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Rollenspiel nach Fall der Barriere
Hinter den Bergen (Jharkendar)
Hinter den Bergen # 2
| 05.11.2003 20:53 | #1 |
| Störtebeker |
Hinter den Bergen #2
Endlich waren sie da! Endlich in dem Neuen Gebiet. Zu lange hatten sie schon in Störtes Augen in der alten Welt verbracht, obwohl sie für ihn an sich neu war. Zu viel rumgesessen und gefressen, aber nun, nun würde er endlich wieder die See sehen, endlich wieder seinem Hobby nachgehen und zu Hause sein. Dafür war ihm die weitere Zeit in den Minen nur recht. Ein bisschen arbeiten und hin und wieder Gold einsacken war keine zu große Strafe für die Seeluft.Einer von Onars oder Lees Leuten, der angeblich an ihrem Zielort schon mal war, hatte ihm schon einiges über diesem erzählt. Angeblich tiefe Talkessel, einzigartige Pflanzen und jedem Menge Rum im Lager. Wie sehr er dem Stoff nachtrauerte. Ewig hatte er keinen mehr getrunken. Ob er ihn überhaupt noch vertrug? Wird sich zeigen, schließlich kamen sie endlich im Lager an.
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| 06.11.2003 01:14 | #2 |
| Endivion |
Nachdem die Sonne dem Horizont so nahe gekommen war, dass es draußen erträglich war verliessen Errol und Endivion die schattenspendende Ruine und sahen sich nach den Razors um. Schon seit einer Zeit hatte das Knurren aufgehört und sie vermuteten schon dass die Vieher weg wären, aber im Schatten war es so bequem gewesen, dass sie noch etwas weiter gedöst hatten. Ihr Vermutung bestätigte sich, von den beiden Razors war nichts mehr zu sehen und ihre Spuren war schon zum größtenteil vom Winde verweht worden. Dieser nahm zu dieser späten Stunde wieder zu und als er durch die Ritzen ihrer Kleidung drang und über die verschwitzte Haut strich, fröstelten sie etwas. Eilig packten sie ihre Sachen und Errol war schon auf dem Sprung nach unten, als Endivion noch eine Kiste bemerkte. Diese befand sich gut versteckt zwischen ein paar Trümmern eingeklemmt und sofort pfiff er seinen Kameraden zurück. Erstaunt blickten die beiden auf die Holzkonstruktion, hatten sie immerhin knapp fünf Stunden genau daneben gesessen und hatten sie nicht bemerkt. Nur wenige Momente später hatten sie den Schutt weggeräumt und zertrümmerten das schwer verrostete Schloss mit einem großen Stein. Gespannt knieten sie vor der Kiste die vielleicht einen Schatz beinhalten könnte, aber als sie den Deckel hoben wurden ihre Hoffnungen schnell zunichte gemacht.
Auf dem Boden lag ein verschimmelter Apfel, ein paar bleich gewordene Blätter und ein Beutel mit einem weichem Inhalt. Seufzend liess sich Endivion wieder auf den harten Boden zurückfallen, während Errol den kleinen Lederbeutel aufknotete. Nach zahlreichen Versuchen den Knoten zu öffnen, riss er die Schnurr ab, öffnete seine Hand und liess den Inhalt hineingleiten. Seine Augen erhellten sich schlagartig, wie ein kleines Kind begann er aufgeregt herum zu hüpfen und mit einem Satz war er bei Endivion und hielt ihm die Hand direkt unter die Nase:
Hilfe, willst mir diese Dinger etwas in die Nase schieben oder was? Was soll ich hier mit Peperonis anfangen? ...
Im Sekundenbruchteil schaltete sein Gehirn um und realisierte was Errol da für einen Schatz in den Händen hielt, immerhin waren dies doch genau die Dinger die Aragorn so dringend brauchte! Überglücklich fielen sich beide in die Arme und tanzten wie zwei Besoffene durch die Gegend, drehten sich im Kreise in gröllten wie Verrückte. Aber der Moment hielt nur so lange an, bis sie realisierten in was für einer peinlichen Pose sie sich hier oben befanden! Sofort entfernten sie sich voneinander und sahen sich um ob sie jemand gesehen hatte! Als sie ganz sicher sein konnten, hockten sie sich zusammen und zählten die kostbaren Schoten die Errol aus den Beutel zog. Es waren genau 30, also würde sie sich bei der Bezahlung später nicht streiten müssen wer den größeren Anteil bekäme. Sofort machten sie sich auf den Weg in den Außenposten der Sumpfis um Aragorn seine heißbegehrten Peperonis zu bringen und sich ihre Bezahlung von 600 Goldstücken abzuholen...
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| 06.11.2003 13:07 | #3 |
| The_Nameless |
Etwas verlegen blickte der Dämonenbeschwörer zu Krieger, der, wie Less selbst, soeben in seinen engen Kreis eingetreten war.
“Will der uns jetzt etwa mit Steinen abwerfen?“
Doch ein lustloses Schulterzucken war die einzige Reaktion, die der hohe Templer auf die ironische Frage erwiderte.
Ratlos sah Less auf den tristen, sandig-braunen Sumpfboden. Was war nur mit seinem Freund geschehen? Von seiner einst so humorvoller Art war scheinbar nichts mehr übrig geblieben.
Aber er kam nicht dazu, sich weitere Gedanken über den düsteren Wandel Kriegers’ zu machen...
Ein dicker, harter Stein prallte grob am rechten Oberarm des Magus ab, und landete, mit einem dumpfen Poltern schließlich auf dem weichen Sumpfboden.
Ein aufgebrachtes Schreien seines, von dieser Unkonzentriertheit nicht gerade begeisterten Lehrmeisters, vertrieb die schmerzverzerrten Ansätze, die sogleich in Less’ Gesicht traten, sofort wieder aus selbigem.
Etwas schüchtern blickte er in Artis Augen.
“Du sollst AUSWEICHEN! Und jetzt mit ein bisschen mehr Einsatz!“
Schnell vergaß der junge Schüler alles um sich herum. Seine Gedanken drehten sich nur noch um die kleinen, aber, wie er nun aus eigener Erfahrung wusste, doch sehr schmerzhaften Steinchen, von denen in diesem Moment schon der nächste auf seinen angespannten Körper zuflog.
Aufmerksam verfolgte Less die gerade Bahn, mit der sich der Brocken näherte, um dann, im letzten Moment, blitzschnell auf die linke Seite auszuweichen.Nur mit größter Anstrengung gelang es ihm, die Füße wild durch die Luft schleudernd, einen Sturz zu vermeiden, und noch halbwegs sicher, wenn auch heftig taumelnd, auf den Beinen zu bleiben.
“Verdammt, ich darf die Beine nicht vom Boden nehmen! Ich muss einfach früher reagieren!“
Doch dem eifrigen Schwarzmagier blieb nicht allzu viel Zeit, weiter über seine Fehler nachzudenken, denn schon Sekunden später kam der nächste Stein, ein noch größeres Exemplar, mit noch höherer Geschwindigkeit auf ihn zu.Ohne lange zu überlegen entschloss sich Less dieses Mal für die Rechte Seite und wich dem Stein mit einem kräftigen Hüftschwung aus.
Mit einem lauten Krachen prallte der Klumpen gegen einen weite entfernten Baumstamm.
“Jawoll!“
Ein erfreutes Glitzern schlich sich in die finsteren Augen des Schülers, das war ja gar nicht so schwer gewesen.
Lächelnd wandte er sich wieder an Arti, der nächste Stein kam bereits angeflogen...
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| 06.11.2003 14:32 | #4 |
| Krieger-BP |
Wieder hatten ihn des Nacht die Träume geplagt, die Träume die ihm der Schläfer schickte, ihm seine Taten prophezeite. Er hatte gesehen, wie er beschossen wurde. Krieger wusste es, als er aufstand und die Fünfzig Runden des Laufens über sich ergehen lassen musste. Er tat es, ohne zu muchsen. Die Zeit rückte näher, und als ob jemand den zeiger angestubst hatte, stand er plötzlich da, in dem Kreis, Arti vor ihm.
Und nun schien jemand mit seinem Finger den kreisenden Zeiger zu lahmen, alles lahmte und zog sich. Krieger sah, wie ein Stein auf ihn zuflog und unendlich langsam lehnte er sich nach hinten, warf die Arme über den Kopf, sah den Stein gefolgt von einer Spur geteilter Luft grade an seiner Schulter vorbeilegen. Quälend lahm fiel er weiter zurück, sein Oberkörper befand sich paralell zum Boden und wieder raste ein Stein in Zeitlupe an ihm vorbei, streifte sein Haar. Doch dann kam es. Arti warf mit doppelt so grimmigen Gesichtsausdruck einen grossen Stein, der unaufhaltbar auf Krieger zuraste, oder besser auf sein Knie. Als er aufschlug, schmerzhaft den Nerv des Knies traf, wurde alles wieder normal. Krieger platschte zu Boden, so schnell, wie es auch üblich war und hielt sich das schmerzende Knie, dass nicht mehr ganz unter seiner kontrolle war. Der Stein hatte den empfindlichen Nerv gequetscht, der jetzt nur noch zuckte, so dass Kriegers Bein nach oben huschte und dann wieder erschlafte. Es tat höllisch weh. Für einen Augenblick hatte er die Visionen und Prophezeiungen vergessen und lag nur noch wimmernd am Boden.
Die beiden Anderen starrten ihn erstaunt an.
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| 06.11.2003 17:11 | #5 |
| Aros |
Die Gruppe blieb nicht lange im Lager. Die Nacht hatten die Schürfer draußen am Strand neben dem Lagerfeuer verbringen müssen, da Drake und die Piraten ihnen keine Betten gegönnt hatten. Am nächsten Tag gab Drake recht bald wieder den Befehl zum Aufbruch. "So Männer, heute werden wir zur Goldmine gehen! Spitzhacken auf den Karren, los!"
Wenig später verließ der kleine Trupp das Lager. Drake stiefelte voran, als kenne er die Gegend wie seine Westentasche. Immer wieder sah er sich prüfend um und hielt nach Biestern Ausschau. Bisher waren sie noch niemandem in diesem seltsamen Land begegnet. Es kam Aros vor, wie in der Savanne. Das wenige Gras war kurz und trocken, überall lag heller Sand am Boden, und es war ziemlich heiß. Nach einiger Zeit kamen sie an einem kleinen Wasserloch vorbei, wo einige merkwürdige Frösche hausten und laut quakten, doch sonst war das Land wie leergefegt. Anschließend führte Drake sie wieder in das öde, noch kahlere Land, das sie vorher schon kurz aus der Ferne gesehen hatten. Seltsam sah es aus. Weit und zerklüftet war es, und riesige, rote Felsen und Berge, die das Land einschlossen, ragten gen Himmel und nur einige wenige kahle Büsche oder Kakteen keimten aus dem sandigen Boden. "Nicht mehr weit bis zur Mine, Männer! Legt ´nen Zahn zu, hier kann´s gefährlich werden!", meinte Drake, zur Gruppe gewandt. Und in der Tat zogen die Schürfer den Karren schneller, sodass er bedrohlich holperte und die Spitzhacken schepperten und klirrten. Dann endlich erblickten sie aus der Ferne eine schwarze Öffnung in der Felswand im Osten. Der Eingang war von zwei Holzbalken gestützt. Besonders sicher sah es nicht aus. "Da rein!", rief Drake.
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| 06.11.2003 17:24 | #6 |
| Störtebeker |
Nicht mal einen Tag hatte Drake ihnen im Lager gegönnt. In der Dunkelheit hatte Störtebeker das Meer nicht mehr sehen können. Lediglich das Rauschen hörte er, und war wieder mal beeindruckt. Ein paar Wochen hatte er es nun nicht mehr gehört, doch trotzdem hatte er große Sehnsucht gehabt.
Doch beim Hören blieb es dann auch. Noch vorm Sonnenaufgang mussten sie wieder raus und zu den Minen. Pech gehabt, aber sobald er die Möglichkeit hat, sich den Piraten anzuschließen, wird er sie nutzen und dann raus aus den Minen. Diesen Entschluss hatte er gleich gefasst, als er ihr Lager betreten hatte. Wenn er einer von ihnen werden würde, würde er wohl eher Urlaub haben als zu Arbeiten. Er träumte schon jetzt davon. Doch ohne seinen Sohn wollte er das ganze auch wieder nicht machen.
„Sag mal, mein Sohn, was hältst du von der Idee, der Gemeinschaft der Piraten beizutreten?“
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| 06.11.2003 17:43 | #7 |
| Drake |
"Reden könnt ihr uach nachher ihr beiden!" rief Drake ihnen zu, er wollte nunmal ein härteres Auftreten haben als zuvor und er wollte die Schürfer zum arbeiten bringen. Nun rief der Pirat nochmal zu den im Höhleneingang stehenden Schürfern, ise sollen ihre spitzhacken oder andere Waffen bereit halten, da sich hier vielleicht diese gefürchteten Minecrawler aufhalten könnten...
...Die Gruppe lief dicht gedrängt die Höhle durch, schaute sich immerwieder vorsichtig um, und selbst Drake überkam ein wenig das Fürchten, sodass man eine Gänsehaut an ihm erkennen konnte. Plötzlich zischte es. Sie schauten murmelnd plötzlich umher, als eines dieser Mienenkrabbler herausgekrabbelt kam, einen Schürfer umwarf, und die Gruppe von Drake trennte. Er selbst fiel zurück, kugelte rücktwärts und fand scih in einer winzigen Nebenhöhle wieder, vor ihm ein weiterer Crawler. Kurze Zeit später hatte er sein Schwert schon in der Hand, schlug nach der Bestie aus und traf sie, doch sie lebte noch. Er schlug noch einmal, diesmal aber ins Leere, weshalb er fast nach vorne umfiel denn schwungvoll und kräftig schlug er allemal. In dem Moment als der Crawler von der Seite zuschlagen wollte, schlug auch Drake, traf das Vieh neben dem Kopf, es sackte langsam ein, bevor die alte und rostige klinge Drakes senkrecht durch den Kopf des Viehs glitt. Einmal kräftig gezogen und der Kopf war immernoch auf der Klinge, jeodch nichtmehr am Körper des Mienenviechs befestigt. Er eilte zurück dahin, wo er herkam und sah den älteren der beiden, vorher redenden, und seine Spitzhacke im Rücken des Monstrums. Der vorhin umgeworfene kam zum Glück nur mit ein paar Schürfwunden weg, sodass sie die Arbeit beginnen konnten. Drake orderte nämlich an, sie sollten die hinterste Wand in der kleinen Miene mit den Spitzhacken durchbrechen, er selber untersuchte die Miene nach weiterem...
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| 06.11.2003 20:28 | #8 |
| Sirius |
Mit Freuden inhalierte Xephon sein, mehr oder weniger, hart erkämpftes Kraut. Ihn verlangte es heute nach frischer Luft, so hatte er sich ausnahmsweise einmal unten, am Stamm des Baumes, der seine Baumhütte trug, niedergelassen. Der Regen der Vortage hatte die Luft herrlich geklärt und der Novize des Schläfers genoss es förmlich, sie in großen Zügen ein und wieder aus zu atmen. Er vertrieb sich seine Zeit wieder einmal damit, seine Glaubensbrüder bei ihren Tätigkeiten zu beobachten. Es belustigte ihn immer wieder, den anderen Schläfer-Gläubigen bei ihrer harten Arbeit und ihren, hin und wieder vorkommenden, Missgeschicken zuzusehen.
Mit großem Interesse sah er zur Zeit zu, wie ein sowieso schon erschöpft aussehender Novize mit einer sehr großen Kiste hin und her schlingerte. Die Kiste schien nicht gerade leicht zu sein, denn man konnte fast sehen, wie sich die Muskeln des jungen Mannes mit der Last, die sie zu tragen hatten, herumquälten. Xephon hätte gern gewusst, womit die Kiste gefüllt war, doch konnte er es leider nicht erkennen, da sie fest verschlossen schien und man keinen Blick aufs Innere werfen konnte. Nach kurzer Zeit kam es zu dem, wozu es in dem im Sumpfe gelegenen Außenposten kommen musste. Denn da sich das Blickfeld des armen Mannes durch die Kiste äußerst einschränkte, und er somit nicht einmal erkennen konnte was direkt vor ihm lag, trat er in eine Pfütze und überschlug sich. Die Kiste flog im hohen Bogen durch die Lüfte, um anschließend mit einem lauten Platsch wieder aufzukommen und in der Pfütze zu versinken. Nachdem sich dann der Novize wieder aufgerichtet hatte und einigermaßen zur Besinnung gekommen war, rannte er panisch wieder hinüber zu seiner Kiste und mühte sich damit ab, sie aus der Pfütze hinaus zu hieven. Bald hatte er es vollbracht, die Kiste befand sich wieder auf festem Boden. Doch der Kerl schien von jetzt an lieber zu warten, anstatt es doch wieder alleine anzupacken und es auf ein zweites Unglück ankommen zu lassen.
Xephons Stängel kam seinem Ende währenddessen immer näher, er schnipste ihn schließlich hinaus in die Gegend, blieb danach jedoch noch einige Zeit auf dem Erdboden sitzen.
Es war doch immer wieder spaßig, das ganz alltägliche Chaos mit anzusehen.
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| 06.11.2003 22:43 | #9 |
| RhS_Artifex |
Immer wieder und wieder warf der Hohe Templer kleinere Steine auf seine Lehrlinge, welche sich damit abplagten all denen auszuweichen, während er feststellen musste, dass es ihnen immer besser gelang. Wenn er nur daran dachte, wie diese Übung erst angefangen hatte... Während Less unsicher seine "ersten" Schritte tat, d.h. seine ersten Versuche zum Ausweichen von den Steinen vorführte, hatte Krieger es geschafft dem ersten Stein, der auf ihn zuflog, dadurch zu entkommen, indem er seinen Rücken unmenschlich weit nach hinten durchbog und sich fast parallel in der Luft hielt, der darauffolgende Stein, der den Hohen Templer am Knie traf, besiegelte dessen Schicksal und Krieger fiel nach hinten um. Offenbar war der Schmerz groß genug, dass er ein wenig normaler aussah, bevor er sich herumwälzte. Artifex hatte den beiden dann eine Pause gewährt, die solange andauerte, bis Krieger wieder einigermassen auf den Beinen stehen konnte. Dennoch wurde dann die Übung fortgesetzt und alles verhielt sich dann normal.
Ja, die Lehrlinge, die machten sich wirklich gut. Aber das Pensum für heute war noch nicht erfüllt, also fuhr er fort die Steine auf die beiden zu werfen, bis der Sack dann leer war. "Okay," rief er dann, "für heute lassen wir es mit der Übung gut sein, aber am Baumstamm müsst ihr dann noch üben !" Ohne auf die Schüler zu achten suchte er dann den Baumstamm auf und wartete dort auf die beiden, wobei er nicht lange warten musste, denn sie kamen dann auch schon. "Also, los, da rauf mit Euch !", wies er die Schüler dann an und suchte sein Plätzchen auf, um sie dann scharf zu beobachten. Diesesmal sollten sie es wieder schwerer haben, denn ihre Körper mussten von dem ganzen Ausweichen und den Treffern, die sie eingesteckt hatten, recht geschunden und erschöpft sein, aber sie hatten das trotzdem durchzumachen.
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| 07.11.2003 13:34 | #10 |
| Störtebeker |
Störtebeker hatte eigentlich auf Aros Antwort gewartet, aber der Pirat musste ihn ja unterbrechen. Wusste er denn nicht, dass diese Entscheidung ihm äußerst wichtig war? Er konnte nur noch hoffen, dass Aros sie später noch beantworten würde.
Als sie dann weiter in die Mine liefen, kamen natürlich wieder Minecrawler. Wie sehr er die Biester hasste. Zwei Stück erkannte er schnell. Der eine rannte auf Drake, und der andere – auf ihn. Er fing an zu kochen. Musste das denn immer sein? Er konnte diese widerlichen Viecher nicht mehr ausstehen. Jeden Tag sah und hörte er sie, wenn er in der Mine arbeitete. Doch nun reichte es ihm. Voller Wut riss er seine Spitzhacke hoch und warf sie auf den Minecrawler. Mit einem widerlichen Geräusch setzte sich die Hacke im Kopf des Crawlers fest. Sofort viel er tot um. Immer noch genauso erzürnt riss er sein Werkzeug wieder hinaus und machte sich weiter in die Mine.
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| 07.11.2003 14:52 | #11 |
| Drake |
Leise stöhnte Drake vor sich hin, erhob dann seinen Körper vom Boden um aus dem Sitzen ins Stehen zu kommen. Er seufzte nocheinmal durch die hallernde Miene, und schleppte seinen trägen Körper durch die Höhle, schaute sich um und stupste den einen oder anderen schlafenden Schürfer mit dem Fuße an, denn es sollte endlich weitergehen. Die Wand, an die sie sich gestern gemacht haben zeigte Fortschritte, überall waren die Folgen der Spitzhackenschläge zu erkennen. Sie brauchten nicht mehr viel und die Pforte zum Reichtum oder zur Enttäuschung würde sich öffnen...
...Drake verteilte unter den Schürfern die Wasserflaschen, wollte das das klare Bergquellwasser sie wieder auf die Beine bringt, und das tat es auch, es erfrischte die Arbeiter und machte ihnen Mut weiterzuschürfen. Sie packten allesamt ihre Spitzhacken, hackten noch ein paar mal auf die Wand, selbst Drake unterstützte die Arbeiterkolone mit seiner Kraft und mit einem lauten, staubaufwirbelnden Knall stürzte die Felswand vor ihnen und nachdem sich der Staub gelegt hatte sahen sie einen Hohlraum in dem einige Goldklumpen waren zu sehn. Als sich die Schürfer gerade auf das Gold stürzen wollten, gepackt von neuem Mut, neuem Glück und neuer Hoffnung, trat Drake vor sie, hielt die Hand ihnen vor und sagte sie solten stehenbleiben.
"Da ich so ein überaus Großzügiger Mann bin, ein Mann der euch zum Gold geführt, ernährt und ausgerüstet hat, stellen wir folgende Regel auf: Ihr zeigt mir alles geschürfte vor, gebt mir aber die Hälfte davon ab, das seid ihr mir schuldig. Die eureige Hälfte könnt ihr behalten und damit anfangen was ihr wollt. Wenn ich merke das mich einer von euch bescheissen will, dann sag ich euch, hat er kopflos gehandelt. Na dann, LOS!"
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| 08.11.2003 00:55 | #12 |
| Sirius |
„Würdest du das für mich erledigen, Novize?“
„Natürlich.“
„Dann mache dich auf den Weg. Und eile dich nicht, achte lieber auf die Qualität der Pflanzen, anstatt zu versuchenden die Aufgabe so schnell wie irgend möglich zu erfüllen.“
Nach diesen Worten wand sich der Baal ab und lies Xephon mit seinem kleinen Auftrag allein.
Es hatte sich ereignet, als der von der Langeweile geplagte Novize an Nachmittag vor die Türe geschritten war, um ein wenig Frischluft zu schnuppern. Plötzlich war ein Baal auf ihn hinzugewandert und sprach ihn an.
„Du. Novize. Wärest du dazu bereit, ein paar Erledigungen für mich zu machen?“Im ersten Moment war Xephon einfach sprachlos stehen geblieben, er hatte nicht recht gewusst, wie er handeln sollte. Einerseits wusste er nicht, was das für ‚Erledigungen’ das waren, von denen der Baal sprach und man ließ sich schließlich nur ungern auf ein unnötiges Risiko ein. Andererseits durfte man einen Baal nicht enttäuschen, solche ‚Sünden’ kamen in der Bruderschaft überhaupt nicht gut, das wusste jeder.
So antwortete er schlichtweg mit einem unentschlossenen „Ja“. „Ja?“ Wiederholte ihn der Rangeshöhere.
„Ja, oder nein? Bevor ich dich mit der Aufgabe vertraut mache, brauche ich deine Einwilligung. So sprich!“
Kurz dachte er über die eventuellen Gefahren, die sich hinter dem Auftrag verbergen konnten nach, dann jedoch, besann er sich auf seinen gemeisterten Umgang mit dem Einhänder, seine schützende Robe und seine scharfen Sinne. „Ja, Erleuchteter. Entschuldigt meine Unentschlossenheit, ich sollte nicht wagen, euch zu wiedersprechen.“
„Das ist gut. Hör zu, ich brauche lediglich ein paar Pflanzen, nicht mehr und nicht weniger, es handelt sich dabei um sechs Blauflieder, vier Heilkräuter und drei Feuernesseln. Diese sollst du für mich besorgen.“
Xephon fiel ein Stein vom Herzen. Pflanzen, wenn’s sonst nichts war...„Würdest du das für mich erledigen, Novize?“
„Natürlich.“
Bejahte der Angesprochene. Danach wies ihn der Baal nur noch darauf hin, dass er sich Zeit lassen solle und lieber auf Qualität achten solle, anstatt sich selbst zu hetzen.
Nun, was bleibt mir jetzt noch anderes übrig...
Dachte der Novize bei sich und machte sich schnurstracks auf den Weg in den tiefen Sumpf. Dorthin wo die meisten Kräuter wuchsen.
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| 08.11.2003 02:10 | #13 |
| Atlas |
Schon seit Stunden hörte Atlas nur das rythmische Pochen von Spitzhacken auf Stein. Minen waren doch immer dieselben dunkeln, feuchten, unterkühlten, gefährlichen und überhaupt lebensfeindlichsten Umgebungen, die es gab. Die Ähnlichkeit war tatsächlich verblüffend, nur das hier Gold geschürft wurde. Gold. Das war das Einzige was ihn hielt, was ihm einen Sinn lieferte. Gold. Ein kleines Wort, doch konnte es oft mehr bewirken als 1000 andere Worte. Drake waren sie aus einem einzigen Grund gefolgt: Gold. Bei Claw war es um die Bedrohung und Gold gegangen. "Die Welt dreht sich nur um diese kleine glitzernde Substanz" dachte er bei sich. Die beste und einzige Motivation sich in solch eine Gefahr zu begeben. Und, so schien es ihm, je mehr Gold man hatte, desto besser wusste man um diese Motivation und konnte sie einsetzen. Wie Drake, wie Claw, wie Onar. Der Tag schien kein Ende nehmen zu wollen und so hatte er Zeit und Muse seinen Gedanken nachzuhängen. Sekunde für Sekunde rückte das Arbeitsende näher und doch schien es endlos weit weg.
Endlich dann beim Ausgang gab er seinen Teil ab. Im stillen rechnete er sich aus, was Drake bei diesem Unternehmen verdienen musste, wenn er von jedem Schürfer soviel einkassierte. Neid stieg in seinem Inneren auf. Er wollte ebenfalls aufsteigen, reich werden und vor allem die Spitzhacke an den Nagel hängen können. Damit hörte er auf zu denken und begann zu träumen.
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| 08.11.2003 11:59 | #14 |
| Störtebeker |
„AUFSTEHEN!!!“
Störte schreckte hoch. Eine laute Stimme riss ihn aus seinem Tiefschlaf. Noch verträumt blickte er sich hastig um. Aros lag nicht mehr neben ihm, genau wie der andere Schürfer, Atlas hieß er. Nur eine böse Fratze hatte sich vor seinem Gesicht aufgestellt und guckte ihn menschenfressend an. Immer noch brüllend schrie er:
„Du alter scheiß Opa! Ich hab keinen Bock dich jeden Tag neu wecken zu müssen, während alle anderen schon längst arbeiten. Wenn das hier kein Job für dich ist, dann verschwinde!“
„’Tschuldigung, Drake!“
Störtebeker stand sofort auf und schnappte sich seine Spitzhacke.Wieso musste der Pirat denn so hart zu ihm sei? Konnte er denn keine Rücksicht auf alte Leute nehmen?
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| 08.11.2003 12:13 | #15 |
| Aros |
Schon als draußen die ersten Sonnenstrahlen hinter den rötlich gefärbten Bergen hervorlugten, hatte Drake die Schürfer geweckt und sofort an die Arbeit geschickt. Er schien es sehr eilig zu haben, doch die Schürfer waren müde und geschafft vom Vortag. Das einzige, was sie alle motivierte, war das Gold. Und je mehr sie schürften, desto mehr bekamen sie - aber auch Drake. So verdiente ihr Anführer sich eine goldene Nase, ohne, dass er einen Finger dafür krumm machen musste. Na, immerhin hatte er sie zu der Mine geführt. Aros sog noch einmal genüsslich die kalte, frische Morgenluft, die von einem sanften Wind durch den Canyon getragen wurde, in seine Lungen und betrat dann mit der Spitzhacke auf dem Rücken hinter den anderen Schürfern die stickige, enge Mine. Drinnen war es dunkel und staubig, nur wenig Licht fiel vom Eingang herein und einzelne Fackeln erhellten den hinteren Teil der Höhle. Seufzend nahm er seine Hacke, suchte sich einen Goldklumpen und begann, zu arbeiten. Gold war nicht Erz. Und folglich musste man beim Schürfen auch anders vorgehen, das merkte Aros bald, denn die meiste Zeit schürfte er nur Splitter, bis ihm einer der anderen Schürfer, ein bereits älterer Mann, dem die wenigen grauen Haare in verfilzten Strähnen vor der Stirn hingen, einen Tipp gab: "Immer von oben nach unten arbeiten. Das geht zwar schwerer, aber du schürfst auch mehr Gold. Der zweite Punkt ist: niemals senkrecht mit voller Wucht auf den Fels hauen. So vergeudest du Kraft und erntest nur Splitter. Arbeite vorsichtig um ein großes Nuggetstück herum und lege es frei, dann kannst du gleich mehrere Brocken schürfen."Hörte sich ja verdammt einfach an. Doch woher sollte Aros wissen, wo sich die großen Nuggets versteckten? Er hackte noch ein wenig auf dem Fels herum und versuchte, die Tipps des alten zu beherzigen, dann, als Störte erschöpft die Mine betrat, gönnte er sich eine kleine Pause. "Na, auch schon wach? Sag mal, was wolltest du mich gestern fragen? Drake hat ja dazwischen gebrüllt..."
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| 08.11.2003 12:20 | #16 |
| Störtebeker |
Müde schleppte sich der Opa zum ersten Goldklumpen. Seine Augen waren immer noch nicht wach, seine wenigen Haare verklebt. Nicht mal kurz waschen konnten sie sich hier. Das war wieder der Vorteil, wenn man am Meer lebte. Dort würde er einmal ins Wasser springen, und er war wieder munter und sauber. Doch munterte ihn das lachende Gesicht seines Sohnes auf. Immerhin war er noch bei ihm, sonst würde er mit diesem Piraten wohl ganz alleine auskommen.Auf seine Frage sagte der Vater:
„Ich fragte dich, was du von der Idee hälst, der Gemeinschaft der Piraten beizutreten?“
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| 08.11.2003 12:26 | #17 |
| Aros |
So ernst hatte Aros seinen Vater noch nie erlebt. Seine Frage schien aus ganzem Herzen zu kommen und sein Blick sah nach Sehnsucht, Trauer aber auch Hoffnung aus. Aros lächelte daraufhin und starrte gedankenversunken auf den lehmigen, feuchten Boden. "Ja...", seufzte er. "Das Meer. Zu kurz haben wir es gesehen, doch sofort hat es mich wieder übermannt und nun ist meine Sehnsucht danach größer denn je. Zu gerne würde ich an diesem Strand leben... aber diese Piraten scheinen mir keinen freundlichen Eindruck zu machen. Zumindest solchen wie uns gegnüber. Wir sind nur arme Fischer und haben nix drauf. Aber alles wäre mir lieber, als in den Minen zu schuften. Lieber spiele ich Mädchen für alles und lasse mich von den Piraten auslachen, als dass ich hier, fernab von Meer und Tageslicht, schürfe."
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| 08.11.2003 12:30 | #18 |
| Erzengel |
Am frühen Mittag verließ der Ex-Baal die Ruinen des Tempelkomplexes gleich hinterm Pass, bei denen er erst vor wenigen Stunden angekommen war. Weiter nach Westen den südlichen der beiden Wege nehmend schritt er voran zum Hexenturm hin. Also, angenommen niemand kannte den verbotenen Weg, nicht einmal das Schicksal selbst, dann konnte es doch gar keine Aufzeichnungen darüber geben oder? Auf jeden Fall waren die Siegel irgendwie mit diesem Weg verbunden. Vielleicht waren sie ja eingesetzt um Mauern unzerbrechlich zu machen, Mauern die ihn davon abhalten sollten sich weiter von den Wege zu entfernen. Zweifelsohne musste er die Siegel zerbrechen um weiter zu kommen.
An der zweiten Kreuzung rechts bis nach unten und dann die Abzweigung nach oben, den Bogen um die kleinen Berge und schon sah er die Geysire spritzen. Am Turm selbst öffnete er die Tür mit dem geheimen Schlag oberhalb des Hexagramms und legte Innen die Runika ab. Dann eilte er nach oben mit knurrendem Magen an der Küche vorbei in die Bibliothek. Irrte er sich oder war diese Buch mit dem roten Umschlag neu? Zielstrebig ging er zu ihm, zog es heraus und blätterte kurz darin. Nervös klappte er den Buchdeckel wieder zu und eilte nach unten in die Küche, wo er sich ein Brötchen nahm und sich dann nach Draußen in eine Quelle verzog um dort weiterzulesen.
