toten Körper, die Gruppe, der verletzte Mann, der wohl mehr tot als lebendig war und nun fiel sein Blick zu Satura. Was hatte sie mit all dem zu tun? Konnte sie Antworten geben? Und was wollte sie eigentlich hier? Langsam arbeiteten seine Gedanken doch es began sich ein Netz zu spinnen, ein Netz der Ruhe. Noch einige Zeit blieb er dort sitzten bis das Netz fertig gesponnen war. Er fühlte sich deutlich besser, denn er hatte einen Teil seiner inneren Ruhe wieder gewonnen. Nun fühlte er sich bereit zu der Amazone zu gehen die, am Lagerfeuer saß. Langsam ging er zu ihr und setzte sich ihr gegenüber. Das Feuer bildete eine natürliche Barriere zwischen ihnen, so dass sie gerade durch die Flammen blickten.
Sagt mal, was für eine Rolle habt ihr bei dem Banditenüberfall gespielt? Und nochwas. Was macht ihr eigentlich hier, oder sucht ihr was bestimmtes in dem Dickicht?
|
| 20.06.2003 23:29 | #224 |
| Tomekk |
"Erwache, Angroth. Ich bin froh, dass du lebst. Es war knapp, wirklich verdammt knapp. Mach dir keine Sorgen um Rango, er schläft nur und wurde bereits vom Priester dieses Hauses behandelt. Er ist außer Gefahr. Jetzt, da alles vorbei war, war Tomekk wieder vollkommen ruhig und gelassen. "Ich denke, wir sollten ihn schlafen lassen, bis er von selbst aufwacht." In Tomekk hingegen stieg nun ein Gefühl auf, das er nur zu gut kannte. Und es gab nur eine Möglichkeit, es loszuwerden.
Mit einer Handbewegung bat er Angroth, mit ihm vor die Tür des Gotteshauses zu gehen. Angroth nickte und folgte Tomekk nach draußen, wo dieser Angroth einen Traumruf reichte und sich selbst einen anzündete. "Ah, das habe ich vermisst", meinte der Baal und das Gefühl, das ihn nicht losgelassen hatte, wich langsam einer allgemeinen Entspannung.
|
| 20.06.2003 23:37 | #225 |
| Satura |
Satura stocherte gedankenverloren mit einem Langen Ast in der Glut. Sie sah kurz auf als der Fürst sie ansprach und senkte dann lächelnd ihren Blick."Ihr fragt sehr viel, junger Fürst." Sie schwieg kurz und starrte lächelnd in das knisternde Feuer.
"Woher wisst ihr von dem Überfall? - Ich habe gar keine Rolle gespielt. Wir haben uns lediglich gegen ein paar Bastarde verteidigt, die sich selbst wissend in eine gefährliche Situation gebracht haben. Das wenige, was ich besitze, lass ich mir nicht nehmen; und wer weiß, was diese Banditen mit uns Frauen gemacht hätten, wären wir in ihre Hände gefallen?" Sie schwieg und sah ihr Gegenüber aufmerksam an.
Ihre Gedanken schweiften ab; sie musste an Leon denken. Sie hoffte, er würde verstehen, warum sie alleine gegangen war... Blödsinn, er wusste ja nicht einmal wieso sie gegangen war... Es wurde kühl, und sie vermisste ihn. Er war nicht da, und sie hätte sich so gern an ihn gekuschelt... Sie vermisste seine Wärme, seine sanfte Stimme, seinen Halt...
Sie schreckte aus ihren Gedanken - immerhin war sie nicht alleine. "Und was führt Euch hierher?" Begann sie erneut. "Hier, in diese gefährliche Einsamkeit hier draussen, ausserhalb der Stadt?"
|
| 20.06.2003 23:53 | #226 |
| Todesfürst |
Am Lagerfeuer...
Woher ich davon weiß? Ich habe den Überfall zwar nicht gesehen, aber Ra hat mir erzählt was vor sich ging. Deshalb frage ich ja, denn ich bin auf der Suche nach der Wahrheit. Ich will wissen was an jenem Tag wirklich geschah. Und vorallem will ich wissen, wer die Banditen angezündet hatte, sie mögen vielleicht unehrenwerte Menschen gewesen sein, aber ich weiß nicht, wer das Recht so hat zu sterben, dass hat niemand verdient. Und so weit ich weiß, wollten die Banditen nur euer Gold und nicht euer Leben. Natürlich kann man sich auch irren aber trotzdem. Und warum weicht ihr aus? Ich hatte euch gefragt, was ihr hier zu suchen findet oder warum ihr hier seid? An was denkt ihr? Darf ich mal raten. Ihr denkt an den jungen Mann der bei euch war. Hab ich Recht? Nun ja, es steht euch schließlich frei zu antworten. Was mich hier her führt? Hier draussen ist es wunderbar, ausserdem ist Prix ein guter Lehrer und man kann viel von ihm lernen, wenn man ihn beobachtet. Ausserdem hält mich nichts in irgendwelchen Städten. Khorinis verließ ich, weil.....nun ja und Gorthar verließ ich eher unbewusst, ich bin noch nicht oft da gewesen. Aber schützende Mauern sind nur Schall und Rauch. Hier draussen sind Tiere und Banditen aber dafür gibt es hier draussen alles was man zum leben brauch. Ich fühle mich hier wohl.
Die Stille lag über dem Lager und nur das Feuer knisterte. Scheinbar waren die Glutsterne das einzige was knisterte, doch irgendwie konnte es den Fürsten nicht erwärmen, obwohl er nicht einmal fror, fühlte er sich kalt und einsam. Auch würde er es nicht mehr lange machen, er war ziemlich müde.
|
| 21.06.2003 00:02 | #227 |
| Angroth |
Sie verliessen die Hallen Innos´ und tauchten ein in die Nächtliche Metropole der schicksalsschweren Stadt Gorthars. Die Wachtürme leuchteten tief in das dunkle Meer hinein, den Matrosen und Kapitänen da draussen ein Leuchtfeuer und ein Orientierungspunkt. Der Baal rauchte den Traumruf genüsslich, doch irgendwie sträubte der Templer sich zunächst das Kraut zu geniessen, doch dann kümmerte es ihn nicht weiter. Er fragte Tomekk ob er dessen Glut zum entzünden nehmen konnte, was ihm gewährt ward. So standen sie vor der Kirche eines fremden Gottes und rauchten, erst jetzt wurde es dem Brauer wirklich gewahr wo er sich befand. Er war von einem Diener Innos gerettet worden, durch Magie! Die unehrenhafte Magie die er verabscheute war nun der einzige Grund warum er noch leben durfte, das war sehr schwer zu begreifen für ihn.
Einige leichte Wunden brannten immer noch, aber sie waren bedeutungslos im Gegensatz zu dem Schmerz aus seinen Fieberträumen. Eine Weile standen sie stumm da, nur das glimmen der Traumrufe verursachte ein sachtes knistern, das Meer rauschte und einige Möven gaben sich der Nachtaktivität hin. Auch einige Menschen waren zwischen den Tavernen unterwegs, aber keine wirklichen Massen. Angroth fühlte sich immer noch schwach, aber Fragen quälten ihn die er beantwortet haben wollte. Doch er stellte sie in den Hintergrund. "Willst du mir etwas sagen?"
|
| 21.06.2003 00:07 | #228 |
| Satura |
Satura sah ihn mit einer Mischung aus Entsetzen und Staunen an. "Angezündet? Sterben? - Wir haben die Toten angezündet, damit ihr Leichengift nicht den Boden verunreinigt, und weil wir keine Leichen herumliegen lassen wollten... Wie kommt Ihr drauf wir würden Lebende anzünden?" Sie schüttelte entsetzt ihren Kopf. "Hat dieser Ra das erzählt? Dann ist er ein Lügner." Ihr Blick wurde hart - nein, sie mochte diesen Ra von Anfang an nicht.
"Wir haben uns lediglich gewehrt; ob diese Banditen uns nicht töten wollten, konnten wir nicht wissen, das werdet ihr doch einsehen. Und wie gesagt, wer sagt mir, dass sie es nicht auf mehr abgesehen hatten bei Lehna und mir." Sie war wütend; wie konnte der Fürst nur glauben, sie würden lebende Banditen anzünden. Klar, machen wir dauernd, die geben so ein schön helles Licht! Die besten Sturmfackeln die's gibt! Brennen total lange!
Sie schwieg und stocherte wieder in dem Feuer herum. "Wie gesagt, ihr fragt zu viel. Nur soviel, ich muss die Inquisition finden." Mit der Inquisition musste man vorsichtig sein... zumindest, ob man sich dafür oder dagegen aussprach - beides konnte einem hier zur Zeit schnell zum Verhängnis werden.
|
| 21.06.2003 00:20 | #229 |
| Tomekk |
Tomekk nickte und nahm einen weiteren Zug seines Traumrufs, bevor er etwas sagte. "Ja, du hast Recht. Ich bin mit dir nicht nur zum Rauchen hier raus gekommen. Ich dachte, dass es besser wäre, wenn der Innosgeweihte unser Gespräch nicht mitbekommt." Tomekk machte eine Pause, in der er wieder ein seinem Traumruf sog und den Rauch danach in den Wind blies. "Du hast in deinen Fieberträumen... Dinge gesagt, die für mich nicht so klangen, als wären sie blosse Hirngespinste. Du sprachst von den Ruchká und hast nach Rache verlangt. Und einmal hast du einen Namen geschrieen, der für mich so klang, als stamme er direkt aus der Hölle selbst."
Tomekk sah Angroth mit festem Blick an. "Du hast >> Daschnavar << gerufen. Es klang so, als wäre dir dieser Name vertraut." Tomekk stellte keine direkten Fragen. Wenn Angroth es wollte, würde er dem Baal erzählen, worum es ging, und sonst nicht. Das war nun seine eigenen Entscheidung.
|
| 21.06.2003 00:26 | #230 |
| Todesfürst |
Oh, ihr sehe ihr habt mich falsch verstanden. Ich redete von den Leichen der Banditen, nicht von lebenden. Und Ra hat damit nichts zu tun, ich war selbst da. Der Regen hat euch einen Strich durch die Rechnung gemacht, wisst ihr wie das aussah? Verkohlte Menschen, ihre Wunden. Ich glaube nicht, dass ihr das wisst. Und was habt ihr gegen Ra, mir fällt auf, dass ihr nicht sehr viel von ihm haltet. Ich vertraue ihm, ob ich mich da täusche sei dahingestellt aber ich sehe nichts schwarzen in seiner Seele, ich denke er ist ein guter Junge. Und warum glaubt ihr so sehr an das Schlechte? Sicher Banditen sind Banditen, ich will daran auch nichts schön reden, aber Ra hat mir von der Frau erzählt. Sagt mir, könnt ihr mir den Namen nennen? Nun ja, er erzählte wie sie tötete und auch wenn ich es nicht sah, ich sah die Wunden der Toten und diese waren eindeutig. Und warum glaubt ihr, hätten sie etwas mit euch gemacht? Ihr wirkt nicht, als ob ihr euch nicht verteidigen könnten, im Gegenteil. Und von dieser Frau, bei ihr glaube ich an nichts mehr. Doch wir können die Zeit nicht zurückdrehen, wir können das Geschehene nicht mehr ungeschehen machen. Also lasst uns dieses Thema beenden, ich möchte mich nicht mit euch streiten, dazu fehlt mir die Kraft und es ist auch nicht mein Begehr. Zum Thema Inquisition, dazu weiß ich nichts. Ich habe etwas von ihr gehört, doch ehrlich gesagt, weiß ich nichts von ihr. Und wie es aussieht wollt ihr mir auch nichts darüber erzählen. Nun gut, dann werde ich mal gehen, ich bin müde, ich brauche die Kraft für morgen. Schlafen könnt ihr überall hier im Lager ausser in den Zelten. Wenn ich euch einen Rat geben darf, hütet euch vor Prix Zelt, erist seit einem Wolfangriff recht reizbar. Ansonsten wünsche ich eine gute Nacht und das ihr einigermaßen Erholung findet und vielleicht wollt ihr mir Morgen ja etwas mehr erzählen. Auf Wiedersehen.
Der Fürst erhob sich von dem Feuerchen und stiefele Richtung Zelt. Als er innen drin war, zog er seine Rüstung und den Rest von dem Zeug aus, nahm seine Dolche und legte sie unter das Kopfkissen. Es wirkte so alltäglich, wie lange machte er das nun schon. Es wirkte so langweilig und doch wae es so subtil. Er hatte keine Chance darüber nachzudenken, denn bald darauf übermahnte ihn der Schlaf.
|
| 21.06.2003 00:43 | #231 |
| Angroth |
Jetzt wo es der Baal erwähnte fiel es ihm ein. Er erinnerte sich an den Dämonen, den Triumph den er ausgekostet hatte als er Cara vernichtete. Er hatte mit ihm gespielt, er hatte ihn kontrolliert. Wie das unnatürliche Wesen hieß wusste er nicht, doch irgendwie hatte er den Namen herausgeschrien als gehören die beiden zusammen. Er kannte keinen Daschnavar, und doch wusste er das dieser Name für nichts gutes stehen konnte. War jener unheilvolle Dämon Daschnavar? Er stockte als er Tomekk antwortete: "Ich habe nie einen Daschnavar gekannt noch weiss ich wie ich auf den Namen komme. Aber er klingt als habe er viel Schmerz gesehen."
Der Blick Angroth´s ging ins leere und er vergass sein Kraut. Wer war Daschnavar? Er würde die Schwarzmagier befragen müssen, ansonsten fiel ihm kein Rat ein. Aber er hatte das Gefühl der Name hatte etwas mit seinem Widersacher aus der Ebene zu tun. Er kehrte in sich und wurde ruhiger. War Daschnavar überhaupt ein Name? war es nicht vielleicht eine Formel für irgendeinen niederträchtigen Zauber? Aber warum hatte er den Namen in Zusammenhang mit seiner Rache ausgesprochen? Er hatte zu viele Fragen für die er keine Antworten kannte. Er hatte ein wenig Angst davor die Wahrheit zu erfahren, doch konnte ihn dieser Name schon eine Menge weiterbringen ...
|
| 21.06.2003 00:50 | #232 |
| Tomekk |
Tomekk nickte. Konnte es stimmen, dass Angroth wirklich nicht wußte, was Daschnavar bedeutete? Der Baal sah ihm in die Augen, aber deren Blick ließ auch keinen anderen Schluß zu. Wieso hatte er dann dieses Wort geschrieen? Wieso hatte er von Rache gesprochen? Tomekk war ratlos. "Ich hoffe, dass du es rechtzeitig herrausfinden wirst. Ich habe das Gefühl, dass es nicht das letzte Mal war, dass du diesen Namen hörst." Nein, wirklich nicht.
Tomekk rauchte seinen Traumruf zu Ende und warf den glimmenden Stengel dann zu Boden, wo dieser weiterbrannte. Bald würde nur noch ein Häufchen Asche von ihm übrig sein, dass dann vom Wind davongetragen werden würde, um anderswo den Boden zu düngen. Das war der Kreislauf der Natur. "Komm, Angroth. Lass uns wieder rein gehen und nach Rango sehen. Er müßte bald aufwachen." Hoffentlich zumindest. Tomekk sehnte sich schon jetzt zurück in seinen Sumpf. Sein Magietraining hatte in den letzten Tagen auch gelitten. Das würde er unbedingt ausgleichen müßen.
|
| 21.06.2003 01:07 | #233 |
| Angroth |
Angroth nickte dem Baal hinterher, der in die Kirche zurückdrängte. Während er eintrat bemerkte er seinen Stengel in der Hand und warf ihn schnell fort, das Glimmen deutete noch eine Weile von seinem letzten Aufenthaltsort. Drinnen war es ebenso kühl wie draussen, nur hier fühlte er sich weniger wohl da es nicht eine Halle des Schläfers war. Ihm wurde immer so schwer ums Herz in Gebäuden des Feuergottes. Rango lag immer noch schlafend auf der Bank, er rührte sich nicht. Der Templer sah zu Tomekk, sah dessen Heimweh in den Augen und rang sich ein grinsen ab: "Wäre es nicht besser du kehrst in den Sumpf zurück, mit dem nächsten Schiff? Du scheinst dich hier nicht wohl zu fühlen."
|
| 21.06.2003 01:16 | #234 |
| Tomekk |
Tomekk sah den Templer an und nickte. "Ja, du hast Recht. So fern des Sumpfes fühle ich mich unwohl. Aber ich kehre nicht eher zurück, als das meine Aufgabe, wegen der ich hierher gerufen wurde, erfüllt ist. Ich weiß zwar noch immer nicht genau, was diese Aufgabe ist, vielleicht war es auch nur, euch beide lebend aus diesem untoten Mob zu holen, aber ich werde es wissen, wenn es soweit ist, dessen bin ich mir sicher." Nun mußte Tomekk aber grinsen. "Unterdess... ich brauche kein Boot, um zurückzukommen. Hierher mußte ich ein Boot nehmen, aber zurück komme ich in einem Wimpernschlag. Immerhin bin ich der Magie mächtig" Er zwinkerte Angroth zu.
Nun stellte er aber doch die Fragen, die ihm noch immer auf der Seele brannten, mit leiser Stimme, damit keine Mäuschen ihre Unterhaltung mithören konnten. "Ich habe aber trotzdem noch zwei Fragen, Angroth: Was wolltet ihr dort in diesem Sumpf und wo kamen die Untoten Horden her? Ich meine, ich traue dir schon zu, dich nicht auf einen Kampf einzulassen, den du unmöglich gewinnen kannst"
|
| 21.06.2003 01:58 | #235 |
| Angroth |
Wieder stellte der Templer seine Fragen zum Wohle des Wissensdurstes seines Gegenübers zurück, sein Blick wanderte an den Fenstereinlassungen entlang die Bildnisse von Rhobar aus dem Krieg gegen die Orks zeigten, gewaltige Schlachtendioramen, Helden und Heilige des "Gottes der Gerechtigkeit". Rhobar war Schuld gewesen das die Situation für die Clans im Süden überhaupt erst zum Krieg gebracht wurde, er hatte Unruhe verursacht, wie ein Stein der schwer ins Wasser fiel und dessen Wellen sich in alle Richtungen ausbreiteten. Warum seine Familie jenem Gott ebenso fürchtig gewesen war wie er jetzt dem Schläfer konnte er nicht nachvollziehen.
Er dachte nach, konnte er Tomekk vertrauen? Sicherlich, er war ein Baal, unmöglich das er ein Werkzeug des Bösen werden könne. Die schützende Hand ihres Gottes haftete über seinen Predigern besonders stark. Er schlug den Blick nieder und fing an zu erzählen: "Meine Familie hat eine lange Vergangenheit, euch alles zu erzählen würde sicher mehr als diese Nacht in Anspruch nehmen; ich fasse mich also kurz. Es gab in lang zurückliegender Vergangenheit einen Krieg gegen Orks, in dem spielte mein Clan ein wichtige Rolle. Eines Tages wurden wir gestellt und vollständig vernichtet, nur ein Sohn schien überlebt zu haben. Aus ihm erstand unser Clan erneut. Die Ruinen der Heimstatt meines Clans sind in Vergessenheit geraten, ich dachte sie könnten dort zu finden sein. Und woher die Untoten kamen vermag ich nicht zu wissen, der Ort scheint etwas wertvolles zu besitzen."
|
| 21.06.2003 02:05 | #236 |
| Tomekk |
Tomekk hörte seinem Gegenüber aufmerksam zu. Dies ganze hatte also mit Angroths Abstammung zu tun. Sein Clan, wie er es nannte. Wenn dies alles bis auf die frühen Orkkriege zurückzuführen war, dann mußte es wahrlich eine große Tragweite haben. "Ich glaube, du bist da in etwas sehr großes hineingeraten. Wahrscheinlich wird es dich noch lange verfolgen und dich nicht kampflos loslassen. Eines Tages wirst du dich sicher diesem... Daschnavar stellen müßen. Wenn es soweit ist, kannst du auf meine Hilfe bauen, wenn du sie denn haben willst. Sei dir dessen gewiss.
Aber was meinst du? Ich habe gesehen, dass es hier viele Gasthäuser gibt. Wollen wir nicht für heute Nacht in eines einkehren? Zu zweit sollten wir Rango ohne weiteres dorthin bringen können."
|
| 21.06.2003 02:51 | #237 |
| Angroth |
Immer noch sehr erschöpft von der Reanimation nickte er, gemeinsam packten sie an dem bewusstlosen Novizen, der Templer die Füße und der Baal die Arme. Schwer taten sie sich, aber sie hievten den schweren Mann doch in ein Gästehaus; die Portierfrau sah neugierig nach dem schlafenden, doch ihre Neugierde wurde mit einem schlichten "Betrunken" niedergeschlagen. Tomekk wollte schon wieder bezahlen, doch irgendwie hatte Angroth den drang ihm zuvorzukommen und zückte einhundert Goldstücke für zwei große Zimmer mit gemütlichen Betten. Freundlich lächelnd führte die Frau sie daraufhin zu den Zimmern und wünschte eine angenehme Nacht. Der Templer und der Baal brachten den Schlafenden in ein Bett wo er friedlich schnarchte. Dann sah der Lehrmeister den Magie - Aspiranten an, wollte sich für die Nachtruhe verabschieden.
|
| 21.06.2003 03:34 | #238 |
| Tomekk |
Tomekk sah Angroth an. "Gute Nacht, Angroth. Ich denke, ich werde noch ein paar Tage hier bleiben. Ich glaube sowieso, dass wir morgen der Schlafmütze da drüben noch einiges zu erklären haben" Er grinste. "Der Schläfer sei mit dir und bis morgen"
Tomekk begab sich nun zu seinem Bett, legte sich hin und schlief schnell ein. Es war ja auch ein harter Tag für ihn gewesen.
|
| 21.06.2003 11:51 | #239 |
| Todesfürst |
In Prix Lager
Stille herrschte als er aufwachte. Oder war das wirklich Stille? Nein, er befand sich immer noch im Schlaf, doch nun zwang er seine Augen aufzuwachen, sich zu öffnen. Als er dann wach war, war nichts mehr still, sondern das Geräusch von Vögeln war deutlich zu hören. Sie erhellten mit ihrem Gesang den ganzen Wald und brachten Leben in ihn zu so früher Stunde. Langsam und schwer machte er sich daran aufzustehen, er hasste sowas. Die Matratze war zwar einigermaßen bequem aber gegen ein Bett kam sie nicht an. Doch er hatte es so gewollt und so soll es auch bleiben. Als er sich seiner Rüstung bemächtigt hatte und auch der Rest von Kopf bis Fuß stimmte, zog er seine Dolch unter dem Kissen hervor. Eine Sache, die er jeden Morgen und jede Nacht tat, es wirkte langweilig, ja gar öde und doch faszinierte ihn dieses alltägliche, diese Gewohnheit. Bevor er sie wegsteckte betrachtete er sie einmal näher. Das hatte er schon lange nicht mehr getan, obwohl doch auch Schönheit von diesen Kampfwerkzeugen ausgang. Sie zogen ihn in ihren Bann, doch irgendwie war das doch Schwachsinn. Man konnte doch nicht von Dolchen beherrscht sein, oder etwas doch? Jedenfalls riß er sie von seinem Auge und platzierte beide in ihren Verstecken an seinen Stiefeln. Danach verließ er sein Zelt.
Noch leicht verschlafen und mit einem Gähnen sah er sich um, es war niemand zu sehen. Oder waren seine Augen voller Schlafkörner, dass er auch hier noch träumte? Er nahm seine Wasserflasche und übergoß sich damit den Kopf und das Gesicht. Nebenbei, dass das auch gut tat, konnte er nun wieder ordentlich schauen. Und es war tatsächlich niemand da. Niemand? Doch Satura lag noch am Feuer. Sie hatte es sich auf der Bank bequem gemacht, soweit das möglich war. Naja, wenigstens war die Nacht nicht kalt. Sein nächstes Problem waren seine Beine, die auch noch nicht wirklich bereit waren zu gehen, doch am Ende schaffte er es zum Feuer zu kommen. Er sah sie an, ihre Waffen konnte man ansatzweise erkennen, da das Metall von der Sonne gespiegelt wurde und es so glänzte wie ein Spiegel. Wie sie so schlief wirkte sie hilflos und schwach, doch das konnte man wohl von jedem Schlafenden behaupten. Irgendwie war ihm bei dem Gedanken nicht wohl, denn er kannte sie ja kaum und sie war bei der Gruppe die....er überlegte nicht lange und versuchte das Geschehene zu verdrängen, was aber nicht wirklich gelang. Er musste weg, zumindest für eine Weile.
So leise wie möglich stand er wieder auf und verließ den Kessel in Richtung Wald. Er wollte an den Bach und das konnte er gleich mit einem Waldlauf verbinden. In der Hoffnung bei seiner Rückkehr wieder bei reinen Gedanken zu sein sprintete er dann los.
|
| 21.06.2003 12:24 | #240 |
| Skeleon |
Dunkelheit. Wohlige, warme Dunkelheit.
Plötzlich fühlte sich der junge Dieb darin gestört. Irgendjemand riss an seiner Schulter herum. Mürrisch schlug er mit geschlossenen Augen nach dem Übeltäter, ein Klirren war die Folge.
Fluchend öffnete er die Augen.
Krieger stand neben ihm und zog an seiner Schulter. Sein Bierkrug lag zerbrochen am Boden. Satura war noch immer fort.
Er war am Tisch eingeschlafen.
Wie um seine übertriebene Reaktion wieder gut zu machen hob der Junge besänftigend die Hand Richtung Krieger.
"Mnbin mmüde." murmelte er.
Krieger war erbarmungslos.
Nur Augenblicke später tauchte er wieder auf und übergoß ihn mit einer Schale voll kaltem Wasser.
Prustend wurde Leon in die Realität zurückgeworfen.
"Scheiße! Warum weckst du mich?!"
"Gardiff und Satura sind weg."
Leon nickte nur und stützte seinen Kopf wieder auf die auf dem Tisch verschränkten Arme, gleich darauf riss Krieger wieder an seiner Schulter."Ja, ich weiß! Satura ist weg! Gardiff ist im Innoshaus! Ich warte hier auf dich! Verflucht, lass mich ..."
Er realisierte selbst erst etwas verzögert was er gesagt hatte. Satura war weg. Er musste sie suchen.
Plötzlich ging alles sehr schnell. Mit dem Fuß kehrte Leon die Scherben unter den Tisch, packte sich sein Lederbündel auf den Rücken und verließ mit immer noch triefenden Haaren die Wirtsstube, blickte sich etwas verwirrt auf der Straße um und stapfte schnell Richtung Gotteshaus, gefolgt von Krieger, der über den Wankelmut Leon's nur den Kopf schütteln konnte.
Der Aufruhr bei den Innos-Brüdern musste etwas mit Lehna zu tun gehabt haben. Und das könnte etwas mit Satura zu tun haben, rief sich der Junge in's Gedächtnis. Geschwind liefen sie die kleine Erhöhung zur Kirche des Feuergottes empor.
|
| 21.06.2003 12:55 | #241 |
| Satura |
Als Satura erwachte, stand die Sonne schon hoch am Himmel. Ihre Glieder schmerzten von dem unbequemen Ruhelager... sie hätte doch in der Taverne bleiben sollen, da wäre sie jetzt neben Leon aufgewacht, und... Sie verscheuchte die Gedanken an den jungen Dieb - sie musste ihren Auftrag ausführen, damit Esteron am Leben blieb. Am Leben blieb? Hatte der Heiler nicht gedroht, Esteron würde sterben, wenn sie den Brief nicht überbringen würde? - Aber wie wollte er das anstellen, wenn Esteron nicht mehr bei ihm war, schließlich würde er den jungen Wanderer kaum in der Kapelle zurückhalten können? Sie hasste ihre Naivität, doch andererseits wusste sie auch zu wenig von der Kunst des Heilens - jemand der bewahrt, kann auch zerstören, oder?
Das Lager lag still da, niemand war zu sehen. Die Amazone beschloß, ein paar Kräuter suchen zu gehen.
Nahe des Lagers fand sich ein kleiner Bach, an dessen Ufern eine herrliche Vielfalt von Kräutern wuchs. Irgendwie übte die Tätigkeit des Kräutersammelns eine beruhigende Wirkung auf sie aus, schon als sie klein war, hatte sie es geliebt, zusammen mit Cord durch die Wälder zu streifen. Cord... wenn er wüßte, welches Leid die Anhänger Innos über dieses Land gebracht hatten...
Flapp... flapp... Wie sie dieses Geräusch der regelmäßig schlagenden Flügel mittlerweile haßte... Eilig sprang sie hinter einen großen, moosbewachsenen Baumstumpf. Sie duckte sich instinktiv und presste ihren Körper an das feuchte Moos, hoffend der Dämon würde sie übersehen.
Jeder Muskel in ihrem Körper war angespannt, ihre Hand ruhte auf ihrem Schwert, und sie bemühte sich ihren Atem so flach als möglich zu halten. Ihr Drachenamulett glühte hell. Danke, ich weiß schon, dass ich bedroht werde... fluchte sie innerlich. Irgendwann würde dieses dämliche Amulett sie noch verraten.
Doch der Dämon flog weiter, schneller nun - er musste ein anderes Opfer im Blick haben... Satura wußte nicht, dass der Fürst gerade unterwegs war, seinen morgendlichen Waldlauf absolvierend...
|
| 21.06.2003 13:20 | #242 |
| Lehna |
Lehnas Hand zitterte, die schwere Kanne wäre ihr fast entglitten, als sie den Tonkrug mit dem klaren Wasser füllte. Obwohl sie sich bemühte, schwappte ein wenig über den Rand des Kruges und ladete auf der Tischplatte. So nach vorn gebeugt, wie sie auf dem Bett saß, drückte der schwere Eisenring unangenehm gegen ihren Hals und machte das Atmen teilweise nicht ganz so einfach.Mit einem dumpfen Aufschlag wurde die Kanne wieder auf den Tisch gestellt, Lehna war schon fast erleichtert, das Gewicht nicht mehr halten zu müssen. Mit ihrer jetzt freien Hand zog sie den Eisenring ein wenig nach vorn und trank dann ihren Becher leer, bevor sie sich erschöpft wieder auf das Bett legte. Ihre vom Weinen geröteten Augen starrten leer an die Decke, ohne einen Punkt zu fixieren, wurden von dunklen Ringen untermalt. Sie hatte in den letzten Tagen kaum geschlafen und auch diese Nacht kein Auge zugetan, die meiste Zeit hatte sie in stiller Verzweiflung vor sich hin geweint. Das einfache Kopfkissen war mittlerweile völlig durchnässt mit ihren Tränen.
Wo war Esteron? Hatte der Magier ihn nicht heilen wollen?
Langsam drehte sich sich auf die Seite, der rauhe Eisenring um ihren Hals hatte mittlerweile einige gerötete Stellen auf ihre Haut gescheuert, aber das merkte sie kaum. Sie rollte sich wieder zusammen, ihre Gedanken waren bei Esteron, während der Dämon irgendwo in ihrem Unterbewusstsein lauerte..."Esteron..."
Das Mädchen begann wieder leise zu wimmern. Es war ihr einfach zu viel, wenn Esteron nicht bald etwas von sich hören ließ würde sie noch zu Grunde gehen an ihrer Verzweiflung und Einsamkeit. Sie wunderte sich selbst, dass sie es überhaupt schon so lange ausgehalten hatte. Aber viel länger durfte es nicht mehr dauern...
|
| 21.06.2003 14:05 | #243 |
| Todesfürst |
Am Bachlauf mit einem netten Zeitgenossen...
Während er da so lief konnte er seine Gedanken wieder finden. Der Wald hatte etwas magisches, etwas, was im Stande war jegliches negativen Denkweisen von ihm zu nehmen, wenn er das wollte. Sein Weg führte ihn wieder genau da hin, wo er schon oft war, allerdings lief er einige Umwege um die Strecke auch niveauvoll zu halten. Es war gar nicht so leicht auf dem Waldboden zu laufen, da er die Eigentschaft hatte gerne mal dicke Wurzel von noch dickeren Bäumen unter Waldmoos oder Tannen und Piniennadeln zu verdecken.
Nach einiger Zeit kam er dann zu seinem Ziel, nämlich den kleinen Rinnsahl, das nichts mehr mit dem gewaltigen Fluss hier in der Nähe mehr zu tun hatte. Obwohl er durch die Lauferei mittlerweile wach war, erfrischte er sich dennoch um dann auf sein eigentliches Ziel zurückzukommen, nämlich seine Wasserflaschen aufzufüllen. Er war gerade dabei das klare Bergwasser in die Behälter laufen zu lassen, da hörte er ein Geräusch, ein Geräusch, dass ihm nicht mehr fremd war. Es hörte sich an, wie das Geräusch in der Stadt, als sie dann einem Dämonen begegneten. Was machten die denn hier draussen? Das war doch nicht zu fassen. Wie erstarrt blieb er stehen um zu sehen was sich da langsam näherte, nur um dann die Umrisse des Viehs zu sehen. Es hatte ihn auch wahrgenommen, wahrscheinlich hatte es ihn schon gewittert. Aus der Nähe betrachtete sah es noch größer aus als im Hafnviertel doch bei genauerer Betrachtung sah er es dann. Das war nicht irgendein Dämon, dass war dieses Mistvieh. Zwei Pfeile hatte Prix damals in seinen Kopf platziert und doch machte es keine Anstalten zu Boden zu gehen. Und jetzt stand es schon wieder quicklebendig hier.
Doch er hatte keine Gelegenheit sich darüber groß Gedanken zu machen, denn das Vieh blieb nicht lange reglos da. Mit einer Mischung aus Grollen und Zischen griff es an. Schnell bewegten sich die kleinen Flügelchen auf ihn zu. Vor Schreck ließ er eine der zwei Wasserflaschen in den Bachlauf fallen, doch das war sein kleinstes Problem, er musste weg und zwar schnell. Während eben noch seine Beine wie gelähmt waren, setztes sie sich nun schnell in Bewegung. Schnell rannte er einen kleinen Hügel hoch, der Dämon dicht hinter ihm hatte keine Mühe dabei. Als er endlich oben war rannte er in den Wald, er rannte was das Zeug hielt und der dichte Pinien und Tannenwald war dabei zusätzlich gut für ihn, den so hatte der Dämon es schwerer ihm zu folgen. Als er schon ein gutes Stückchen gerannt war, huschte er hinter einen Baum um seine Lage zu peilen. Es sollte doch kein Problem sein, das Vieh abzuhängen, ist schließlich nur ein Dämon und dagegen waren die vier Banditen auf den Bäumen doch viel schlimmer, denn der Dämon schießt nicht mit Pfeilen, musste er scherzhaft denken, doch das Witze reißen verging ihm relativ schnell, denn kaum war er hinter dem Baum, da tauchte das Vieh neben ihm auf. Die Augen sahen nur tot zu ihm hin und im selben Moment fuhr eine der riesigen Klauen auf den Kopf des Fürsten zu. Er konnte sich gerade noch rechtzeitig ducken, und die Klaue traf nur den Stamm, dort hinterließ sie aber deutliche Spuren. Schon war er wieder einige Meter davon, doch der Dämon schien nur hämisch zu lachen, denn mit einem Grollen verfolgte er ihn weiter. Die Beine wurden langsam müde von dem Lauf und er musste schwer keuchen, aber als er sich ein zweites Mal umdrehte, war der Dämon wieder nicht zu sehen. Doch er hatte nicht das Gefühl ihn los zu sein und deswegen kletterte er auf einen Baum, dass sollte besser sein, als hinter einem Stamm sich zu verstecken. Und sein Gefühl sollte ihn nicht täuschen. Nach nur wenigen Sekunden, als er auf einem Ast war, kam das Vieh. Es schien zwar langsamer, aber es gab komische Laute von sich, als ob es einer Spur folgen würde. Als es unter dem Baum war, blieb es stehen, so als ob es wüsste, dass er hier über ihm war. Schwer pochend schlug sein Herz, als es nur wenige Meter von ihm entfernt war und er zog vorsorglich seine beiden Dolche aus ihren Scheiden. Dabei ging er sehr lautlos vor und hoffte nur das der Ast das Gewicht hielt. Doch er hatte Pech, gerade als er schon dachte, dass der Dämon abziehen würde, da schaute das Mistvieh nach oben und nahm ihn sofort war. Wenn er da oben gewartet hätte, wäre er wohl Frühstück geworden und deswegen musste er springen. Mit einem Satz war er weg von dem Ast und landete geradewegs auf dem Dämonen selbst. Dieser fauchte wie irre und wollte seine scharfen Krallen und Zähne irgendwo hineinbohren, doch bevor er das schaffte, bohrte sich etwas ganz anderes durch seinen Körper. Die dicken Lederhäute waren fast nicht zu durchdringen, doch mit vereinten Kräften schaffte er es, beide Dolche in irgendein Stück von dem Dämonen zu bohren. Nachdem er das geschafft hatte, hielt er sie fest und ließ sich fallen. Die Dolche steckten noch immer in der Haut und wurden durch den Fall mehrere Zentimeter weiter geschliffen, in dem Körper. Nach nur wenigen Zehntelsekunden Fall landete er mit den Beinen vorauss auf dem Boden, das Mistvieh konnte sich auch nicht mehr in der Luft halten und fiel. Doch anstatt nun vernünftig zu sterben, wie er es schon im Hafenviertel hätte tun sollen, gab es nur einige Laute von sich um sich dann wieder aufzurichten. Trotz der schwer blutenden Wunden schien es das gar nicht wahrzunehmen und stand wenige Sekunden später wieder in der Luft. Und nun war es richtig sauer. Dem Fürsten blieben wenige Sekunden um sich aufzurichten und los zu laufen, obwohl er nach dem Sturz schon so kaputt war, dass er es fast nicht mehr schaffte.
Doch leider gelang es ihm nicht noch ein zweites Mal den Dämonen abzuhängen, denn seine Geschwindigkeit erinnerte nun mehr an Gehen als an Laufen und so schien der Dämon am Ziel zu sein. Doch einen Hoffnungsschimmer gab es noch, denn gerade als er schon aufgeben wollte, sah er das Lager vor sich. Er musste wohl einmal im Kreis gelaufen sein. Er mobilisierte noch einmal seine letzten Kräfte und rief dann zu den Prix und Ra die sorglos auf einem Schemel hockten. Zu den Waffen, ein Dämon ist hinter mir her, schnell... Gerade als er sich umdrehen wollte um den genauen Abstand zu erkennen, wurde sein Glück perfekt. Er stolperte über eine Wurzel und fiel zu Boden, der Dämon war dicht hinter ihm und hatte den Menschling, wie er woll sagen würde, direkt auf dem Präsentirteller. Jetzt konnte ihm nur noch fremde Hilfe retten, hoffentlich hatten sie ihn verstanden. Was er gar nicht wahrnahm war, dass Satura anscheinend weg war, doch das interessierte ihn gerade nicht wirklich, er hoffte nur, dass irgendetwas ihn retten würde.
|
| 21.06.2003 14:24 | #244 |
| Skeleon |
Mit weiten ausgreifenden Schritten erreichten Krieger und Leon die schwere Eichentür zum Gotteshaus. Zum Haus des Innos.
Dumpf hallten Leon's Schritte vom mit schwarzen Adern durchzogenen, sonst rein weißen Marmorboden. Zu beiden Seiten des Ganges standen Gebetsbänke - allesamt leer, vermutlich hatten die meisten Bürger Gorthar's erstmal die Schnauze voll von der Inquisition und ebenso von den Innos-Brüdern -, die in einem Halbkreis auf den perfekt rechteckig geformten Alter auf dem erhöhten Podest zuliefen. Darauf lag der geschundene Körper eines jungen Mannes.
Esteron, wie Leon erst jetzt begriff.
Seine Haut war von Schmutz und Blut und Schweiß gereinigt worden, er schien in einen heilenden Schlaf gefallen zu sein und ein Ausdruck von innerem Frieden lag auf seinen Lippen. Dennoch, sein Körper schien zertrümmert unter schweren Schlägen, seine Handgelenke waren bandagiert und geschient und das Kinn mit einer Art eiserner Halterung zurechtgereckt.
Leon wandte den Blick ab. Er hatte keine Ahnung, wie die Inquisition diese Verletzungen fertig gebracht hatte - und er wollte nicht wissen, wieviele Schmerzen Esteron dabei hatte erleiden müssen.
Mit einem verzweifelten Kopfschütteln trottete er in einen Seitenflügel des Gotteshauses davon, während Krieger vor Esteron stehenblieb und ihn nachdenklich betrachtete. Leon hatte keine Ahnung, was in ihm vorging, aber soweit er verstanden hatte, war Esteron sein Freund.
Der junge Dieb trottete nun über einen dicken Teppich, folgte dem sich windenden Weg ein Stück und stand nun vor einer dicken Eichentür. Im oberen Drittel war ein vergittertes Fenster eingelassen, der Rest bestand aus solidem Holz, verstärkt mit Eisenbahnen und Stahlnieten.
Irgendwie irritierte ihn dieser Anblick. War das eine Kirche oder ein Kerker?Vorsichtig trat er näher heran und spähte hindurch.
Tatsächlich war es eine Art Gefängnis. Zwar war der Raum einigermaßen wohlig eingerichtet, aber das vergitterte Fenster, diese Tür und die schwere Halskette, die mit der Wand vernietet war sprachen ihre eigene Sprache.Halskette?
Er starrte regelrecht auf die zusammengekauerte Gestalt, deren Hals schwer im kalten, eisernen Griff der Fessel gefangen war. Plötzlich erkannte er sie."Lehna!" raunte er. "Was machen die mit dir?"
Die junge Frau blickte auf und ihre Augen glommen vor Hoffnung."Esteron." murmelte sie undeutlich.
Nur wenig später verlöschte dieses Licht, als sie erkannte, wer da vor der Zellentür stand.
Aber der blickte sie mit Mitleid an. Wo war sie hier gelandet? Bei der Inquisition, so schien es ihm. So wie die Esteron zugerichtet hatten, hatte nichtmal sie das verdient.
"Warte, ich hole dich da raus!" zischte er ihr zu.
Irgendwo musste es einen Schlüssel geben. Er fühlte sich, als hätte er etwas wieder gut zu machen. Sie sah so hilflos aus. Und sie wollte zu Esteron, wie er zu Satura wollte. Nun, ihr konnte geholfen werden.
Irgendwo musste es einen Schlüssel geben, dachte er, blickte nach dem Schloss und versuchte die Größe des Zinkens abzuschätzen.
Ein kleines Schmunzeln umspielte seine Lippen.
Die Kerkertür war nur mit einem dicken, eisernen Riegel versperrt. Ein kleiner Ruck und die Tür schwang auf.
Vorsichtig ging er auf die junge Frau zu und blickte sie mitleidig und misstrauisch zugleich an. Langsam näherte er sich ihrer Halsfessel. Er fragte sich, ob sein Geschick ausreichte. Mit der Rechten zog er den langen, schmalen Dolch aus seinem Lederbündel mit dem er schon zwei oder drei Schlössel bersten hatte lassen, kniete sich neben Lehna zu Boden und führte die Klinge zu ihrem Hals.
Sie sträubte sich, entwandt sich seinem Griff und floh einen halben Meter weiter aufs Bett. Offensichtlich fühlte sie sich von ihm bedroht.
"Ich tu dir nichts ... ich werde nur das Schloss aufbrechen." wisperte er und versuchte es von neuem.
"Esteron ist nicht weit." fügte er mit einem Lächeln noch hinzu.
|
| 21.06.2003 14:39 | #245 |
| Satura |
In Prix' Lager
Als der Dämon endlich ausser Sicht- und Hörweite war, und das Amulett sich wieder beruhigt hatte, wagte die Amazone, aus ihrem Versteck zu kommen. Sie hob den kleinen Beutel mit den frisch gepflückten Kräutern auf, den sie vor lauter Schreck fallen hatte lassen und beschloß, zum Lager zurückzugehen, um die anderen zu warnen.
Doch wie sie sah, war das nicht mehr nötig... der Fürst legte mit dem Dämon schon einen Walzer auf's Parkett. Satura musste fast schmunzeln, als sie die erschrockenen Gesichter von Prix und Ra sah, die zwar aufgesprungen waren, aber scheinbar nicht wußten wie reagieren.
"Na, dann musst du halt doch sterben." Satura seufzte, und mit einem leisen Scharren glitt die schlanke Klinge aus ihrem Ruhebett.
"Komm Dämon... miss dich mit jemandem, der dir gewachsen ist du feige Kreatur!" Toll, sie liebte diese Sprüche - blieb nur zu hoffen, dass der bereits verletzte Dämon nicht eine ganz so harte Nuss sein würde wie der letzte... Das Biest jedoch ignorierte die Amazone - der Fürst schien ein eindeutig schmackhafteres Mittagessen zu sein.
Satura zog kurzerhand zwei ihrer Wurfmesser aus ihrem Gürtel und schleuderte sie gleichzeitig auf den Dämon. Beide fanden ihr Ziel und bohrten sich ohne große Anstrengung durch die ledrige Haut in weiches Fleisch. Jetzt endlich hatte die Amazone die ungeteilte Aufmerksamkeit der Kreatur, die nun brüllend auf sie zu hielt. Hoffentlich will der nicht auch mit mir plauschen, so wie der letzte...
Doch der Dämon schien anderes im Sinn zu haben... Er riss sein Maul auf und entblößte seine langen Hauer, hielt dann mit den Klauen voran auf sie zu. Unwillkürlich musste sie an Lehna denken, die durch solch eine Verletzung besessen geworden war - und riß ihr Schwert hoch. Knirschend kratzten die dreifingrigen Klauen des Untieres an der scharfen Klinge entlang, die tiefe Wunden in die ledrige Sohle riß. Ein schreckliches Kreischen zerriß die Luft...
Satura duckte sich, ihr Schwert beschrieb einen Kreis über ihrem Kopf und traf erneut auf den weichen, aber festen Körper des riesigen Schuppentieres, riß eine weiter Wunde in das gequälte Fleisch. Ein ekelhafter Geruch drang in ihre Nase, als grünes Blut aus der Wunde des Dämons auf den Boden troff. Die Amazone sprang behände zur Seite und blockte den nächsten Angriff der vor Schmerzen rasenden Kreatur, der mit schrecklichen Schreien immer wieder auf die Amazone herabstieß.
Mit einer schnellen Drehung folgte sie dem nun fast über ihr kreisenden Angreifer; eine äusserst ungünstige Position, zumal sie sich nun über Kopf würde verteidigen müssen..
Ein leises Sirren erklang, und kurz hintereinander trafen drei Pfeile den Dämon am Kopf; Prix schien endlich seine Nerven wiedergefunden zu haben. Das Untier taumelte in der Luft, drehte sich einmal um seine eigene Achse und wollte dann wütend auf Prix losgehen - allein, Satura hinderte ihn daran und versetzte ihm mehrere Schläge kurz hintereinander. Als das nun aus vielen Wunden blutende Wesen sich zu ihr umdrehte, gab sie ihm den finalen Stoß...
Angeekelt drehte Satura sich um und ging zu der Feuerstelle, wo Prix und Ra sie fast schon bewundernd anstarrten. Sie ließ sich schweigend auf die Bank fallen, die ihr heute Nacht als Schlafplatz gedient hatte und begann, ihr Schwert von dem Blut des Dämonen zu reinigen. Sie liebte ihre Klinge, sie liebte die Kunst des Schwertkampfes... doch sie haßte den Kampf auf Leben und Tod umso mehr.
|
| 21.06.2003 15:15 | #246 |
| Lehna |
In der Kapelle...
"Esteron?"
Lehna hob den Kopf ein wenig, sah hoffnungsvoll zur Tür. War er endlich da...? Einen Moment später zerschlug sich ihre Hoffnung jedoch, es war Leon der da vor der Tür stand. Sie hörte, wie der schwere Riegel zurückgeschoben wurde, leise knarrend schwang die Tür auf. Verunsichert sah sie Leon an, als er auf sie zukam. Was wollte er? Leon gehörte nicht gerade zu den Leuten, die sie mochten, und Lehna konnte es ihm nicht verübeln. Es war ihr sowieso ein Rätsel, warum noch immer jemand zu ihr hielt...
Der junge Dieb musterte sie mit einer seltsamen Mischung aus Mitleid und Misstrauen, er griff zum Dolch in seinem Gürtel und zog ihn heraus. Lehna betrachtete die schlanke, scharfe Klinge ängstlich und hoffnungsvoll zugleich. Hatte Leon beschlossen, ihrem Leben ein Ende zu setzen? Es schien fast so - und irgendwie wusste sie nicht so recht, ob sie sich nicht vielleicht darüber freuen sollte...
Der Dieb kniete sich vor dem Bett nieder, hielt ihre Schulter fest und die Klinge seines Dolches langsam zu ihrem Hals, wobei er etwas zu suchen oder zu überprüfen schien.
Nein, sie wollte noch nicht sterben! Zumindest nicht jetzt, nicht ohne zu wissen was mit Esteron war. Es wäre feige Flucht. Sie würde Esteron im Stich lassen, das konnte sie nicht tun, er brauchte sie, genau wie sie ihn brauchte. Zumindest hoffte sie das...
Wenn es nicht so war, dann konnte Leon sie ruhig töten, wenn sie ihm nicht die Arbeit abnahm vorher. Aber bevor sie nicht wusste, was mit Esteron war, konnte sie nicht einfach verschwinden...
Das Mädchen riss sich los und rutschte über das Bett weg von Leon, presste sich zitternd gegen die kalte Wand und rollte sich zusammen in dem Versuch, ihren Hals damit vor seinem Dolch zu schützen.
Leon blieb ruhig und folgte ihr, nahm vorsichtig ihren Arm weg und sah sie an."Ich tu dir nichts... Ich werde nur das Schloss aufbrechen."Das Schloss aufbrechen? Lehna sah ihn überrascht an, gleichzeitig keimte ein wenig Hoffnung in ihr auf. Aber warum sollte ausgerechnet Leon sie befreien wollen?
Aber scheinbar meinte er es ernst. Der Dieb nahm das Schloss ihres Halsringes, erneut näherte sich der Dolch.
"Esteron ist nicht weit.", ergänzte er noch und lächelte, Lehna reagierte nicht. Die schlanke Klinge des Dolches schob sich in das eiserne Schloss, Leon begann mit dem Dolch herumzuhebeln. Es war nicht ganz einfach, bei dem schweren Halsring handelte es sich nicht gerade um eine Truhe, bei der man Problemlos hebeln konnte, und ganz ohne war das Schloss auch nicht, aber der junge Dieb ließ nicht locker. Irgendwann - Lehna wusste nicht, wie viel Zeit inzwischen vergangen war, sie hatte nur auf die offene Tür gestarrt und an Esteron gedacht - zersprang das Schloss mit einem metallischen Klirren. Sie sah Leon dankbar an, als er vorsichtig die schwere Halsfessel öffnete und dann fast schon angewidert auf das Bett fallen ließ. Irgendwie ein sonderbares Gefühl, ohne das Gewicht am Hals...
Lehna zögerte einen Augenblick, es schien, als müsste sie erst die Situation begreifen, dann krabbelte sie langsam vom Bett herunter und stand auf. Leon ging bereits zur Tür, sie folgte ihm, wobei sie noch etwas unsicher auf den Beinen war.