Aller guten Dinge sind drei, heißt es und so sind auch die Reisen nach Belzusia drei, wenn sie gut sind. Mithilfe der beiden zukünftigen Ichs gelangt der Sohn der Gotthexe zwei mal nach Belzusia, einmal in die nahe Zukunft, das andere mal weit in die Vergangenheit. Was fehlt also? Die Gegenwart. Was tun? Der Sohn muss selbst einen Weg nach Belzusia finden und der einzige Weg, den das Schicksal offen lässt ist der Weg durch ein Portal, doch für dieses Portal werden eben jene Schlüssel gebraucht, die eigentlich für die fünf Siegel gedacht sind. Das erste Schwert erhält er bereits auf der zweiten Reise nach Belzusia, es ist das windgeweihte Schwert, welches einen unzerbrechlichen Bund mit den Sohn der Hyen eingeht und sich so zum bekannten Hexenschwert wandelt. Damit bleibt es nicht länger nur das Windschwert, sondern wird zu einer Art Joker, mit dem man alle Siegel öffnen, schließen und zerstören kann. Doch müssen im Portal alle Schwerter gleichzeitig sitzen und es gibt nur ein Hexenschwert. Alle anderen Schwerter werden vom Schicksal zum Sohn der Hyen geführt. Nur vom Feuerschwert weiß man es, er wird es als letztes finden und nach einem tagelangen Kampf Jeromé abnehmen...
Oder auch nicht, wenn man so wollte wieder ein Beweis für die Ungewissheit des verbotenen Wegs, hatte er doch Jeromés Schwert bereits und ihn getötet, was wohl den anderen sechs Wegen nach erst viel später passieren sollte... Vergangenheit? Ja. Aber Zukunft? Nein. Er war zwei mal in der... Ein Seufzer entrang sich seiner Kehle, da sollte mal einer durchsteigen. Also aller Wahrscheinlichkeit war die erste Reise nach Belzusia nun in die nahe Zukunft gegangen und die zweite weit in die Vergangenheit... Das würde auch erklären warum der mächtige Schwarzmagier seine Finger im Spiel hatte, hätte er einige Jahrhunderte zuvor wohl noch gar nicht existiert, obwohl auch er in die Vergangenheit gereist sein könnte, wenn es denn Vergangenheit war... Kains Atem stockte... sollte es wirklich die Zukunft gewesen sein, dann stand Belzusia jetzt noch. Hätte ihn auch gewundert was er im ewigen Moor hätte tun oder finden sollen, wenn dort nicht einmal mehr Ruinen waren... gewesen wären, vielmehr. Das war alles irgendwie so verworren...
...Außerdem werden vier Ringe benötigt um die vier übrigen Schwerter zu aktivieren. Die Ringe sind auch als Schlüssel zum Schlüssel bekannt und liegen in vier großen Tempeln verborgen und geschützt. Nur mithilfe des passenden Schwerts sind die zu bergen, daher muss zuerst das Schwert gefunden werden. Da Jeromé jedoch die Kräfte des Sohns schon versiegelt und dazu ein voll funktionsfähiges Schwert benötigte, muss das Feuerschwert von Jeromé bereits aktiviert gewesen sein...
In Jeromés Schwert leuchtete bereits ein kleines Wappen zwischen den beiden runden Parierstangen. Ja, also viel auch das Weg, blieben noch Beliars Siegelschwert, Donnras und das von Adanos. Drei Schwerter, drei Ringe. Nur wo sollte er anfangen zu suchen?
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| 08.11.2003 15:09 | #19 |
| (pisi)Härda |
Böse Träume suchten Ismael heim, von Schlacten und einem riesigen Dämon der im Feuer seiner selbst gane Armeen vernichtete...
Vollkommen verschwitzt wachte Ismael auf und wühlte sich aus seinen Laken. Sofort zog er seine triefnassen Kleider aus und warf sie in seinen Wäschekorb. Dann machte er sich splitternackt auf durch die verlassene Wohnung in Richtung Badezimmer. Srezor hinterließ eine nict zu schließende Lücke, diese stete Lustigkeit, dieser Optimismus...
Die Wintertage wurden kälter und Ismael legte im Vorrübergehen ein paar Holzscheite auf die glühenden Kohlen und warf etwas Zunder in die Glut. Mit ein bisschen Glück würde ein hübsches Feuer in dem halboffenen Kamin brennen, wenn Ismael wiederkam.
Er ging den kalten Gang entlang und war froh, als er das heisse Beckken erreicht hatte, denn seine Füße waren von dem kalten Fels ganz angefroren. Er ließ sich behende in das Wasser gleiten und fühlte die agressive Hitze, die den Schmerz der Malessen des Trainings der letzten Tage aus den Knochen brannte.Ismael entspannte sich und ließ sich tiefer ins Wasser gleiten, legte seinen Kopf zurück und schoss die Augen.
Das tiefe Sprudeln des lebendigen Quells war das einzie Geräusch im Raum. Plötzlich schrekcte Ismael auf, als ein Schatten über sein Gesicht fiel und musste herzlich lachen, als Shanks etwas ungeschickt ins Wasser plumste. Ismael holte den Vogel zu sich und schloss wieder die Augen.
Die Orangerot leuchtenden Federn des Vogels kitzelten ein bisschen an Ismaels Bauch...
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| 08.11.2003 16:16 | #20 |
| Erzengel |
Unruhig saß der ehemalige Magier in seiner Bibliothek, ging vom einen Regal zum nächsten und durchsuchte jedes Buch nach einer Karte, einer ganz bestimmten Karte. Die drei übrigen Schwerter galt es zu finden, doch wo waren sie? Er hatte den verbotenen Weg gewählt und das Schicksal versuchte mit all seiner Macht ihn auf einen Weg eines Gottes zu treiben, es würde seine weiterkommen nicht dulden und die Schwerter wohl nicht zu ihm bringen, also musste er die Schwerter finden, irgendwie. Sein einziger Vorteil war eben der verbotene Weg, den nicht einmal das Schicksal selbst kannte und, das war wohl seine einzige Chance als einfacher Mensch gegen seine Bestimmung anzukämpfen. Oder sollte er lieber ein Siegel fragen wo sich sein Schwert befand? Vielleicht hatten sie ja so ein Gespür dafür, wo ihr Schlüssel sich verbarg, wer wusste das schon. Er würde also bald wieder zum Kastell müssen, wenn Kal noch dort war. Vielleicht führte ihn auch eine Schwert zum nächsten, hatte das Hexenschwert doch Jeromé durchbohrt und ihm so zu das Feuerschwert gebracht. Andererseits waren die Schwerter vielleicht wirklich eine Art Lebewesen, wie es ihm bei der Hexenschneide auch öfters vorkam. Wenn ja, dann wäre das Feuerschwert wohl ähnlich wie ein Feuermagier oder noch schlimmer ein Paladin ein treuer Diener des seines Herrn und Innos war bekanntlich sehr daran interessiert Kain zu seinem dunklen Bruder zu schicken.
Auch blieb die Frage warum der Ex-Baal eine solch große Wahl treffen durfte, warum er die Wahl über sein Schicksal hatte, zumindest eines von sechs zu erwählen und dann doch als erster von tausendenden auf den sogenannten verbotenen Weg gelangte... Es war alles so kompliziert... so undurchschaubar... es musste doch jemanden geben, der Bescheid wusste, irgendjemand, egal wer und egal wo.
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| 08.11.2003 17:53 | #21 |
| Atlas |
Mann, dieser Drake war ein Kotzbrocken. Jeden Tag früh raus um möglichst viel Gold für ihn zu schürfen. Toll, so stellten sie alle sich das vor. Draussen war es trotz des voranschreitenden Herbst noch angenehm warm, die Sonne schien und dann dieser Strand, wo die Piraten faulenzen konnten. Das musste ein Leben sein, voll mit Reichtum und Annehmlichkeiten. Die tiefer gestellten waren halt immer die armen Schweine. Müde und unausgeschlafen schleppte er sich an die Arbeit, völlig lustlos und übermüdet. Den Tag durch geschah nichts besonderes und am Abend, gerade als die Sonne ihre letzten Strahlen über die Berge schickte liess Drake sie gehen. Das kümmerliche bisschen Gold, das nach der Abgabe an Drake noch übrig war steckte er ein, dann tollten sich die Schürfer zurück ins Lager, wo sie genüsslich assen und tranken.
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| 08.11.2003 20:30 | #22 |
| Drake |
Drake war müde. Er hatte zwar nicht viel gemacht, nichts geschürft, aber er musste schließlich auch seine Goldbrocken zählen und sie auf den Karren lagern. Zusätzlich jagte er auch einige fette Sumpfratten, von denen sich einige in den Canyon trauten und die genügend Fleisch abgaben. Seine alte, rostige Klinge war Blutbeschmiert, seine Augen von Ringen umrandet und sein Gesicht schaute übermüdet aus....
...Doch das sollte ein Ende haben. Drake trommelte seine Leute zusammen, belud den Wagen mit den letzten Goldbrocken, hetzte die Schürfer aus der Miene und meinte sie bräuchten alle einen schönen Urlaub am Strand. Auf einmal strahlten die Schürfer vor Zufriedenheit, schulterten ihre Spitzhacken und halfen Drake dabei, den schwerbeladenen Karren durch den Sand der in dieser trockenen Ebene war, zu schieben und zu ziehen...
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| 08.11.2003 20:30 | #23 |
| RhS_Artifex |
Der letzte Tag hatte mit der Übung auf dem Baumstamm, die nach der Ausweichübung dran kam geendet und heute brach wieder ein neuer Tag an. Der Aussenposten lag noch ruhig da, während die Nacht dämmerte, als dann plötzlich ein gellender Schrei ertönte. Die Person, die den Schrei ausgestossen hatte, entpuppte sich als ein Hoher Templer, einem Veteranen des Sumpflagers, der schon viel für das Lager getan hatte. Dieser Umstand mag für den Betrachter wohl nun wirklich verwunderlich erscheinen, aber für Artifex, den Hohen Templer, mochte sich jener Sachverhalt wohl anders darstellen. Keuchend sass dieser da und schwitzte aus allen Poren.
Grässlich, einfach nur grässlich ! Beim Schläfer ! Was hatte der Traum zu bedeuten ? Wir haben doch einen Traumdeuter in unserem Lager... Nichts wie zurück ins heimische Tal und diesen Traumdeuter aufgesucht ! Der Entschluss war schnell gefasst, doch da spielte sich der Traum in seiner Gänze in seinem Gedächtnis noch einmal ab:
Ödnis... eine so weitreichende Ödnis, die weit und breit keinerlei Anzeichen von Pflanzenbewuchs zeigte, dass dem Träumer nur noch eine Frage einfiel: 'Wo bin ich ?' Doch plötzlich flammte, wie um die unausgesprochene Frage zu beantworten, am Horizont eine gleissende Flamme auf. Diese Flamme als Ziel markierend, setzte sich der Träumende in Bewegung. Nach langer Zeit, konnte er die Flamme schon besser erkennen. Unweit von der Flamme tanzten einige vermummte Gestalten um jene herum. "Was geht hier vor ?", die Worte sprudelten ihm über die Lippen, bevor er auch nur einen klaren Gedanken gefasst hatte. Der Tanz hielt abrupt an und eine der Gestalten wandte sich ihm zu. Zwei blaue Augen glänzten im Gesichtsschutz der Gestalt, die in einer schwarzen Robe gekleidet war. Mit weit ausgreifenden Schritten kam sie auf den Fragenden zu, bevor sie in Armlänge vor diesem stehen blieb. "Wir, tanzen, um des Meisters Gunst zu erringen.", die Stimme klang, als ob ein Stein über eine Feile geschabt wurde. "Und... wer ist euer Meister ?", fragte der Neuankömmling zögerlich. "Wer denn wohl ? Der SCHLÄFER natürlich !", ertönte es hinter der Gesichtsmaske, welche der Robenträger, dann auch abnahm. Das Gesicht, das sich ihm nun zeigte... es war sein EIGENES.
Schaudernd erinnerte sich Artifex an den grässlichen Traum, während er sich ankleidete. Der Lagerausgang war schnell erreicht und seine Zöglinge waren auch schon da.
"Heute, heute machen wir nichts. Heute gehen wir ins Pyramidental zurück, denn ich muss unseren Traumdeuter aufsuchen."
Nach dieser Mitteilung blickten seine Schüler nun wirklich überrascht drein, also fügte er noch hinzu: "Aber auf dem Weg in unser heimisches Tal, werdet ihr die Grundlagen des Schleichens erklärt bekommen. Also, lasst uns aufbrechen !" Festen Schrittes ging Artifex dann auch voran. Der Wald war verhältnismässig ruhig und kein Tier belästigte das Trio auf seinem Weg. Als die Drei dann in die Nähe eines grossen sumpfigen Teiches kamen, hielt Artie kurz an und wartete darauf, dass seine Schüler zu ihm traten.
"Also, hier schon mal die erste Lektion: Sich lautlos im Sumpf bewegen. Wie ihr wisst, gibt es immer ein Schmatzen, wenn man durch den Sumpf watet und dabei immer wieder die Füsse aus der Brühe heraushebt. Ebenso wird es erzeugt, wenn ihr euch zu schnell durch den Sumpf pflügt.", während er dies erklärte, hatte er es auch gleich vorgeführt.
"Der Trick, sich lautlos durch sumpfige Gebiete zu bewegen, besteht darin, dass ihr eure Beine die ganze Zeit im Wasser behaltet und euch nicht zu langsam, aber auch nicht zu schnell bewegt.", auch hier führte er seinen Schülern vor, was er meinte. Sicher, das Fortkommen auf diese Weise war ein wenig anstrengender, aber man kam so lautlos in sumpfigen Gebieten voran.
"Nun, probiert's mal selber aus !", ermunterte der Lehrmeister seine Lehrlinge dann.
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| 08.11.2003 22:44 | #24 |
| Erzengel |
Die Kippe fest zwischen Zeige- und Mittelfinger stand er auf dem Dach des Hexenturms, dam sanften Meeresrauschen lauschend schweifte sein leerer Blick von schier endlosen Wasser hoch zum sternenklaren Himmel. Die Tränen vom silbernen Mondlicht glänzend liefen über die zarten Wangen hin bis zum Kinn, wo sie sich sammelten und dann in Tropfen fielen. Der vorgebeugte Körper ragte so weit übers Geländer das die Tropfen bis nach unten in das flache Wasser fielen, das früher oder später neben den Klippen ins Meer lief.
Leblos ließ er sich nach unten sinken, er setzte sich hin und zog die Beine an, es war so kalt und er so allein.
Er wollte berühren, er wollte in den Arm genommen werden, nicht einmal einen Kuss verlangte er. Er litt so endlose Qualen... Nein, tat er nicht... Doch es kam ihm so vor und das Schicksal der anderen konnte noch so grausam sein, es war ihm völlig egal, denn das half ihm selbst kein bisschen weiter. Egoismus, geboren aus der Einsamkeit, nur noch mehr Einsamkeit gebärend.
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| 09.11.2003 08:01 | #25 |
| Aragorn89 |
"Danke Leute!" sagte Aragorn Zu endivion und dem anderen die ihm seine Peperonis Überreichten.
"Hier eure bezahlung." Er gab ihnen ihre 600 Gold und Ging in sein Haus. Er hatte mittlerweile den Wohn und Ladenberiech eingerichtet. ER Hängte die Peperois an das Seil das durch deen Wohnbereich gespannt war und nahm die getrockneten Orangenschalen die er zermalmte und mit Sumpfkraut vermischte. Er Steckte sich den joint an und bließ einen Orangen Rauch in den Raum."Sehr gelungen" meinte er und ging hinaus ans Lagerfeuer um den joint von einem anderen Sumpfler testen zu lassen...
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| 09.11.2003 11:45 | #26 |
| Erzengel |
Noch immer saß er da, sah nun mit leeren, matten Augen dem Sonnenaufgang zu, die nassen schwarzbraunen Haare hingen ihm im Gesicht. Eng umschlungen mit einer weißen Baumwolldecke und keinen Laut von sich gebend. Der verbotene Weg war also frei und unberührt, dennoch wollte es das Schicksal nicht, das sein Ende nahe lag, zumindest kam es ihm so vor. Was hatte er nicht alles versucht, aber er durfte nicht. Es war so einfach, ein schnell, schmerzloses Ende, war das zu viel verlangt? Ja. Es wäre zu einfach, viel zu einfach. Eine Flucht, aber Erlösung. Und danach? Das war ja das bedauerliche an diesem Universum, irgendwo in der Unterwelt würde er landen und früher oder später wohl zum Dämon werden. Warum nicht gleich ins Kastell gehen und wieder als Lehrling anfangen? Das Schicksal bestrafen, pah, als ob das Schicksal ein Wesen wäre, es ist eine Fügung, die ihren Ursprung da hat wo die Zeit. Hat so was überhaupt Gefühle? Kann man es überhaupt bestrafen? Auf jeden Fall bestrafte er sich selbst mehr als alle anderen damit. Genauso leicht wäre es einfach zur Pyramide zu gehen und weiter zu machen, so als wäre nichts geschehen. Vielleicht auch auf den Hof... irgendwo zu Menschen... Er hasste es so allein zu sein... und dennoch liebte er es. Es war die Wahl, die er getroffen hatte, damit musste er leben. Scheiße, gar nichts hatte er gemacht, er hatte eben keine Wahl getroffen und deshalb war er nun Gildenloser. Und warum hatte er sich nicht entschieden? War er zu feige? Hatte er Angst? Wenn ja, wo vor denn? Was wäre so schlimm daran zu Beliar oder zum Schläfer zurückzukehren oder sich einem anderen anzuschließen? Es gab wirklich nur diese drei Wege, andere kamen nicht in Frage. Weder Innos, noch Adanos, geschweige denn Donnra. Beliar, Schläfer oder keiner... Und was war mit dem letzten Urtum? Das was eigentlich kein Gott war, aber dennoch eine ebenso hohe Stellung inne hatte? Wo sollte er denn nach der Naturkraft suchen? Sollte er in den Wald gehen und dort leben, bis sich irgendwann ein sprechender Baum meldet oder irgendein Eichhörnchen ihn ansprach? Vielleicht sollte er einen Druiden aufsuchen... gab es auf dieser Insel überhaupt einen? Auch egal, ein Druide war im Endeffekt nur ein gewöhnlicher Kampfmagier. Ein Krieger mit Speer und Magie von zwei Kreisen im Vergleich ein Templer oder Paladin mit schweren Zweihänder und ebenfalls zweikreisiger Magie war da ziemlich gleichstark, besonders da einer von ihnen meist noch schwere Rüstung trug...
Warum versuchte er sich eigentlich noch abzulenken? Druide zu werden brauchte Jahre, überhaupt um erst einmal von der Naturkraft ein Zeichen zu bekommen. Dafür war es viel zu ungeduldig, nein, er müsste einen anderen Weg wählen stark zu werden. Dunkle Erinnerungen an Frost stiegen in ihm auf, ein starker und ebenso schwarzer Krieger... Wo er jetzt wohl sein mag? Die Reise nach Gorthar hatte kein Ergebnis gebracht... Aber war diese Kommandante nicht mit ihm weg? Vielleicht wüsste die ja etwas über den Verbleib des Schwertmeisters.
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| 09.11.2003 16:01 | #27 |
| The_Nameless |
Langsam blickte Less zu Arti herüber. Ausgeführt von seinem Lehrmeister wirkten all diese Übungen so einfach, ohne jegliche Schwierigkeiten, und der Schwarzmagier war fast ein wenig enttäuscht darüber, selbst solche Probleme damit zu haben.
Doch eine kleine Stimme in seinen Gedanken erstickte diese Verunsicherungen noch im Keim, seine Vernunft alleine ließ ihm klar werden, dass auch der hohe Templer mit Sicherheit lange Zeit benötigt hatte, um seine Bewegungen so zu perfektionieren.
Du brauchst nur den Willen, dann wirst du eines Tages auch so gut sein.
Mit einem selbstsicheren Lächeln trat Less tiefer in den Matsch hinein, atmete noch einmal tief ein, und wagte dann, leise seufzend, seine ersten Schritte in der Kunst des Schleichens.
Sofort spürte er den festen Wiederstand, mit welchem sich der zähe Schlamm seinen Bewegungen wiedersetzte, doch durch die zahlreichen Kraftübungen der letzten Tage hatte sich der Körper des Magus mittlerweile an diese Belastungen gewohnt.
Erst jetzt erkannte Less grinsend, weshalb Arti Krieger und ihn die ganze Zeit mit seinem Ausdauertraining “schikaniert“ hatte, denn ohne die neu aufgebauten Kräfte, wären die Schüler bei der jetzigen Übung hoffnungslos verloren gewesen.
Vorsichtig kämpfte sich der Dämonenbeschwörer mit seinem rechten Bein weiter im Sumpf voran.
Die ersten Erfolge ließen nicht lange auf sich warten.
Auch wenn alle seine Bewegungen momentan noch sehr langsam abliefen, so waren zumindest so gut wie keine Geräusche mehr zu vernehmen, die ein Tier, oder gar einen Menschen vor seinem Näherkommen gewarnt hätten.
Einzig und alleine das leise Schwappen des Moors, das aber an zahlreichen anderen Stellen ebenfalls zu hören war, zeugte noch von seinen Schritten.
Erfreut über die Fortschritte drehte Less seinen Kopf nach hinten und blickte, im Stillen ein kleines Lob erwartend, in die Augen seines Lehrmeisters.Ein sonderbar hämisches Grinsen schlich sich langsam Artis Gesicht.
Doch der Schwarzmagier hatte keine Zeit mehr, sich darüber irgendwelche Gedanken zu machen, seine kurze Unaufmerksamkeit hatte sich in diesem Augenblick gerächt...
Die Augen nach hinten gewandt, war ihm der kleine Ast, der direkt vor seinen Füßen wenige Zentimeter aus dem Wasser herausragte, komplett entgangen. In einem hohen Bogen segelte Less dem müffelnden Sumpf entgegen...
Platsch...
Mit einem wutentbrannten Aufschrei strich er sich hastig die grünen Algenreste aus den Haaren, die nun locker vor seinen Augen hin und her baumelten.Seine dunkle Robe war ebenfalls von unzähligen stinkenden Blättern und Gräsern bedeckt, das seltsame Lachen seines Meisters brachte ihn zu alledem noch viel schneller zur Weißglut.
“Damit hättest du sogar ’nen schlafenden Troll aufgeschreckt! Harharhar!“
Kopfschüttelnd kehrte Less zu dem, noch immer lachenden Arti zurück.
“Verdammt...“
Keuchend blieb er vor der imposanten Statur des hohen Templers stehen.So schnell darfst du nicht aufgeben!
Herausfordernd grinste der Diener Beliars in die abwartenden Augen seines Gegenübers.
“Dir wer ich’s zeigen!“
So schnell wie sie gekommen war, war seine Wut auch wieder verflogen. Dieses Mal voll und ganz auf seine Aufgabe konzentriert, setzte Less seinen Fuß erneut in den tiefen Sumpf, das Training ging weiter...
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| 09.11.2003 16:38 | #28 |
| Endivion |
Gierig besahen sich Endivion und Errol ihre Beute, für jeden sprang insgesamt 400 Goldstücke raus! Endivion verstaute seinen Anteil in dem Lederbeutel den sie gefunden hatten und überlegte sich was er wohl nun machen solle. Errol hatte vor zurück nach Khorinis zu gehen, aber Endivion hatte in der Ferne das Meer gehört und er wollte noch einen kurzen Abstecher dorthin machen. Also verabschiedete er sich herzlich von seinem Freund und marschierte Richtung Westen. Nach einem kurzen Marsch hatte er den Sumpf hinter sich gelegt und stampfte wieder durch den vertrockneten Canyon, wo sie sich die letzten paar Tage aufgehalten hatten. Allmählich kannte er sich hier etwas aus, immerhin hatten sie hier fast jeden Stein umgedrehte. In weiter Ferne konnte er das Meer rauschen hören und zielstrebig stampfte er durch die vertrocknete Gegend Richtung See...
Erst gegen spätem Nachmittag erreichte Endivion sein Ziel, es war nun nicht mehr weit und zufrieden sah er hinaus auf die weite See. Ein kleines bißchen vermisste er das Leben auf einem Schiff, aber er hatte sich hier ja noch nicht wirklich auf dem Festland eingelebt. Er befand sich auf einem Weg der zum Strand führte, aber dieser wurde von einer Palisade und einem Holztor verdeckt. Wenn er zum Strand wolle müsse er wohl oder übel an der Palisade vorbei, die wahrscheinlich ein Lager umkreiste. Er lief den Weg entlang um sich diese "Lager" anzusehen, außerdem war er hungrig und wollte sich etwas zum Essen besorgen, aber er ahnte nicht was für eine Art Lager dies war. Als er die Palisade erreicht hatte, spähte ein merkwürdig gekleideter Mann von oben auf ihn herab und pfiff lachend ein paar Freunde herbei. Diese kamen von überall angeschossen und begannen Endivion, der nicht verstand was hier vor sich ging, den Fluchtweg abzuschneiden. In dem Moment bemerkte er eine schwarze Fahne die lose im Winde taumelte und mit einem Mal wurde ihm klar, dass es ein Fehler war dass er hierher gekommen war...
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| 09.11.2003 17:14 | #29 |
| Errol |
Freudig und begehrend rieb sich Errol seine scheißnassen Händchen, als er etwas von 800 Goldstücken gehört hatte. Aber das Geld hatte er sich ja auch verdient: Er hatte phänomenal vorgetäuscht, den Wagen zu schieben, und außerdem hatte er ja Endiviensalat vor den Razor gewarnt. Und seine Leistungen in Sachen Langschlaf und sich-vor-harter-Arbeit-drücken waren auch nicht zu verachten, wobei sich-vor-harter-Arbeit-drücken eigentlich auch harte Arbeit war. Mit einem breiten, goldgierigen Grinsen nahm der Rekrut nun seine 400 Münzen von Aragorn entgegen, und überlegte sich, ob dieser fehlgeleitete junge Mann vielleicht noch mehr in seinem Beutelchen hatte. Jedoch wurden seine Gedanken jäh von dem lauten Brummen einer dieser riesigen Mücken unterbrochen. Genervt wollte er sie mit der Hand zerdrücken, als ihm wieder einfiel, dass diese Dinger wirklich groß waren und es nicht so gut war, sich mit einem kurzen Dolch gegen einem mindestens doppelt so langen Stachel zu verteidigen.
Errol dachte sich nur noch „Flucht ist der beste Angriff“ in und versuchte, mit einem waghalsigen Sprung ins Wasser des kleinen Teichs der unangenehmen Situation zu entweichen. Hastig schnappte er sich ein Schilfrohr, und benutzte es als Schnorchel. Doch auch diese durchdachte List hielt die Monstermücke nicht davon ab, den mickrigen Rekruten als Häppchen zur Teatime anzusehen.Errol überlegte angestrengt, was er tun konnte. Fei nach seinem gerade eben erfundenen Motto „Flucht ist der beste Angriff“ stürmte er wild mit seinen Armen fuchtelnd aus dem Wasser, und rannte so schnell ihn seine zu klein geratenen Beinchen trugen in Richtung von Aragorns Laden. Dieser hatte anscheinend den „Kampf“ beobachtet und wartete schon mit gezückter Klinge auf das Biest. Nach zwei sicheren Schwerthieben summte die Riesenfliege ein letztes Mal und fiel zu Boden.
Errol hielt es nicht für angemessen, sich bei seinem Retter zu bedanken und so packte er seine Habe ein und ging gedankenversunken in Richtung Pass los. Hoffentlich würde er noch morgen in Khorinis ankommen; Er konnte es kaum erwarten, wieder zu klauen.
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| 09.11.2003 19:06 | #30 |
| Sirius |
Der Novize schlurfte in den tiefen des Sumpfes umher. Drei der dreizehn Pflanzen hatte er immerhin bereits beisammen. Es handelte sich um drei prächtige, ausgewachsene Blauflieder. Auch Feuernesseln hatte er schon erblickt, allerdings war ihm bisher noch keine Nessel ins Auge gefallen, die, die vom Baal vorgegebenen Kriterien auch erfüllte. Denn Xephon hatte zwar mäßig Zeit, bei seiner kleinen Pflanzensuche, doch schien es für den Sumpfguru von größter Wichtigkeit, dass sich die Kräuter in wunderbarem Zustand befanden.
Im Sumpf umherzuwandern und ein wenig die Natur zu genießen, während man Ausschau hielt, war ziemlich entspannend und bot dem Novizen eine willkommene Abwechslung zum öden Alltag.
Man war den ganzen Tag über an der frischen Luft und fand nicht selten auch vielerlei Dinge, die einem das Leben vielleicht noch einmal sehr vereinfachen würden.
Nach einiger Zeit des Suchens sah es ganz danach aus, als hätte er eine prächtige Feuernessel entdeckt.
Im dichten Urwald, zwischen zwei herrlich klaren Wasserfällen, wuchs zusammen mit vielen anderen exotischen Kräutern ein Prachtstück von Feuernessel. Der Diener des Schläfers traute seinen Augen kaum.
Schnell wurden sämtliche Kräuter vorsichtig abgetrennt und wanderten daraufhin sofort hinein, in Xephons Beutel, zu den anderen gepflückten Pflanzen. Für sie würde er später sicherlich noch eine beachtliche Summe Gold herausschlagen können. Es gab schließlich immer Händler, die sich für Kräuter aller Art interessierten.
Doch es war schon spät, wurde langsam dunkel... Und der Sumpfler beschloss nun sein Heim aufzusuchen und die Pflanzensuche lieber Morgen, unter dem Licht der Sonne, fortzusetzen.
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| 10.11.2003 15:59 | #31 |
| blutfeuer |
vorsichtig kletterte die beiden zwischen den steinen hinab in ein tieferes gebiet, das offensichtlich noch dichter unter dem nebel lag, als die gegend, aus der sie gerade gekommen waren.
„sei schön leise, mein piepmatz. wir kennen uns hier nicht aus, wer weiss, was uns hier erwar-tet.“
die amazone sicherte jeden schritt ab und bemühte sich, auch nicht das winzigste steinchen kollern zu lassen. irgendwann waren sie auf einer hochebene angelangt, auf der sich seltsame, pyramidenähnliche, offensichtlich verlassene bauwerke befanden. neugierig untersuchte blutfeuer die bauten und dann suchten sich vogel und reiter einen unterschlupf in einem der gebäude.
„hier kann man wenigstens ein feuer anmachen, ohne dass einen ein nebelmonster überfällt.“
blutfeuer teilte ihre fleischvorräte gewissenhaft mit ihrem freund und dann legte sie sich eine weile hin um ein wenig zu schlafen. den kopf legte sie auf den hals des scavengers, der wiederum die beine anzog und seiner freundin die flügel über den körper legte, um sie vor dem kalten, nassen nebel zu schützen.
geweckt wurden sie dann irgendwann von einem langgezogenen gebrülle unbekannter herkunft. irgendwas näherte sich und der stimme nach, war das kein kleiner niedlicher besucher.
blutfeuer zog sich mit wuschel tiefer in die ruine zurück und zückte ihr schwert.
„was ist das denn? das brüllt ja lauter als ein schattenläufer! ob es hier drachen gibt? vielleicht sind sie ja alle von hier gekommen und wir werden gleich vor der drachenmama aller drachen stehen?“
leise erzitterte der boden von den entfernten schritten einer riesenhaften bestie und blutfeuer wagte kaum zu atmen. ausserdem musste sie immer noch ihr reittier festhalten, denn wuschel war natürlich wieder mal in angriffsstimmung.
später dann entfernten sich die schritte wieder und es zog plötzlich eine seltsame stille ein. erst jetzt fiel blutfeeuer auf, wie still es geworden war, seit sie die schritte des riesenmonsters gehört hatten. erst langsam wagten die ersten vögel wieder laute von sich zu geben. erst als auch wieder der schrei des adlers zu hören war und das grunzen der molerats wagten sich die beiden aus ihrer tempelruine.
der nebel war mittlerweile immer tiefer gesunken und irgendwann von den dichten bäumen geschluckt worden, die sich in der ebene ausbreiteten. von dort klangen auch tausendfach stimmen und schreie der seltsamsten tiere herauf.
„mir scheint, wir werden heir noch viele abenteuer erleben, komm jetzt mein wuschel. wenn ich mir das so betrachte, müssen wir unseren krieger sicher aus den fängen irgendeiner bestie befreien.
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| 10.11.2003 16:15 | #32 |
| Erzengel |
Ein überdimensionales Gerüst, ein Stahlkoloss kilometerhoch in den Himmel ragend, keinesfalls von Menschenhand erbaut. Überall Schlamm, kaum zu erkennen wegen den darauf wachsenden Gräsern. Selbst das Turmgerüst stand im belzusianischen Moor... Ja, Belzusia, das adanosgeweihte Land verschmolzen mit dem heiligen See Adanum entstand das Moor, welches eigentlich zu genau diesen Zeitpunkt und schon Jahrtausende zuvor anstelle des geweihten Lands sein sollte...