"Wo... Wo ist Esteron? Noch in der Kapelle?"
|
| 21.06.2003 15:37 | #247 |
| Todesfürst |
In Prix Lager
Er war gerettet worden, gerade in dem Augenblick, wo der Dämon ihn zerfetzen wollte hatten ihn zwei Wurfmesser in den Rücken oder was auch immer getroffen und er war wie von einer Wespe gestochen auf die Person zugeflogen. Erst nach einer Weile erkannte er, dass es Satura war, die ihn da gerettet hatte und jetzt mit dem Mistvieh kämpfte. Er wollte ihr irgendwie helfen, doch er erkannte keine Möglichkeit. Wenigstens war sein Jägerfreund mittlerweile aufgewacht und hatte drei Pfeile in den Kopf des Dämonen gepfeffert und nach dem Todesstoß von Satura ging der Dämon endlich auf die Knie und fiel tot zur Seite. Sie hatten es wohl endlich geschafft. Während er immer noch da saß ging Satura an ihm vorbei und setzte sich zu den beiden anderen an die Feuerstelle um ihr Schwert zu polieren. Leicht verwirrt stand er ebenfalls auf und machte sich auch dort hin. Er setzte sich auf einen Holzschemel der da stand und dah ihr ins Gesicht um sich bei ihr zu bedanken.
Danke für die Rettung, dass kam in letzter Sekunde. Der Dämon hatte mich.....Prix, erinnert mich bei Gelegenheit mal diese Wurzel da abzuhacken.
Seinen Humor hatte er wenigstens wiedergefunden aber im Moment befanden sich alle in einer Art Schockzustand, denn sie wussten nicht so Recht, wie sie damit umgehen sollten, dass ein Dämon, vielleicht sogar mehrere im Wald waren. Dann ergriff der Jäger das Wort und ging dann.
Ich werd mich mal um das Vieh kümmern, hab zwar noch nie einen Dämonen ausgeschlachtet, aber irgendwann ist immer das erste Mal. Und wer weiß, vielleicht kann man ja was mit der Haut anfangen.
Ra folgte ihm aus welchem Grund auch immer, wahrscheinlich wollte er nicht lange in der Nähe der Frau sein. Wenn es denn so wäre, hätte es den Gildenlosen geärgert, denn dazu bestand auf beiden Seiten kein Grund aber anscheinend waren die Fronten so und man konnte sie nicht ändern. Doch das konnte man immer noch besprechen, jetzt war ihm was ganz anderes wichtig. Während Satura immer noch an ihrem Schwert rumfummelte und die Sonne die Klinge schon wieder spiegelte fragte er sich, wie es jetzt weitergehen sollte.
Und was habt ihr jetzt vor? Die Inquisition suchen nehme ich an. Warum glaubt ihr sie hier vorzufinden? Vielleicht sind sie ja mittlerweile schon ganz woanders.
|
| 21.06.2003 16:37 | #248 |
| Satura |
Satura schwieg kurz, steckte dann ihr Schwert in die reich verzierte Scheide zurück und sah dem Fürst in die Augen. "Sie sind sicher noch in ihrem Stützpunkt; sie haben durch den Dämonenangriff zu viele Verletzungen davongetragen, als dass sie gleich weiterziehen würden. Ausserdem - wo Dämonen sind ist die Inquisition normalerweise nicht weit."
Es war schon wieder später Nachmittag mittlerweile. Satura leerte den Beutel aus, in dem sie die mittags gepflückten Kräuter gesammelt hatte. Natürlich waren die Heilkräuter nicht so wertvoll, wie wenn man sie beim vollen Mond pflücken würde, doch dazu fehlte ihr die Zeit seit sie in Khorinis war. Ausserdem hatte sie die Wälder zu Hause wie ihre Westentasche gekannt, und hatte nicht jeden Moment Angst haben müssen, dass irgendein bösartiges Monster sie überraschte... Wer weiß, vielleicht würde Leon sie einmal begleiten, bei Vollmond, in den Wald.
Dafür hatte sie in letzter Zeit auch viel gelernt, anhand der zahlreichen Verletzungen die sie hatte verarzten müssen.
Sie entschuldigte sich kurz und machte sich dann auf die Suche nach zwei geeigneten Steinen, um die Kräuter zerreiben zu können und ihre wertvollen Säfte und Essenzen auffangen zu können. Als sie jünger war, hatten sie und Ron einmal dem Feuermagier und Alchimisten Soxhlet im nahen Innoskloster beim Extrahieren zugesehen. Er hatte das richtig professionell in einem selbst gebauten Gerät gemacht, das erhitzt wurde, und den Lösungsmitteldampf durch die Kräuter durchtrieb und so die wertvollen Extrakte herausholte. Das Labor war faszinierend gewesen - gern würde sie auch einmal an all den faszinierenden Geräten arbeiten.
Endlich fand sie im Bachbett zwei passende Steine: einen flachen, und einen runden. Sie trocknete sie vorsichtig und kehrte zum Lager zurück, wo sie sich hinsetzte und begann, die Kräuter zu zerreiben und in kleinen Tiegelchen mit Moleratfett und Wasser zu verrühren, bis daraus eine zähe, wohlriechende Masse geworden war. Das sollte wohl wieder eine Zeit vorhalten; trotzdem hätte sie daran denken sollen und in der Stadt etwas Alkohol und Heilkräuter besorgen sollen.
Achselzuckend packte sie die Salben weg, bis auf eine, die sie dem erstaunten Fürst zuwarf. "Als kleiner Dank für die Unterkunft." Sie lächelte freundlich. "Ich werde mich jetzt auf den Weg machen, um Inquisitor Tannenberg den Brief zu überreichen. Es liegt noch ein ordentliches Stück Weg vor mir."
|
| 21.06.2003 17:26 | #249 |
| manmouse |
Kapelle
“ Esteron?” Der Wanderer schlug langsam die Augen auf, wo war er?“ Esteron, bist du wach? Geht es dir besser?“ Krieger stand mit besorgtem Gesicht vor dem Altar und blickte auf den Wanderer. Der jungen Mann nickte nur. Es ging ihm besser, was immer der Priester gestern geschafft hatte, es grenzte schon an ein Wunder. Der Templer lächelte sichtlich befreit über die stille Zustimmung seines Freundes, und machte sich daran ihm aufzuhelfen und ihn zu stützen.
“ Komm mein Freund. Der Magier hat mir gesagt das er nichts mehr für dich tun kann außer zu beten. Die Kraft Innos, wird dir helfen. Außerdem hat er mir drei Ampullen mitgegeben. Einmal Schmerzmittel, eine Salbe und etwas für die Seele. Wobei ich persönlich glaube das dir Sumpfkraut und mein Spezialtee eher auf die Beine helfen wird.“ Krieger, zwinkerte ihm aufmunternd zu und schritt mit dem Wanderer durch den leeren Kirchenraum, der nur spärlich vom einfallendem Sonnenlicht in Licht getaucht wurde.
“ Wo ist Lehna.“nuschelte der Wanderer unter leichten Schmerzen und von der Metallhalterung leicht behindert.
“ Geht es ihr...... geht es ihr gut?“ Krieger nickte nur zustimmend und erzählte seinem Freund was alles geschehen war. Von dem Kampf mit den Dämonen, der Rettung Lehnas und dem Kampf mit Tannenbergs Leuten. Wie Satura ohne Rücksicht auf ihre eigenen Kräfte, Lehna und Esteron notdürftig und nach besten Gewissem versorgt hatte. Und das sie jetzt weg war.
Der Wanderer schweig nur und machte sich seine Gedanken. Satura hatte sich ein zweites Mal aufopfernd um ihn gekümmert, und wieder war sie ohne sich zu verabschieden gegangen. Wieder konnte sich Esteron nicht bei ihr bedanken. Wieder hinterlies die junge Frau nur die Erinnerung.
Die beiden Männer hatten mittlerweile, den Eingang zum Seitenflügel der Kapelle, im Tempo einer Nachtschnecke erreicht. Am anderem Ende wurde gerade eine Tür geöffnet und Saturas Begleiter trat hindurch.
War auch Lehna dort?
|
| 21.06.2003 17:44 | #250 |
| Lehna |
Ihre Frage beantwortete sich einen Monent später von selbst, als Leon zur Seite trat und den Blick freigab auf zwei Männer, die langsam aber sicher um die Ecke der Kapelle bogen. Es waren Krieger und... Esteron!
Lehna war, als würde eine tonnenschwere Last von ihr genommen. Ohne zu zögern rannte sie los, dummerweise achtete sie dabei nicht auf die Türschwelle. Es kam wie es kommen musste, sie blieb hängen, der Schwung trug sie nach vorn und sie schlug der Länge nach auf den Kiesweg. Den Schmerz beachtete sie jedoch garnicht, unterstütz von Leon rappelte sie sich so schnell es ging wieder auf und stolperte weiter auf Esteron zu. Wenn Krieger sie nicht im letzten Moment aufgehalten und auf den Zustand ihres Geliebten hingewiesen hätte, hätte sie sich einfach an seinen Hals geworfen - nun ja, glücklicherweise gab es ja noch den aufmerksamen Templer...
"Esteron..."
Trotz allem umarmte sie den jungen Wanderer, wenn auch wesendlich vorsichtiger als sie es gern getan hätte. Das änderte jedoch nichts daran, dass sie ihn fast nicht mehr loslassen wollte. Sie küsste ihn sanft auf die Wange, legte ihren Kopf auf seine Schulter und schluchzte leise.
"Esteron... Warum bist du weggegangen? Tu das nie wieder..."
|
| 21.06.2003 17:59 | #251 |
| Skeleon |
Der junge Dieb machte auf dem Absatz kehrt und trottete durch den Türrahmen zurück in den Seitenflügel.
Irgendwie fühlte er sich verdammt schlecht in diesem Augenblick. Selbst diese ... dieses Monster war in diesem Moment glücklich. In Gedanken fluchte er, vermied es, zurückzublicken und stolperte ein Stück weiter, auf die Zelle zu, in der er Lehna entdeckt hatte. Irritiert blickte er hinein - hatte er nicht eben Stimmen gehört?
Sofort zog er den Kopf wieder zurück.
Zwei in rote Roben gekleidete Männer standen darin und überprüften Halskette, Fenster und andere Schwachstellen der Zelle. Wie war sie entkommen? Leon hatte den Raum nach ihrem Verlassen wieder verschlossen, eine Angewohnheit der Diebe, alles möglichst unberührt zurückzulassen.
Ein fieses Grinsen huschte über sein Gesicht.
Vorsichtig tat er noch einen Schritt auf die Tür zu, blieb dabei aber außer Sicht der beiden Novizen. Dann, in einer einzigen, schnellen Bewegung stürzte er vor, warf er die Tür hinter den Männern zu und schob im selben Moment den Riegel vor.
Lautes Gezeter war das Ergebnis - aber so würde es wenigstens ein bisschen länger dauern, ehe andere Leute auf Lehna's Verschwinden aufmerksam würden, hätten die beiden Novizen das Ganze doch gleich gemeldet.
Geschwind wandt sich der Dieb um und hastete zurück in die Haupthalle, riss Lehna zur Seite und stieß Esteron in Krieger's Arme, der ihn geschickt auffing. Auf die irritiert oder gar wütenden Blicke der anderen zischte er Krieger zu: "Die Novizen haben es bemerkt. Wenn du die hier wegbringen willst, solltest du es gleich tun!"
Dann ließ er die junge Frau los und rannte aus der Kirche heraus.Niemand der Klostergemeinschaft durfte ihn hier sehen, wenn er später noch einmal zurückkommen wollte, um wegen Satura zu fragen. Die anderen würden hoffentlich schnell genug reagieren, dachte er, als er sich seitlich in die Büsche warf und dort versteckt liegen blieb.
|
| 21.06.2003 18:23 | #252 |
| Superluemmel |
"So, hier werden sich unsere Wege wohl trennen müssen."
Enttäuscht drehte sich Frost zu seinem Begleiter um, der an der Weggabelung stehengeblieben war und mit einem Ausdruck des Bedauerns in seinen Augen zu ihm blickte.
"Bist du dir sicher, dass du schon weiter musst?", fragte Frost in stiller Hoffnung.
Er hatte gewusst, dass Sturm ihn nicht lange würde begleiten können. Und doch gehofft, dass sie zumindest noch ein paar Tage lang zusammenbleiben konnten. Ihm brannten noch unzählige Fragen auf der Zunge und liebend gerne würde er sich mit dem alten Mann über die vergangene Zeit unterhalten. Er hätte zu gerne gewusst, wo er sich all die Jahre über herumgetrieben und was ihn überhaupt dazu gebracht hatte, ihn aufzusuchen. Obwohl, auf diese Frage kannte er bereits die Antwort : Er war es seinem Vater schuldig gewesen.
"Ja, ich muss gehen. Auch ein alter Mann wie ich hat noch einige Aufgaben zu erfüllen."
Erneut stahl sich das verschmitzte Grinsen in Sturms Gesicht. "Dann ist es wohl an der Zeit, Lebewohl zu sagen", schloss Frost mit leicht bitterem Unterton.
"Auf Wiedersehen wäre mir lieber", lächelte der Alte.
"Ich bin mit sicher, dass wir uns eines Tages wiedersehen werden. Die Welt ist klein. Und du weißt ja, ich bin überall."
"Viel Glück auf deiner Reise", meinte Frost und umarmte den alten Freund seines Vaters herzhaft.
"Ich habe das Gefühl, du könntest es besser gebrauchen", grinste Sturm und erwiderte die Umarmung.
"Ich brauche kein Glück, solange ich meine Schwerter habe", meinte Frost mit gespieltem Selbstbewusstsein.
"Dann sollte ich es vielleicht besser ihnen wünschen", lachte Sturm und rückte dann seine Rüstung zurecht.
"Mach's gut Frost, und pass auf dich auf. Und bleib deinen Zielen treu.""Wehe du stirbst mir weg, bevor wir uns wiedersehen", drohte Frost dem Alten, als er sich auf den Weg machte.
"So schnell brechen diese alten Knochen nicht", lachte Sturm in die Abenddämmerung hinein.
Den Kampfstab als Wanderstock benutzend, schritt der Veteran in Richtung der in der Abendsonne glühenden Hauptstadt.
Frost blickte dem alten Waffenmeister noch lange hinterher, bevor er seinen deutlich leichter gewordenen Rucksack sowie den Mantel zurechtrückte und ebenfalls seines Weges ging. Nach all den Strapazen der Reise sehnte er sich nach einem ruhigen Plätzchen. Er erinnerte sich an den kleinen Bachlauf, an dem er zusammen mit Gardiff und Esteron geübt hatte.
Festen Schrittes marschierte der Krieger los, direkt auf eine der großen Waldinseln zu, deren hoch aufragende Wipfel im sanften Rot der untergehenden Sonne erstrahlten. Er brauchte nicht lange suchen, um das leise vor sich hin plätschernde Bächlein zu finden, das sich seinen Weg durch eine von Moos umsäumtes Schneise im unebenen Waldboden bahnte.
Erleichternd aufatmend ließ sich Frost auf einem gut hüfthohen Stein am Bach nieder. Der Rucksack glitt von seinen Schultern und wurde im angenässten Moos neben dem Stein abgeladen, leise klackend öffneten sich die Schnallen der beiden Schwertscheiden, als Frost sie vom Gürtel löste und neben sich an den Stein lehnte. Während er nach seiner Feldflasche griff, beobachtete er die schillernden Wasser, die seine Stiefel umspielten, sich an dem schwarzen Leder vorbeischoben um irgendwo in nicht allzu weiter Distanz unter dem Baumstamm hindurchzuschlüpfen, über den Frosts Schüler balanciert waren. Das lauwarme Wasser seiner Feldflasche spülte die Trockenheit in seiner Kehle hinfort und hinterließ einen leicht würzigen Geschmack auf seiner Zunge. Ein Überbleibsel der zerriebenen Kräuter, die Frost bei Gelegenheit in die Flasche zu geben pflegte.
Als er die Wasserflasche sinken ließ, stach ihm eine Bewegung am Rande seines Sichtfeldes ins Auge. Augenblicklich wandte er den Kopf und kniff die Augen leicht zusammen, um genaueres erkennen zu können.
Es handelte sich um einen Menschen, der sich alleine seinen Weg durch das Unterholz bahnte. Langes Haar ließ auf eine Frau schließen, der lange, schlanke Umriss an ihrer Hüfte auf ein Schwert.
Erst als das rote Licht der Abenddämmerung ihr Gesicht striff, erkannte Frost die Frau.
"Satura?", kam es verwundert über seine Lippen.
|
| 21.06.2003 18:32 | #253 |
| Angroth |
Munter wie ein Fisch im Wasser öffnete der Templer mit einem Mal die Augen, neben ihm lag noch immer der schnarchende Rango und hechelte seinen Träumen hinterher. Dabei hatte es Angroth doch schwerer erwischt, wo war seine Erschöpfung? Erklären mochte er sich das nur dadurch das er bereits ein Templer war, er war erfahrener und widerstandsfähiger, also regenerierte er auch schneller. Nicht weiter daran einen Gedanken aufwenden richtete er sich auf, ein leichter Schmerz kroch drohend und mahnend seinen Rücken hoch. Also war doch nicht alles verheilt. Er schüttelte das stechen ab und ging zur Tür des Zimmers, vorsichtig öffnete er sie und schritt auf den Flur. Es war ruhig, ausser ihm schien entweder keiner wach oder keiner anwesend zu sein. Er spürte wie verpappt der Rücken seiner Robe wirkte, er war voller getrocknetem Blut. Seine darunter liegende Lederrüstung war ebenso zerfleddert, nur seine Brust war unbetroffen dank des eisernen Schutzes. Er entschloss sich die hohe Novizenrobe abzulegen; das Zeichen seines Status war ohnehin nicht angemessen. Er entschloss sich ebenfalls den Brustschutz niederzulegen, legte es neben Rangos Bett und machte sich gekleidet in Rock und lädierter Lederrüstung auf den Weg seine beiden anderen Schüler zu suchen.
Er lief durch die Straßen, suchte und hatte beinahe aufgegeben da fand er Akadi am Hafenbecken, neben ihr Xion. Die zwei unterhielten sich, und der Bruder sah sogar glücklich aus, es verwunderte den Templer etwas, aber er kümmerte sich nicht weiter drum. Er sprach sie an, nachdem er sicher war die beiden hätten eine Pause eingelegt: "Erwachet! Wie wäre es mit etwas Training? Verzeiht das ich die letzten Tage abwesend war." Er sah Akadi an, ein Kribbeln erfüllte ihn in seinem innersten.
|
| 21.06.2003 19:07 | #254 |
| manmouse |
Unter starken schmerzen stolperten Lehna und Esteron in die Arme von Krieger. Krieger war der dumme der jetzt schnell reagieren musste und machte sich mit den beiden so schnell es ging daran die Kapelle, den Heiligen Ort zu verlassen, ohne Aufregung zu erregen.
Schnell huschte die kleine Gruppe über den Vorplatz, und schlug den Weg in eine kleine dunkle Gasse ein. Von Leon fehlte jede Spur.
Lehna half Esteron indem sie ihn liebevoll stützte, endlich waren sie wieder vereint. Krieger juckte das recht wenig. Für Liebesfloskeln war jetzt keine Zeit, sie mussten zusehen soweit wie nur mögliche von hier zu verschwinden.
“Kommt jetzt, ihr könnt euch später noch in den Armen liegen.“, raunte er mit gehetzter dunkler Stimme.
Lehna nickte nur stumm und auch Esteron gab sich die größte Mühe so schnell wie möglich mitzukommen.
Die mussten aus der Stadt kommen bevor man Lehnas Flucht bemerkte. Das war am wichtigsten. Die junge Frau musste zuerst in Sicherheit sein.“Krieger, mein Freund. Schaff Lehna aus der Stadt. Ich werde schon irgendwie nachkommen.“ Schweiß rann dem Wanderer von der Stirn. Sein Herz schlug wild in seiner Brust, keuchend sackte er halb ein.
“Pass auf Lehna auf.“
|
| 21.06.2003 19:10 | #255 |
| Satura |
Sie hatte sich von dem Fürst verabschieden wollen, doch der bestand darauf, sie weiterhin zu begleiten. "Versteht mich nicht falsch," meinte Satura. "Ich weiß Euer Angebot zu schätzen... doch ich möchte nicht wieder Menschen in Gefahr bringen. Ich kann mich wehren, doch... die Inquisition ist nicht gerade zimperlich, müsst ihr wissen. Falls irgendetwas schief gehen sollte - nun, ihr habt gesehen, wie Esteron zugerichtet war."
Da sich der Fürst von all dem jedoch nicht abschrecken ließ, nahm die Amazone sein Angebot schließlich an, und sie machten sich auf den Weg, den Satura nun schon zu gut kannte. Gorthar war ihr bald vertrauter als Khorinis...Satura ging voran, querfeldein wie immer, hauptsache die Richtung stimmte. Der Fürst folgte in kleinem Abstand, und das Schlußlicht der kleinen Truppe bildeten Prix und Ra.
Satura ertappte sich dabei, wie sie immer öfter einen Blick zum Himmel warf, erwartend, ein neuer schwarzer Schatten würde die Sonne verdunkeln. Sie spitzte die Ohren, ob nicht irgendwo das Geräusch flappender Lederflügel zu hören war...
"Satura?"
- Wer rief da nach ihr? Die Stimme kannte sie doch... Schützend beschattete sie ihre Augen mit der Linken. "Frost?" rief sie staunend. "Frost!" Sie machte keinen Hehl aus ihrer Freude und kam lächelnd auf den Krieger zu. "Es freut mich dich zu sehen! Was führt dich hierher? Lehna erzählte mir du wärst auf dem Gletscher? Was hast du dort getan? Wie geht es dir? Du siehst irgendwie fertig aus... Was machst du hier? Wo willst du hin? Und warum.." Sie stockte als sie Frosts verwirrten Gesichtsausdruck sah - irgendwie hatte sie das Gefühl, zu viel gefragt zu haben.
Sie errötete, atmete tief durch und begann noch einmal. "Entschuldige. Ich bin einfach so froh ein bekanntes Gesicht zu sehen, hier in der Wildnis."Der Fürst war inzwischen nachgekommen, ebenso Ra und Prix. "Ja, das sind übrigens Fürst Pergamo, der Jäger Prix und... der Bandit Ra."
|
| 21.06.2003 19:18 | #256 |
| Skeleon |
Der junge Dieb blickte den dreien niedergeschlagen hinterher.Dann verzog er sich noch ein Stück tiefer in den Busch und achtete darauf, nicht zu schmutzig zu werden.
Wie um die Zeit rumzubringen fingerte er nach dem geschliffenen Erzbrocken in seiner Tasche und förderte ihn lächelnd zu Tage. Vorsichtig wandte Leon ihn in seinen Händen hin und her und fuhr mit den Fingerkuppen über die beinahe weiche Oberfläche.
Eine Weile saß er so da, ehe er erschrocken aufblickte. Hatte er nicht eben etwas gehört?
Schnell schob er den Erzbrocken zurück in die Tasche, rutschte ein Stück aus dem Busch heraus und beobachtete den gepflasterten Pfad, der vom Gotteshaus hinunter nach Gorthar führte. Dumpfe Fußtritte.
Plötzlich kam ein junger Mann in weiter, flatternder Robe in Leon's Blickfeld. In der Rechten hielt er ein verknülltes Pergament, offensichtlich eine Nachricht - für die Garde von Gorthar? Wenn der Junge die Zeichen richtig deutete waren die Eingesperrten entdeckt worden, und damit Lehna's Verschwinden. Er wartete noch einen Moment, bis der Novize in den Straßen Gorthar's verschwunden war, dann brach er raschelnd aus dem Busch hervor, klopfte sich Erde und Schmutz von der Schürferrüstung und stiefelte auf das Gotteshaus zu.
|
| 21.06.2003 19:40 | #257 |
| Superluemmel |
"Frost, meines Zeichens Schwertmeister und ehemaliger General König Rhobars des Zweiten, Herrscher über Myrthana", stellte sich Frost mit einem schmalen Lächeln vor und konnte sich nicht verkneifen, die spöttische Verbeugung des Alten nachzuahmen, als er ihm einige Stunden zuvor seinen Namen verraten hatte. Aufmerksam musterte Frost die Neuankömmlinge, bevor er sich geschmeidig von dem Stein abstieß und auf die kleine Gruppe zuging. Dabei machte er keinerlei Anstalten, die Schwerter aufzuheben. Er glaubte kaum, dass ihm einer der Vier gefährlich werden würde. Und selbst wenn, er würde früh genug merken, was er davon hatte.
"Satura...", begann Frost und musterte die junge Frau eingehend von Kopf bis Fuß, "Es ist einige Zeit her, seit ich euch zum letzten Mal in diesen Landen gesehen habe."
Sein Blick fiel auf Pergamo. Für einen Fürsten gab er sich aber mit reichlich schäbigen Gesindel ab. Zudem glaubte Frost einen Hauch von Kanalisationsgestank erkennen zu können, der die kleine Gruppe wie eine unsichtbare Aura begleitete. "Wir hatten ja schon das Vergnügen", wandte er sich mit einem schwer deutbaren Lächeln kurz an den Fürsten, bevor er sich Saturas Hagel an Fragen widmete."Auch ich freue mich, euch wohlbehalten wiederzusehen. Wie ihr ja offensichtlich schon wisst, war ich auf dem Gletscher. Genauer gesagt, auf dem Göttersitz. Und wie ihr seht, bin ich noch immer am Leben - Mehr oder weniger zumindest", fügte er leicht grinsend hinzu.
Bei den Göttern, Sturm hatte tatsächlich Recht gehabt. Er hatte einen Teil seines trockenen Humors zurückgewonnen.
"Wenn ihr euch fragt, was ich dort oben getrieben habe - Nun, findet ihr nicht dass es sich um einen vortrefflichen Platz handelt, um alten Freunde wiederzubegegnen? Natürlich war der Aufstieg etwas schwierig, doch ebenso war er die Mühe wert gewesen. Ihr habt nicht zufällig einen kleinen Sturm gesehen?"Die Zweideutigkeit seiner Frage blieb den anderen wohl verschlossen. "Was meine derzeitigen Ziele betrifft", fuhr der Waffenmeister fort, "Ich wollte mich eigentlich mit Esteron und Gardiff treffen, sobald ich aus dem Gebirge zurück bin. Es ist Zufall, dass wir uns hier getroffen haben. Doch erzählt, was treibt ihr hier? Ich dachte, ihr wolltet nach Khorinis zurück? Und wo habt ihr Leon gelassen?"
|
| 21.06.2003 20:04 | #258 |
| Skeleon |
Als Leon die Innoskirche betrat blieb er abrupt stehen.
Am Altar stand ein glatzköpfiger, alter Mann in weiter, roter Robe, ihm gegenüber zwei junge Männer, die ordentlich von dem Priester mit seiner krächzigen Stimme in unvermuteter Lautstärke angeschrieen wurden. Offensichtlich waren das die beiden Unglücklichen gewesen, die Leon im Kerker verstaut hatte. Rund um diese drei herum stand noch etwa ein halbes Dutzend weiterer Novizen. Einer von ihnen blickte bei Leon's Eintreten auf, deutete auf den Dieb und machte die anderen auf ihn aufmerksam.
Der Magus marschierte ihm mit schnellen Schritten entgegen und fuchtelte wild mit seinen Händen herum.
"He, wir haben heute keine Zeit für Bedürftige! Komm' morgen wieder, da ist Essen- und Weinausgabe."
Der junge Dieb blickte an sich herunter. Okay, er sah nicht wirklich wohlhabend aus. Trotzdem hob er die Hand, wie um den Magus zum Schweigen zu bringen."Ich bin nicht hier wegen Almosen. Ich habe von der Sache mit ... der Besessenen gehört."
Der Mann blieb abrupt stehen.
"Wie hast du schon davon erfahren können?!"
Leon schauspielerte ein verwundertes Gesicht.
"Das ging doch schon den ganzen Tag durch die Kneipen."
Daraufhin nickte der Magus. Schien als hätte er sich auf ihr Verschwinden bezogen.
"Ja ... ja, das war schon länger her."
Er nickte erneut.
"Aber egal, was du wolltest, du kommst zu spät. Sie ist weg."Leon blickte wie irritiert umher.
Dann sagte er: "Wie konnte sie fliehen? Ihr seid doch mindestens ein Dutzend im Ganzen!"
Der Priester schüttelte nur verzweifelt den Kopf.
"Sie ist jetzt irgendwo dort draußen und bringt das Leben unschuldiger Bürger in Gefahr."
Leon merkte, wie irritiert der Alte war und beschloss das auszunutzen."Hör' zu, du hilfst mir und ich helfe dir."
Der Mann blickte auf.
"Wie solltest du mir helfen können?"
"Ich habe schon einmal für die Innoskirche gearbeitet - für einen Inquisitor namens Dorrien. Aber jetzt bin ich auf der Suche nach jemandem. Hilf' mir, diesen Jemand zu finden und ich werde dafür sorgen, dass die Scherereien mit der Besessenen in Zukunft unterbunden sein werden."
Leon wusste selbst nicht ganz was er vorhatte. Sie umbringen? Inakzeptbal. Aber vielleicht gab es ja eine Heilungsmethode. Oder ein Exil.
"Wen suchst du?" warf der Mann in Leon's Gedankengang ein.
"Eine junge Frau namens Satura, lange, schwarze Haare, eine Amazonenrüstung, langes Schwert. Hast du sie vor kurzem gesehen? Sie - mh - reist mit mir zusammen."
Der Alte blickte ihn verwirrt an.
"Sie ... gehört zu dir?"
Plötzlich wurde ihm klar, wieso sie wusste, dass er zur Inquisition gehörte - oder zumindest bildete er sich das ein.
"Du hast ihr erzählt, dass ich zur Inquisition gehöre? Wieso hast du das ..."Leon reagierte sofort.
"Sie ist vertrauenswürdig."
Der Alte winkte den Novizen, sich zu verdrücken.
Dann ließ er sich auf eine der Gebetsbänke sinken.
"Ich ... habe einen schrecklichen Fehler gemacht. Sie will einen Brief zur Inquisition bringen und das Erkennungszeichen, dass ich ihr mitgab ist ... falsch." Er atmete schwer.
"Wenn sie die Inquisition erreicht wird sie es nicht überleben."Leon blickte ihn aus großen, wie gefrorenen Augen an.
Einen Augenblick starrte er ihn an, dann brach es aus ihm hervor:"Bastard! Hilf' mir gefälligst, sie zu retten! Du kannst sie doch nicht einfach in Teufel's Küche, in Beliars Reich schicken!!"
Der Priester nickte und wedelte besänftigend mit seiner Hand in der Luft herum."Ich werde es wieder gut machen. Hör' zu, du bekommst dieses Zeichen von mir. Gib es ihr und sie wird ihren Auftrag ausführen können."
"Was war das für ein Auftrag?" hakte Leon nach.
"Sie hatte nicht genug Geld um des jungen Mannes Heilung zu bezahlen und darum wollte sie einen Brief zum Inquisitor Tannenberg als Bezahlung bringen. Aber das hat Zeit, du musst dich beeilen! Der Verletzte ist sowieso nicht mehr hier ..." fügte er missmutig hinzu.
Leon schnappte sich das Amulett und machte sich daran zu gehen."Ja, beeil' dich. Wenn du sie retten willst, musst du rennen!" rief der Alte ihm hinterher.
Der Junge nickte noch einmal über die Schulter und ging dann geschwind weiter, verließ das Gotteshaus und lief den Pfad hinunter. Humpelnd lief er immer schneller, die Schmerzen ignorierend. Er musste die anderen finden - allein würde er Satura nicht mehr einholen können.
|
| 21.06.2003 20:18 | #259 |
| Akadi |
Schnell blickte sie mit freudigen Blicken zu Angroth Wir dachten schon ihr hättet uns vergessen sagte sie während sie grinste. Natürlich sollten wir mal langsam wieder trainieren, wurde ja auch mal Zeit fuhr sie fort während sie lächelte. Dann stand sie langsam auf und überprüfte nochmals ihr edles Kurzschwert, welches griffbereit an ihren Gürtel hing. Dann brechen wir mal auf sagte sie ermutigt und ging dann in den noch von der untergehenden Sonne erhellte Gasse auf das Tor zu. Man musste hier aufpassen, da hier viele Diebe lauerten. Doch da Akadi sowieso kein Gold hatte konnten die Diebe auch wenig stehlen. Bald kamen sie dann auch schon am Tor an. Sie blickte nocheinmal sehnsüchtig Angroth, da fiel ihr plötzlich diese Rüstung auf. Habt ihr eigentlich eine neue Rüstung? fragte sie ihn, während sie die vereinzelten ausgetrockneten Bäume, deren letzter Lebensfunke schon längst zum erlöschen gebracht wurde und nur noch auf die allesverzehrende Flamme wartete, um sie zum Erdreich zurück zu führen. Außerdem lagen noch ein paar vereizelte Steine herum. In der Luft lag Gefahr...
|
| 21.06.2003 20:31 | #260 |
| Lehna |
Lehna blieb unschlüssig stehen, ihr Blick huschte hin und her zwischen dem wartenden Krieger und Esteron, der erschöpft auf dem Boden hockte. Sie konnte ihn doch nicht einfach allein lassen, in seinem Zustand...
"Lehna, nun komm endlich!"
Krieger fasste das Mädchen am Arm und zog sie hinter sich her, zwar nicht grob, aber doch ohne Widerstand zuzulassen. Sie warf noch einen letzten Blick auf Esteron, der versuchte wieder auf die Beine zu kommen, dann bog Krieger mit ihr in eine Seitengasse ein. Lehna sah sich noch einmal um, aber von Esteron war natürlich keine Spur mehr zu sehen, so lief sie also mit hängendem Kopf hinter dem Templer her. Nicht einmal verabschieden können hatte sie sich...Krieger rannte weiter durch die Gassen Gorthars, erst nach einige Minuten verlangsamte er das Tempo ein wenig, um sich verwirrt umzusehen. Scheinbar wusste er nicht, wo es weiterging...
Im selben Moment bog eine Gestalt um die Ecke, ein schlanker junger Mann – Leon.
"Hier seid ihr also...", brachte der Dieb heraus und sah die beiden etwas verwirrt an.
"Wo ist Esteron?", fragte er verwundert, doch Krieger zuckte nur mit den Schultern.
Lehna wartete einen Augenblick, bevor sie einfach loslief.
"Hee, wo willst du hin?", rief Krieger überrascht und nahm zusammen mit Leon die Verfolgung auf.
"Aus der Stadt, denke ich...", antwortete sie nur und führte den Templer in ein Gewirr verwinkelter Gassen. Die Häuser wurden zusehends kleiner und schäbiger, die Wege schmutziger. Der Gestank von Müll erfüllte die Luft, es schien ihren Begleitern als würden sie direkt in ein Labyrinth laufen. Lehna allerdings steuerte zielstrebig zwischen den meist baufälligen Hütten hindurch, bog ab ohne nachzudenken und achtete schon fast nicht mehr auf ihre Umgebung, bis sie abrupt auf dem Hinterhof eines verfallenen Steinhauses stehen blieb. Das Gebäude sah unbewohnt aus, die morsche Tür hing schief in den Angeln, einige Büschel Grads und Moos bedeckten die fast fensterlose Mauer.
Ohne zu zögern stieß Lehna die Tür auf, es grenze fast an ein Wunder, dass sie dabei nicht einfach aus den Angeln gerissen wurde. Ein widerlicher Verwesungsgestank schlug dem Mädchen entgegen, ließ sie kurz zurückschrecken, bevor sie endgültig den Raum betrat. Spärlich fiel etwas Licht durch zwei schmale Fenster ins Innere des Gebäudes, die meiste Sonne kam durch die Tür herein – und erhellte eine nicht gerade angenehme Szene. Der aus verrotteten Holzdielen bestehende Boden war übersäht mit Schmutz und einigen scheinbar menschlichen Ausscheidungen. Lehnas Blick wanderte kurz über die chaotische Szene, blieb in der linken Ecke hängen. Dort war der Quell des überwältigendes Gestanks – eine halb verweste menschliche Leiche lag auf dem Boden, eine Wolke dicker Fliegen brummte um sie herum. Viel war nicht zu erkennen, und Lehna war nicht gerade unglücklich darüber...
"Schnapsleiche...", brachte sie mühsam hervor, in der stinkenden Hitze des Raumes fiel selbst das Sprechen schwer.
"Passiert hier manchmal."
Sie wandte sich der rechten Seite des Hauses zu, in deren hinterer Ecke sich keine Leiche befand, sondern ein senkrecht in die Tiefe führender, quadratischer Schacht. Eine rostzerfressene Leiter ermöglichte den Abstieg, den Lehna auch sofort begann.
"Es geht in die Kanalisation, von hier aus ist es nur ein kurzes Stück bis zum Abfluss etwas außerhalb der Stadt.", erklärte sie noch kurz und kletterte dann nach unten, ohne weiter auf ihre beiden Begleiter zu warten...
|
| 21.06.2003 20:48 | #261 |
| Skeleon |
Leon kletterte die brüchigen, durch und durch rostigen, in der Wand eingelassenen Leitersprossen hinunter.
Dumpf hallte es von den Wänden wider, als er mit seinen eisenbeschlagenen Stiefeln auf dem nasskalten Fels aufkam. Lehna lief sofort weiter, sie schien sich hier einigermaßen auszukennen, dann folgte Krieger und zuletzt humpelte Leon durch die Dunkelheit.
Diese kleine Hexe hatte kein Wort der Dankbarkeit von sich gegeben. Nichtmal jetzt. Wie sie wollte. Sie brauchte nicht nochmal Hilfe zu erwarten, dachte der junge Dieb düster.
Leise fluchend stolperte er hinter den anderen beiden her. Je schneller er zu laufen versuchte, desto mehr schmerzten ihn seine Wunden und desto langsamer kam er voran. Hin und wieder war die Dunkelheit vom durch Abgussdeckel einfallenden Licht durchbrochen, aber der Rest des Tunnels war vollkommen düster. Sie hangelten sich regelrecht von Lichtfleck zu Lichtfleck. Rechts von sich hörte Leon das Geräusch von fließendem Wasser - und seinem Geruchssinn nach zu urteilen, nicht von frischem Quellwasser.
Er schnaubte, um den Gestank zu vertreiben, was aber nur mäßig erfolgreich war.Mehrere Minuten, wenn nicht eine halbe Stunde lief die kleine Gruppe so durch die Kanalisation. Plötzlich ergriff der junge Dieb das Wort, presste die Worte angestrengt hervor: "Jetzt, wo eure Probleme gelöst sind wär's vielleicht mal Zeit sich um meine zu kümmern."
Er schnaufte und fuhr dann fort: "Satura ist weg und ich weiß, wohin sie geht. Wir müssen sie einholen, sonst ist sie dem Tod geweiht."
Ein Fluch.
Leon beschleunigte seinen Schritt noch etwas, um mit den anderen, mehr oder weniger Unverletzten mithalten zu können.
|
| 21.06.2003 21:02 | #262 |
| Lehna |
Am ende des stinkenden Tunnels wurde langsam ein Licht sichtbar, Lehna drosselte das Tempo um Leon nicht abzuhängen. Aus der gefährlichen Zone waren sie ohnehin raus - in der Kanalisation suchte die Garde nicht einmal die schlimmsten Psychopathen. Und wahrscheinlich auch keine Besessene...
"Satura?", fragte sie auf Leons Einwurf hin und sah ihn kurz an. Er blickte mit einem seltsamen Funkeln in den Augen zurück. Wut?
Lehna drehte sich wieder um, allzu viel schien sich an Leons Einstellung ihr gegenüber nicht geändert zu haben. Und sie verstand ihn noch immer...Sie verdrängte die aufkommende Traurigkeit so gut es ging, jetzt war nicht die richtige Zeit dafür.
"Was ist mit Satura?"
|
| 21.06.2003 21:10 | #263 |
| Satura |
Der Göttersitz... "Lehna meinte, - Ihr -" ihr war aufgefallen, dass sie den Krieger tatsächlich mit Du angeredet hatte - "würdet das sicher nicht überleben... Umso glücklicher bin ich, Euch zu sehen. Ich hoffe, Ihr seid mir nicht böse dass ich damals so plötzlich verschwunden bin..." Sie hielt inne und sah dem Krieger in seine Augen, die irgendwie auf eine schwer zu beschreibende Art jünger aussahen.
"Leon, Khorinis..." sie schüttelte lächelnd den Kopf. "Das ist eine lange Geschichte... Er ist auch hier, in Gorthar. Er wartet in der Stadt auf mich." Hoffentlich, hängte sie in Gedanken an.
Frost sah sie weiterhin fragend an. "Ja, und jetzt... nun, ich muss einen Brief überbringen." Sie schwieg kurz und warf dem Fürst einen bedeutenden Blick zu. "Und es eilt, also, ich muss schnell weiter..." Mit einem Schlag hatte die Realität sie eingeholt - Esteron. Nein, sie konnte Frost nicht sagen, dass sie zu Tannenberg musste... nie würde er das zulassen, und es würde noch mehr Blut fließen, wenn er erfuhr, was sie Esteron angetan hatten, diese rechtschaffenen Innoskrieger. Andererseits wollte sie ihn nicht belügen, und hoffte, dass Frost nicht weiter fragte.
"Esteron, Lehna, Gardiff und Krieger sind in der Stadt, wenn ihr sie sucht." Er fragte nicht weiter, Innos sei dank. Doch er machte auch keine Anstalten zu gehen, sondern nickte nur zustimmend und bedeutete Satura einladend, voranzugehen. Er wollte sie also begleiten... Irgendwie fiel der Amazone ein Stein vom Herzen, aber irgendwie... sie hoffte, er würde nicht weiter fragen.
Der kleine Trupp setzte sich in Bewegung; mittlerweile waren sie schon zu fünft. Die Dämonen sollten nur kommen...
|
| 21.06.2003 21:14 | #264 |
| Skeleon |
"Um deinem Freund die Behandlung bezahlen zu können musste sie für den Priester einen Job übernehmen. Wenn wir sie nicht rechtzeitig einholen, läuft sie der Inquisition in die Arme - und genau das will sie! Sie soll einen Brief überbringen, aber ihr Erkennungszeichen ist das falsche - es bedeutet, dass sie nach Überbringung der Nachricht umzubringen ist!"
Er keuchte und blieb für einen kurzen Augenblick stehen. Lehna bemerkte es und sah sich um, während Krieger noch ein Stück weiterlief.
Der junge Dieb blickte ihr in die Augen und zischte:
"Ich habe dir geholfen, jetzt hilf' du mir. Und erbarme dich deiner jeder Teufel aus Beliar's Reich, wenn du mich verrätst."
Leon atmete schwer durch, zwang sich, die Schmerzen zu ignorieren und begann dann weiter zu laufen. Lehna ebenso. Bald holten sie wieder zu Krieger auf, glücklicherweise war der Tunnel der Kanalisation hier in den Außenbezirken Gorthar's unverzweigt, sodass sie gar nicht falsch hatten gehen können.Der Templer stand am Ende des Tunnels, von oben her fiel rötliches Sonnenlicht auf die steinerne Mauer und als er sie erblickte machte er sich daran, die Leiter zu erklimmen. Mit einem metallenen Klingen stieß er grob das Gitter beiseite und hievte sich aus dem Kanal empor. Lehna und Leon taten es ihm gleich.
Nun blickten sie sich im Wald um und überlegten, wohin als nächstes zu gehen sei. Zurück dorthin, wo sie Esteron gefunden hatten? Das wäre am naheliegendsten, auch für Satura ...
Leon's Blick streifte Lehna, die ihn verunsichert anblickte. Im Augenblick lag das Böse in ihr verborgen - aber sie brauchte nicht zu glauben, er hätte ihre dunkle, wirkliche Seite nicht bemerkt. Sein eigenes Gesicht verdüsterte sich, ehe er seinen Blick wieder auf den Wald um die kleine Gruppe herum richtete.
|
| 21.06.2003 21:30 | #265 |
| Lehna |
"Verraten? Warum sollte ich dich verraten?"
Lehna sah Leon kurz unsicher an, bevor sie weiterredete. Er erwiderte ihren Blick nicht und irgendwie war sie ganz froh darüber.
"Ich... Ich danke dir für deine Hilfe, und..."
Leon drehte sich nicht zu ihr um, musterte nur noch immer prüfend den Wald, sie schwieg. Verraten... Verraten würde ihn höchstens der Dämon. Dieser verfluchte Dämon...
Sie seufzte leise, Leon und Krieger schienen inzwischen eine Fährte gefunden zu haben. Die beiden setzten sich in Bewegung, aufGrund von Leons Verletzungen nicht ganz so schnell wie sie es gern hätten, Lehna folgte ihnen schweigend. Satura wollte zur Inquisition. Sie hob kurz den Blick, betrachtete den Wald, der sich als schwarze Silouette vom blutrot gefärbten Himmel abzeichnete. Der Wald war früher so friedlich gewesen, jetzt wirkten die Bäume eher wie eine Warnung für übermütige Abenteuerer - 'Hier beginnt das Gebiet der Banditen, Inquisitoren und Dämonen!'
Die Dämonen... Hoffendlich begegneten sie nicht den Dämonen. Nur zu gut konnte sich Lehna an die unfassbaren Schmerzen erinnern, die sie erlitten hatte, als Satura den angreifenden Dämon getötet hatte. Körperliche Wunden waren nicht entstanden, aber der Schmerz war höllisch gewesen. Genau wie das, das ihn hervorgerufen hatte...
|
| 21.06.2003 21:31 | #266 |
| Zombiebreaker |
Der Nebel legte sich dem Wasser entgegen und das Boot mit den zwei Lees tauchte wie aus einer schwarzen Röhre Gorthar entgegen.
Still war es hier in der Stadt. Zu still?
Der hohe SÖldner und der Veteran kletterten aus dem Boot. Sie banden das kleine schwimmende Ding an einen der Stege und versuchten dann ihre Umgebung zu realisieren.
"Wohin?" fragte Blade den nicht gerade begeistert aussehenden Zombiebreaker."Irgendwohin,villeicht treffen wir ja jemanden..."
"Ja villeicht,"entgegnete Blade Zombiebreaker...
So stapften die zwei ungewiss in die Nacht hinein...
|
| 21.06.2003 21:31 | #267 |
| manmouse |
Allein und verlassen in Gorthar Stadt
Wieder wurde das Pärchen getrennt. Ein weiteres mal wurde ihre Bindung auf eine harte Prüfung gestellt.
Mit Tränen in den Augen sah Esteron wie sein Freund mit seiner geliebten hinter der nächsten Biegung verschwand. Die Zeit drängte. Doch sie mussten es schaffen, um jeden Preis. Kam man in diesem Land jemals zur Ruhe?
“ Da ist einer von ihnen.“, keifte es am anderen Ende der Gasse. Der Wanderer drehte sich um, er war nicht mehr allein. Ein Trupp von jungen Novizen suchte sie. Und sie fanden Esteron.
Müde lächelnd, sah der junge Mann wie der Trupp näher kam. Er würde den anderen die benötigte Zeit verschaffen, soviel Zeit wie sie brauchen würden um Lehna, seine Geliebte in Sicherheit zu bringen.
“ Hey da, steh auf.“ Esteron wurde sanft aber sehr bestimmend auf die Beine gezogen. Schnell wurde er von fünf Novizen umringt, während sich ein älterer vor ihm aufbaute.
“ Wo sind sie hin? Wo sind deine Freunde und die Besessene.“ Esteron lächelte nur müde. Zeit schinden. Lehna brauchte alle Zeit der Welt. “Ihr seid ein Narr, wisst ihr was passiert, wenn sie in der Stadt wütet?“ Esteron lächelte noch immer nur.
“Brüder Aguteek und Balturis bringt ihn zu Meister Glycolus. Er wird ihn noch einige Fragen stellen wollen.“ Beim Wort "ihn", zeigte der ältere der Novizen, auf den Wanderer.
“ Wir restlichen werden die Ausgeburt der Hölle weiter suchen. Meister Glycolus hat uns zur obersten Dringlichkeit gedrängt.“ Die anderen Novizen nickten und folgten ihrem selbsternannten Anführer in die dunkle Gasse.
„Ihr werdet sie nie finden.“ Dachte sich Esteron und lies sich dann von seinen beiden Kindermädchen zurück zu Kapelle führen.
Die beiden jungen Männer kannten kein pardon und zogen den Wanderer regelrecht über den Vorhof der Kapelle. Der Kies knirschte unter den Sohlen der Männer und hörte sich fast so an, als wenn Knochen gemahlen wurden.
Vor der schweren Eingangstür stoppten die Männer. Balturis schritt durch sie hindurch und eilte zu seinem Meister um in zu informieren, dann kehrte er nach einer Weile zurück und bat Esteron in die Kapelle.
“ Meister Glycolus verlangt euch zu sprechen. Zeigt Ehrfurcht und er wird euch helfen.“
Aguteek trat durch die Flügeltür und zog Esteron hinter sich her.Die Gruppe lief nicht mehr ganz so schnell, und trotzdem hallten ihre Schritte auf dem weißem Marmor der Kapelle.
Als sie den Mittelteil des Gotteshauses erreicht hatten, machten die Novizen einen Schlenker und steuerten den Ostflügel an. Hier standen nur Kruzifixe und schwere Kerzenständer, am Ende wartete eine kleine schwerbeschlagene schwarzen Holztür. Gottesbilder waren in das Holz eingebracht. Magier im Kampf gegen die Untoten, und über ihnen die Götter Innos, Adanos und Beliar in erhabender Pose. Esteron lächelte milde und fasziniert auf das edle Holz blickend, zuckte dann mit den Schultern, er würde dem Priester nichts sagen. Sie würden Lehna nicht finden.
Balturis öffnete die Tür unter einem lauten knarren, hinter ihr tat sich ein dunkler schmaler Gang frei.
“Geht. Meister Glycolus erwartet euch in seinem Zimmer“ Der Novize drückte Esteron bestimmend in den Gang und lies die Tür in seinem Rücken zufallen.
Mit ruhigem Gang, schritt der Wanderer fast gelassen, durch den schmalen Gang in die Richtung des Amtzimmers. Seine Schritte wurden von einem rotem kostbarem Läufer geschluckt, und es war nur das dumpfe auftreten zu spüren. Der Gang wurde von brennenden Fackeln gesäumt, und nach jedem fünften Schritt blickte ein Gesicht eines alten Feuermagiers, die auf den typischen Ölschinken der Zeit ihren Tribut zollten, auf den jungen Mann.
Der Orden, beziehungsweise die Untergruppe des Ordens, schien auf der Insel Gorthar schon lange bestand zu haben und aus ihm waren viele Männer hervorgegangen. Eines Tages würde Glycolus auch auf so einem Schinken enden.Esteron grinste. Na wenn das alles war, wofür Glycolus lebte und Innos diente, um dann gemalt auf einem Bild sein Ende zu finden, dann sollte es so sein.
Der Wanderer erreichte das Audienzzimmer des derzeitigen Kastenführers und klopfte mit ruhiger Hand an die Tür.
“ Tretet ein mein Sohn. Und nehmt Platz.“, drang es von drinnen.Esteron tat wie ihm geheißen wurde und trat mit zögerlichem Schritt in den Raum. Im Kamin prasselte ein Feuer, züngelte nach Nahrung. Glycolus drehte ihm den Rücken zu und stand am Fenster.
“ Ihr müsst mir sagen wo sich eure Freundin aufhält. Tut ihr es nicht seid ihr ein Narr. Sie wird töten. Sie ist besessen, und für jedes Opfer das sie tötet, werde ich euch mitverantwortlich machen“ sprach der Magus kalt.Sie waren jetzt unter anderen Umständen zusammen gekommen.
“ Helft mir sie zu finden, und ich werde ihr helfen, den Dämonen loszuwerden.“
|
| 21.06.2003 21:46 | #268 |
| Skeleon |
Leon schnaufte und ächzte unter der Anstrengung und den Schmerzen in seiner linken Hüfte. Schließlich gab er auf und blieb stehen, stützte sich auf seine Oberschenkel und rang nach Luft.
Krieger wandte sich um und Lehna holte zu ihm auf.
"Ich ... bin zu langsam. Ich halte euch nur auf." presste der junge Dieb hervor.Er nestelte in seinen Taschen herum und förderte ein Amulett an einer langen Eisenkette hervor, darauf war das Zeichen der Inquisition eingeritzt. Anders als das, welches Satura bei sich trug hatte es keine Markierung auf der Rückseite und war demnach nicht als Verurteilung gekennzeichnet.
Erst blickte Leon das Amulett, dann Krieger und zuletzt Lehna an. Vorsichtig gab er es ihr in die aufgehaltenen Hände und bedachte sie mit einem strengen Blick.Verrate mich nicht. Verrate nicht Satura.
Dann blickte er wieder auf, wie in die Runde.
"Gebt Satura dieses Amulett, es ist das richtige. Ihr müsst sie einholen! Ich werde euch nachkommen, ich verlangsame euch nur unnötig aber ich finde die Spur schon allein. Also geht. Und bitte, findet sie schnell!"
Ein weiterer, prüfender Blick in Lehna's Augen. Es war nun an ihr, und Leon hoffte, dass das kein Fehler gewesen war.
Mit einem Schnaufen wandte er sich ab. Seine Finger suchten sich ihren Weg zu dem geschliffenen Erzbrocken und ein weiteres Mal schloss sich seine Faust darum. Dann ließ er sich auf einen Felsbrocken niedersinken."Ich brauche eine kleine Pause." grinste er schief und senkte den Kopf.
|
| 21.06.2003 21:56 | #269 |
| Rango |
...Rango erwachte... er erwachte aus einem endlos schienendem Traum, der Ihn beinahe Zerissen hätte. Die Augen nach oben gerichtet; eine Holzdecke in seiner Sicht... "Wo bin ich?" fragte er sich und drehte sich auf die Seite, um aufzustehen.
Der Novize sah sich um, wärend er versuchte sich daran zu errinnern was geschähen war. "Eine Hohe Novizenrobe? Angroth?...Wo bist du?"Mit leichten Schmerzen an Beinen und Händen erhob sich Rango langsam und ging auf die Tür zu um das Zimmer zu verlassen. Auf dem Flur kam er einem halb Nacken Mann entgegen, der ein Handtuch an seiner Schulter herunter baumeln ließ. Nun konnte sich Rango denken wo er war... "In einem Hotel!?...Was zum Teufel mache ich in einem Hotel? Ohh...moment mal... meine Rückenschmerzen sind weg!" Lag es an dem Bett in dem er geschlafen hatte? Oder was war der Grund das die Rückenschmerzen vom Krautrupfen verschwunden waren?
Als Rango das Hotel verließ, viel ihm wieder ein das er in Gorthar war... "Ohh... Ich muss doch trainieren! Wo ist Angroth denn schon wieder? Und warum schmerzt meine Brust so häftig? Das Bier in der Hafenkneipe kann doch keine Schmerzen verursachen..."
Er wusste nicht wo er seinen Lehrer suchen sollte; desshalb setzte er sich auf eine Bank, die Gegenüber des Hotels, an einem Brunnen stand, und hoffte, dass sein Lehrer ihn bald von selbst aufsuchen würde...
|
| 21.06.2003 22:02 | #270 |
| X_Blade_X |
Die beiden hohen Söldner betraten die Taverne. Den Ort des Grauens, den Schauplatz eines Gemetzels, das von dem berüchtigten Killer veranstaltet worden war. Doch davon konnte man als Fremder ja nichts wissen. Einige heruntergekommene Figuren, womöglich Stammgäste, bevölkerten den Schuppen und erzählten wilde Geschichten von irgendwelchen Dämonen. Zombiebreaker und Blade setzten sich, unterliessen es, etwas zu bestellen und lauschten dem Geschwätz. Beim Hereinkommen waren sie gemustert worden, nun störte sich aber niemand ab ihrer Anwesenheit bzw. ihrer Neugier. Eigentlich waren diese Geschichten recht interessant, nicht mal unbedingt erfunden. Zombie spitzte die Ohren..."Und wenn ich es euch doch sage: Im Wald ganz in der Nähe wurden diese Kreaturen gesichtet! Ich würde es euch ja beweisen, wenn ich nur die Ausrüstung hätte, da raus zu gehen..."
Das reichte schon. Die volle Aufmerksamkeit der beiden schweren Kämpfer galt diesen Dämonen. Als ob die Tavernenbesucher ihnen irgend einen Dienst erwiesen hätten, nickten sie ihnen dankend zu, als sie sich erhoben. Dann gingen sie, ohne ein Wort zu verlieren, hinaus in die Dunkelheit.
In Gorthar hatte es nicht viele Strassenlaternen, die Beleuchtung war gerade genügend, um Hauptstrasse von Seitengassen zu unterscheiden. Die Lees sahen sich nicht gross um, es gab auch nicht viel zu sehen, ob bei Tages- oder Mondlicht. Eine recht öde Stadt, zumindest an der Oberfläche. Nach einem kurzen Marsch waren sie auch schon draussen. Das weite Land erwartete sie, ebenso die dunkle Nacht mit all ihren Gefahren. Mit gezückten Waffen strichen sie durch das Gelände auf den unheimlichen Wald zu, dessen Umrisse in der Ferne zu sehen waren.
|
| 21.06.2003 22:13 | #271 |
| Lehna |
Lehna schloss ihre Hände um das amulett wie um ein Heiligtum - und in gewisser Weise war es das ja auch. Saturas Leben hing davon ab...
Sie betrachtete einen Moment lang Leon, der mit gesenktem Kopf auf dem Felsen saß und über irgend etwas nachzudenken schien, während er versuchte, wieder zu Atem zu kommen. Wenigstens gab er ihr noch eine Chance, das war auch nicht gerade alltäglich. Sie würde nicht versagen, sie durfte nicht versagen..."Ich... danke dir für das Vertrauen.", murmelte sie leise. Sie war sich selbst nicht sicher, ob sie dieses Vertrauen überhaupt verdient hatte. Nun ja, sie vielleicht schon - aber sie war ja nicht allein...
Sie drehte sich langsam um und hängte sich die Kette mit dem Amulett um den Hals. Das Licht der untergehenden Sonne, das sich inzwischen mit dem blassen Schein des Mondes vermischte, spiegelte sich matt auf dem Anhänger.Lehna stapfte in Richtung Wald, Krieger ging neben ihr. Fast verträumt nahm das Mädchen das amulett und betrachtete es etwas näher. In die glatte, sibrig glänzende Oberfläche war eine stilisierte Sonne geritzt, acht sich schlängelnde Strahlen gngen von ihr aus. In der Mitte der Sonnenscheibe prangte ein menschlicher Schädel. Das war also das Symbol der Inquisition...Fast schon angewidert steckte sie das Amulett wieder in ihren Ausschnitt und beschleunigte ihre Schritte ein wenig. Sie mussten Satura finden, bevor sie den Inquisitoren in die Hände fiel - und ihr Vorsprung war gewaltig.Aber Lehna durfte nicht versagen. Eine zweite Chance würde sie nicht erhalten...
|
| 21.06.2003 22:23 | #272 |
| Todesfürst |
Im gorthanischen Wald
Als Satura aufbrechen wollte war ihm klar, dass sie sie begleiten würden. Zum jagen hatten sie noch genug Zeit, sie waren gerade erst wieder da und hatten so viel Zeit, also war es klar, dass sie mitgehen würden. Auch Prix war einverstanden und Ra, der würde sowieso mitgehen. Sie liefen ihr hinterher und das war gar nicht so einfach, denn Satura schien ein Ziel vor Augen zu haben.
Bald blieb sie abrupt stehen und der Gildenlose wunderte sich wieso. Doch das Geheimnis war bald gelüftet, denn schon bald erkannte er die Konturen eines Menschen. Bei näherem hinschauen erkannte er einen Mann und dann sah er sie auch. Die schwarze Rüstung. Den Mann kannte er doch, nur woher? Richtig, er war der Anführer der Gruppe zur Bergsiedlung und wo wollte er doch gleich hin? Zum Göttersitz, so sagte er zumindest. Aufmerksam wurde er angesehen, als ob der Mann seinen Gegenüber wieder in sein Gehirn aufnehmen würde. Nach einer einfach, kalten Begrüßung wandte er sich wieder von ihm ab und lenkte seine Blicke und Worte an Satura. Der Fürst lauschte seinen Worten aufmerksam. Als er fertig war redeten sie noch von den anderen Gesellen doch schon bald kam wieder leben in die Bude. Denn Satura machte Anstalten zum gehen und der Mann, den sie mit Frost angeredet hatte, schien mit ihr zu gehen. Also war er wieder dabei, er war gespannt in welches ominöse Gebiet oder zu welchen Gegnern das diesmal führen sollte. Letztes Mal war ja sehr interessant, um es auf den Punkt zu bringen. Hatte er noch ausreichend Pergament dabei? Er griff in seinen Beutel. Ja er hatte noch 2 leere Rollen, sobald sie an einen Verkaufsstand oder noch besser in eine Stadt kämen, sollte er mal neues kaufen. Mit seinem Kohlestift war die Ausrüstung perfekt, nun konnte ihn Frost hinbringen wo er wollte, er würde es festhalten, wenn es erwähnenswert war. Aber eigentlich war es Satura die führte.
Sie gingen eine Weile tiefer in den Wald herein und merkten, dass sie Sonne unterging. Die Helligkeit wurde aus dem schon so dinklen Wald gezogen und bald war es schon fast so dunkel, dass man nichts mehr sah. Ein letztes Stück vom Sonnenuntergang führte sie nun. Gerade als sie durch ein dichtes Strauchgebiet gingen blieb Prix stehen und gab ein leises Flüstern von sich. Ra und der Fürst blieben stehen, Satura blickte sich um und Frost, der nahm gar nichts wahr. Was ist denn? fragte Satura und schaute leicht genervt nach hinten. Der Jäger nahm das nun aber nicht wahr, sondern huschte in einen Strauch. Irgendetwas hatte er gefunden oder gehört und weil er ihm vertraute folgte er ihm. Der Rest blieb einfach nur stehen und der Fürst rechnete damit, dass sie ohne sie weitergehen würden. Doch nun war er sowieso hinter Prix her, was die Sache erleichterte. Nach wenigen Metern sah er ihn. Er lag in den Sträuchern. War er hingefallen? Ohne groß auf die Umgebung zu achten ging er zu ihm.
"Hey was ist los, warum liegst du hier rum?"
"Pssst, sei ruhig und leg dich hin."
"Was ist denn?"
"Da vorne. Siehst du. Zwei Scavenger."
"Hm, unser Abendessen."
"Ja genau, nur sollte man die Viecher nicht erschrecken. Anpirschen muss man sich, dass hab ich dir doch schonmal gesagt."
"Ok, wie letztes Mal?"
"Von mir aus, aber sei vorsichtig."
"Sicher, was sonst?"
Leise lag er nun auch auf dem Boden und machte sich auf, auf die andere Seite zu kriechen. War gar nicht so einfach aber er schaffte es. Nun lag er genau in der richtigen Position. Er schaute, stand auf und rannte schnell zu einem Baum, um sich dahinter zu verstecken. Dann gab er dem wartenden Bogenschützen, besser gesagt Heckenschützen, ein Zeichen. Wartend zog er seine Dolche, sie sollten ein zweites Mal eingesetzt werden, aber diesmal war er der Jäger. Ein Zischen, ein Pfeil und der erste Scavenger lag am Boden. Das war genau das Zeichen, den durch die Verwirrung musste er sich nichtmal an den anderen anschleichen. Ein Stich, ein Krähen, ein zweiter Stich, ein Röcheln und schon war auch Problem zwei erledigt. Ihr Abendessen war gesichert. Jetzt aber schnell, sonst sind die anderen weg Sie nahmen schnell die beiden Vögel und liefen zurück zur Gruppe. Das mit dem Laufen konnte man auch als Gehen bezeichnen, so langsam waren sie mit dem Gewicht. Doch eine Überraschung erwartete sie. Die Drei standen noch immer da und was das tolle war, Ra lebte noch. Hätte er Satura gar nicht zugetraut, aber das zeigte nur, dass er Recht hatte. Wütend schaute Satura zu ihm und fragte erbost, was sie denn getrieben hätten. Doch die Frage war irgendwie blöd, denn zwei Scavenger waren nicht so leicht zu übersehen. Nun, ich vermute ihr habt Hunger, nicht wahr? Mit einem Grinsen deutete er auf seinen Rücken und schaute dann wieder ernsthaft hinüber. Und was jetzt, sollen wir weiter oder bleiben wir hier? Er rief Ra zu sich und deutete ihm schonmal an, dass er was zu tun bekommt, wenn die Gruppe weiterziehen wollte und das wollte sie wohl.
|
| 21.06.2003 22:28 | #273 |
| Zombiebreaker |
Oh wie Dunkel war doch nur die Nacht hier drausen. Und wie schwach das Licht. Nur mit viel Fantasie konnte man die eigene Hand vor seinen eigenen AUgen sehen.Zombiebreaker war es hier drausen nicht geheuer. Schon die Stadt machte einen mysteriösen Eindruck. Doch das hier drausen war schon fast unterdrückend...
Blade und Zombiebreaker mussten sich schon wahrlich ihre Waffen mit der HAnd umfassen um von der NAcht nicht erschlagen zu werden.
JEder Schritt könnte der letzte sein hier drausen. Und das wusste sowohl Zombie als auch Blade...
Der Wald,endlich! Endlich waren sie an ihrem Ziel angekommen. Der ganze Marsch hatte sich wahrlich in die Länge gezogen. Aber villeicht kam es den beiden Lee-Anhängern auch nur so vor.
Der Wald hatte irgendwie ein schützende Eigenschaft. Auch wenn hier die meisten Gefahren lauerten...
Ein leichtes stöhnen riss die zwei aus ihrem Ultimatum.
"Was war das?"flüsterte Blade zu Zombiebreaker.
"Wenn ich es wüsste,würde ich es dir sagen"
...
Das GEräusch kam immer näher. Zombiebreaker und Blade waren auf alles gefasst...Doch auf einmal war Der Umriss einer menschlichen Gestalt in der Dunkelheit zu erkennen.
"Ein Zombie?" sprach Blade zu Zombiebreaker,der nun warhhaftig ein grinsen nicht mmehr unterdrücken konnte.
"Wahrscheinlich,"gab Zombiebreaker zurück und rief zu der geheimnissvollen Gestalt in die Nacht hinein.
"Hallo?..."
Zu mehr hat es bei all dieser Anspannung nicht gerreicht.
|
| 21.06.2003 22:39 | #274 |
| Angroth |
Die drei hatten sich also aufgemacht um einige Trainingsobjekte aufzusuchen. Während sie noch umherliefen, immer am Fluss orientiert, immer weiter in das Herz Gorthars, beobachteten sie die Einöde der Landschaft aufmerksam. Im fernen Süden waren dickere, bedrohlichere, schwärzere Wolken die an einigen Stellen glühend Rot aufbrachen und sich in feurigen Regen ergossen, ganz so als täte sich das Tor zu Beliars Höllenreich auf. Die Rauchsäulen die aus der Ebene leckten wirkten wie die Pfeiler die die Nacht stützten, ihre Stärke ernährte das Schwarz. Grollen und Donnern war sehr schwach zu hören, mehr zu spüren; es war so still das die Eruptionen bis hierher, drei Tagesmärsche entfernt, drangen.
Ihre Wanderung führte fort, und das Staunen über das unnatürliche Schauspiel der Dämonenwelt liess sie unaufmerksam werden. Ehe sie sich´s versahen wurden sie von einer Gruppe Wilder angegriffen die vom Flussufer her aufsprangen und Speerbewehrt laut brüllend näher kamen. Geistesgegenwärtig zogen alle drei Kämpfer die Waffen und machten sich für einen Angriff bereit. Angroth sprach zu ihnen beruhigend, sich selbst sicher das dies hier kaum eine Gefahr sein dürfte: "Bleibt ruhig und lasst euch von der Konzentration leiten, unterdrückt Gefühle, ihr seid in einem Kampf und das ist der Feind. Mehr müsst ihr nicht wissen, es ist nur ein Feind!" Dann erreichten die Wilden ihre kleine Formation.
|
| 21.06.2003 22:43 | #275 |
| Skeleon |
Ächzend hatte sich der junge Dieb erhoben und wollte gerade losmarschieren, als ihn ein Ruf herumfahren ließ.
"Hallo?..."
Scharrend zog Leon sein Langschwert aus der ledernen Scheide. Auch im Dunkel des Waldes schimmerte es noch matt.
"Äh ... hallo." antwortete Leon etwas irritiert. Wahrscheinlich Banditen. Aber die sollten nur kommen, erstens war er Kollege und zweitens sowieso völlig blank.
"Wer ist da?" rief die Stimme noch.
Jetzt erst erkannte Leon zwei Gestalten auf sich zukommen.
"Und wer kommt da?" rief er zurück und unterdrückte ein Grinsen.Schließlich kamen die Männer nahe genug heran. Sie trugen Rüstungen, wie er sie auf dem Hof Onar's gesehen hatte. Söldner oder sowas ähnliches."Seid ihr vom Hof?" zischte der Junge.
Eine der Gestalt nickte undeutlich im Dunkel und schob ein "Ja" hinterher.Leon fiel ein Stein vom Herzen.
"Ich bin Leon, ein Wegelagerer, auch vom Hof."
"Wegelagerer?" fragte eine der Gestalten skeptisch und musterte ihn von oben bis unten.
"Ich war nur zu faul mir eine andere Rüstung zu kaufen." bemerkte der Junge."Wir sind der hohe Söldner Zombiebreaker und ich Veteran Blade. Was treibst du hier, mitten im Wald und allein?"
Der Junge ächzte und hielt sich die verletzte Hüfte, humpelte zu dem Felsblock zurück und ließ sich fallen.
"Das ist eine längere Geschichte und eigentlich bin ich in Eile ...""Wir haben Zeit." antwortete Zombiebreaker aufmunternd.
Notgedrungen begann der Junge zu erzählen.
Was es mit der Inquisition auf sich hatte, warum sie hier war - hier fiel Blade wegen der Dämonen ein, von denen Leon gleich darauf auch erzählte. Bei diesem Bericht glommen die Augen der Lee-Anhänger regelrecht auf.
Er schnitt auch die Sache wegen Satura und ihrem falschen Amulett an - und dass er deswegen eigentlich in Eile war, wegen seiner Verletzung aber die anderen vorausschicken hatte müssen und so weiter und sofort.
Irgendwie schien sie der Teil mit der Inquisition und den Dämonen mehr interessiert zu haben, aber abgeneigt waren sie dieser Geschichte auch nicht ...
"Ich könnte Hilfe gebrauchen." grinste Leon schließlich etwas zögerlich und blickte sie fragend an.
|
| 21.06.2003 22:56 | #276 |
| Xion1989 |
Leichter gesagt als getan dachte sich Xion. Gefühle unterdrpücken? Xion war ein Hoher Novize der keine kampfausbildung genossen hatte. Trozdem versuchte er sein bestes.Er schaute diese wilden an die wohl wenig Ahnung vom Kämpfen hatten. Xion schaute sich seine klinge an und lächelte. Endlich mal ein gegner den er nicht schonen sollte. Dies würde bestimmt lustig werden. Er hob die klinge und der Wilde griff ihn auch gleich an. Xion blockte so gut er kann. Diese schläge waren um einiges stärkeer als die die er kannte denn er hatte ja bisher nur Trainingskämpfe gemacht. So blockte Xion bis er schlieslich eine schwäche in der deckung entdeckte. Dese nuzte er auch gleich um ihm das Schwert in die Hüfte zu rammen doch der Wilde wich aus. Er hohlte mit einem speer aus und erwischte Xion leicht in der seite. Zum glück sprang Xion weg sonst wär er jezt schwer verlezt.Xion wollte schon wieder sauer werden doch er errinerte sich an Angroths worte. unterdrückt Gefühle. Das waren die worte. Also unterdrückte er sie und hohlte aus. Der schwertschlag war nun so heftig das er dem Wilden glatt durch den Kopf fuhr. Xion sah sich die leiche an und bereitete sich auf den nächsten vor.
|
| 21.06.2003 23:04 | #277 |
| X_Blade_X |
"Wir wollen uns hier ein wenig austoben, unsere Äxte krachen lassen.Vielleicht hälst du uns jetzt für Freaks, aber auf dem Hof ist es zeitweise echt langweilig. Gerne helfen wir dir, wenn es mit Waffengewalt sein soll, umso besser."
Das hatte sich wohl tatsächlich etwas komisch angehört. Egal, das Wichtigste war gesagt. Der Kerl stimmte zu, sie würden ihn doch bitte begleiten. Er schien den Söldnern einigermassen zu vertrauen, sie ihm ebenfalls. Das war auch absolute Voraussetzung bei diesen Lichtverhältnis, sehr leicht hätte es einen hinterhältigen Mord geben können, wenn es auch keinem der drei zuzutrauen war; vor allem fehlten ihnen jegliche Gründe.
"Nun, gehst du voran?", sprach der eine Hüne nach einer kurzen Weile, nachdem sie ausgiebig Löcher in die Dunkelheit geschaut hatten.
|
| 21.06.2003 23:22 | #278 |
| Zombiebreaker |
"Wir sollten Lehna,sprach Skeleon,sie ist den anderen Weg gegangen."Und ja,er hatte recht. Trotz der Dunkelheit,war ein kleiner Trampelpfad zu erkennen. kaputtgetretene Äste zeugten davon,dass hier Menschen vorbeigekommen sein mussten.Die drei folgten unwillkürlich dieser Spur,als ob sie nie aufzuhören schien...
Zombiebreaker hielt die kleine Truppe an und richtete sich an Skeleon:Glaubst du wirklich,dass wir sie noch einholen können? Ich mein das kann Stunden dauern bis sich hier was tut,oder glaubst du nicht?
|
| 21.06.2003 23:27 | #279 |
| Lehna |
Stille. Das erste was Lehna am Wald auffiel war die totale, beängstigende Stille. Nur die Geräusche, die Krieger und sie selbst verursachen, waren zu vernehmen. Selbst der Wind schwieg. Als würde der Wald etwas erwarten, die ruhe vor dem Sturm... Oder im Auge des Sturms.
Krieger hatte aus herumliegenden Ästen und trockenem Gras zwei Fackeln gebastelt – Feuer hatte er als Sumpfler wegen seiner Krautstengel ja immer dabei. Immerhin waren sie so nicht noch neben der Stille der kompletten Dunkelheit ausgesetzt, die andernfalls wohl hier geherrscht hätte. Die Wolkendecke war ziemlich dicht in dieser Nacht, und das Blätterdach tat sein übriges, um jeden Lichtstrahl vom Boden abzuhalten.
Schweigend gingen die beiden Wanderer mit weit ausholenden Schritten nebeneinander her, näherten sich schnell der Stelle, an der die Inquisition gelagert hatte. Und doch hatte Lehna ständig das Gefühl, als würden sie ewig brauchen, viel zu lange.
Außerdem waren sie nicht allein...
Es war eine Gewissheit, keine Vermutung. Die Stille, all das hätte zwar jeden auf die Idee gebracht, dass da etwas sein könnte, aber Lehna wusste es, Woher auch immer. Nun ja, es waren schließlich ihre... Verwandten?Ihr Blick fiel auf ihren Waffengurt, der noch immer von Krieger durch die Gegend getragen wurde. Wenn die Dämonen angriffen, würde sie sich nicht verteidigen können. Aber das war auch gar nicht nötig, sie würden ihr nichts tun, schließlich war sie eine von ihnen...
Sie schüttelte ein wenig den Kopf, ein trauriges, verbittertes Lächeln huschte über ihr Gesicht. Der einzige Feind, den sie zur Zeit wirklich fürchtete, war in ihr selbst. Sie konnte nichts gegen ihn tun, er alles gegen sie. Sie war ihm völlig ausgeliefert...
Eine Weile wanderten die beiden schweigend durch den Wald, Lehna beobachtete ohne reges Interesse die verzerrten Schatten, die das Licht ihrer Fackeln hervorrief.
Bis einer der Schatten sie aus rotglühenden Augen anstarrte.Das Mädchen blieb stehen, starrte zurück. Es war, als würde sie einem alten Freund in die Augen blicken, sie stellte fest, dass sie dieses Zusammentreffen schon...freute...
„Da sind sie.“, stellte Lehna trocken fest und rührte sich nicht. Lautlos bewegte sich der schwarz geschuppte Körper aus dem Schatten des Baumes, die zähen Muskelstränge hoben sich bei den geschmeidigen, fast schon eleganten Bewegungen deutlich unter der Haut ab. Die dreifingrigen Hände mit den langen Hornklauen fuhren scheinbar ohne Ziel über den mit trockenen Nadeln und Blättern übersäten Waldboden.
Der Schädel der Bestie ruckte herum. Erst zu Lehna, dann zu Krieger. Wieder kurz zu Lehna. Dann fixierter er Krieger.
Schabend glitt dessen Schwert aus der ledernen Scheide an seinem Gürtel...
|
| 21.06.2003 23:29 | #280 |
| Satura |
Satura war nicht unglücklich über den Gedanken, einen Unterschlupf für die Nacht zu suchen, doch sie wollte nicht hier, mitten im Wald, ihr Lager aufbauen. Sie nickte Fürst zu und meinte: "Gut. Für's Abendessen nicht schlecht - aber lasst uns eine Stelle suchen, die zum Rasten geeignet ist."
Nach einer Weile fanden sie einen kleinen Felsvorsprung, unter dem sie zumindest einigermaßen geschützt vor Wind und Wetter sein würden. Satura machte sich gleich daran, ein wenig trockenes Holz zusammenzusuchen um ein Feuer zu entzünden, während Prix und Fürst die Beute grillfertig zubereiteten. Es war schon spät, und anstrengende Tage lagen hinter ihr; sie sehnte sich nach Leon, und hoffte, dass es ihm gutging. Was Lehna und Esteron wohl gerade machten?
Bald saßen sie um ein knisterndes Feuer, und der Duft von gebratenem Fleisch - gewürzt mit Saturas Kräutermischung - stieg ihnen in die Nase. Saturas Magen knurrte hörbar; in letzter Zeit vergaß sie öfter, zu essen. Frost saß neben ihr, in Gedanken versunken. Er sah verändert aus; dieses schwere, traurig-nachdenkliche, das in seinen Augen gelegen hatte, als sie ihn das letzte Mal gesehen hatte, war von etwas anderem verdrängt worden. Und er schien erschöpft zu sein; aber das gereichte ihr zum Vorteil - er fragte nicht nachdem Warum ihrer Reise.
Fürst reichte ihr ein Stück gebratenes Fleisch, das sie dankend annahm. "Warum wolltet ihr mich eigentlich weiter begleiten?" fragte die Amazone ihn plötzlich, während sie den Knochen abnagte.
|
| 21.06.2003 23:37 | #281 |
| Akadi |
[i]Die langen Speere ragten weit nach oben, während die langen zotteligen Haare hin und her flogen. Wilde also ... doch wollte Akadi sie nicht schaden. Sie wollte nur im äußersten Notfall das Leben des immerhin Mitmenschen gefährden. Doch dann kam auch schon der erste. Mit beiden Hände hielt er den Speer fest in der Hand, schwang ihn etwas in der Luft herum stach dann blitzschnell zu. Nur mit Glück konnte Akadi den Stich durch einen Sprung nach hinten noch ausweichen. Doch der Wilde bedrängte sie schon wieder, schnell musste sie sich was einfallen lassen. Doch schon wieder stach er mit seinen langen Speer zu, doch diesmal dreht sie sich etwas zur Seite und fasste mit der linken Hand den Speer an, zog ihn mit einen Ruck an, worauf der Gegner einen Stück nach vorne flog. Dann war die Chance da, mit einem diagonalen Schitt fügte sie ihn auch schon eine tiefe Schnittwunde am Arm zu, in welcher kurzer Zeit später die rote Essenz des Lebens heraus quoll. Doch plötzlich stürtzt er sich auf sie. Reflexartig zog sie ihr Schwert schütztend vor ihr. Doch sie fühlte, wie das Schwert langsam in den Bauch des Angreifenden vorstieß und kurzer Zeit später sackte dieser direkt vor ihrer Nase zusammen. Tot. Ihr ganzes Schwert und sogar ihre Hand war mit der rote Flüssigkeit bedeckt, doch schon ging es weiter. Im Hintergrund sah sie dann sogar nochmals zwei feindlichgesinnte Leute auf den kleinen Trupp zurennen, einer führte sogar zwei rostige Schwerter, welche er wohl von verlorenen Abenteurer stahl...[I]
|
| 21.06.2003 23:40 | #282 |
| Skeleon |
Der junge Dieb blickte ihn fast verzweifelt an.
"Ich habe die anderen vorgeschickt und sie werden nicht auf mich warten, ehe sie Satura nicht eingeholt haben."
Er blickte voraus, die düstere Schneise im Unterholz entlang."Und ihr werdet noch früh genug euren Spaß bekommen ..."
Etwas unsicher blickte er gen Himmel. Hatte er da nicht wieder das Flattern ledriger Flügel gehört? Oder bildete er es sich schon ein? Mit einem Kopfschütteln senkte er den Blick wieder und stapfte weiter den Pfad entlang.
Unter den schweren Schritten der drei knackten Äste, brachen Wurzeln und knirschte Kies. Um sie herum waren die Geräusche eines Waldes bei Nacht: Vogelgezwitscher, Zirpenmusik und andere Tierlaute. Trotzdem wurde Leon das Gefühl nicht los, dass da mehr war. An der Grenze des Hörbaren vernahm er ein leises Flappen.
Und er war nicht der einzige, wie er feststellte, als er sich umblickte. Die beiden Lee'ler standen da und lauschten.
"Ist das der Wind?" murmelte einer von ihnen.
Leon schüttelte den Kopf.
"Sie kommen."
Mit einem Mal waren alle Tiere in der Umgebung verstummt.
Nur Augenblicke später vernahm der Junge das Flattern vieler Flügelpaare und das Kreischen zahlloser Kehlen. Über ihnen huschten Schatten zwischen den Baumwipfeln hin und her und verdeckten das Mondlicht.
Blitzschnell reagierte Leon als er einen kleinen Schatten herabsegeln und auf sich zurasen sah. Er zog die lange Klinge, schnitt einen einfachen Bogen in die Luft und sah, wie die winzige Kreatur blutend in sich zusammensackte. Grüner Lebenssaft versickerte im Boden, ehe das Wesen in einem hellen blauen Aufglimmen verging.
"Was zur Hölle war denn das?!" rief Zombiebreaker aus.
"Die Dämonen, von denen ihr gehört habt."
"Dann geht's also los?" fragte Blade, beinahe freudig.
Seine Frage wurde beantwortet als sich zwei weitere Schatten durch das Blätterdach hinab ließen.
Eine weitere kleine Kreatur jagte auf Leon zu und wurde sofort in Beliar's Reich zurückverbannt, doch das zweite Wesen entpuppte sich als die mannsgroße Engelsparodie.
Auf sicheren, dreizehigen, vogelsgleichen Füßen tänzelte sie auf die beiden Lee'ler zu, schnitt drohend mit ihren Klauenhänden in der Luft herum und legte die Flügel eng an, um weniger Angriffsfläche zu bieten. Die rot schimmernden Augen durchdrangen auch diese Finsternis und so fand sie schnell ihren Weg auf die beiden Männer zu.
Gleichzeitig schlugen sie zu und gleichzeitig wurde es von zwei Seiten von tödlichen Schlägen getroffen.
Leon sah überrascht auf, als die Kreatur gedrittelt in sich zusammenfiel."Wir müssen hier weg!" zischte er.
Aber die hohen Lee'ler schienen anderer Meinung zu sein.
Das verspritzte Blut ihres Bruders hatte weitere der größeren Dämonen auf die kleine Gruppe aufmerksam gemacht. Einer nach dem anderen senkte sich ein halbes Dutzend auf sie herunter. Über ihnen kreischten die kleineren Wesen und zogen ihren Ring, synchron mit den Engelsgleichen immer enger.
Der erste war überrascht worden.
Jetzt würde es nicht mehr so einfach werden, dachte Leon und hob seine Klinge, bereit zu Blocken, wie Satura es ihm gezeigt hatte.
Satura.
|
| 21.06.2003 23:43 | #283 |
| Todesfürst |
Irgendwo im Wald an nem Feuer.....
Warum? Ich finde diese Warumfragen interessant, findet ihr nicht. Sie haben etwas zwingendes und doch lassen sie Spielraum für mehr, für etwas verlogenes. Doch bevor ich wieder in die poetische Ebene abhebe, wozu nach kein Anlass besteht. Ich folge euch hauptsächlich wegen dem Abenteuer und seid ihr Frost begegnet seid, folge ich euch wegen ihm. Ihr fragt euch sicher wieso. Nun, dazu kann ich nur sagen, dass er scheinbar eine Fähigkeit hat besonders böse Gesellen anzuziehen. Das ist doch ein Reiz, findet ihr nicht? Ausserdem kommen wir gerade frisch von der Jagd. Das Lager ist leer und ob wir jetzt ein paar Tage später anfangen ist egal. Wir haben unser Gold und das einzige was wir brauchen ist genug Essen und genug Abwechslung. Wenn es langweilig würde, wären wir nicht mehr lange da. Doch allein der Gedanke an die Inquisition ist reizvoll. Mich interessieren diese Leute immer mehr, scheinbar sind sie was besonderes, sonst wärt ihr wohl nicht auf der Suche nach ihnen. Ach übrigens, das Fleisch schmeckt köstlich, aber Kräuter passen zu fast allem, vorallem zu Fisch....ach ja....ähm wo war ich stehengeblieben? Ach so, bei der Inquisition. Erzählt mir doch ein wenig, ihr scheint mehr zu wissen als ihr preisgebt.
Aus einem Lächeln wurde ein ernstes Gesicht, dass seinen Blick durch das Feuer in Saturas Augen fand. Wenn Blicke töten könnten, musste er kurz denken und hoffte nun endlich eine Antwort zu bekommen. Frost schien davon nicht viel mit zu bekommen. Er musste ihn mal begrüßen, schließlich kannte er seinen Namen nur vom Hörensagen aber Worte hatten sie noch nie gewechselt, obwohl sie nun schon das zweite Mal miteinander reisten. Ein komischer Geselle, aber er hatte was.
Prix und Ra hatten sich etwas Fleisch gepackt und hatten sich etwas abseits gesetzt. Nach dem Gespräch mit Satura würde er mal zu ihnen gehen und seinen Gefährten einen Besuch abstatten, schließlich mussten die weiteren Schritte abgesprochen werden.
|
| 21.06.2003 23:51 | #284 |
| Xion1989 |
Xion war langsam leicht genervt als der zweite Wilde ankam. Sie hatten wohl nix gelernt. Immer einer nach dem anderen war doch langweilig. Er spielte etwas mit seinem Schwert rum und als der Wilde eine chanse sah sprang Xion auch zur seite. Er packte den speer und warf ihn weg. Der wilde war nun waffenlos und Xion ballte eine faust. Er schlug dem Wilden einen auf die Nase und schlug ihm mit einem schlag der aus einer geschwungenen drehung kam den Kopf ab. So da stand nun der Lezte Wilde den er sich vornehmen würde. Doch kurz befor er ihn angreifen wollte spürte er etwas an seinem linken arm streifend. Es war der Speer des wilden der ein Kleines bisschen in seinen Arm eindring. Xion wurde diesmal nicht wütend da er nicht gut genug aufgepasst hatte. Er blockte alle weiteren Angriffe und Trat ihm vor den Kopf. Es war sehr schmerzhaft doch die verlezung durch den Snapper war um einiges stärker. Er spürte es schon fast nicht und so ging er in die knie. Der wilde wollte grade zum Final schlag aushohlen als Xion ein lächeln auf dem gesicht bekam und dem Wilde das schwert vom Anfang des Halses durch den schädel aus dem Kopf stach. Er zog das schwert raus und schaute sich um wen er jezt angreiffen würde doch die anderen würden das schon schaffen und so ruhte er sich ein wenig aus.
|
| 21.06.2003 23:53 | #285 |
| Krieger-BP |
Knirschend rieben die Zähne des Templers aufeinander. Zwischen ihnen zischte es hervor, „Lehna, kannst du deinen Schoßhund nicht wegschicken?“, doch diese sah ihn nur verbittert an. Krieger ging in die Hocke, reichte der Amazone noch ihren Waffengurt; viel zu gutgläubig war er; und machte sich bereit. In ihm verinnerlichte sich der Glauben zu einer undurchdringlichen Mauer an Willenskraft, sein Können sammelte sich in den winzigsten Nervchen und sein Geist ... der stellte sich ab.
Ein furchteinflößender Laut kam aus dem Gebüsch mit den roten Augen hervor, prallte jedoch an der Glaubensmauer ab und reflektierte in Form eines Schreies von Krieger. Der Templer war wütend, denn Lust auf einen Kampf hatte er kein bisschen!
Ein kurzes Zähnefletschen beider Kontrahenten, dann schossen beide nach vorn. Unaufhaltsam bohrten sich die glühend roten Augen in die dunklen braunen Augen. Ein Kampf zwischen Böse und Mittelgut! Krachend schlug das Nebelschwert auf den muskelbepackten Körper vor sich und ritzte sich durch Fell und Fleisch. Kriegers Füße hoben vom Boden ab, ein Schrei, durch alle Wälder der Welt hallend, löste sich aus seinem tiefsten Inneren und gab ihm die Kraft, das Tier unter sich zu plätten. Das Schwert steckte fest. Egal! Mit den bloßen Fäusten hieb er auf den Schädel des Biestes ein. Ein Knacken zeugte von mehreren gebrochenen Knochen. Krieger ließ den Duck seiner Beine steigen. Seine Muskeln schienen vor Anstrengung zu zereisen. Schnell wie der Blitz zückte er seinen Bogen vom Rücken, legte einen Pfeil auf die Sehne und schoß dem Viech in den Kopf. Ein lautes zischen folgte, dann richtete es sich auf die Hinterbeine und schmiss Krieger vom Rücken.
Auf den Boden plumsend rollte er sich instinktiv zu Seite und entging damit einem todbringenden Prankenhieb. Das Schwert und der Pfeil schienen den Dämonen keines Wegs zu stören. Es stachelte eher zur Raserei an. Doch das Monster war nicht der Einzigste das der Raserei verfallen war. Krieger ließ seinen Beinmuskulatur arbeiten, gab dem Biest einen kräftigen Tritt in die Seite. Dieses schnappte sofort und bekam den Fuß zu fassen. Der andere Fuß hämmerte auf den Schädel ein, der jedoch nicht los ließ, eher noch fester zu biss. Krieger spannte unter höchsten Schmerzen seinen Bogen und schoss einen Pfeil direkt ins Blutrote Auge des Dämonentieres. Wimmernd taumelte es ein paar Schritte zurück. „Lehna, töte es! Es ist blind! Bring es um!“, schrie der Templer noch verzweifelt am Boden liegend.
|
| 22.06.2003 00:06 | #286 |
| manmouse |
Kapelle in Gorthar Stadt
Der Magier drehte sich langsam vom Fenster weg, wandte sich dem schweren schwerem Holztisch, zu der ihm als Schreibtisch zu dienen schien.“Was überlegt ihr da solange? Wollt ihr schuld sein am Tode vieler Unschuldiger Menschen?“ Glycolus starrte den Wanderer kalt und unberechnend an. Auf dem Tisch brannte eine blutrote Kerze, ihre Flamme züngelte unruhig ein wenig hin und her. Glycolus, schien den Raum mit seiner Aura zu füllen.
Esteron lächelte abermals. Wie weit waren sie wohl schon geflohen. Waren sie schon in Sicherheit?
“Ich kann euch leider keine Informationen geben, Ehrwürdiger.“ Esteron rutschte unruhig auf seinem Stuhl hin und her. Glycolus verstand es mit seinem Gesprächspartner umzugehen.
“ Mein Sohn. Versteht ihr denn nicht? Es liegt allein in eurer Hand, diese Leben zu retten.“
Der Magier beugte sich nach vorne und stützte dabei seine Arme auf der Tischplatte ab, fast so als wollte er seinen Worten den nötigen Nachdruck verleihen.
“ Doch ich verstehe euch und auch eure Sorge, Ehrwürdiger. Allerdings kann ich es euch nicht sagen. Ich habe sie in den Gassen verloren, sie haben mich zurück gelassen bei der Flucht, vor euren Hitzköpfigen Schülern.“
Glycolu’s Augen begannen aufzulodern. Das Licht der Kerze brach sich in seinen Augen. Seine Gesichtszüge verzogen sich zu einer wütenden Gebärde.“ Ihr versteht nicht das Geringste. Sie ist eine Gefahr, für sich und die ganze Welt. Ich habe den Dämonen gespürt. Er ist stark, sehr stark und wird sie töten. Sie auffressen von innen. Wenn er mit ihr fertig ist, wird sie nicht mehr die sein die ihr kennt. Noch können wir was für sie tun. Aber bald muss sie getötet werden.“ keifte der Magier.
Glycolus hatte sich nicht mehr unter Kontrolle. Seine Stimme bebte und er schrie fast.
Esteron wich zurück, er hatte Respekt vor dem Magier, fast schon Angst.
“ Ich habe euch gewarnt. Ihr seid schuld wenn die Lage eskaliert.“ Glycolus drehte sich wieder von Esteron ab und schaute aus dem Fenster, in die schwarze Nacht.
“Balturis!“ schrie der Magier. Einen Moment öffnete sich die Tür zum Audienzzimmer und der Kopf des Novizen lugte durch die Tür.
“ Ja, Meister ihr habet mich zu euch befohlen?“ Der Magus drehte sich ruckartig um, das seine Robe noch einen Moment unruhig flatterte.
“ Geleitet diesen Mann hinaus.“ Der Novize nickte stumm, und griff sich den Arm des jungen Mannes um ihn bestimmend aus der Kapelle zu geleiten. Als die beiden Männer den Kapellen Ausgang erreichten, wurde Esteron unsanft aus der Tür geschubst. Der Wanderer geriet ins stolpern und fiel zu Boden und versuchte sich mit seinen Verletzten Armen abzustützen, ein fataler Fehler.Mit Schmerzverzerrtem Gesicht blieb der junge Mann auf dem Kiesboden liegen und hörte nur noch, wie die Tür der Kapelle hinter ihm zugeschlagen wurde.Dem jungen Mann schwanden die Sinne. Lehna schien es geschafft zu haben, und doch hatte Esteron ein schlechtes Gefühl.
|
| 22.06.2003 00:10 | #287 |
| Akadi |
Doch da kam er auch, der Mann mit den zwei Schwertern. Was sollte sie jetzt machen. Er hatte immerhin zwei. Schnell ging sie in eine deffensive Phase. Mit einem kräftigen Schlag griff er auch schon an. Blitzartig wehrte die Amazone das Schwert ab, ein lautes klirren folgte... Kurzer Zeit später fiel die Klinge des durchrosteten Schwertes ab. Schnell wich Akadi zurück, wollte die fallende Klinge ausweichen, doch diese erreicht stattdessen ihren linken Arm. Etwas Blut rann heraus, beschmutzte noch mehr die schon jetzt mit Blut getränkte Hand. Doch schnell blockte sie den nächsten Schlag, schmiss richtig das Schwert des Wilden nach hinten und führte auch schon die Klinge ihres Schwertes an die Kehle des Angreifers. Töten konnte sie ihn nicht. "Waffen fallen lassen" befahl sie ihn, was er auch sofort machte. In den Augen des Mannes war Angst zu sehen ... Tränen. Seine Händes zitterten etwas, Doch versuchte er sich kein Stück zu rühren
|
| 22.06.2003 00:15 | #288 |
| X_Blade_X |
Vielleicht mussten sie wirklich weg, aber grösser waren ihre Überlebenschancen dann sicher nicht. Diese Wesen waren der Umgebung absolut angepasst, vor ihnen konnte man nicht fliehen...sich verstecken schon gar nicht, was in der aktuellen Situation aber sowieso ausser Frage stand.
Für einen kurzen Einsatz der Bögen reichte es noch, die Söldner brachten mit beidseits gezielten Schüssen einen der grossen Angreifer zu Fall. Ob er auch kampfuntauglich war, war zu bezweifeln. Mindestens einige wertvolle Momente war er ausser Gefecht. Eilig griffen die Krieger wieder zu ihren Zweihandäxten. Der blutige Nahkampf konnte richtig beginnen.
Immer schneller schloss sich der Kreis, man beschloss, möglichst dicht zusammen zu bleiben, allerdings konnten die Meisterkämpfer so ihre Stärke nicht voll zur Geltung bringen, also schritten sie etwas auseinander. Beinahe synchron - wie schon alles zuvor - überbrückten die Dämonen die nur noch kurze Distanz zu den Männern durch schnelle Sprung-Attacken.
Blade erwischte es, allerdings nur an einer unwesentlichen Stelle, die gut gepanzert war. Sofort setzte der Helmträger zum Gegenangriff an: mit weit ausschweifenden Seitschlägen lockte er gleich drei der Kreaturen auf sich. Zombie unterdessen verhielt sich ganz offensiv, auf seiner Seite gab es ein Zusammentreffen von zwei gefährlichen Waffen, seiner herunterschnellenden Klinge und den Dämonenklauen nämlich. Er sowie sein Gegenüber trugen die Konsequenzen daraus. Ganz anders der Dieb, der wehrte sich herumfuchtelnd, sah irgendwie hoffnungslos aus. Dennoch blieb er vorerst unverletzt.
Der Veteran kämpfte also mit dreien gleichzeitig, das war doch mal eine Herausforderung! Insgesamt hatten seine Gegner nur noch vier Hände, eine davon unbrauchbar, denn darauf hatte er es abgesehen: offenbar die einzigen Waffen der Engelsgleichen. Damit fuhr er ganz gut, denn auch diese Kreaturen hatten einen Blutkreislauf und verloren an Lebenssaft. Jedoch wuchs insbesondere einer von ihnen über sich hinaus und rammte den Zweihandlehrer mit voller Wucht. Dieser rollte sich weg, um den darauffolgenden, gut koordinierten Angriffen zu entgehen. Schwungvoll erhob er sich, orientierte sich kurz und nutzte den Schwung für einen sehr effektive Drehung mitsamt hervorstehender Titanenfaust. Das schlitzte dem einen Dämonen die ganze Brust auf, der andere verlor seinen Arm, den dritten machte es immerhin flugunfähig, denn er stand mit dem Rücken zu Blade. Sofort holte der mit seiner Riesenwaffe zu einem endgültigen Schlag aus...und traf. Allerdings war er nun ein gutes Ziel für die andern beiden blutrünstigen Wesen, die es auf ihn abgesehen hatten und durch das Verscheiden einer ihrer Brüder nur noch mehr verärgert wurden.
|
| 22.06.2003 00:25 | #289 |
| Zombiebreaker |
Zombiereakers Zweihandhaxt,die er schon lange nach dem namen Alcatraz benannt hat-schnellte den schwarzen Monstern entgegen.
Blut,dass die Dunkelheit fast schon leuchten ließ,spritzte allen vier Himmelsrichtungen entgegen.
Zombiebreaker konnte seine axt meisterhaft führen. Jede einzelne Bewegung seiner Hände hatte schlimme Auswirkungen auf seine Gegner.
Sein Alcatraz schoss durch alle Elemente.Es spaltete Luft,Holz und die ankommenden Dämonen...Blade hatte einige geschafft doch immerhon lebten noch zwei.
Die ersten waren kein Problem für den hohen Söldner. Doch einer der nächsten Kreaturen setzte auch Zombiereaker zu. Ein starker Seitenhieb von rechts ließ den Leeler in sich zusammensacken,seine axt prallte mit einem dumpfen Geräusch dem Waldboden entgegen.
Zombiebreaker rollte sich nach rechts um seine Schmerzen zu lindern. Doch vergebens,der Daemon wachte weiter über ihn...
In der Verzweifelten Suche nach seinem Todesbrecher schien sein Leben an ihm vorbeizulaufen. Sein Gürtel hatte sich gelöst und war im Gestrüpp von Holz und Blättern verschwunden.Wie konnte das nur passieren? Wie konnte er so schnell seine beiden wichtigsten NAhkampfwaffen verlieren?...
Im Scheine seiner VErzweiflung und im Chorus des Blutes nahm er seinen Bogen vom Rücken und schoss auf diesen blutrünstigen Diener Beliars´. Dieser fiel nicht tod um,aber Zombiebreaker konnte zeit gewinnen. Mit einem schnellen Satz hatter er sich seine Zweihandaxt wieder zu sich genommen und stand so dem Daemon wieder kampfbereit entgegen.Seine Rippe schmertzte,sein kopf verlor die Eigenschafft zu denken und seine Handlungsfähigkeit konnte nur noch eines tun-Töten!Die Letzten beiden Daemonen fielen unter die Axt Zombiebreakers,der nach einem fatalen Blutrausch nur noch in sich zusammenfiel und regungslos liegen blieb.Das war nur der Anfang vom Lied....
...wer weiss ob wir den Schlussakkord überhaupt noch mitbekommen werdenSprach Zombiebreaker leise in die dunkle Nacht...
|
| 22.06.2003 00:33 | #290 |
| Waldläufer |
In der Stadt, auf dem kiesigen Platz vor der Kapelle Innos´sDas Knirschen des Kies und das Stapfen von Stiefeln auf den Steinstufen weckten den Waldstreicher. Wobei erst das „Rummms“ der zuschlagenden Kapellenpforte ihn richtig klar zu Verstand kommen ließen. „Da ist aber einer echt mies drauf ...“ murmelte der Barde und erhob sich langsam aus der Ecke in der er sich niedergelassen hatte um darauf zuwarten dass sich die Kapelle etwas leerte. Nun schien sie leer genug zu sein nur die Pforte war zu. „Scheiß Kirche ...“ murrte der Bursche und trat aus dem Schatten heraus, hier musste er erst mal nicht warten um eingelassen zuwerden die Innosler sahen so aus als wollten sie zur Zeit keinen Besuch haben.