Zu Anfang hatte er Dank Vatras noch geglaubt, Belzusia wäre ein reiches Land, das noch heute existierte. Doch dann nach seiner ersten Reise, scheinbar in die Vergangenheit, stand fest, Belzusia war nicht mehr. Und wieder beginnt sich das Bild zu wandeln, sein derzeitiges Wissen besagt, das Belzusia zu dieser Zeit noch existiert und seine erste Reise in die Zukunft ging, welche auch vom hier und jetzt nicht mehr weit entfernt liegt. Erst die zweite Reise brachte ihn wirklich in die Vergangenheit und dann gleich mehrere Jahrtausende zurück, als die Gletscher von Kadaar noch nicht der tropischen Stadt Beyond gewichen waren, bei deren Entstehung er bei seiner Reise eine kleine, aber nicht unbedeutende Rolle spielte. Zeitlinie war also die zweite Reise, lange nichts und irgendwann die Gegenwart, schließlich die nahe Zukunft, auf die er ohne Zweifel schon bald treffen würde. Er musste also so schnell wie möglich dorthin, vielleicht konnte er das Schicksal Belzusias, die Zerstörung des Kaiserreichs und den Tod von Millionen Menschen, nicht verhindern, aber das wollte er auch gar nicht, aber wenn er den richtigen Zeitpunkt treffen würde, dann konnte er sich vielleicht doch noch von Shiva verabschieden... Sie war damals mit ihm da gewesen, damals bei seiner ersten Reise, die ja in die Zukunft ging wenn Kain nun zum richtigen Zeitpunkt treffen würde... dann könnte er sie vielleicht noch einmal sehen...Ein Mann lag da, mit silbergrauen, langen Haar in der Runika und blutend, das Berliarschicksal, der Dämonenlord Kain. Ein zerbrochenes Hexenschwert in der Hand, an dem das Blut entlang floss und schließlich in Strömen in die schier endlose Tiefe fiel, bis man es irgendwann aus den Augen verlor. Auf der gegenüberliegenden Seite des Gerüsts ebenfalls in der Runika ein sehr viel jüngerer Mann, ohne Augen, Mund, Nase oder Ohren, nur Hexagramm auf der Stirn. Ein Platzhalter einfach, es sollte wohl Freiraum lassen, da der Absender der Vision offenbar nicht wusste, welchen Weg er wählen würde, was momentan sogar mächtigeren Wesen schwer fallen dürfte, siehe verbotener Weg, den ja nicht einmal das Schicksal selbst kannte. Der junge Mann hielt ebenfalls das Hexenschwert in der Hand, verschmiert vom Blut des anderen...Dann erwachte der Ex-Baal und machte erste Vermutungen, offenbar eine Art vorzeitiger Glückwunsch oder so was wie viel Glück, auf jeden Fall wollte der Absender deutlich machen, das er überzeugt war, dass der Dämonenlord Kain keine Chance gegen ihn, den Kain auf dem verbotenem Weg, hatte... Wie dem auch sei, er müsste ja nun erst einmal die drei Schwerter finden und dazu würde er die Bibliothek und Kal gleich mit besuchen. So verließ er sein Schlafzimmer in der Runika, nach unten ins Erdgeschoss, nach draußen, wo er die Tür hinter sich abschloss und dann den Weg entlang bis zum Pass ging, weiter zum Kastell.
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| 10.11.2003 23:00 | #33 |
| Sirius |
Die Krautsuche kam wunderbar voran.
Inzwischen hatte Xephon 10 von 13 Kräutern im Sumpf aufgefunden. Wenn man mal etwas genauer hinsah, offenbarten sich einem etliche kleine Wunder der Natur. Hier und da flossen winzige Bäche durch die Gefilde, man bekam die Gelegenheit etliche, seltene und äußerst anmutende Pflanzen in zu begutachten und es war auch immer wieder lustig und unterhaltsam, den wilden Tieren beim Balgen unter sich zuzusehen.
Dem Novizen gefiel seine Aufgabe wahrlich. Er ließ sich ordentlich Zeit bei der Erledigung, um den Sumpf in vollen Zügen genießen zu können. Ihm fehlten noch zwei Heilkräuter und eine Feuernessel, ansonsten hatte er bereits alles zusammen.
Jede einzelne Pflanze, die er ihm laufe der Zeit gepflückt hatte, war ein Prachtstück. Des Baales Augen würden förmlich glänzen, wenn er die Kräuter übergeben bekommen würde.
Xephon freute sich bereits unheimlich auf einen sehr zufriedenen, dankbaren Guru. Denn wenn man bei den Auserwählten des Schläfers beliebt war, hatte man in der Bruderschaft bereits die halbe Miete bezahlt.
Das war auch, dem noch ziemlich jungen, Novizen mitlehrerweile klargeworden. Er suchte entspannt weiter. Erst spät in der Nacht, als sich der Mond schon längst hoch oben am Himmelszelt befand, suchte er sein Zuhause auf.
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| 11.11.2003 16:07 | #34 |
| blutfeuer |
dieser sumpf war eine tropische hölle. die luft war hier dick wie sirup und schon nach kurzer zeit hatte sich blutfeuer die klamotten vom leib gerissen und sie dem ebenfalls nicht minder unter der hitze leidenden wuschel übergehängt.
die viele freie haut war natürlich ein gefundenes fressen für fliegendes viehzeug aller art. schon nach kurzer zeit war die amazone bon allen seiten angezapft. an den beinen hangelten sich die blutegel entlang, an den armen, hals und kopf veranstalteten mücken jeder größe festbankette und hinzu kamen noch die unheimlichen geräusche, die der wald nur hervorbringen konnte.
armdicke lianen schlange sich von beum zu baum oder dienten gewaltigen geflügelten ameisen als treppe in die baumwipfel. aber tollten die abenteuerlichsten tiere herum, jede menge vögel, die sich mit ihrem geschrei gegenseitig zu übertrumpfen suchten.
überall blubberte es und schmatzte und man konnte oft erst im letzten moment die versteckten feinde entdecken. manchmal sogar erst, wenn man sie mit den füßen versehentlich berührte.
"oh wuschel, das ist ja ein toller paradiesgarten oder?"
wuschel fand das trotz der schwülen hitze wohl auch, denn er schlug sich den bauch mit blutegeln, fröschen und würmern voll.
anggekelt wandte sich die amazone ab. "ein trockener fleck für ein feuerchen wäre jetzt nicht schlecht."
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| 11.11.2003 18:57 | #35 |
| The_Nameless |
Seufzend erwachte der junge Schwarzmagier aus seinem, mehr oder weniger, friedlichen Schlaf. Die ganze Nach über hatten ihn seltsame Träume geplagt, doch, wie so oft, konnte er sich nun, am folgenden Morgen, an keine, wenn auch noch so unwichtige Einzelheit erinnern. Lediglich die wenigen, eisig fröstelnden Schweißperlen, die, nun, da er sich mir einem heftigen Ruck vom Boden erhob, sanft an seinen Wangen herabrannen, erinnerten ihn an das erlebte.
Kopfschüttelnd ging Less einige kurze Schritte an der grauen Felswand entlang, neben welcher die beiden Schüler und ihr Lehrmeister genächtigt hatten, und sank vor einer kleinen, friedlich vor sich hin plätschernden Quelle auf den weichen Sumpfboden.
Ein erschrockenes “Brrr!“ stieß aus den ausgetrockneten Lippen des Magus, während das Wasser, welches er sich soeben noch frohen Mutes mitten ins Gesicht gespritzt hatte, brennend kalt an seinen strähnigen Haaren herabtropfte. Doch zumindest die dunklen Augenringe, die ihm soeben noch aus dem kleinen Bächlein entgegengestrahlt hatten, waren nun auch sofort verschwunden.Grinsend nahm er dies als Entschädigung hin und trat wieder, leicht vor sich hin bibbernd, zurück zu seinen beiden Freunden, die noch immer leise schnarchend auf dem grünlichen Erdboden lagen, und deren Körper hin und wieder von einem leichten Schütteln gepackt wurden.
Nachdenklich sah der Dämonenbeschwörer auf das seltsam verzerrte Gesicht von Arti herab. Es schien, als würde die unheimliche Wandlung, die sich vor einigen Tagen in Kriegers Verhalten gezeigt hatte, nun auch ihm stattfinden...Unweigerlich lief ein eisiger Schauer langsam an Less’ Rücken hinab, was, wenn diese sonderbare Macht, von der er nicht einmal genau wusste, was sie in den Beiden hervorrief, oder ob sie überhaupt existierte, auch von seiner Seele Besitz ergreifen würde?
Du machst dir einfach viel zu viele Gedanken!
Mit einem kurzen Lächeln gab er der Stimme recht, die abermals in seinen Gedanken erschien war, mit Sicherheit gab es für all dies eine logische Erklärung.
Während er vorsichtig an seinem Verpflegungsrucksack nach etwas essbarem wühlte, entglitt ihm, nach einem schelmischen Seitenblick auf die beiden Schlafenden, ein lautes “Aufstehen“, dass, nach einer kurzen Zeit des Gähnens auch schon von einem knappen, gequälten “Morgen.“ erwidert wurde.
Prüfend lugte er in die verschlafenen Gesichter der beiden hohen Templer, woraufhin unweigerlich ein breites Grinsen über seine Lippen glitt, während er deren halb zusammengekniffenen Augen dabei zusah, wie sie, entsetzt darüber, wie lange sie wohl geschlafen haben, in die strahlende Sonne blinzelten.
Einige Minuten später, Less hatte immerhin schon zwei dicke Scheiben seines, durch die Magie des Kastells scheinbar ewig lange haltbaren Brotlaibes in sich geschlungen, standen Krieger und Arti endlich, zum Abmarsch bereit, neben ihm.Gespannt wartete der junge Schwarzmagier auf einige Worte seines Lehrmeisters, denn nach den gestrigen, so gut gelungenen Schleichübungen war er nun endlich von einer richtigen Trainingsbegeisterung besessen, dass er es gar nicht erwarten konnte, endlich mit den Übungen fortzufahren.
Geistesabwesend reichte er auch den Anderen einige dicke Brotstücke und sah dabei erwartungsvoll in die nachdenklichen Augen von Arti...
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| 11.11.2003 20:33 | #36 |
| RhS_Artifex |
Jaja, die Jungs machten sich ausgesprochen gut, das musste man ihnen lassen. Vor allem bei Less, bemerkte der Hohe Templer ein ausgesprochen eifriges Gemüt, welches wohl alsbald wie möglich in den Grundlagen der Körperbeherrschung bewandert sein wollte. Artifex seufzte tief, denn die letzte Nacht war nicht wirklich besser als die davor gewesen.
"So, nachdem ihr euch ja recht gut in sumpfigen Gebieten haltet, können wir ja weitergehen.", stellte der Lehrmeister fest und verliess mit festem Schritt den Sumpf.
Die Passage, durch die er mit Krieger hier angekommen war und wo Less zu ihnen gestossen war, kam bald in Sicht. Nebenbei fiel ihm dann auch gleich auf, dass hier mehrere glatte Felsbrocken, die an ihrer Oberseite eben waren. Perfekt für das üben von Schleichen auf Stein, wohlgemerkt, es gab einen Unterschied zwischen dem Schleichen auf weiten Steinflächen und dem Schleichen auf abschüssigem Grund, der bisweilen mit SChotter und sonstigen kleineren Steinen übersät war.
"Da haben wir ja dann auch schon die nächste Möglichkeit uns in der Kunst des Schleichens zu üben. Seht ihr diese Steine ?" Die Lehrlinge nickten eifrig. "Gut, ich will, dass ihr da rauf klettert und versucht auf diesen zu schleichen. Macht erst einfach nur das, was ihr unter Schleichen vorstellt. Damit meine ich auch Körperhaltung und alle Faktoren, die daneben auch eine Rolle spielen.", wies Artie seine Lehrlinge, Krieger und Less an und damit sie nicht auf die Idee kommen könnten, dass das nur ein Scherz war, fügte er noch hinzu: "Ich mein das Ernst. Ich werde mir eure Versuche genau anschauen !"
Unweit von den flachen Steinen fand er einen weiteren Stein, auf welchen er sich dann niederliess und schaute dann den Versuchen seiner Schüler zu.
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| 12.11.2003 18:19 | #37 |
| (pisi)Härda |
"Ach, immer noch mieses Wetter..." dachte Ismael.
Triefnass vom Regen erhob er sich von dem Stein und schritt zrück in seine Höhle, wo er ersteinmal seine Kleider abstreifte.
Dann holte er, nur mit einem Lendenschurz bekleidet, aus dem Bad Wasser in einem Zinnzuber und gab etwas Seifenpulver hinzu, dass er einem reisenden Händler vor wenigen Tagen abgekauft hatte.
Mit festem Griff scheuerte er den grauen Stoff gegeinander, bis seine Hände krebsrot waren. Viel Anstrengung kostete ihn die Arbeit nicht, auch wenn sie Nervenaufreibend war. Schließlich schüttelte er seine Hände, streifte sie am Lendenschurz ab und setzte sich auf einen Hocker. Auf dem Tisch lagen etwas achtlos ein Tuch und ein Fläschchen Parafin, sowie ein feines Schleifpapier. In den letzten Tagen hate es viel geregnet und Ismael schliff mit dem Sandpapier leichten Flugrost ab. Dann nahm er das Tuch, tränkte es mit Öl und begann, seine Rüstungsteile zu polieren, bis sie schmiedeeisern Schwarz glänzten.Er war mit seinen Gedanken schon im heissen Badebecken, in dem er den ganzen Tag zubringen könnte. Er wusste genau: Dort stand eine leckre Wasserpfeife, die apfelig duftend auf ihn wartete und schon seit fast einer Stunde lag ein passendes Stück kohle im Feuer...
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| 12.11.2003 22:58 | #38 |
| Sly |
Eine kleine Gruppe kam den Weg in das Tal geschritten vorne Hinaus ging der ehemalige Söldner Sly der seinen Bogen geschultert hatte und das Schwert an seiner Seite baumeln ließ doch man würde meinen er hätte genug Waffen , so trug er auch noch einen Speer auf dem Rücken der warnend in die Höhe ragte und jedem Gegner einhalt gebot es sich zweimal zu überlegen ob sie einen Kampf mit Sly wagen sollten. Neben dem ehemaligen Söldner kam ein eine andere Gestallt die man wohl am wenigsten in der Gesellschaft dieses Kriegers erwartet hätte: Xidoni, eine Schwarzmagierin, sie trug keinerlei waffen bei sich und schien ebenfalls die Umgebung eindringlich zu mustern. Hinter diesen beiden Schritt erneut eine Person die einen deutlichen Kontrast bildete: Dumak der Bandit. Er sah ziemlich wüst und verwildert aus dennoch trottete er wie ein Lamm hinter den beiden her. Dann sah man ab und zu einen Schatten um die Gruppe tänzeln dies war der Hund der Gruppe er gehörte Dumak oder zumindest folgte er diesem immoment. Der Hund sah mal wieder absolut heruntergekommen aus , ja er passte von der Art und aussehen her zu Dumak ( ).
Die Gruppe kam auf einem Tempelvorplatz an und der Krieger sah sich um und befühlte die Säulen die in die Höhe stiegen und wie ein dunkles Mahnmal vor einem vor langer Zeit geschehenem Fehler aussahen und die Menschheit zu warnen diesen Fehler erneut zu begehen. Sly befühlte den Boden unter sich. Er war fest und dick und verursachte laute Geräusche beim gehen. Sly sah grinsend zu seinen schülern. "So hier könnt ihr mal üben zu schleichen. Wir werden heute hier bleiben. " Sly sah sich weiter auf dem Platz um, hier gab es auch einige gute stellen zum trainieren des Gleichgewichts oder des Ausweichvermögens. Einige erhöhte Plätze auf die sich die Schüler mal stellen würden und einigen Steinen ausweichen sollten. Außerdem waren hier einige dünne Balken auf denen sich leicht balancieren lassen könnte. Sly klatschte in die Hände "Also los hop hop." sprach er.
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| 13.11.2003 11:15 | #39 |
| blutfeuer |
ein ohrenbetäubendes gewirr von tierstimmen machte die orientierung in diesem sumpf außerordentlich schwierig. eine ganze weile schon liefen blutfeuer und ihr vogel durch knietiefes wasser. das fortkommen war mühsam und sie mussten sich irgendwann mit den ganzen blutsaugern an diversen stellen ihres körpers abfinden.
obwohl es eigentlich winter werden sollte, war in diesem tal davon überheupt nichts zu merken. kleine vögel standen wir hummeln vor großartigen blüten, die lianen von den bäumen waren mit tausend blüten bedeckt und das leben schien hier wirklich zu explodieren vor kraft und schöpferwillen.
immer wieder blieb blutfeuer wie angewurzelt stehen, wenn wieder eine schlange ihren kopf über der wasseroberfläche erhob und mit schlängelbewegungen das weite suchte. oftmals übrigens vergebens, denn wuschel schien eine neue lieblingsspeise entdeckt zu haben - schlangen jeder art und länge. der große vogel hatte erstaunlich schnell eine methode gefunden, die schlangen selbst dann noch zu packen, wenn sie sich längst auf den sumpfgrund geflüchtet hatten.
anfangs hatte blutfeuer ja noch angst um ihren liebling, dass ihm irgendwann eines dieser giftigen biester den garaus machen könnte, aber wuschel warf die beute geschickt in die höhe und ließ sie dann unzerkaut in den schlund hinabgleiten. und die magenwände von wuschel hielten wohl gift aller art aus.
schwerer waren schon diese seltsamen fliegenden blasen zu besiegen. zuerst hatte blutfeuer sie für eine art von sumpfgas gehalten, dass sich aus irgendeinem grund wie eine seifenblase aus der grünen sumpfoberfläche erhob, war aber bald eines besseren belehrt worden. irgendwie ähnelten diese biester vollgesogenen zecken, nur dass das kein blut war sondern ein ätzendes gas, dass in den augen wir feuer brannte und einen auf minuten außer gefecht setzte.
man musste also sehen, dass man diese angriffslustigen insekten aus sicherem abstand mit dem pfeil erwischte, was aber auch nicht wseiter problematisch war, die biester waren groß genug und wenn man seinen blick erst mal geschärft hatte, nicht wirklich zu übersehen.
hier war allerdings wuschel eher ein problem. jedes mal, wenn er so eine grüne blase entdeckte, raste er laut kreischend darauf zu. und der vogel wurde auch aus erfahrung nicht klug. hinterher musste blutfeuer ihm dann die augen mit wasser auswaschen und ihn trösten. wuschel fand diese biester natürlich außerordentlich unfair. die bissen und schmerzten und selbst so ein großer bissiger vogel hatte noch keine abwehrstrategie.
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| 13.11.2003 17:11 | #40 |
| The_Nameless |
Keuchend stieg Less den steilen Weg zu den, von Arti ausgewählten Felsbrocken hinauf, was sich allerdings recht schnell als schwieriger herausstellte, als es im ersten Moment erschienen war.
Immer wieder rutschten seine schweißnassen Handflächen von der glatten Oberfläche ab, so dass es sehr schwer war, überhaupt etwas Halt zu finden, geschweige denn an den Steinen hinaufzuklettern.
Letztendlich gelang es ihm aber doch noch, die raue Felsplatte zu erklimmen, wo er schließlich, laut und schnell atmend, auf die Knie sank. Ein spitzer, am Boden liegender Stein bohrte durch den schwarz schimmernden Seidenstoff seiner Robe, und ließ den Dämonenbeschwörer schließlich, laut aufschreiend, wieder in die Höhe schießen.
Etwas verlegen glitten seine Augen erst zu Krieger, welcher, nach einer weniger ungeschickten Kletteraktion, ruhig neben ihm stand, um dann schließlich auf den missbilligenden Blick seines Lehrmeister zu treffen, welcher ihn sofort wieder zum Weitermachen animierte.
Selbstsicher krempelte er das ohnehin schon verkürzte Ende seines Gewandes noch weiter nach oben, um sich dann für die folgenden Übungen bereit zu machen.
Ganz vorsichtig erhob Less sein rechtes Bein, und zog es, dicht über dem Boden, einige Zentimeter nach vorne, genauso, wie er es am vorherigen Tage auch schon im Sumpf erfolgreich hinter sich gebracht hatte. Rasch schoss sein Fuß wieder auf den Boden hinab, nicht zu schnell, nicht zu langsam...wie damals im Sumpf eben.
Er lautes Klacken schallte von seinen Füßen herauf und hallte auf unangenehme Weise in den Schluchten des Tales wider.
Super, du Held, das hat bestimmt niemand gehört!
Wütend trat der Schwarzmagier auf den harten Boden ein und blickte grimmig zu seinen Füßen herab.
Ein unverständliches Gemisch aus wohl allen ihm bekannten Schimpfwörtern sprudelte über seine Lippen, zum ersten Mal verfluchte er die schweren Eisenbeschläge seiner Lederstiefel, die ihm früher immer solch gute Dienste verrichtet hatten.
Wieso hab ich sie gerade zum Schleichen angezogen? Wieso?
Doch eine weitere Aufforderung von Arti, er solle jetzt endlich weitermachen, ließ den kindischen Zorn in seinen Gedanken vorerst wieder abflammen, und nach kurzem Überlegen erkannte er sogar selbst, dass seine Schuhe mit Sicherheit nicht der Grund für das Misslingen der Übung waren.
Das ist eben harter Stein, kein weicher Sumpfboden.
Erneut trat der Magus an den schmalen Rand der Platte zurück um einen weiteren Versuch zu wagen, denn bisher hatte er, zumindest seiner eigenen Meinung nach, alle Erwartungen seines Lehrmeisters erfüllen können, und so sollte es nun nicht an diesem einen Schleichtraining scheitern.
Ehrgeizig erhob Less noch einmal sein Bein, nun ein kleines bisschen höher als beim vorherigen Mal, und ließ es, so sanft wie möglich, ein kurzes Stück weiter vorne, wieder auf den Boden herabsinken. Zwar war noch immer ein leises Klacken zu vernehmen, doch die Fortschritte, die er, im Vergleich zum ersten Versuch gemacht hatte, ließen ihn dieses Manko schnell vergessen.
Vorsichtig warf er einen kurzen Blick zu seinem Mitschüler. Auch diesem gelang das Schleichen schon recht gut, und mit einem kurzen Anflug von Neid musste Less schließlich erkennen, dass sich Krieger sogar noch ein bisschen besser anstellte als er selbst.
Ein kurzes, herausforderndes Grinsen erschien auf dem Gesicht des Magus während er leise vor sich hin murmelte.
“Wart nur ab, jetzt komm ich!“
Wieder trat er zurück an den Anfang des Felsvorsprungs und begann von neuem mit den Übungen, der Tag war noch lange nicht zu Ende...
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| 13.11.2003 18:15 | #41 |
| RhS_Artifex |
Als Artifex sich so ansah, wie sich seine Schüler bewegten und was sie offenbar unter schleichen verstanden, fiel ihm die Klappe runter und er konnte nur noch konsterniert zuschauen.
Was ist denn das ?! Schläfer ! Erlöse mich von der Qual mir das Ansehen zu müssen ! Oh Schläfer, oh Schläfer. Schnell, schnell da müssen wir ganz schnell korrigieren !
Ihm war schon fast nach Haare ausreissen zumute, so schlimm war das, was er da sah. Sogleich brüllte er dann auch schon:
"Haaaaaaaaaalllllllllllllltttttt !!!! Stopp ! Stopp ! Stooooppp !!! Hört's bloss auf ! Hört's ja bloss auf. Euer Anblick beschert mir Kopfschmerzen !!!"Geschwind erklomm er einen anderen Felsen, der direkt vor den beiden Schülern lag und schaute sie beide kritisch an. Offenbar, glaubten die beiden, dass man durch das Verschlucken eines Besenstiels, verbunden mit ebenso steifbeinigen Bewegungen, sehr erfolgreich schleichen könnte. Wie sehr sie sich doch getäuscht hatten ! Sicher in sumpfigen Gegenden war dies vonnöten, aber das bedeutete nicht, dass sie dasselbe auch ausserhalb von sumpfigen Gefilden auch durchziehen konnten. Im Nachhinein betrachtet war der Hohe Templer froh, dass er sie angewiesen hatte einfach nur das zu tun, was sie sich unter Schleichen vorstellten. Auf diese Weise, konnte er sie deutlicher auf ihre Fehler hinweisen und sie würden so sicherlich besser lernen.
"Was macht ihr denn ? Stellt ihr euch denn das Schleichen wirklich SO vor ?!", fragte er dann Krieger und Less, wobei er sie missbilligend und prüfend musterte.
"Aber...", begann Less, "Ja ? Was ?", fragte Artie sogleich und Less fuhr fort, "im Sumpf hast du doch gesagt, dass wir das so tun sollen."
Artie seufzte. Hatten diese Narren denn kein Hirn, fragte er sich, bevor er dann Less antwortete. "Sicher, im Sumpf solltet ihr euch so bewegen. Aber ist euch denn nicht aufgefallen warum ? Nein ?", Less schüttelte den Kopf, während Krieger teilnahmslos dreinblickte, "Also, es ist folgendermassen, im Sumpf ist der Widerstand höher und dementsprechend ist es auch schwerer sich darin zu bewegen. Zudem kommt dann auch, dass ihr sobald euer Fuss auch frei von der Bracke kam damit ein schmatzartiges Geräusch verursacht. Jetzt denkt über eure jetzige Situation nach.", forderte Artifex die beiden auf und wartete kurz. Als er dann lang genug gewartet hatte sprach er wieder.
"Und ? Was ist der Unterschied ? Ich denke euch ist klar, dass die Luft bedeutend weniger Widerstand leistet als der Morast, und dass ihr euch jetzt viel freier bewegen könnt. Was folgern wir dann also daraus ? Genau, in der Luft sind ganz andere Bewegungsabläufe gefordert, aber nicht solche, wie ihr sie mir gerade vorgeführt hattet."
Der Lehrmeister der Kust der Körperbeherrschung schüttelte nur müde den Kopr und musste sich erst gewaltsam wieder daran erinnern, dass auch er einmal in einer solchen Lage war.
"Okay, jetzt sag' ich euch, was ich von euch sehen will. Ich will, dass ihr den Schwerpunkt eures Körpers auf Kniehöhe verlagert, das heisst, ich will, dass ihr euch in einer geduckten Position fortbewegt. Kommts runter von den Felsen." Mit diesen Worten sprang der Sumpfler vom Felsen herunter und wartete auf seine Schüler, bevor er fortfuhr.
"So, okay, jetzt will ich von euch, dass ihr euch die ganze Zeit, während wir uns durch die Schlucht zurück zum Pyramidental vorarbeiten, in geduckter Position fortbewegt. Aber glaubt's nicht, dass das so einfach wird. Ihr werdet mit grosser Wahrscheinlichkeit sehr oft auf eurer Nase landen, denn wenn nicht, dann habts ihr wohl schon längst die Grundlagen des Schleichens intus und stellts euch nur zu blöde dafür an. Ach, nebenbei noch erwähnt, will ich noch sagen, dass ihr noch nicht irgendwelche Mühe darauf verschwenden sollt, so leise wie möglich zu sein. Ich will nur dass ihr euch geduckt bewegt. Verstanden ?!", herrschte der Hohe Templer dann seine Schüler zum Ende an, welche nur noch ein gemurmeltes Ja vorbringen konnten.
"Gut. Dann lasst uns aufbrechen."
Sicherlich gab die Gruppe ein ungewöhnliches Bild ab, als sie das Tal hinter den Bergen durch die Schlucht verliess. Zwei Hohe Templer und ein Schwarzmagier, wovon einer der Hohen Templer und der Schwarzmagier mit den seltsamsten Verrenkungen dem anderen Hohen Templer folgten und dabei nicht selten auf die Nase fielen.
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| 13.11.2003 22:01 | #42 |
| The_Nameless |
Mit einer seltsam verzerrten Grimasse auf dem Gesicht ging Less etwas ungeschickt neben seinem Lehrmeister her, falls man die sonderbaren, unfreiwillig sogar recht komisch erscheinenden Art – extrem weit auf den Boden geduckt, und regelrecht unglaubhaft tief in die Knie gesunken – mit der er sich fortbewegte, überhaupt noch “gehen“ nennen konnte.
Ein schmerzhaftes Brennen zog sich, schon nach diesen wenigen hundert Metern, durch schier jedes einzelne Gelenk in seinen Beinen, und bei jeder neuen Beuge, die er hinter sich brachte, schoss ein neues Stechen in seine Kniescheibe.
Keuchend kam der junge Schwarzmagier schließlich am seitlichen Wegesrand zum stehen. Sein Freund Krieger war selbst mit den schwierigen Bewegungen beschäftigt, und Arti, der Meister, hatte mittlerweile schon einige Meter Vorsprung, weshalb Less darauf spekulierte, dass seine kurze Pause unbemerkt bleiben würde.
Vorsichtig versuchte er, seinen geschundenen Körper auszustrecken, und sich ein kleines bisschen zu entspannen, doch kaum waren die Qualen in seinen Beinen einigermaßen zur vergangen, kamen auch schon die unvermeidlichen Rückenschmerzen zum Vorschein, die sich anscheinend schon die ganze Zeit dort angesammelt hatten.
Kopfschüttelnd blinzelte der Magus langsam nach vorne. Sein Lehrmeister war nun schon bestimmt über fünfzig Meter voraus, es war allmählich an der Zeit, wieder aufzuschließen.
Bald hast du es geschafft!
Noch einmal erhob Less seinen Schädel. Der Anblick des kleinen, grünen Laubwaldes, der in einiger Entfernung vor seinen Augen erschien, erfüllte in plötzlich mit neuer Energie. Endlich, nach so vielen Tagen, war der von ihm so liebgewonnene Teil von Khorinis wieder in Sichtweite, und es würde nicht mehr allzu lange dauern, bis er schließlich wieder zu Hause sein würde...Zu Hause...
Lange Zeit hatte er geglaubt, nie mehr einen Ort zu haben, den er je einmal so nennen würde, seine grausame Vergangenheit nie hinter sich lassen zu können...Doch er hatte sich getäuscht, das Kastell Beliars, die Insel Khorinis selbst war mittlerweile zu seiner neuen Heimat geworden, und auch sein einst so armes, trostloses Leben hatte mit dem Glauben an den einzig waren Herrscher, den Meister der Finsternis endlich eine schicksalhafte Wendung genommen...
Ein wütendes Brüllen aus Arti’s Kehle riss den Dämonenbeschwörer aus seinen Gedanken. Scheinbar hatte sein Lehrmeister seine Abwesenheit nun doch wahrgenommen, ein kurzer Blick genügte, um den Grund hierfür festzustellen, denn Krieger war schon längst am Ende der Schlucht angekommen, die beiden hohen Templer warteten also nur noch auf ihn...
Hast du es mal wieder geschafft. Toll gemacht...
Eilig ging Less erneut in die Knie.
“Ich komme sofort.“, rief er ihnen entgegen, und ging so schnell, wie es ihm seine, schon wieder zu schmerzen beginnenden Beine erlaubten, auf die ungeduldig Wartenden zu...
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| 13.11.2003 23:48 | #43 |
| Dumak |
Schleichen sollte er also üben.
»Auf diesem Kies? Da kann man doch gar nicht lautlos laufen.«Moment... wer sagte denn etwas von laufen. Man konnte ja auch kriechen. Da drüben war eine Insel im Kies. Irgendein Fundament eiens alten Gebäudes. Bis dahin wollte er kriechen, ohne irgendein Geräusch zu machen.Dumak ließ sich auf den Boden nieder, ganz flach auf den Bauch und suchte sich eine Stelle, an der die Steine aussahen, als ob sie einigermaßen fest lagen. Dann stützte er den Arm auf die ihm am besten geeignet erscheinende Stelle. Langsam verlagerte er das Gewicht und hob den anderen Arm, um mit dem weiterzutasten.
»Arsch runter!« hallte es von weiter weg.
›Toll, ich will dich mal krauchen sehen, wahrscheinlich siehst du dann genauso bescheuert aus‹, dachte Dumak, sprach es aber nicht aus, als er sich bemühte, die Anweisung seines Lehrmeisters zu befolgen. Mit zusammengebissenen Zähnen und möglichst flachem Körper bewegte er sich wie eine Krabe über den Strand. Nur daß der Strand hier aus ieselsteinen bestand, die jeden Moment anfangen konne, verräterisch zu knirschen.
Plötzlich spürte er etwas feuchtes im Nacken. Und dazu noch einen warmen Luftzug. Und ein Schnaufen, klang fast wie ferner Donnerhall. Nein, das war kein Sommergewitter. Hätte sowieso nicht in die Jahreszeit gepasst.»Oh Mann! Hau bloß ab. Ich hab jetzt keine Zeit.«
Doch der große, schwarze Hund ließ sich nicht verscheuchen. Neugierig schnüffelte er an seinem Herrn herum, als handele es sich um eine besonders interessante Dachsart, die er gerade aufgesprürt hatte.
»Verdammt! Verpiss dich.« Dumak drehte sich um, setzte sich auf den Hintern und starrte den Hund an. Der legte den Kopf schief und starrte zurück. Dann ließ er ein wenig die Zunge heraushängen und wartete, was passierte.»Ich fürchte, diese Übung wirst du nochmal machen«, ließ sich Sly vernehmen.»Verdammt, mach du das mal mit nem Hund im Nacken.«
Ein kurzer von Sly eingeworfener Hinweis über den Sinn der Bezeichnungen Lehrmeister und Schüler beendete dieses Gespräch.
Dumak versuchte es noch eben einmal. Vorher warf er einen morschen Ast ins Unterholz nahe der Ruinen. Der Köter verschwand hechelnd. Man hörte noch einige Äste knacken. Dann war er weg. Dumak startete den nächsten Versuch. wieder krauchte er möglichst flach auf dem Boden herum und versuchte dabei, den Kies unter seinen Händen und Füßen nicht zu stark knirschen zu lassen. Es würde bald dunkel werden, dann war es sowieso Essig mit dem schleichen Üben. Im dunkeln sah man nicht, wo man hintreten konnte, ohne das es zu laut wurde.
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| 14.11.2003 12:18 | #44 |
| Erzengel |
Nachdem der Ex-Baal gestern bei Nacht und Nebel seinen Turm erreicht hatte, war er zunächst in eine heiße Quelle gesprungen. Danach hatte er sich schlafen gelegt und saß eben noch beim Frühstück. In der kleinen Bibliothek lagen noch immer die Bücher über den Boden verteilt, dennoch schienen die großen Eichenregale nicht leer. Er schob auf einem Fuß stehend mit dem anderen die Bücher beiseite und verlagerte sein Gewicht nun jenen Fuß, welcher nun auf der freien Stelle ruhte, so kämpfte er sich Schritt vor Schritt bis zum gesuchten Buch vor. Kaum den dicken Wälzer in Reichweite legte er seine Vorsicht ab, iss das Buch aus der Reihe und begann zu lesen...