Mit gesenktem Blick machte sich Gardiff daran die Umgebung des „Heiligen Hauses“ zu verlassen. Langsam trat er die Stufen der Kapelle hinunter und zu seinem Verblüffen kamen ein Paar Füße in seine Sicht. Verwundert blieb der Barde stehen. Die Füße standen nicht , nein sie lagen und das auf dem unbequemen Kies. Der Gildenlose schüttelte den Kopf und lies das Blick dabei langsam die Beine des Liegenden hinauf wandern um zu scheinen welcher arme Tropf sich hier hin legte und nicht in ein Bett oder wenigstens auf eine Decke. Nach näherer Betrachtung war sich der Vagabund sicher das es ein Mann war, reichlich zerschunden, was man an den Armen sah, mit blonden strubbeligen Haaren und bestimmt in den Zwanzigern. Der Barde stockte in seinen Überlegungen. Ein Mann? Blondes Haar? Zerschunden? Vor der Kapelle?
Vorsichtig hockte sich Gardiff neben den Kopf des Gestürzten und betrachtete ihn bemitleidend. Er erkannte wer es war. „Esteron? ... Esteron wie geht es euch mein Freund ?“
|
| 22.06.2003 00:34 | #291 |
| Lehna |
Lehna starrte verwundert auf den Waffengurt in ihrer Hand, dann auf Krieger und schließlich auf den Dämon. Sie spürte, wie sich in ihrem Geist etwas regte, in freudiger Erwartung des Leides. Fast reflexartig zuckte ihre Hand zum Griff ihres Schwertes...
Im letzten Moment riss sie ihren Arm zurück und schleuderte den Waffengurt von sich, in irgend ein Gebüsch. Verdammt, war Krieger wahnsinnig ihr in dieser Situation Waffen in die Hand zu drücken? Verstand er nicht, dass sie damit eher ihn töten würde als den Dämon?
Der Kampf begann, Krieger schoss vor und versenkte sein Schwert in der Schulter es Dämons. Glühender Schmerz durchzuckte Lehnas Arm, wanderte hoch zu ihrer Schulter. Sie taumelte zuck, die Fackel entglitt ihrem Halt und landete auf dem Waldboden. Das Mädchen drückte den schmerzenden Arm an ihren Körper, wich in gebückter Haltung weiter zurück. Ein dünner Speichelfaden tropfte zwischen ihren zusammengebissenen Zähnen hervor.
Sie spürte, wie sich die unheilige Existenz in ihrem Geist regte, seine Fühler nach ihren Gedanken ausstreckte und begann, in ihrem Verstand zu wühlen.„Geh doch endlich weg...“, brachte sie mühsam hervor, obwohl sie wusste dass es sinnlos war.
Aber nein, Kleines, wir sind doch Freunde...
Immer weiter drang der Dämon vor, während neue Schmerzen sich zu denen gesellten, die ihren Arm zu lähmen schienen. Schmerz explodierte in ihrem Brustkorb, als würden ihre Rippen brechen, auf ihrem Kopf schien ein Troll zu tanzen. Sie schrie auf, ihre Beine versagten ihr den Dienst. Lehna sackte haltlos zusammen, krümmte sich schmerzgepeinigt auf dem Waldboden.Sie wollen dir nicht helfen. Wir sind doch deine Brüder... Er nicht...Sie spürte, wie sie nicht nur über ihren Körper die Kontrolle verlor. Ihr Kopf ruckte herum, mit einem undefinierbaren Blick fixierte sie Krieger. Dieser spannte seinen Bogen und jagte dem Dämon einem Pfeil in den Nacken. Erneut schrie Lehna auf, warf den Kopf nach hinten und streckte ihren Körper ruckartig aus. Ihre Hände gruben sich in den weichen Waldboden. Sollte das das Ende sein? Nein, du kannst Satura noch retten, doch nicht mit IHM zusammen... Töte ihn...Ihr Körper zuckte unkontrolliert, verzweifelt versuchte sie, wenigstens gegen den Dämon in ihrem Verstand anzukämpfen. Ein ziemlich aussichtsloses Unterfangen...
Ein neuerlicher Schmerzensschrei, ihr linkes Auge setzte plötzlich aus, sah nichts anderes mehr als Schwärze. Krieger hatte dem Dämon ein Auge ausgeschossen. Und gleichzeitig auch ihr...
TÖTE IHN!
Kalter Schweiß tropfte von ihrer Stirn, als sie sich mühsam aufrappelte, die Schmerzen ignorierend. Sie krallte sich im Waldboden fest, zog sich vorwärts. Langsam kroch sie über die vertrockneten Nadeln und Blätter, mit einem einzigen Ziel vor den Augen – ihrem Waffengurt. Sie musste ihn erreichen...Musste dem Schmerz ein Ende setzen...
Musste Satura retten...
Ohne ihn…
Sie streckte die zitternde Hand aus, ihre Finger schlossen sich um den Griff ihres Schwertes. Mit einem Ruck wurde die Erzklinge von ihrer Scheide befreit. Lehna wälzte sich herum, starrte auf Krieger. Er musste sterben, für Satura...Für Satura, für die Mission, für das Vertrauen!
„Nein, niemals...“
Sie hielt inne, die Klinge ihrer Waffe hing starr und unbeweglich in der Luft.„Niemals, ich werde Krieger nicht verraten, ich werde Leon nicht enttäuschen und Satura nicht im Stich lassen...“
Der Dämon in ihrem Inneren schien aufzuschreien, zu toben. Langsam öffneten sich ihre Finger, mit einem leisen Aufschlag landete ihre Waffe auf dem Waldboden. Neuerliche Schmerzenswellen durchfuhren ihren Körper, sie krümmte sich schreiend und wimmernd zusammen.
Das Etwas in ihrem Verstand hatte sich zurückgezogen, sie riss die Augen auf, betrachtete Krieger einen Moment lang mit einem um Vergebung flehenden Blick, bevor sie sich wieder über den Waldboden wälzte. Die Schmerzen waren zu schlimm, sie wollte etwas tun, doch die konnte es nicht...
Tränen liefen ihre Wangen hinunter, vor Schmerz, Verzweiflung, Hilflosigkeit. Sie würde versagen...
|
| 22.06.2003 00:47 | #292 |
| Skeleon |
Leon blieb während der ganzen Sache ziemlich defensiv, wich vor den Kreaturen zurück, achtete darauf, ihre schnellen Reflexe nicht aus den Augen zu lassen und blockierte einen Klauenschlag nach dem anderen eines ganz besonders hartnäckigen Wesens. Dumpf sackte es plötzlich in sich zusammen, als Zombiebreaker's Axt ihm von hinten den Rücken zertrümmerte.
Der junge Dieb schob das Schwert zurück in die Scheide und blickte sich um. Alle der Engelsgleichen waren tot. Über ihnen wurde das Kreischen der kleineren Kreaturen leiser. Offensichtlich hatten sie es sich nochmal anders überlegt und vermieden einen Kampf mit der kleinen Gruppe.
Keifend und Kreischend und Schnatternd und Flappend entfernten sie sich, ausgerechnet in die Richtung, in die Leon die Gruppe führte. "Wir müssen uns beeilen!" trieb er die anderen an. Die blickten nicht wenig stolz auf ihre Beute, lösten sich dann aber doch davon los.
Schnellen Schrittes folgten die drei dem schmalen Trampelpfad, der hier mal deutlicher, da mal mehr von wildem Gestrüpp überwuchert war. Aber allmählich kannte Leon den Weg ... trotz seiner Verletzung verlangsamte er nicht sein Tempo, die anderen murrten schon aber er ermutigte sie mit der Aussicht auf weitere Kämpfe, denn indirekt folgten sie ja den anderen Dämonen ...
Plötzlich vernahmen Leon's spitze Ohren Geschrei.
Einen kurzen Augenblick sprintete er regelrecht, keuchte auf vor Schmerz und sah sich nun Krieger, Lehna und einem verwundeten Dämon gegenüber. Eben wurde Krieger auf den Rücken gerollt und drohte unter der Kreatur begraben zu werden, während Lehna mit ... sich selbst zu ringen schien. Sirrend zog der junge Dieb seine Klinge, holte weit aus und verpasste dem Dämon einen Schlag in die Seite.Mehr als ein Zischen bewirkte das nicht, aber er rollte sich zur Seite weg - direkt vor Blade's Füße, der ihn mit einem Axtschlag begrüßte. Laut aufzischelnd kroch die Kreatur mit dem zertrümmerten Körper ein Stück auf den Veteranen zu, ehe sie verendete.
Leon stürzte auf Lehna zu, die sich vor Schmerzen wandt. In wilder Wut verpasste er ihr einen Tritt in die Seite.
"Du hast sie angelockt!" schrie er sie an. "Du bist daran schuld, du hast uns verraten!"
Ein weiterer Tritt. Und noch einer.
Plötzlich fiel sein Blick auf ihr Gesicht. In ihren Augen sah er keine Wut, keinen Hass sondern nur Trauer.
Wie vor den Kopf geschlagen ließ der Junge von ihr ab.
Er fiel neben ihr zu Boden und hatte zum ersten Mal das Gefühl sie zu verstehen.Krieger richtete sich auf und blickte zwischen Leon und den beiden anderen fragend hin und her. Sah aus, als wäre die kleine Gruppe gerade rechtzeitig gekommen. Eine kurze Rast nur, dann würden sie weitergehen müssen. Sie würden den Vorsprung Satura's aufholen müssen.
|
| 22.06.2003 00:55 | #293 |
| manmouse |
Vorhof der Kapelle ....
Der Wanderer richtete sich langsam auf. Diese Stimme. Sie war ihm bekannt. Sie gehörte dem Waldstreicher.
“Gardiff dich schickt der Himmel.“ Der Wanderer blickte ihn mit sorgenvoller Miene an.
“ Wir müssen sie finden. Sie ist weg. Geflohen. Geflohen vor den Teufeln in den roten Kutten. Hilf mir, wie müssen sie finden. Krieger ist bei ihr. Auch er ist in Gefahr...“
Esterons Worte sprudelten nur so heraus. Seine Kopf schmerzte ein wenig. Und doch war er bei klarem Verstand.
“ Ich brauche eine Waffe. Hörst du? Wir müssen sie finden. Wir haben keine Zeit. Er wird sie töten, sie, sich und die anderen. Sie wird wieder töten.Die Augen des Wanderers begannen sich zu weiten, er stand wild diskutierend vor dem Waldstreicher, sie mussten weg hier. Sie durften keine Zeit verlieren.“Komm.”
Esteron stürmte mit Gardiff im Schlepptau von dem Vorhof. Sie Bogen in die dunkle Gasse ein wo Esteron Lehna und Krieger verloren hatte.
Glycolus stand hinter dem Fenster und beobachtete mit ruhigem prüfendem Blick die Szene auf dem Kapellenvorhof.
“Ja mein Sohn, folge ihren Spuren. Es ist eh zu spät für euch alle. Ihr werdet alle sterben, und du junger Freund bist schuld daran.“
|
| 22.06.2003 01:07 | #294 |
| Angroth |
Kritisch hatte Angroth mit gezogener Waffe den Verlauf des Kampfes verfolgt. Eine Alarmglocke von extremer Notwendigkeit hatte in ihm geklingelt als er sah mit wieviel Vergnügen Xion seine Gegner abschlachtete als seien es niedere Wesen! Eindeutig hatte er sich seine Überlegenheit zunutze gemacht - das war in Ordnung - aber er durfte keinesfalls in das Überlegenheitsgefühl verfallen! Kampf bedeutete Lebensgefahr, egal gegen welchen Gegner! Akadi dagegen hatte um einiges umsichtiger gekämpft und auch das Leben ihres Feindes so sehr es ihr möglich war geschützt. Das war Ehrenvoll und Edel. Als der letzte nun seine Waffen hatte fallen lassen und wimmernd in den Armen der Amazone hing, griff der Lehrmeister ein.
"Beeindruckend! Ihr habt beide eine beachtliche Menge gelernt, ich kann nicht sagen wie stolz ich auf euch bin. Doch eine Sache ist mir aufgefallen, Xion. Du solltest wissen das man niemals zum Spaß tötet, niemals! Ein Krieger der sich überlegen fühlt und sich auf seinen Erfolgen ausruht wird fallen. Denn andere die seiner Position eifersüchtig sind werden an seinem Sturz arbeiten bis sie ihn ausführen können. Du darfst nie aufhören einen Kampf ernst zu nehmen geschweige denn deinen Gegner! Jeder ist in der Lage jeden zu töten, das solltest du wissen. Aber ich will nicht weiter kritisieren, ihr wart beeindruckend. Nun lasst uns erfahren was der Eingeborene zu erzählen hat." So kamen sie zusammen und fragten jenen aus, erfuhren einige Dinge die ihnen Kopfzerbrechen bereiteten, von denen aber heute Nacht keine Rede mehr sein soll.
Sie kehrten also ein wenig bedrückt in das Gasthaus ein, das Schicksal des Wilden ging wieder seiner eigenen Wege.
|
| 22.06.2003 01:10 | #295 |
| Waldläufer |
Gothar Stadt , bei Esteron
„Mich schickt bestimmt nicht der Himmel eher diese abweisende Pforte dieses „Gotteshauses“.“ grinst Gardiff und spuckte das letzt Wort förmlich aus wie ein Stück zulange gelagertes Scavangerfleisch. Der Bursche hielt nichts mehr auf Götter. Zu oft war er enttäuscht und mit des Missetaten welche im Namen von irgendwelchen Göttern geführt worden konfrontiert worden. Auch Esteron schien nicht besonders von der Kapelle an getan. So wie er den Waldstreicher hinter sich her zerrte und was sprach er da die ganze Zeit? Fast wie ein Wasserfall plätscherte das Gebrabbel des Freundes auf den Kopf des Barden ein.„Esteron mach mal langsam.“ versuchte der Einhandlehrmeister den Wanderer zu zügeln. „Wenn meinst du mit SIE und was ist los das du so in Eile bist ? Du siehst furchtbar aus und solltest dich lieber noch eine Weile erholen.“
|
| 22.06.2003 01:12 | #296 |
| Krieger-BP |
Pochend, in Herzschlagabständen: „Lehna, Dämon, Lehna ... Dämon ... ... Lehna ... ... Dämon“, wanderten seine Blicke. Der pulsierende Muskel tief im Inneren seines Körpers beruhigte sich, brachte Ausgeglichenheit in Körper und Geist, ließ Schmerzen ignorieren und brachte Hilflosigkeit zu Fall. Den Bogen spannend, schoss Krieger ein weiteres Geschoss in den dämonischen Leib, beobachtete Lehna dabei, die sich zur gleichen Zeit zur Seite warf und aufschrie.
Nach seinem Beutel greifend, brachte er die immense Drachenhaut zum Vorschein, rappelte sich auf und schoss ein weiteres mal auf das wimmernde etwas, dass nicht mehr im Stande war sich zu wehren. Ein verzweifelter Prankenhieb, doch Krieger hob seinen Fuß so, dass die Pfote unter diesem vorbei schlug. Dann stampfte er sich fest und begrub die Tatze unter seinem Fuß. Die Drachenhaut über den Körper werfend, rollte er das Viech zur Seite, zog noch sein Schwert aus dem Körper, bevor er das Tier vollends einwickelte und kräftig verschnürte. Der Templer ließ nur ein Luftloch am Kopf des Tieres frei. Erschöpft sank er auf die Knie, kroch noch zu Lehna herüber und setzte sich neben sie. Den Waffengurt warf er weg. Weit weg.
Doch er reichte ihr sein Schwert.
Nur schnaufend konnte er noch sprechen:
„Lehna, wenn du mich hörst ...
gib nicht auf! Hörst du? ...
GIB NICHT AUF!
Nimm das Schwert und besiege den Dämon da vorn! Auch wenn es Schmerzen bedeutet, töte ihn ...
Vielleicht wird es dich erlösen von der Qual!“
Krieger konnte nicht weiter sprechen, denn Luft war das, an was es ihm gerade mangelte...
"LEON!", prustete der Templer noch, "lass uns erst rasten! lass lehna, zufrieden, bitte!" Kriegers Oberkörper sackte zurück. Zu anstrengend war der Kampf gewesen. "lasst sie ihren Kampf kämpfen" ...
|
| 22.06.2003 01:17 | #297 |
| Satura |
Bei Truppe 1 - Frost, Satura, Fürst, Prix und Ra
Satura bereute es mittlerweile, die für sie eigentlich nebensächliche Frage gestellt zu haben. "Ihr redet wahrlich zu viel." zischte sie wütend. "Ich weiß nicht mehr über die Inquisition als irgendjemand hier. Alles weitere ist nicht dein Belang."
Frost schwieg; doch Satura wußte, er wartete nur darauf, bis sie unter sich waren, um nachzuhaken. Wütend erhob sich die Amazone, um sich etwas abseits zur Ruhe zu legen. Wie zufällig ging sie an dem Fürst vorbei und flüsterte im Vorbeigehen: "Zügelt eure Zunge, oder ihr werdet bald keine mehr haben."
Wenige Meter von der Feuerstelle entfernt, an der Felswand, rollte die Amazone sich in ihren Umhang. Sie war satt, aber wütend. Was wollte dieser grobe Klotz damit erreichen? Sie hätte den Dämon heute doch seines Amtes walten lassen sollen...
Sie mußte endlich schlafen, endlich ruhen. Morgen würde alles schon wieder ganz anders aussehen, bestimmt. Der Fürst hatte es sicher nicht absichtlich getan - oder vielleicht doch? Sie seufzte und drechte sich enger in ihren Umhang. Der Boden war hart, und sie bettete ihren Kopf auf Stein.
Eine einsame Träne schlich sich aus dem Augenwinkel der stolzen Amazone und bahnte sich einen Weg über die weiche Haut, bevor sie ihre Augen schloß und einschlief.
|
| 22.06.2003 01:36 | #298 |
| manmouse |
In den Gassen von Gorthar
Esteron hielt nicht an, Gardiff hatte Mühe hinterzukommen. Dann wurde es ihm wohl zu bunt. Er stoppte den Wanderer und riss ihn herum.
“So Esteron, jetzt mal ganz ruhig und eins nach dem anderen. Wer ist sie und wer will hier wen töten?“
Der junge Mann löste sich etwas unbeholfen aus Gardiffs Griff und erzählte.
“ Lehna, sie ist in Gefahr. Alle sind in Gefahr. Sie ist geflohen. Mit Krieger und wahrscheinlich auch mit Leon und Satura. Sie wird sie töten, wenn der Dämon in ihr durchbricht.“ Esteron rann Angstschweiß von der Stirn. Er fühlte sich gehetzt, gehetzt wie von einer Meute Raptoren.
“ Wir müssen sie finden. Nur ich kann ihr helfen. Mir vertraut sie. Wir müssen uns beeilen. Noch kann ich dem Dämon in ihr entgegen treten. Sie braucht meine Hilfe. Entweder wir schaffen es oder ich muss sie töten. Gemeinsam mit ihr sterben. Ich brauche deine Hilfe. Bitte hilf mir.“
Esteron wandte sich von Gardiff ab und lief weiter in die dunkle Gasse, nach wenigen Momenten schon war seine Gestalt eins mit der Dunkelheit.
|
| 22.06.2003 01:48 | #299 |
| Lehna |
„Leon...“
Die Schmerzen, die der inzwischen tote Dämon verursacht hatte, klangen nach dessen Ende schnell ab, dafür schmerzten Leons Tritte um so mehr. Körperlich hatte sie schon wesendlich schlimmeres erlebt, aber darum ging es auch gar nicht...
Sie krümmte sich wimmernd zusammen, als sein zweiter Tritt ihre Rippen traf, hob kraftlos die zitternde Hand, als wollte sie nach im greifen, und ließ sie wieder sinken. Lehna zuckte kurz, als der dritte Tritt des jungen Diebes sie traf, sie hob den Kopf und sah ihm verzweifelt in die Augen. Sie hatte versagt, hatte ihre Chance vertan, nicht genutzt...
„Leon...“
Ihre Stimme war nicht mehr als ein Flüstern, als Leon sich neben ihr auf die Knie sinken ließ. Unsicher suchte ihre Hand den Weg über den Boden zu ihm, jedoch bereit, sich jederzeit wieder zurückzuziehen. Sie schluchzte verzweifelt, Tränen tropften auf die trockenen Blätter unter ihrem Kopf, sie wagte es nicht, Leon anzusehen.
„Ich kann nichts dafür... Es tut mir Leid, es tut mir so Leid, aber ich kann nichts dafür... Leon... Bitte verzeih mir...“
|
| 22.06.2003 01:57 | #300 |
| Waldläufer |
Nachtgestalten in Gorthar nächtlichen Gassen
„Na hier ist was los ...“ den Kopf schüttelnd eilte der Waldstreicher des Wanderer hinterher. Wenn alles so war wie Esteron es sagte war wirklich Eile geboten. Wer wusste schon was so ein Dämon mit einer jungen Frau an stellt. Noch dazu mit einer jungen Frau wie Lehna. Leise klapperten die schnellen Schritte der beiden Freunde auf dem groben und unregelmäßigen Pflaster der Stadt Gothar. In den engen verwinkelten Gassen war es verdammt finster da das Mondlicht nicht in sie hinein schien. Ratten huschten über die Straße und verkrochen sich pfeifend in irgendwelchen Löchern.
„Wo müssen wir eigentlich hin ?“ fragte Gardiff und bewunderte den jungen Mann neben ihm. Er hielt echt was aus, gerade noch fast tot und nun schon wieder agil durch nächtliche Gassen humpeln um die Geliebte und die halbe Welt zu retten ...
|
| 22.06.2003 02:07 | #301 |
| manmouse |
Ja mei, wo mussten sie eigentlich hin? Der Wanderer blieb plötzlich wie angewurzelt stehen. Das war eine verdammt gute Frage.
“ Öh, also, keine Ahnung. Aber wir finden sie. Ob wir zuerst auf dem Friedhof nachschauen sollen?“ Esteron lächelte im Schein einer Nachtlaterne.
“ Wenn ich ehrlich bin habe ich keine Ahnung wo wir sie suchen sollen. Wo zieht es denn Leute hin die von Dämonen befallen sind?“
Der junge Mann grübelte.“ Als ich die beiden zuletzt gesehen habe sind sie dort vorne um die Ecke gelaufen. Wenn ich Krieger wäre, würde ich aus der Stadt verschwinden. Die Wachen sind sicher schon lange informiert wurden. Was meinst du?“
|
| 22.06.2003 02:26 | #302 |
| Waldläufer |
Der junge Waldläufer sah sich um, die Gasse hinauf und hinab. Alles war ruhig, wie eigentlich nicht anders zu erwarten um diese Zeit. „Also wenn sie echt was verbacken haben das wird Krieger sie so schnell wie möglich aus der Stadt geführt haben. Wahrscheinlich in den Wald.“ tief die frische Nachtluft einatmend betrachtete Gardiff die funkelnden Sterne. „Jedenfalls denke ich das er sie aus der Reichweite der Stadt gebracht hat. Vielleicht, aber das halte ich für unwahrscheinlich hat er auch das nächste Schiff nach Khorinis genommen. Wer kann das schon wissen.“ schulterzuckend wand er sich wieder dem Wanderer zu und wartete auf seine Vorschläge wo man nach den geflohenen Gefährten suchen sollte.
|
| 22.06.2003 09:34 | #303 |
| Skeleon |
Leon saß zusammengesackt da und versuchte, den widerwärtigen Kloß in seiner Kehle zu schlucken.
Nur leise vernahm er Lehna's Gewimmer.
Was hatte er getan?
Langsam wandte er seinen Blick zu ihr und versuchte, ihr in die Augen zu sehen, doch sie blickte nicht auf.
"Du hast keine Schuld. Das weiß ich - erst jetzt." murmelte er. "Es tut mir leid. Ich will dir helfen."
Langsam näherte sich ihr seine Hand, er strich ihr sanft über die Schulter und hielt sie dann wie etwas erwartend auf.
"Trotzdem - bitte gib mir das Amulett zurück. Die Zeit drängt."Er sah zwar, wie sehr sie das noch zusätzlich verunsicherte, aber er konnte ihr nicht Satura's einzige Überlebenschance überlassen. Nicht, nach dem, was er von ihr geglaubt hatte und nicht, nach dem, was er jetzt von ihr wusste.
|
| 22.06.2003 11:48 | #304 |
| Lehna |
Lehnas Hand schloss sich um das glatte Amulett um ihren Hals, sie sah verunsichert zu Leon.
"Ich... Es tut mir leid..."
Mühsam stemmte sie sich hoch, vermied es dabei dem jungen Dieb in die Augen zu sehen. Sie hatte versagt, sie war nicht stark genug gewesen. Sie hatte ihre Chance vertan...
Mit leicht zitternden Händen nahm sie das Amulett ab und ließ es in Leons geöffnete Hand fallen, bevor sie mit hängendem Kopf auf dem Waldboden hocken blieb. Dieser verfluchte Dämon, kein Inquisitor könnte ein besserer Foltermeister sein...
|
| 22.06.2003 12:18 | #305 |
| Todesfürst |
Bei Truppe 1 - Frost, Satura, Fürst, Prix und Ra
Gestern war noch eine lange Nacht gewesen, denn er fragte sich, was mit Satura los war. Immer wenn er die Inquisition erwähnte, wich sie aus oder verschwand einfach. Ich solle nicht so viel fragen, sonst wäre meine Zunge ab, ha, wenn sie meint mir so den Mund verbieten zu können ist sie schief gewickelt. Soll sie sich an meine Zunge wagen, dann macht sie aber Bekanntschaft mit etwas anderem spitzen. Leicht angesäuert blickte er dann zu Frost um ihn endlich mal anzusprechen, doch daraus wurde nichts, denn der Mann saß zwar noch da, hatte seine Augen aber schon geschloßen. Ein Trick? Oder war er wirklich müde? Zumindest wollte er ihn nicht stören. Auch die Frau ließ sich niedersinken um zu schlafen. Also waren nur noch sie da. Er ging zu den beiden herüber um mit ihnen die weiteren Schritte abzusprechen, schließlich war er weder der Anführer noch konnte er wissen, was sie wollten. Am Ende einigte man sich, die Gruppe noch ein wenig zu begleiten. Aber seid vorsichtig, ich habe das Gefühl, dass nicht nur Inquisition unser Ziel ist. Die beiden sind gefährlich. Noch besteht kein Anlass, aber manchmal trügt die Wahrheit, wenn ihr versteht. Ein Nicken ging durch die kleine Runde und dann wurde es wieder still im Wald. Prix zog noch etwas an seiner Pfeife und Ra fummelte etwas an seinen Dolchen rum. Dolche? Woher hatte der Kerl die denn, er war doch waffenlos. Wo hast du die denn her? - Mitgehen lassen in Gorthar. Er war schon gerißen, dass musste man im lassen. Mit einem Schmunzeln legte sich der Fürst dann auf den Boden und versuchte nicht mehr auf die Stimmen, sondern nur noch auf das Knistern des Feuers zu achten, denn so hatte er keine Probleme beim einschlafen.
Am nächsten Morgen wachte er dank eines unglücklichen Zufalls als erster auf. Eine Fliege hatte sich seinen Kopf als Landeplatz ausgesucht. Durch das Gekrieche auf seiner Haut wurde er dann wach, obwohl er noch gerne etwas geschlafen hätte. Die anderen schienen kein Problem mit Fliegen zu haben und zum Dank fand dieses Exemplar den Tod zwischen den Handballen des einst noch Schlafenden. Wenn er sowieso schon wach war, konnte er auch gleich aufstehen dachte er sich und erhob seine müde Glieder. Nachdem er sich einen Schluck Wasser, aus seiner jetzt einzigen Wassserflasche gegönnt hatte, ging er auf den toten Scavenger zu und nahm sich etwas Fleisch. Das Zeug war zwar kalt, schmeckte aber vorzüglich. Da er die anderen nicht wecken wollte, aber auch keine Lust auf einen Waldlauf hatte, da er den Teil des Waldes nicht kannte, kletterte er den Hügel hinauf, unter dem die Gruppe sich befand. Von hier hatte er einen perfekten Ausblick und konnte im Umkreis von 100 Metern alles erkennen. Das war auch nicht sehr schwer, denn das Sonnenlicht schien kräftig durch den dichten Wald. Und nebenbei konnte er auch gut nachdenken, was seine persönlichen nächsten Schritte waren.
|
| 22.06.2003 13:14 | #306 |
| Skeleon |
Leon nahm das Amulett entgegen, nickte dankbar und versuchte aufmunternd zu Lächeln - was völlig daneben ging. Er erhob sich und zog Lehna mit sich in die Höhe.
"Wird schon werden ..." murmelte er unsicher.
Die ganze Zeit hatte er sie für das Monster gehalten - und dabei war sie nur das Opfer, genau wie all die anderen. Nein, sie war das wahre Ziel, das wirkliche Opfer des Dämons, der sie heimgesucht hatte.
"Es tut mir leid ..." fügte er noch hinzu, während Lehna ihrerseits Entschuldigungen raunte und sich offensichtlich miserabel fühlte. Jetzt wäre Esteron von Nöten, dachte der junge Dieb mit einer Mischung aus Grinsen und betrübtem Dreinblicken.
"Komm', wir müssen weiter." zischte er Lehna zu, ehe er aufblickte und die anderen mit einer Handbewegung zum Gehen aufforderte. Die meisten wollten eigentlich eine Rast, aber zumindest die hohen Lee'ler ließen sich mit der Aussicht auf weitere Kämpfe ermutigen. Und ob sie es wollten ober nicht, die Zeit drängte! Bald setzte sich die nun entschieden größere Gruppe wieder in Bewegung. Leon führte sie, Kopf an Kopf mit Krieger, so schnell er die Spuren lesen und überhaupt zu gehen in der Lage war, den Pfad entlang, den Satura und ihre Begleiter vor einigen Stunden genommen hatten.
Blieb nur zu hoffen, dass die Amazone eine Pause machte, während sie stetig weitermarschierten, sodass sie den Vorsprung verringern und schließlich zu ihr aufholen könnten ...
Mit schmerzverzerrter Miene stapfte Leon immer weiter, überließ schließlich dem Templer die Führung und ließ sich ein Stück zurückfallen. Er bräuchte eine Pause, aber jede Sekunde war wichtig. So ging er nur ein Stück langsamer und versuchte sich zu erholen. Mehr gestand er sich nicht zu. Er dachte an Satura. Sie mussten sie erreichen.
Der junge Dieb rief sich wieder das Bild der 'Nebelfee' ins Gedächtnis. Er schmunzelte und fühlte sich allein beim Gedanken an sie ein wenig gekräftigt. Die Schmerzen ignorierend legte er wieder etwas Geschwindigkeit zu.
|
| 22.06.2003 13:30 | #307 |
| Corie |
Stadt Gortha
"Die haben Probleme...." dachte sich Corie nur und schaute dabei aufs Meer raus. Sie sah schon Möwen in der Luft-ein Zeichen das sie bald Land erreichten, und dann schrie Corie laut: "Land in Sicht!!!"
Verwundert drehten sich Shiva und Kain um und liefen dann auch aufgeregt zu Corie um sich diesen noch fremden Landstrich anzusehen.
Das Schiff fuhr an der Küste entlang und plötzlich konnten sie hinter den Bäumen die ersten Häuser der Stadt erkennen. "Endlich da..." dachte sich Corie während das Schiff in den Hafen der Stadt einlief.
Corie sprach schnell noch ein Stoßgebet zum Schläfer und dankte ihm das ihr auf der Überfahrt nix passiert war, und dann machte sie mit den andern das Schiff an den Docks fest...
|
| 22.06.2003 13:51 | #308 |
| Arson |
"Schultert die Rucksäcke und formiert euch!"
Einskaldirs rauher Männerbass dröhnte lautstark über den Burghof, veranlasste die aus ihren Unterkünften trabenden Soldaten, ihr Tempo nocheinmal zu beschleunigen In schweigender Routine stallten sie sich in einer Reihe vor dem ungeduldig wartenden Nordmann auf, schlossen die behandschuhten Hände fester um die langen Hellebarden, stellten die hölzerne Schäfte senkrecht auf den Boden und nahmen Haltung an. Die Nieten ihrer beschlagenen Lederrüstungen glänzten in der trüben Mittagssonne.
"Sehen mir recht brauchbar aus, die Burschen."
Einskaldirs Augen waren weiterhin auf die wartenden Krieger gerichtet, doch wusste der neben dem riesenhaften Rimmersmann stehende Arson sofort, dass dieser Kommentar an ihn gerichtet war. Schweigend musterte der in seinen schwarz schillernden Hexenharnisch gehüllte Paladin die Recken, bedachte jeden der Soldaten mit einem kühlen, leicht gelangweilten Blick seiner grünen Pupillen. "Das wird sich herausstellen."
Der Nordmann wollte gerade zu einer Erwiderung ansetzen, als eine helle Stimme ihn innehalten ließ.
"Herr Arson!"
Der dunkle Krieger wandte den Kopf, blickte in die wasserblauen Augen eines mit wallendem Kleid heraneilenden jungen Burgfräuleins. Blondes Lockenhaar umrahmte ein schmales, fein geschnittenes Mädchengesicht, die vor Verlegenheit geröteten Wangen bildeten eine hübsche Ergänzung zu den ungeschminkten, dennoch aber sanftrosafarbenen Lippen. Ein Mann hätte die junge Dame ohne zu zögern als sehr schön bezeichnet, doch für Arson, der Gast in der Sommerstadt der Sithi gewesen war, der von einer Sitha geküsst und geliebt worden war, war die Frau nicht mehr als irgendein weibliches Wesen, derer es viele Tausende auf der Welt gab. Dass er sie dennoch mit einem offenen, freundlichen Lächeln bedachte, hatte sie der Tatsache zu verdanken, dass sie die Tochter eines nicht unwichtigen Ratsherren war, dessen Einfluss dem hochgewachsenen Krieger vielleicht noch einmal nützlich sein würde. Es war immer besser, sich alle Türen offen zu halten."Edle Dame, so haltet ein!" Mit einer geschmeidigen Bewegung fing Arson die junge Frau, deren langer Kleidersaum ihr fast einen sehr undamenhaften Sturz beschert hätte, in seinen Armen auf, um ihr dann sanft wieder auf die Füße zu helfen. "Was bedrückt Euch, dass Ihr es so eilig habt?"
Ceillia. Jetzt fiel ihm der Name wieder ein.
"Ich...ich..." Verlegen hatte die junge Dame ihren Kopf geneigt, griff jetzt aber entschlossen nach oben, um ein sanftblaues Seidentuch von ihrem schmalen Hals zu lösen. Mit feuerroten Wangen hielt sie es dem Paladin entgegen. "...Ich wollte Euch dies hier geben. Kommt heil zurück, Herr Arson."Lächelnd nahm der dunkle Krieger das Tuch entgegen, verneigte sich, um der Frau anschließend einen kühlen Kuss auf ihre Hand zu hauchen. Er konnte den Schauer spüren, der ihr den Arm hinauflief, als seine Lippen die zarte Haut berührten. Naive Weibsbilder.
"Ihr erweist mir große Ehre, edle Ceillia. Ich werde das Tuch stets an meinem Herzen tragen, auf dass es mich gesund zu Euch zurückkehren lässt."Die Augen der Adelstochter bekamen einen warmen Glanz, als Arson sein zuckersüßes Wortnetz um sie zu spinnen begann. Die Stimme des Paladins war leise und wohlartikuliert, melodisch wie Vogelgesang und klar wie Felsquellwasser, ein luftiger Spiegelvorhang, der die eigenen Wünsche und Träume in dutzendfacher Stärke reflektierte. Wehe demjenigen, der einen Blick hinter das komplexe Tarngeflecht erhaschen konnte.
Nachdem er dem Burgfräulein genügend Zeit gegeben hatte, ihre Gedanken wieder zu ordnen, richtete Arson sich auf, klemmte sich den schwarzen Pantherhelm in die linke Armbeuge und schloss die Finger der rechten Faust um den kalten Griff seines Schwertes.
"Wohlan, ich muss mich sputen, den Mächten des Bösen muss Einhalt geboten werden. Lebt wohl, schöne Dame, und betet für mich und meine tapferen Männer, auf dass wir uns baldigst wiedersehen."
Unter den gehauchten Beteuerungen, dass Ceillia das tun werde, gab Arson seinem Ordensbruder Einskaldir mit einem knappen Nicken zu verstehen, dass die Reise beginnen könnte, und setzte sich dann selbst an die Spitze der breiten Doppelreihe, zu der sich die gorthanischen Soldaten formiert hatten. Festen Schrittes marschierte der Trupp durch die geöffneten Tore der Burg, die Köpfe erhoben, die Augen diszipliniert nach vorn gerichtet.
Während er die Gruppe über die breite Hauptstraße der Hafenstadt führte, warf der Paladin einen kühlen Blick auf das Seidentuch, welches von der Burgdame um seinen rechten Oberarm gebunden worden war. Einen Moment lang erwog der Krieger, es einfach wieder abzureißen, doch besann sich dann eines besseren. Es würde ihn nicht behindern, im Gegenzug jedoch äußerst nützlich sein sobald er die Burg das nächste Mal betreten würde. Sollten die Soldaten ruhig denken, dass er sich in die Tochter des Ratsherren verliebt hatte, sollten sie ruhig an den höflichen und galanten Ehrenmann Arson glauben. Er wäre nicht der erste Wolf der, ungesehen vom Hirten und seinen Jagdhunden in einer Schafsherde lebt um darauf zu warten, dass die Wolltiere sich dick und rund gefressen hatten. Tarnung war der Schlüssel, und Arsons Tarnung war ganz ausgezeichnet. Ein hauchdünnes, ironisches Lächeln huschte über die feingeschnittenen Gesichtszüge des Paladins. Ja, er hatte viel von dem Volk der Sithi gelernt. Nun war es an der Zeit, das theoretische Wissen in die Praxis umzusetzen.
"Vorwärts Mannen!" Einskaldirs Bass röhrte durch die Hauptgasse. "Auf nach Utanyeat! Die Jagd ist eröffnet!"
Wie Recht der Nordmann doch hatte.
|
| 22.06.2003 14:07 | #309 |
| Erzengel |
Endlich hatten sie die Hauptstadt des Südlands erreichte, die sich schier endlosen hinziehenden Gebäude waren teils rustikal teils kunstvoll viktorianisch oder gar dem Biedermeierstil nachempfunden. Schnell hatten sich die zwei Anhänger des Schläfers und die Amazone das Hafenbecken hinter sich gelassen. Nach einem kleinen Rundgang beschlossen die drei sich erst einmal eine Unterkunft zu suchen, schließlich würden zumindest Kain und Shiva die nächsten Wochen hier verbringen.
"Sag mal, was genau suchen wir hier eigentlich?"
"Na Frage kommt aber früh."
"Oh man, scheiß drauf, sag einfach."
"Ich war ja auf diesem Plato--"
"--dem Beyondplato?!"
"Ja, jedenfalls hatte ich da nen Haufen Visionen und so n Zeug, ich denk mal sie kommen... naja vom Schläfer, zwar nicht direkt, aber irgendwie schon.""Ja und?"
"Also ich soll halt nach Gorthar und dort meine Ausbildung beginnen.""Und in was?"
"Äh... so genau weiß ich das auch nicht."
"Oh, ich kotze!... ... ...Bist du sicher, das du nicht bloß high warst? Ich mein das Sumpfkraut..."
"Scheiße nein, ich soll nach Gorthar und von einem Typen namens Frost ausgebildet werden."
"..." Leichter Regen hatte eigesetzt, der nun in einem Gewitter aufging. "Der erste Teil einer lange Ausbildung."
"Und wofür trainierst du? Hat dir das dein dämlicher Schläfer auch verraten, Kain?!"
"Hey, ich laber auch keinen Scheiß über Donnra, klar!"
"...Kain, du bist mal wieder blind einer Vision gefolgt... dir könnte sonst was passieren... das hier ist nicht Khorinis... das hier Gorthar, das ist eine Stadt der Kriminalität Kain! Und in der Umgebung siehst auch nicht besser aus... hier leben keine Ratten, Scavanger oder Molerats, hier gibts Totengräber, Schneeläufer und was weiß ich noch alles..."
"Deswegen bist du... du glaubst, ich schaffs nicht allein... hör zu, ich weiß, das ich zu schwach, aber genau deswegen bin ich hier, ich werde stark werden, das verspreche ich dir, ich werde stark werden und dann werde ich den Mann töten, der für Neos Tod verantwortlich ist..." Wie ein Stich ins Herz trafen Shiva diese Worte... "Aber... was? Du... du sagtest er hätte sich... nein... Nein!" Wutentbrannt und mit Tränen übergossen rannte Shiva auf Kain zu und schlug auf ihn ein, bis sie schließlich verzweifelt aufgab. "Ist gut... kommt lasst uns eine Taverne suchen und schlafen gehen, das segeln war anstrengend genug." Als sie eine der zahlreichen Gaststätten erreicht hatten, übergab Kain dem Wirt genug Geld, um alle drei für eine Nacht unterzubringen. Außerdem ließ er drei Decken und drei Jägertees an einen Tisch bringen, an dem sich die beiden anderen der kleinen Gruppe bereits gesetzt hatten.
|
| 22.06.2003 14:48 | #310 |
| Superluemmel |
Ruhig lehnte Frost an der kalten, vom Wind abgeschrofften Felswand. Seine Augen waren halb geschlossen, ein Ausdruck der Melancholie hatte sich in seinen Blick gemischt, als er das fein gearbeitete Amulett aus seinem Kragen gefischt hatte und es langsam zwischen den Fingern drehte.
"Ich... Dein Vater wollte, dass ihr dir das hier gebe, wenn du dich als würdig erwiesen hast."
Er griff in eine in den Brustpanzer eingenähte Tasche und zog ein unscheinbares, nicht ganz handflächengroßes Amulett hervor, um es Frost in die Hand zu drücken."Ich denke, nun ist der richtige Zeitpunkt gekommen."
Schweigend musterte Frost das Kleinod. Es hatte die selbe Form wie das Emblem auf dem ledernen Harnisch Sturms. Zwei Schlangen, die ihre geschuppten Körper um sich selbst und eine schlanke Schwertklinge wanden. Die Augen über dem weit aufgerissenen Maul der wachenden Schlange funkelten in einem sanften Rot, das restliche Amulett war aus einem matt schimmernden Silber gearbeitet. Als er es im Sonnenlicht drehte, erwachten die Schlangenleiber zu schlängelnder Bewegung, ihre Schuppen glänzten lebendig im grellen Schein des Himmelgestirns. "Denke immer daran : Ein guter Kämpfer zeichnet sich nicht nur durch Schnelligkeit aus, sondern ebenso durch die Ruhe, mit der er seinen Gegnern begegnet. Nimm dieses Amulett, damit du dich stets an meine Worte erinnern kannst. Es gehörte einst deinem Vater. Er wollte, dass ich es dir gebe, wenn du alt genug bist. Ich denke, du wirst seinem Andenken keine Schande bringen."Leise klirrend verschwand das Amulett unter Frosts schwarzem Panzer. Natürlich hatte der Alte mit seinen Worten vollkommen Recht. Vorschnelle Handlungen brachten selten den erwünschten Erfolg. Im Gespräch mit Satura hatte er gespürt, dass sie ihm etwas verheimlichte. Ihr Blick hatte es verraten, zu schnell hatte sie sich zu den restlichen Begleitern umgeschaut, zu schnell das Thema totgeschwiegen. Frost hatte darauf verzichtet, nachzuhaken. Und er war auch so zu dem gewünschten Ergebnis gekommen.
Jetzt konnte sie ihm schlecht weiter ausweichen. Langsam erhob sich der Schwertmeister von seinem Platz und ging zu der noch immer ruhig daliegenden Satura, um sich neben ihr auf die Knie sinken zu lassen.
"Warum habt ihr mir nicht die Wahrheit erzählt?", fragte er mit sanfter, ruhiger Stimme. Er wusste, dass sie wach war. Dennoch brauchte nicht jeder mithören. In seiner Stimme lag keinerlei Tadel, nur gelassene Feststellung."Der Brief, den ihr überbringen sollt - Er ist an die Inquisition adressiert, nicht wahr? Erzählt mir die gesamte Geschichte."
|
| 22.06.2003 15:21 | #311 |
| Satura |
Sie hatte es gewußt... sie hatte gewußt, er würde fragen, und er wußte, dass sie nicht lügen würde. Sie öffnete ihre Augen langsam, und setzte sich auf, hielt den Blick aber auf den Boden gerichtet, unfähig dem Krieger in die Augen zu sehen, die sie zur Wahrheit zwangen.
Er würde es verhindern, das wußte sie. Andererseits - wer wenn nicht er konnte verhindern, dass Esteron starb? Sie war sich nicht sicher, ob ihr Weg richtig wäre...
Sie atmete noch einmal tief durch und zeichnete mit ihrem Finger nervös einen Kreis in die lockere Erde. Dann sah sie ihn an, und ein trauriger Schimmer glänzte in ihren Augen, als sie zu erzählen begann: "Es fing alles damit an, dass Leon und ich nach Gorthar zurückkehrten, um seine... unsere Erlebnisse hier aufzuarbeiten, und zu verstehen, was unsere Freundschaft belastet. Auf unserem Weg trafen wir auf Lehna, Esteron, Krieger und Gardiff-" sie erzählte nicht, in welchem Zustand sie die vier angetroffen hatte, das war vielleicht besser so - "Sie erzählten uns, dass Ihr auf dem Gletscher wäret, und ihnen den Auftrag erteilt habt, die Inquisition zu beschatten." Was gewaltig in die Hose gegangen ist, setzte sie in Gedanken hinzu.
"Leon und ich beschlossen, dass wir uns ihnen anschließen, um vielleicht etwas über den Kult herauszufinden, und was Leon ihm so hörig machte. Doch es sollte alles anders kommen..."
Die Amazone schwieg kurz und senkte ihren Blick, Trauer schwang in ihrer Stimme. "Esteron wurde von der Inquisition entführ." Sie hörte wie Frost die Luft hörbar zwischen den Zähnen einsog, doch noch bevor er fragen konnte, erzählte sie weiter. "Sie haben ihn gefoltert, mehr weiß ich nicht; ich bin noch nicht dazu gekommen, mit ihm zu reden. Gardiff, Krieger und ich haben ihn gerettet, als die Inquisition damit beschäftigt war, einen Haufen Dämonen zu vertreiben - wir hatten Glück, mehr nicht. Auch Lehna wurde von Dämonen verletzt, genauso wie Leon und ich. Doch bei ihr..." Schaudernd dachte Satura an die Klaue, die sie der Kleinen aus dem Arm operiert hatte. "Ist irgendetwas geblieben. Sie ist besessen, und hat uns alle in Gefahr gebracht." Satura war immer noch wütend, als sie an den Kampf mit dem Dämon zurückdachte - und wie Lehna sie verraten hatte.
"Daraufhin beschlossen wir, nach Gorthar zu gehen, um einen Heiler aufzusuchen. Wir fanden einen in Glycolus, doch..." Satura atmete noch einmal tief durch. "Doch er verlangte zu viel, 4000 Gold, soviel hatten wir nicht. Im Gegenzug für die Heilung von Esteron und Lehna sollte ich Inquisitor Tannenberg einen Brief überbringen. Er gab mir also den Brief und dies Amulett als Erkennungszeichen. Es wird mich als Botin ausweisen, so dass ich ihm nur den Brief zu überbringen brauche und dann wieder gehen kann. Sie können nicht so schlecht sein, immerhin hat Leon auch für die Inquisition gearbeitet!"
Sie biß sich auf die Zunge... doch es war zu spät, gesagt war gesagt. Und natürlich wußte sie innerlich, dass die Inquisition schlecht war. Sie hatte Esteron gesehen.
|
| 22.06.2003 15:45 | #312 |
| Superluemmel |
Die einzige Reaktion des Kriegers bestand darin, sich mit dem Handrücken durch den Bart zu fahren, bevor er bedächtig den Kopf schüttelte. "Nein, da täuscht ihr euch", bestätigte er Saturas Gedankengänge. "Ich habe in der letzten Zeit viel nachgedacht, doch meine Meinung der Inquisition gegenüber hat sich nicht sonderlich geändert. Für die meisten von ihnen sind Menschen nichts weiter als Werkzeuge - Zwar nützlich, doch sobald sie nicht mehr gebraucht werden, müssen sie entsorgt werden."
Die Hand des Kriegers glitt zu seiner Tasche, um die ledernen, mit Wurmhaut verstärkten Handschuhe hervorzuholen. Mit routinierten Bewegungen striff er die Lederhandschuhe über, bevor er den Sitz seines Schwertgurts kontrollierte."Ich hatte Gardiff eingeschärft, kein Risiko einzugehen. Trotzdem glaube ich nicht, dass er die Schuld an dem Desaster trägt."
Eine kurze Pause folgte.
"Vielleicht habe ich den beiden auch zu viel zugemutet. Jedenfalls ist es passiert und allein der Gedanke an das, was sie Esteron angetan haben, erfüllt mich mit Trauer. Umso wichtiger ist es, dass ihr mir die Wahrheit erzählt habt. Die Inquisition aus Gorthar zu vertreiben, hat die Leben von guten Männern gekostet. Euch sollte klar sein, dass sie den Brief niemals erhalten darf."Erneut rieb sich Frost das Kinn. Gut zu wissen, auf welcher Seite der Innospriester stand. Somit würde sich ein weiteres Problem für die Stadt in Bälde neutralisieren lassen.
"Gebt mir den Brief", forderte er schließlich Satura auf.
|
| 22.06.2003 23:59 | #313 |
| Satura |
Satura seufzte zum wiederholten Male; diesmal hörbar erleichtert. Es war zuviel an Verantwortung gewesen, was ihr aufgebürdet worden war, oder was sie sich auch selbst zugemutet hatte. Und jetzt war Frost da, und hielt die Hand hin, um ihr die Bürde abzunehmen. Einfach so... Es war als fiele ein tonnenschwerer Stein von ihrem Herzen. Mit einem Mal schien alles, was sie getan hatte, so unnötig - ja, falsch! - gewesen zu sein: dass sie die anderen verlassen hatte, dass sie sich auf eigene Faust hatte aufmachen wollen, der Inquisition den Brief zu überbringen, dass sie geglaubt hatte, die Verantwortung für sie alle ganz alleine tragen zu müssen.
Und Frost saß vor ihr, und sah sie an; ohne den leisesten Vorwurf in den Augen, und nahm ihr die Verantwortung ab. Einfach so.
Die Amazone holte den versiegelten Brief hervor, und überreichte ihn und das Amulett Frost. "Es... es tut mir leid. Ich hätte es Euch gleich sagen sollen."
|
| 23.06.2003 08:50 | #314 |
| Superluemmel |
Einige Sekunden lang betrachtete Frost zuerst das Amulett, dann den Brief in seiner Hand. Mehrere Momente lang spielte er mit dem Gedanken, den Brief einfach zu zerreißen und zu verbrennen oder zumindest das Siegel zu brechen, um herauszufinden was der scheinheilige Innospriester der Inquisition so wichtiges mitzuteilen hatte.
Dann beschloss er jedoch, dass er dafür auch noch später Zeit haben würde. Zudem stellte der Brief das Beweismaterial dar, dass Glycolus die Stadt verraten hatte. Er war sich sicher, dass sich die Garde und insbesondere Telaron sehr für das Schriftstück interessieren würden. Lautlos klappte Frosts Mantel zur Seite, der Brief verschwand in der verborgen liegenden Ledertasche, kurz darauf auch das Amulett. Klackend rastete die metallene Schnalle zu und Frost wandte sich mit einem milden Lächeln an Satura.