Zwillinge und trotzdem so verschieden. Ein Magier, ein Krieger. Beliarsiegel und Schläfersiegel. Warum beide Siegel in einer eben solchen Konstellation landeten ist unklar, es könnte jedoch damit zusammenhängen, das sie wussten, das sie allein keine Chance hatten ihre Schlüsselschwerter zu finden oder sie lebten im Einklang mit ihren Wirten und diese haben diese Entscheidung getroffen. Reine Spekulation, wohlgemerkt – ganz im Gegensatz zu der Tatsache, dass sie gemeinsam durchaus eine Bedrohung für den Sohn der Hyen darstellen können, sofern sie ihn früh genug finden, wenn er noch nicht stark genug ist oder seine Kräfte noch nicht erwacht sind...
Hm... interessantes... Aber noch viel interessanter war, das von Erwachen die Rede war... War etwa nicht das nicht Vorhandensein von Runen oder fremder, göttlicher Magie die Begründung für Kains Unfähigkeit seine Hexenkräfte zu benutzen? Vielleicht mussten sie ja wirklich erst geweckt werden... irgendwie... Ein tiefes Seufzen entrang sich seiner Kehle. Er legte das Buch beiseite und ging über die Wendeltreppe aufs Dach, wo er den Blick über das Meer schweifen ließ und sich dabei ans kalte Geländer lehnte. Eisiger Wind durchfuhr sein Haar und er seufzte wieder. Etwas Abstand von alledem wäre vielleicht gar nicht so verkehrt, mal was anderes machen und die Gedanken ordnen.
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| 14.11.2003 16:48 | #45 |
| Erzengel |
Kain stopfte sich die letzten Brotstücken in den Mund und eilte noch immer kauend die enge Wendeltreppe hinauf, im Schlafzimmer griff er nur mit dem rechten Arm nach der Runika und seinem Schwert samt Scheide. Während er die Treppe nun hinunterschritt hängte er sich die Scheide an den Gürtel und zog die schwarze Lederrobe über. Unten angekommen öffnete er den schweren Riegel und ging nach draußen, schloss die Tür hinter sich und wartete ab, bis keiner der drei Geysire mehr seine Ladung abspritzte und rannten dann los durch das größtenteils gerade mal einen halben Fuß tiefe Wasser. Dem dünnen Trampelpfad folgend ging er weiter bis zur zweiten Kreuzung, wo ihm ein helles Rascheln hinter einigen Büschen auffiel. Er ging weiter, zog aber das Hexenschwert, sicher ist sicher. Keine zwei Meter war er gekommen, da hechtete schon die erste Bestie los. Der Ex-Baal sah nur noch irgendetwas Graues auf sich zukommen, dann lag er im Laub. Auf dem Rücken liegend stand der Wolf mit seinen vier Pfoten auf dem Oberkörper des Einzelgängers, der sich nur über den merkwürdigen Blick des still dastehenden Tieres wunderte. Er jetzt ertastete er mit seiner linken Hand die rechte und sah an sich herab. Der rechte Arm das Hexenschwert fest umklammert ruhte auf seinem Bauch, es hatte den Wolf durchbohrt. Leblos sank der Wolf nieder auf Kain, der das noch warme, zuckende Tier sofort zu Seite stieß. Die Muskeln würden erschlaffen und Darm und Blase sich entleeren und Scheiße auf dem Schattenläuferleder konnte er gerade nicht gebrauchen. Nachdem er den Schreck über die unbemerkt und unkontrolliert ausgeführte Reaktion überwunden hatte, schnellte er nach oben und schüttelte sich kräftig. Kriech- und Krabbeltiere wollte er ebenso wenig wie einen toten Wolf. Wo waren jetzt eigentlich die anderen Wölfe? Jagten die nicht in Rudeln? Naja, ihm sollte es egal sein, er steckte das Schwert in die Scheide zurück und erreichte schon bald die alten Ruinen.
Der Gildenlose ließ seinen Blick schweifen, vom Pass bis hin zum Sumpfgebiet. Schließlich ging er geradeaus weiter zum Außenposten der Bruderschaft, seine Ausbildung bei Angroth war noch immer nicht beendet.
Im Sumpf angekommen wurde er sofort von einem Templer begrüßt."Baal Kain, Erwache! Wo wart ihr die ganze Zeit?", fragte ihn der Sumpfler, worauf der Einzelgänger ihn nur entgeistert ansah. Ach ja, er hatte ja noch niemanden aus der Bruderschaft gesagt, das er nicht länger Guru war. Offiziell war er eigentlich noch immer Baal... mehr oder weniger.
"Ich hatte gehofft, man hat mich bereits vergessen."
"Wie könnte man euch je vergessen?"
"Spar dir das... bitte... Ich bin kein Guru mehr, ich habe meine Posten aufgegeben, ich bin nicht mehr länger Mitglied der Bruderschaft." Der Templer seufzte.
"Was?"
"So viele gehen und nun auch noch ihr."
"Und was meinst du mit so viele?"
"Die Führerin und erst kurz zuvor zur Glaubenshüterin berufene Samantha, der Baumeister und Templer Burrez, der Schütze und Templer Trulek, Angroth--""Angroth? Du weißt nicht zufällig, wo er hin ist."
"Nein, aber ist mit dem Baumeister zusammen los, soweit ich weiß... Was wollt ihr denn von ihm?"
"Sag ruhig du, ich bin jünger und nicht besser als du... Erwache." Das erste und letzte mal, das er den Gruß des Schläfers ausgesprochen hatte, dann drehte er sich um und ging.
"Warum? Was soll ich den Baals sagen?"
"Sag Stressi liebe Grüße! Sag das es mir leid tut und das ich nicht stark genug war! Und dir wünsche ich viel Glück beim Schläfer, vielleicht gibt er dir ja mehr als mir... Leb wohl!"
Damit verschwand er endgültig im dichten Nebel des Sumpfs, zu den Ruinen und zum Pass hin zum Mienental.
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| 14.11.2003 19:41 | #46 |
| blutfeuer |
die nacht hatten die beiden auf einer kleinen morrinsel verbracht. die amazone hatte versucht, mit hilfe eines feuers die lästigen mücken zu vertreiben, was aber nur unzulänglich gelang.
irgendwann nahm wuschel sie wieder in die arme, soll heißen, schlang seine flügel um sie und legte seinen langen hals um ihre schultern. so hatte sie ein kopfkissen und der kopf von wuschel lag auf ihrer brust.
am morgen kitzelte ein sonnenstrahl den vogel wach, der meinte hahn spielen zu müssen. er hob den kopf und krähte seinen triumphschrei in die luft. das hatte zur folge, dass blutfeuer mit ihrem kopf in den modder fiel und der schrei ihres lieblings ihr fast das trommelfell zum platzen brachte.
"bist du denn völlig verrrückt geworden?" schnaubend kam blutfeuer wieder hoch und wischte sich den modder aus dem gesicht.
"hier gibt es weit und breit kein klares wasser, wie soll ich mich waschen?" die amazone wischte ihr gesicht am gefieder ihres reittieres ab, was wuschel erstaunlicherweise irgendwie schuldbewusst über sich ergehen ließ.
"wir sollten weiter. ich versteh nicht, was die leute hier so toll finden. es ist schwül, es ist warm, es gibt quintillionen mücken, es gibt die komischen gasblasen, es gibt bissige sumpfhaie und sogar trollen mussten sie schon ausweichen. ein seltsamer sumpf war das und er nahm kein ende.
sie wollten gerade losgehen, als etwas riesiges graues plötzlich aus dem moor auftauchte und ein riesiges maul mit einer riesigen zunge drin direkt vor blutfeuer aufklaffte.
"whaaaa, was ist das denn?!"
die amazone konnte gar nicht so schnell zurück auf die insel. sie schob sich hektisch mit den hacken nach hinten und versuchte, das riesige schlammonster von ihrer kehle zu drücken, an die es offensichtlich wollte.
"wuuuuschel, hilfe!!!!"
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| 14.11.2003 21:29 | #47 |
| blutfeuer |
irgendwann hatte sie dann einen riesigen nassen warmen lappen im gesicht, der eine lange schleimspur hinterließ. das, was da über ihr lag stank erbärmlich und drückte sie erbarmungslos auf den weichen sumpfboden.
wuschel war dabei, die bestie mit dem schabel zu beharken, um seine freundin von der bestie zu befreien und blutfeuer stemmt mit aller kraft die arme gegen das ungeheuer.
leider konnte sie die arme nicht wegziehen, um nach einer waffe zu greifen, denn dann wären die scharfen zähne in diesem stinkenden maul wohl tief in ihrem hals gelandet.
"wuschel, mach doch was, das hat gewaltige zähne. ich kann gleich nicht mehr!"
als hätte wuschel das genau verstanden, hieb er jetzt mit aller gewalt auf den schädel der bestie ein, so dass diese sich plötzlich jaulend zurückfallen ließ. sie versank einen moment im grünen sumpfwasser, nur um kurze zeit später in sicherer entfernung aufzutauchen, sich auf einen verfaulten baumstumpf zu retten und begeistert zu den beiden herüberzuhecheln.
jawohl, es hechelte. wie ein hund und stieß kleine japsende laute aus. dabei schlug es mit dem schwanz heftig hin und her und peitschte damit das brackige wasser.
"der schläfer öffne gnädig ein auge, wuschel, guck doch, das ist ein hund!"
blutfeuer richtete sich auf und blickte erstaunt und verblüfft zu dem riesigen, unsäglich häßlichen köter hinüber.
"das ist ein riesiger köter, kein monster! und guck dir an, wie der sich freut! wäre fast erschlagen worden von dir und freut sich wie ein schneekönig."
als hätte die töle das verstanden, sprang er mit einem platsch in den sumpf und war blitzschnell wieder bei blutfeuer und dem sehr misstrauisch guckenden wuschel, der sofort wieder kampfposition einnahm.
"lass mal wuschel. der scheint ganz zutraulich zu sein."
das war er denn auch. als erstes zog sich das vieh auf die kleine insel, dann schüttelte es sich, dass die schlammbatzen nur so flogen. sofort war blutfeuer von oben bis unten mit speichelresten und sumpfschlamm bedeckt.
"iiiihhh, wuschel, bring ihn um!"
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| 14.11.2003 21:43 | #48 |
| Sly |
Sly hatte die letzten Tage damit verbracht das Neue Gebiet zu erkunden es war äußerst interessant gewesen und vor allem wie sich so viele Klimatische Zonen einander anfügen konnten. Dieses Tal stand unter einem magischen Bann, soviel stand fest.
In letzter Zeit hatte ihn das Sumpfgebiet auch sehr interessiert vor allem die dor angesiedelten SUmpfler waren bemerkenswert fleissig einen Außenposten aufzubauen. Während seine Schüler auf bei den Tempelruinen trainierten konnte der Krieger allein umherziehen und alles beobachten und an diesem Tag hatte er eine kleinputzige Entdeckung gemacht.
Sly war mal wieder durch den Sumpf geschlichen oder besser gekrakselt , da er mal wieder das klettern vorzog , so gab es weniger gefahren und man konnte weiter sehen, unterwegs war ihm oftmals Dumaks Floball untergekommen der liebend gern im schlamm wühlte und auch dementsprechend aussah. Dabei ist ihm Blutfeuer aufgefallen die mal wieder mit ihrem Federvieh durch die Gegend stolziert ist. Sie hatte so manches Problem gehabt mit diesem Köter und als sich das Tier schüttelte und sie mit einigem Dreck bespritze war sie schon kurz davor das Tier zu töten.
Der ehemalige Söldner musste grinsen und sprang von dem Baum in der Nähe herunter zu der Frau " Hallo Blutfeuer du Alptraum meiner ruhigen Nächte, hast bekanntschaft mit nem Hund gemacht? Was machste überhaupt hier?"
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| 14.11.2003 22:21 | #49 |
| blutfeuer |
"oh nein, das kann doch nicht sein. zu diesem köter auch noch du. ich glaub, ich bin hier falsch. das ist so eine üppige landschaft und trotzdem gibts hier so viel ungeziefer."
der hund hatte inzwischen sein fell halbwegs gesäubert, indem er den dreck gelichmäßig auf blutfeuer und wuschel verteilt hatte. da blutfeuer damit beschäftigt war, sich wenigstens halbwegs zu säubern und wuschel von der wucht der schlammbatzen ins wasser getrieben worden war, hatte der köter sich einen kleinen vorsprung ergattert und saß brav wie ein schoßhündchen vor der amazone und hechelte sie grinsend an. zumindest sah das so aus.
"du blode töle. kannst du den typen hier nicht wenigstens mal kräftig in den arsch beißen? das wär ne heroische tat."
mühsam versuchte die amazone, sich wenigstens ein bisschen herzurichten. der typ war ohnehin frei von jedem respekt und jeder liebenswürdigkeit. dem musste man ja nicht noch nahrung geben.
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| 15.11.2003 02:31 | #50 |
| Dumak |
Knisternd und fast rauchlos brannte das kleine Feuer. Das trockene Holz zerplatzte mit leisem Knacken unter dem heißen Atem der Flammen. Hin und wieder stob ein Funkenschwarm aus der Glut. Dumak hatte es sich bequem gemacht. Ein Haufen aus Laub polsterte seinen Sitz. Die unsteten Flammen beleuchteten das von Bartstoppeln bedeckte Gesicht des Banditen. Flackernd leckten die Feuerzungen am frisch nachgeworfenen Holz und drängten die schwarzen Schatten zurück, als sie sich auf die neue Nahrung stürtzen und für ein paar Augenblicke aufloderten. Das Licht der Flammen spiegelte sich in den sorgfältig aufgereihten Panzerschuppen der Rüstung wider, die mattschwarz glänzten.
Dumak hatte ein Messer in der einen Hand und einen Bratenspieß in der anderen. Heute nachmittag hatte er eine fette Sumpfratte erlegt. Wobei erlegt... es blieb ihm gar nichts anderes übrig. Das vieh war ziemlich aggressiv gewesen und hatte hartnäckig darauf bestanden, mit einer von Dumaks spitzeren Klingen nähere Bekanntschaft zu machen. Nun... ihr war geholfen worden. Demnächst würde sie noch Dumaks Zähne kennelernen, dann die Zunge, den Gaumen und die speiseröhre. Und zwar in genau dieser Reihenfolge. Danach kam der Magen und... über den Rest herrschte keine so genaue Klarheit, jedoch verbat sich Dumak bisher konsequent jedes Angebot anderer, doch mal nachzusehen, was da noch so käme.»He, Schwarzmagierin, willst du auch was haben? Die Ratte war fett, anders als die Ratten nahe bei der Stadt.« Er meinte Khorinis. »Oder bist du besseres gewohnt? Aus deinem hochherrschaftlichen Kastell, was? Da soll es nur die feinsten Sachen geben, so aus kleinen Schüsselchen mit goldenen Löffelchen und kristallenen Gläserchen in klitzekleinen Häppchen, so wie kleine Königchen.« Er stutzte kurz, da war wohl eine Verniedlichung zuviel drin, naja, egal.»Also was ist? Willst du nicht mal ne ehrliche, fette Ratte probieren? Du wirst sehen, die macht auch richtig satt.«
Er biss in ein Stück fleisch, das er eben abgesäbelt hatte und das Fett lief ihm aus den Mundwinkeln und troff nach unten auf den Boden oder seine Hose.»Sag mal, habt ihr keinen Zauber, mit dem ihr Feuer anmachen könnt, es heißt immer, ihr Schwarzmagier haltet Euch für besonders mächtig. Da wird doch wohl auch was dran sein?« Er redete einfach immer weiter, achtete nicht darauf, daß er gerade den Mund voller gebratenem Rattenfleisch hatte. »Ich kannte mal einen von euch, schon ne Weile her. Hieß Don-Esteban oder so. Kam sich imemr mächtig böse und schlau vor. Tat immer so, als könnte er jedem Befehle erteilen und so weiter. Vermutlich gibts den überhaupt nicht mehr. Das war noch zu Zeiten der Bariere, also schon eine ganze Weile her.«
Schweigend kaute er weiter. Die Erwähnung der Barriere hatte seine eigene Aufmerksamkeit in Beschlag genommen und so schweiften seine Gedanken ab in die vergangene Zeit, in der er als Schatten unter Gomez versucht hatte, sich über Wasser zu halten. Und es hatte funktioniert. Besser als heute. Damals herrschte noch so etwas wie Ordnung. Die Hackordnung des Stärkeren. Er hatte jedenfalls sein Auskommen gehabt.
Heute mußte man sehen, wie man den nächsten Tag überlebte. Die Paladine in der Stadt machten auch nur, was ihnen genehm war. Und der wilde Haufen Söldner auf Onars Hof...naja, das war einfach nur ein wilder Haufen. Wenn Lee tatsächlich mal ein echter General gewesen war, dann war er mit diesen undisziplinierten Leuten, bei dem sich jeder selbst der Nächste war, schlecht beraten. Dumak wußte schon, warum die Armee nie etwas für ihn gewesen war. Disziplin, bääh. Unterordnen, igitt.
Dumak war so in seine Gedanken versunken, daß er beinahe die Antwort der jungen Magierin verpasst hatte.
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| 15.11.2003 09:38 | #51 |
| Sly |
Sly sah der früheren Amazone zu wie sie krampfhaft versuchte den Schmutz von ihr wegzubekommen. "Ach Schatzi du brauchst dich doch nicht für mich noch herzurichten ich liebe dich doch so wie du bist. Dreckig und unsehlich " Das grinsen wurde breiter und Sly sah in das Gesicht der völlig verdutzten Blutfeuer.
Sly lehnte sich gegen einen der Bäume und sah Blutfeuer weiter dabei zu wie sie sich peniebelst genau putzte. "Ja der Hund wird das wohl weniger machen, bevor er bei mir wäre, wäre er wahrscheinlich tot oder seine Nase gebrochen. Aber nunja es ist nicht mein Hund er gehört einem meiner schüler von daher ist es mir egal was er macht. Das er ausgerechnet dich ausgegraben hat finde ich allerdings... nunja bemerkenswert. " Sly kam wieder aus seiner lehnenden Haltung vom Baum zurück und sah sich um "Nanu? Wo isn Krieger? Der rennt dir sonst doch immer wie ein Schoßhündchen hinterher. "
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| 15.11.2003 12:26 | #52 |
| Xidoni |
Dumak erinnerte, das junge Lehrlingsmädchen des Zirkels, sehr an einen dieser Halunken aus dem Hafenviertel.
Respektlos, aufmüpfig und sich selbst am nächsten, aber andererseits fand sie ihn nicht so schlimm.
Er war eigentlich recht nett auf seine Spitzelle art und weise.Dankend nahm sie ein Stück der Ratte an und biss herzhaft ein Stück davon ab.Als sie den ersten Bissen herunter geschluckt hatte sprach sie.
„Ihr scheint euch gut im Kastell auszukennen, aber eine Magierin bin ich noch nicht, ich gehöre zwar seit kurzem dem Zirkel an, aber ich bin noch ein Lehrling und Magische Kräfte habe ich noch nicht.
Diesen Don Esteban, kenne ich nur vom Sehen ich habe noch nicht mit ihm Gesprochen, ich weis aber von wen ich sprecht, aber der Hohepriester ist entweder mit seinen Schülern beschäftigt oder irgendeinem neuen Experiment, das man ihn selten, irgendwo im Kastell zu Gesicht bekommt.“
Xidoni machte eine pause und biss wieder ein Stück von dem Fleisch ab. „Außerdem ich bin eine Weise und auf den Strassen und Gassen der Stadt aufgewachsen und da musste ich auch sehen wie ich durchkam. Aber ich schätze zur Zeit der Barriere war es auch nicht einfach für euch und ich kann wohl von Glück reden das man mich als Jugendliche nicht erwischt hatte sonst währ ich dort auch gelandet.Ich habe schon einiges Gehört und gelesen wie es war einerseits stelle ich es mir schlimm vor, aber auch andererseits, wenn man die ehemaligen Einsassen der Barriere so anhört, wenn die von der Zeit sprechen muss es das pure Abenteuer gewesen sein.“
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| 15.11.2003 17:23 | #53 |
| blutfeuer |
da der heimatlose vagabund mit der unverschämten klappe sich gemütlich an einen baum gelehnt hatte, konnte blutfeuer sich säubern und vorsichtig ihre waffen wieder in die richtige position bringen.
seltsamerweise war der köter noch schneller als sie mit der hand am bogen. er war wie der blitz in dem schlammigen wasser untergetaucht und raste platschend durch das wasser davon.
"he, ich tu dir doch nix. der bogen ist meine lebensversicherung für diesen anderen typ hier!"
natürlich hatte sie das dem hund völlig umsonst hinterhergerufen, der war schneller weg als ein pfeil fliegen konnte.
"naja, er wird wohl seine erfahrungen gemacht haben. so wie der aussieht, treibt der sich schon ein lebenlang in khorinis oder der barriere herum. kein wunder, dass er misstrauisch ist. die barrierebewohner waren immer hungrig und hund soll ja ganz gut schmecken.
"soso, er gehört einem deiner schüler? dann sag dem mal, der soll seiner töle mal manieren beibringen. eine dame schlabbert man nicht einfach voll. aber wie sollst du das schon begreifen, du weißt ja auch nicht, wie man sich einer dame gegenüber verhält."
blutfeuer sattelte ihren vogel und dreht sich noch einmal zu dem grinsenden sly um.
"und? haste mein schoßhündchen irgendwo gesehn, du knalltüte?"
dieses wort war ihr entwischt, weil sie in diesem moment direkt hinter sly eine dieser grünen knallerbsen anschweben sah. das biest hielt genau auf den superschlauen lehrmeister zu. gleich würde es mit ihm kollidieren! blutfeuer musste ihn nur noch einen moment ablenken!
und wirklich, sly bemerkte das vieh erst, als ein windhauch sein haar streifte. er fuhr herum, natürlich mit erhobenem schwert und spaltete die knallerbse von oben bis unten. es gab eine wirklich beachtenswerte explosion und jetzt war sly nicht nur betäubt, hustete und spuckte, nein, er war auch über und über mit grünem schleim bedeckt.
Während Sly sich mühsam reinigte, rief ihm blutfeuer hönisch zu:
"Ach Schatzi du brauchst dich doch nicht für mich noch herzurichten ich liebe dich doch so wie du bist. Dreckig und unansehlich!"
dann verschwand blutfeuer wieder zwischen dem üppigen sumpfbewuchs.
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| 15.11.2003 17:36 | #54 |
| Sly |
Sly hätte es wissen müssen dieser Sumpf war schrecklich "Ich hasse Sumpfe grummelte er und Blutfeuer verschwand mal wieder ganz schnell, natürlich die kleine haut jetzt wieder ab, das war typisch, doch nicht so schnell. Er packte in den Sumpf und hatte schon einen großen Schlammhaufen in der Hand der Blutfeuer hinterherflog und sie am hinterkopf traf.
Sly lachte und verschwand darauf wieder in den Schatten des Sumpfes, während er von hinten noch ein "IIIIIIIH , du Schwein. " entgegengeworfen bekam, doch er war jetzt wieder oben auf den Tempelruinen für seine schüler. "Dumak Xidoni, aufstehen. Es gibt zu tun. " Sly ging zu ein paar abgebrochenen Säulen und schickte jeden der schüler auf eine davon,während er auf dem Boden einige Steine aufhob. "So ihr werdet jetzt üben auszuweichen. Ihr weicht einfach den steinen aus. Dumak du bist ja schon weiter bei dir werden sie schneller kommen als bei Xidoni die in der Ausbildung noch nicht so weit ist. " Dann warf er den ersten Stein....
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| 15.11.2003 20:31 | #55 |
| Sirius |
Sirius machte sich Gedanken über seine Zukunft. Lange saß er nun schon in seiner Baumhütte, und dachte darüber nach, was er mit sich anfangen sollte.
Den Auftrag des Baals hatte er inzwischen erledigt. Er hatte ihm nur die prächtigsten Exemplare der dreizehn gewünschten Pflanzen ausgehändigt und dafür ein herzhaftes „Dankeschön!“, sowie immerhin 250 Goldstücke kassiert. Denn restlichen gesammelten Kräuter hatte er an verschiedene Händler verkauft und auch dafür noch einmal satte 125 Goldstücke erlangen können. Auch hatte er sich später erkundigt, was der Guru nun mit den Kräutern anfangen wollte, doch Das ging den Novizen angeblich rein gar nichts an.
Man merkte nur zu deutlich, dass der Winter vor der Türe stand. Das Wetter wurde mit der Zeit immer stürmischer, regnerischer und vor allem kälter. Viele der hochgewachsenen Pflanzen mussten kläglich eingehen, das Klima wollte es nicht anders.
Sirius stellte sich häufig die Frage, warum der Schläfer ihm noch keine Aufgabe zugeteilt hatte, warum hatte er für einen Novizen, der voller Tatendrang steckte, keine Aufgabe parat?
Naja - , dachte er sich, Die Taten und Beweggründe des Schläfers mögen Uns mickrigen Menschen, unlogisch erscheinen, doch egal was Er tut, es wird das Richtige sein.
Somit beendete er den Gedankengang und gab es auf, weiter nach irgendwelchen logischen Erklärungen zu suchen.
Viel lieber wand er sich nun einem dicken Stängel Sumpfkraut zu, der den Novizen, wie schon so viele vor ihm, ins herrliche Traumland entführen würde...
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| 15.11.2003 23:41 | #56 |
| Krieger-BP |
Krieger lachte. Sein schleimiges Grinsen zog sich schon den lieben langen Weg entlang, den er gegangen war, zum Sumpfgebiet, dem neuen Sumpfgebiet! Was sollte er auch tun. Er lachte und rannte dabei, zog an seinem Stängel und rannte weiter. Es war kein normales Lachen. Eher ein Feixen über etwas schlechtes, von dem er selbst noch nicht wusste, was es war. Es musste gut für ihn sein! JA SOGAR LUSTIG!
Plötzlich verhaarte er, lachte nur noch innerlich weiter und zog seinen Bogen. Langsam schleichend wandte er das an, was er gelernt hatte. Nicht lachen, sonder Fortbewegung ohne Geräusche. Nur die Sehne seines Bogens lies dessen Holz knirschen, doch nur ganz leise, als wäre es ein hinter der Hand verstecktes Lachen. Der Pfeil, der aufgelegt war Blitze im Mondschein auf. Ja er lachte visuell seinem Feind entgegen und Krieger lachte jetzt auch wieder laut, lies den Pfeil lossirren und hielt sich gleich den Bauch vor vorfreudigem Lachen. Der Pfeil bohrte sich in die Harphye, lachte dabei, genau wie sein Bogen und er selbst. Krieger lachte.
Schnell rannte er der Harphye entgegen, gab ihr einen Tritt und lachte dabei, rannte weiter und weiter und war schliesslich tief im neuen Sumpfgebiet. Schleimig riechendes Ungetüm um sich habend und trotzdem lachend.
Nur Schwer gab der Boden seine Füße wieder her und der Templer wog auch einiges durch seine Rüstung. Krieger wusste nicht wohin er gehen würde. Einfach nur grade aus? Oder an dem verfaulten, ihn anlächelnden Ast nach links? Er wusste es nicht, wurde geleitet von irgendeinem Wahn. Er wusste, dass er sich in einem Wahn befand, doch empfand er diesen höchste angenehm. Er musste nichts tun, nur sich treiben lassen und lachen ... alles ging von selbst, sogar er.Schwüle Luft umwuselte seine Haare, lies sie wirr über die fanatischen Augen streifen, die nach irgendetwas suchten. Den Platz den er suchte, von dem er nicht wusste, was er war und wo er war und wie er aussahe. Bestimmt freudig, lachend. Ein Platz, der das Lachen geboren hatte. Es musste einfach so sein.Eine Schlange legte sich auf seine Schulter. Sie lachte und war groß und dick, legte sich langsam um seinen Hals und Krieger lies es geschehen, spürte wie sich unzählige von Muskeln in dem Körper der um ihn gewickelt war spannten und ihm langsam die Luftröhre zuschnürrten. Er lachte weiter, doch bekam keine Luft. Es war schwer so zu lachen und die Schlange schien nicht mehr zu lachen. Ja, sie schaute bösartig und gemein. Mit lachender Kraft zog der Templer sein Schwert, schlug auf die Schlange ein und verletzte sich an der Wange dabei. Die Muskeln erschlafte und das Tier zog sich gekrümmt davon. Krieger lachte ihr mit blutunterlaufenen Lippen hinterher.
Zwei große blätter teilten sich, als er hindurchschritt, Lianen säumten den Baum links von ihm und der mit Moos bewachsenen Sumpfboden verlieh seinen Schritten etwas trampolinartiges, federndes, so als ob er sich auf einer Wolke befinden würde, obwohl er noch nie auf einer Wolke war. „Doch war ich!“, stoppte er sich, erinnerte sich an den komischen Sithitransport zurück. Da hatte er auch gelacht.Seine Gesichtsmuskeln hörten auf sich zu strafen. Er konnte nicht mehr. Er konnte schon noch laufen, doch nicht mehr lachen! Es ging nicht mehr, er war zu erschöpft. Schnell suchte sich der Templer einen hochgelegenen Ast und setzte sich auf ihn, verkrümmte sich in eine komische Stellung. Er würde warten, bis er es wieder könnte ... lachen.
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| 16.11.2003 19:27 | #57 |
| (pisi)Härda |
Die Tage schlichen sich dahin, zogen sich ellenlang dahin und lasteten unter dem apfeligen Geruch der Wasserpfeife, die in den letzten Tagen fast ununterbrochen qualmte. Die Tage wurden dunkler und grauer, kürzer und draußen wechselten sich stürmische Winde mit peitschendem Regen ab und Ismael war nur vor die Tür gegangen um sich eine große Menge vom besten Sumpfkraut zu holen um sich ordentlich einqualmen zu können. Inzwischen hing ein grüner Dunst wie ein permanenter Schleir über der ganzen Höhle und ein Geruch nach Sumpfkraut und Minze zog sich durch alle Kleider, Vorhänge, Speisen, was auch immer. Ismael saß benommen in dem tiefen Ohrensessel versunken, sein Blick war verklährt und seine Mine versunken.
Ihm ging die Welt etwas bunt vor den Augen vorbei, nicht mehr als ein Schleier, der sich etwas hypnotisch und halluzinogen durch seine Gedanken zog wie ein roter Faden, bzw. wie ein tanzendes buntes Band.
Nach einem weiteren Zug war Ismaels Gesicht komplett vernebelt....
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| 16.11.2003 21:45 | #58 |
| Sirius |
Der leicht bekleidete Sirius fröstelte vor sich hin.
Er hatte sich etwas abseits von seiner Baumhütte auf dem klitschnassen Erdboden niedergelassen. Geistesabwesend beobachtete er die Sterne und die schnell vorbeiziehenden Wolken.
In Gedanken hatte er schon lange seinen warmen Mantel, den er vor langer Zeit bei Alina bestellt – jedoch noch immer nicht bekommen hatte, über gestriffen und mollte sich in den wunderbar warmen Stoff ein.
Doch in der bitterbösen Realität sah alles ganz anders aus, es war keinesfalls warm, er hatte nichts, worin er sich hätte einmollen können, und es gab auch keinerlei Anzeichen, die darauf hingedeutet hätten, dass er den Mantel in absehbarer Zeit bekommen würde.
... Bald, da es ihm Draussen einfach zu kalt war, saß er wieder in seiner, zumindest etwas windegeschützten, Baumhütte und machte sich einen Kopf, ob er nicht vielleicht langsam mal wieder seine Kenntnisse und Fähigkeiten aufbessern sollte ...
Der Einfall an sich, erschien ihm ganz sinnvoll, nur welchem Gebiet sollte er sich zuwenden?
Die Magie hatte ihn schon immer am meisten fasziniert, aber diese hohe Kunst zu erlernen war für einen Novizen wie ihn ausgeschlossen.
Mit dem Einhänder konnte er bereits meisterhaft umgehen, somit fiel auch Dieser weg.
Sirius hatte Lust, mal etwas komplett neues zu studieren. Jegliche Aufbesserungen seiner Waffenkenntnisse fielen also aus...
Kurz dachte er nach – dann kam ihm die goldene Idee; Schleichen!Das war nicht nur hochinteressant, sondern auch noch äusserst sinnvoll, schließlich würde ihm dadurch zum Beispiel die Jagd um einiges erleichtert werden.
Er hatte sich also entschlossen ... Nun fehlte nur noch ein Lehrmeister. Doch gab es überhaupt Menschen, die das Schleichen lehrten? ... Das Kopfzerbrechen ging weiter ...
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| 17.11.2003 16:38 | #59 |
| Fisk |
Schon bald hatten sie die neue Welt erreicht, doch Fisk hatte Scipio immernoch keine Antwort gegeben. Dies holte er jedoch noch vor ihrer Akunft nach: "Abenteuer...ja. Diesen Bogen hier" er deutete auf 'Schattenlied', "Habe ich in einer alten Feste im Osten der Insel gefunden. Anscheinend ist es ein Dämonenbogen. Und den Speer" abermals setzte er zur Pause an und deutete mit der linken Hand auf seine Waffe, "Den hab ich tief unter der erde des Minentals gefunden, im Horst eines Drachen.". Sein Blick schweifte herum, bis er schlussendlich wieder auf dem Söldner haften blieb. "Aber du siehst auch nicht so aus, als wärest du untätig gewesen. Du musstest bestimmt viel tun, bis du deinen dunklen Feind besiegt hattest, oder?" murmelte Fisk dann. Da öffnete sich der Stein vor ihnen plötzlich. Sie hatten das neue Gebiet erreicht und fanden sich in einer riesigen Ruinenstadt wieder. "Beeindruckend..." murmelte Fisk und begutachtete die Steingebilde, "Wirklich beeindruckend."