"Ja, ihr hättet es mir sagen sollen, oder vielmehr können."
Ein belustigter Ausdruck mischte sich in das Meer aus eisigem Blau seiner Augen."Aber viel hätte es auch nicht geändert. Außer, dass wir nun ein kleines Stück Weg mehr zurückzulegen haben. Denn wir sollten so schnell wie möglich zur Stadt zurück. Ich muss den General über den Verrat informieren. Macht euch um Esteron mal keine Sorgen. Glycolus weiß nicht, dass der Brief sein Ziel niemals erreichen wird. Und bis er dahinter kommt, sitzt er bereits hinter Gittern."Das Glitzern in Frosts Augen bekam zunehmend einen spöttischen Glanz."Ich bin mir sicher, er wird sich freuen, mich zu sehen."
Das Lächeln auf seinen Zügen verschwand, als er sich aufrichtete und mit dem Handrücken den Staub von seinem Mantel klopfte. Sein Blick suchte nach ihren restlichen Begleitern.
"Wir sollten möglichst bald aufbrechen. Ich hoffe ihr wisst noch, wo ihr Esteron und die anderen zurückgelassen habt?", fragte Frost während er Satura die Hand reichte, um ihr beim Aufstehen zu helfen.
|
| 23.06.2003 10:26 | #315 |
| Satura |
Die Amazone nahm Frosts Hilfe an und nickte. "Esteron und Lehna sind bei Glycolus in der Innoskapelle nahe der Burg. Und Leon, Krieger und Gardiff habe ich gebeten, in einer Taverne in der Nähe der Burg auf mich zu warten. Ich hoffe, sie tun es auch..."
Sie sah zu Fürst und seinen beiden Begleitern hinüber; Frost blieb ihr prüfender Blick nicht verborgen. Dann schlenderte sie langsam zu den drein und meinte: "Wir brechen auf; zurück zur Stadt. Mein Auftrag hier ist erledigt." Ohne ein weiters Wort ging sie wieder zu Frost zurück, der geduldig wartete, bis sie ihre wenigen Sachen zusammen hatte, und gehbereit war.
"Wir können los." Satura fixierte das versiegelte Stück Pergament in Frosts Hand. "Wollen wir nicht nachsehen, was Glycolus Tannenberg so wichtiges mitzuteilen hatte?"
|
| 23.06.2003 14:13 | #316 |
| Zombiebreaker |
Die Sonne zog feine Fäden durch den dichten Wald. Nebel stieg aus dem Boden und Wolken zogen über den Horizont hinaus.
Noch immer angeschlagen von den ankommenden Daemonen kämpften sich die drei Leeler und die zwei anderen Abenteurer durch das dichte Waldgestrüpp,um endlich ihr Ziel zu finden. Alle wussten,dass die Chance,Satura und die anderen zu finden,sehr gering war und trotzdem versuchten die fünf diese zu erreichen...Der Pfad verdunkelte sich und die Sonne hatte keine chance den Wald zu umgehen. Noch immer folgte Blade,Zombiebreaker,Skeleon,Lehna und Krieger den Spuren der anderen Gruppe.
Alles war ruhig,jeder war angespannt und keiner sagte ein Wort. Villeicht war es die angst vor neuen Gefahren,villeicht aber auch die angst,die anderen nicht erreichen zu können.
"Wir suchen nun schon eine Ewigkeit,villeicht sind die anderen auch wieder in der Stadt,"sprach Krieger in die Gruppe,die nun ratlos stehen blieb.""Das wage ich doch sehr zu bezweifeln,"entgegnete Leon.
"gehen wir weiter..."
So lief die Gruppe nun schon Stunden durch den Wald. Ohne zu wissen welchen Ort sie jemals erreichen wird.
Villeicht liefen sie alle in den Tod,die Hoffnung war gering,das Leid unbeschreibbar und doch wussten alle,dass eine Kapitulation das entgültige Ende für alle wäre.
Also liefen sie weiter.Weiter in die ungewissheit...
|
| 23.06.2003 14:28 | #317 |
| Todesfürst |
Als Satura sagte, sie wollen gehen, da war es klar. Sie wollten zurück in die Stadt, nun gut, doch ob sie eine Begleitung erwünschten konnte man nicht sagen. Sie sagten weder, dass sie wollten das man sie begleite, noch, dass sie wünschten alleine zu ziehen. Doch es schien mehr das letztere der Fall zu sein. Sein Weg war nicht die Stadt. Sie waren überstürzt aufgebrochen und nun sollten sie wieder überstürzt zurück. Nein, das konnte er nicht aktzeptieren, dass war nicht sein Begehr. Die beiden Wanderer machten sich auf und klaubten ihren Besitzt zusammen. Langsam schritt der Fürst zu den beiden und verabschiedete sich von ihnen.
Nun denn, hier ist es Zeit Lebewohl zu sagen. Wenn ihr in die Stadt wollt, dann wird euch keiner dran hindern, aber wir werden nicht mitkommen. Es ist wohl besser so, unsere Heimat ist der Wald, nicht die Stadt. Ausserdem müssen wir langsam mal wieder anfangen zu arbeiten. Also viel Glück auf ihren Reisen und versucht zu überleben. Wenn ihr uns sucht, wir werden wohl noch einige Zeit im Wald sein, das Lager kennt ihr ja Satura. Also machts gut.
Langsam drehte er sich um und gab denn anderen einen Wink. Es geht wieder los, auf zum Lager Freunde. Ein Nicken war die Reaktion und still und leise verschwanden sie in die Undurchdringlichkeit des Waldes.
|
| 23.06.2003 14:35 | #318 |
| Erzengel |
Kain, der sich mit Shiva ein Zimmer teilte, saß gemütlich vor dem Kaminfeuer, welches er zuvor mit einem heruntergebrannten Sumpfkrautstängel angezündet hatte, und döste vor sich hin. Es war das im Grunde genommen immer dasselbe, immer war es die Rache, die seine treibende Kraft darstellte, die sein letzten Funken am Leben erhielten. Genauso war es auch mit Shiva, im Grunde genommen, sie verlangte Vergeltung für Neos und Rás Tod und auch für die Schandtaten der Inquisition an ihr selbst. Liebe oder Rache spielten neben Geld und Macht immer eine große Rolle. Egal wie man es drehte und wendete, eines führte schließlich immer zum anderen, letztendlich.
Liebte man jemanden und wird er getötet, so verlangt man nach einem Sündenbock, ein Schuldiger der leiden muss. Liebe, Tod welches zu Wut, Hass und einem Rachedurst führte. Geld und Macht sind schon so ziemlich dasselbe, wer Geld hat, hat Macht und wer Macht hat, hat meist auch Geld.
Kain versank in den weichen Betten, die er mitgenommen hatte und versuchte die Gedanken zu verdrängen. Es war nur eine alte Erinnerung, wie er diese Diskussion mit sich selbst oder vielmehr diesen Monolog immer wieder veranstaltete. Es war nicht ganz so endlos und schien nicht so antwortlos, doch im Grunde schon ziemlich ähnlich, die Wo-endet-das-Universum-und-was-ist-dahinter-Frage. Schlichtweg endlos, in Kreislauf. Denkt man lange genug darüber nach, so verfällt man nach einer Weile dem Wahnsinn.
|
| 23.06.2003 14:37 | #319 |
| Skeleon |
Der junge Dieb blickte etwas sorgenvoll von einem zum anderen. Hatte Krieger doch recht gehabt? Vielleicht hatte Satura kehrt gemacht. Vielleicht hatte sie ihr 'Ziel' schon erreicht.
Er fluchte leise, schritt dann aber weiter knapp hinter Zombiebreaker und Blade hinterher. Seine Wunde schmerzte nur noch wenig, doch er bekam kaum Atem. Irgendetwas war nicht mit ihm in Ordnung.
Wie um sich abzulenken spähte der Junge in die Wälder rund herum. Obwohl es schon nach Mittag war drang kaum ein Lichtfetzen durch das dichte, dunkle Blätterdach. Es war verwirrend ruhig um sie herum, spärlich nur war das Gefiepse kleiner Vögel zu vernehmen. Es schien, als läge der Wald auf der Lauer. Oder würde sich furchtsam unter der Anwesendheit der Dämonen zusammenkauern. Oder ... als würde er die kleine Gruppe beobachten.
Das war es.
Die Umgebung kam dem jungen Dieb feindlich vor. Als wären die Menschen hier Störenfriede, Gegner, die ausradiert werden müssten.
Sich über seine eigenen Gedanken amüsierend verdrängte er sie auch schon. Es war ein Wald, wie jeder andere auch - ein wenig düsterer, ein wenig stiller vielleicht. Aber ein Wald.
Im fiel plötzlich auf, wie still Lehna war. Fast tat sie ihm leid, er musste sie schwer verwundet haben. Weniger körperlich als seelisch. Doch ...Plötzlich blieben Leon's beide Vordermänner abrupt stehen, der lief ihnen hinten rein und wurde so aus seinen Gedanken gerissen.
"Hey, da vorne, ist da nicht was?" zischte Blade seinem Kameraden zu.Zombiebreaker nickte stumm, raunte dann: "Ja. Los, sehen wir uns das an!"Vorsichtig brach die kleine Gruppe ins Unterholz und legte sich dort auf die Lauer.
Nur wenige Minuten später stapften zwei Gestalten vorbei, die offensichtlich in ein Gespräch vertieft waren.
Leon starrte sie regelrecht an, besonders die junge Frau, die neben dem hageren, hochgewachsenen Krieger in schwarzer Rüstung herstapfte.
Das war doch ...
Ohne weiter zu zögern brach er aus dem Busch hervor und stürzte auf sie zu."Wenn ich mal nicht auf dich aufpasse!" grinste er Satura an, als er sie umarmte und fest an sich zog, die natürlich keinen Schimmer hatte, wovon er sprach, wo er herkam und wieso er sich mit vier anderen Leuten im Busch versteckt hielt. Der Junge ächzte ein wenig - frisches Blut benetzte seinen grauen Verband, offenbar hatte er seine Wunde aufgerissen, aber das ignorierte er.Nur Augenblicke später traten auch die anderen aus dem Busch hervor.
|
| 23.06.2003 15:24 | #320 |
| Eiswasser |
"Hey." Kain drehte sich um und erblickte die hinter ihm stehende Shiva, die sich nun zu ihm hinunterließ. "Was tust du?"
"Mich langweilen... und du?"
"Ich denke nach."
"Neo?"
"Ja...ich weiß nicht, wie ich... was ich jetzt tun soll."
"Du könntest ja auch ne Ausbildung machen, dann schlagen wir den Kerl zusammen... was ist eigentlich mit der Schleichausbildung und Scatty? Wirst du sie irgendwann fortsetzten? "
"Ich will schon... aber der Mistkerl musste mich ja bei irgendsonem notgeilen Novicen lassen, wenn ich nur an ihn denk muss ich kotzen."
"Ich fand ich eigentlich ganz nett."
"Oh, ich kotze!"
"Du musst nicht immer so ne Lafotzanummer abziehen."
"Du erinnerst dich an sie? "
"An wen?"
"Na an Sasa la Fotza, die Alte aus der Roten Laterne."
"Du meinst die mit den schwarzen Haaren, schwarzen Klamotten, schwarzen--""--ja, genau die."
"Und was ist jetzt mit der?"
"Nichts, du meintest bloß Lafotzanummer."
"Achso das...jo."
"Und jetzt?"
"Wie?"
"Was wollen wir jetzt machen?"
"Kein Plan."
"Was würdest du machen, wenn ich nicht da wäre?"
"Ich... weiß nicht, echt."
"Ich will nach der Ausbildung unbedingt noch den Gletscher besuchen.""Hier gibts nen Gletscher? Wo denn?"
"Da irgendwo, zumindest müsste er da irgendwo sein."
"Geil, lass ma hingehen... also wenn du fertig bist."
"Mein ich doch."
"..."
"Und jetzt?"
"Wieso fragst du mich das immer?"
"Weiß nicht, du hast immer was vor."
"Hm... wie könn ja ma nach diesem Frost suchen."
"Ja gleich, ich will vorher noch ein bisschen hier bleiben... rumsitzen...""Allein?"
"Nö is okay, bleib hier."
"Reden?"
"Mir egal."
"Okay..."
"..."
"Also? Was hast du in Zukunft vor? Außer an ewige und unendliche Macht zu gelangen und die Welt zu zerstören... naja, und vorher noch ein paar böse Menschen leiden zu lassen."
"Ich versuch spatter mal drüber zu lachen. Ich bin immer noch hinter Magie her.""Ist es dir immer noch so egal, woher oder welche?"
"...Ja, Hauptsache Magie."
"Was willst du tun, wenn du vom Schläfer keine Magie bekommst? Oder willst du ewig darauf warten?"
"Die nächste Ewigkeit werde ich warten... also gut ein paar Monate noch, wenn sich dann nichts zeigt, dann gehe ich vom Glaubenspfad ab."
"Innosler fallen ja weg... sind kranke Idioten... Schläfer, Beliar... wie wärs mit Adanos?"
"Die gibts nur im Kloster, bei den Feuermagiern, da geh ich nicht hin.""Was soll der scheiß denn? Die stopfen zwei verschiedene Götter in ein Kloster? Wer war denn so dämlich?"
"Woher willst du wissen das es dämlich ist, vielleicht war es ja die beste Lösung für beide Seiten."
"Oder einfach Dummheit."
"Naja bleibt ja nicht mehr viel übrig."
"Eine Lösung gibt es noch."
"Ich glaub kaum, das dich unsere Königin dulden würde."
"Glaub ich auch nicht, aber das meinte ich nicht, ich spreche von den Druiden.""Kain? Du hast nen Schaden... aber so was von... kannst du mir beweisen, das Druiden überhaupt Magie beherrschen, das es sie überhaupt wirklich gibt? Selbst wenn würdest du wahrscheinlich Jahre brauchen, bis du einer wirst.""Besser als nie Magie zu erhalten."
"Du würdest für Magie wirklich alles tun stimmts?"
"Mir ist wirklich alles egal, alles was ich will, ist Magie.""Was ist mit Neo? Willst du ihn nicht zurück?"
"... Du stellst heute verdammt blöde Fragen, türlich will ich ihn zurück, aber er ist tot und ich akzeptiere das... und du solltest das auch..."
"Aber die Magie... Ist es nicht ein Werkzeug, das du unbedingt haben willst, um Rache zu üben."
"Rache an der Iquisition und an den gesamten Innoslern? Ja.""Und ist diese Ausbildung, die du anstrebst, nicht auch nur ein Mittel zum Zweck, damit du starker wirst um deinen Rachedurst zu stillen?""Natürlich ist es das... falls es dir noch nicht aufgefallen sein sollte, Rache ist mein Leben, das Verlangen nach Vergeltung, dieser Rachdurst... er erhält mich Leben und gibt meinem erbärmlichen Leben noch einen Sinn, verstehst du? Das ist alles, was ich habe. Der Grund, warum ich mich damals nach Neos Tod nicht die Klippen herunterstürzte."
"Willst du gar nichts über den Man wissen, der Neo getötet hat?""Ich wollte nicht Fragen und in alten Wunden herumbohren."
"Ich habe es doch selbst erst vor kurzem erfahren... Nun haben wir ein festes Bild, nicht mehr alle Innosler, es war ein Mann. Er trägt den Namen Jeromé... er war Neos Onkel..."
|
| 23.06.2003 15:27 | #321 |
| Satura |
Satura zuckte erschrocken zusammen, als der Busch sich plötzlich zu bewegen begann. Nun, genauergesagt bewegte sich nicht der Busch, sondern nur seine Äste, als Leon hervorsprang und sie übermütig umarmte.
Sie brauchte einige Momente, um zu realisieren, dass es wirklich er war, und dass er wirklich da war, dann erst erwiderte sie die Umarmung. "Wie - was machst du da?" flüsterte sie voll Freude und Überraschung in sein Ohr, während sie sanft seinen Hals küßte.
Als sie sich von ihm löste, sah sie vier weitere Gestalten aus dem Dickicht krabbeln. "Krieger!" rief sie freudig erstaunt. "Und Zombiebreaker..." etwas weniger freudig, dafür umso erstaunter. Sie war sich nicht sicher, ob er sie leiden konnte, nach den beiden Zusammentreffen auf dem Hof... vor allem nach dem Ersten. Aber er wußte ja nicht, dass sie diejenige gewesen war, die ihn abgefüllt hatte - zumindest hoffte sie das.
"Und Lehna..." das klang nun gar nicht mehr freudig. Kritisch betrachtete die Amazone das Mädchen. Ob sie geheilt war? - Nein offensichtlich nicht, denn sie trug keine Waffen... ob Glycolus versagt hatte?
Ein weiterer Söldner trat aus dem Dickicht, und langsam fragte Satura sich, wie die alle darin Platz gehabt hatten, ohne dass sie sie bemerkt hatte...
Sie begrüßte den groß gewachsenen Fremden, der sich als Blade vorstellte, und wandte sich dann wieder den anderen zu. "Kann mich mal jemand aufklären was ihr hier macht? Ich habe euch doch ausrichten lassen, dass ihr warten sollt!" Irgendwie kam der Vorwurf in ihrer Stimme nicht wirklich rüber - dazu freute sie sich wohl zu sehr. "Ich war grad wieder auf dem Weg in die Stadt, euch zu treffen. Jetzt stellt euch mal vor ihr wäret..." Plötzlich fuhr es ihr glühend heiß ein. "Wo sind Esteron und Gardiff eigentlich?"
|
| 23.06.2003 15:36 | #322 |
| Todesfürst |
Im gorthanischen Wald
Durch dichten Wald trieb sie Prix an, um so schnell wie möglich ins Lager zu kommen. Er wollte seine Ausrüstung kontrollieren und ausserdem war noch einiges zu tun. So schnell waren sie bestimmt nicht wieder weg und in die Stadt konnten sie erst wieder, wenn sie genug Waren hatten und das würde dauernd, schließlich hatten sie im Moment nichts und wegen einem Fell geht man nicht zurück. Der Wald schien nur auf sie zu warten, es war ein unheimliches Gefühl, gerade die Dämonen die wohl nun länger hier sein würden gaben dem Wald dieses Gefühl. Doch wenigstens konnte man sie durch ihre ledernen Flügel schon im Weiten hören und Gegenmaßnahmen ergreifen, vorausgesetzt man achtete auf die Geräusche die im Wald ihr Unwesen trieben. Bald darauf kamen sie auch schon an, sie waren sehr zügig gegangen und hatten nur ein Ziel vor Augen. Davon motiviert war es kein Wunder das sie bald ankamen.
Kurze Zeit gab es eine Verschnaufpause. Er und Ra hockten sich auf zwei Schemel und während Ra rauchte bewunderte der Fürst seine Tötungsmaschinen. Die Sonne kannte kein Erbarmen und brannte wie das Fegefeuer in Beliars Reich niemals schlimmer hätte brennen können. Man hätte Eier auf einem Stein braten können. Das Wasser in seiner Flasche kochte schon und wär ein prima Suppenwasser gewesen. Als er seine Lieblinge wieder in ihren mehr oder weniger getarnten Verstecken platziert hatte nahm er die Flasche. Er goß die Brühe über sein Gesicht und merkte dabei fast nichts. Es war so heiß gewesen, dass sein blutiges Haar keine Kühlung erfuhr, aber als die nasse Flüssigkeit an seiner Lederrüstung entlanglief konnte man sie nicht mehr übersehen. Ein Grinsen ging Ra übers Gesicht als er sah, wie sehr sein Gegenüber an der Hitze litt und als Antwort bekam er ein Knurren, was ihn dazu veranlasste schnell wieder auf seinen Glimmstengel zu achten.
Dann kam auch schon Prix und drückte den beiden zwei Äxte in die Hand und der Fürst konnte sich schon denken was jetzt kommen würde.
So, jetzt ist Schluss mit faulenzen. Ihr dürft euch jetzt ein bisschen körperlich betätigen. Wir brauchen Holz. Einerseits Feuerholz, andererseits Bauholz. Ich plane noch einiges auszubessern. Während ihr hier im Wald Holz hackt, kümmere ich mich um unser Abendessen und um meine ersten Felle. Also bis dann
Dann sprintete er in den Wald und ließ die anderen einfach so zurück.Also Ra du hast es gehört, wir sollen Holz hacken. Ich mach es zwar nicht gern, aber was gemacht werden muss, das muss, also los. Die beiden schritten etwas abseits des Lagers und suchten sich einen schönes großen Baum. Eine Fichte schien genau das richtige zu sein. Sie war noch nicht so groß, denn einen hundert Jahre alten Baum wollte der Naturfreund nicht fällen. Aber der war genau richtig. Mit einem Schreien schlugen die beiden dann abwechselnd auf die Rinde des unteren Stammendes ein, doch nach wenigen Minuten merkte der Fürst, dass es so nicht weitergehen konnte. Er würde einen Hitzeschlag bekommen, wenn er so weitermachen würde. Schnell zog er sich die dicke Lederrüstung aus und legte sie auf den Boden. Sein Hemd zog er gleich mit aus und band es sich an den Kopf. Ra tat es ihm gleich, denn auch er schwitzte wie ein Irrer. Nun ging die Arbeit deutlich leichter von der Hand und ein leicher aufkommerner Nordwind erleichterte die Arbeit zusätzlich.
|
| 23.06.2003 15:58 | #323 |
| manmouse |
Verzweifelt in Gorthar Stadt .....
Die beiden Männer hatten sich dann doch entschieden die Stadt in Richtung Wald zu verlassen. Die Möglichkeiten die anderen draußen in der Wildnis zu finden waren zwar sehr gering, allerdings konnte man davon ausgehen das Krieger so umsicht gewesen war, die Besessene Lehna dort in Sicherheit zu bringen. Esteron schluckte. Hoffentlich lief alles glatt. Hoffentlich brachte seine Geliebte seinen Freund nicht um, in einem Anfall von Wut und Verzweiflung. Wenn die beiden Männer Pech hatten, würden sie womöglich beide irgendwo auf einer Lichtung tot vorfinden. Eile war geboten.
Schnellen Schrittes eilten die beiden Gefährten zum Stadttor, gegen ein wenig Gold, erfuhren sie von den Wachen, das hier kein ungleiches Pärchen das Stadttor passiert hatte.
Der Wanderer sah zweifelnd zu Gardiff. Ob sich die beiden doch noch in der Stadt aufhielten?
Die Lage war nicht gerade prickelnd. Die Chancen die beiden rechtzeitig zu finden wurden mit jeder Minute geringer.
“ Warum nur muss immer alles so kompliziert sein?“ fluchte Esteron mit einem hörbarem zischen. Er war wütend. Wütend auf alles und jeden. Wütend auf sich selbst, wütend auf Lehna die eigentlich nichts dafür konnte, und auch auf Satura, die sich wieder mal, einfach so davon geschlichen hatte.Gardiff, der Waldstreicher lächelte Esteron aufmunternd an. Einer musste jetzt den klaren Kopf behalten. Und Esteron konnte dies in so einer Lage sowieso nicht.
“Macht euch keine Sorgen, mein Freund. Wir werden in die Stadt zurückkehren und sie dort suchen. Wir müssen die Ohren und Augen offen halten. Wer weiß eventuell hat sie ja einer gesehen.“
Der junge Blondschopf nickte nur stumm und nieder geschlagen und trottete dann mit seinem Freund wieder zurück in die dunklen Gassen von Gorthar.Sie würden sie nie finden. Lehna wo bist du nur. Lehna.....
|
| 23.06.2003 17:28 | #324 |
| Lehna |
Lehna war den anderen schweigend gefolgt. Leon... Ein seltsamer Kerl. Irgendwie wurde sie nicht so recht schlau aus ihm. In einem Moment trat er auf sie ein, im nächsten half er ihr. Konnte er nicht wenigstens eine linie einhalten? Diese seltsame Ungwissheit darüber, woran sie denn nun war bei ihm, setzte ihr in seiner Anwesenheit mehr zu als noch so viele Schläge. Allerdings hatte sie auch das Gefühl, dass Leon selbst nicht so recht wusste, was er eigentlich wollte. Aber groß weiterhelfen konnte ihr das auch nicht...
Was sie weiterhin beschäftigte waren die beiden Axtschwinger. Wer waren die Kerle, Zombiebreaker und Blade? Aus Gorthar kamen sie jedenfalls nicht, das konnte man schon fast riechen. Khorinis? Sie hatte mal etwas von einer Gruppe Söldner in Khorinis gehört, die angeblich mit Vorliebe dicke Äxte schwangen. Ob die beiden dazugehörten...?
Fragen über Fragen, aber eine Antwort war erst einmal nicht in Sicht. Hauptsache die beiden waren gute Kämpfer und nicht feindlich gesinnt, Dämonen metzeln konnten sie immerhin scheinbar.
So, das hältst du also von deinen... Artgenossen?
Lehna zuckte erschrocken zusammen. Nein, nicht jetzt...
Kalter Angstschweiß trat auf ihre Stirn, sie sah sich gehetzt um, während sie nach Innen lauschte. Doch der Dämon hielt sich zurück. Er war wohl mit seinem blöden Kommentar zufrieden...
Langsam beruhigte sich ihr Herzschlag wieder, sie trottete den anderen weiterhin in Gedanken Versunken hinterher.
Irgendwann entdeckten die anderen etwas, nach einem kurzen im - Busch - Versteckspiel erkannte Leon, dass es sich um Satura und Frost handelte. Ungebremst sprang er hervor und fiel der Amazone um den Hals. Lehna seufzte leise. Was wohl Esteron machte...?
Das Mädchen hielt sich etwas abseits, hinter den beiden Axtschwingern und Krieger, als wollte sie sich verstecken. Zumals Satura nicht gerade begeistert zu sein schien von der Tatsache, dass Lehna dabei war. Sie konnte es der Amazone nicht verdenken. Wer war schon begeistert von dem Gedanken, mit einer Besessenen unterwegs zu sein, die jederzeit die Kontrolle über sich verlieren konnte und dies am liebsten dann tat, wenn ihre Begleiter es am wenigsten gebrauchen konnten?
"Das letzte Mal waren sie in der Stadt.", antwortete Lehna dennoch leise, fast schüchtern auf Saturas Frage, wobei sie es jedoch vermied, die Amazone anzusehen. Ihr Blick war stattdessen auf Frost gerichtet. Entweder er war nicht auf dem Gletscher gewesen - oder er hatte tatsächlich überlebt. Die zweite Möglichkeit erschien ihr aber irgendwie zu verrückt um wahr zu sein...
|
| 23.06.2003 17:37 | #325 |
| Rango |
...als ein kleiner Junge anfing im Brunnen herum zu planschen und alles in einem Radius von 3 Metern überschwemte, erwachte Rango mühsam aus seinem nicht allzu gemütlichen und erholsammen Mittagsschlaf."Huch, ich muss eingenickt sein...mmh" sich die Augenreibend, blickte er sich um und sprang sofort auf, als er ein Wasserwelle, die der kleine Junge verursachte, auf ihn zu steuerte, und stand nun etwas erschrocken, aber auch etwas grinsend, neben dem Hotel, in dem er erwacht war. "Ob Angroth wieder zurück ist?" fragte er sich kopfkratzend und betrat das Hotel und dessen Flur, um über die Treppe, wieder ins Zimmer zu kommen.
Knirschend und Quitschend öffnete der Novize die Tür, und traute seinen Augen kaum. "Haha". Angroth lag mit angezogenen Beinen im Bett und schlief. "HEY! ANGROTH...aufwachen!"...
|
| 23.06.2003 17:47 | #326 |
| Skeleon |
Jetzt wo das geklärt war hatte Leon das Gefühl, den Grund ihrer Unternehmung erklären zu müssen. Dazu schob er Satura ein Stück beiseite, blickte Frost etwas irritiert an, nickte dann grüßend und ging weiter.
"Ich weiß, dass du für diesen Glycolus einen Auftrag erledigen wolltest, um Esteron zu retten." sagte er schließlich, als er mit Satura im Arm ein Stück abseits stand. Er blickte sie jetzt ernst an.
"Aber er hat dich reingelegt. Er glaubte, da du weißt, dass er zur Inquisition gehörst, wärst du eine Gefahr!"
Der junge Dieb nahm das Amulett von seinem Hals und legte es vorsichtig Satura um.
"Das Erkennungszeichen war das falsche. Tannenberg oder wie er heißt - er hätte dich umbringen lassen."
Er hob besänftigend die Hand, um weitererzählen zu können, als die Amazone versuchte etwas einzuwerfen.
"Ich habe gehört, was wegen Lehna im Gotteshaus geschehen ist - und dachte, es hinge mit deinem Verschwinden zusammen. Als ich ihm erzählte, dass ich bereits für Dorrien - diesen anderen Inquisitor - gearbeitet habe und du, naja, mit mir reist hat er mir davon erzählt. Deshalb sind wir so schnell aufgebrochen. Deshalb sind wir die ganze Nacht hinter dir hergewesen."
Er grinste etwas schief, seine Wunde schmerzte wieder. Trotzdem war er überglücklich sie wiederzusehen, zog sie noch ein Stück enger an sich heran und gab ihr einen langanhaltenden Kuss.
Ein weiteres Grinsen, diesmal nicht unterlegt mit Schmerz, dann sah der Junge zu der kleinen Gruppe hinüber, aus der Frost, hochgewachsen und in seiner monströsen Rüstung regelrecht hervorstach. Sein Blick fiel auf die zusammengesunken wirkende Gestalt Lehna's.
Nun sah er wieder zu Satura.
"Wegen Lehna, ich - habe sie rausgeholt. Sie war völlig verzweifelt und erst jetzt habe ich begriffen, dass es nicht ihre Schuld war. Es liegt in ihr, doch ist nicht ihr Wille. Glaube ich." Wehmütig blickte er sie an, ehe er fortfuhr: "Außerdem wollte sie zu Esteron. Nichts lieber als zu Esteron." Und wieder einmal grinste der Junge.
Er ließ sich auf einen Felsbrocken sinken und zog Satura sanft mit sich, sodass sie nun nebeneinander saßen, dann verfiel er in Schweigen und wartete, ob die Amazone etwas zu sagen oder zu fragen hatte ...
|
| 23.06.2003 17:50 | #327 |
| Waldläufer |
Leicht wütend, etwas verzweifelt und vom Segen des Denkens beglückt in Gothar(Town)
„So n Trollmist hier !“ murrte Gardiff und kickte einen Stein mit dem Fuß weg. Ihre Freunde waren weg, irgendwo hin. Ob nun noch in der Stadt, schon auf dem Weg nach Khorinis oder irgendwo sonst da draußen in dieser verfluchten Welt, irgendwo mussten sie doch stecken. Nur war es in der Position der zwei Wanderer nicht gerade das leichteste sie auf zuspüren.
„Ich mach mir weniger Sorgen um Krieger, der Kerl wird sich schon zu verteidigen wissen wenn deine Liebste austickt. Ich hab ihn schon in gefährlicheren Situationen gesehen, sich durch Reihen von Feinden schlachtend ... ok, kann dann auch daran gelegen haben das da noch einige andere Templer dabei gewesen waren.“ erzählte der Barde so leicht dahin als er sich wieder etwas beruhigt hatte um damit Esterons Sorgen etwas zu lindern. Doch war er sich irgendwie sicher das sein Freund sich nicht gerade um den Templer sorgte sondern eher um seine Freundin.
Langsam schlurften die Zwei weiter. Immer noch mehr oder weniger ratlos. „Du ?“ stupste Gardiff den Älteren in die Seite welcher nur Gedanken verloren murrte. „Lass uns doch einfach zum Hafen gehen und da fragen ob ein Schiff nach Khorinis in den letzten paar Stunden ausgelaufen ist. Das ist zu mindest Sinn voller als jede Gasse ab zu gehen und dann vielleicht noch hier und da zu klopfen und nach den beiden zu fragen...“
|
| 23.06.2003 18:08 | #328 |
| Angroth |
Eine Stimme drang durch die Ruhe, hallte in den Hallen der komplexesten Denkmaschine überhaupt umher ohne auf nennenswerten Widerstand zu stoßen, erreichte dann nach langem umherrollen doch das Gehörzentrum und verwandelte elektronische Impulse in Worte, allerdings erwachten die Empfänger des Zentrums gerade erst und waren geradezu von der plötzlichen Arbeit überrannt. Dementsprechend schlecht fiel die Umsetzung der Töne aus, man konnte meinen in einem Anfall von verkaterter Faulheit fiel die Hälfte der Qualität unter den Tisch und es kam unter statischem Rauschen und unter größtmöglicher Geschwindigkeit ein Kanal zustande der den zu wahrnehmenden Teil des Hirns erreichte; das hörte sich dann so an: "Ei! N ... Gro ... sss .... ACH ... NNNNNN! *rausch*" Und die Alarmanlagen schickten belebende Animationsstöße in die Glieder des Templers, verwirrt und betäubt ging seine Visuelle Hauptkontrolle online, das Licht das einfiel musste erst einmal unter größten Anstrengungen gedimmt werden, und ganz so als seien sie in der Serie "Stargate" schrie die kommandierende Zelle: "Iris schliessen!" und auf Geheiss und unter für menschliche Ohren nicht hörbarem knarzen rollten sie die fragilen Scheiben ineinander bis nur noch ein schmales Loch offen war.
Angroth öffnete die Augen und sah zu Rango herüber, der irgendwie fertig und beunruhigt wirkte. "Was?" keuchte er nur hervor. Was willst du denn?
|
| 23.06.2003 18:19 | #329 |
| Rango |
...Rango sah in die noch etwas verklebten Augen von Angroth und begann zu lachen. "Ich hab dich schon überalle gesucht!...Naja, wenn ich ehrlich bin, sass ich nur den ganzen Tag in der Sonne"
Der Novize setzte sich aufs Bett und fuhr fort "Angroth....ich glaube ich hab ne kleine lücke im Gedächtnis... Ich weiss nur noch teilweise, was vorgestern passiert ist!... Wir waren in diesem stinkenden Sumpf...und ich sollte Blutfliegen jagen. Und dann...mmh...ich weiss es nicht mehr genau."Rango drehte sich schweigend zum Fenster und überlegte kurz.Bevor der Templer anfangen konnte zu erzählen sprach Rango weiter"Untote?! Kirche?! Hotel!!! Momentmal...Es ist doch irgendwas passiert...erzähl mir bitte"...
|
| 23.06.2003 18:36 | #330 |
| Angroth |
"Es ist wohl besser wenn du nicht weisst was geschehen ist, es war auch nicht so wichtig. Nur solltest du wissen das wir nun keine Waffen mehr besitzen. Wir werden uns bald neue besorgen." Er sah sich immer noch schlaftrunken um, überrascht sogleich doch derart geistreiches aus sich herausgepresst zu haben, war er doch keine drei Augenschläge wach! Er fasste sich an den Kopf, erinnern konnte er sich nicht, etwas getrunken zu haben, aber es fühlte sich so an als habe er einen Riesenkater von einer zu lange währenden Nacht. Möglich das die Nachwirkungen der Wunden noch eine Weile wirken würden, es sollte aber doch bald zur Genesung kommen, wünschte er nicht ewig ein Leid mit sich herumzuschleppen.
Er sah aus dem Fenster, sah wie die Gardinen sich im Wind wölbten und unter der Kraft der Natur dahinschwebten. Hier war es anders, hier herrschten andere Gesetze, obgleich es immer noch Myrthana war. Er kam nicht darauf weil die Gardine sich normal und natürlich im Wind bewegte, aber umso mehr weil dahinter die schweren Wolken der Ebene der Schlachten hingen, drohend und gewitternd wie jeden Tag, und doch gefährlicher als zuvor. Etwas ging vor auf diesem Kontinent, doch was konnte er nicht beschreiben.
|
| 23.06.2003 19:01 | #331 |
| manmouse |
Am imposantem Hafenbecken von Gortharstadt
Der Hafen. Ob Lehna wohl schon über das weite Meer gefahren war, auf dem Weg weit weg von ihm? Selbstzweifel stiegen in Esteron auf, gestern noch war er voller Tatendrang gewesen. Als er ihr nachjagen wollte um sie zu schützen, sie zu stärken oder einfach nur bei ihr zu sein. Und jetzt war er vollkommen am Ende mit den Nerven, mit seinen Kräften. Sie war weit weg und er nicht bei ihr. Gardiff zeigte Esteron gegenüber eine sichtlich Zuversicht. “Wir werden sie schon finden. Verlasst euch drauf.“
In der Tat wirkten die Worte des jüngeren Mannes, aufbauend. Was hätte wohl jetzt der General in ihm gemacht?
Seitdem Lehna in das Leben von dem Wanderer gekommen war, ja seitdem ebbte der Kampf in ihm ab. Er fühlte sich besser, und Lehna gab ihm die Kraft. Und jetzt war die Frau wieder weg.
Mittlerweile hatten die beiden Männer das imposante Hafenbecken von Gortharstadt erreicht. Kleine Fischerboote lagen am Pier und schaukelten in der weißen Gischt auf und ab. Waren jeder Art, die in großen Kisten und Körben verstaut waren, wurden gerade von kräftigen Männern in die kleinen Lagerhallen verstaut. Am Pier saßen ein paar Männer die wild diskutierend auf das Meer zeigten. Wahrscheinlich ein paar Fischer, die sich über die Fischfangquoten unterhielten.Esteron lies müde seinen Blick über das Geschehen kreisen. Wen sollten sie hier nach dem Verbleib von Lehna und Krieger fragen?
|
| 23.06.2003 19:16 | #332 |
| Satura |
Leon sah sie fragend an, doch sie dachte gar nicht daran, die wertvolle Zeit mit Reden zu vergeuden. Stattdessen legte sie ihre Arme um seinen Hals und zog ihn zärtlich an sich, bis ihre Lippen aufeinandertrafen. Satura schloß ihre Augen und genoß das Gefühl, ihm endlich wieder nahe sein zu können, ihn in Sicherheit zu wissen. Sie spürte seine warmen Lippen an den ihren, und ließ sich fallen. Vergaß alles um sie herum, war einfach nur glücklich und genoß die allzu seltene Nähe. Sie würde ihn am liebsten gar nicht mehr loslassen, krallte ihre Finger in seinen Nacken und küsste ihn noch leidenschaftlicher.
"Es ist so schön, dich wiederzusehen..." flüsterte sie ihm ins Ohr. "Und, gehen wir jetzt Ratten jagen?"
Leon sah sie erschrocken an, bis er das freche Lächeln auf ihren Lippen bemerkte. Sie zog ihn wieder zu sich heran...
Als sie sich voneinander lösten, merkten sie erst, dass die anderen der Gruppe es sich mittlerweile gemütlich gemacht hatten - zum Reden gab es ja schließlich genug.
Sie lächelte Leon an. "Sag mal, du siehst nicht besonders gut aus... hast du noch starke Schmerzen?"
Leon winkte zwar ab, aber die Amazone bestand darauf, sich die Wunden ansehen zu wollen.
|
| 23.06.2003 19:29 | #333 |
| Skeleon |
Als die Amazone ihm sanft den Verband aus den Rissen seiner Kleidung abzog verzerrte er das Gesicht vor Schmerzen. Er war an seiner wunden Haut regelrecht festgeklebt gewesen und nun war sie benetzt von einer dünnen Schicht frischen Blutes. Satura grinste etwas, ob Leon's hilfloser Versuche, die Schmerzen zu verbergen und strich ihm sanft über die Wange.
Leon lächelte ein wenig.
Sie hatte gar nicht weiter gefragt.
Sie kniete nun neben ihm und begutachtete seine Verletzungen, er beugte sich zu ihr herunter und gab ihr noch einen Kuss auf die Stirn, den sie fachmännisch ignorierte.
Besonders ansehnlich waren die Wunden ja nicht - fünf nicht sonderlich tiefe Einschnitte, dort, wo die scharfen Klauen des Dämons Leon's Schürferrüstung durchdrungen hatten, umgeben von sich langsam verfärbenden Blutergüssen. Mit der richtigen Salbe würden die Verletzungen bald heilen, aber die Prellungen würden dem jungen Dieb noch eine Weile erhalten bleiben ...
Mit flinken Fingern angelte sich die Amazone eine ihrer zahllosen Salben aus einem Lederbeutel an ihrem Gürtel, öffnete den Tiegel, tunkte die Finger hinein und fuhr so sanft wie möglich über die offenen Verletzungen. Der Alkohol brannte die Keime regelrecht heraus, brannte Leon jedoch auch zutiefst als Schmerz. Leise Flüche verließen seine Kehle.
Aus einer ihrer Taschen förderte Satura einige Leinenfetzen zutage, stopfte sie direkt durch die Risse in Leon's Kleidung hinein und presste sie fest. "Halt das mal kurz." sagte sie lächelnd und der Junge tat, wie ihm geheißen ward. Satura riss eine der Kordeln von Leons Lederbündel ab, wickelte es zweimal um dessen Hüfte und knotete es fest.
"Anders hält das nicht." antwortete sie auf Leon's verwirrte Blicke. Dann erhob sie sich, fasste Leon bei der Hand und zog ihn mit sich.
Irgendwie hatte er sich ihr Wiedertreffen etwas - hm - privater vorgestellt, dachte der Junge, als er zurück zu der Gruppe gezogen wurde. Es wurde mal Zeit, jetzt, wo dieser Schlamassel vorüber war, eine Weile einfach faul rumzubringen. Vielleicht sollte er sein Gold holen und es mit Satura zusammen auf den Kopf hauen? Er grinste bei dem Gedanken.
|
| 23.06.2003 19:39 | #334 |
| Satura |
Satura nickte ihm aufmunternd zu. "Diese Dämonen sind Gift - jede ihrer Berührungen ist gefährlich." Sie flüsterte, damit Lehna es nicht unbedingt hörte. "Deswegen heilen die Wunden auch so langsam. Wir sollten einmal bei Vollmond Heilkräuter suchen gehen, da erst entfalten sie ihre volle Kraft. Und du wirst sehen, diese Salben sind um einiges kraftvoller."
Leon wollte sich zu den anderen setzen, doch die Amazone hielt ihn zurück und sprach laut: "Es ist Zeit, dich zu prüfen. Lass mich sehen, was du gelernt hast. Zeig mir, dass du die Grunzüge des Einhandkampfes erlernt hast." Der junge Dieb sah sie fragend an. Jetzt?
Doch Satura erklärte nichts, ließ ihren Blick nur prüfend über die Anwesenden streifen. Nein, Lehna wäre in ihrem Zustand kein guter Kampfpartner... Ihr Blick blieb an Frost hängen. Sie lächelte und meinte neckisch: "Nun, ich glaube, Ihr wäret ein adäquater Gegner."
|
| 23.06.2003 19:45 | #335 |
| Zombiebreaker |
Da saßen sie nun alle beieinander. Und Zombiebreaker war froh sie alle einmal kennenzulernen.Frost hatte es ihm besonders angetan...
Er sah hinüber zu Satura,was für ein Zufall sie gerade hier wiederzusehen. "Ganz erfreut über mein auftreten war sei jedenfalls nicht. Aber das Gesicht war einfach unbeschreiblich,als sie mich gesehen hat,"huschte es Zombiebreaker durch den Kopf,der ein leichtes Grinsen nicht unterdrücken konnte.Dann schaute er wieder in die Runde:"Und was macht ihr so den ganzen Tag,hehe." Die Frage kam bei den Leuten wohl nicht so an,wenn man nach den Gesichtsausdrücken schloss.
"Nun denn,wie wärs mit was zum Essen? Ich mein so ein kleiner Happen zwischendurch? Ich bin ein guter Jäger. Was wollt ihr? Scavenger,Molerat oder Schattenläuferfleisch?
"Nichts,engegnete Blade. Wir sollten lieber weiterlaufen...""ja,irgendwann,"unterbrach ihn Krieger.
Die Stime ging im Kreise der Gemeinschaft unter. Viele wollten anfangen zu erzählen,doch auch die Angst machte die Runde.
Keine wusste,was Beliar als nächstes schickte. Und vor allem nicht,wann er dies tun sollte...
Die Sonne versank,langsam,in ihrer eigenen geschaffenen röte,hinter dem Horizont. Und das einzigste was sie zurücklies,war rosanes Wolkengelock am westlichen Himmel...
|
| 23.06.2003 19:54 | #336 |
| Skeleon |
Der junge Dieb musterte ihn langsam von unten bis oben.
Nicht nur, dass er zwei Schwerter und eine schwere Rüstung trug, ein Stück größer und weitaus kräftiger aussah als er selbst. Er schien ungemein fröhlich zu sein.
Leon warf Satura einen zweifelnden Blick zu.
"Ich dachte nicht, dass du mir meine Bemühungen so heimzahlst." sagte er zögerlich und mit einem schiefen Grinsen.
"Na, na, du sollst ihn ja nicht besiegen, sondern nur ein bisschen mit ihm fechten. Damit ich sehe, ob du was gelernt hast." griente sie.Dann nickte sie ihm aufmunternd zu.
Der junge Dieb lächelte unsicher und zog scharrend sein Schwert."Äh ... bereit?" murmelte er Frost zu.
|
| 23.06.2003 19:55 | #337 |
| Waldläufer |
Immer noch am Hafen von Gothar, jedoch nicht zum Baden
„Bleib ma hier !“ meinte Gardiff nur und bedeutete Esteron sich auf einen Tuchballen zu setzen. Der Begleiter machte immer noch einen recht bedrückten und traurigen Eindruck. Das Verschwinden Lehnas schien ihm ganz schön nahe zu gehen. Der Waldstreicher konnte sich nicht wirklich in die Gefühlslage des Freundes hinein versetzen. Er hatte nie groß jemanden gehabt der ihm so viel bedeutet hatte das er traurig geworden war wenn dieser nicht da gewesen war. „Ich geh mal die Seebären fragen. Die sehen so aus als wüssten sie Bescheid was hier im Hafen Sache ist.“ darauf wand sich der Barde ab und schritt zügig zu den Seemännern hinüber.
„Ahoi die Herren, Ihr seht mir ganz so aus als wärt ihr hier gut im Bilde bei dem was sich so Hafen tut.“ Die Männer musterten den Burschen und hier und da wurde ein zustimmendes Murren oder „Mmhhh“ laut. Sie schienen neugierig was der junge Spund in der ledernen Rüstung von ihnen wollte und sogen wartend an ihren kurzen Pfeifchen.
„Wen dem so ist so würde ich euch gern fragen ob in letzter Zeit ein Schiff nach Khorinis den Hafen verlassen hat.“ Unter den Männern schien man sich erst nicht ganz einig und es dauerte etwas bis sie Seefahrer unter Gemurmel und stark akzentuierter Diskussion auf einen Nenner kamen. „In letzten Stun is ken Kann nach Khorinis raus.“ erklärte einer der Seeleute. „Der letzte is vor zwei Tagn rüber wenn wir us nisch irren und der nächste...“ der Kerl grübelte kurz doch Gardiff winkte ab. „Danke das genügt mir einen schönen Tag noch und Petri Heil.“ mit langen Sätzen eilte der Barde zu seinem Freund zurück.
„So Esteron, also mit dem Schiff sind sie bestimmt nicht weg. Zumindest nicht offiziell da das letzte Schiff vor zwei Tagen nach Khorinis abgelegt hat ....“
|
| 23.06.2003 19:59 | #338 |
| Todesfürst |
Bei diesem verflixten Baum im gorthanischen Wald
Und eins und zwei und eins und zwei...
Kräftige Schläge schallten im Wald und zeugten von der Tätigkeit der beiden Männer. Faul waren sie sicher nicht, doch trotz ihrer Anstrengungen schafften sie es nicht den Baum zu fällen - noch nicht. Mittlerweile musste sie sicherlich schon eine Stunde gehackt haben. Am Anfang kam es ihnen vor als ob die Klingen total stumpf wären, waren sie aber nicht. Mit der Zeit ging es immer besser und sie raubten dem Stamm immer mehr Holzspänne, eigentlich war es ja auch Mord in gewisser Weise, aber wenn man auf alles Lebende Rücksicht nehmen würde, nein, das war nun wirklich nicht notwendig.
Die Sonne brannte noch immer grausam auf die beiden, scheinbar lag sie gerade genau auf ihnen. Konnte die sich nicht hinter einen Bergrücken verkriechen, Drecksding , fluchte Ra und sein Gegenüber konnte es ihm nicht verübeln, ihm ging es ähnlich.
Machen wir mal ne Pause , schlug er vor und haute seine Axt mit einem letzten, starken Hieb tief in das Holz, damit sie hängen blieb. Ra machte es ihm nach und haute ebenfalls seine Axt in den Stamm, wobei einige Holzspähne auf den Fürsten zugeflogen kamen, aber nach wenigen Zentimetern auf dem Boden landeten. Lass uns mal zum Bach gehen, aber vorsichtig, ein Dämon reicht mir für die nächsten vier Monate.
Ra nickte und setzte ein Lächeln auf, was wohl davon herrührte, dass er sich über eine Pause wohl sehr freute. Nun setzte er ein Pfeifen auf und machte sich auf dem Fürsten an den bekannten Bach zu folgen. Dieser war auch über die Pause dankbar, hoffte aber inständig keinem Dämon zu begegnen. Im Gegensatz zu Ra pfiff er deshalb nicht, sondern setzte ein stilles Gebet in den Himmel. Er war sich nur nicht sicher an wen und entschied sich dann gegen Adanos und für Innos, da er neulich in der Kapelle nicht dazu kam zu beten.
Nach dem Gebet fühlte er sich deutlich besser und freier und befand sich in einem der seltenen Hochs, von denen er nicht so viel in letzter Zeit hatte. Ein herzhaftes Atmen ging durch die Luft und versank dann wieder in der Bedeutungslosigkeit des Waldes. Langsam aber sicher kamen sie dann zu dem besagten Bach.
Das Wasser war komischerweise nicht lauwarm oder sogar heiß, wie man es bei so einer Hitze erwarten könnte, sondern war angenehm kühl. Eine kurze phsikalische Erklärung folgte, denn schließlich floss das Wasser und so waren die Moleküle ständig in Bewegung, im Gegensatz zu einem See. Doch für sowas hatte er gar keine Zeit, denn nun wollte er sein Glück genießen, was Ra schon längst tat.Er war schon mit den Beinen im Wasser und spritzte sich das kühle Nass ins Gesicht und auch an andere Körperstellen. Und nun spritzte er das Wasser auch zu seinem Partner.
Ohne das ganze groß zu beschreiben kann man sagen, dass am Ende beide pitschnass waren, aber erstens waren sie nun erfrischt, zweitens hatte es Spaß gemacht und drittens würde die Nässe bald aus ihren Klamotten entweichen, schließlich war die Sonne zwar nicht mehr an ihrem heißesten Punkt, aber immer noch so hoch, dass man genügend abbekam.
Langsam schritten sie wieder zurück zu ihrem Baumstamm oder besser zum Lager. Als sie da waren, war Prix noch nicht da, langsam machte er sich Sorgen, doch noch würde er warten.
Dann mal los, bringen wir diesen verdammten Baum endlich zu Boden. Ra nickte nur, immer noch mit einem Lächeln auf den Lippen und beide zogen ihre Äxte aus dem Stamm.
Bald hörte man nur noch die Geräusche im Wald schallen.
Hau ruck, hau ruck, hau ruck, hauu ruckkk, hauuu ruckkkk....
|
| 23.06.2003 20:11 | #339 |
| Superluemmel |
Der Waffenmeister hatte sich in der Zwischenzeit von seinem Mantel sowie der Tasche entledigt. Leon wirkte mit einem Schwert in der Hand nicht halb so selbstsicher wie er sonst auftrat. Scheinbar war es ihm mehr als unangenehm, gegen ihn anzutreten. Wenn er ehrlich war, konnte Frost es ihm nicht verübeln. Einen Moment lang grübelte Frost, welche der zwei Klingen er in den Kampf führen sollte. Schließlich entschied er sich für den Eisbrecher. Zwar war er mittlerweile mehr als nur im Stande, die Flammenschneide zu kontrollieren, doch war die längere Klinge des Eisbrechers besser für sein Vorhaben geeignet. Ein kurzer Blick zu dem Rest der Gruppe, der sich offensichtlich über das Abendbrot unterhielt, dann lächelte Frost Leon, wenn auch leicht verschmitzt, aufmunternd zu.
"Jederzeit, wenn ihr bereit seid", beantwortete er die Frage seines Gegenübers. Mit leisem Singsang kam der Eisbrecher frei, das letzte Sonnenlicht brach sich funkelnd auf der schlanken Klinge. Augenblicklich fand das Schwert festen Halt in Frosts Händen, in aller Seelenruhe bereitete sich der Krieger auf Leons Angriff vor. Mal sehen, was Saturas Sprössling in der Zwischenzeit gelernt hatte.
|
| 23.06.2003 20:29 | #340 |
| Skeleon |
Der junge Dieb atmete noch einmal tief durch, blickte zu Frost, hob die Klinge, blickte zu Satura - sie lächelte mutmachend, er grinste unsicher zurück - und dann wieder zu Frost.
"Also gut." griente er, holte aus und zog seinen ersten Schlag durch.Mit der mattschimmernden Klinge beschrieb er eine Acht, ein Stück außerhalb von Frosts Reichweite, machte einen Ausfallschritt und zog die Klinge empor. Dumpf klirrend trafen die Klingen aufeinander. Kratzend wurde Leon's Schwert beiseite geschoben, während der Eisbrecher beinahe spielerisch seine Bewegung fortsetzte. Als die Klinge die Luft durchschnitt gab sie einen hohen Singsang von sich.Der Junge starrte irritiert auf Frosts Schwert.
Ein Schulterzucken später riss er das Schwert herunter, vollführte einige, schnelle aber kraftlose Schläge gegen Frost, der sie ohne Probleme allesamt abfing. Leon fluchte, hob die Klinge weit über den Kopf, legte viel Kraft hinein und trümmerte sie regelrecht gegen Frosts Blockade. Der wich nur einen Schritt zurück, blieb ansonsten völlig ruhig.
Der junge Dieb grunzte. Er hatte nicht den Hauch einer Chance, das war ohnehin klar, aber er musste irgendetwas abliefern.
Eine weitere schnelle Schlagfolge, bis Frost erneut einen Schritt rückwärts tat, der Junge setzte ihm mit einem Fußtritt hinterher und mit einem metallischen Klingen traf der Eisenbelag der Stiefel auf die schwarze Rüstung Frosts. Keine Reaktion.
Der Krieger packte einen Augenblick später den Unterschenkel des Jungen und warf ihn ein Stück beiseite.
Schnell war Leon wieder oben auf und setzte zum nächsten Angriff an ...
|
| 23.06.2003 20:43 | #341 |
| Superluemmel |
Noch bevor Leon vollends ausgeholt hatte, fiel ihm Frost bereits in den Schlag. Sein Arm schnellte in die Höhe, der Unterarmpanzer blockte den Hieb ab, bevor er genug Schwung hatte. Eine leichte Drehung des Arms zur Seite, schon blieb die Schwertklinge zwischen den kleinen Hörnern an der Armschiene hängen. "Ihr konzentriert euch zu sehr auf eure Schläge und zu wenig auf die Koordination eurer Bewegungen", zwinkerte Frost Leon zu, bevor sein Bein einen blitzschnellen Halbkreis beschrieb und wuchtig gegen Leons Füße krachte. Noch während sein Gegner unsanft auf dem Hosenboden landete, führte Frost die Trittbewegung weiter, schraubte sich mit einem Satz in die Luft und setzte mit einer Schulterrolle in der Luft über den gestürzten Dieb hinweg. Kaum setzten seine Stiefel auf dem Boden auf, da stießen sie den Schwertmeister erneut vom Erdboden ab.
Der Krieger vollführte eine halbe Drehung, schwang die Beine nach oben und hakte sich mit den Stiefelspitzen an einem recht tief hängenden Ast ein. Spielerisch wechselte er das Schwert in die linke Hand und erwartete kopfüber hängend den nächsten Angriff.
"Kommt schon", forderte er Leon auf, "Ihr werdet euch von einem alten Knochen doch nicht so schnell beeindrucken lassen?"
|
| 23.06.2003 20:45 | #342 |
| manmouse |
Immer noch am Hafen .....
Esteron lächelte müde. Dann konnten sie ja “nur“ noch in der Stadt oder im Wald vor Gorthar sein. Langsam wurde es dunkel am Horizont. Die untergehende Sonne tauchte das Wasser im Hafen in eine Meer aus reinem Gold. Langsam zog die Nacht über das Land Gorthar herein.
Der Wanderer grübelte.
“ Sollen wir uns eine Taverne suchen und hier untätig rumsitzen bis was passiert, oder noch bei Nacht in den Wald aufbrechen und die Nadeln im Heuhaufen suchen“, der Wanderer merkte nicht wie er laut vor sich hinsprach.Irgendwie war die Lage vollkommen aussichtslos. Festgefahren wie ein schwerbeladener Karren im Schlamm.
Er musste sie finden. Er musste alles im mögliche versuchen um sie zu finden.
“ Was schlägst du vor? Ich muss sie finden. Wenn du aber hier in der Stadt bleiben willst, so werde ich es akzeptieren und alleine losziehen. Ich kann dich nicht noch weiter reinziehen. Es ist alles nicht so gekommen wie es einst geplant war. Wie würde Frost wohl handeln?“ Esteron sah den Waldstreicher fragend an.
|
| 23.06.2003 21:00 | #343 |
| Skeleon |
Der Dieb erhob sich etwas unsicher - er war schmerzhaft auf die Seite gestürzt, das Brennen in seinen Wunden nahm erneut zu und tropfenweise bahnte sich das winzige Rinnsal Blut seinen Weg aus dem Verband heraus, in den filzigen Stoff der Schürferhose und versickerte darin.
Leon ächzte, stellte sich breitbeinig hin und wirbelte seine Waffe geschickt herum. Ein kleiner Trick, der im Kampf wenig half, da man sofort die Kontrolle bei einem Gegenangriff verlor, der aber einfach herzig aussah. Mit einem Grunzer verdrängte der Junge die Schmerzen und stürmte vor, verpasste dem Krieger einen Hieb mit dem Schwert, den der geschickt nach unten hin ablenkte, wechselte seine Richtung und lief auf den Baumstamm zu, an dessen Ast Frost baumelte. Mit einem heftigen Tritt stieß er sich aus der Bewegung davon ab, streckte das andere Bein in Richtung des Kriegers aus und zog im selben Moment die Klinge seitwärts durch. Das Schwert wurde erneut abgelenkt, Frost wankte nur minimalst unter dem Aufschlag mit dem Stiefel hin und her - und Leon's Körper quittierte seine Verrenkung mit einem Schmerz, der ihn zu Boden sinken ließ. Keine Artisteneinlagen mehr. sagte er sich, als er sich erneut aufrichtete.
"Also hör mal!" rief ihm der Krieger zu. "Ich hänge hier, kopfüber, halte mein Schwert in der Linken und du knockst dich selbst aus?"
Ein verschmitztes Lächeln umspielte seine Lippen.
Grummelnd machte sich der Dieb erneut daran, ihn anzugreifen. Diesmal griff er ihn frontal an, hieb schnell - Schlag auf Schlag - auf Frost's Deckung ein und machte dabei ein paar Seitwärtsschritte. Schnell konnte der Krieger nicht mehr folgen, als Leon hinter ihm stand und mit metallischem Klingen auf die Rüstung einhämmerte.
Trotzdem ließ das Frost ziemlich kalt, er ließ sich vom Ast fallend, machte eine Rolle und stand nun aufrecht wieder da.
Der Junge fluchte erneut.
Wie sollte er gleichzeitig mit der Schnelligkeit, der Körperbeherrschung und der Stärke dieses übermächtigen Gegners fertig werden? Und der Kerl hatte recht, er setzte nicht einmal die Hälfte seines Könnens ein. Wenn überhaupt.Wie hatte er gemeint? Koordination der Bewegungen.
Mit einem Satz war Leon wieder in Reichweite von Frost und hieb auf dessen Klinge ein, scharrend und sirrend trafen sie aufeinander und rutschten wieder voneinander ab, während Leon mit dem linken Bein versuchte, diese Säulen von Beinen beiseite zu fegen.
Mit einem Grinsen tat Frost das mit Leon's rechtem Bein, was ihm aber im Gegensatz zu Leon gelang. Im Liegen hämmerte der junge Dieb dem Krieger mit dem Schwert gegen den Beinschutz. Keine ersichtliche Wirkung, nur, dass der einen Schritt beiseite tat. Kopfschüttelnd schwang sich der Dieb wieder empor, knickte ein und wankte ein Stück, ehe er sich an einem der dickberindeten Baumstämme abstützen konnte.
Nach Luft ringend richtete er sich allmählich auf. Er wischte sich den Schweiß von der Stirn, stand nun erhoben da und gab ein Gurgeln von sich. Die Verletzung machte ihm mehr zu schaffen, als er zu zu geben bereit war.
Gequält grinsend stapfte er erneut auf den Krieger zu. Irgendwie musste er eine Schwäche finden. Doch egal, ob er ihn ablenkte und anderweitig zuschlug - keiner seiner Angriffe zeigte wirklichen Effekt.
Eine weitere Schlagreihe folgte - doch diesmal versuchte er es nicht mit Tritten oder Kunststückchen - er konzentrierte sich darauf, was für Bewegungen Frost bei welchen Angriffen ausführte. Irgendwo musste es eine Schwachstelle geben! Und sei sie noch so unbedeutend.
|
| 23.06.2003 21:17 | #344 |
| Superluemmel |
"Verlasst euch nicht auf eure Augen", warnte Frost seinen Kampfpartner, täuschte einen Seitschritt an, um sich blitzschnell zur Seite zu werfen, und in Leons Rücken wieder aufzutauchen.
Anstatt dem Krieger zerschnitt Leons Klinge nur aufgewirbelten Staub."Denn sie lassen sich täuschen!"
Ein kurzer, nicht unbedingt harter Tritt aus der Drehung ließ den Dieb nach vorne taumeln. Natürlich war es dem Waffenmeister nicht entgangen, dass Leon mit kaum verheilten Wunden zu kämpfen hatte. Es wäre mehr als unfair, ihn einfach auszuknocken. Zudem wollte er weitere Verletzungen vermeiden. "Folgt der Klinge!", rief er seinem Gegner zu.
Immer wieder sprang der Eisbrecher zwischen seinen Händen hin und her, wirbelte einmal kurz umher, um sich dann in der anderen Hand wiederzufinden und spielerisch die Luft zu zerteilen. Nachdem er eine weitere Schlagfolge des Diebes abgewehrt hatte, sprang Frost zur Seite, rollte sich geschmeidig über die Schulter ab und drückte sich mit den Händen vom Boden hoch.
Plötzlich blitzte eine zweite Klinge in seinen Händen. Bevor sich Leon versah, führte der Waffenmeister das Spielchen mit beiden Schwertern weiter. Mit beachtlicher Geschwindigkeit huschten die Schwerter aneinander vorbei, um die Waffenhand zu wechseln.
"Sehr ihr? Eine oder zwei Klingen? Macht es einen Unterschied?"Einer zuschnappenden Schlange gleich zuckte die Flammenschneide nach vorne und kollidierte scheppernd mit Leons Parade. Einen Sekundenbruchteil später fand sie sich in Frosts Rechter wieder, um erneut zuzustoßen.
|
| 23.06.2003 21:26 | #345 |
| Skeleon |
Schien als käme jetzt der anstrengende Teil, dachte Leon verzweifelt. Mehr als vor den blitzschnellen Angriffen Frost's zurückzuweichen blieb ihm nicht übrig. Surrend und singend jagte die Klinge knapp an dem Dieb vorbei, ehe er einen Ausfallschritt tat, sein eigenes Schwert hob und leicht schräg vor sich hielt - hart prallten die Klingen aufeinander, obwohl sie sich nur streiften und es reichte aus, Leon zurückzutreiben.
Einige weitere Ausweichmanöver folgten: Der Dieb tauchte nach unten hin weg, machte einen schnellen Sprung nach hinten oder packte die Klinge mit beiden Händen, um der Wucht Frost's Schläge überhaupt irgendetwas entgegensetzen zu können.
Plötzlich wurde er eines Baumstammes neben sich gewahr.
Er parierte den nächsten Schlag, wie erwartet wurde seine eigene Klinge abgelenkt, er sprang beiseite und die Flammenscheide fuhr auf den massigen Baum zu - nur Zentimeter vor dem Zusammenstoß brach Frost den Angriff ab und führte den Schlag in entgegengesetzter Richtung fort - er hatte perfekt die Kontrolle über seine Waffe.
Mit beiden Händen hielt er das Schwert gepackt, als die Flammenschneide ein weiteres Mal auf seine Parade niederschnellte, alle Kraft in sein Bein legend stieß er zu - sein Knie rammte zeit- und ortsgenau in Frost's vorüberschnellenden Unterarm. Der Schlag wurde ein wenig abgelenkt, Leon wich ein Stück zurück und knickte erneut ein. Dieser Kerl war scheinbar überall gepanzert, dachte Leon, als ihm der Schmerz in's Knie fuhr. Ein wenig unsicher richtete er sich wieder auf und machte sich für den nächsten Angriff bereit.
|
| 23.06.2003 21:29 | #346 |
| Satura |
Satura beobachtete Leon genau; trotz seiner offensichtlichen Schmerzen hielt er sich wacker. Für Frost war es ein Spiel; und Satura bereute es fast, ihn ausgewählt zu haben - für das Selbstvertrauen des jungen Diebes war es nicht unbedingt das Beste. Irgendwie machte sie zur Zeit alles falsch. Auch wenn Frost den Vorwurf nicht ausgesprochen hatte, immer mehr fühlte sie sich schuldig - fast hätte sie sich in die Arme der Inquisition begeben, und er hatte Recht gehabt: die Inquisition hätte sie als Verräterin getötet, so wie Leon gesagt hatte.
Sie fühlte sich irgendwie fehl am Platz, unter all den Menschen, die alles richtig machen zu schienen - nur sie nicht. Sie hatte sie alle in Gefahr gebracht mit dieser Aktion, Leon, Krieger und Lehna waren ihr gefolgt, um sie zu retten - und hatten sich selbst in tödliche Gefahr gebracht dadurch. Nicht auszudenken, wenn Zombiebreaker und Blade nicht hiergewesen wären...
Eine eigenartige Schwermut nahm von ihrem Geist Besitz; es ähnelte dem Gefühl, dass sie anfangs hatte, als sie an ihre Heimat und an Cord gedacht hatte.Sehnsucht.
Das Klirren der Schwerter riß sie wieder in die Realität zurück. Wie zur Beschwichtigung hob sie ihre Hand. "Genug! Genug..." rief sie matt. "Es reicht. Leon, du hast es geschafft, du kämpfst schon recht gut..." Sie ließ die Rechte kraftlos wieder sinken.
Was war nur mit ihr los?
Kopfschüttelnd wandte sie sich ab. "Wir sollten los, zurück in die Stadt. Über diesem ganzen Unsinn haben wir Esteron ganz vergessen... wir müssen ihn finden."
|
| 23.06.2003 21:36 | #347 |
| Skeleon |
Schweiß gebadet ließ der Junge von seinem Kampf ab, nickte dem Krieger mit einer Mischung aus Verzweiflung und Bewunderung zu und stolperte dann ein Stück neben Satura her.
Sie schien bedrückt, in irgendeiner Weise ... traurig.
Sanft legte er im Gehen seinen Arm um sie und lächelte sie aufmunternd an.Etwas irritiert stellte er fest, dass sie nicht groß darauf reagierte, also ließ er seinen Arm wieder sinken, gab ihr einen Kuss auf die Wange und stapfte dann schweigend neben ihr her.
Er blickte sich zu den anderen um.
Krieger und Lehna wollten ohnehin wieder nach Gorthar - nach Esteron suchen. Frost - der hatte irgendetwas wegen diesem Inquisitionsheini Glycolus vor. Na, so lange es für Satura und Leon keinen Nachteil brachte war es ihm ziemlich schnuppe, was mit denen passierte. Dann blieb sein Blick an Zombiebreaker und Blade hängen.
"Begleitet ihr uns zurück oder macht ihr euch auf, zu neuen Abenteuern?" fragte er grinsend.
Die beiden blickten einen Augenblick einander an. Dann sagte Zombiebreaker: "Bis Gorthar auf jedenfall. Vielleicht passiert unterwegs ja noch was lustiges." grinste er. Offensichtlich hatte die Sache mit den Dämonen bei ihm eher zur Erheiterung gedient. "Was danach kommt? Wer weiß." Blade nickte stumm, daraufhin wandte sich der junge Dieb wieder ab und stapfte schweigend weiter.
|
| 23.06.2003 21:38 | #348 |
| Erzengel |
Die Stadt Gorthar kurz zuvor
Entgeistert starrte ihn Shiva an, als er eine kräftigen Schlag erlitt, Kain spürte, wie eine Klinge sein Fleisch durchbohrte und an seinem Knochen stoppte. Ein dämonischer Schrei entrang sich seiner Kehle und erschütterte alles in seiner Umgebung. Nicht körperlicher sondern seelischer Schmerz äußerte sich in ihm. "Kain!" Erschrocken ergriff Shiva ihren Vertrauten und zog ihn in die wirkliche Welt zurück. Shiva?, flüsterte der gequälte Novice vor sich hin. "Ich bin es Leid... ich will nicht länger warten, ich will Magie... es tut so weh... es war schmerzt mich." ...doch da war noch etwas anderes... ... ...Beliar. Kain... er würde in den Zirkel zurückkehren und dann würde er wieder Magie haben, es war so einfach... er würde es so gern glauben, doch er konnte nicht, denn er wusste, es war nicht die Wahrheit. Er hatte kein Verlangen nach Magie, Sehnsucht nach der süßen Umarmung der Dunkelheit plagte ihn. In jedem steckt ein Dämon, das hatte er gelernt im Zirkel und dieser Dämon wollte Kontrolle, er wollte Macht er war inneres Kind und innerer Schweinehund, doch er war auch Leidenschaft, Hingabe...
Was? Kain hatte geglaubt, Beliar hatte von ihm abgelassen, er hatte verstanden, das Kain nicht zu ihm wollte... offensichtlich versuchte der dunkle Gott immer noch Kain wieder für sich zu gewinnen... Kain hatte sich aus der Geisteskontrolle des Gottes gelöst, doch ein neues Gefühl war gekommen oder war nur ein altes wiedererwacht? Kain fürchtete es, denn es war real, es war Wirklichkeit... Kain wollte zurück, er wollte es wirklich, zurück ins Kastell.
Nein, er konnte nicht, er war selbst Schuld, was verweigerte er sich auch... nein, er konnte nicht zurück. Niedergeschlagen zündete sich Kain einen Traumruf an und versank wieder in seinen dicken Laken.
...wie sich die Klinge in sein Fleisch bohrte... das war nicht Beliar... es kam von... von hier. Mit weit aufgerissenen Augen schnellte der junge Novice aus dem Bett, an Shiva vorbei rannte er hinaus aus der Taverne, gefolgt von der Amazonentochter bis er irgendwo in den Menschenmassen verschwand.
Der Sonnenuntergang neigte sich seinem Ende zu und der Hohe Novice folgte einer starken Aura, die ihn überhaupt erst zu dieser Aktion angetrieben hatte.
|
| 23.06.2003 21:40 | #349 |
| Eiswasser |
Ebenfalls vor Ende des Kampfs, irgendwo Außerhalb der StadtmauernErst außerhalb der Stadtmauern einige Meter von einem Kampf entfernt blieb er stehen. Ein älterer Mann, der ihr irgendwie bekannt vorkam, kämpfte gegen einen jungen Spund, der vielleicht halb so alt wie der Alte war... Dieses... Gesicht... Moment... was war das eigentlich eben mit Kain? Dieser..."Du wahnsinniger Idiot! Ich kotze gleich!"
"..."
"Hallo? Red mit mir, wenn ich dich vollmeckere! Eben bekommst du noch nen Anfall und im nächsten Moment sprintest du davon wie ein scheiß besoffener Osterhase!""Das ist er."
"Wer ist das hä?!"
"Frost." Das war doch dieser Waffenmeister... das war der ach so legendäre Frost? Der Typ, der schon nach ein paar Bluthunden umfiel? Ein leises Lachen ging ihr bei diesem Gedanken über die Lippen. Thaeliia hatte ihn einige Tage im Tempel behalten müssen, damit er wieder hochkam. "Der Typ? Der ist doch schon nach einem Kampf mit ein paar Bluthunden umgefallen."
"Bluthunde? Du meinst diese riesigen Scheißviecher, die im Mienental rumlaufen?""Was? Wie jetzt?"
"Bluthunde sind diese großen Dinger... äh... weißt du noch, wie wir in dieses Archäologending eingestiegen sind?"
"Nen sie ruhig Grabräuber."
"Jedenfalls ist dir da doch dieser Skeletthaufen entgegengekommen.""Ja."
"Das war das Skelett eines Bluthundes."
"Äh... aso... scheiße..."
"Ja und jetzt?"
"Was? Willst du etwa den Kampf unterbrechen? Das wäre unhöflich.""Du bist echt krank Kain, aber so was von."
"Ich jedenfalls warte hier, bis der Kampf vorbei ist."
"Und ich wette du schläfst ein und verpasst das Ende des Kampfes, dann verliest du den Typ und morgen suchen wir ihn wieder."
"Kann auch sein, wenn du nicht warten willst, dann geh doch.""Du hast nur für eine Nacht in der Taverne bezahlt und ich trage kein Geld bei mir."
"Dann wirst du wohl warten müssen."
"Ach naja gut."
|
| 23.06.2003 21:44 | #350 |
| Waldläufer |
Blank und Pleite in Gorthar City
„Ehe ich dich alleine los ziehen lasse muss noch eine ganze Menge passieren. Ihr sieht zwar wieder recht frisch aus ...“ Der Waldstreicher betrachtete seinen Freund welcher noch immer mit blauen Flecken übersäht war. „ ...na ja zumindest seht ihr nicht mehr so schlimm aus wie vor ein paar Tagen und eure Lebensgeister sind euch auch wieder inne.“
Der junge Vagabund überlegte kurz betrachtete das Meer und den langsam dunkler werdenden Horizont und wand sich dann wieder zu Esteron um. „Ja also in Anbetracht dessen dass ich meine letzten Goldstücke der Torwache gespendet hab um einpaar Infos zu bekommen welche uns nicht wirklich geholfen haben und der daraus resultierenden Situation dass ich mir weder ein Bierchen geschweige denn einen Strohsack zum schlafen leisten kann würde ich sagen wir probieren sie im Wald zu finden.“ ermutigend streckte der Barde seinem Gefährten die Hand entgegen um ihm auf zu helfen. „Ich nehme auch stark an dass Krieger sie aus der Stadt geführt hat. Schließlich wäre sie hier viel zu nah an der Kapelle und somit in Reichweite „des Teufels in der roten Kutte“.“ auf dem Absatz kehrt machend schlug Gardiff den Weg zum Stadttor ein ...
|
| 23.06.2003 23:23 | #351 |
| Todesfürst |
Immernoch bei dem blöden Baum...
Sie mussten noch eine Weile arbeiten aber schließlich gab der verdammte Baum nach. Sie hatten den Stamm in Teamarbeit wirklich perfekt bearbeitet und nun hörte man schon ein leises Knacken. Nun wo sie endlich fertig waren konnten sie auch einen Scherz machen. Schnell sprachen sie ihren Scherz ab und einigten sich denn auf die Rollen. Der Fürst übernahm die des Unwissenden und suchte erstmal die Gegend ab, damit ja kein Wanderer oder noch schlimmer, Prix in der Nähe war. Doch als er niemanden sah konnte er Ra getrost das Zeichen geben. Bauuuuuummmmmmm fällllllllt.
Mit einem Grinsen lehnte sich Ra ganz lässig an den Stamm und gab dem Ganzen den Rest. Mit einem erst sehr schönes Knacksen und Knacken, dann aber einen unglaublichen Lärm beim Aufprall fiel der Baum zu Boden. Es war wie bei einem Tier, wenn man genau überlegte. Diese gaben meistens auch einen Todesschrei von sich, wenn sie ihren letzten Atemzug machten.
Todesschrei von Tieren? Das erinerte ihn an Prix, der nun schon eine ganze Weile weg war. Gerade wollte er los ihn suchen, da bog er um eine Felsecke. Anstatt einem Hallo waren seine ersten Worte, Helft mir mal schnell Schnell liefen beide zu ihm, der Fürst dachte er wäre verletzt, doch er wollte nur, dass ihm jemand den zweiten Wolf abnahm.
Hast du dir deswegen so viel Zeit gelassen?
Jo, das ist ganz schön schwer zwei Wälfe zu schleppen. Dabei hatte ich noch Pech. Erst musste ich ne halbe Ewigkeit suchen, dann hatte ich die beiden gefunden, traf aber nicht beim ersten Mal und musste die Viecher dann nochmal ne Ewigkeit verfolgen. Als ich sie dann hatte, waren sie ganz schön weit weg vom Lager und dann musste ich die zurückschleppen. Die wiegen gut 40 Kilo pro Stück. Naja, das erste Fleisch. Und was habt ihr gemacht? Ich hoffe das Holz fällen war erfolgreich.
Du bist ein paar Minuten zu spät gekommen, gerade gab es den großen Knall. Haste das nicht gehört?
Doch, da war irgendwas. Naja dann war der Tag doch recht erfolgreich. Ra und er schleppten nun einen der zwei Wölfe zu einer der zahlreichen Holzstangen und Prix machte sich auch gleich daran ein Feuer zu entzünden. Dazu nutzte er die letzten Reserven, denn sonst hätten sie noch ne Weile hacken können. Das musste morgen auf jeden Fall gemacht werden. Als das Feuer brannte, war Prix auch schon gleich bei dem Wolf um ihn auszuschlachten. Da das aber noch sehr lange dauern würde, bis sie das gebratene Fleisch im Mund hätten und der Fürst durch die harte Arbeit schön müde gemacht wurde, beschloss er doch lieber gleich zu gehen. Er verabschiedete sich von den beiden Freunden und machte sich auf in sein Zelt. Dort angekommen merkte er erst, dass seine Lederrüstung noch neben dem Baum lagte. Schnell rannte er zurück und holte sie. Eigentlich war sie sicher und gemocht hatte er sie auch nie, aber man weiß nie, was nachts im Wald so rumläuft und da war es besser seine Wertsachen bei sich zu haben.
Als er dann auch den Rest abgelegt hatte legte er sich auf die mitterlbequeme Matratze und versuchte einzuschlafen, was durch die harte Arbeit auch schnell gelang.
|
| 24.06.2003 04:21 | #352 |
| manmouse |
Immer noch in Gortharstadt
“ Danke, mein Freund.““ Esteron stand sichtlich erleichtert und mit viel Schwung von dem Stoffballen auf.
“ Na dann wollen wir mal aufbrechen. Mir brennt es unter den Finger endlich meinen Schatz in die Arme schließen zu können.“ Der Wanderer schlug Gardiff freundschaftlich auf die Schultern, er war froh das er ihn begleitete. Esteron hätte es wahrscheinlich nur auf den nächsten Baum geschafft, und keinen Deut weiter. Und das wussten beide nur zu gut. Die beiden Männer lachten nur und machten sich dann daran das große Hafenbecken zu verlassen. Heute würde hier eh nicht mehr viel passieren.
Fast schon gemächlich zogen die Männer in die dunklen Gassen zum Stadttor los. Die Leute in den Häusern gingen ihrem verdientem Schlaf nach und, vereinzelt lief nur eine Wache durch die spärlich beleuchteten Winkel der Gassen.Nach einer Weile erreichten die beiden Männer das imposante Stadttor, an dem die gleiche Wache ihren Dienst verrichtete, die eben sich noch Geld, für die spärliche Information, eingesackt hatte.
“ Na, wo soll’s denn hingehen? Ihr wollt doch nicht mitten in der Nacht unsere Schöne Stadt verlassen. Nein, das wollt ihr auf keinen Fall. Also rate ich euch sucht euch ein Gasthaus und schlaft noch mal drüber. Heute in der Früh könnt ihr beide gerne wiederkommen.“
Dann nickte ihnen der Kerl freundlich aber bestimmend, indem er seine Hand auf den Griff seiner Waffe legte und drehte sich von den beiden Männern ab.Esteron fluchte, und wollte trotz allem die Stadt verlassen. Gardiff zog den jungen Mann zurück, und machte dem Blondschopf unmissverständlich klar, das eine Auseinandersetzung zweifelsohne die anderen Wachen alarmieren würde, und die beiden dann ihre nacht in der Zelle verbringen müssten.
Esteron willigte niedergeschlagen ein. Wieder eine Nacht verschenkt. Wieder eine Nacht ohne Lehna. Wieder keinen Deut weiter.
Gardiff zog den Wanderer etwas abseits des Tores zu zwei Bänken die unter einer Esche standen, und wies ihn an ein wenig die Augen zu schließen. Ihre Zeit würde schon noch kommen.
|
| 24.06.2003 15:44 | #353 |
| Lehna |
Am Waldrand...
Die Sonnenstrahlen brachen fast senkrecht durch das Blätterdach des Waldes und zeichneten teilweise schon fast abstrakte Muster auf den Boden, während sich eine kleine Gruppe von Wanderern ihren Weg durch das Unterholz bahnte. Der wald war noch immer ungewöhnlich still und hatte etwas bedrohliches an sich, selbst am Tag schienen die Schatten dunkler zu sein als üblich, doch die meisten aus der Gruppe interessierte das nicht weiter. Satura war gerettet, Frost war zurück vom Gletscher, die beiden Söldner hatten ihre Äxte schwingen können und zwei weitere Personen, die gestern nach dem Duell zwischen Frost und Leon hinzugestoßen waren, waren wohl auf der Suche nach dem Waffenmeister gewesen. So hatte jeder gefunden was er wollte. Na ja, fast jeder...
Nur Lehna schien keinen Deut glücklicher zu sein. Sie trottete den anderen in Gedanken versunken mit gesenktem Kopf hinter, ihr Blick wanderte Ziellos über den Waldboden. Die anderen hatten all die Probleme in den Griff bekommen, die letztendlich von ihr ausgelöst worden waren. Wäre sie nicht kopflos in den Wald gerannt um Esteron zu suchen, hätten sie nicht nur Esteron früher aus den Klauen der Inquisition befreien können, sondern sie selbst wäre jetzt nicht von einem Dämon besessen. Zwei junge Novizen der Kirche Innos würde noch leben, Satura hätte nie einen Brief an die Inquisition überbringen sollen und sich damit ahnungslos in Lebensgefahr begeben...
Lehna schloss einen Moment die Augen. Was hatten ihr Begleiter von ihr? Irgendwie nur Pech. Mal wieder fragte sich Lehna, warum die anderen sich überhaupt noch mit ihr belasteten.
Die Gruppe trat aus dem Wald heraus, die Sonne stand bereits hoch am Himmel und tauchte die vor den Wanderern liegende Stadt in ihr goldenes Licht. Die Stadt... Lehna betrachtete kurz die Mauern und Häuser Gorthars. Ob sie endlich Esteron wiedersehen würde? Auch wenn sie wusste, dass es ihm... ein klein wenig besser ging, konnte sie die Trennung bald nicht mehr länger ertragen. Egal wer dort in der Stadt auf sie wartete, sie musste endlich wieder zu Esteron.Ohne Eile wanderte die kleine Gruppe den breiten Feldweg entlang auf die Tore Gorthars zu...
|
| 24.06.2003 18:15 | #354 |
| Rango |
...der Novize erwachte aus einem samften traumlosen Schlaf; die Sonne schien durchs offene Fenster und ein leichter Wind kam hinein, der Rango übers Gesicht streifte. "Mmm...das ist mal wieder ein Morgen an dem es sich halbwegs lohnt aufzustehen"
Rango zog sich seine Novizenrobe über und stützte sich dann auf das Morsche Fensterbrett, um den Händlern, die auf dem Weg zum Markt waren, zuzusehen. "Komisch, die machen ja gar nich so viel krach wie die Händler in Khorinis... kein wunder das hier mehr Menschen leben, hier kann man ja auch in ruhe Ausschlafen" dachte Rango mit einem Lächeln auf dem Gesicht. Er überlegete nun was er so früh machen könnte... Angroth lag noch im Bett und wäre bestimmt nicht begeistert, wenn man ihn wecken würde. "Ich könnte mal wieder etwas trainieren... aber wo ist denn mein Grobes Schwert? Hmm, meine Sichel ist ja auch weg! Verdammte Diebe, die klauen einem auch alles... aber wann sollte man mich den bestohlen haben? Hmpf...muss wohl vorgestern, gewesen sein, als ich nen Blackout hatte." Er holte sein noch unbenutztes Breitschwert unter dem Bett hervor. "Hehe...Mir wird wohl nicht anderes Übrig bleiben. Ausserdem müsste ich jetzt schon damit umgehen können".
Rango verließ das Hotel und ging wieder zum Brunnen, der gegenüber des Hotels war, und fing an seine gelernten Griffe, Schläge, Hiebe und Fusstechniken auzuüben...
|
| 24.06.2003 18:29 | #355 |
| Angroth |
Im Hotel und später davor, danach sogar ausserhalb der StadtEs war nicht mehr viel geschehen gestern, Rango und er hatten geredet, doch auf die Frage was denn passiert sei antwortete Angroth einfach nicht. Die Zeit war nicht reif es dem Mann zu erzählen, deshalb hielt er die Informationen zurück und hatte Rango glauben gemacht er würde beklaut worden sein. Heute war er ebenfalls einigermaßen früh wach geworden, warum er wach wurde konnte er aber nicht feststellen - vielleicht ein frischer Luftzug. Er richtete sich auf, die Gliedmaßen die verletzt waren in dem Kampf und magische Heilung erfahren hatten taten ihm immer noch weh, als er aufstand hatte er das Gefühl sein Rücken sei bleiern. Ein wenig ratlos suchte er eine Weile einen Ort um sich zu waschen, fand dann auch einen Bottich mit fraglich frischem Wasser, erfrischte sich daran und ging zurück in das Zimmer. Der Fischer und beinahe ausgebildete Schüler war nicht anwesend, und als der Templer aus dem Fenster sah wusste er auch wohin dieser gegangen war.
Unten auf der Straße stand er, übte mit dem Schwert und erntete den ein oder anderen neugierigen Blick; die Wachen hatten ebenfalls ein Auge auf ihn geworfen. Hoffentlich gab das keinen Streit.
Schnell lief er zu ihm herunter, sah ihm etwas zu bevor er ihn mit einer Überraschung beglückte die ihn sicher unerwartet traf: "Prüfungszeit mein Freund! Folge mir." Überrumpelt und ohne widerworte nickte Rango, folgte dem trockenen Angroth und so kamen sie aus dem Südtor. Es galt nur noch ein geeignetes Wesen zu finden das sich der Prüfung aneignen würde. Nach nicht allzu langer Wanderung hatten sie auch schon ein kleines Rudel Warane ausgemacht das sich am Fluss niedergelassen hatte. Sie würden einen Sinnlosen Tod sterben, der einen Krieger des Schläfers zu Erfahrung und Kampfgeist verhelfen sollte, ihn für seine Dienste zu stärken. Ganz so sinnlos also doch nicht ... Ein Herausfordernder Blick auf Rango, der von irgendwoher ein Breitschwert hatte, dann trat der Lehrmeister in sichere Entfernung.
|
| 24.06.2003 18:34 | #356 |
| manmouse |
Am Nord- oder Ost-Tor von Gortharstadt
“ Hey ihr da, was lungert ihr da so rum. Wir dulden keine stinkenden Bettler in der Stadt.“, tönte es vor den beiden schlafenden Männern unter der Esche. Esteron und Gardiff schlugen wiederwillig die Augen auf, und blickten in das Gesicht eines älteren Soldaten.
“ Seht zu das ihr aus der Stadt verschwindet, bevor ich euch einbuchten lasse. Und tretet mir bloß nicht wieder unter die Augen."
Esteron fluchte lauthals auf. Erst ließen sie die beiden nicht aus der Stadt und jetzt wurde sie als Bettler vertrieben.
“ Na das trifft sich doch gut. Wir wollten eh gerade aufbrechen, danke das ihr so freundlich wart und uns rechtzeitig geweckt habt.“, grinste Esteron gehässig.
Der Soldat lief fast rot an. Seine Augen blitzten gehässig auf, und beim sprechen zeigte der Mann seine schlechten gelben Zähne. Seine Lippen quollen dabei Ballonartig auf.
“ Ich habe gesagt ihr sollt verschwinden. Geht mir aus den Augen“, schrie der Mann.
Esteron wollte gerade wieder etwas erwidern, als ihn Gardiff zum Glück am Kragen packte und ihn aus dem Tor zog.
“ Man was war das denn für ein Fischmaul. Hast du seinen Mund gesehen?“ Der Wanderer lächelte hämisch, als die beiden Männer aus dem Tor traten. Drehte sich noch einmal um und zog wilde Grimassen, die der Soldat zum Glück nicht sah. Dabei bemerkte der junge Mann nicht wie er rückwärtslaufend gegen einen Baum stieß und sich grummelnd die Rübe hielt.
“ Man was soll das?“, schimpfte der Wanderer über sich selbst.Wie war das? Kleine Sünden bestraft Innos sofort.
|
| 24.06.2003 19:57 | #357 |
| Rango |
Die Prüfung, südlich von Gorthar Stadt
...er hatte es geschafft, endlich war es soweit; endlich konnte er einen Schlussstrich ziehen und nun sein gelerntes endlich anerkennen und die Prüfung bestreiten.
Angroth entfernte sich langsam von dem Novizen und stellte sich nun auf einen Felsen, der Gähnend aus der Wiese herrausguckte.
Rango hatte ihm kurz nachgesehen, und richtete seinen Blick nun wieder auf die Warane. "Sechs Stück... Sechs zuviel"
Er steckte sein Schwert in den weichen Boden und stützte sich leicht ab um zu überlegen wie er am besten angreifen sollte. Mit leisen Worten auf den Lippen, huldigte er dem Schläfer und hoffte auf seine Hilfe. "Hmpf...naja wenn sich Angroth sicher ist das ich das schaffe, dann schaffe ich das auch...hoffentlich" dachte er wärend er sich zu Angroth umdrehte, der dem Novizen einen Lockeren blick hinüberwarf.
Rango war nun bereit seine Prüfung zu beginnen, und näherte sich, mit dem Schwert in der Hand, den Waranen immer mehr von der Flanke. "Niemals Angst haben; niemals weglaufen; niemals die Niederlage vor Augen haben"Er näherte sich einem Waran so weit, das dieser sich aus der Gruppe löste, und auf Rango zu watschelte. Rango holte mit rechts aus und schlug dem Tier von unten an den Hals, zögerte nicht lang und zog das Schwert noch einmal von links nach rechts, auf das hin der Waran zurückwich. Der Fischer ließ nicht ab und schwingte das Schwert von links unten, nach rechts oben, und bewegte die Waffe mit voller wucht nach unten auf das Tier, das dann zu Boden ging.Rango spürte nun wie viel Macht man durch den Schläfer erhalten kann, und ging erneut in Angriffsposition, um den zweiten sich näherten Waran niederzustrecken. Doch als er ausholte, biss ihm eines dieser Monster, das sich von hinten genähert hatte, in den Arm und zog den Novizen zu sich. Rango erschreckte sich so sehr, das er sich mit voller Wucht befreite und dem Waran ein Bein abschlug, als er zurück weichen wollte.
Er stand nun zwischen Zwei Monstern und wusste, dass er schnell handeln sollte, um nicht als Futter zu enden. "Na komm schon...komm her du Mistvieh!" Er ließ das Schwert nun wieder Schwingen und wandte sein, von Angroth gelehrtes, Wissen an. Mit einigen hieben und stichen, konnte Rango auch diesen niederstrecken. "Uuuund Nummer Zwei"
Als er nun etwas lockerer auf den nun dreibeinigen Waran zu ging, dachte er darüber nach, was sein Lehrer gesagt hatte "Gebt euch niemals euren Gefühlen hin" War Rango wütend? Nein, er war nur dem Schläfer verfallen...Der Waran versuchte trotz behindernder Verletztung, Rango zu beißen. Der Novize hatte die Macht, über das Leben des Warans und wusste nicht recht, wie er sie richtig ausspielen sollte. Wenn er nun einfach zustechen würde, wäre er seiner Wut und damit seinen Gefühlen verfallen... doch wenn er es nicht tun würde, dann würde das Tier sowieso zu grunde gehen und wohl noch viel mehr leiden. Er wollte nicht wie ein Barbar da stehen.
Etwas zögernt entschied er sich doch dafür dem Waran ein schnelles Ende zu bereiten und forderte nun ein Ende der Prüfung.
Angroth stand wie eine Statur auf dem Felsen und sah dem Novizen zu, wie er mit dem Schwert schwingte.
Rango entnahm diesem Blick, das es noch nicht das Ende seien sollte.
Er spuckte sich auf die Wunde am Arm und verieb sie. Er hoffte, dass es die selbe Wirkung wie Meerwasser hat, und wandte sich wieder dem Feind zu. "Der Feind, ja... ihr drei da seid meine Feinde und ich bin der Sumpfler, der euch ein Ende machen soll. Der Schläfer möge mich behüten..."
Rango schritt auf die Warane zu. Vor ein paar Tagen, hatte er noch Angst gehabt, zwei Blutfliegen auf einmal anzugreifen, und jetzt? Die Präsenz des Schläfers...er hatte das Gefühl das der Allmächtige ganz nah war... ganz nah bei ihm; es stärkte Rango ungemein, und er ging immer schneller auf die Monster zu.Mit einer Links-Rechts Kombination erwischte er zwei Warane gleichzeitig und schlug dem dritten von Oben auf den Körper.
Abwehrend, trat Rango einen Schritt zurück und hielt sein Breitschwert schützend vor sich. Die Hand von Schläfer leitend, streckte er nach einiger Zeit auch diese drei nieder, und fühlte sich nun besser als je zuvor. "Geschafft"Er wollte nun wieder zu seinem Lehrer den Hügel hinauf wandern und entdeckte voller entsetzten, das die Gruppe der Warane doch größer war, als er annahm. Es waren sicherlich noch dreimal so viele Monster da; Rango hatte sie nur nicht entdecken können, da der Hügel an der Stelle wo er gekämpft hatte leicht abflachte und und dann wieder etwas steiler nach unten ging.Er lief jedoch weiter, ohne sich etwas anmerken zu lassen. Angroth sollte nicht denken das Rango ein Feigling sei, und die Restlichen Tiere mit Absicht nicht angriff. "Ich bin doch nicht lebensmüde" dachte er sich und erreichte kurz darauf den Templer und wartete auf dessen Fazit...
|
| 24.06.2003 20:40 | #358 |
| Skeleon |
Vorsichtig warf der junge Dieb der Amazone einen weiteren Blick zu. Was war nur los mit ihr? War nicht letztenendes doch noch alles gut gegangen? "Was ist denn?" raunte er ihr zu.
Sie winkte nur ab und lächelte ihn etwas unsicher an. Schien als wolle sie ihn nicht damit belasten, dabei hatte er ihr doch angeboten, ja, versprochen, ihr zu helfen? Er sog scharf die Luft ein und stapfte weiter neben ihr her - was blieb ihm übrig?
Schließlich brachen sie aus dem Wald hervor und fanden sich auf der von der Abendsonne beschienenen, rot schimmernden Wiese nahe des Stadttores von Gorthar wieder. Plötzlich wurde der Junge einer Gestalt gewahr, die rückwärts gegen den einzigen Baum auf der ganzen Lichtung lief. Er musste grinsen.Dann, einen Augenblick später, erkannte er ihn als Esteron. Unweit von dem Wanderer stand Gardiff und blickte zu der Gruppe hinüber.
Nicht nur der Dieb hatte Esteron erkannt, denn plötzlich sah er Lehna an sich vorbeihuschen und auf den jungen Wanderer zu laufen. Mit offenem Armen empfing der sie und drückte sie fest an sich - Leon warf Satura einen Blick zu und schlenderte dann weiter neben ihr her, auf das hoch aufragende Stadttor zu. Unter den verwirrten aber prüfenden Blicken der beiden Gardesoldaten betrat die Gruppe die Straßen von Gorthar. Die Soldaten salutierten vor Frost, der nur schmunzelnd abwinkte - er hatte wohl wirklich Eindruck bei den Ratsgetreuen hinterlassen. Nur Augenblicke später blieb er stehen, am Fuße des Hügels, auf dem das Gotteshaus Innos' emporragte.
"Ich habe noch etwas zu erledigen. Wir werden uns sicher wiedersehen."Ohne ein weiteres Wort stapfte der dunkle Krieger den Hügel hinauf. Leon war sich, nach seinem Kampf mit Frost, inzwischen sicher, dass er jetzt nicht in Glycolus' Haut stecken wollte.
Langsam wandten sich die verbliebenen Menschen der Hauptstraße von Gorthar zu, die durch die so verschiedenen Stadtteile der Siedlung aus Stein und Holz führten. Zu beiden Seiten erhoben sich reich verziehrte Patrizierhäuser, machten wenig später abrupt Platz für einfache Backstein- und Holzhütten der Handwerker und Kaufleute Gorthar's und diese wurden dann von windschiefen Hütten, riesigen Lagerhallen und ausschweifenden Werften abgelöst.
Dem jungen Dieb schlug die salzige Meeresluft entgegen als er vor sich die Docks ausmachte. In der Ferne, umgeben von bläulichem Dunst und an manchen Stellen von tiefliegenden Wolken verdeckt ragten die Gebirge der Insel Khorinis empor. Satura blickte fast sehnsüchtig dort hinüber.
"Willst du zurück?" wisperte er der Amazone zu und sie nickte langsam. Sie wusste von seiner Abneigung gegen dieses wilde, große und gefährliche Land, das sich nun in ihrem Rücken befand.
Grinsend wandte sich der Dieb zu den anderen um.
"Noch jemand nach Khorinis?"
Esteron schüttelte den Kopf. Er hielt Lehna vorsichtig im Arm als fürchte er, sie zu zerbrechen genauso, wie sie zu verlieren.
"Ich bleibe noch eine Weile hier. Frost." Mehr brauchte er nicht zu erklären. Lehna nickte bekräftigend und Gardiff warf ein: "Ich ebenfalls. Zumindest bis Esteron wieder etwas besser auf den Beinen ist."
Der junge Dieb musterte den Wanderer von oben bis unten. Die Metallspange hatte er sich abgerissen, die Schienen an den Handgelenken gelockert und die meisten seiner Wunden waren völlig zugeheilt. Einige Tage vielleicht noch, dann wäre er wieder auf dem Damm.
Der Templer trat vor und grinste Leon etwas debil an, in seinem Mundwinkel hing ein Krautstängel.
"Ich fahre mit. Ich vermisse das Lager und habe eine Menge Arbeit zu erledigen." Sein Grinsen wurde breiter. "Außerdem geht mein Vorrat zu Ende."Dann blickte Leon zu den beiden hohen Lee'lern, doch sie schüttelten beide den Kopf.
"Wir sind hergekommen, um ein bisschen Spaß zu haben." griente Zombiebreaker. "War zwar schon ein Anfang, aber jetzt geht's erst los." fügte der Veteran hinzu. "Wir sehen uns sicher mal auf dem Hof."
Damit war es beschlossene Sache und die Gruppe löste sich in ihre Einzelteile auf.
Krieger verabschiedete sich herzlich, erst von Esteron, dem er einen freundschaftlichen Klaps auf die Schulter gab, dann wandte er sich zu Gardiff und wünschte ihm alles Gute. Irgendwie war es eine zu kurze Zeit gewesen, sagte er grinsend. Zuletzt blickte er zu Lehna, lächelte sie freundlich an und holte ihre Waffen hervor. Zögerlich nahm die Amazone sie entgegen und mit drohendem Zeigefinger sagte der Templer: "Mach aber keinen Unsinn damit. Du passt schon auf sie auf, oder?" fügte er an Esteron gerichtet noch hinzu. Satura ging ebenfalls zu Esteron und Lehna hinüber, begutachtete sie mit einer Mischung aus Mitleid und Misstrauen - sie musste daran inzwischen regelrecht gewohnt sein - und sah dann Esteron an. Sie lächelte traurig als sie seine Wunden begutachtete. "Gute Besserung und sei vorsichtig." "Wir kommen bestimmt bald nach." erwiderte der junge Wanderer nickend.
Dann wandte sich die Amazone ab und ging zusammen mit Krieger und Leon auf die Docks zu.
Wenig später standen die drei am Dock und blickten sich um. Gerade wollte der Junge losgehen, den Fischer vor sich zu bestechen, sich von seinem hoffnugslos verhedderten Netz zu trennen und sie nach Khorinis einzuschiffen, als Krieger ihm ins Wort fiel.
"Hey, lass den Alten. Ich habe ein eigenes Boot, gleich da drüben!"Er zerrte Satura und Leon mit sich die Docks entlang, über einen hölzernen Steg und blieb dann vor einem in die länge gezogenen, fast an ein Kanu erinnernden Boot stehen.
Es bot Platz für mindestens acht oder neun Menschen, je nachdem, wie dünn sie sich machten und abgesehen davon, dass ein Segel fehlte und durch einige Ruder ersetzt wurde fiel noch die attraktive, hölzerne Frauengestalt vorne am Bug auf.
Etwas verlegen grinste der Templer und wies sie dann mit einer Handbewegung an, sich zu setzen. Der Nachen wankte wild im Wasser herum und Satura ließ sich so schnell als möglich auf ihren Sitz plumpsen, dicht gefolgt von Leon und schließlich Krieger, der das Tau löste und dann vom Steg aus ins Boot sprang. Schlingernd trieb der Kahn aus dem Hafenbecken von Gorthar heraus und nur langsam beruhigte sich das Ding wieder ...
"Was hälst du davon, wenn wir zum Amazonenlager zurückfahren?" schlug Satura vor, nachdem das Boot wieder ruhig im Wasser lag. Der junge Dieb schüttelte den Kopf und grinste verschmitzt.
"Erst gehen wir zu Onar's Hof - ich habe noch 'ne Überraschung für dich. Außerdem kommen wir so noch ein Stück wegs mit Krieger, bis zu Sador's Taverne."