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| 17.11.2003 17:02 | #60 |
| Scipio Cicero |
Beeindruckend traf es wirklich. Eine zerfallene Stadt wie diese hatte selbst Scipio noch nie zuvor gesehen. Welche Geheimnisse sie wohl verbarg? Vielleicht würde er sie eines Tages etwas genauer untersuchen, so etwas konnte nicht einfach nur eine gewöhnliche Ruine sein. Vorsichtig fuhr der Söldner über die alten Wände und Mauern.
Ja, ich habe wahrlich viel erlebt. Zuerst bin ich nach Gorthar gereißt, wo ich in einer dämonischen Zitadelle mein Schwert, sowie meine Rüstung fand. Gleich nach diesem Abenteuer hab ich eine Gruppe, angeführt von der Stadthalterin von Drakia, Nienor, begleitet um eine riesige Seeschlange zu töten, die die kleine Hafenstadt bedrohte. Damals wurden wir auch von den Piraten gefangen gekommen. Einige Wochen später bin ich dann in den Turm des "Meisters" gereißt, um mich endlich seiner zu entledigen.
Dann allerdings hörte er wie Fisk seine Waffen zog.
Was ist los?
Hörst du das? Irgendwas ist hier. Wir sollten vorsichtig sein. Auch Scipio hörte es, man musste nur darauf achten. Schon sah er in der Ferne einige dunkle Schatten, allerdings nur Schemenhaft, die untergehende Sonne blendete zu sehr. Mit noch etwas ungeübten Griffen verließ die Armbrust den Rücken des Söldners und ein Bolzen wurde vor die schnell gespannte Sehne aufgelegt. Hoffentlich waren dieseWesen nicht zu stark, denn treffen würde er bestmmt nicht jedesmal...
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| 17.11.2003 17:49 | #61 |
| Fisk |
Mit gespanntem Bogen erwartete Fisk die schemenhafte Kreatur, dessen Schatten nach und nach die Form einer Gottesanbeterin annahm. "Üah, was ist das denn?" sprach Fisk, dabei legte er ein wenig Ironie in seine Stimme. Doch das sollte es noch nicht ganz sein. Hinter dem Schatten der Kreatur bildete sich noch ein zweiter ab, und dahinter noch ein dritter. "Ein Rudel!" rief Scipio, welcher ebenfalls mit gespannter Fernkampfwaffe auf die Gegner zielte, "Schieß bevor es zu spät ist!". Der Meister der Bogenschießens ließ seine Sehne und somit den Pfeil los, welcher unbeirrt seinen Weg auf eine der Gottesanbeterinnen suchte, welche sich nun langsam deutlich abbildeten. Es waren grüne, riesige Kreaturen mit langen Fühlern, mehreren Beinen und riesigen scherenartigen Klauen. Fisks Pfeil sauste an der vordersten vorbei und traf die zweite in den Halsbereich. Auch Scipio ließ seine Sehne los und traf auch eine andere an der Schere, woraufhin beide glaubten, sie wäre verletzt. Dem war aber nicht so. "Verdammt, die Teile müssen ja stein hart sein!!" rief der Söldner seinem Gefährten zu, welcher den Bogen sinken ließ. Der Speer erschien ihm als die wirkungsvollste Waffe gegen diese Kreaturen. also ließ er 'Schattenlied' an seine ursprüngliche Stelle zurückgleiten und riss 'Rabanefeder' vom Rücken. Violett schimmerte die Spitze des Erzspeeres im Schein des Frühmondes, was Fisk ein wenig ermutigte. Doch fiel mehr Zeit zum Bewundern seiner Waffe blieb ihm nicht; denn die Gottesanbeterinnen rasten mit einer unglaublichen Geschwindigkeit auf die beiden zu.
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| 17.11.2003 18:11 | #62 |
| Scipio Cicero |
Weder Pfeil noch Bolzen konnten diese insektenähnlichen Kreaturen verletzen und Fisk griff bereits zu seinem Speer. Scipio überlegte kurz und kam zu der Erkenntnis, dass, auch wenn ein Bolzen für gewöhnlich mehr Durchschlagskraft besaß, als ein Pfeil, war diese Waffe hier trotzdem eher sinnlos. Schließlich gab Fisks Bogen seinem Pfeil, vor allem auf diese geringe Distanz, eine enorme Wucht und obwohl sein Schuss weitaus besser getroffen hatte, konnte der Drachenjäger die Kreatur höchstens leicht verletzen. Als Anfänger konnte der Söldner die Armbrust also ohne Bedenken zur Seite legen.
Er brauchte zwar etwas länger um die Fernkampfwaffe wieder fest an seinen Rücken zu schnallen, doch kurz bevor Fisk seine ersten Schläge machen konnte, verließ der Windfetzer die sanfte Umarmung seiner Scheide und blitzte wie der Speer seines Gefährten in der untergehenden Sonne leicht rötlich auf. Ohne zu zögern rannte Scipio auf die angsteinflössenden wesen zu, in der Hoffnung ihre harten Körper durchdringen zu können.
Die Monster waren allerdings unverhofft schnell und bevor der eigentliche kampf beginnen konnte mussten die beiden Abenteurer erstmal ein paar scheren abwehren, wobei Fisk mit seinem großen Speer einen klaren Vorteil gegenüber Scipio mit seinem Kurzschwert hatte. Dennnoch überstand er, ebenso wie der Drachenjäger, diese Angriffswelle. Es konnte beginnen...
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| 17.11.2003 18:49 | #63 |
| Fisk |
Mit einem seitlichen Schlag ließ Fisk einen weiteren schlag seinen Gegenüber zur Seite ins Leere sausen. Doch damit war es noch lange nicht getan. Mit einer enormen Geschwindigkeit sauste nun auch die zweite Klaue der Kreatur an, welcher Fisk nur mit einem Rückwärtsfallen, gefolgt von einem Radschlag ausweichen konnte. Mit einem leichten Tritt konnte sich Fisk vom Boden abstoßen, während er mit dem Speer weit ausholte und ihn tief in den Körper der
Riesen-Gottesanbeterin fahren ließ. Ein ohrenbetäubender Schrei verließ den klauenbesetzten Mund der Kreatur und ließ Fisk zusammenzucken. Doch der Drachenjäger ließ sich nicht beirren. Rasch ließ er den Speer los und riss sein Erzschwert heraus, mit welchem er die Kreatur kurz darauf enthauptete. Ebenso schnell ließ er die Waffe wieder in ihre Scheide fahren und riss den Speer aus dem Kadaver, um sich einem weiteren Gegner zu stellen...
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| 17.11.2003 19:27 | #64 |
| Scipio Cicero |
Durch den spektakulären Sieg des Drachenjägers motiviert, gab Scipio nun alles. Sein schwert wirbelte blitzend durch die Luft und hinterließ viele, leider nicht besonders tiefe Kratzer in den kräftigen Scheren, die eine der Insektenwesen immer wieder, blitzschnell auf ihn herabschnellen ließ. Davon unbeeindruckt versetzte die Bestie ihm einen schnellen und trotzdem harten Stoß mit ganzem Körpereinsatz, der ihn hart zu warf. Sofort begann das Wesen erneut mit seinen Scheren auf ihn niederzustechen und es grenzte an ein Wunder, dass er immernoch liegend, durch schnelles Drehen, ausweichen konnte. Schließlich konnte der Söldner mit seinen schweren Stiefeln einen Tritt in das Gesicht des Insekts anbringen, der ihm die Zeit gab mit einem kleinen Sprung wieder aufzustehen. Wie wild stach er auf das immer noch etwas konfuse Wesen ein, bis es bewegungslos am Boden lag.
Scipio glaubte gewonnen zu haben, doch als er sich gerade der nächsten Kreatur zuwenden wollte, wurde er von den Beinen gerissen und erneut zu Boden befördert. Erschrocken sah er hinter sich, wo das totgeglaubte Monster zum Sprung ansetzte. Ein riesiger Satz, den er einer solchen Kreatur nicht einmal zugetraut hätte und die Gesichter der beiden Feinde waren nur wenige Zentimeter voneinander entfernt. Spucke rann aus dem hässlichen Maul der Kreatur und tropfte auf Scipios Schulter, bis sich langsam Blut dazumischte. Der Windfetzer hatte sich weit in den Bauch der Kreatur gebohrt. Jetzt war es das endgültige Ende für das wesen. Die Leiche schüttelte er achtlos zu Seite und griff endlich die nächste Kreatur an, während Fisk schon zwei weitere besiegt hatte. So ein Speer hätte jetzt wirklich Vorteile...
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| 17.11.2003 19:44 | #65 |
| Fisk |
Nun hatte Scipio sich also auch seines Gegners entledigt. Eine Kreatur war noch übrig. Scipio hatte sich bereits auf sie gestürtzt, Fisk folgte ihm sofort. Als hätte Fisk ihm den Befehl gegeben, sprang Scipio kurz vor Ankunft des Drachenjägers zur Seite, sodass Fisk seinen Speer mit voller Wucht in die Kreatur rammte. Diese jedoch schaffte es rechtzeitig, die Dämonenklaue hinweg zu schlagen, sodass nur ein Kratzer auf ihrem Panzer zurück blieb. Dabei hatte sie jedoch ihren zweiten Gegner außer Acht gelassen. Scipio hatte sich mit hoch erhobener Waffe hinter der Kreatur aufgebaut und ließ seine Klinge nun hinab fahren. Ein Schreien war zu hören, dann hatte auch Fisk seine Waffe in der Kreatur versenkt, sodass diese unter dr Belastung der zwei mächtigen Waffen zu Boden ging. Mit einem Ruck entfernte Fisk seinen Speer aus dem Kadaver, dann wandte er sich scipio zu: "Also hier gibs einen Sumpf, noch mehr Ruinen, einen Canyon, einen Talkessel und einen Strand. Hab ich zumindest so gehört. Zu erleben gibts bestimmt überall was. Und die Umgebung kann man von hier auch gut einsehen, sodass wir schnell wissen werden, wo was liegt. Also, wohin willst du?"
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| 17.11.2003 19:57 | #66 |
| Scipio Cicero |
Zwar waren diese Insekten stärker gewesen, als man es vermuten könnte, doch wirklich gefährlich waren sie eigentlich nicht gewesen. Vergleichbar mit einem Snapper, man muss nur wissen wie man gegen sie vorzugegen hat. Kurz reinigte Scipio sein Schwert vom Blut und
Am liebsten wär mir der Strand. Die Piraten interessieren mich wirklich. Was meinst du? Ist der Weg besonders gefährlich, oder sowas in der Art? Inzwischen war die Sonne untergegangen und der Söldner nahm eine Fackel aus seinen Taschen. Besonders viele hatte er zwar nicht, doch dafür würden sie nach Angaben des Händlers ziemlich lang brennen. Mal sehen ob er sich darauf verlassen konnte, zumindest war sie leicht in brand zu setzen.
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| 17.11.2003 20:01 | #67 |
| Fisk |
Fisk sah auf seine Karte. Rasch korrigierte er die Sachen, welche sie bereits gesehen hatten. Er wollte eine Karte von ganz Khorinis haben, und dazu fehlte ihm nurnoch die neue Welt. "Der Strand liegt um Westen, hab ich gehört." murmelte Fisk und deutete in westliche Richtung, "Was auf dem Weg auf uns wartet - kein Schimmer". Fisk ging also vorraus nach Westen. Ein kleiner Trampelpfad ließ sie eine Richtung beibehalten, sodass sie nicht von ihrem eigentlichem Ziel abkamen. Und Monster waren auch nirgends zu sehen...
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| 17.11.2003 20:11 | #68 |
| Scipio Cicero |
Die Fackel brannte wirklich gut, das musste Scipio zugeben. Anfangs dachte er, der Händler hätte seine ware nur schön geredet, doch die Fackeln waren wirklich von bester Qualität, auch wenn er nicht wirklich wusste, wie man so einen Holzstock präparierte.
Ich hab gehört, dass der Hof von ein paar Fremden eingenommen wurde und sie Lee gefangen hielten. Was hat es eigentlich damit auf sich?
Fisk schien die Frage nicht gerade gern gehört zu haben. Die Unbehaglichkeit ließ er sich deutlich ankennen, trotzdem wollte Scipio das ganze jetzt nur noch genauer wissen.
schließlich lag ihm Lee auf eine gewisse Art doch am Herzen, nachdem er Jahre lang unter diesem gedient hatte. Nicht wenig hatte er dem General zu verdanken, das wurde ihm leider viel zu selten klar.
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| 17.11.2003 20:20 | #69 |
| Fisk |
Bedrückt setzte Fisk zur Erklärung an: "Es waren Orkjäger. Mithilfe von Sylvio und seinen Leuten, einige Verrätern unter den Söldnern, haben sie es geschafftLee gefangen zu nehmen und das Haupthaus unter ihren Besitz zu bringen. Unter Einsatz der vereinten Kräfte aller Lees konnten wir Lee raus holen und die Orkjäger töten....ich möchte wirklich nicht weiter darüber sprechen.". Und dazu kamen sie auch nicht. Ein grunzendes Geräusch war zu hören, und als die beiden, mit Fackeln ausgestatteten Lees um die nächste Ecke bogen wussten sie, woher es kam: Fünf Molerats hatten sich auf dem Weg breit gemacht und standen den beiden Gefährten nun wutentbrannt gegenüber. Fisk seuftzte. Mit einem klingenden Geräusch ließ er Schattenlied aus seiner Halterung fahren und betrachtete die schweineartigen Geschöpfe. "Dann mal los!" grinste er Scioio zu und stürmte los, in der Hoffnung, der Söldner würde ihm folgen.
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| 17.11.2003 20:30 | #70 |
| Scipio Cicero |
Molerats? Das sollte wohl ein Scherz sein, schließlich waren diese zu großen ratten keine Gegner für die beiden. Nun ja, wenigstens eine gute Zielübung, wenn der Söldner sie auch sonst immer verschonte. Immer noch etwas unbeholfen nahm er seine Armbrust vom rücken und legte einen Bolzen auf. Ein Vorteil dieser waffen war, dass man deutlich länger zielen konnte als mit einem Bogen, weil man nicht mit eigener Kraft die Spannung der Sehne halten musste, also ließ er sich die Zeit die er brauchte. Vorhin hatte er ja, wenn auch mit Glück, eins der Insekten an der schere getroffen, deshalb bildete sich Scipio wenigstens ein, das nötige Potenzial zu haben. Dieses Denken wurde jedoch beim ersten Fehlschuss alles andere als Bestätigt. Der Drachenjäger schaute derweil interessiert zu und entschied dich erstmal nicht anzugreifen, denn mit fünf Schüssen wären wohl auch alle fünf Molerats besiegt. Einige weitere Schüsse folgten und inzwischen musste sich der noch ziemlich schlechte Schütze bereits zurückziehen, da die Ziele schließlich lebten und den Beschuss nicht einfach hinnahmen. Glücklicherweise waren die kleinen Biester ziemlich langsam und kamen nie wirklich nah an ihn heran.
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| 17.11.2003 20:36 | #71 |
| Fisk |
"Och komm, einen will ich auch!" grinste Fisk und lief von hinten an die Molerats heran, um kurz darauf eines niederzustrecken. "Jetzt musste aber mal treffen!" rief er Scipio zu und so war es auch. Ein Bolzen sauste heran und traf das Molerat zu Fisks Rechten im Bauchbereich. Zwar wollte sich die Kreatur noch auf Scipio zu bewegen, doch die Wunde war zu stark, sodass das schweineartige Wesen auf dem Weg zusammensackte und liegen blieb. Nicht lange dauerte es, da waren alle Molerats besiegt und Scipio sammelte seine Bolzen wieder ein, während Fisk den Tieren das Fleisch entnahm. Rasch wickelte er die blutige Rohware in einige Lumpen ein und verstaute sie in seiner rucksackartigen Tasche. Fisk sah sich um. Scipio hatte mittlerweile all seine Geschosse wiedergefunden und eingepackt, sodass sie weiter konnten. So folgten sie dem Weg weiter, gen Westen.
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| 17.11.2003 20:47 | #72 |
| Scipio Cicero |
Du hast gesagt dein Speer stammt aus dem horst eines Drachen. Wie kommst du dazu? Habt ihr etwa einen Drachen getötet Wenn ja, welchen? Doch nicht den Eisdrachen im ehemaligen neuen Lager, oder? Ich hab mir geschworen das Biest zu jagen, hast du ihn je gesehen? Ein erschreckendes Wesen aus reiner Boshaftigkeit und gleichzeitig so wunderschön. Diese glänzenden Schuppen haben mich gefesselt, wie gern würde ich eine davon besitzen. Sicherlich sind sie mehrere hundert Jahre alt, wenn nicht noch mehr. Vor kurzem war ich im neuen Lager, der Drache war allerdings nirgendwo zu sehen. Sag nicht, dass ihr Drachenjäger ausgerechnet IHN getötet habt.
Nur zu gut konnte sich Scipio noch an das riesige wesen erinnern. An die mächtigen Flügel, den eisklaten Atem, der noch meterweit zu spüren war und natürlich das mysterioöse, das dieses Wesen ausstrahlte. Wie lange schon sehnte er sich danach ihn wieder zu sehen und sich mit diesen Kreaturen Beliars zu messen? Viel zu lange und erst jetzt wurde ihm klar, dass er ebenso wie Fisk Drachenjäger werden konnte und wollte...
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| 17.11.2003 20:53 | #73 |
| Fisk |
Stolz betrachtete Fisk die schnee-weiße Schuppe des Element-Drachen, welche er dem Drachen vor seinem Verschwinden in den unendlichen Tiefen des Sees entrissen hatte. Doch dann kam er auf Scipios Frage zurück: "Ja, ich habe vom Eisdrachen gehört. Aber ich habe den prächtigsten Drachen dieser ganzen gottverdammten Welt getötet. Er war so schön, dass es mir sogar leid tat, ihn töten zu müssen. Hier, sieh dir seine schuppe an.". Behutsam drehte sich Fisk so, dass Schuppe im Schein der Fackel in Scipios Richtung glitzerte. "Also der Eisdrache war es bestimmt nicht. Dieser Drache war Herr mehrerer Elemente, nicht nur der des Eises. Und er war riesig." sprach er dann, während er Scipios Blick folgte.
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| 17.11.2003 21:03 | #74 |
| Scipio Cicero |
Es gab also wirklich mehr als die vier Bekannten Drachen, die die Burg der Paladine attackiert haben. Das war für die Drachenjäger gut, doch zugleich für alle anderen einwohner von Khorinis schlecht. Scipio jedoch war nur froh, dass der Eisdrachen anscheinend noch lebte. Die Schuppe die Fisk ihm zeigte erinnerte ihn sehr an die seines Drachens, doch unterschiede waren zu erkennen. Du hast recht, dieses Wesen muss wirklich prächtig gewesen sein. Wenn er jedoch aus mehreren Elementen seine Kraft schöpfte, muss er doch verdammt stark gewesen sein. Wie konntet ihr die Kreatur besiegen? Wie viele wart ihr überhaupt und wer? Du allein wirst das schließlich nicht geschafft haben, auch wenn du ein starker Krieger geworden bist. So ein drache ist ein harter Brocken und eine Zeit lang zweifelte ich sogar daran, dass sie überhaupt zu besiegen waren. Spätestens jetzt wurde ich eines besseren belehrt. Nun ja, mir war schon vorher klar, dass er nicht unbesiegbar war, denn wenn ich eins weis, dann, dass nur die Götter unsterblich sind.
Solche Worte, die mehr kluge Lehren bargen, als Sinn war Scipio zwar nicht gewohnt, aber er glaubte sie trotzdem ganz überzeugend gesprochen zu haben...
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| 17.11.2003 21:21 | #75 |
| Fisk |
"Nun ja" entgegnete Fisk, "Wir waren zu fünft. Tuan, Scorp, Taeris, Sly und ich. Und ja, es war ein unglaublich ahrter Kampf. ich glaube nicht das einer der vier bekannten Drachen so stark und so groß ist wie der, den ich gesehen und bekämpft habe. Und diese Schuppe trage ich aus Respekt. Überhaupt wundert es mich, diese Schuppe ohne die Kunst der Drachenausweidung entrissen haben zu können. Allerdings habe ich sie nicht bearbeiten lassen. Hier oben klebt sogar noch etwas Blut der Kreatur. Und mein Schwert" er zog den 'Sichelmond', "Ist ebenfalls bis zur Parierstange in das Blut getaucht worden. Deswegen ist die Klinge auch schwarz. Ich bin mir nicht sicher, aber ich glaube, das Blut hat die Waffe um einiges stärker gemacht. Obwohl dieses Schwert sowieso zu den besten gehört, die Gorr je geschmiedet hat.". Während sie sich unterhielten, erreichten sie einen großen See, welcher etwas unter am Ende eines abzweigenden Weges lag. Ohne auf eine Antwort Scipios zu hoffen, murmelte Fisk: "Der Talkessel....komm, das Lager der Piraten ist nicht mehr weit!".
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| 17.11.2003 21:35 | #76 |
| Scipio Cicero |
Kaum zu glauben, wie weit sie schon gekommen waren und bald würden sie ihr Ziel erreichen. Das Piratenlager!
Eigentlich wusste Scipio nicht einmal genau wieso, aber so sehr hatte er sich schon lange nicht mehr auf etwas gefreut. Nun blieb nur noch zu hoffen, dass die Freibeuter ihnen nicht feindlich gesinnt sein würden. Der Mond war aufgegangen und die Wolkendecke brach genau um ihn herum auf, weshalb zusätzlich noch schier unendlich viele Sterne zu sehen waren. Wie lange war es her, dass der Söldner sich den Nachthimmel in all seiner Schönheit hingeben konnte? Einfach nur einen weg entlang schlendern und die Stille der Nacht und das leichte Rauschen der Wellen im Wind genießen, wie sehr hatte er das vermisst. Ind er tat ist ihm heute klargeworden, dass er erst jetzt endlich wieder richtig leben konnte, dieses Wissen ließ den dunklen schleier, der monatelang über dem Krieger lag langsam verschwinden. Mit der Zeit wurde er immer mehr wie zu Barrierezeiten. Ein kleiner fröhlicher Mensch, der sich nicht viel um die Zukunft sorgte und einfach nur sein Leben lebte.
Fisk, darf ich dir eine Frage stellen? Was versprichst du dir von deinem weiteren Leben? Wie stellst du dir deine Zukunft vor?
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| 17.11.2003 21:42 | #77 |
| Fisk |
Fisk blickte zum Himmel. Wie silberne Funken hingen die Sterne über ihren Köpfen und erhellten die ansonsten finstere Nacht. Lange ließ sich der drachenjäger Zeit, bis er auf Scipios Frage reagierte.
"Meine Zukunft?" murmelte der Drachenjäger. Ruckartig riss er seinen Blick vom Himmel weg und sah zu seinem Gefährten, "Ich will meiner Aufgabe gerecht werden. Ich habe mich Lee unterstellt, und wenngleich ich als Drachenjäger nicht mehr zu seiner Gefolgschaft zähle will ich ihm treu untergeben bleiben. Ich will von dieser Insel weg und Abenteuer erleben. Ich vermisse die Zeit in der Kolonie....und die Zeit im neuen Lager. Deswegen lebe ich im Räuberlager. Gegnaugenommen hasse ich diese Insel. Das Minental ist mein Heim. Und ich erhoffe mir vom Festland mehr." sprach er dann und sah nach vorn. Ruckartig schwenkte seine Stimmung. "Da sind wir..."
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| 18.11.2003 13:06 | #78 |
| (pisi)Härda |
Ein schriller Pfiff zog durch die morgendliche Kaltluft, die von Taufeuchtigkeit geschwängert Nebel durch den Sumpf zog.
Ein durch die Luft blitzendes Schwert hielt plötzlich inne....
... Ismael lief so schnell er konnte in Richtung seiner Höhle.Sein Atem schlug große, weisse Wolken und der Boden unter seinen Füßen, in dem man sonst so schon einsank, knirschte gefrohren unter dem zähen Hirschleder von Ismaels Schuhen. Der pfeifende Wasserkessel zappelte noch an seiner Kette, als Ismael in die Höhle stürmte, das Schwert sammt Scheide so hastig an den Schrank stellte, dass es umfiel und er erst noch einmal umdrehen musste, um es wieder aufzuheben. Mit einem raschen Wurf hatte er sich auch dem triefnassen Mantel entledigt und schnaufte mt krebsrotem Gesicht in sich hinein, während er den Kessel vom Feuer angelte.
Nicht lange und ein Duft von frischem Pfefferminztee zog durch die Höhle und mischte sich zu gleichen Teilen mit dem Geruch nach Apfeltabak, der angenehm in den Möbeln und Vorhängen hing.
Ismael hatte vorgestern einem Novizen einen großen Sack, fast 50 Stein schwer, abgenommen, mit der Begründung, der Schläfer wolle den Tee im Tempel sehen. Ismaels etwas bedrohliche Erscheinung hatte ihr überiges getan, damit jetzt ein strohfarbener Jutesack in Ismaels Speisekammer ruhte, bis oben hin prall gefüllt mit getrockneten Pfefferminzblättern. Auch sonst war die Gemeinschaft des Schläfers mehr als nur zuträglich für ihn. Er war auf selbem Wege an Zucker und sogar ein ein großes Säckchen teures Salz herangekommen, für dass er sonst mindestens tausend Goldstücke hätte hinlegen müssen...
Aber in einem derart großen Lager schien es niemandem aufzufallen, dass ab und an mal ein Liefersack fehlte. Anscheinend waren die Baals daran gewohnt, dass ab und zu ein total berauschter Novize einen Sack verklüngelte. Ismael schüttelte leise lachend den Kopf, musste aber im nächsten Moment so heftig nießen, dass fast die Tasse von dem Beistelltischchen gefallen währe. Schnell fischte er ein Taschentuch aus einer seiner Taschen und putzte sich ausgiebig die Nase.Es war sehr langweilig hier und er hätte so einiges für einen Partner zu einem gescheiten Schachspiel gegeben. Aber so vertrieb er sich die langen Tage mit Gesprächen mit Shanks, dem organgenen Falken und mit Zeichnen von Waffen und Rüstungen, Rüstungsteilen und anderen Dingen mit Schreibgeräten, die er einem neuen Novizen mit der Begründung abgenommen hatte, sowas wäre im Sumpf verboten und seinem Glauben abträglich, er solle lieber schnell zu den Sumpfkrautfeldern eilen.
Heiss rann süßer Pfefferminztee seine gereizte Kehle hinunter.Ismael ließ sich in den Sessel sacken...
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| 18.11.2003 16:51 | #79 |
| Sly |
Sly sah froh auf seine Schüler wie sie trainierten. Die letzten Tage hatte er viel Zeit mit ihnen verbracht. der ehemalige Söldner ging zu Dumak und sprach ihn an "Du wirst zuerst geprüft werden! Deine Aufgabe wird es sein, dich hier an mich heranzuschleichen. Ich werde mich mit dem Rücken zu dir drehen und du schleichst dich an mich ran und wenn du da bist klopfst du mir auf die Schulter. Wenn ich dich höre werde ich mich umdrehen. Sollte das zweimal passieren bist du durchgefallen. Dann geht es weiter, in dem Sumpf wirst du das gleiche machen. Wieder von hinten anschleichen klar? Dann wirst du diesen Steilhang ersklimmen. " dabei zeigte Sly auf einen hohen Hang am anderen Ende der Tempelruinen. "Das wird es gewesen sein, danach kannst du dich Meister des Schleichens nennen!" sprach Sly und sah Dumak erwartungsvoll an. " Sei aufgewärmt denn ansonsten verspannen sich deine Muskeln. "
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| 18.11.2003 19:12 | #80 |
| Dumak |
Aufgewärmt? Ja, das Feuer war recht warm gewesen...
Dumak tat also, wie ihm geheißen. Er entfernte sich etwas von seinem Lehrmeister, der netterweise mitten in eine Schotterfläche hineinlief, die unter jedem seiner Schritte laut knirschte. Dumak sah sich um. Da mußte doch noch... Genau, am Rand des Waldes, der vom Sumpf bis hierher aufstieg, lagen einige Äste, darunter ein recht langer. Den schnapte sich der Dieb möglichst geräuschlos. Dann schlich er los, um sich bis auf Astlänge Sly zu nähern. Das ging recht einfach, denn der Ast war wirklich ziemlich lang und das Betreten der Schotterpiste konnte geradenoch so vermieden werden. Dumak streckte den Ast aus und tippte damit vorsichtig Sly von hinten auf die Schulter.»Respekt, du bist scho...«.
Er vollendete den Satz nicht, denn als er sich während des Sprechens umblickte, bemerkte er sofort, daß sich Dumak nur einen lächerlichen Scherz erlaubt hatte. Schon wollte er Dumak mit womöglich scharfen Worten zurechtweisen.»Wende mir lieber nicht zu lange den rücken zu. Wer weiß, auf was für Ideen ich komme«, erwiderte der Dieb verdrießlich, ehe Sly richtig loswettern konnte.»Ich fang jetzt an. Ernsthaft.«
»Dein letzter Versuch«, meinte Sly nur ungerührt und drehte sich wieder um.Dumak entfernte sich wieder und begann diesmal, sich ernsthaft um die Lösung der Aufgabe zu bemühen. Zuerst schlich er auf leisen Sohlen über den Boden, bis er zum Rand des Schotterbereiches kam. Bis hierhin war es einfach gewesen. Vielleicht nicht für einen ungeübten Menschen, doch Dumak wußte, daß man nicht in Laubhaufen trat, daß man Ästen und Wurzeln auswich, daß man einladenden, im Boden eingelassenen Steinen mßtrauisch gegenüberstand, daß man unbewußt schon den übernächsten Schritt plante, wenn man den Fuß aufsetzte.Jetzt ließ er sich auf den Boden herab und begutachtete den Kies vor ihm, suchte seine Struktur zu erkennen. Wo war er fest, wo lag er nur locker auf? Erst dann begann er, langsam auf allen vieren nach vorne zu kriechen und die Distanz zwischen sich und Sly zu verringern. Konzentriert suchte er den Boden ab, um sich vorzuschieben. Er nahm nicht den geraden weg, denn dort war Sly gerade entlanggegangen und hatte mit seinen Stiefeln den Kies gelockert. Die Trittspuren ergaben kleine Krater, umgeben von winzigen Wällen aufgeworfener Kieselsteine. Viel zu locker, um dort entlang zu schleichen. Nein, Dumak wählte einen anderen Weg, seitlich an den Trittspuren vorbei, jedoch nicht so weit, daß er ins Blickfeld des Lehrmeisters geriet. Langsam näherte er sich Sly. Dabei wurde ihm klar, daß sich nun ein weiteres Problem ergab. Wenn er Sly auf die Schulter klopfen sollte, müßte er sich aufrichten. Dabei würde das Gewicht seines Körpers nur auf den Füßen lasten, die den Kies womöglich wegdrückten. Was tun? Dumak entledigte sich mit äußerster Vorsicht seines Umhangs und ließ ihn sachte auf eine Stelle kurz hinter sly fallen. Unmerklich ging seine Atmung, obwohl er liebend gerne richtig Luft geholt hätte. Die anstrengung zehrte an den Kräften. Doch das wäre ein unzulässiges Geräusch gewesen. Unhörbar senkte sich der schwarze Fetzen auf den Boden. Dumak kroch darüber, zog die Beine an, richtete sich vorsichtig und ganz langsam auf, ging in die Hocke, jetzt etwas höher - kein Geräusch erklang. Wenn doch irgendein Stein weggedrückt wurde, so dämpfte der darauf liegende Mantel das Geräusch vollständig.»Ich bin da.«
Gleichzeitig legte er dem Lehrmeister die linke Hand auf die Schulter.
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| 18.11.2003 19:34 | #81 |
| Sly |
Sly nickte zufrieden. "Gut gut , die Idee mit dem Umhang war nicht schlecht gewesen. So jetzt aber ab in das Sumpfgebiet." sagte Sly und bewegte sich zielstrebig in den großen Sumpf. "Hier sind wir. Pass auf du wirst von dort aus durch diesen Sumpf an mich heranschleichen. Sly stand auf einer Insel umgeben von schlamm , wasser und dreck. Dumak müsste dies alles durchschleichen können "[i]Also los. Viel glück."
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| 18.11.2003 20:13 | #82 |
| Dumak |
Dumak sah sich die Stelle an. Der Zugang zu der kleinen Insel, auf der Sly stand, bestand aus einer Art Weg, der durch flaches Wasser führte. Große Büschel Gräser bildeten eine schwimmende Oberfläche auf dem stillen Wasser. Die Äste knorriger Bäume hingen tief herab und umgaben den Teich. Nein, ein Teich war es nicht. Es war der Sumpf. Sein Boden war grundlos und würde bei einem Fehltritt gnadenlos zupacken und ihn hinabziehen, egal, ob er geräuschlos oder nicht schlich.
Wenn sich Dumak den leichten Weg aussuchte, und über die schwankenden Grassoden lief, würde das Plätschern des Wassers bei jedem Tritt verraten, wo sich Dumak befand. Würde er blind durch das Wasser waten, wäre er mit Sicherheit verloren. Würde er mit einem Stock den Grund abtasten, wäre er nicht leise genug.Verdammt!
Dumak sah sich das Ufer an. An einigen Stellen ragte die dicke Sodenschicht über das Wasser hinaus. Jetzt qwußte er, was er machen konnte.