Die Amazone blickte ihn fragend an, doch er sagte nichts weiter sondern packte sein Ruder und begann dem Kahn Geschwindigkeit zu verleihen. Nur Augenblicke später taten es ihm Krieger und Satura gleich und sie ruderten sich langsam auf den Fjord hinaus.
|
| 24.06.2003 21:27 | #359 |
| Lehna |
Fast wäre ihr die an einem Baumstamm stehende Gestalt entgangen, weil einer der breitschultrigen Söldner im Weg stand - aber auch nur fast. Nachdem sie die Gestalt einen Augenblick lang gemustert hatte, erkannte sie Esteron. Und war nicht mehr zu bremsen...
Wie von der Blutfliege gestochen wetzte sie an den anderen orbei, um einen ihr ewig erscheinenden Moment später dem jungen Wanderer um den Hals zu fallen und ihm ausgiebig 'im Gesicht herumzuknabbern', wie der danebenstehende Gardiff es ausgedrückt hätte, wobei sie ihn fest an sich drückte, als wollte sie ihn nie wieder loslassen. Und irgendwie wollte sie das auch garnicht, zu lange war sie jetzt von ihm getrennt gewesen...
"Esteron... Wo warst du so lange?"
Lehna schluchzte leise, allerdings ausnahmsweise mal vor Freude. Sie hielt sich am Kettenhemd des jungen Wanderers fest, der sie fest an sich drückte. Endlich nicht mehr allein...
Eine Weile blieben die beiden so stehen und achteten nicht darauf was um sie herum geschah, es war unwichtig. Erst als der restliche Trupp das Stadttor schon fast passiert hatte und Gardiff sie rief, folgten sie den anderen. Am Hafen trennten sich Leon und Satura von den anderen, fuhren zurück nach Khorinis. Esteron wollte noch bei Frost bleiben, wohl wegen der Ausbildung, und Lehna würde ihn garantiert nicht schon wieder verlassen. Auch wenn sie schon langsam nichts anderes mehr wollte als raus aus Gorthar. Vielleicht sollte sie sich dieses Amazonenlager ja später mal genauer ansehen...
Aber Esteron war ihr wichtiger als jedes Lager. Sie schmiegte sich an ihn und beobachtete das abfahrende Boot, während sie darauf wartete, was Frost als nächstes vorhatte...
|
| 24.06.2003 21:39 | #360 |
| Superluemmel |
Doch anstatt den Innostempel zu betreten, marschierte Frost geradewegs an ihm vorbei in Richtung Kaserne. Auf den Straßen erledigten einige Bürger ihre letzten Geschäfte, ein paar Kinder tollten über das rauhe Kopfsteinpflaster. Die untergehende Sonne stand als kreisrunde, orange glühende Scheibe tief am Himmel, ihr Glanz wurde von den Ziegeldächern des Viertels zurückgeworfen.Schon aus einiger Entfernung konnte Frost das helle Klirren aufeinandertreffender Schwerter vernehmen. Sein Gefühl täuschte ihn nicht. Als er auf den Übungsplatz trat, konnte er ein gutes Dutzend Soldaten erkennen, die in voller Montur den Schwertkampf übten. Ein kleines Stück entfernt stand eine hochgewachsene Gestalt in schwerer Rüstung. Rabenschwarzes Haar fiel in langen Strähnen über seine Schultern auf die in der Sonne glänzende Schulterpanzerung des Harnischs, die gepanzerten Hände waren in die Hüften gestemmt. Ein verblüffter Ausdruck machte sich in Telarons Gesicht breit, als er Frosts Schritte hörte und sich daraufhin herumdrehte.
"Bei den Göttern", entfuhr es dem General.
"Ich grüße euch, General", begrüßte Frost den Anführer der gorthanischen Armee und konnte sich ein leichtes Grinsen obgleich seiner Verwunderung nicht verkneifen.
"Seid ihr es wirklich?", fragte Telaron noch immer in schierem Unglauben.Selbst nach einem herzhaften Händedruck war die Überraschung noch nicht vollständig aus seinem Blick gewichen.
"Kennt ihr noch einen anderen Frost?"
Das Grinsen des Kriegers gewann an Breite.
"Und ihr seid wirklich auf dem Göttersitz gewesen?"
Telaron schüttelte den Kopf als Frost nickte.
"Ehrlich gesagt hatte ich nicht mehr mit eurer Rückkehr gerechnet. Was habt ihr dort oben erlebt?"
Der Waffenmeister klärte den General mit einer knappen Zusammenfassung über sein Treffen mit Sturm auf. Einige Details ließ er bewusst aus. Trotz allem war das Treffen doch sehr persönlich gewesen.
"Ich habe etwas für euch", meinte Frost, nachdem er seine Erzählung beendet hatte und zog den Brief sowie das Amulett aus der Tasche.
"Ein Schreiben des Innospriesters Gycolus an seinen Freund, den Inquisitor Tannenberg", erklärte der Schwertmeister auf Telarons fragenden Blick hin."Offensichtlich ist der liebe Herr Geweihte scheinheiliger, als er zuzugeben bereit ist."
"Das ist ein schwerer Vorwurf."
Der Blick des Generals hatte sich zunehmend verdüstert. Der Gedanke, einen weiteren Verräter in der Stadt zu haben, behagte ihm sichtlich nicht. "Der Brief ist Beweis genug. Ich habe ihn noch nicht geöffnet. Falls ihr es wünscht, kann ich meinen Schüler Esteron noch als Zeugen hinzuziehen.""Ich denke das wird nicht nötig sein", knurrte der General mit finsterer Miene."Was schlagt ihr Gycolus betreffend vor?"
Frosts Mundwinkel verzogen sich zu einem verstohlenen Grinsen."Ich denke, ich werde ihm einen kleinen Besuch abstatten."
|
| 24.06.2003 21:47 | #361 |
| Tomekk |
Der Baal konzentrierte sich und baute in Gedanken einen Verschluß über den Wasserkrug auf, der auf dem Tisch stand. Seit Tagen trainierte er jetzt schon das magische Verschließen, doch bisher ohne Erfolg. Der Verschluß bildete sich vor seinem geistigen Auge und legte sich auf die Öffnung des Wasserkruges. Die Magie begann, durch seinen Körper zu fließen und er spürte, wie er etwas schuf... oder war das nur Einbildung? Langsam streckte er die Hand aus, nahm den Krug und kippte ihn langsam. Wasser fiel auf den Boden, wo sich inzwischen schon eine große Fütze angesammelt hatte. Wieder ein Fehlschlag. Tomekk seufzte.
Trotzdem gab er nicht auf und konzentrierte sich wieder. In Gedanken bildete er einen magischen Schild und setzte diesen auf den Krug, welches sofort luftdicht verschlossen wurde. In Wirklichkeit tat sich jedoch nichts sichtbares. Tomekk atmete durch, nahm den Krug vom Tisch auf und kippte ihn um... zunächst plätscherte es kurz, und er dachte schon, es hätte wieder nicht funktioniert, doch dann sah er, dass das Wasser den Krug nicht verließ. Es sah nun so aus, als ob das Wasser im Krug schweben würde. Tomekk lachte laut auf vor Freude.
Schnell war er beim Fenster und öffnete es. Nun nahm er einen Apfel vom Tisch und warf diesen durchs Fenster. Der Apfel flog durchs Fenster, wie man es erwartete, und traf unten einen Passanten unglücklich am Kopf, was zwar nicht geplant gewesen war, aber auch nichts machte. Manchmal verlangte die Forschung halt ihre Opfer, und manchmal auch von völlig Unbeteiligten. Tomekk wirkte wieder den Zauber und nahm einen zweiten Apfel zur Hand, den er abermals durch das Fenster werfen wollte. Diesmal prallte der Apfel jedoch zwischen dem Fensterrahmen auf ein unsichtbares Hinderniss und zerbarst in tausend Stückchen, die sich sofort gleichmäßig im ganzen Zimmer verteilten. Da würde die Putzfrau aber was zu tun haben.
Immer wieder traf ein Apfel auf den magischen Verschluß des Fensters und inzwischen konnte man sich im Raum kaum noch bewegen, ohne auf die Apfelstückchen zu treten. Wieso funktionierte das nicht? Tomekk konzentrierte sich und warf dann den nächsten Apfel in Richtung Fenster. Eigentich war es ja Verschwendung, aber was sollte es? Die Äpfel gingen sowieso auf Angroths Rechnung, und der Templer schuldete ihm noch genug Gold. Auch dieser Apfel zerbarst und gesellte sich zu seinen Vorgängern. Wieso schaffte er es nicht, den magischen Verschluß wieder aufzulösen?
Wütend konzentrierte sich Tomekk wieder und machte einen Fehler. Statt zu versuchen, den magischen Verschluß aufzulösen, wirkte er einen zweiten auf dasselbe Fenster. Na super, jetzt waren schon zwei magische Barrieren dort, wo er eigentlich keine mehr haben wollte. Vor Wut griff er einen Apfel und warf... DURCH das Fenster hinaus auf die Straße. Wie war das denn möglich? Tomekk kam aus dem Staunen gar nicht mehr raus, bis er auf die Lösung kam, die eigentlich sehr naheliegend war: Zwei magische Verschlüße vom gleichen Magier hoben einander auf. Na klar, sie waren ja quasi identisch, und bei zwei gleich großen Wellen im Wasser konnte man auch beobachten, dass diese sich aufhoben, wenn sie einander trafen.
Nun sah Tomekk sich aber, nachdem die Freude etwas abgeklungen war, im Zimmer um und meinte, dass eine Putzfrau dringend notwendig war. Außerdem mußte er sowieso wieder in den Sumpf zurück, um seinem Meister von seinem Durchbruch zu berichten. Tomekk nahm noch schnell den Wasserkrug mit, verließ dann das Zimmer und ging ins Zimmer der anderen beiden. Dort kritzelte er hastig eine Notiz auf ein Stück Pergament, in dem er sich für seinen hastigen Aufbruch entschuldigte, und beschwehrte das Pergament auf dem Tisch mit dem Wasserkrug. Wenn einer der beiden daraus Wasser trinken wollte, würde er ein Wunder erleben, dachte sich Tomekk grinsend, denn den magischen Verschluß ließ er auf dem Gefäß. Schnell hatte er den Zauber gewirkt und verschwand, nur etwas grünen Rauch hinterlassend, von der Bildfläche.
|
| 24.06.2003 22:18 | #362 |
| Waldläufer |
Glücklich und (zumindest teilweise) vereint im Gortharer HafenDa standen sie nun, der Rest der Gruppe blickten dem davon schippernden Schiff mit ihren Freunden hinter her. Eine leichte Brise ließ ihre Haare tanzen und erfrischte ihre Haut welche durch die Hitze mit winzigen Schweißperlen bedeckt war.
„Na da waren doch alle mal wieder beisammen.“ murmelte Gardiff vor sich hin und strich sich eine Strähne aus dem Gesicht. Ihn würde es gewiss auch nicht mehr lange hier halten. Entweder würde er sich in die Wälder von Gorthar zurück ziehen und das Land erkunden oder, und das wäre ihm lieber, er würde das nächste Schiff nach Khorinis nehmen nach dem er mit Frost zusammen getroffen war. Es war reichlich an der Zeit mal wieder auf der anderen Insel nach dem Rechten zusehen.
„So Rest...“ wand sich der Waldstreicher an die Zurückgebliebenen. „ und was machen wir jetzt ? Hier warten bis Frost wieder kommt? Däumchendrehen oder hat jemand einen anderen produktiven Vorschlag ?“
|
| 25.06.2003 14:56 | #363 |
| Todesfürst |
Am nächsten Morgen....
Nach der doch recht ruhigen Nacht musste heute wieder gearbeitet werden. Gestern hatte er total verpennt, war sehr spät aufgestanden und dann hatten die anderen auch keine Lust zu arbeiten. Naja fast, Prix war noch dabei die Gegenstände des Wolfes richtig zu bearbeiten. Eine mühsame und so wenig einbringende Arbeit, die ihm aber Spaß zu machen schien. Ra übte sich im Dolch werfen, wobei er auf einen Apfel zielte, der an einem Stamm befestigt war und schien auch keine Lust auf Arbeit zu haben. Aber es musste noch was gemacht werden, es sei denn sie konnten ohne Feuer auskommen und das war nunmal nicht so. Aber das wollten sie erst am späten Nachmittag machen, da es schon wieder so verdammt heiß gewesen war. Am Ende verbrachte man den Mittag und den Nachmittag an dem großen Fluss, nicht dem kleinen Bächlein. Da konnte man sehr gut schwimmen und so wurde das eigentlich mehr ein Spielttag als ein Arbeitstag. Aber so was musste manchmal auch sein und es war recht schön mal wieder bei dreckigen Kneipenwitzen und persönlichen Unterhaltungen Spaß zu haben.
Am Abend wurde dann noch der gefällte Stamm in seine Einzelteile zerlegt und so hatten sie auch genug Feuerholz für die nächsten Tage. Der Fürst hatte Hunger, hatte er doch letzten Abend nichts gegessen und so wurde der Wolf entgültig abgenagt.
Heute sollte Fischen auf dem Programm stehen, Prix hatte die beiden gestern gefragt und beide hatten nichts dagegen mal was anderes als Fleisch zu essen. Klar mag es sehr nährstoffreich sein aber auf Dauer ist es nicht nur sehr eintönig, der Fürst wusste auch, was viele nicht wussten, dass übermässiger Fleischverzehr nicht gesund ist. Außerdem war Fisch seine Leibspeise, am liebsten mit Kräutern. Dabei fiel ihm Satura ein, die anscheinend ne Menge davon verstand. Doch die Vergangenheit lag hinter ihm, wenn da nur nicht diese verdammte Krankheit wäre, dieses Virus.
Doch gerade als er dran denken wollte, holte ihn Ra mit einer Gemüsefrage zurück. Eigentlich verrückt, dass eine so simple Frage ihn vor etwas schlimmen bewahrt hatte. Er durfte nicht so oft an die Vergangenheit denken.
Als er am Morgen das Zelt verließ war der schöne Tag schon wieder in weiter Ferne. Sein Rücken schmerzte, als ob tausend rote Waldameisen gerade ihre Giftdrüsen einsetzen würden. Kurz und knapp, er hatte sich einen fetten Sonnenbrand zugelegt. Und das hier. Sowas war ihm ein paar Mal als Kind in Khorinis passiert, vielleicht einmal pro Sommer aber das er hier einen Sonnenbrand bekommen könnte hätte er nicht gedacht. Prix war schon da und hielt drei Speerähnliche Stäbe in die Höhe um sie zu polieren. Damit wollen wir heute mal was leckeres fangen , war seine Begrüßung. Ein schmerzverzerrtes Gesicht antwortete Guten Morgen und ließ sich dann auf einen Holzschemel fallen. Nun fehlte nur noch der ehemalige Bandit.
|
| 25.06.2003 15:18 | #364 |
| Superluemmel |
Das Tappen der ledernen Stiefel auf den spiegelnden Marmorfliesen hallte im gesamten Kirchenschiff wider. Frost bemühte sich erst gar nicht, lautlos aufzutreten. Er war nicht gekommen, um sich unauffällig zu verhalten. Festen Schrittes marschierte er geradewegs auf den Altar im hinteren Bereich der Halle zu. Ein rotes, mit goldenen Stickereien verziertes Tuch lag über dem Steinblock, eine tönerne Schale stand einsam in der Mitte der Altarplatte. Der Anblick erinnerte Frost daran, wie lange er schon nicht mehr gespendet hatte. Und wenn er ehrlich war, bereute er es auch nicht weiter. Der Gedanke ließ ihn schmunzeln. Vieles mochte sich verändert haben, doch die Priesterschaft Innos' würde sich wohl nie ändern. Sie waren immer noch die selben Honigschmierer wie vor gut zwanzig Jahren.
Gerade als Frosts wachsame Augen einen winzigen, rostroten Fleck auf dem Sockel des Altares erspähten, hörte er Schritte. Ein schmales Lächeln umspielte seine Mundwinkel, als er sich umwandte und direkt in das paustbäckige Gesicht eines Priesters blickte. Wie viele Geweihten der Priesterschaft strahlte auch dieses Exemplar eine leicht überhebliche Aura aus. Auf manche mochte sie erhaben wirken, Frost empfand sie einfach als arrogant. Die Mundwinkel des Priesters waren ein Stück zu weit nach unten verzogen, das Kinn ein Stückchen zu weit nach vorne gereckt.
"Spart euch euren Segen", begann Frost das Gespräch noch immer geheimnisvoll lächelnd, als sich die Brust des Priesters leicht aufblähte und er zu einer Begrüßung ansetzte.
Einen Augenblick lang weidete sich der Waffenmeister an dem Ausdruck völligen Unverständnisses im Gesicht Glycolus', dann begann er langsam, um den Mann herumzuschlendern. Unmerklich schob sich seine hinter dem Rücken liegende Hand zu dem Brief. Bei Gelegenheit musste er sich bei Satura für den Gefallen revanchieren, auch wenn sie ihm wohl eher unbewusst geholfen hatte. Ihrer Erleichterung nach zu urteilen hatte er selbst ihr wohl einen um einiges größeren getan. Doch konnte sie ja nicht wissen, wie wichtig das Dokument war."Tauben fliegen wirklich schnell und sind in der Regel auch durchaus zuverlässig", sprach der Krieger, während er den Priester weiterhin wie ein hungriges Raubtier umkreiste. Seine Finger schlossen sich um das rauhe Papier des Briefes.
"Doch haben auch sie Feinde", fuhr er fort, "Falken sind gewandte Jäger und die Natur hat die Angewohnheit, den Willen einzelner Menschen nicht weiter zu beachten. Was wäre also, wenn das Täubchen sein Ziel nicht mehr erreichen kann?"Frost fuhr herum, der Brief lag wie eine zum tödlichen Stoß erhobene Waffe in seiner Hand.
"Dieser Brief trägt euer Siegel. Und er ist an einen gewissen Inquisitor Tannenberg adressiert."
Glycolus Unterlippe begann zu beben. Auf einmal wirkte er nicht einmal mehr halb so selbstsicher wie zuvor.
"Ihr wisst doch sicherlich, dass die Inquisition als Feinde der Stadt einzustufen ist?"
|
| 25.06.2003 16:46 | #365 |
| Todesfürst |
Im gorthanischen Wald
Nach kurzer Wartezeit kam auch Ra aus seinem neuen Zelt und gähnte müde. Endlich war er mal nicht der letzte, sondern ein anderer musste er mit einem Grinsen denken und begrüßte den noch etwas schläfrigen Ra mit Guten Morgen du Langschläfer Der grummelte nur rum und blickte sich etwas suchend nach etwas um, schien es aber nicht zu finden. Der Fürst reichte ihm seine Wasserflasche, die er gestern aufgefüllt hatte und diese Idee fand wohl mehr Anerkennung bei Ra als seine Begrüßung. Als er sich aus dem Gesicht die Schlafkörnchen gewaschen und einen Schluck getrunken hatte, schien er schon wieder ganz anders drauf zu sein und schaute nun angespannt in die Gruppe. Na dann kanns ja losgehen sagte Prix und schmiss jedem einen dieser speerähnlichen Stöcke zu. Lange Zeit musste er grübeln, doch ihm fiel kein passender Name für die Dinger ein und so beließ er es bei Speer. Die Gruppe nahm aber trotz der Dinger ihre Waffen mit, denn man weiß nie, was so im Wald herumläuft und wer lässt schon seine Waffen einfach so im Wald liegen?
Nachdem sie ein kurzes Stück gegangen waren blien Prix an einer Lichtung stehen und gab einige Zeichen von sich. Zuerst dachte er, Prix hatte etwas gesehen und rechnete mit einem Überfall von Banditen, doch diese Halsabschneider blieben ihnen zum Glück erspart. Prix zeigte mit dem Finger auf einen Baum, doch da war nichts. Erst als die Gruppe ganz nah am Stamm war, konnte man eine klebrige Masse erkennen. Gelblich, braun, teilweise auch grün hing das Zeug aus einem kleinen Loch im Stamm. Es floß nicht, war nach wenigen Zentimetern stehen geblieben, doch war wohl noch viel mehr im Stamm. Erst jetzt schaute der Gildenlose auch, was das für ein Baum war, es handelte sich um eine Kiefer. Was war das eigentlich für ein komischer Nadelwald. Kiefern, Tannen, Pinien, mal Laubbäume, mal Hecken. Schon komisch, was es hier alles gab, aber solange die Bäume nicht auch auf die Idee kämen ihn anzugreifen wäre es ihm nur Recht, schließlich ist eine Artenvielfalt immer was schönes, weil sie so verschiedene Sachen bietet. Prix griff an seinen Gürtel und holte eine kleine Axt heraus, nicht so ein klobiges Ding wie zum fällen, sondern ganz klein, allerdings trotzdem scharf.
Geschickt schlug er etwas von der Rinde ab und bald kam das ganze klebrige Zeug zum Vorschein. Was ist das für ein Zeug? fragte Ra erstaunt und mit einer gewissen Art von Ehrfurcht, doch Prix lachte ihn nur an und entgegnete. Harz, frisches Harz. Das Zeug ist extrem vielseitig verwendbar. Zum stopfen von undichten Stellen oder auch zum versüssen der Luft. Aber am besten ist es für Fackeln, benetzt mit Harz brennt das Feuer viel stärker und ist fast nicht mehr auszukriegen. Sehr nützlich, z.B. wenn man nachts durch den Wald gehen muss. Erstaunt über die Erklärung musste Ra nur ungläubig nicken. Anscheinend hatte er nicht damit gerechnet, dass das so komisch aussehende Zeug so nützlich sein konnte. Prix nahm einen kleinen Behälter aus Ton und führte das Harz mit einem Stock dort hinein. Danach reinigte er alle Gegenstände, weil sie sonst sehr schwer wieder sauber werden würden und verstaute das Gefäß. Entschuldigung für die kleine Zwischenaktion, aber Harz bekommt man nicht so häufig und man kann schwer alle Stämme aufschlagen, das geht nicht. Also weiter, wir wollten doch fischen.
|
| 25.06.2003 18:00 | #366 |
| Die Inquisition |
Glycolus musterte sein Gegenüber misstrauisch, der stechende Blick seiner kleinen Augen wanderte vom Gesicht des Kriegers über die finstere Rüstung bis zum Brief in seiner Hand. Diese verdammte kleine Schlampe Satura...Trotzdem, viel bringen würde es ihr nicht. Recht schnell gewann Glycolus die Fassung wieder, er sah dem Krieger vor ihm ungerührt in die eisblauen Augen und strich sich nachdenklich mit der Hand über sein Kinn.
„Und?“, fragte er schließlich. Obwohl das Gesicht des Kriegers vor ihm ausdruckslos blieb, vermutete Glycolus doch, dass Frost – wer sonst sollte der Kerl sein, wenn nicht Frost? – eine etwas andere Antwort erwartet hatte.„Es ist nicht Angelegenheit der Stadt, wem ich Briefe schreibe, sondern Angelegenheit der Kirche. Wenn Ihr Euch darüber bei irgendwem beschweren wollt, dann tut dies im Kloster von Khorinis bei Bruder Pyrokar, und nicht bei mir.“Der Priester wandte sich ab, verschränkte die Arme und ging langsam um den Altar herum, als wäre die Angelegenheit für ihn erledigt, bevor er sich einen Moment später wieder zu Frost umdrehte.
„Die Stadt hat mit den Angelegenheiten der Kirche nichts zu schaffen. Und nebenbei... Von welchem Brief redet Ihr?“
Ein schmales Lächeln zeichnete sich auf den Dünnen Lippen des Priesters ab, als sich zischend ein Feuerpfeil aus den Fingern seiner rechten Hand löste. Einen Lidschlag später ging das Schriftstück in Frosts Händen in Flammen auf, die sich schnell weiterfraßen und bald das Siegel verschlungen hatten, ebenso wie mittlerweile fast drei Viertel des Briefes.
„Ich danke Euch für Euren Besuch, Frost. Es hat mich gefreut, einen Mann wie Euch in meiner Kapelle begrüßen zu dürfen.“, sprach Glycolus mit einem spöttischen Lächeln weiter, wobei er den Schwertmeister noch immer abschätzende musterte.
„Doch nun muss ich mich wieder um die wirklich wichtigen Angelegenheiten kümmern. Einen schönen Tag noch, möge Innos Euch schützen.“
Das Lächeln verschwand, an seine Stelle trat ein ausdrucksloses Desinteresse. Ohne Frost weiter zu beachten drehte der Magier sich um und ging langsam in Richtung der Tür, aus der er gekommen war...
|
| 25.06.2003 18:49 | #367 |
| Todesfürst |
An nem tosenden Bachlauf...
Nun ließ sich die Gruppe nicht mehr aufhalten und ging zielstrebig hinter Prix hinterher. Dieser führte die Gruppe zu einem Bach, allerdings war es nicht die Stelle, wo sie sonst immer waren um sich zu waschen oder um ihre Wasservorräte aufzufüllen, sondern es war ein weites Stück weiter oben. Hier war das Wasse viel wilder und schneller, der Bach verwandelte sich in ein reißenden Bach und die Uferstellen wurden wilder, zerklüfteter und ähnelten an das Schlachtfeld, wo dieses Wurmkäferdings wie auch immer war. Nur waren Bäume und der Bach in der Nähe, das war der Unterschied.
So, da wären wir. Hier ist die beste Stelle um zu fischen. Eine Garantie gibt es aber nicht, mal findet man hier Stunden keinen einzigen Fisch und mal fängt man drei Stück in einer halben Stunde. Also erwartet mal nicht zuviel. Die beiden nickten und Prix nahm dann den "Speer" und fuchtelte damit herum. Er erklärte ihnen wie man richtig damit umgeht, aber ehrlich gesagt verstand der Gildenlose kein Wort, trotzdem lauschte er den Worten des Jägers. Als er fertig war lehnte er sich über einen Stein am Ufer und schaute ins Wasser. Die beiden standen hinter ihm und sahen ihm bei der Tätigkeit zu, allerdings wurde das ziemlich langweilig nach zehn Minuten. Doch keiner traute sich was zu sagen. Dann auf einmal schmiss er den "Speer" in das treibende Wasser. Nach einem prüfenden Blick ins Wasser sprang er in die Stelle, wo die Waffe einschlug. Nach circa 20 Sekunden tauchte er wieder auf und hatte in der Hand neben dem "Speer" auch einen Fisch, der auf dessen aufgespießt war.
So habt ihr gesehen wie man das macht? Einfach das Wasser beobachten und wenn man einen Fisch sieht gut gezielt werfen. Wenn man Glück hat, trifft man den Fisch, wenn nicht...dann nicht.
Die beiden nickten wieder nur, was langsam normal wurde und nahmen dann ihre beiden "Speere" und gingen zum Ufer.
Der Fürst wollte unbedingt einen Fisch treffen und konzentrierte sich auf die Wasseroberfläche um sorgsam jede Bewegung zu sehen. Dann, es vergingen wohl wieder zehn Minuten, entdeckte er einen länglichen Schatten, der sich im Wasser schnell fortbewegte. Er wartete ruhig bis der Schatten in Wurfweite war und zielte dann. Nachdem die Waffe im Wasser verschwunden war, tauchte auch er danach, allerdings musste er feststellen, dass kein Fisch dran hing. Enttäuscht tauchte er wieder auf und sah zu Prix.
Ich sag doch, man kann nicht immer treffen, gerade beim ersten Mal. Also lass den Kopf nicht hängen und versuchs nochmal.
Ra hatte mittlerweile auch schon einen Versuch gehabt, traf aber auch nichts.Nach langer Wartezeit kam dann wieder ein Schatten vor ihm auf. Diesmal wollte er unbedingt treffen und konzentrierte sich noch mehr und als er warf, da traf er auch, allerdings keinen Fisch, sondern einen Lederbeutel wie er nach dem Tauchen feststellte.
Gespannt schauten sie alle auf das lederne Ding und waren gespannt auf den Inhalt. Der Beutel war aus Schafsleder und gut verschnürt, doch mit wenigen, geschickten Griffen gelang es doch. In dem Ding war eine Phiole mit einer grünen Flüssigkeit, allerdings stand nichts darauf und es befand sich auch kein Zettel in dem Beutel. Da er nichts riskieren wollte verschnürte er den Beutel wieder und steckte ihn dann in seinem größeren Allesbeutel. Es wäre lebensmüde gewesen eine Flüssigkeit zu trinken oder auch nur dran zu riechen, wenn man nicht wusste was es ist. Irgendwann könnte er die Phiole vielleicht noch brauchen, doch bis dahin sollte er sie einem erfahrenen Alchemisten zeigen. Der Fund war so toll, dass es den Frust über den erfolglosen Fischfang wegspülte, wie der Bach es tat. Ra hatte hingegen das Glück noch einen kleinen Fisch zu fangen, doch der Gildenlose empfand keinen Neid, sondern war Stolz auf den jungen Banditen. Um das Glück perfekt zu machen hatte Prix es tatsächlich geschafft noch einen weiteren Fisch aufzuspießen und so hatte jeder der Drei einen Fisch für sich allein.
So war jeder glücklich und die Stimmung auf dem Rückweg ins Lager war heiter und gelassen.
|
| 25.06.2003 18:52 | #368 |
| Superluemmel |
Doch statt wütenden Schritten erscholl in Glycolus' Rücken nur ein leises Lachen.
"Schade, wirklich zu schade", lachte Frost, während die Asche des zerstörten Briefes zwischen seinen behandschuhten Fingern hindurchrieselte. "All die Arbeit umsonst."
Zu Glycolus' Verunsicherung lag in Frosts Stimme nur ein Hauch spöttischen Bedauerns.
"Dabei hatten sich Telarons Leute wirklich Mühe gegeben. Er sah verblüffend echt aus, findet ihr nicht?", meinte Frost mit einem traurigen Blick auf den Aschehaufen zu seinen Füßen.
Er besuchte nicht ohne guten Grund den Priester erst heute. Schlagartig verhärtete sich seine Miene, als er auf den Verräter zutrat."Die Zeit der Spielchen ist vorbei, Glycolus. General Telaron weiß längst Bescheid über euren Verrat. Ihr mögt zwar Recht haben, was die Geschäfte eures Ordens anbelangt. Doch sobald ihr die Gesetze der Stadt überschreitet, werden sie zu einer städtischen Angelegenheit. Ihr seid angeklagt, mit der Inquisition zu kollaborieren und das Land verraten zu haben. Soll ich erst die Soldaten hereinrufen, oder kommt ihr freiwillig mit?"
Frosts Tonfall war noch immer freundlich, aber der Glanz seiner Augen verriet, wie es um den Wahrheitsgehalt der guten Miene stand.
|
| 25.06.2003 19:06 | #369 |
| Die Inquisition |
Glycolus blieb stehen und drehte sich langsam um, wobei er ein wenig den Kopf schüttelte. Entweder Frost bluffte, oder er hatte tatsächlich noch den echten Brief. Abschätzend musterte der Priester den Waffenmeister vor ihm – mal wieder. Der Kerl schien nicht nur etwas gegen die Inquisition zu haben sondern auch gegen die Kirche Innos, den Orden der Feuermagier. Eines Tages könnte ihm das noch das Genick brechen...
„Dann zeigt mir doch was Ihr habt, ansonsten muss ich Euer Geschwätz als leere Drohung auffassen. Und versprecht Euch nicht zu viel vom Rat einer einzelnen Stadt – die Kirche Innos hat weitaus mehr Bedeutung.“
Ein schmales Lächeln huschte über die Lippen des Priesters, während er Frost wartend ansah.
„Also?“
|
| 25.06.2003 19:41 | #370 |
| Superluemmel |
"Ich kann euch mit Freude ein lauschiges Plätzchen zeigen. Einzig und allein die Aussicht lässt zu wünschen übrig - Die Gitterstäbe stören etwas."Wie aus Zufall klappte Frosts Mantel flappend auseinander, das Licht der Kerzen brach sich funkelnd auf den stählernen Griffen der beiden Schwerter. "Der echte Brief befindet sich sicher verwahrt in General Telarons Besitz. Es steht euch natürlich frei, meinen Worten Glauben zu schenken oder nicht. Allerdings ist das eure letzte Gelegenheit, diesen Konflikt friedlich zu beenden. Ich habe das Gefühl, dass die Soldaten weniger freundlich sein werden. Offensichtlich haben sie es nicht sonderlich gern, wenn sie betrogen werden."Der Blick des Priesters huschte gehetzt zum Tempeleingang. Frost registrierte die Reaktion, ohne sich zu rühren. Doch innerlich bereitete er sich auf ein blitzschnelles Eingreifen vor. In seinem derzeitigen Zustand war Glycolus unberechenbar.
Nun, er würde schon sehen, was er davon hatte, ihn anzugreifen oder einen Fluchtversuch zu unternehmen. Die Soldaten vor dem Tempel warteten nur darauf, dass etwas schief ging. Ebenso wie die beiden am Hintereingang.
|
| 25.06.2003 20:22 | #371 |
| Die Inquisition |
Gloycolus rieb sich nachdenklich das Kinn. Hmm, Soldaten hatte der Fritze draußen postiert? Dummerweise bestätigte ein Blick zum Haupteingang, dass Frost nicht log.
„Bartolus!“, rief Glycolus plötzlich, woraufhin ein kleiner, schmächtiger Novize angelaufen kam, der sich zuerst verwirrt umsah, seinen Blick dann aber auf den Priester richtete. Dieser lächelte ein wenig amüsiert. Braves Hündchen...„Bartolus, du musst eine dringende Botschaft an den Rat der Feuermagier auf Khorinis überbringen. Dieser nette Herr hier hinter mir will mich unbedingt festnehmen wegen irgendwelcher Sachen. Nun ja, bitte den Rat dass er mal ein paar Leute schickt um die Sache näher zu betrachten.“
Bartolus nickte eifrig und starrte Glycolus an, als wollte er unbedingt noch mehr Aufgaben möglichst schwierig und schmerzvoll. Der Priester jedoch nickte nur, und nach einer Sekunde des Zögerns lief der Novize los. „Nun denn...“, wandte sich Glycolus wieder an Frost, seine Hand wanderte in die Tasche seiner Robe und brachte eine Licht – und eine Elementarpfeilrune zum Vorschein, die der Magier behutsam auf dem Altar platzierte.„Einer der Novizen wird die Runen schon mitnehmen. Von mir aus können wir gehen.“
Der Priester verschränkte die Arme und ging langsam, mit derselben würdevollen Gangart, die auf manche Leuchte arrogant wirkte, als würde er vor die versammelten Gläubigen treten, in Richtung Tor, wo bereits die Soldaten warteten sowie eine verwunderte Novizen. Nun denn, Frost und Telaron würden schon sehen, was sie davon hatten, sich mit der Kirche Innos’ anlegen zu wollen...
|
| 25.06.2003 20:54 | #372 |
| Todesfürst |
Im gorthanischen Wald
Sie waren schon fast beim Lager da wurde die heitere Stimmung gestört. Die Fische, die alle drei an einem stabilen Stock hingen, merkten davon nichts, aber alle drei Wanderer. Diesmal merkte sogar sie es, nicht nur Prix, denn das Geräusch war unüberhörbar. Schnell sprinteten sie Richtung Lager zurück um nachzusehen, was da los war, doch dort angekommen sahen sie nichts, doch die Geräusche klungen nicht ab. Doch wenn es nicht im Lager war, wo dann?Die Gruppe legte die Fische ab und war bereit die Waffen zu ziehen, doch zuerst mussten sie denn Feind kennen. Die Gruppe beschloß sich zu teilen und durchsuchte die Büsche und Sträucher ums Lager. Prix fand nichts, er selber fand nichts, aber Ra schien heute seinen Glückstag zu haben, oder besser gesagt seinen Pechtag, wie mans sieht. Dabei hatte der Tag doch so "uninteressant" für ihn begonnen. Er schrie durch den Wald, dass er etwas gefunden hatte. Sofort eilten die anderen zu ihm und sahen sich um, doch was sie sahen war doch recht ungewöhnlich. Zwei Wölfe bekämpften sich gegenseitig und gaben dabei seltsame Geräusche von sich. Neben dem typischen Grollen auch komische Grunz und Flehlaute drangen an ihr Ohr.
Die beiden Kampfhähne nahmen sie gar nicht wahr, sondern kämpften einfach weiter. Das war ihr Pech, denn einer der Wölfe hatte eine seltsame Färbung am Fell. Eine sehr schöne Färbung, ein Zufall der Natur sicherlich, aber dennoch war Prix scheinbar an dem Fell interessiert, zumindest legte er einen Pfeil auf die Sehne seines Bogens.
Doch der Fürst hatte irgendwie Mitleid mit dem Wolf und außerdem hatten sie ihr Essen für heute schon.
Nein Prix, schiess nicht, wir haben doch schon unser Abendessen.Aber das Fell interessiert mich
Ach komm lass gut sein, denk an deine eigenen Worte: Man soll der Natur nicht zuviel wegnehmen, sonst holt sie es sich doppelt zurück.
Hmm, na gut du hast ja Recht, also zurück zum Lager, hab heute schon genug Zeug gefunden.
Damit meinte er sicherlich das Harz von heute Mittag. Zufrieden über die Entscheidung gingen sie dann zum Lager zurück.
Dann began das übliche Prozedere, Prix nahm die Beute aus, was bei den Fischen deutlich schneller ging, er machte das Feuer und Ra wusste nicht so Recht was er machen sollte, doch dann half er Prix beim ausnehmen.
Die Schuppen glitzerten silbern in der untergehenden Sonne und bald waren die Fischchen schuppenfrei. Danach mussten sie nur noch über das Feuerchen gehängt werden und nun hieß es mal wieder warten. Prix zog seine Pfeife und nahm einige tiefe Züge, Ra rauchte seine Stengel und der Fürst, er hockte da und dachte nach, allerdings nicht über seine Probleme, sondern über die Zeit hier und was sie alles machten.
Dann fing Prix an zu erzählen, vorallem wie er unsere "Leistungen" am Bach empfand.
|
| 25.06.2003 21:01 | #373 |
| Superluemmel |
"Vermutlich werdet ihr in Bälde Besuch von einigen Feuermagiern bekommen", warnte Frost den General von Gorthar vor.
Doch Telaron zuckte nur mit den Schultern und kippte den verbleibenden Inhalt des Wasserschlauchs über seinem Kopf aus.
"Die sollen nur kommen", schnaubte er, während er sich die nassen Haare aus den Augen wischte und prustend den Kopf hob.
Dann griff er nach einem Handtuch, um sein Gesicht abzutrocknen. Plätschernd lief das Wasser in eine schmale Abflussrinne, die direkt zu dem nahen Becken des Kriegshafens führte.
"Der Brief ist Beweis genug. Falls sie wirklich Ärger machen sollten, kann ich mich darauf verlassen, dass diese Frau von der ihr spracht...""Satura", half Frost Telaron auf die Sprünge, welcher daraufhin nickte und weitersprach.
"... uns mit ihrer Aussage unterstützt?"
"Garantieren kann ich für nichts. Ich kenne sie nicht allzu gut, aber ich denke trotzdem, dass sie euch helfen würde. Sie ist gestern zurück nach Khorinis gesegelt, doch falls ihr es wünscht, würde ich ihr nachsetzen."Der General winkte ab.
"Ich glaube nicht, dass das nötig ist. Selbst die Kirche muss sich an die Gesetze des Landes halten. Glycolus scheint da anderer Meinung zu sein, doch er wird sehen was er davon hat. Die Inquisition hat unsere ehrenwerten Ratsherren auf dem Gewissen, indem er ihr half, macht er sich mitschuldig. Wer weiß, vielleicht wusste er sogar von dem geplanten Mord?"
Inzwischen waren seine Haare wieder halbwegs trocken. Nachdem er den Harnisch angelegt hatte, kehrte er zusammen mit dem Schwertmeister auf den Exerzierplatz zurück.
"Wie dem auch sei, ich bin euch überaus dankbar dafür, dass ihr diesen Verräter entlarvt habt."
"Es war eher Zufall. Bedankt euch bei Gelegenheit bei Satura - Ohne sie wäre ich gar nicht erst an den Brief gekommen."
"Richtet ihr meinen Dank aus, falls ihr sie treffen solltet."Ein Offizier näherte sich und Telaron wechselte einige kurze Worte mit ihm, bevor er sich erneut an Frost wandte.
"Sie ist in der Stadt jederzeit willkommen. Ich würde sie gerne einmal kennenlernen. Immerhin muss ich ja wissen, wer uns da vor einem weiteren Verrat bewahrt hat", meinte Telaron mit einem warmen Lächeln.
"Falls ihr noch etwas benötigt, wisst ihr wo ihr mich findet. Die Wachen werden euch einlassen, falls ihr in die Burg wollt. Doch entschuldigt mich jetzt bitte, es gibt Neuigkeiten aus Utanyeat."
Frost nickte und machte sich dann auf den Weg zum Hafen, wo Esteron und Gardiff auf ihn warten wollten. Utanyeat. Der Krieger hatte von der Grafschaft gehört. Seltsame Ereignisse in der dortigen Festung verängstigten die Bevölkerung. Angeblich trieb ein Dämon sein Unwesen in der Burg. Eine Paladine waren aufgebrochen, um dort für Ordnung zu sorgen, doch schienen selbst sie den finsteren Mächten nicht gewachsen zu sein. Der Fall war es wert, weiterhin verfolgt zu werden...
|
| 25.06.2003 21:17 | #374 |
| Zombiebreaker |
Da standen sie nun,die zwei hohen Leler, am Hafen einer ihnen unbekannten Stadt. Den ganzen Tag waren sie auf und ab gelaufen. Hatten Menschen gesucht aber keine gefunden,wollten Vögel fliegen sehen und doch bekamen sie nur die schwarzen Wolken vor die Augen geschoben.
Die Wildniss war ein einziges Paradies,doch diese Stadt schien Blade und Zombiebreaker nicht geheuer zu sein.
"Komm Blade,gehn wir wieder zurück,"forderte Zombiebreaker Blade auf."Was zurück zum Hof?"
"Aber ´nein wo denkst du hin? Raus in den Wald,dort wo die Daemonen rumlaufen."grinste Zombiebreaker frech...
und so verließen sie ein weiteres mal die Stadt um die Gehfahr zu suchen.Um ihre ZWeihandäxte in Blut etrinken zu lassen und um unabhängig die Stunden verbringen zu können.
Allein und auf sich alleine gestellt,ja das gefiel den Beiden.Sollten sie trotzdem im gorthanischen Wald sterben,können sie trotzdem mit sich zufrieden sein,denn dann haben sie die Bestätigung,die Gefahr gefunden zu haben.
Mit den Sonnenstrahlen im Rücken und einer gehörigen Portion motivitation,stapften sie dem Wald entgegen...
Alleine...
|
| 25.06.2003 21:31 | #375 |
| manmouse |
Am Pier, alleine gelassen von den beiden Lee'ler
„.... Hier warten bis Frost wieder kommt? Däumchendrehen oder hat jemand einen anderen produktiven Vorschlag ?“
Esteron der sich noch immer mit Lehna in den Armen lag, und das lang ersehnte Wiedersehen feierte, bekam erst gar nicht so recht mit, wie der Waldstreicher seine Frage in die kleine Runde gestellt hatte.
Zögernd ruckte sein Gesicht von dem der jungen Frau weg, fragend blickte Esteron seinen Freund an. Gardiff tat ihm schon fast Leid, Immer wieder musste der Waldstreicher sich das „rumgeknabbere“ der beiden ansehen.
“ Hm, ich würde sagen wir warten hier bis Frost von seinem Besuch bei dem General zu uns zurückkommt. Was ja diesmal nicht solange dauern dürfte wie seine Rückkehr vom Gipfel.“ Der Wanderer lächelte den Waldstreicher freudig und nett ins hagere Gesicht.
“Den beiden Söldnern möchte ich jedenfalls nicht folgen“ Esteron zeigte mit seinem Kinn auf die davon stapfenden beiden Männer. Das waren doch zwei alte Gefolgsleute von dem General in ihm. Alte Kampfgefährten und untergebene, Freunde. Und doch hatten sie ihn nicht erkannt. Er hatte sie nicht erkannt. Erst jetzt fiel es ihm wie Schuppen von den Augen. Sollte er ihnen hinterher eilen? Sich bei seinen „alten“ Freunden dafür bedanken das sie seine Lehna beschützt hatten? Esteron wurde leicht unruhig. Sein Herz schlug wild in seiner Brust. Er war Aufgeregt. Was überwog? Die Vernunft oder doch die Seele in ihm?Lehna schien die Unruhe in ihm zu bemerken. Geschickt wie Frauen nun mal sind zog sie den jungen Mann enger an sich und blickte ihn aus ihren Augen strahlend an. Esteron erwiderte den Blick der jungen Frau und bemerkte erst jetzt den grauen Schleier der über ihrer Iris lag. Sie waren nun nicht mehr zu „dritt“ sondern zu „viert“.
Lehna mit ihrem Dämon und Esteron mit seinem General. Alles in allem eine verrückte Kombination.
“ Gardiff. Kennst du die beiden Männer, die so ungehobelt waren sich nicht einmal von uns zu verabschieden?
|
| 25.06.2003 21:57 | #376 |
| Waldläufer |
„Hab keinen Plan !“ teilte Gardiff Esteron sein Unwissen mit. Der Waldstreicher hatte sich am Rande des Hafenbeckens nieder gelassen und seine Stiefel ausgezogen. „Ich glaube es waren Söldner oder so was in der Art. Wenn ich mich nicht verhört habe haben sie sich mal über Onars Hof in der Nähe von Khorinis unterhalten.“ Mit einem leisen Plätschern fuhren die Füße des Barden ins kühle Wasser des Meeres. „Hätte aber auch Otgars Hof, Ondras Hof oder was weiß ich heißen können ....“ mit an gezogenem Beinen saß der Burschen am Wasser und versuchte schrubbend seine Füße von der leichten Dreckschicht und dezenten Geruch zubefreien. „Die Zwei sahen zumindest wie gute Kämpfer aus ...“ murmelte der Vagabund beschäftigt. Etwas Dreck hatte sich unter dem Nagel seines großen Zehs festgesetzt welcher er jetzt mit Enthusiasmus hervor zupullen versuchte. Noch eine Weile war Gardiff mit seinen Zehen und dem Rest der Füße beschäftigt bis er sich mit einem Stofffetzen getrocknet und zurück in die Stiefel geschoben hatte. Esteron und Lehna spielten schon wieder das Verhalten junge Vögel bei der Essensaufnahme durch die Eltern nach. Nur das bei ihnen nicht zuerkennen war wer nun das Elternteil war und wer das Junge. Auch schien keine Nahrung ausgetauscht zuwerden.
Mit einem leisen Seufzen wand sich Barde von dem komischen Naturschauspiel ab und betrachtete die Siluette der Stadt wo bei ihm eine dunkle Gestalt auffiel welche sich aus einer Gasse kommend der Gruppe näherte.
„He! Ihr zwei Hübschen ! rief der Gildenlose die Liebenden an als er sich vom Beckenrand erhob. „Entknotet mal wieder eure Zungen... Frost kommt.“ und mit einem leichten Kopfnicken wies er in Richtung des Lehrmeisters.
|
| 25.06.2003 22:08 | #377 |
| Todesfürst |
In Prix Lager
Ich glaube fischen ist nichts für dich. Vielleicht lernst du es wananders mal aber du könntest dich natürlich auch auf "verrückte Dinge fischen" spezialisieren, hehe. Und du Ra, auch du scheinst nicht gerade so gut damit klar zu kommen, aber du hast Talent, vielleicht wird ja doch noch ein guter Fischer aus dir. Wir können ja mal wieder zu dem Bachlauf gehen und üben wenn du willst, am besten Morgens, da schläft unser Fürst sowieso noch.
-Hehehe (Ra)
-Ja ihr Witzbolde ist gut, ich schlaf halt gern. Und jetzt sollte unser Meisterjäger mal lieber auf die Fische achten, die scheinen mitlerweile schön kross zu sein.
-Oh du hast Recht, zum Glück haben wir ja einen Aufpasser.
Prix hatte das Geschirr schon geholt, nur schien er vergessen zu haben auf die schönen Fische zu achten, in seinen Albereien. Naja, es störte ihn nicht, jetzt wurde er halt mal auf die Schippe genommen, was solls, solange er seinen Fisch bekäme war ihm alles egal. Nun gut, fast alles. Schnell landeten die Fische auf dem Teller und waren schneller weg als man schauen konnte. Zmindest bei ihm, er hätte locker noch zwei geschafft, allerdings wollte er sich ja nicht den Magen verderben. Satt und zufrieden machte er ein Bäuerchen und spürte dann die warme Masse in seinem Magen, der Geschmack lag immer noch auf seiner Zunge und es hatte gut geschmeckt. Zum Abschluss des Abendmahls gab es einen Schluck Wasser aus der frisch gefüllten Wasserflasche. Dabei fiel ihm in den Sinn, dass er schon ewig nur noch Wasser getrunken hatte. Er musste unbedingt mal schauen mal wieder ein leckeres Glas Honigmilch zu bekommen, nur Wasser war ja schrecklich nur er hatte sich dran gewöhnt. Während die anderen gerade fertig waren und auch sichtlich zufrieden aussahen, kramte er seinen Zahnstocher heraus und stocherte in den Zähnen um die Reste des Essens herauszuholen. Dann nahm er einen Grashalm und bearbeitete den Rest. Danach gab es noch einen Schluck Wasser um den bitteren Geschmack los zu werden.
Als er mit dieser Zahnreinigung fertig war, ging er lieber schon mal vorsorglich ins Bett, da die beiden jetzt sowieso kaum reden würden und nur stumm dasitzten. Da ging er lieber seinen üblichen Tagesablauf nach und verabschiedete sich Richtung Zelt.
Als er mit dem üblichen Dingen fertig war legte er sich hin und wie immer übermahnte ihn der Schlaf sehr rasch.
|
| 25.06.2003 22:49 | #378 |
| Superluemmel |
"Da seid ihr ja", begrüßte Frost seine beiden Schüler sowie die, wie gewohnt, an Esteron hängende Lehna.
"Das Problem Glycolus wäre wohl fürs Erste aus der Welt geschafft", klärte er seine Begleiter über den Erfolg seiner Mission auf.
"Der liebe Herr wird die nächste Zeit hinter Gittern verbringen. Verrat ist keine Kleinigkeit. Er hat Glück, dass er ein Priester Innos' ist. Anderenfalls wäre er wohl gleich gehängt worden. Doch lasst uns über andere Dinge reden", wechselte er das Thema.
"Esteron", wandte er sich an den jungen Wanderer, "Ihr begleitet mich nun schon geraume Zeit. Ich habe euch stets aufmerksam beobachtet und eure Fortschritte registriert. Dabei ist mir aufgefallen, dass ich euch einen guten Teil gar nicht lehren brauchte. Das Wissen schlummert irgendwo tief in eurem Dickschädel, ich musste es nur reaktivieren. Ihr habt die Fertigkeiten, alles was euch im Weg steht, ist euer Gemüt. Zügelt euer Temperament und ihr werdet schneller Fortschritte erzielen, als ihr euch umschaut."
Der Krieger schwieg eine Zeit lang und beobachtete Esterons Reaktionen auf seine Worte.