Gekonnt ließ sich der Dieb nieder und schlich sich an das Seeufer, suchte still und leise eine geeignete Stelle aus. Dann zog er eines seiner Messer und begann, in aller Seelenruhe die Grasnarbe zu durchtrennen. Und zwar hinter sich. Er lag auf dem nassen, hochgewachsenen Gras und außer der Hand mit dem Messer bewegte sich nichts an ihm. Geräuschlos fuhr die Klinge durch das weiche Wurzelwerk des Grases und trennte ein großes Stück des schwimmenden Plateaus ab. Neben Dumak lag ein Ast. Nachdem sich der Bandit mehrere Male vorsichtig bewegt hatte, dabei seine Lage so veränderte, daß er das Stück Grasnarbe vollständig abtrennen konnte, steckte er ohne jedes Anzeichen von Eile das Messer wieder weg und nahm sich stattdessen den Stock.
Mit einer unendlich langsamen Bewegung stieß er sich, auf dem Grasstück wie auf einem Floß liegend, vom Ufer ab. Nur keine Wellen - und damit ein Geräusch - verursachen. Und unendlich langsam setzte sich das wackelige Floß aus Gras in Bewegung, glitt über den Teich in Richtung Insel. Doch so langsam, daß Dumak jeden Moment glaubte, stehenzubleiben. Doch die Eigenbewegung des improvisierten Floßes blieb erhalten. Das Ufer der kleinen Insel, auf der Sly stand, kam in Reichweite.
Jetzt kam der schwierigste Teil. Der Abstieg vom Floß, ohne daß es plätscherte.Jetzt half nur Glück. Der Ast mußte als Tiefenmesser herhalten. Langsam, ganz langsam stieß Dumak ihn gegen den Grund. Und erreichte ihn schon kurz nach dem eintauchen. Und er schien fest zu sein, kein unersättlich saugender Sumpf, kein alles an sich raffendes Moor schien ihn an dieser Stelle zu erwarten.Der Dieb verlagerte das Gewicht unmerklich auf die linke Seite, rutschte mit dem Bein an den Rand seine kleinen floßes, ließ das Bein ins Wasser tauchen, bis er mit dem Fuß den Grund spürte.
Jetzt nur nicht vom Floß fallen und ins Wasser platschen. Auf äußerst merkwürdige und umständliche Art beförderte er das zweite Bein ins Wasser. Zum Glück sah ja keiner zu. Und genauso langsam wie er sich ins Waser begeben hatte, watete er wieder heraus, betrat letztendlich das Ufer und lief noch ein paar Schritte, die jedoch kein Geräusch verursachten, da diek leine Insel über und über mit weiochem, saftigen Gras bedeckt war. Wieder klopfte er Sly auf die Schulter - nur diesmal mit durchnässten Hosen.
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| 18.11.2003 20:39 | #83 |
| Sly |
Sly grinste freundlich. "Gut gut.Das ist ja schonmal nicht schlecht gewesen. Nette Idee mit dem Schiffchen. Gut also weiter jetzt klettern." Sly ging den voraus aus dem Sumpf und bald befanden sie sich wieder oben auf dem Tempelruinenplateau und sah dabei an die Felswand. "Ja da gehts hoch. Ist jetzt ein bisschen gefährlich weil es schon dunkler ist aber du solltest es schaffen. Viel erfolg."
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| 18.11.2003 20:54 | #84 |
| Dumak |
Klettern... das konnte Dumak. Entspannt trat er an die Wand heran und suchte Risse und Vorsprünge im Fels, fand sie auch und zog sich daran hoch. flache Mulden benutzte er als Trittlöcher für die Füße, kleine Spalten dienten ihm als Sicherung für die Hände, die er einfach hineinschob und zur Faust ballte, so daß er sicheren Halt fand. Dann konnte er nach neuen Vorsprüngen schauen, an denen er sich hochziehen konnte. Das Tageslicht hatte schon stark nachgelassen. Kaum sah man noch die Unregelmäßigkeiten im Fels. Imer stärker mußte er sich auf seinen Tastsinn verlassen.
Wieder ein Stück geschafft. Er setzte den Fuß auf einen winzigen Vorsprung ab und griff mit der Hand nach dem nächsten kleinen vorsprung - und rutschte ab.Der Fels hatte sich gelöst, der so sicher erscheinende Felszacken hatte sich als lockeres Gestein erwiesen. Der Fehlgriff kostete ihn den Halt. Die Füße rutschten infolge der plötzlichen Gewichtsverlagerung ab und dann hing er nur noch mit einer Hand in einer sicheren Spalte fest, krachte jedoch mit dem Körper gegen das Gestein der Felswand und schürfte sich das Gesicht auf. Schlimemr war jedoch, daß er sich fast den Arm ausrenkte.
Mühsam suchte Dumak nach erneutem Halt. Es wurde zunehmend dunkler. Vage erinnerte er sich an das kleine Plateau, daß er von unten gesehen hatte. Mußte es nicht bald erreicht sein? Wie hoch war er eigentlich?
Der Fuß fand halt, der Körper straffte sich und andere Fuß wurde nachgezogen. Wieder suichte er, mit schmerzverzerrtem Gesicht nach dem nächsten brauchbaren Vorsürung oder der nächsten Mulde im Fels. Mühsam ging es voran. Der Arm, an dem eben noch sein ganzes Gewicht gehangen hatte, schmerzte höllisch. Dicht an den Fels geschmiegt schob sich der Dieb vorwärts.
Endlich, die Kante war zu fühlen. Mit letzter Kraft schob er den Körper darüber hinweg, um sich der Länge nach auf die Felsterrasse zu legen.»Ich bin oben. Prüfung erfüllt«, rief er nach unten.
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| 18.11.2003 20:54 | #85 |
| Rovan |
Beinahe unendlich schien das Tunnelgebilde, bis die beiden das neue Gebiet erreicht hatten. Sogleich stiegen Rovan aus verschiedenen Richtungen der geruch des Meeres und der des Moores in die Nase. Die Umgebung an diesem Ort schien sehr schwankend zu sein. Und wo das Morr lag wusste er sowieso, da er dort damals seine Einhandprüfung abgelegt hatte. Langsam ließ der Einzelgänger seinen Blick über die Landschaft schweifen, bevor er schließlich eine Fackel aus seinem Inventar kramte und diese entzündete. Ein zunächst schwacher Schein ging nun von dem Holzgebilde aus, welcher von Augenblick zu Augenblick größer wurde, bis er und Marquez komplett ins trübe Licht der Fackel gehüllt waren. "Na dann - lass uns gehen." grinste Rovan dann, mit etwas gehobener Laune. Die neue Welt gefiel ihm anscheinend.
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| 18.11.2003 21:15 | #86 |
| Sirius |
Sirius, hatte sich inzwischen etwas umgehört, entweder hatten alle hinter seinem Rücken ein Abkommen getroffen; ihm nicht zu verraten wer die Kunst des Schleichens lehrte (was er jedoch für sehr, sehr unwarscheinlich hielt..), oder es hatte einfach keiner den blassesten Schimmer, wo man das Schleichen erlernen konnte, wo sich doch nur wenige für diese Kunst interessierten. Sirius jedoch war äusserst begierig darauf, sich diese Fähigkeit anzueignen, ihm würden sich unheimlich viele neue Möglichkeiten eröffnen. Vor allem bei der Jagd ... Doch er gab es auf, weiter über Dinge nachzudenken, die noch in weiter Ferne lagen. Auch wenn sie noch so schön waren. Stattdessen richtete er lieber ein Gebet an seinen Gott; den Schläfer.
Oh grosser, oh mächtiger Schläfer,
Herrscher über alles; dem Leben, sowie dem Tod.
Ich, wo ich doch eigentlich nur ein unbedeutender Novize bin, möchte ich dennoch ein Gebet an euch richten ...
Er dankte seinem Gott dass er sein Leben in der Bruderschaft führen durfte, dass er gesund und munter und noch für viele andere – eigentlich selbstverständliche – Dinge.
Nachdem er das Gebet beendet hatte, fühlte sich Sirius bereits um einige wohler. Es war jedes Mal dasselbe, als wenn der Schläfer ihm mit Hilfe seiner göttlichen Kräfte ein kleines „Dankeschön“ ausrichten wollte. Sein Kopf war wieder frei, ein Grossteil seiner vielen lästigen Sorgen war aus seinem Kopf verbannt. Sirius konnte sich nicht wirklich erklären warum, es war einfach so. Er dachte noch eine Zeit lang über eine Lösung für sein
Schleichen-lernen-Problem nach, doch als ihm noch immer nichts nützliches einfallen wollte und seine Konzentration aufgrund von andauernder Müdigkeit immer mehr nachließ, entschloss er sich lieber sein Bett aufzusuchen, anstatt sich noch mehr sinnlose Gedanken zu machen.
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| 18.11.2003 21:15 | #87 |
| Sly |
Sly nickte zufrieden. "Gut du hast es geschafft. Glückwunsch zur Meisterung des Schleichens. Du hast bestanden und kannst dich jetzt Meister im Lehren des Schleichens nennen. Damit ist deine Ausbildung beendet und du kannst wieder dorthin gehen, wohin du möchtest. "
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| 18.11.2003 21:39 | #88 |
| Marquez |
Als sie die Schlucht verließen, stockte Marquez der Atem.
Der Anblick des Platzes, auf dem sie sich nun befanden, war wirklich beeindruckend. So unglaublich groß und so unglaublich leer. Und die Architektur war auch nach all den Jahrhunderten noch imposant - so viel mussten die Gebäude schon locker auf dem Buckel haben.
Wenn das nicht die perfekte Gegend sein würde, um Abenteuer zu erleben, was dann?
Wie ein Kleinkind auf der ersten Krabbeltour durch den Garten, hin- und hergerissen vom Gesehenen, schritt Marquez schließlich weiter und marschierte seinem Gefährten hinterher. Selbst Rovan war von diesen Bauten beeindruckt, so ließen zumindest seine hochgezogenen Mundwinkel vermuten, in Fachkreisen auch Lächeln genannt - und dieser Anblick hatte Seltenheitswert.
Um den Platz herum standen noch ein paar alte kleinere Steinhäuser, die wirklich erstaunlich gut erhalten waren, und so kam Marquez eine kühne Idee, die er Rovan auch gleich unterbreitete:
»Wie wäre es denn...«, begann er zögerlich. Sein Gefährte drehte sich sofort um und ließ ihn für einen Moment erstarren. Doch nach einer kurzen Pause fasste sich der Wegelagerer ein Herz und fuhr zwar noch etwas verlegen, aber dennoch mit einer gewissen Entschlossenheit fort.
»Wie wäre es denn, wenn wir uns in eine dieser alten Steinhütten zurückzögen und dort die Nacht verbrächten?
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| 18.11.2003 21:58 | #89 |
| Rovan |
Rovan erschien dieser Vorschlag als akzeptabel und so nickte der meist stumme Krieger nur, um seine Zustimmung zu bestätigen. Mit seinen alderartigen, grünen Augen blickte er um sich, bis er schlussendlich eine geeignete Hütte gefunden hatte. "Nehmen wir die?" fragte er seinen Gefährten dann, welcher zögerlich nickte. Langsam schritt die in ihren Mantel gehüllte Gestalt auf die am besten erhaltene Hütte zu und spingste hinein. Nichts. Rasch winkte er den Wegelagerer herbei und betrat dann das Gebäude. Es war ein kleiner, spärrlicher Raum, in welchem in der linken hinteren Ecke ein großer Steinhaufen hervorragte. Ein alter alchemietisch stand in der Ecke, aber ansonten war der Raum leer. Rovan wählte die hintere rechte Ecke als die seine und begab sich sofort dorthin. Rasch breitete er eines seiner zwei mitgeführten Wolfsfelle aus und setzte sich drauf. Das andere bot er Marquez an. "Willst du?"
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| 18.11.2003 22:10 | #90 |
| Fisk |
Mittlerweile hatte Fisk den kompletten rechten Teil der neuen Welt auf seiner Karte eingezeichnet. Nur den Canyon hatte er ausgelassen. Doch der Dschungel würde gewiss einen großen Teil zur Vervollständigung seiner Karte beisteuern. Die beiden Krieger wählten den selben Weg, welchen sie auch zum Hinweg genutzt hatten. Seit dem letzten Tag hatte sich wenig verändert. Nur die Moleratleichen des Rudels, welches ihnen am letzten Tag den Weg versperrt hatte war den Geiern zum Opfer gefallen.
Ohne ihnen weitere Beachtung zu schenken, schritten die beiden Lees an den Leichen der Kreaturen vorbei, bis sie sich schlussendlich wieder am Tempelplatz wiederfanden. "Und wohin nun?" fragte Scipio, welcher die Umgebung nun genauestens inspizierte. "Nach Osten.." murmelte Fisk und sah sich ebenfalls um. Osten lag direkt vor ihnen, was sich dadurch estätigte, dass aus dieser Richtung ein leicht modriger Geruch ausging. "Also dort entlang" sprach Scipio dann und ging vorraus, gefolgt von dem Drachenjäger.
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| 18.11.2003 22:23 | #91 |
| Marquez |
»Öhm, danke.«
Zögerlich streckte Marquez die Hand nach dem Fell aus und nahm es entgegen.Warum war der Kerl bloß auf einmal so höflich?
Heckte er vielleicht etwas aus?
War er etwa einer dieser hinterhältigen Räuber und Meuchelmörder, die ihre Opfer im Schlaf überfielen?
Beängstigt wich Marquez zurück. Überaus wachsam und misstrauisch legte er sich nun in die gegenüberliegende Ecke des Raumes und beobachtete Rovan, der sich gerade zur Ruhe legte.
So schnell würde Marquez bestimmt nichts dazu bewegen, einzuschlafen...
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| 18.11.2003 22:35 | #92 |
| Scipio Cicero |
Lange Zeit gingen die beiden Gefährten einfach nur nebeneinander her, ohne auch nur ein einziges wort zu wechseln. Jeder war in seine eigenen Gedanken versunken, keiner machte sich über irgendetwas sorgen.
Scipio war an diesem Tag eigentlich nur froh gewesen, mit seinem Armbrusttraining weit vorangekommen zu sein, schließlich wollte er nicht nach hause auf den Hof kommen, ohne wirklich besser geworden zu sein. lee's Anweisungen zufolge sollte er in spätestens einem Monat seinen posten als Lehrmeister antreten und natürlich gut genug sein, um seinen zukünftigen Schülern auch wirklich etwas beibringen zu können. Ein Monat war natürlich sehr wenig Zeit und für gewöhnlich würde man am ende allerhöchstens ein guter schütze sein, allerdings nicht sofort in der Lage sein Wissen gut weiterzugeben. Genau darin sah der Söldner die Herausforderung und Lee hatte ihm sicher nicht ohne Grund dieses Ultimatuum gestellt. Der General wusste wie sehr sich der Krieger in seine Übungen hineinsteigerte, immerhin hatte er diesem nicht selten dabei Beobachtet, als er sich zum Meister im Bogenschiessen und im Kampf mit der Zweihandaxt hat ausbilden lassen. Dieses Vertrauen, das Lee ihm entgegenbrachte, motivierte ihn mehr als jeder eigene Wunsch danach.
Aus den Augenwinkeln beobachtete Scipio seinen Begleiter, der etwas gedankenverloren zum Himmel sah. Fisk sah oft zu den Sternen und der Söldner fragte sich, ob er dabei wohl an etwas bestimmtes dachte...
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| 19.11.2003 12:39 | #93 |
| Fisk |
Ein Zurren riss Fisk aus dem Schlaf. Verunsichert sdah er sich um, bis er wusste, wo er sich befand. Sie hatten in der Nähe des Sumpfes eine Rat eingelegt, da sie bis spät in die Nacht unterwegs gewesen waren. Erleichtert seuftzte Fisk auf. Scipio schlief noch. Also verließ er leise den kleinen Felsvorsprung, auf welchem sie gerastet hatten und sah sich um.Der Sumpf, welchen man am Aend nur unklar hatte sehen können, erstreckte sich über ein unglaubglich weites Gebiet. Fisk konnte es zuerst nicht wirklich glauben. Ein solch riesiger, unerkundeter Dschungel. Und ihr Standort war perfekt, um einen Großteil des moorigen Gebietes zu betrachten. So überlegte Fisk nicht lange, bis er seine Feder zückte und sich daran machte, seine Karte weiter zu führen. Er hatte gut gemessen, das neue Gebiet passte ziemlich genau auf den noch freien Platz. Bald würde seine Karte vervollständigt sein. Selbst Drakia, die Ruinen von Alagarus und selbt Gorthar waren darauf eingezeichnet. Eine Art Lebenswerk...doch Scipio riss Fisk aus seinen Gedanken. Ein lautes Stöhnen gab der Söldner von sich, dann richtete er sich auf. "Na, gut geschlafen?" grinste Fisk und musterte den verschlafen wirkenden Söldner, bis dieser zur Antwort anzusetzen versuchte.
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| 19.11.2003 12:52 | #94 |
| Rovan |
Stumm erwachte den Gildenlose aus seinem traumlosen Schlaf. So leise er es vermochte, richtete sich Rovan auf und blickte um sich. Marquez schlief noch. Der einzelgänger rollte rasch sein Wolfsfell zusammen, dann verstaute er es auf seinem Rücken und verließ das Gebäude. Draußen schien bereits die Sonne. Ein Quartal des Tages schien sogar bereits beendet. Widerwillig legte Rovan seine sachen neben einer kleinen Steinbank an der Vorderwand der hütte ab. Dann ließ er sich auf selbige sinken und wartete geduldig auf Marquez' Erwachen.
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| 19.11.2003 14:42 | #95 |
| Scipio Cicero |
Das kann man sehen, wie man will. Im Vergleich zu den letzten Monaten schon, aber anscheinend bin ich auf ein paar Steinen gelegen. Fühlt sich zumindest so an.
Laut gähnend klopfte Scipio den Staub von seinem Mantel, auf dem er geschlafen hatte und wischte sich den Schlaf aus den Augen.
Während Fisk an seiner Karte herumzeichnete, machte er ein paar kleine Übungen, dehnte sich und bereitete sich auf den bevorstehenden Tag vor. Es dauerte nicht lange bis die beiden fertig waren und weiter Richtung Dschungel gehen konnten. Ihre Reise würde sicher noch einige Überraschungen für sie bereit halten, da war sich der Söldner sicher. Diese neue Welt hatte seinen gewissen Charme, einfach nur weil sie noch so unbekannt war. Hier gab es vieles zu entdecken, das war klar. Immerhin war es auch nur ein weiterer Teil von Khorinis, dem wahrscheinlich seltsamsten Ort, den es auf dieser Welt gab. Nur eins machte sich Scipio bei diesen Überlegungen sorgen: Würde diese Welt auch genauso viele Gefahren bergen wie Khorinis? Zwar gab es hier kein Minental, das verfluchte herz der Insel, das der Söldner, genauso wie viele der ehemaligen Gefangenen, trotzdem über alles liebte.
Wie dem auch sei, es brachte nichts sich die ganze Zeit darüber den Kopf zu zerbrechen, welche Geheimnisse die "Neue Welt" barg. Man musste es eben herausfinden...
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| 19.11.2003 18:17 | #96 |
| Fisk |
Stoplerig folgte die beiden Krieger dem Weg, welcher stets tiefer in den Sumpf führte und sich schlussendlich verlor. Fisk blickte um sich. Es war ziemlich dunkel unter den Baumwipfeln, und das Zurren von Insekten klang an seine Ohren. Desweiteren bohrte sich der Geruch des morastartigen Moores tief in seine Nase. Alles in allem kein wirklicher Genuss für seine Sinnesorgane. Der Drachenjäger blickte sich um. Nichts. Kurz sah er nach hinten, um zu checken, ob Scipio noch da war. Und das war er. Doch er schien ebenso ratlos wie der Drachenjäger. Also überließ dieser Scipio den nächsten Schritt, da er seinen Gefährten nicht blind in irgendeine Falle führen wollte.
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| 19.11.2003 19:54 | #97 |
| Marquez |
Sanft strichen die Sonnenstrahlen, die durch die Tür nach innen drangen, über Marquez’ Gesicht und brachten ihm zum Blinzeln. Schön musste es draußen sein. Das Sauwetter von gestern war bestimmt wieder weg, wenn auch nur für einen kurzen Moment.
Aber das wollte Marquez in vollen Zügen genießen – und drehte sich um, um weiterzudösen.
Weiterdösen?
»Oh, Scheiße!«
Plötzlich fuhr er mit einem lauten Aufschrei auf und schaute sich entsetzt um, als wäre er gerade aus einem Alptraum erwacht.
Was zur Hölle war ihm eingefallen, einfach einzuschlafen? Er hätte jetzt tot sein können oder noch schlimmer! Hektisch tastete er an dem Platz, an dem er seine Wertsachen vermutete, herum, doch genau in dieser Tastbewegung schaute er zur Seite und bemerkte so, wie Rovan an der Wand saß und mit seinen giftgrünen Augen auf ihn einstarrte.
Marquez hielt inne und versuchte, diesen undeutbaren Blick zu deuten.War das nun Spott, Zorn, Langeweile oder eine Forderung zur Disziplin?Es war unerkennbar. Es war der gleiche vielsagende und doch ausdruckslose Blick wie immer.
Jedenfalls ließ der Wegelagerer nun seine Hand weitergleiten, bis er sich von der Anwesenheit seines Goldbeutels überzeugt hatte.
Binnen weniger Sekunden war er schließlich aufgesprungen, hatte sein Fell zusammengerollt und es Rovan in die Hand gedrückt und schritt nach draußen an das Tageslicht, ohne ein weiteres Wort an seinen Gefährten zu verlieren.
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| 19.11.2003 21:01 | #98 |
| Sirius |
Nach einer erholsamen Nacht erwachte Sirius aus seinen angenehmen Schlaf. Geträumt hatte er, soweit er sich zurückerinnern konnte, von nichts. Heute würde ein anstrengender Tag werden, das wusste er bereits. Er hatte sich vorgenommen, sich heute noch gründlicher als am Vortag umzuhören, um endlich wenigstens den Ansatz einer Spur, die zu einem Schleichlehrmeister führte, zu entdecken. Voller Elan wuchtete er sich schwungvoll aus seinem Bett und hinaus und sah aus dem Fenster, der hell strahlenden Sonne entgegen. Offensichtlich hatte sich auch das Wetter deutlich zum Guten gewandt.
Endlich mal ein Tag ohne ständige Schauer und stets bewölkten Himmel!Rasch streifte er sich seine Novizenrobe über, schaufelte sich hastig sein Frühstück in den Mund und verliess seine Baumhütte über die wacklige Leiter. Im Aussenposten war bereits einiges los. Offensichtlich hatte der Novize wohl doch etwas länger geschlafen, als er selbst erwartet hatte. Mit federndem Gang schritt er auf die nächste Gruppe tratschender Brüder und Novizen zu, die ihm unter die Augen kam. Sechs Sumpfler waren es an der Zahl.
„Erwachet! Entschuldigt meine Störung Brüder, könntet ihr mir vielleicht eine kleine Auskunft geben?“
Ein etwas rundlich wirkender Bruder, der ein freundliches lächeln aufgelegt hatte, drehte sich sofort um.
„Natürlich können wir das“, bejahte er sofort, worum geht´s denn?“„Ich wollte mich erkundigen, ob ihr vielleicht eine Ahnung habt, ob hier Jemand die Kunst des Schleichens lehrt?“
„Lass mich kurz überlegen -“, fing ein etwas weiter hinten stehender Novize an, Ich hab vor kurzem etwas von einem Drachenjäger gehört, der das Schleichen unterrichtet ...“
Sirius zog eine etwas komische Miene, einerseits hatte er endlich (und sogar auf Anhieb) einen Hinweis auf einen Lehrmeister erhalten, andererseits war dieser Lehrmeister laut seinen Glaubensbrüdern ein Drachenjäger und die Jünger des Lee waren schliesslich gar nicht gut auf den ‚Ex-Schürfer’ zu sprechen ...Egal, einen Versuch ist es wert! , versuchte er sich Mut zu machen und nahm das Gespräch nach einer kurzen Pause wieder auf.
„Ich danke euch, meine Freunde. Nur noch eins: Wisst ihr eventuell sogar noch, wo sich dieser Drachenjäger aufhält?“
„Ich meine ihn zuletzt bei den alten Tempelruinen gesehen zu haben offensichtlich hat er zu dem Zeitpunkt gerade Jemanden ausgebildet oder so –“, der Novize begann zu grinsen, „du solltest dich also beeilen, wenn du noch einen Lehrplatz haben möchtest.“
„Ich danke euch nochmals, vielen, vielen Dank! Möge der Schläfer euch behüten.“Ruckartig hatte er sich umgedreht und wat verschwunden. Schnellstens machte sich Sirius auf den Weg zu den Ruinen, hoffentlich ist der Kerl noch da, es wäre einfach zu ärgerlich, wenn ich diese Chance nicht wahrnehmen könnte ...
Bei den Tempelruinen angekommen, sah er etwas entfernt, einen Mann herumsitzen. Es gab keinen Zweifel, dieser Mensch musste einfach ein Lee sein. Mit einem etwas mulmigen Gefühl im Magen, trat der Novize an ihn heran.„Ähm, e-entschuldigt, mein Name lautet Sirius. Ich habe gehört, ihr seid Schleichlehrmeister?“
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| 19.11.2003 21:46 | #99 |
| Scipio Cicero |
Fisk machte Anstalten, dass Scipio nun die Führung übernehmen sollte und auch wenn dieser davon nicht allzu begeistert war, machte er es doch schon allein aus Höflichkeit.
Doch bereits nach wenigen Metern blieb der Söldner stehen und so schnell er konnte nahm er seine Armbrust vom Rücken und legte einen Bolzen auf. Was ist los, Scip?
Pssst, hörst du das? Irgendwas ist hier und es beobachtet uns. Hör nur, hör auf die Schritte. Ganz leise kann man sie hören.
Der Drachenjäger hielt inne, zog vorsichtshalber eine seiner Waffen und lauschte in die Nacht hinein.
Du hast Recht, es müssen mehrere Wesen sein. Mehrere große Wesen. Man kann sie überall hören.
Du meinst wir sind...
Ja, wir sind umzingelt. Halt dich bereit, solange wir noch nicht wissen, was das für Dinger sind, müssen wir mit dem schlimmsten rechnen.
Scipio nickte nur kurz und Rücken an Rücken beobachteten sie mit Adleraugen die Umgebung um sie herum.
Plötzlich begannen sich die Blätter in einem der Büsche zu bewegen und langsam trat ein großer Schattenläufer daraus hervor. Er war größer als die herkömmlichen Schattenläufer, sein Fell länger, teilweise sogar ergraut und eine große Narbe, die quer über sein ganzes Gesicht verlief, zierte sein Antlitz. Irgendetwas an dieser Kreatur faszinierte Scipio und hinderte ihn daran zu schießen. Weitere Schattenläufer kamen aus den Gebüschen, knurrten und brüllten, griffen jedoch noch nicht an. Wahrscheinlich war dieser Große ihr Anführer und ohne dessen Zustimmung durften sie nichts machen, so zumindest dachte der Söldner darüber. Hoffentlich würde er nie das Kommando zum Angriff geben, sie hatten praktisch keine Chance gegen diese Übermacht. Ein Schattenläufer allein wäre schon ein starker Gegner gewesen, aber gleich ein ganzes Rudel. Es war überhaupt seltsam, dass sie so vielen gegenüberstanden. Für gewöhnlich waren diese Bestien Einzelgänger, da war sich der Abenteurer sicher. Anscheinend eine weitere Besonderheit an der neuen Welt...
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| 19.11.2003 22:30 | #100 |
| Fisk |
Fisk hatte die Situation noch gar nicht richtig realisiert, da drehten sich seine Bein aus Reflex herum und rissen ihn mit. "Flieh!!!!" schrie er seinem Gefährten zu, welcher es Fisk gleich zu tun schien. Ohne sich umzudrehen rannte Fisk den Weg zurück, bis er den Durchgang erreichte hatte. Rach ließ er sein Haupt herum fahren. "Beeilung!!!" rieg er Scipio zu,welcher in diesem Moment die Ruinen erreichte. Doch hinter dem Söldner war nichts zu sehen. Dies realisierte Fisk aber erst, als sie die gewaltige Schlucht betreten hatten, welche zurück zum Sumpf führte. Und da sie sich bereits hier befanden und das Risiko bestand, dass das hungrige Rudel am Ende des Durchgangs wartete entschlossen sie sich dazu, den Weg nach Khorinis fortzusetzten.
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| 20.11.2003 15:08 | #101 |
| Sly |
Sly sah den Mann schräg an. "So?" sagte Sly und blickte den Mann eindringlich an "Und wer hat dir das gesagt? " Der andere sah sich nervös um und sagte dann "Ja das war ein Bruder aus dem Sumpfaußenposten dort, der gesagt hätte er hätte dich hier beobachten können. " Sly dachte nach. Ja er erinnerte sich an ein paar sumpfler die ihn bei dem Training beobachtet hatten. Neugierige Idioten. Sly sah wieder zu dem Mann auf "So nehmen wir mal an ich bin der Schleichlehrmeister was möchtest du dann?" " Ich würde dich fragen ob ich bei dir lernen könnte. " Sly schlug sich mit der Hand vors Gesicht. Langsam hatte er das satt. " Also gut , dann werde ich dich unterrichten. Fangen wir gleich mal an: Du läufst jetzt ersteinmal einige Runden über diesen Platz danach wirst du über diese Säulen balancieren. " Dabei zeigte Sly auf einige Säulen die umgekippt dalagen. "Das wärs fürs erste.
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| 20.11.2003 19:56 | #102 |
| Sirius |
Soso, der Kerl hält sich wohl für was besseres – na gut – er ist schliesslich auch was besseres ...
Die Arrogante Art des Jüngers ging ihm gehörig auf die Nerven, doch was sollte Sirius machen? Der Kerl war schliesslich Drachenjäger und somit um einiges ranghöher und erfahrener als der erbärmliche Novize ...
Na ja, zumindest wusste er nicht von meiner Verbannung.
Versuchte er sich zu trösten und dachte an den schrecklichen Moment zurück, als ihn ein ähnlich arroganter Söldner bei seiner Rücker aus dem unwirtlichen Minental einfach ‚im Namen von Lee’ -einfach so - rausgeschmissen hatte. Das war eindeutig eine seiner dunkelsten Stunden gewesen, nur wenige Ereignisse, die er bisher erlebt hatte, waren dermassen schwierig zu verkraften gewesen. Während er so nachdachte, fing der Novize langsam an, immer schneller zu werden und schon bald rannte er. Nachdem er die aufgebrummten Runden um den Platz herum hinter sich gebracht hatte, und bereits ‚aus dem letzten Loch’ hechelte, marschierte Sirius entschlossen weiter zu den Säulen. Nun ging es also ans balancieren ...
Er wusste ganz genau, dass der Blick des Meisters auf ihm ruhte – bedächtig und vor allem äusserst vorsichtig setzte er einen Fuß vor den anderen und achtete mehr als nur penibel darauf, bloß nicht ab zu rutschen. Denn man wollte bei der ersten Aufgabe nicht gleich versagen ...
Nach einigen Minuten (die ihm in seinem Eifer wie Stunden vorgekommen waren), hatte Sirius es hinter sich, er war über die Säulen balanciert ohne herunterzufallen.
Sofort schritt er wieder auf seinen neuen Lehrmeister zu und fing an diesen in Worten zu ertränken.
„So, hab mich bemüht, wie war ich – ach, und bevor ich es vergesse, wie heisst du eigentlich?“
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| 20.11.2003 20:50 | #103 |
| Sly |
Der ehemalige Söldner sah den Novizen an und zuckte mit den Schultern. " Mein Name ist Sly. Aber diese Säulen sind sehr breit die kann man entlanglaufen wir werden uns bald nach neuen Trainingsmöglichkeiten umsehen. WIr gehen. " sprach Sly und sie, Sirius, Xidoni und Sly , machten sich auf den Weg aus dem Tal. Währenddessen erklärte er Sirius die Feinheiten des Schleichen. Wie man sich auf den ganzen Böden bewegte. Der laubbedeckte boden auf den man sehr achten musste, wegen versteckten Ästen und Steinen. Den steinigen Boden auf dme man sein gewicht langsam verlagern musste von der verse nach vorne. Im Sumpf die bewegungen zu verlangsamen und kaum vom Boden zu heben. So durchquerte die Gruppe schnell das Tal und machte sich auf den Weg nach Khorinis....
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| 20.11.2003 21:23 | #104 |
| Bloodflowers |
"Verdamm-mich-noch-eins wir sind hier falsch!" - "Achwas, nagut... wir haben ein wenig lange gebraucht, sind immer noch nicht in der Stadt, aber wir werden schon irgendwie dahin kommen. Überleg doch mal, Khorinis iss ne Insel, wenn man immer am Ufer entlang rudert kommt man irgendwann wieder da an wo man war." - "Wir wollen aber nicht dahin wo wir schon waren, wir wollen nach Khorinis."Der folgende Satz über professionelle Einstellung, wird dem Leser erspart.
Lange schon trieben die vier auf ihrem Floss dahin. Mit an Bord natürlich auch Holk und Murray. Am Ufer war bisher nicht viel zu sehen gewesen. Ausser ein endloses Gebirge.
Was die vier nicht wussten war, das sie die falsche Richtung eingeschlagen hatten. Denn hinter dem Gebirge befanden sich Hof, Sagitta's Wälder und das Tal der Sumpfies. Und genau jetzt steuerten sie auf einen einsamen Strand zu. Nach Khorinis war es nochmal ein ganzes Stückchen. Gut nur das sie dies aber nicht wussten, ansonsten hätt's vermutlich Tote gegeben.
Als sie so nördlich der neuen Welt dahin trieben, tauchten auf einmal zwei rothaarige Männer direkt vor dem Floss auf. Mit den Händen hielten sie sich am Floss fest und starrten Bloody an. Der Söldner wunderte sich, legte sich auf den Bauch und konnte den beiden jetzt genau in ihre blauen Augen schauen.Bloody: "Hallo, wer seid denn ihr?"
Meyer: "Ich bin Meyer und das hier ist Groene! Sagmal, hast du unser Boot gesehen?"
Bloody: "Ähm ne hab ich nich!"
Meyer: "Das ist also eure Hilfsbereitschaft, naja was wundern wir uns... iss schliesslich ein Floss voller Männer, so sieht nun mal Hilfsbereitschaft unter Männern aus! Ach Gott ich bin so sauer ich könnt ein Lied schreiben!"Groene: "Du sprichst mir aus der Seele!"
Bloody: "Häh?"
"Vergiss es, wir tauchen wieder unter!" sprachen sie wie aus einem Munde, holten tief Luft und tauchten weg. Zurück blieb ein verwunderter, sich am Kopf kratzender Söldner. ...
"Bloody schmeiss den Stengel weg und rudere, wir haben nen netten einsamen, karibisch anmutenden Strand entdeckt!" rief Schmok und zog seine neueste Errungenschaft, einen modischen Strand-Badehosen-Tanga, an.
Bloody schnippte das Kraut weg und fing an zu rudern. Was war das für ein einsamer Strand? Hatten sie etwa ein Gebiet erreicht was sonst noch niemand vor Ihnen entdeckt hatte?
Wenn ja, dann könnten sie doch sicher den ein oder anderen Felsen(o.ä.) nach sich selbst benennen. Ja das wär doch was. Das Bloody-Riff, oder die Schmok-Grotte, natürlich dürften Scatty und Yenai auch nicht zu kurz kommen. Wie wärs mit Klippen des Scatty? Oder Yenai's-Schlammloch?
Apropo... wo war Yenai eigentlich?
"Scheisse wo iss Yenai?" rief Bloody aufgeregt.
"Keine Ahnung, er meinte am Anfang er müsse mal kurz für kleine Paladine!" antwortete Schmok. Wie es aussah hatte Yenai das Floss schon vor einer ganzen Weile verlassen. ...
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| 20.11.2003 22:58 | #105 |
| Scatty |
Muahahahaa! NEULAND! Und Scatty wollte doch schon immer mal den grossen Entdecker spielen! Schon damals, als er mit Dietbrecht und Edelbert im Sandkasten um die neuentdeckten Hundehinterlassenschaften gekämpft hatte, hatte er sich wie ein Held in strahlender (und stinkender) Rüstung gefühlt, wenn er der erste war, der sich sein Territorium abgesteckt hatte. So waren Männer nunmal, und Scatty war ein verdammt männlicher Mann mit männlichen Hobbys, männlicher Stimme und männlichem Augenbrauenzupfset. Also stellte sich ganz vorne auf den Rand des Flosses, schirmte seine Augen ab, liess sich den frischen Wind um die Nase pfeifen, und zog an seinem Stengel, während er sich an dieses revolutionäre Plafka-Zitat zu erinnern versuchte, das so gut passte. Hm....war es "Und nun gebn wir noch einen Melanzani dazu, dann is angricht!"...oder gar "Der Zweck hat den Zweck den Zweck zu bezwecken, bezweckt der Zweck nicht den Zweck hat der Zweck keinen Zweck!" Egal. Scatty und Käp´n Himbeer, der sich seinen Pimpology-Pelzmantel übergeworfen hatte, waren der Meinung, es wäre jetzt Zeit für Akrobatik.
Also spannte der Hüter seine sehnigen Beine, drückte sich gewaltvoll vom Floss ab, und rotierte bereits in den Rittberger mit Schraube hinein, während er noch rief:"HIERMIT TAUFE ICH DIESE KÜSTE AUF DEN NAMEN..." So weit kam er. Bis ihn schliesslich, beim Aufkommen auf dem Raucher-Perlweissen Strand, eine Krabbe in den Fuss zwickte. Beziehungsweise er auf ihr landete. Beziehungsweise sie in seiner Landebahn festsaß. Wie auch immer, der triumphale Aufschrei ging eher in ein Geheul über, was der Namensgebung nicht wirklich dienlich war: ".... KREIZBIRNBAUMHOLLASTAUDN,JOSOGAMOIGIBTSDENNDES,HERRSCHAFTZEITENNOCHAMALKREIZKRUZIFIXLUJA,SOGI!" Das war doch mal ein Name. Scatty war so verblüfft über diesen Ausruf, den er noch dazu in einem ihm fremden Dialekt ausgesprochen hatte, dass er sich erstmal setzte, und die Blaubeermuffins von Käp´n Himbeer dankend annahm. "Ein Zeichen vom Schläfer? Darüber muss ich nachdenken...." Und so versank er wieder mal in Trance, den halben Muffin im Mund, ein Auge nach oben verdreht, das andere geschlossen. Sogar sein aus dem Mundwinkel tropfender Speichel hielt inne. Der Mann war GUT!
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| 21.11.2003 19:54 | #106 |
| Endivion |
Mit ihren letzten Kräften stürmten Atlas und Endivion durch den Canyon, angetrieben durch einiges an Grog im Blut. Schon bald bemerkte man deutlich wie sich die Fauna verändert und sie sich dem Sumpf näherten. Obwohl es erst zwei drei Wochen her war seitdem Endivion hier gewesen war, kam es ihm die Zeit die er im Piratenlager verbracht hatte wie eine Ewigkeit vor und er hätte fast nicht mehr her gefunden. Er rief Atlas zu, er müsse vorsichtig sein und solle sich hinter Endivion halten, wenn er nicht im Sumpf versinken wolle. Nicht mehr im rennend, aber immer noch recht schnell liefen die beiden auf einem schmalen Pfad durch das Sumpfgebiet und näherten sich dem neuen Lager der Sumpfbruderschaft, schon bald konnte Endivion die ersten Bauten in der Ferne erkennen und etwas später standen sie inmitten der vielen Bauten und sahen sich interessiert um. Seit dem Endivion hier das letztemal gewesen war, hatte sich einiges verändert, die Sumpfler waren mit ihren Arbeiten schon erheblich voran gekommen und so konnte er nicht mehr sagen wo der Sumpfkrauthändler zu finden war. Etwas hilflos standen sie nun dort und suchten nach einem hilfsbereiten Sumpfler...
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| 22.11.2003 12:52 | #107 |
| Aragorn89 |
Wummm.
Es tat einen kracher und ein erdbeben erschütterte den Boden."Scheiße!" schrie aragorn der aus seinem Traum erwacht war und unter dem der Boden vibrierte. Er rannte schnell zum Fenster nahm seinen Gürtel, gürtete ihn um. Steckte Ranger in die Scheide und den Dolch in den Gürtel. dann nahm er seine Sumpfkrautstengelbox und lief aus dem haus.
ER sperrte die Tür ab und spürte ein Gefühl das nichts gutes verhieß. Das erdbeben hatte aufgehört und Aragorn wusste das etwas passiert war. Er wusste nicht woher aber er wusste es. Er setzte zum Trab an und rannnte wie ein hirsch aus dem lager. Er musste aus diesem tal kommen und den anderen davon berichten. Nach einer halben stunde die er durch das tal gehetzt war erreichte er den tunnel und war im Sumpflager angekommen
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| 22.11.2003 18:28 | #108 |
| Rovan |
Wortlos hatte der Gildenlose seinen Gefährten in den Sumpf gelotzt. Sein stilles Ziel war der Außenposten des Sumpflagers. Merquez schien bei jedem schritt, den er tat mit seinem Gewissen zu kämpfen, sodass sie recht lange brauchten. Doch schon nach wenigen Wegminuten roch Rovan gebratenes Fleisch. Rasch blickte der Krieger um sich, bis seine Augen es schafften, sich auf einen Punkt zu fixieren; Der Außenposten. Rovan kam ins Joggen. Da sich Marquez auf diesem Weg wohlfühlen zu schien, sprintete er ebenfalls. so näherten sie sich mit einer recht passenden Geschwindigkeit dem Außenposten, welchen der Einzelgänger bereits einmal besucht hatte.
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| 22.11.2003 19:17 | #109 |
| Marquez |
Mmmh, was das doch für eine aufregende, abwechslungsreiche Gegend war!Sümpfe, alte Tempelanlagen, Sümpfe mit darin enthaltenen alten Tempelanlagen...Und alles, so weit das Auge rechte.
Bitte mehr davon!
Marquez entfuhr indes ein Gähnen, welches Rovan, der vor ihm ging, kurz zurückschauen ließ - natürlich wie immer mit diesem halb verächtlichen Angekotzheitsblick.
Dieser Blick war inzwischen schon so abgenutzt, dass er den Wegelagerer nicht mehr allzu sehr beeindruckte. Genau genommen machte er ihn noch gelangweilter und hätte ihn sogar fast zum erneuten Gähnen gebracht – ein Teufelskreis.
Doch plötzlich blieb Marquez stehen und forderte Rovan mit einem lauten Räuspern „freundlich“ dazu auf, es ihm gleichzutun.
Sein Begleiter drehte sich natürlich sofort um und warf ihm mal wieder seinen bösen Blick zu, aber diesmal erhob Marquez, der mit verschränkten Armen dastand und still in sich hineinknurrte, die Stimme.
»So, Rovan, könntest du mir bitte endlich mal sagen, was wir in diesem verdammten versifften Sumpf überhaupt wollen? Das ist ja wohl die abstoßendste und zugleich langweiligste Gegend, die ich je in meinem Leben gesehen habe! Da bot ja sogar der Kräutergarten meiner Großeltern mehr Nervenkitzel! Und soll ich dir mal was sagen? Ich bin hier hergekommen, um etwas zu erleben – und nicht um der Welt beim Modern zuzuschauen.
Und jetzt schau mich bitte nicht wieder mit deiner dämlichen Standard-Drohmiene an. Die hängt mir nämlich zum Hals raus.«
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| 23.11.2003 20:57 | #110 |
| Endivion |
Einige Zeit hatten nun Atlas und Endivion im Sumpflager rumgestanden, als Endivion des Wartens müde wurde und sich auf gut Glück einen Sumpfler schnappt. Dieser sah ihn erstaunt an und fragte nach seinem Begehr.
"Wo kann man denn hier Sumpfkraut kaufen? Ihr aus dem Sumpf seid doch so berühmt dafür!"
"Das Sumpfkraut könnt ihr bei diesem Novizen erwerben, ich hoffe ihr habt etwas Gold bei euch, umsonst ist das nämlich nicht."
Wollte ihn dieser Novize dumm anmachen, wunderte sich Endivion. Natürlich hatte er Gold dabei, er wollte schon wieder loslegen als er etwas interessantes erblickte. Auf einer höher gelegten Holzplattform standen etwas 6 Krieger in Formation und schwangen ihre Schwerter im Einklang. Endivion wollte schon immer die Kunst des Einhandkampfes erlernen, also verdrängte er seinen Groll und hackte bei seinem Gegenüber nach.
"Kann man bei euch auch den Schwertkampf erlernen? Zum Beispiel bei dieser Gruppe dort oben?" Mit einer kurzen Geste deutete der Schürfer zu den Templern hinauf.
"Nein, tut mir leid, dort oben dürfen nur die Templer der Sumpfbruderschaft trainieren. Aber ihr könntet einen der Lehrmeister fragen! Der wortkarge, gefährliche Kerl da. Da hinten..."
Er deutete zu einer Höhle, die etwas abseits des Lagers lag. Schnell sprachen sich Atlas und Endivion ab und beschlossen das Atlas das Sumpfkraut kaufen würde und Endivion mal einen Abstecher zur besagten Höhle wagen würde. Sie verabschiedeten sich fürs erste und schon stapfte er in Richtung Lehrmeister. Kurz darauf stand er vor dem Höhleneingang und spähte etwas hinein. Seine an die Helligkeit gewöhnten Augen erkannten nichts und so rief er nach dem Schwertmeister...
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| 23.11.2003 21:06 | #111 |
| Rovan |
Rovan grinste. "Du willst was zu tun? Dann schau mal nach rechts.". Gerade noch reichte Marquez' träges Gemüt dazu, seinen Kopf in die angedeutete Richtung zu schwenken, als den beiden Kriegern bereits eine Sumpfdrone zukam. Der Gildenlose hatte als erster seine Waffe gezogen und sich dem Ungetüm gestellt, doch es dauerte nur wenige Sekunden, bis Marquez es ihm gleichgetan hatte. So hatten sie also endlich eine Beschäftigung.
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| 23.11.2003 21:10 | #112 |
| (pisi)Härda |
Ein lauter Ruf durchhallte die Höhle, klang von den steinernen Wänden wider und ließ Ismael aus seinem Dämmerzustand hochschrecken.
Er saß in seinem Lieblingssessel, der alte, echt eicherne und mit roter Seide bezogene Sessel federt leicht, als Ismael den Kopf hob.
Ein erfrischend kühler Geruch von Apfeltabak hing in den, zugegebenermaßen, dicken grünlichen Wolken, die um Ismaels Kopf hingen und die Sicht nicht gerade wenig trübte.
Ismael musste noch zweidreimal kräftig Zwinkern und rieb sich die Augen, als er sich wieder des Rufes geahr wurde.
"Komm rein!" rief er halblaut und fuchtelte ein bisschen in der Gegend herum, um den RAuch zu vertreiben und den jungen Mann zu mustern, der etwa fünf Meter entfernt in der Tür stand.
Langsam erhob sich Ismael, raffte seine alte Klingentänzerrobe richtig und ging mit schnellen Schritten hinüber zum fast stetss siedenden Wasserkessel um Tee aufzugießen. "Was führ dich zu mir? Tee?" Das Kaminfeuer prasselte gemütlich, während die anfängliche Stille von seinem Gegenüber wieder gebrochen wurde...
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| 23.11.2003 21:26 | #113 |
| Endivion |
Etwas unsicher betrat Endivion die Höhle, die durch eine einzige grüne Wolke verhangen war was die Sichtweite erheblich einschränkte. Aus seinem Mund schmeckte er den leichten Geschmack von Sumpfkraut heraus und musste dabei etwas lächeln. Typisch Sumpfbruderschaft flüsterte er sich zu und musterte die Höhle etwas. Für eine Steinhöhle war das Heim des Schwertmeister erstaunlich lukrativ eingerichtet, in der Ecke stand ein edler mit roter Seide überzogener Sessel und auch die restliche Einrichtung war nicht ohne. Endivion wusste garnicht was man alles in Höhle finden konnte und nahm sich vor solche in Zukunft öfters zu durchsuchen. Auf die Frage des Tees antwortete er mit einem kurzen Kopfschütteln, noch immer brannte der Geschmack des harten Grogs in seiner Kehle, den er sich vorhin hinunter geschüttet hatte.
"Ich habe gehört, dass ihr ein Lehrmeister des Schwertkampfes seid und ich wollte fragen ob ihr mich in dieser Kunst ausbilden könntet. Ich habe leider noch kein Schwert doch vielleicht kann ich mir ja eins im Sumpflager besorgen."
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| 23.11.2003 21:38 | #114 |
| (pisi)Härda |
Etwas überrascht hielt Ismael in der Bewegung inne und lächelte leicht als er sich daran macht, zwei Tassen Tee einzugießen.
Er hatte das Kopfschütteln schlichtweg im Dunst nicht gesehen und konnte sich auch nicht mit dem Gedanken anfreunden, dass jemand keinen mochte.Bald paarte sich der Geruch frisch gebrühten Pfefferminztees mit dem Apfeltabak und Sumpfkrautgeruch in der Höhle. Etwas wuselig lief Ismael durch die Höhle, stellte den Tee auf das Beistelltischchen zwischen den beiden hohen Ohrensesseln, wies dem Neuankömmling sich zu setzten, machte einen Schritt zum Schrank herüber und kramte darin.
Eingeschlagen in ein schwarzes Öltuch fand er sein altes Schwert, das er so gut gepflegt hatte, dass es immrnoch blitzte, wie ein neues Schwert. Erstaunt fand sich direkt daneben eine Keksdose, die er einem schlafenden Novizen vor drei Tagen abgenommen hatte.
Kurzerhand nahm Ismael sie mit und reichte dem Jungen, der sich zögerlich auf einen der Sessel gesetzt hatte, ein paar Kekse, das Schwert lehnte er an die Wand hinter sich. Ismael setzte sich, angelte sich den Schlauch der Wasserpfeife und nahm einen tiefen Zug. Dann musterte er den Kerl zum ersten mal genauer. Er war lräftig gebaut und hatte etwas grobe Hände. Naja, dann hätte er es zumindest mit dem harten Krafttraining nicht so schwer...
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| 23.11.2003 21:51 | #115 |
| Endivion |
Der Klingentänzer schob Endivion in Richtung einer der beiden Sessel und deutete ihm sich zu setzen. Still setzte er sich und bevor er auch nur ein Wort sagen konnte, geschweige denn es verhindern konnte, befand sich in seinen Händen eine Tasse mit Tee. Erstaunt sah er sich diese an, wie hatte es sein Gegenüber geschafft ihm diese unterzuschieben? Während er diesen Gedankenstrang weiterflechten wollte, bemerkte er einen Schmerz der von seinen Fingern aus die ganze Hand ereilte. Nach dem ersten Moment des Wunders bemerkte er dass die Tasse glühend heiß war und die Hitze in seinen Händen brannte. Verzweifelt suchte er nach einem Abstellplatz und legte die Tasse in seinen Schoß. Erleichtert atmete er aus und wollte sich in dem Dunst nach dem Klingentänzer umsehen, als er eine Dose vor seinem Gsicht bemerkte. Sie war randvoll mit Keksen gefüllt und gehorsam nahm er sich zwei heraus. Diese Person schaffte ihn und so gab er es allmählich auf ihr zu widersprechen.
Als sie dann endlich beide nebeneinander saßen bemerkte Endivion wie er von seinem Gegenüber eingängig studiert wurde. Verwundert sah er an sich herab, hatte er vergessen seinen Hosenschlitz zu schließen? Als er nichts fand legte er auch die Kekse fürs erste beiseite und wiederholte seine Frage:
"Und werdet ihr mich jetzt ausbilden? Ich verspreche mir alle Mühe zu geben und werde euch sicherlich nicht enttäusche!"
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| 23.11.2003 21:59 | #116 |
| (pisi)Härda |
"Ich könnte dich schon ausbilden" meinte Ismael und nahm einen langen Zug von seiner Pfeife. "ich hab sowieso nichts zu tun." Schnell war der Tee getrunken und Ismael bedeutete dem Mann, sich zu erheben.
"Wie heisst du überhaupt?" fragte Ismael "Ich will wissen, wen ich hier zum Töten befähige" grinste er. "Endivion" antwortete der junge Kerl noch etwas schüchtern, aber er schien etwas lockerer zu werden.
Ismael stellte die beiden Teetassen auf die Anrichte, schnappte sich ein Bündel aus dem Schrank, das eingeschlagene Schwert holte er auch von der Wand und hängte es sich über die Schulter, nachdem er sich seinen weissen Wolfsfellmantel übergeworfen hatte.
Zum Glück wehte heute nicht so ein penetranter Wind wie in den letzten Tagen und die beiden stiefelten zum Trainingsplatz hoch,
wo gerade eine Gruppe Templer ihr Zweihandtraining abgeschlossen hatte und gerade den Paltz geräumt hatte.
Mit einer schnellen Bewegung hatte Ismael sein altes Schwert aus den Öltüchern gewickelt und drehte es aus dem Handgelenk ein bisschen hin und her. Dann hielt er es dem jungen Mann hin und meinte: "Versuch mal ein paar Schläge, zeig, was du kannst."
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| 23.11.2003 22:11 | #117 |
| Endivion |
Gespannt sah sich Endivion die Klinge an die sich nun in seinen Händen befand. Sie sah aus wie neu, aber am Griff konnte man sehen dass sie schon einiges erlebt hatte. Wenn er ehrlich war konnte er mit so einer Waffe überhaupt nicht umgehen, aber er wollte sein Gesicht vor seinem Lehrmeister wenigstens ein bißchen wahren, also nahm er die Klinge in beide Hände schwang sie ein paar mal von links nach rechts. Irgendwie kam er sich so auf die Dauer etwas blöde vor und versuchte eine Art Ausfall, was ihm aber nicht wirklich gelang. Er wollte mit seinem Körper Schwung holen und so die Klinge schnell nach vorne gleiten lassen, als er den Schritt dann aber ausgeführt hatte und das Schwert nach vorne raste, war er viel zu schnell und in einem Moment der Unachtsamkeit löste sich das Schwert aus seinem Griff und machte sich selbstständig. Kreisend durchschnitt es die Luft und fand an einem Baumstamm halt, der dort zum Glück quer auf dem Boden lag. Entsetzt schlug Endivion seine Hände über den Kopf, eilte der Klinge nach und zog sie sofort wieder aus den Baumstamm heraus. Die Klinge hatte sich tief in das harte Holz gebohrt, was für die Schärfe des Schwertes zeugte. Mit hochrotem Kopf schlurfte er zu dem Klingentänzer zurück und traute sich nicht in dessen Gesicht zu schauen.
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| 23.11.2003 22:15 | #118 |
| Marquez |
»Hm, ok, 1:0 für dich«, murmelte Marquez, ohne in irgendeiner Form seinen Gesichtsausdruck zu ändern, während er die Drohgebärden der Drohne beobachtete.Nach einem tiefen Seufzer entschloss er sich schließlich dazu, seine verschränkten Arme zu lösen und die Waffe zu ziehen.
»Also gut...«, fuhr er leicht zynisch fort. »Wie wollen wir uns dieser Perversion der Natur denn entledigen, hm? Dieser pulsierende grüne Hautbeutel auf ihrem Rücken signalisiert nämlich komischerweise, dass man ihm nicht zunahe kommen sollte, wenn das Vieh am Ableben ist.«
Er löste den Blick von der Drohne und strich über die glänzende Klinge seines Schwertes. Jetzt würde es das erste Mal so richtig widerlich eingesaut werden... Wirklich ein Jammer.
Ob man die Sumpfgasdrohnenkörperflüssigkeit da wohl einfach so ohne Weiteres abkriegen würde?
Der fliegende Giftbeutel ließ jetzt jedenfalls lautstark verlauten, dass er angreifen würde und stürmte auch sogleich auf die beiden los - oder besser gesagt auf Marquez, der jetzt wieder hellwach war.
Der Wegelagerer eröffnete das fröhliche Schlachten mit einigen Warnhieben, um das Monstrum auf Distanz zu halten. Dabei bemühte er sich nach besten Kräften von unten zu schlagen, um den Hautsack nicht zu sehr zu strapazieren, falls er denn doch treffen würde.
»Jetzt mach doch mal nen Vorschlag!«, fuhr er Rovan an, während er sich vor einem Giftspritzer der Drohne wegduckte und nun schutzlos auf dem Boden lag.
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| 23.11.2003 22:31 | #119 |
| (pisi)Härda |
Ismael musste unwillkürlich ein bisschen grinsen.
Er klopfte Endivion beruhigend auf die Schulter und meinte: "Das wird schon noch, kkeine Sorge". Er nahm das Schwert an sich und führte einen kleinen Schlenker aus. "Ich werde dir jetzt die Grundsätzlichen Dinge beibringen. Pass gut auf, ich erkläre sie dir jetzt und wiederhole sie nicht gerne. Du wirst viel alleine Trainieren und deshalb solltest du jeden Schritt kennen." Jegliches Grinsen war in ismaels GEsicht Konzentration gewichen. "Also ersteinam stellst du dich in Grundstellung. Du stehst seitlich gedreht, die Beine sind leicht veretzt, etwa ein Schulterbreit. Das Gewicht liegt etwa 60 zu vierzig auf dem hinteren Bein, das vordere Knie ist leicht gebeugt, der Rücken ist gerade. Nicht zusammensacken!" korrigerte er Endivion nocheinmal "Die Hüfte ist stets beweglich und gibt bei starken Schlägen einen Hauptteil der Kraft. Das Handgelenk ist flexibel und die Hand immer festgeschlossen. Immer!" unterstrich er.
"So, dies sind die Grundschläge:" Ismael schüttelte ein paar nette Schläge aus dem Ärmel, diagonal geschlagen, von oben und zeigte ein paar mal, wie es nach den Schlägen weiterging, damit man schnell in den nächsten Schlag kam "Also bei den Diagonalschlägen ist wichtig, dass sie schnell kommen und tortzdem Kraft haben. Sie müssen fließen.
Merk dir das. Bei dem Schlag von oben handelt es sich um ein Manöver, das seltener angewendet wird. Er hat sehr viel Kraft und vermag dem unerfahrenen Gegner das Schwert aus der Hand zu schlagen oder gar" mit einem Seitenblick zu dem Schwert "Esravun", das an seinem Gürtel ruhte, "ein schlecht geschmiedetes Schwert zu zerbersten oder zu zertrennen. Wichtig sind vor allem auch hier die Übergänge: Verlass dich nie auf den Schlag, du musst immer in der Lage sein, noch einen Schlag schnell hinterher zu setzten..." Ismael drückte Endivion, der etwas mit den Informationen überfordert war, das Schwert in die Hand.Dann zog er Esravun. Die Klinge fühlte sich in seiner Hand ganz anders an. Als ihn Endivion etwas entgeistert ansah, bemerkte er, dass sein Ziehen so schnell war, dass es nur einen silbernen Schemen von sich hatte sehen lassen. Allerdings verflog dies schnell, denn sein Schüler musste sich mit aller Konzentration seiner Aufgabe widmen, alles auf einmal richtig zu machen. Ismael korriegierte ihn mit ununterbrochener Aufmerksamkeit und machte Endivion des Öfteren mal etwas genauer vor, wobei er sich mit üblicher Präzision bewegte.
Schließlich neigte sich der Abend dem Ende zu. Ismael drückte Endivion das Büdel in die Hand, das die ganze Zeit über seiner Schulter gehangen hatte. "Hier, das sind fünf Kilogramm-Gewichte. Du wirst sie für die Zeit deines Trainings ständig tragen. Lass dich nicht von den brennenden Muskeln irritieren, zu einer Ausbildung zum gescheiten Einhandkämpfer gehört genauso Willenstärke und Stoismus wie Kraft und Geschick. Und behalt mein Schwert für die zeit deiner Ausbildung. Es ist besser als der Müll, der normalerweise für neue bereitgehalten wird. Du kannst die Nächte im anderen Zimmer bei mir verbringen." Ismael setzte sich langsam in Bewegung "Und jetzt" meinte er " gehen wir einen Tee trinken."
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| 23.11.2003 23:35 | #120 |
| Endivion |
Während Ismael voran ging folgte ihm Endivion mit einem kleinen Abstand und vollführte immer wieder ein paar Schwünge. Er hielt das Schwert nun nur in einer Hand und ritzte mit der Klinge eine liegende Acht in die Luft. Dabei zehrten die Gewichte, die er sich an die Handgelenke gebunden hatte, stetig nach unten was ihn noch viel Kraft kostete und seine Arme brennen liess. Er konzentrierte sich darauf den Griff fest mit seinen Fingen zu umschliessen, nicht das ihm schon wieder so eine peinliche Vorstellung passierte. Anfangs wurde er nur so überhäuft mit Anweisungen, die er einhalten sollte, Endivion nimm deine Beine auseinander, Nein Endivion das Knie beugen, Mehr Schwung aus der Hüfte Endivion, aber mit der Zeit hatte ihm sein Lehrmeister geholfen das Erzählte auch anzuwenden. Stolz bestaunte er das Schwert, das ihm Ismael für den Rest der Ausbildung anvertraut hatte, es glänzte im Mondschein und die Klinge war noch immer mörderisch scharf. Vermutlich war diese Waffe keinerlei Vergleich zu dem Schwert Esravun, welches Ismael mit vollen Stolz trug aber für den Anfang würde es ihm wohl mehr als nur gute Dienst erweisen.
Etwas hinter Ismael trat er in die Stube ein und setzte sich wieder auf einen der roten Sessel. Seine Tasse stand noch dort und auch die beiden Kekse lagen noch auf dem kleinen Tischen. Nach dem harten Training hatte er einen gewaltigen Hunger, also schlang er die beiden Gebäcke und schlürfte den inzwischen eiskalten Tee herunter. Zufrieden wurde er dabei von Ismael gemustert und gleich nachdem Endivion die Tasse wieder absetzte bot er ihm eine Weitere an, diesesmal schön warm. Dazu sagte er natürlich nicht nein und gönnte sich so noch eine Tasse süßen Tee.
"Schon merkwürdig, gestern habe ich noch mit den anderen Schürfern gröllend Grog gesoffen, jetzt trinke ich mit einem Klingentänzer in zwei seidenen Sesseln Tee..." murmelte Endivion vor sich hin und unterhielt sich noch eine zeitlang mit Ismael über seine Schwünge. Dieser wiederholte sich wieder und unterstrich das der Schwertkampf nicht nur aus den Schwüngen sondern aus einem genauso großen Teil aus der Beinarbeit, aus der Hüft- und Körperbewegung bestand. Interessiert verschlang Endivion alles was ihm sein Lehrmeister berichtete und er hätte wohl noch die ganze Nacht zugehört, wäre er nicht von Ismael aufgefordert worden sich schlafen zu legen.
"Wenn du morgen weiter trainieren willst wirst du etwas Schlaf gut gebrauchen können, also leg dich nun nieder."
Er zeigte ihm noch schnell den Weg ins andere Zimmer und liess Endivion dann alleine. Dieser vertraute seinem Lehrmeister einfach mal und ging so früh wie schon lange nicht mehr zu Bett. Als er sich in das Strohbett legte und seine Arme ablegen konnte, spürte er das Stechen in seinen Oberarmen, vor dem ihm Ismael schon gewarnt hatte. Mit Kreisbewegungen massierte er die beiden Bizeps und ging die ganzen Bewegungsabläufe nochmal im Kopf durch. Bis jetzt konnte er nur ein paar Schläge und den diagonalen Schwung, doch bis er einen richtigen Kampf bestehen könnte würde wohl noch viel Zeit vergehen, seufzte er. Während er so über sein Training nachdachte wurden ihm die Augenlieder immer schwerer und schliesslich lag er vollkommen erschöpft auf dem Bett und befand sich schon längst im Tiefschlaf...
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| 24.11.2003 22:11 | #121 |
| Ceyx |
Dichter Nebel wabberte um die vier Wanderer, hüllte ihre Gestalten ein, und lies sie zu Schatten ihrer selbst werden. Doch Ceyx hatte nicht viel Zeit, um diese mysteriöse Schauspiel zu beobachten, er amüsierte sich in Gedanken viel zu sehr über das Wort "wabbern". Oder noch besser über die Combo, "der Nebel wabbert". Wer kam nur auf so eine Idee, sowas zu schreiben? Nebel konnte gar nicht wabbern. Götterspeise wabberte ja. Glibbriges Zeug wabberte, wenn es so komisch hin und her wackelte, das einem der Appetit auf jeden Fall verging, und man überlegte, ob man das wabbernde Zeugs nicht mit dem Schwert ganz töten sollte. Tja, das waren seine Gedanken in dem Moment. Wabbern oder nicht wabbern, das war die Frage.
Und ohne sein zutun trugen ihn seine Füsse die Schlucht entlang, bis sie wieder sanft anstieg, und sie an ihrem anderen Ende wieder freilies.
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| 24.11.2003 22:41 | #122 |
| Tuan |
"Es stimmt also tatsächlich..." murmelte Tuan. Er hatte, ebenso wie Blade, dem ganzen Gerede von einem neu entdeckten Teil der Insel nicht so recht geglaubt. Immerhin war Khorinis zumindest früher eine blühende Handelsstadt gewesen und viele Schiffe fuhren zum Festland und sonst wohin. Zudem hielten sich ein paar mächtige Magier auf der Insel auf. Da war es schon kaum zu glauben, dass ein grosser Teil der Insel bisher für unwegsam und kahl gehalten wurde, doch anscheinend gab es noch ein paar Täler und Schluchten, die bisher niemandem aufgefallen waren. Und nicht nur irgendwelche kleinen Einschnitte im Gebirge, sondern nach dem, was sich vor den Wanderern öffnete, war es ein doch recht grosses Gebiet.
"So, das hätten wir nun also. Was nun?" Tuan liess seinen Blick durch die Gegend schweifen. Sie waren ja eigentlich hier, um zu jagen. Wo gab es hier wohl gute Jagdgründe? Und was gab es hier überhaupt zu jagen? "Sollen wir uns mal etwas umsehen oder nach einem Rastplatz für die Nacht suchen?"
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| 24.11.2003 22:47 | #123 |
| (pisi)Härda |
Am nächsten Morgen hatte Ismael Endivion in aller Schläfersfrühe aus dem Bett geholt und ans Laufen geschickt. Genauso wie in der gesammten Zeit der Ausbildung trug der junge Baumeister die Gewichte an seinen Unterarmen. Nach drei der geforderten fünf Runden machte sein Schüler allerdings hechelnd schlapp, aber das war keine schwache Leistung. Es war gegen Mittag, als Ismael Endivion wieder ans Training geschickt hatte: "Dein Tag wird jetzt immer so aussehen. In den nächsten Tagen scheuche ich dich nicht mehr aus dem Bett, du wirst selbstständig aufstehen und genug laufen, dass du in einer Woche sechs Runden um den Sumpf schaffst. Das ist eine Menge, ebr zu einem guten Kämpfer gehört Ausdauer. Das ständige Bewegen und die Reaktionsbereitschaft im fortgeschrittenen Kampf ist sehr wichtig.