"Wie dem auch sei, ihr habt mich nicht enttäuscht. Ich kann euch kaum noch etwas beibringen, alles weitere wird euch die Zeit und die Erfahrung bringen. Euer Herz sitzt am richtigen Fleck, macht etwas aus eurem Potential."Der Waffenmeister zwinkerte vieldeutig, bevor er sich zu Gardiff herumdrehte. "Was euch betrifft", Frost holte tief Luft und bemerkte amüsiert, wie sein Schüler ein Stückchen zu schrumpfen schien. Doch der Krieger lächelte, als er weitersprach.
"Der Auftrag, den ich euch erteilte, brachte zwar nicht den gewünschten Erfolg, doch war es wohl nicht eure Schuld. Zunächst war ich skeptisch, als ihr mir davon erzähltet, dass ihr euch tatsächlich mit einem Luzkan angelegt hattet. Und ich bin noch immer der Meinung, dass es verflucht leichtsinnig war. Dennoch habt ihr bewiesen, dass ihr auch anders könnt. Ihr könnt viel erreichen, wenn ihr einmal euren Kopf benutzt. Ansonsten könnte ich nur wiederholen, was ich bereits Esteron gesagt habe. Ich habe euch gezeigt, wie ihr euren Körper richtig einzusetzen habt. Wenn ihr mehr wissen wollt, dann sucht die Gefahr oder nach Möglichkeiten, eure Grenzen auszutesten. Das Leben ist immer noch der wertvollste Lehrmeister - Und es wartet auf euch. Wendet eure Kenntnisse weise an, und ihr werdet mit der Zeit neue Möglichkeiten entdecken."
|
| 25.06.2003 23:03 | #379 |
| Zombiebreaker |
Da waren sie nun endlich. Im Wald von Gorthar. Sie streiften durch den dunklen Pfad wie zwei dunkle wanderer ohne Ziel. Doch sie hatten eins. Sie wollten einen unteschlupf für die Nacht suchen. Ja,wenn sie Glück hatten,könnte aus diesem Unteschlupf auch ein kleines Lager werden...
Bald fanden sie einen alten,dicken,von der ZEit gezeichneten Baum. Er lag auf der Seite,seine Wurzeln bieteten großen Schutz vor Sturm und Regen. Der perfekte Anfang für ein kleines Lager.
Es fehlten jediglich noch Felle und geignete Stoffe für ein oder zwei schützende Zelte.
"Lurkerhäute,Wolfsfelle"-Ja das klang wie Musik in Zombiebreakers Ohren.Aber ob hier Lurker rumlaufen? Hmm na ja probieren konnte man es ja mal."Blade,pass auf den ähhhm BAum auf,bin gleich wieder da."
Zombiebreaker suchte nicht lange nach einem Rudel Wölfe. Das gabs hier wohl genug.
5 prächtige Wölfe schmückten die kahle Waldlichtung,die sich nun vor Zombiebreaker auftat.
Dieser zögerte nicht lange sondern zückte seinen Bogen von der Schulter,spannte einen Pfeil auf die stramme Sehne und zog diese bis zum Anschlg durch,eine kleine Bewegung später und der Wolf kippte auf den kühlen Waldboden. Blut rinnte über das grüne gras und weitere Pfeile flogen durch die kühle,sanfte Luft und das Blut floss schneller es wurde immer mehr...
Alle Wölfe waren tod. Zombiebreaker hatte sie mit ein paar gezielten Schüssen aus dem Leben gerissen.
Sofort machte er sich mit seinem Rasiermesser daran, die Tiere auszuweiden. 5 Felle war sein Gewinn und ein paar Keulen Fleisch fürs abendessen...Jetzt fehlten nur noch die Lurker, aber irgendwie hatte er den Glauben verlorn Lurker hier zu finden...
Endlich hatte er wieder zum Lager zurückgefunden. Und was sah er da? Blade saß vor diesem umgestürtzten Baum und neben ihm waren 3 Lurker Leichen."Wo kommen die denn so schnell her?" gab Zombiebreaker überrascht von sich"nun ja die kommen...keine ahnung woher die kommen! Die waren auf einmal da und dnan hab ich sie halt umgebracht." warf Blade zurück.
Zombiebreaker musste lachen als er anfing den Lurkern die Haut abzuziehen...
Kaum hatte er die Häute abgezogen, begann er auch schon damit sie über irgendwelche Äste zu spannen, um damit ein Zelt zu bauen...
Die Wolfsfelle bieteten einen wunderschönen Schlafplatz...
das Lager stand,als die Dunkelheit den Wald umhüllte. Der Mond verdrängte die Sonne und nur das kleine Lagerfeuer durchbrach die Nacht.
Alles war ruhig.Wiedereinmal zu ruhig.
Letzte Gedanken flossen an Zombiebreaker vorbei,bevor er erschöpft und ermüdet neben seinem Söldnerkumpel zusammenbrach und sofort einschlief.Die Nacht konnte kommen. Die Daemonen konnten kommen.
Die Söldner sind schon lange hier...
|
| 25.06.2003 23:12 | #380 |
| Angroth |
Interessiert sah Angroth auf Rango, der angeschlagen aber Siegreich, und auch noch so begabt sich nicht mit der Übermacht anzulegen, zu ihm zurückkehrte. Er hatte gut gekämpft, gütig und Ehrenhaft mit seinen Feinden war er gewesen, ein Vorbildhafter Kämpfer. Nicht wirkliche anzumerkende Schwächen der größten Stufe auf dem Weg zum Meister waren dem Templer aufgefallen, es war gut gelaufen für den Fischer. Und so verkündete Angroth mit freundlicher Stimme und einem verwegenen Lächeln während er näher auf Rango zuschritt und ihm eine Hand auf die Schulter legte: "Gratulation, Rango. Du hast die Prüfung mit selten gutem Talent bestanden, dein Breitschwert scheint dir gute Dienste leisten zu können, nutze die Waffe in Einklang mit dir selbst und bald kannst du ein Meister werden!" Rango nickte ihm freudig und kaum sprache findend zu, dann gingen sie gemeinsam richtung Stadt zurück, es wurde bereits Nacht. Akadi und Xion hatten sich lange nicht mehr sehen lassen, da sollte doch nichts passiert sein?Mit dieser Frage, die wohl zum größten Teil vom Feuer der Liebe angefacht ward, ging Angroth einer weiteren Nacht in seiner alten Heimat zu.
|
| 25.06.2003 23:25 | #381 |
| Lehna |
Lehna sah kurz zu Frost und lauschte den Worten des Waffenmeisters, als wären diese an sie selbst gerichtet. Als dieser geendete hatte, wanderte ihr Blick wieder zu Esteron.
"Sieh an, hast du also eine Ausbildung hinter dir... Na ja, war ja auch schwer genug."
Sie grinste ihn an und küsste Esteron mal wieder sanft auf den Mund, bevor sie ihren Kopf auf seine Schulter legte und auf das Meer hinaus starrte. Sie beobachtete beinahe verträumt den Bahnen, die die Möven zogen, die weißen Schaumkämme auf den dunklen Wellen, lauschte dem Rauschen der Brandung. Auch wenn jetzt vieles geregelt zu sein schien - es würde nicht lange dauern, bis das Glück einen weiteren Schlag abbekommen würde. Die Wälder wimmelten vor Dämonen, einer davon saß in ihrem Verstand. In der Stadt war noch immer der Kult aktiv, außerhalb der Stadt die Inquisition. Vielleicht lag es an diesem Land. Vielleicht...
"Esteron, ich will hier weg.", murmelte sie leise und starrte weiterhin auf das Meer hinaus. Ein kleines Ruderboot mit zwei Insassen näherte sich dem Hafen Gorthars, ein bewaffneter Mann und eine ältere Frau. Ob sie aus Khorinis kamen? Sie sahen fast so aus. Khorinis...
Lehna hob den Kopf und sah Esteron schon fast flehend in die blauen Augen."Können wir nicht nach Khorinis? Hier in Gorthar... Ich will nicht mehr hier bleiben."
Gorthar. Im Laufe ihres Lebens hatte sie ein seltsames Verhältnis zu dieser stadt entwickelt - man könnte es wohl am besten als Hassliebe bezeichnen. Einerseits konnte sie die Stadt nicht ausstehen, mit ihrer Brutalität, ihren Verbrechen und all dem Leid, dass ihr hier widerfahren war, doch andererseits fühlte sie sich auch sicher hier. Sie kannte sich aus in Gorthar.Aber das alles musste ein Ende finden. Nein, Gorthar war nicht der Ort an dem sie ein neues Leben würde beginnen können. Sie kannte Khorinis zwar nicht, vielleicht war es dort ja auch nicht besser - aber schlimmer konnte es kaum noch werden...
|
| 25.06.2003 23:40 | #382 |
| Waldläufer |
„Danke, ich wird weiter an mir arbeiten. Die Zeit bei euch hat mich einiges gelehrt und ich werde mich vorsehen in Zukunft vorschnell und übereifrig zu handeln.“ Gardiff verneigte sich kurz vor Frost. Dieser Mann wusste viel über das Leben und er, Gardiff würde so lange an sich arbeiten bis er genau so weise sein würde. Er hatte ja noch etwas Zeit vielleicht würde er ja auch weiser werden ?
Von der fernen Zukunft träumend registrierte der Barde erst gar nicht die Worte von Lehna welche nur schwach an sein Ohr klangen.
„... nach Khorinis ..... Ich will nicht mehr hier bleiben ...“Ja es wurde Zeit diese Insel zu verlassen nun da er hier mit seinem Lernen fertig war zog es den Vagabund regelrecht zurück in die heimischen Gefilde. „Ich hätte auch nichts dagegen von hier fort zu kommen...“ meinte der Gildenlose nur und sah gen Norden aufs Meer hinaus. „Wenn ihr zwei nichts dagegen habt komm ich mit euch mit.“
|
| 25.06.2003 23:44 | #383 |
| Die Amazonen |
Dank der aufreibenden Kraft von Sly erreichten die beiden Bootsinsassen ohne Zwischenfälle den Imposanten Hafen von Gortharstadt. Das Hafenbecken war imposant. Fossila hatte es schon oft zu Gesicht bekommen, und doch, jedes Mal wenn die alte Amazone mit ihrem Boot hier anlegte, staunte sie über die Größe des Hafens.
Fossila übernahm die beiden Ruder und begann damit das kleine Boot etwas abseits der mittelgroßen Fischer- und Handelsbooten, in einen Teil des Beckens zu manövrieren, der für Boote ihrer Art geschaffen wurde.
Vorsichtig legten die Beiden an dem niedrigem Pier an. Sly sprang aus dem Boot und machte es an einem Ankerplatz fest.
“ So mein junger Freund. Hier endet unserer gemeinsame Reise. Dank eurer starken Arme haben wir es recht schnell geschafft.“, zwinkerte Fossila.“ Ich wünsche euch viel Glück bei eurer Suche nach eurer Freundin. Wenn ihr sie gefunden habt, besucht uns mal im Amazonenlager.“ Damit verabschiedete sich die alte Frau bei dem jungem Mann.
Melliandra
|
| 25.06.2003 23:58 | #384 |
| Sly |
Der Söldner nahm die Hand der alten Frau und küsste die Hand "Vielen dank für eure Hilfe. Besuchen? Ich werd mal schauen , habe ja schon in eurem Kerker gesteckt. Also machts gut. ". Sly lächelte die Frau noch kurz an dann lief er schnell durch die Stadt. Er sah sich überall um und befragte einige Einwohner ob sie eine rothaarige Frau gesehen hatten, die gefesselt oder sonstwas war. Doch jeder verneinte und so gab der Söldner schließlich auf. "Hier in der Stadt steckt sie also nicht vielleicht draußen im Wald"
Der Söldner lief schnell aus der Stadt hinaus, tief in den düsteren Wald. Er wollte Sonja finden um jeden Preis. bald kam er zu einem Lager ,dass mit einer Art Zelt überdeckt war. Der Söldner zog sein Katana und sprang vor das Zelt und schrie "Lass sie frei! " Doch dann staunte er und sagte erstaunt "IHR? ". Er erkannte seinen Freund Zombiebreaker und Blade ein ihm nur vom sehen her bekannter Veteran. "Was wollt ihr hier? " fragte der Söldner "Wir jagen Dämonen, die treiben sich hier rum. " "Aja " sagte Sly und schüttelte seinen Kopf. "Aber was willst du hier? " fragte Zombie "Du kennst ja Sonja, als wir zusammen im Minental waren wurde sie entführt und ich suche nach ihr. Achso Zombie weswegen ich auch noch mit dir reden wollteu bist doch Jagdlehrmeister, würdest du mit mir Sumpfhaie jagen gehen damit ich mir eine Rüstung daraus machen lassen kann? "
|
| 26.06.2003 00:19 | #385 |
| manmouse |
Der Wanderer löste sich etwas von der Gruppe schritt auf seinen „ehemaligen“ Lehrmeister zu um sich bei ihm zu bedanken.
“ Ich danke euch Frost. Ich habe viel gelernt seitdem ich in Gorthar bin. Doch ihr schuldet mir noch viele Fragen, die mir auf dem Herzen brennen. Ich hoffe wir sehen uns bald wieder.“ Mit diesen Worten verneigte sich Esteron mit gebührendem Respekt vor dem Waffenmeister und trat dann zurück zu Lehna und Gardiff.
“ Ja es ist an der Zeit, mal etwas andere Luft zu schnappen. Außerdem freue ich mich auf Khorinis. Ich freue mich darauf das ich mit euch beiden zurückkehre wo ich geboren wurde.“
Der Wanderer lächelte hakte sich bei den beiden ein und wanderte mit ihnen zum Pier, wo gerade ein Boot festgemacht hatte. Und niemand anderes als die Fellnase hatte eben noch drin gesessen, der die Gruppe eine Weile hier in Gorthar begleitet hatte. Doch er schien seine ehemaligen Begleiter nicht bemerkt zu haben denn er lief schnurstracks an ihnen vorbei. Sly war wohl in Eile. Zum Glück erging es den drei anderen jetzt nicht so.
Die Frau in dem Boot wollte grade wieder ablegen, als Esteron ihr zurief.“ Hallo. Erlaubt das ich euch eine Frage stelle. Fahrt ihr reinzufällig nach Khorinis zurück? Und würdet ihr uns auch mitnehmen?“ Fossila stockte in ihrer Bewegung, blickte zu der Frau und den beiden Männern hinauf und nickte.“ In der Tat. Khorinis ist mein Ziel. Wollt ihr mit? Dann steigt schnell ein. Noch ist es hell genug, für eine Überfahrt.“
Die drei „Gestalten“ nickten, rannten schnell zum Pier runter, wo der Wanderer Lehna ins Boot trug und dann neben ihr Platz nahm. Auf in einen Neubeginn. Nachdem auch Gardiff und Fossila ins Boot gestiegen waren, legten sie ab und tauchten in die weiße Gicht des Meeres, um Gorthar so schnell wir nur möglich zu verlassen.
Die Stadt schrumpfte immer mehr in den Augen der Gefährten. Esteron dachte mit Wehmut an die erlebten Dingen in diesem Land und an den vermasselten Auftrag für seinen Freund, den Schwarzmagier Horaxedus. Er würde wieder kommen, und die Haube aus gehärtetem Schwarzstahl holen, irgendwann. Das schwor er sich.
|
| 26.06.2003 16:50 | #386 |
| Todesfürst |
Am nächsten Morgen in Prix Lager
Der gestrige Tag war ja gar nichtmal so schlecht gelaufen und sein Sonnenbrand war gar nicht so tragisch, es tat nur weh, wenn man die Schulterblätter berührte, deswegen schlief er auch auf dem Bauch, was aber nicht weiter schlimm war.
Als er an jenem Tag das Zelt verließ, musste er feststellen, dass es regnete und das nciht schlecht. Komisch, hatte er gar nicht gehört, aber kurz nach dem aufwachen war er sowieso total anders, er musste mal was dagegen tun, dabei ging er doch immer so früh schlafen? Aber wahrscheinlich liegt es daran, dass sein Körper mal in weichen Tavernenbetten liegt und mal auf doch recht harten Waldboden.
Doch solange der Rücken es mitmachte war es so ziemlich egal.Aber viele Möglichkeiten hatte er nun nicht mehr, mal abgesehen, dass er sich kurz in die herabfallenden Tropfen stellte um sich zu waschen hatte er keinen Plan vom weiteren Gang des Tages. Prix und Ra waren auch nicht da, weiß Beliar wo die beiden sich schon wieder rum trieben.
Wenn die keinen Unterschlupf gefunden haben, werden sie total durchnässt ankommen, hehe.
Da sowieso niemand da war und es ihm wie schon gesagt stinklangweilig war, beschloss er einen Mittagsschlaf zu machen. Und die Idee war gar nicht mal so schlecht, denn ausser das er sowieso ewig schlafen konnte ward eine perfekte Kulisse geboten. Nicht nur, dass die Luft sehr sauber durch den Regen war und somit auch sauerstoffreich, das aufkommen der kleinen Tropfen die auf Blätter, Ästen, Holzstücke, den Waldboden, das Dach des Vorbaus und noch an viele andere Stelle aufkamen gab noch zusätzliche Schlafatmospähre. So legte er sich, zum Schutz seiner Schulter, auf den Bauch und pennte einfach ein paar Meter von seinem Bett weiter.
|
| 26.06.2003 17:06 | #387 |
| X_Blade_X |
Zombiebreker sagte zu Sly: "Sumpfhaie? Von mir aus. Wir wollten uns sowieso einige Trophäen besorgen, nicht wahr?" Er schaute zum Helträger. "Klar. Wir wollen vor allem sehen, was Gorthar so zu bieten hat" - er spielte mit den Reflektionen der Sonnenstrahlen im Koprteil seiner Monsteraxt - "...du verstehst schon." Sly nickte und wollte irgendwas sagen, doch Blade fuhr fort: "Ich brauch auch noch Leder für meine Rüstung, dann kommts etwas billiger...hoffe ich. Jedenfalls wird's sicher ein Heidenspass, die weite Landschaft und die Wälder hier etwas aufzumischen."
Die andern beiden Krieger stimmten grinsend zu. Anschliessend schauten sie sich alle etwas entgeistert um, hier gab es bestimmt nichts mehr zu metzeln..."So Jungs, in welche Richtung wollen wir gehen?", hätte Zombiebreaker gerne gewusst, als sie die letzten Vorbereitungen zum Aufbruch machten.
|
| 26.06.2003 17:29 | #388 |
| Angroth |
Prüfung Vol. II - die Meister
Angroth war schon lange wach, dachte darüber nach was er machen sollte, ein sehr wertvolles Schwert war ihm abhanden gekommen, er glaubte beinahe es sei eine Art Fluch die auf ihm laste, es war immerhin nicht das erste Schwert das er verloren hatte. Mit einem brummeligen Gesichtsausdruck schlenderte er durch die halbverlassenen Straßen und dachte nach, seine Heimat hätte etwas Unterstützung und Schönheitshilfe gut nötig, aber das Königreich war nicht in den besten Tagen. Mürrischen Blickes erschien ihm im geistigen Auge Akadi, ihr wunderschöner Körper und ihr sinnliches Gesicht. Ja, sie konnte ihn sicher aufheitern, doch seit einigen Tagen fehlte nun wahrlich auch jede Spur von ihr, während Xion ebenfalls keine Anwesenheit mehr verzeichnete.
Ob sie durchgebrannt waren? Die Frage quälte ihn schon sehr, doch er stellte sie zurück. Sie würden nicht gegangen sein bevor sie nicht ihre Ausbildung beendet hatten, soviel war doch einigermaßen sicher. Und siehe! Direkt voraus am inneren Hafenbecken standen die beiden, nachdenklich und still, sahen hinaus auf die Ferne. Mit wenigen sätzen war der Templer bei seinen beiden Schülern und vertrieb sich seine Gedanken indem er beschloss auch diese beiden zu prüfen. Es war scheinbar keine Überraschung für die beiden angehenden Meister, und so kamen sie unversehens und ohne klare Worte mit ihm - irgendwie schweigsam. Naja, vielleicht machte es das warme Wetter, wer weiss?
Wieder führte sie der Weg aus der Stadt heraus, wieder gen Süden, aber sobald es ging in einen Waldstrich hinein. Angroth hatte einen ganz speziellen Fund während Rangos Prüfung gemacht, die galt es nun zu bewältigen, allerdings würde es ein harter Brocken werden. Sie liefen hinein, über tote und vertrocknete Blätter, vorbei an morschem Geäst. Als sie dann Stille walten liessen und zum stehen kamen, hörten sie ein pfeifendes Schnaufen, bald aber konnten sie feststellen das es sich um mehrere verschiedene Schnaufgeräusche handeln musste. Mit verschmitztem Blick und auch sehr interessiert ob seine Schüler der Prüfung die sie erwartete gewachsen waren zeigte er auf ein Loch im Boden, ein sehr steil abgehender Höhleneingang. Es stank nach Schattenläufer, nach vielen Schattenläufern!
|
| 26.06.2003 17:51 | #389 |
| Akadi |
Akadi schluckte schwer. Schattenläufer? Diese großen, wilden, furchterregenden Tiere, die zugleich zu schön für diese Welt sind? Langsam schritten die beide einen wenig nach vorne, mit gezogener Waffe schritten sie dem steilen Eingang in die Höhle immer näher, während um sie herum getrocknetes Laub auf den Boden fiel, die Bäume nach nur jeden Tropfen Wasser suchten, jedoch nicht fündig wurde. Immer näher kamen die beiden Schüler ihrer Meisterschaft. In der Höhle war es dunkel, jedoch konnten sie noch die schemenhaften Gestalten durch das einfallende Sonnenlicht erkennen. Je mehr Schritte sie sich den Gestalten näherten, desto mehr wuchs die Anspannung, die Gefahr. Doch schliéßlich waren sie angekommen. Zwei von den Biestern standen direkt in ihrer Näher, während der andere noch in einen etwas kurz entfernten Gebiet schlief. Mit einigen Blicken und Gesten zu Xion, die er sofort erwiederte waren sie sich einig. Jeder übernahm einen, während sie den letzten schließlich schlafen ließen. Schon in Kampfposition fauchte sie das große Monstrum an, während sie einen kurzen Blick zu Xion wagte, wobei sie sah, dass er wohl in der gleichen Lage war. Jetzt ging es los, der Kampf beginnte. Mit einer Sprungatakke startete der erste seinen Angriff auf Akadi...
|
| 26.06.2003 18:23 | #390 |
| Todesfürst |
In Prix Lager
Der Regen war ein herrlicher Traumfabrikant, denn er träumte von einer Zeit ohne Gefahren, ohne Banditen, ohne Goldsorgen, sozusagen die perfekte Welt. Er war in einem kleinen Dorf mitten in der Wildnis. Ein saftiger Laubwald war auf der Nordseite, ein guter, holzliefernder Nadelwald auf der Ostseite, eine gewaltige Gebirgskette auf der Westseite und auf der Südseite war weites Land, saftige Wiesen mit Obstbäumen und alles was man sich ansonsten wünschen konnte. Er saß an einem kleinen Bächlein, das Wasser klarer als klar. Es kam aus den Gletschern bei den Gebirgskette aus dem Westen. Die Wiesen drum herum waren saftig grün und zauberten bunte Wiesen und Feldblumen an die Oberfläche. Einige Schafe grasten auf ihr und entfernten zwar so das saftige Grün, doch wurden sie so glücklich und außerdem war genug für alle da, es war eine Zeit des Überflußes. Als er da so saß flogen zwei Vögel an ihm vorbei und gaben kleine Piepslaute von sich her. Sie flogen so dicht an ihm vorbei, dass er keine Mühe hatte ihr Gefieder zu betrachten. Der eine hatte eine gelbliche Färbung mit braunen Mustern und der andere hatte die Farbe rot von der Natur bekommen. Sie landeten auf einem Baum ganz in der Nähe des Bächchens. Dort neckten sie sich weiter und ihre Schnäbel schienen sich gegenseitig zu verwinden. Irgendwie sah es so aus, als ob sie sich gegenseitg putzen würden, doch es war wohl etwas ganz anderes. Auf einmal lenkte ein anderes Geräusch seine Aufmerksamkeit auf ihn. Es hörte sich nach einem Knurren an, doch so gar nicht feindlich. Zwei Wölfe tauchten plötzlich aus dem Schatten eines Strauches auf und sahen in seine Richtung. Verspielt fielen sie übereinander her und leckten sich übers Gesicht und verkeilten ihre Körper ineinander, so ähnlich wie die Piepmätze eben. Ein schönes Bild fast Bild reif, denn es zeugte von so einer Freude und Friedlichkeit, wie er sie so, so, so lange nicht mehr sah.
Nach wenigen Sekunden tauchten vier Männer aus den Gebüschen auf und sahen ebenfalls zu ihm. Sie sahen aus wie Banditen, Lederrüstung, Bogen und ein Schwert oder ein Knüppel. Doch sie machten keine Anstalten ihn zu überfallen, sondern gingen auf die Wölfe zu. Doch nicht um sie zu töten, sondern um sie zu streicheln. Das alles wirkte so echt und doch war es alles nur eine Illusion, was er aber nicht wahrnehmen wollte, vielleicht auch nicht konnte. Irgendwie erinnerte ihn das alles an Gorthar. Hier gab es auch diese weiten Wälder, auch diese Gebirgskette mit Gletschern und auch die weite Steppe war hier zu finden. Nur gab es da die Stadt, die nicht dem kleinen Dorf ähnelte, in den Gebirgen waren unbekannte, grausame Monster und in den Wäldern hielten sich keine Banditen auf, die nett waren und auch die Tierwelt war nicht so zahm und angriffslahm. Es war fast alles wie das Gegenteil.
Gerade wollte sich seine Traumfigur an dem Bach umdrehen, da wurde er zurück ins wirkliche Leben geholt, ein Ruckeln ging an seinem Körper entlang und der Traum verwischte sich zu einem schwarzen Tunnel der bald in einer braunen Holzplatte endete. Er war wieder da, unterm Dach des Vorbaues im Lager.
|
| 26.06.2003 18:33 | #391 |
| Erzengel |
Irgendwo zwischen Kaserne und Stadtmauer hatten die beiden Freunde den Schleichlehrmeister verloren, nachdem sie die Suche aufgegeben hatten, waren sie erneut in eine der zahlreichen Tavernen eingekehrt.
Kain hatte in den letzten Tagen weder gegessen noch geschlafen, dennoch war er nicht hungrig oder durstig. Er nährte sich von etwas anderem.
Kain dachte nach, über die Worte von Stressi und seine Erlebnisse mit den Schwarzmagiern. Die Wut durch die er überhaupt erst eine untote Blutfliege beschwören konnte. Wie er die Schattenflamme durch Aggressionen wachsen lies, er hatte dasselbe Problem wie Zloin früher einmal, die Schattenflamme blieb nicht bestehen und flammte nur einmal kurz auf, Zloin hatte das Problem durch Konzentration beseitigt, während Kain es durch seine Wut beseitigte. Die offensichtliche Individualität der Magie hatte ihn damals sehr beschäftigt und seine gesamte Perspektive über den Haufen geworfen, noch heute fesselte ihn dieses unwirkliche Ereignis.
Ein starker magischer Kern... wenn nun wirkliche und geistige Ebene miteinander verschmelzen würden, wäre die Hülle des Kerns dann gebrochen und er dann endlich in der Lage auszutreiben?
"Sicherlich, doch kann man die Schale des Kerns nicht brechen, wenn man nicht stark genug ist."
"Was willst du hier schon wieder?"
"Was heißt hier? Sind deine Gedanken etwa ein Ort? ...Wie dem auch sei, ich wollte nur verkünden, das du mit dem was du eben begriffen hast einen nächsten Schritt zum Großen und Ganzen getan hast."
"Großes Ganzes?"
"Einfach alles halt."
"So ne Art Erleuchtung?"
"Wohl eher Allwissenheit, wenn überhaupt... nein, ich deute damit vielmehr auf deine Existenz hin, das du da bist und warum... Jedenfalls hast du den nächsten Abschnitt erreicht mit dieser eigentlich unbedeutenden Erkenntnis, daher ist es Zeit dir neuen Denkstoff zu geben... also Jeromé hat nicht direkt deine Kräfte gebannt, er hat viel weiter zurück angesetzt, um ja kein Risiko einzugehen. Der Bann liegt auf der Schale des Kerns und nicht auf dem Kern selbst, denke darüber nach und jetzt entschuldige mich, erwache!" Somit wurde Kain aus dem Griff seines anderen Ichs gerissen und kehrte aus der Gedankenwelt in seinen Körper zurück.
|
| 26.06.2003 18:38 | #392 |
| Eiswasser |
Als Shiva nun erneut nach Kain sah saß der noch immer vor dem Kaminfeuer, scheinbar nichts tuend, doch Shiva wusste das er nachdachte und das es besser war ihn ruhen zu lassen, zumindest für den Moment. Bei einem letzten Blick, bevor sie das Zimmer verlassen wollte, fiel ihr ein Buch auf, welches aufgeschlagen vor Kain lag und trotzdem las er nicht darin. Vorsichtig trat sie näher an den jungen Novicen heran und nahm das Buch...
...Ekstase, Außersichsein, Entrükkung; Grenze zwischen Innen- und Außenwelt löst sich auf. Die am weitesten verbreitetste Art sich in Ekstase zu versetzten ist die ->Akese, dabei wird Wut in Kraft umgewandelt, bis schließlich die Ekstase eintritt...
"Kain!" Nach dem Lesen des Buches blickte Shiva in Kains Augen, sie starrte ins Nichts, seine Augäpfel waren gänzlich schwarz, endlos. Tot, leer und kalt. Unberührt. Die Augen schlossen sich als verspätete Reaktion auf den Schrei der Amazonentochter und öffneten sich mit dem gewohnten grün-orange in der Iris. "Ja? Was ist?", ruhig und gelassen antwortete der Hohe Novice. "Whatever, ich hab einen scheiß Hunger, lass ma was essen gehen." Besorgt und dennoch beruhigt folgte Shiva ihrem Gefährten hinunter zum Schankraum, sie würde diesen Vorfall vorerst nicht weiter verfolgen, wer weiß, was Kain dann mit ihr anstellen würde.
|
| 26.06.2003 18:52 | #393 |
| Xion1989 |
Xion wich gleich zurück da er eine pranke anfliegen sah und pieckste leicht hinein. Es war ein schlechter start doch das würde sich ändern. Xion war etwas müde da er gestern kaum geschlafen hatte und so musste er sein allerbestes geben. Er wich mit links rechts schritten näher zum schattenläufer der ihn auch verfehlte. Es war dunkel und so fühlte er sich wohl. Er sprang immer bei angriffen weg und wich sehr gut aus. Dieser schattenläufer wurde schon leicht Wütend als Xion ihm in die brust schnitt. Der schattenläufer blutete doch es war für ihn nicht sehr schlimm. So sprang er aus Xion zu. Xion wollte sich grade bücken als er eine pranke am arm streifens spürte. Das war eine monströse kraft die er noch nie gesehen geschweige denn gespürt hatte. Er war nun etwas erfreut. er hatte wieder spass an diesem kampf und so sprang er bei jedem angriff etwas weg bis der schattenläufer einen schritt zu weit ging und einen schlag am bein sitzen hatte. Der Schattenläufer schlug ein weiteres mal und dieses erwischte Xion etwas härter. Er Blutete etwas mehr und hatte nun schmerzen. Er hatte seine gefühle jedoch unter kontrolle und schwieg still. Der Hohe Novize hob nun die klinge und schnitt dem Schattenläufer an die backe. Dieser war nun stark geschwächt und versuchte xion zu treffen als er die klinge eines Edlen bastardschwertes Quer durch seinen Kopf fahren spürte. Das Blut sprizte aus allen . Der erste war nun besiegt. Es ging nun an den schlafenden der leicht die augen öffnete
|
| 26.06.2003 19:36 | #394 |
| Akadi |
Schnell hüpfte sie einen Schritt nach hinten, sah noch die schemenhafte Kralle des Schattenläufers, die knapp an ihren Bauch vorbei schoss. Doch schon sah sie den nächsten Angriff, der schon wieder knapp an ihren Arm vorbei ging, welches sie nur durch eine kleine Drehung ausweichen konnte. Doch da war ihre Chance! Schnell vollendete sie ihre Drehung und schlug dabei ihre Klinge direkt in des Biestes Gesicht. Langsam ronn das dickflüssige Blut an die Wange des Viehs herunter, während dieser ein lautes Brüllen von sich gab. Doch sofort schwang die Klinge ihre Kurzschwertes wieder durch die Luft, surrte direkt auf das Biest zu und .... und traf. Wieder quoll etwas Blut aus der Wunde, dennoch war der Sieg noch nicht in ihrer Tasche, denn die Pranke der Bestie direkt auf die Amazone zu. Durch einen Sprung nach hinten konnte sie noch knapp ihr Leben retten, jedoch spürte sie plötzlich einen Schmerz auf ihren Bauch. Als sie herunter sah sah sie auchs schon das ihre Tochterrüstung nun Ritze darin hatte, aus denen der rote Lebenssaft von ihr floss. Schnell biss sie ihre Zähne zusammen und wich gleich noch einen Schlag aus, doch nun war mal wieder sie mit einen Angriff an der Reihe. Schnell surrte ihr Schwert von der Seit mit voller Wuchte gegen den Kopf des Schattenläufers, Blut Quoll sofort aus der Wund, tropfte auf den Boden und spritzte auch etwas herum - Tot - Schnell wendete sie ihren Blick von der Leiche ab und sah auch schon Xion, der sich den nun schon wachen und allerletzten Schattenläufer näherte und nur kurze Zeit später ankam. Schnell lief sie zu ihm um ihn tatkräftig zu unterstützen...
|
| 26.06.2003 21:37 | #395 |
| Xion1989 |
Xion schaute den dritten an. Er stand langsam auf und Xion wich zurück. Er war etwas grösser als die anderen so dass Xion und Akadi wohl zusammen arbeiten mussten. Viel glück sagte Xion und schaute nun voll konzentriert auf den Schattenläufer. Er schwing das schwert etwas herum und der schattenläufer blib nur stehen und schaute ihn an. Er war noch verschlafen und wusste deshalb nicht ganz genau was sache war doch als er seine Toten Artgenopssen sah wusste er es. Er ging auf die beiden los und Xion sprang weg. Akadi war nun etwas verlezt und so hatte Xion etwas mer zu tun da er sie so gut wie möglich schonen wollte. Xion sprang also immer etwas von der klaue weg um nicht auch noch stärker verlezt zu werden . Der schattenläufer wandte immer die selbe technuick an. Einfach mit der rechten pranke schlagen doch das war ein grosser fehler. Xion schnitt nämlich immer ein wenig in die seite des schattenläufers ohne das er es bemerkte. Der Hohe Novize schnitt solange ganz leicht in die seite bis der schattenläufer Blutete. Er hatte ihn gut getroffen denn nun konnte er kaum noch stehen. Doch plözlich merkte xion wie jemand den schattenläufer auch angriff. Mit sehr schönen und gezielten schlägen sezte Akadi dem Schattenläufer zu. Als dieser sich zu ihr wand nahm Xion die Klinge ind schom sie durch den Kopf des schattenläufers...
|
| 26.06.2003 22:17 | #396 |
| Todesfürst |
In Prix Lager
Hey aufwachen du Penner! Da wartete man ne halbe Stunde auf dich und geht dann extra leise aussem Lager um dich nicht zu stören, wird dann vom Regen erwischt und wenn man zurückkommt sieht man dich zwar, aber auch nur wieder schlafen. Was meinst du Ra?
-Hm, schlafen ist gesund aber so haben wir wenigstens morgends unsere Ruhe, heheh
Langsam realisierte der Fürst, dass er gerade von Prix aus dieser wunderschönen Illusion gerißen wurde, dass der Traum so abrupt vorbei war. Es war so schön und doch musste er nun wieder die Wirklichkeit erkennen, sich ihr stellen.
Wenn ihr nie da seit, wenn ich aufwache. Außerdem, was will man im Regen machen? Da war so ein Schläfchen genau das richtige. Und was habt ihr so gemacht? Gefischt?
-Nö, wir sind etwas durch den Wald und haben Khagane gesucht. Dank des Regens wurde die Spur die wir hatten aber wieder weggespült. Naja was solls.
Der Gildenlose nickte und sah sich dann um. Es regnete noch immer und es war ein grauer, trostloser Tag, da kam der Traum gerade recht. Doch da sie sowieso fast nichts machen konnten, konnte er auch gleich wieder schlafen gehen. Komischerweise war er schon wieder müde. Irgendetwas stimmte da doch nicht, aber wahrscheinlich war er einfach nur fertig und musste mal wieder die Energiereserven auftanken. Langsam schritt er zu seinen Zelt, das einzige was er noch von den beiden hörte war ein ironiegemischtes: Gute Nacht
|
| 27.06.2003 16:15 | #397 |
| Corie |
Corie hatte nun eine ganze weile in der Taverne der Stadt verbracht, sie hatte sich schon etwas die Geschäfte der Händler angesehen die doch eine etwas größere Auswahl an Produkten und Wahren hatten als die Händler in Khorinis. Während sie so durch die Strassen der Stadt schlenderte und sich die Architektur der Stadt ansah hörte man plötzlich Tumult aus einer Seitenstrasse.
Neugierig wie Corie nun mal war schaute sie dort auch nach, und sie konnte eine Schlägerei zwischen zwei Männern beobachten. Es hatten sich schon viele Schaulustige um die beiden Schläger versammelt und begafften. Corie machte keine großen anstallten den Kampf zu unterbinden, da diese beiden Schläger sowieso nicht auf sie hören würden, aber sie würde bleiben um den Verletzten dann zu versorgen...etwas in ihrem inneren sagte ihr das dies das richtige sei. Der Kampf wurde dann plötzlich durch das auftauchen der Miliz unterbunden, der eine Schläger sackte bewusstlos zusammen während der zweite das weite suchte, dicht gefolgt von den Milizen.
Corie ging zu dem Bewusstlosen und beugte sich über ihn..."Das sieht ja schlimm aus...." sie versuchte ihn bei Bewusstsein zu erhalten und holte dann verschiedene Heilkräuter und Salben aus ihrer Tasche.
Schnell hatte sie die Wunden einigermaßen versorgt und der Mann konnte sich dann auch dank der Heilkräuter wieder etwas aufrichten.
"Danke für die Hilfe, Fremde...."
"Kein Problem ich heiße Corie, aber ich hab jetzt auch nicht mehr viel Zeit..." Sie wollte sich gerade entfernen als sie der Mann festhielt."Ich will dir aber noch irgendwie danken, sonst kann ich das mit meinem Gewissen nicht vereinbaren!"
Er schaute sie an und Corie nickte dann..."Schön, du kannst mir ja Gold geben.""Ich lad dich zum essen in mein Haus ein, ich bin nicht so arm wie ich aussehe."Corie schaute ihn verwundert an, folgte ihm dann aber in sein großes Haus."Dieser Mann der mich zusammengeschlagen hat war ein bezahlter Killer, ich bin hier ein wohlhabender Händler, und habe dementsprechend viele Konkurrenten."Er blickte bei diesen Worten betrübt auf den Boden..."Die Wunde schmerzt zwar noch etwas, aber was währe wohl gewesen wenn du mich nicht sofort behandelt hättest..."
Er übertrieb jetzt wohl etwas, und Corie die von der Größe und innen Architektur des Hauses beeindruckt war nickte immer nur stumm.
Dann führte er sie ins Speisezimmer wo sie erst einmal etwas aßen...
|
| 27.06.2003 16:57 | #398 |
| Todesfürst |
Im gorthanischen Wald
Der Morgen war schon lange vergangen und die Drei waren schon längst wach und saßen mittlerweile auf ihren Holzschemeln und überlegten die ganze Zeit, was sie denn tun konnten, denn der Regen gestern hatte ihnen einen mehr oder weniger freien Tag verschafft.
Kleine Kieselsteine flogen auf den Boden und wurden wieder aufgenommen. Der würzige Rauch einer Pfeife glitt durch die Luft und erfüllte die Nasen der anderen. Vermischt wurde es von dem ebenfalls würzigen Geruch des Glimmstengels von Ra.
Also, genug gefaulenzt, wenn niemanden was einfällt lasst uns etwas durch den Wald streichen, vielleicht finden wir ja was lohnendes zu jagen und wenn nicht is auch nicht so schlimm, aber noch einen freien Tag brauch ich nicht. Ich hab gestern genug Kraft und Energie getankt, kommt schon ihr Faulpelze. -Na gut dann nehm ich mal meine Waffen mit. Und den Köcher muss ich auch gleich mal wieder auffüllen
-Hast doch jetzt genug! (Ra)
-Klar.....aber den nächsten Nachschub gibts erst wieder, wenn ich wieder in die Stadt gehe und das mach ich freiwillig erst in ein paar Wochen, also nichts mit Verschwendung!
-Ok, jetzt aber los (FP)
Die kleine Gruppe machte sich rasch abmarschbereit und verschwand dann vom Lager in dem dichten Wald. Lange passierte nichts und das Gestrüpp und die Bäume wuchsen alle sehr mässig, keine Tiere, zumindest keine jagendswerten waren zu sehen und auch sonst gab es nicht wirklich interessantes. Doch dann erschien ein anderes Landschaftsbild. Nach einer Felswand fand man einen völlig veränderten Wald wieder. Überall saftiges Gestrüpp, das auf grünen Wiesen wuchs, so saftig, das man reinbeißen wollte, überall Bäume, einer schöner als der andere und von einer Gleichmäßigkeit, sehr seltsam. Sein natürliches Mißtrauen schien geradezu zu explodieren, denn so ein Waldstück konnte doch nur von Gefahr zeugen, oder etwas nicht? Seine Gefährten schienen davon allerdings nichts zu spüren, sie beschäftigten sich lieber mit einem Strauch.
Scheinbar hatten sie nichts besseres zu tun als sich die Mäuler mit Waldbeeren zu stopfen. Naja verdenken konnte man es ihnen nicht, musste schon lecker sein. Er wollte ihnen aber nichts von seinem Verdacht sagen, denn am Ende war hier einfach nur schönes Panorama.
Als sie mit'm Essen fertig waren, und teils rote Ränder um die Lippen hatten, ging es weiter, ins Innere des Waldstücks....
|
| 27.06.2003 17:57 | #399 |
| Eiswasser |
Nachdem die Gefährten ihr Mal verschlungen hatten waren sie noch einmal schlafen gegangen. Kain war erneut in einen tiefen Schlaf gefallen, während Shiva sich irgendwo zwischen träumen und wachen aufhielt...
"Ah... wohl falsch abgebogen..."
"Was zum--"
"--Du bist zwar nicht Kain, aber gut, wenn ich schon mal hier bin... Ich bin auch Diener deiner Göttin, dennoch möchte ich dir einiges über sie erzählen... ich tue das nicht für dich, es geht mir ausschließlich um Kain und ich denke hiermit helfe ich ihm ein wenig."
"Du... bist nicht Kain? Aber..."
"Eine gewisse Ähnlichkeit, nicht wahr? Liegt wohl daran das ich wohl er bin... naja nur ein wenig älter, als die Version die du kennst."
"Du hast kein Interesse an mir? Hallo! Was is n das fürn Scheiß? Heißt das der Kain aus der Zukunft hat kein Interesse an mir?"
"Nein, es liegt vielmehr daran, das du... nein, ich bin nicht hier um dir deine Zukunft zu zeigen... ... ...Ich fasse mich kurz... um ehrlich zu sein hat Donnra... was tue ich hier eigentlich?... also... du willst doch sicher mehr über deine Göttin wissen oder nicht? Dann... hör zu, Donnra ist die dritte Göttin der fünf, sie kämpfte gegen Innos um die Verehrung der Menschen, wodurch dieser sie in seinen Lehren als bösartige Dämonen abstufte, genaueres dazu später. Jedenfalls wurde sie mitsamt ihrem grünen Bruder aus dem Kreis verbannt, wodurch der Kreis zum bis heute entstehenden Kreis der drei wurde, du weißt schon. Da Innos und ihre Brüder alle Männer auf ihre Seite zogen, entschied sich Donnra dafür sich der Restgruppe anzunehmen, nicht zuletzt da sie ja selbst weiblich ist, zumindest stellt sie sich so dar. Sie handelte darauf nach dem Spruch wie du mir so ich dir und schrieb in ihren Lehren das die ihre Brüder nur Mythen wären, wodurch sie sich selbst automatisch zur Mutternatur machte, bis heute kennt ihr Amazonen sie ja noch unter dem Namen Mutter oder nicht?... Willst du nicht auch mal was dazu sagen? ... Gut, dann eben nicht... wenn du mehr wissen willst, dann folge Kain noch eine Weile, ich muss dann, erwache!" Gegen Mittag öffnete Shiva ihre Augen und bemerkte sogleich den wild umherlaufenden Kain, der offensichtlich seine Sachen packte. "Wo solls diesesmal hingehen?"
"Woher willst du wissen--"
"--Ich hab ihn gesehen..."
"Wen?"
"Na dieses dämliche andere Ich von dem du immer laberst, du mit so n paar weißen Schwingen dran."
"Bist du sicher? Süße wie viel von meinem Sumpfkraut hattest du gestern?""Du...! Oh, ich kotze! Ich zieh mir dein Gelabere von dem Typ auch jeden Tag rein ohne was zu sagen."
"Okay, is ja gut, ich meinte bloß... was hat er denn erzählt?""Er hat mir was über Donnra erzählt, nicht sehr glaubwürdig... Ich versteh nicht wie du dem Typ so blind glauben konntest."
"Ich... weiß nicht."
"Und dann meinte er noch was von ich solle dir folgen wenn ich mehr wissen wolle, hah, so n Müll."
"..."
"Lass uns schnell wieder aus dieser Stadt verschwinden ja?"
"..."
"Was is?"
"Shiva... ... ...ich--"
"--Du folgst diesem Typ doch nicht etwa? Hallo? Was ist denn mit diesem Frost? Mit der Ausbildung?"
"Zumindest gibt es den Mann... du verstehst es vielleicht einfach nicht... ich muss..." Endlich hatte Kain seine sieben Sachen in seiner Novicenrüstung untergebracht und war nun dabei den Raum zu verlassen.
"…es tun..." Als die Tür hinter ihm ins Schloss fiel setzte er den Satz flüsternd fort. "...für Neo." Damit verließ Kain die Taverne und verschwand irgendwo in der Menschenmasse des täglichen Markts.
|
| 27.06.2003 18:32 | #400 |
| Todesfürst |
Im gorthanischen Wald
Sie liefen noch weiter in den Wald hinein, immer tiefer und tiefer, es wucherte immer mehr und verkam zu einem Urwald, nichts war mehr von Tannen oder Kiefern zu sehen es regierten das Chaos. Sicher es war Sommer geworden und die Sonne schien auch hier kräftig, so dass die Pflanzen durchaus wachsen konnten und auch ihr Chlorophyl war nicht unerklärbar aber wieso war es nur hier so, es kam ihm immer noch sehr seltsam vor. Doch nichts desto trotz richteten sie ihre Schritte weiter in die Tiefe hinein. Auf einmal verschwand das naturale Chaos und es bildete sich eine Alee von Bäumen hervor. Die Bäume standen in zwei Reihen, gerade und stramm, alle gleichmäßig geschnitten und gestutzt, es erinnerte an eine Stadtwache, die auch in ihren Einheitsgewändern bzw. Rüstungen patrollierte, doch waren sie hier nicht in der Stadt, sondern mitten im Wald von Gorthar.
Spätestens jetzt kam es auch Ra und Prix komisch vor und sie fragten sich, was hier vorging.
Was ist das hier für ein Wald Prix? Warst du schonmal da?
-Nein, ich kenne mich hier überhaupt nicht aus.
-Egal wir gehen weiter, aber vorsicht jetzt, achtet auf eure Umgebung! Nun drosselten sie ihre Schritte und gingen sehr langsam durch das Dickicht, die "grüne Hölle"
Während sie da so gingen fiel dem Fürsten auf, dass es hier erstaunlich still war, keine Vögel, keine Wölfe, keine Scavenger, kein nichts....Das führte nur zu einer Bestätigung seiner Sorgen. Doch solange nichts geschah konnte man nichts tun. Dann passierte doch etwas, denn Ra stolperte mittem im Dickicht und fiel mit einem Krachen auf die Waldoberfläche, die mit Moos überwuchert wurde. Das linderte zwar den Aufprall, führte aber dazu, dass er das Gesicht voller grüner Moosstücke hatte. Prix und er blieben erstarrt stehen und wunderten sich.
Was ist denn, bist du ausgerutscht? (FP)
-Nein keine Ahnung, ich lief ganz normal und dann hab ich mich in was verharkt und bin umgefallen.
-Verhakt? In was denn? (Prix)
-Keine Ahnung, es fühlte sich nur sehr stabil an.
-Moment, das haben wir gleich!
Prix ging bei der Stelle, wo Ra fiel auf die Knie und holte seine feine Schneidaxt heraus und entfernte das Moos. Bald stieß er auf etwas metallenes und zum Vorschein kam ein metallener Deckel, auf dem ein Ring lag über den Ra vermutlich gestolpert war. Vergeblich versuchte Prix den Deckel zu öffnen, den das Ding wieg einige Zentner, wenn nicht gar Tonnen. Doch mit vereinten Kräften und drei Pausen schafften sie es dann doch den Deckel hochzuwuchten und zum Vorschein kam ein dunkles Loch, das anscheinend sehr tief nach unten ging und keine Anstalten machte Informationen preis zu geben.
Oh nein, nicht schon wieder! Müssen wir da rein? (Ra)
-Nein, natürlich nicht, aber ich werde auf jeden Fall hinein gehen. (FP)-Nur wie willst du da rein, ein Seil haben wir nicht.
Eine hitzige Debatte entstand, ob die Gruppe wirklich da rein müsse oder nicht und vorallem wie, doch ein prüfender Blick in die wabernde Finsternis gab eine verrostete Leiter zum Vorschein. Damit wäre das eine Problem gelöst. Also wer folgt mir? Zwei Ich ertönten fast zeitgleich und dann waren sie auch schon in dem Loch verschwunden. An der knirschenden Leiter hinab in die Tiefe.....
|
| 27.06.2003 22:58 | #401 |
| Akadi |
Schnell blickte Akadi weg, sie konnte es nicht sehen, wie diese gewaltige, monströse Bestie, die zugleich so schön wie gefählich war, vor ihr zusammenbrach. Das Blut spritzte, lief langsam an die Seite des Kopfes herunter. Ein lautes Krachen, danach fielen die Augen zu. Nun waren sie wohl Meister, beziehungsweise Meisterin. Doch da kam auch schon der brennende Schmerz zurück, die sich von ihren Bauch breitmachte. An den Schnittstreifen, um genau zu sein vier, quoll immernoch die blutrote Flüssigkeit hinaus, ronn langsam zum Boden. Sie blickte kurz zu Xion, dann zum Ausgang. Sofort liefen sie los, durchstoßten den steilen Eingang und da war es wieder, das Sonnenlicht ... und Angroth. Überfroh rannte sie auf ihren Geliebten zu, küsste ihn leidenschaftlich auf die Lippen und merkte erst jetzt wieder die Gegend, die trocken und am Aussterben war. Fest umklammerte sie ihn, presste ihn zu sich und vergass dabei ganz ihre Verletztung...
|
|
|
|