Nach dem Mittagessen kannst du dir ein paar Stengel von Fortuno holen oder wie auch immer der arme Novize heisst, der hier den ganzen Tag Sumpflern Rauschkraut in die Hand drücken muss. Es hilft dir zwischendurch verkrampfte Muskeln aufzulockern. Aber rauch nicht zu viel auf einmal, es könnte dir sonst ein bisschen zu viel Entspannung entgegenbringen... Naja, wie auch immer. Nachmittags trainierst du die Grundschläge auf dem Trainingsplatz. Ich werde dir in den ersten Tagen helfen, aber danach musst du selbsständig trainieren." Und so hatten sie einen weiteren Tag trainiert, Ismael war es nicht schwer gefallen, einfach Schwünge ab und zu nochmal vorzumachen und hatte seinen Schüler wie am Vortag ständig korrigiert.
Als sich der Tag dem Ende zuneigte, zog Ismael Bilanz.
Die "brachialen" Schläge, also die langen und Kraftvollen Schläge lagen seinem Schüler besser als die kurzen, schnellen. Ismael sagte ihm, dass er an diesen vermehrt arbeiten solle.
Schließlich wurde es zu dämmerig zum weitertrainieren und Ismael wusste, dass dem jungen Mann alle Muskeln schmerzen mussten.
"So, pass auf. Ich zeig dir jetzt mal, was eine Meisterschaft de einhändigen Klinge am Ende hergibt. Einen Stil wie meinen wirst du in ganz Khorinis nicht finden, vielleicht ganz selten im tiefen Süden.
Es ist ein Klingentanz mit allen Elementen." Ismael ließ kurz seine Finger knacken und wieß Endivion an den Rand des Trainingsplatzes.
Er selbst chlenderte zu Mitte hin und zog Esravun aus der Scheide.Das Schwert schien zu vibrieren voller Frude, wieder frei zu sein.Und dann begann Ismael. Er konnte sich noch genau erinnern, wie beeindruckend es für ihn gewesen war, als er das erste mal einen Klingentanz gesehen hatte. Esravun sprang hin und her, leicht wie eine Feder, schnell wie ein Blitz und hinterließ stets nur einen tötlichsilbernen Schemen in der Luft. Die Schritte folgten in einer verschlungenen Abfolge und bildeten das tödlichste, was einem Gegner passieren konnte. Konzentration wandelte sich zu tötlicher Eleganz und es war schwer die schnellen Bewegungen zu verfolgen, sie vorherzusehen war unmöglich.
Mit einem letzten Wirbeln über dem Kopf ließ Ismael die Klinge am ausgestreckten Arm an den Boden gleiten und verharrte eine Sekunde.
Die Klinge senkte sich leicht in den Stein, doch das sah niemand.Niemand wusste, was Ismael in dem Moment dachte...
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| 24.11.2003 23:10 | #124 |
| Redsonja |
Gesagt getan. Sie brauchten nicht mal besonders lange nach einem Rastplatz zu suchen. Ein richtig einladender Felsvorsprung sprang ihnen beinahe in die Augen. Sie konnten seiner Anziehung einfach nicht wiederstehen. Sie mussten hier ihr Nachtlager aufschlagen. Kurz darauf war ein kleines wärmendes und lichtspendendes Feuer entfacht. Nur noch die Lagerlieder und ein Fass Komabier wäre von Nöten gewesen um hier einen interessanten Zirkus entstehen zu lassen. Redsonja wäre zwar ein Glas Wein in diesem Augenblick um einiges lieber gewesen, aber man kann nun mal nicht alles haben.
Dann machte sich die Banditin auf um noch etwas mehr Holz zu sammeln und etwas Zeit um nachzudenken zu haben.
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| 25.11.2003 01:59 | #125 |
| Endivion |
Beeindruckt beobachtete er seinen Lehrmeister bei diesem Spektakel und versuchte am Anfang noch dessen Bewegungen zu verfolgen. Dieses Unterfangen gab er dann aber schnell auf, da sich Ismael mit so einer Geschwindigkeit bewegte, dass Endivion sein Schwert nur ab und zu aufblitzen sah. Ismaels Körper bewegte sich auf eine anmutende Art und Weise, elegant, graziös wie auch blitzschnell. Durch die Bewegung seiner Arme und Hände liess er das Schwert in geschmeidigen Kreisen und Kurven umher fliegen, niemals stoppte es sondern bis zum Ende der Vorstellung war es in rasanter Bewegung. Die meisten die es wagten so einem Klingentanz im Weg zu stehen, würden sicher mit dem Leben dafür bezahlen, Endivion hätte nicht einmal sagen können wie er auch nur einen einzigen dieser Schläge hätte abblocken sollen. Schließlich hatte Ismael seinen Tanz beendet und verharrte ein paar Sekunden in einer gebückten Pose. Endivion war von der Kraft seines Lehrmeisters erstaunt, das Schwert ESRAVUN sah in seinen Augen ziemlich massiv aus und war bestimmt schwerer als sein "Übungsschwert". Dass Ismael jedoch die Kraft und die Ausdauer besaß die Klinge so lange und so schnell tanzen zu lassen imponierte ihm und stachelte seinen Kampfgeist an. Mit fest entschlossenen Blick sah er zu den Gewichten, die er um seine Unterarme geschlungen hatte hinunter und nahm sich vor nun noch härter an sich zu arbeiten um sich als Schüler des Klingentänzers als würdig zu erweisen.
"Meister, ich bin von eurer Vorstellung schwer beeindruckt! Ich hätte nicht gedacht das solche ein Einheit zwischen Mensch und Waffe bestehen könnte. Ich werde nun weiter trainieren um dieser Einheit wenigstens ein kleines Stück näher zu kommen."
Um sich an das Schwert zu gewöhnen hielt er es während des Laufen stets in seiner rechten Hand und begann mit einem weiteren Marathon um den Sumpf. Hochmotiviert setzte er Fuss vor Fuss, Schritt um Schritt und obwohl sein rechter Arm zum Platzen angespannt war, wagte er es nicht das Schwert fallen zu lassen oder es aus den Augen zu verlieren. Nachdem er die erste Runde abgeschlossen hatte und zur zweiten überging begann er ein leichtes Stechen in seiner Brust zu vernehmen, seine Oberschenkel begannen zu brennen und der Schweiß tropfte ihm das Gesicht herunter und floss seinen Oberkörper herab. Während die erste Runde noch angenehm zu vollenden war, bemerkte er in der zweiten bereits deutlich seine schlechte Kondition.
Als die zweite vollendet war, begann sich schon ein schmerzvollen Ausdruck in seinem Gesicht zu bilden und die allmähliche Anstrengung war schon längst einer wütenden Grimasse gewichen. Jedoch verlangsamte er seinen Schritt nicht und stürmte zu einer weiteren Runde um den stinkenden Sumpf.
Die Zeit verging und es dauerte diesmal erheblich länger bis Endivion wieder um die letzten Baumstämme gelaufen kam. Total erschöpft jogte, schlurfte, torkelte er vorbei, sein Schwert konnte er nur noch mit letzter Kraft halten und die Arme mit den Gewichten dran hingen schlapp nach unten.
Jedoch mobilisierte er nochmal all seine Kraft und so machte er sich auf zur vierten Rund. Inzwischen hatten sich ein paar Novizen eingefunden, die an einer Art Ziellinie standen und dem Recken laut schallend anfeuerten wenn er durchs Ziel gelaufen kam. Doch nachdem er seine vierte Runde begonnen hatte, verging eine Stunde ohne dass man ihn wieder erblicken konnte. Allmählich machten sich die Novize Sorgen und liefen die Strecke nach dem Schüler ab. Nach etwa dreiviertel der Strecke fanden sie ihn wieder, mit dem Gesicht nach unten auf den Boden liegend. War der Narr doch bis zur vollkommenen Erschöpfung gelaufen und auf ihren Schultern trugen sie ihn ins Lager und gaben ihm etwas Wasser zu trinken. Gierig verschlang er es und nach einiger Zeit konnte er sich schon wieder von alleine aufrichten. Irgend jemand hielt ihm ein Tüte Sumpfkraut hin und wenn er ehrlich war, war er dieser gar nicht abgeneigt...
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| 25.11.2003 17:24 | #126 |
| Erzengel |
Tatsächlich schaffte er es noch vor Sonnenaufgang den Turm zu erreichen. Sein Lauf war also nicht ganz umsonst, auch wenn er dafür nun ziemlich erschöpft war. Kaum beim Turm schlug er gegen diese bestimmte Stelle auf der Tür, die niemand außer ihm kannte, mit der sich die schier verklemmte Tür problemlos öffnen ließ, was ihm das lästige Tragen eines Schlüssels ersparte. Im Erdgeschoss schob er den schweren Riegel vor die Tür und eilte die wackelige Wendeltreppe hinauf in die Küche, wo er sofort die Zutaten für Brotteig zusammensuchte. Keine fünf Minuten später war auch der Ofen entzündet, sodass es auch nicht mehr lange dauerte bis der Teig aufgebacken und das frische Brot vor ihm auf den Küchentisch lag. Genüsslich aß er das noch dampfende Brot und eilte gleich darauf in die Bibliothek einen Stock höher.
Er suchte nach dem Gegensatz zwischen ihm und Innos, um herauszufinden, was es mit diesen merkwürdigen Schmerzen auf sich hatte, die er in der Gegenwart von Feuer erlitt, seien es die Sonnenstrahlen oder nur eine kleine Kerze. Schon im Räuberlager heute Mittag konnte er sich nicht aus dem Schutz einer Hütte wagen, da er Atemprobleme und Augenschmerzen beim Anblick der Sonne erlitt. Doch auf seiner Haut blieben keinerlei Verbrennungen zurück, obwohl es sich genau so anfühlte. Nun wollte er ergründen, warum er so auf Feuer reagierte, doch wie nicht anders zu erwarten war auch dieses mal nichts passenden in den Büchern zu finden. Mehr oder wengier enttäuscht zog er sich nach oben aufs Dach zurück, wo er die Nacht bis zum Sonnenaufgang verbringen würde.
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| 25.11.2003 20:52 | #127 |
| RhS_Artifex |
Unversehens fand er sich in einer Lichtung, unweit vom Tempel, in dem nun ER residierte, wieder. Er fühlte SEINE Macht geradezu durch die Adern pulsieren und genoss das Gefühl zur Gänze aus, denn wo er ist, da war auch sein Schicksal, ohne wenn und aber. Dennoch liess er sich nicht zu lange Zeit, denn ER hatte ihnen einen Auftrag gegeben und hiess sie in SEINEM Namen Unheil und Verderben in der Welt zu säen, auf dass sie SEINE Ankunft ankündigten.Ein kurzer Blick über die Lichtung sagte ihm, dass der Andere noch irgendwo in der Nähe sein musste, aber er machte sich keinen Deut aus ihm, denn er war nur ein Diener in SEINEM Namen und der andere tat ihm gleich. Das mindeste, was er dem Anderen entgegenbringen konnte, war ein gemeinsamer Respekt füreinander und eine größere Ehrfurcht vor IHM, doch ihre Wege würden sicherlich nicht lange nebeneinander nach vorne führen.
Nochmals liess er seinen Blick wandern, bevor er mit einem Achselzucken dann aufbrach und sich ins Unterholz schlug. Jedes Tier, das seinen Weg kreuzte würde dran glauben müssen, denn Tiere boten doch eine Grundlage der Ernährung für die Menschen hier und es war nicht SEINEM Ziele gerecht, dass er, der unterwürfigste Diener SEINEN Wut auf sich ziehen würde, nur weil er die Tiere verschont hatte.Nichtsdestotrotz würde ER ihm sicherlich vergeben, wenn er sich selbst von dem Fleisch der getöteten Tiere bediente. Es dauerte auch nicht lange, da begegnete ihm ein kleineres Rudel von Wölfen, das durch den dunklen Wald streifte. Ein Weibchen führte es an und das Gefolge bestand aus zwei männlichen Wölfen und einem weiteren weiblichen Exemplar dieser Art.
- Keine grosse Herausforderung...
- Hähhähähähähähhä Du hast recht daran getan, meinen Kollegen aus der Zwischenebene der Dämonen zu befreien und es freut mich doch sehr wie leicht du ihm verfallen bist... hähähähähähähhä
Das irre Kichern in seinem Kopf endete, doch er konnte sich aus den Worten keine Bedeutung herauslesen, was aber auch kein Problem war, denn es lag nicht an ihm SEINE kostbare Zeit zu verschwenden. Langsam näherte er sich dann den vier Wölfen, die schon leise knurrten, und zog den Schlachtenzweihänder von seinem Rücken blank.
Die Klinge des mächtigen Schwertes blitzte im Mondlicht kurz auf, als ein Strahl dessen sich an der Klinge brach. Ruhig hob er das Schwert an und machte sich für den Anstrum des Rudels bereit. Das wiederum liess sich nicht lange bitten und stürzte sich auf den in einer schwarzen Robe gehüllten Menschen. Ein leicht rötlicher Schein glomm in dessen Augen auf, als dann der Zweihänder mit erstaunlicher Geschwindigkeit einem Wolf mitten im Lauf den Kopf abschlug. Die verbleibenden drei zogen sich ein Stück zurück, als ob sie von dem plötzlichen Verlust ihres Kameraden überrascht wurden.
- Machen wir das ganze doch ein wenig interessanter ...
Er steckte den Schlachtenzweihänder wieder in die Scheide auf dem Rücken und zog seinen anderen Zweihänder blank. Dieser war zwar kleiner, doch immer noch beeindruckend anzusehen. Da ihm aber das Warten auf die Wölfe langsam zu viel wurde, denn diese hatte bis jetzt nicht reagiert gehabt, stürzte er sich seinerseits auf die Wölfe und kam wie der Alp höchstpersönlich mit wehenden schwarzen Gewändern über die Wölfe. Der Zweihänder blitzte hie und da auf begleitet von einem Jaulen hier und einem schrillen Fiepen da, bis sich dann Stille über die Szenerie legte. Ein Ärmel der Robe hing leicht zerfetzt herab, doch sonst waren an der Robe keine Spuren von diesem nächtlichen Kampf zu sehen.
- Langweilig... das wird nur noch langweilig...
Er stiess ein tiefes Seufzen aus, bevor er dann die Lichtrune hervorkramte und einen Lichtball beschwor, um besser sehen zu können. Unter dem Licht des funkelnden Balls nahm er dann die Wölfe aus und machte sich ein kleines Feuer um das Fleisch ein wenig zu braten und es dann zu verzehren.
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| 25.11.2003 21:12 | #128 |
| X_Blade_X |
Sie hatten sich wie am Vortag viel Zeit genommen, beim Austehen, Blade hatte zwar ein etwas ruhigeren Schlaf aber dennoch nicht viel länger. Es nahm ihn zutiefst wunder was auf sie zukam.
Beim Gespräch während dem Morgenessen, beschlossen sie vorsichtig voran zu gehen, damit sie keine unangenehmen Überaschungen erleben mussten.So hatten sie, schon als sie losgingen, ihre Waffen im Anschlag, während Ceyx und Sonja ihre Schwerter gezogen hatten, hatte Blade seinen Bogen und Tuan seine Armbrust schussbereit.
So schritten sie langsam und Vorsichtig dem Pfad durch die Schlucht nach. Schritt für schritt wurden sie gespannter, was hinter diesem Pfad liegen würde und ob er überhaupt in absehbarer Zeit enden wird. Das direkte Licht wurde immer spärlicher, da die Wände links und rechts recht weit in die Höhe ragten.Die Kälte die sie spürten bevor sie in die Schlucht kamen, war nun plötzlich verschwunden. Sobald der weg eine Biegung machte, wurden sie sofotz vorsichtiger, doch nichts geschah.
Als sie schon eine ganze weile auf dem Pfad gegangen waren meinte Blade "Hoffen wir, dass wir bald auf die andere Seite der Berge kommen, sonst sollten wir langsam ans umkehren denken!"
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| 26.11.2003 00:45 | #129 |
| Redsonja |
Nur zwischendurch wechselten die vier einige Worte. Dabei flüsterten sie kaum hörbar. Es war still. Zu still, wie die Ruhe vor dem Sturm kam es Redsonja vor. Sie hatte ihren Blick nach vorne geheftet und hielt ihr Schwert schlagbereit. Es beruhigte sie etwas, mit Blade und Tuan, zwei geübte Schützen hinter sich zu wissen, doch nur etwas.
Die Felsen waren inzwischen durch das Dunkel der Nacht zu tiefschwarzen Skulpturen geworden und erhoben sich zu beiden Seiten drohend in die Höhe, als eine weitere Wegbiegung nahte, wo Redsonja plötzlich abrupt stehen blieb. Sie hatte ein leises Geräusch vernommen und horchte wie auch ihre Gefährten angestrengt in die Nacht hinein. Doch nur ihr eigener Atem war leise und leicht stockend zu vernehmen. Dann blickte die Banditin zum Himmel hoch. Es waren nur wenige Sterne zu sehen, die von Wolken umhüllt waren. Nur ein fahles Licht ging von ihnen aus. Zum Glück bewegte sich nichts am Himmel. Selbst ein harmloser Nachtfalter hätte der Banditin in diesem Augenblick einen Schecken einjagen können. Doch nichts geschah. Alles war still. Noch einen weiteren Augenblick verharrten sie, bis sie vorsichtig den Weg wieder aufnahmen. Redsonja hatte ein schlechtes Gefühl bei der Sache und ihr wurde immer mulmiger zu Mute. Bis sie ihr „Weg“ ganz dicht an einem steilen Felshang entlang führte. Urplötzlich war ein leises Rieseln zu vernehmen. Eine Schrecksekunde später fiel ein kleines Steinchen zwischen Blade und der Banditin auf den Boden. Weitere folgten. „Lasst uns weitergehen,“ sprach Tuan sogleich Redsonjas Gedanken aus. Sie wollte weg hier, gleichgültig wessen Vorboten diese Steinchen waren, denn das leise Rieseln verwandelte sich langsam in ein unheilversprechendes Rollen.
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| 26.11.2003 02:26 | #130 |
| Endivion |
Nach einigen Zügen aus der Tüte Sumpfkraut entspannten sich Endivions verspannte Muskeln und während er den Rauch des Sumpfkrautes in seine Lunge zog, massierte er seine Ober- seine Unterschenkel und die Waden. Auch seine Arme waren zum zerbersten angespannt, die Gewichte und das Schwert hatten ihren Anteil dazu beigetragen. Das Kraut hatte tatsächlich eine sehr entspannende Wirkung auf seinen Körper und schon bald konnte er wieder aufstehen und sein Schwert schon mal in der Luft halten.
Bei dem Krautfritzen besorgte er sich auch noch eine Flasche Wasser und schüttete sich noch etwas mehr in den Rachen. Aber er versuchte sich zu beherrschen, mit einem Wasserbauch ließ es sich nur schwerlich kämpfen. Den Großteil goss er sich über die Brust, die Arme und das Gesicht und vermischte es so mit dem Schweiß. Noch ein paar Gießer später hatte er den größten Teil des körperschweißes von seiner Haut entfernt und widmete sich wieder dem Schwertkampf.
Er erinnerte sich wieder an die Worte seines Meister, er solle nicht nur seine langen und kraftvollen Schläge verfeinern sondern vielmehr an seinen kurzen und schnellen arbeiten. Diese Hiebe waren nämlich der Schlüssel, durch eine bestehende Verteidigung durchzubrechen oder den Schwertkämpfer mit seinen brachialen Schlägen in die Enge zu treiben.
Er stellte sich etwas versetzt hin, umschloss das Schwert fest mit seiner rechten Hand, beugte sein vorderes Knie etwas und pendelte sein Gewicht zwischen beiden Füßen aus. Zuerst ging er die darauffolgenden Schläge fast in Zeitlupe durch und versuchte sie dann später in schnellen Kombinationen zu wiederholen. Am einfachsten fielen im wirklich der kräftige Diagonalhieb, als Baumeister besass er ein großes Potential an Kraft. Aber wenn es um die Feinarbeit und Geschwindigkeit der kurzen Stiche und schnellen Schwünge ging hatte er noch deutliche Defizite. Es war nicht noch etwa so, dass kurze schnelle Hiebe einfacher auszuführen waren als die langen kräftigen, nach jedem Schwung musste er ja die Klinge in einer fließenden Bewegung umdrehen und zurückreißen. Nach einiger Zeit begleitete er jede Hieb mit einem lauten Schrei, um sich allmählich in Rage zu bringen. Aus Erfahrung wusste er, dass man in einem wütenden Zustand Sachen versetzen konnte, die man zuvor als unmöglich angesehen hatte und dass man Schmerzen und Anstrengungen viel einfacher wegstecken konnte. Angestachelt durch die Mischung von Adrenalin und Sumpfkraut in seinem Blut trainierte er gnadenlos den ganzen Nachmittag durch, obwohl er zweimal fast einen schwerer Krampf erfahren hätte. Und selbst dann gönnte er sich nur kurze Pausen von je fünf Minuten und verfeinerte seine Schwung und Stichtechnik. Jedoch kam es ihm vor als ob er sich noch etwas zu plump bewegen würde und dass seine Beinarbeit nicht stimme, also nahm er sich fest vor, später Rat bei seinem Lehrmeister einzufahren.
Irgendwann abends kam Endivion dann völlig entkräftet in die Höhle geschlurft und ließ sich in einen der beiden Sessel fallen. Wie immer hatte Ismael einen Tee vorbereitet, der zufrieden vor sich hin köchelte und Tassen und Kekse lagen schon auf dem Tischchen bereit. Wie ein Toter hängte Endivion in dem Sessel und konnteauch noch im Sitzen jeden einzelnen Muskel spüren.
"Sagt mal Meister, könntet mir morgen helfen meine Beinarbeit und meine Körperbewegungen zu verbessern? Außerdem habe ich heute fast den ganzen Tag an den kurzen Hieben geübt, die restliche Zeit waren Ausdauer und die kräftigen Schläge dran. Und wann zeigt ihr mir, wie man einen gegnerischen Angriff richtig abblockt?"
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| 26.11.2003 15:06 | #131 |
| Tuan |
So schnell und vorsichtig wie möglich eilte die kleine Gruppe weiter durch die Schlucht. Aber entgegen all ihrer Erwartungen und Befürchtungen geschah nichts. Kein Felssturz und auch kein Angriff irgendwelcher komischer Wesen.Die riesigen Felswände und Gipfel, die ihn umgaben und deren Umrisse er recht gut erkennen konnte, waren in ihrem Schweigen vollkommen. Gewaltig und unverrückbar standen sie hier seit unvordenklichen Zeiten. Unwillkürlich überkamen Tuan Gedanken über die Zeit. Über die Ewigkeiten, nach denen diese Berge hier noch genauso wie heute dastehen würden und nach denen er, Ceyx und die beiden andern längst vergessen sein würden.
Tuans Gedanken schweiften weiter und er dachte darüber nach, ob die Felsen noch da sein würden, wenn es niemanden mehr gab, der sie ansehen konnte. In tausend Jahren vielleicht oder gar in einer Million - zugegebenermassen eine Zahl, mit der er nicht allzu viel anfangen konnte. Die Felsen waren tot und ohne Leben, sie würden nur einfach da sein. Aber wenn es niemanden mehr gab, der sie ansehen und irgendetwas dabei empfinden konnte, dann war es eigentlich egal, ob sie tatsächlich noch existierten oder nicht. Man hätte sagen können, dass die Felsen in dem Augenblick zu bestehen aufhörten, da der letzte mögliche Betrachter starb.
Es war wie mit den Bäumen. Jeder wusste, dass ein Baum, der umfiel und womöglich noch andere Bäume mitriss, einen heiden Lärm machte. Aber die Frage war: Macht der Baum auch Lärm, wenn niemand da ist, um den Lärm zu hören?Tuan schüttelte seinen Kopf und musste unwillkürlich lächeln. Er mochte solche verrückten Gedanken. Solche Momente, in denen man die Musse hatte, sich mit den fernsten und abwegigsten Ideen zu beschäftigen, mit Ideen, die in der realen Welt keinen vernünftigen Sinn ergaben. Aber nun sollte er sich wohl lieber wieder seiner Umgebung widmen. Wie es aussah, näherte sich die Schlucht langsam dem Ende entgegen. Was erwartete sie dort?
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| 26.11.2003 17:42 | #132 |
| Erzengel |
Belzusia, Dreh- und Angelpunkt der Geschichte um die Hexen, doch nehmen wir die Hexen einmal beiseite. Was gab es in Belzusia noch? Warum erwählt Adanos eben jenes Volk? Wie entstand der heilige See und die gigantische Hauptstadt Beyond? Warum gab es nie einen direkten Weg dorthin? Beschäftigen wir uns zunächst mit der ersten Frage, was gab es noch, wofür Belzusia bekannt ist? Da wäre zum einen der Palast, überhaupt Beyond, und der krasse Gegensatz dazu, das Land drum herum. Belzusia ist – abgesehen von der Hauptstadt – ein Land von Bauern und großen unbewohnten, ungenutzten Flächen. Sowieso ist Belzusia ein Land der Gegensätze. Zum einen die überbevölkerte und einzige Stadt in der über 90% der Einwohner leben, zum anderen die Slums und die Villen der Adligen. Der Adanum als einzig nennenswertes Gewässer des Kaiserreichs.
Es gibt nichts dazwischen, keine kleineren Siedlungen oder Städte, allerhöchstens hier und da einige Dörfer, aber darüber nichts außer riesigen Metropole Beyond. Es gibt nur die Slums unter der Stadt und darüber die Villen und den überdimensionalen Palast, keine kleineren Häuser oder weniger prunkvolle Häuser. Zwischen Holzbracke und Villa gibt es in Beyond nichts. Der extrem tiefe und breite See inmitten der Stadt ist der Legende nach aus einer Träne Adanos entstanden, Alchimisten zufolge stammt das Wasser jedoch hauptsächlich aus einem ehemaligen Gletscher, namens Kadaar, der Jahrtausende zuvor noch anstelle der in den tropischen Zone gelegenen Stadt stand. So formten die Priester die Legende an und behaupteten nun, die Tränen seien erst zum Gletscher gefroren, aus dem dann der See entstand.
Kain klappte das Buch zu, es stand nichts Neues, nichts Wissenswertes darin. Er war doch selbst dabei gewesen und die magische Kraft des See mit eigenen Augen gesehen, genauso wie den Gletscher ringsherum und die tropisch heiße Stadt Beyond. Er suchte wieder in den Büchern, er hätte sie nach Themen ordnen sollen, doch dazu war er einfach zu faul und so durchsuchte er jedes mal die gesamte Bibliothek, wenn er eine Antwort haben wollte. Auf der Suche nach dem Grund für seine Empfindlichkeit gegenüber der Sonne, war er nun auf diesen dicken Wälzer über Belzusia gestoßen, indem er sich zwar keine Antwort erhoffte, aber in dem vielleicht ein paar nützliche Details zu finden waren. Aber wie sollte es anders sein, entdeckte er nichts, was ihm eventuell einmal hilfreich hätte sein können.Es quälten ihn zur Zeit zwei Fragen. Sofern man diesen Stimmen neulich trauen konnte, was meinten sie mit anstehender Reise? Und wo konnte er diese beiden Zwillinge finden? Letzteres interessierte ihn dabei mehr, sie waren die letzten beiden existierenden Siegel, sobald sie vernichtet waren, offenbarten sich vielleicht Schwerter und Ringe, was die Suche nach den Schlüsseln wohl ernorm erleichtern würde. Und selbst wenn nicht, so wussten sie vielleicht mehr über die Schwerter als er, überhaupt musste er sie so oder so töten, um die Schlüssel ihrem ursprünglichen Zweck zu entreißen.
Eine Weile starrte er noch in die grellen Flammen des Kamins, es schmerzte ja, aber ohne konnte er nichts sehen. Die Sonne war bereits untergegangen und so schlenderte er hinauf über die Wendeltreppe bis zur Luke, öffnete sie und betrat das Dach erneut. Es war stockfinster, doch die groben Züge waren zu erkennen, Klippe, Meer und Horizont. Dort oben wartete er mit einem Stängel Sumpfkraut zwischen Mittel- und Zeigefinger, bis der Mond sich aus seinem Versteck wagte und er wieder mehr sehen konnte. Schon komisch, war das Mondlicht doch nichts anderes als reflektiertes Sonnenlicht, doch im Gegensatz zu dem seiner großen Schwester, war das Mondlicht nicht so... abstoßend, widerlich. Es strahlte keinerlei Wärme oder Geborgenheit aus, es war vielmehr matt und kalt, genau wie er es mochte. Es brannte nicht, schmerzte auf keinerlei Weise.Wieder im Schlafzimmer zog er sich aus und verschwand mit einem Tuch nach unten, wo er in die nächste Quelle sprang. Vielleicht sollte er einfach alles vergessen, alles hinter sich lassen. Den Turm verlassen, das Hexenschwert hier zurücklassen und zum Festland segeln... nicht unbedingt dorthin, irgendwohin, wohin auch immer nur weg von hier, weg von Khorinis. Ja, in den nächsten Tagen würde er in die Stadt wandern und sich nach einer nächsten Mitfahrgelegenheit umhören.
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| 26.11.2003 18:37 | #133 |
| Atlas |
Atlas hatte sich wie ihm geheissen zu dem Novizen begeben, der ihm das Sumpfkraut verkaufen sollte. Hier roch es nach allerlei, was den Geist vernebeln und die Phantasie anregen konnte. Bei einem Grossaufrag wie diesem gab es von dem glasig dreinschauenden Novizen noch einen Stengel extra."Hier, nehmt noch diesen" kam die heisre Novizenstimme aus hinter einem Regal hervor. Das ist die Krönung unseres bisherigen Schaffens." Mit einem "Auf Wiedersehen" und einem Hustenanfall verabschiedete er sich. Da Endivion wohl noch eine Weile beschäftigt war, entschied sich Atlas diesen ganz besonderen Stengel zu rauchen. Vermissen würde ihn eh niemand und so setzte er sich an eine knorrige Wurzel.
Der erste Zug hatte eine stark brechreizerezugendes Aroma. Seine Lunge schien in Flammen zu stehen und sein schlimmer Hustenanfall musste auch im Piratenlager vernommen worden sein. Er wusste nicht wieso, aber der Stengel zog ihn an und bettelte nahezu darum, weitergeraucht zu werden. Der Kopf sträubte sich, aber der Arm drückte gegen seine Lippen. Schliesslich verlor der leicht benebelte Verstand.
Ein Aufglühen des Stängels zeugte von einem tiefen Zug. Und noch einem. Und noch einem...
Die Wurzel bewegte sich. Die dicken Äste mit ihren metallfarbenen Blättern peitschten hin und her. Er musste nochmals nachsehen und die Erkenntnis traf ihn wie ein Blitzschlag. Das waren keine Blätter, das waren unförmige, aber garantiert scharfe Dolche. Fasziniert ruhte sein Blick auf ihnen, ohne zu merken, das die alten Wurzeln ihren ganz eigenen Plan hatten. Dies allerdings bekam er erst mit, als er von ihnen brutal von hinten gepackt wurde, wärend die ganzen spitzen Dolche wurden in die Freiheit entlassen und hatten nur ein Ziel: Ihn! Völlig bewegungsunfähig sah er ihnen nur zu, wie sie auf ihn zu sausten. Der erste war bis auf ein paar Fuss heran, da fror die Szenerie ein, und sein Verstand began wieder zu arbeiten.
Das Bild klärte sich Stück für Stück. Erst waren da die Wurzeln, die sich unter den Boden zurückzogen, dann die Blätter, die sich zurück an ihre angestammten Plätze begaben, und sich tarnten. Schliesslich fühlte er sich wach genug um zurück zu Endivion zu gehen und trotz Protests seiner Beine gelang das Aufstehen ziemlich gut, dem Baum sei Dank. Darauf verabschiedete er sich mit einem:"Mich kannst du nicht verarschen!"
was ein paar schiefe oder belustigte Blicke mit sich brachte.Dieses Gras hatte es in sich, keine Frage. Es musste schon nach mittag sein, und Endivion würde auch schon warten, also ging er mitsamt seiner wertvollen Last in die Höhle seines Lehrers, wo sie sich treffen wollten.
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| 26.11.2003 18:54 | #134 |
| (pisi)Härda |
Etwas regte sich vor der Höhle. Ja, etwas... torkelte herum.Ismael konnte die ungleichmäßig schlurfenden Schritte im tiefen und moderigen Laub hören. Langsam erhob er sich aus seinem Sessel und spähte durch die Rauchsachwaden. Was machte jemand hier?
Jemand, der sich wie ein total berauschter Novize bewegte?
Ismael zog vorsichtshalber Esravun und bewegte sich möglichst leise auf die Tür zu. Davor lief ein .. Kerl auf und ab und suchte anscheinend den Eingang direkt vor seiner Nase. Die kleinen, glasigen Augen verrieten Ismael, dass dieser Typ vor nicht alzu langer Zeit das famose Sumpfkraut des Lagers getestet hatte und nicht wirklich gut daran gewöhnt war. Schnell glitt das Schwert zurück in seine Scheide und er sah den Mann an, der verzückt mit einem Stein anbandelte. "Erwache! Kann ich euch irgendwie weiterhelfen?" fragte Ismael. Es dauerte ein bisschen, dann drehte der Mann sich zu ihm um und musterte ihn erstunt und begeistetert als würde er gerade Ziel einer göttlichen Vision. Bestimmt packte Ismael den jungen Kerl an der Schulter und zog ihn in die Höhle hinein, wo er sich interessiert dem Staub an einer Deckenlatte zuwand. Ismael wusste: Die beste Sache gegen einen Sumpfkrautausch war ein gutes, goldenes Sumpfbier.
Also setzte er den Jungen einfach auf den anderen Sessel und ging in die Speisekammer. Dort holte er zwei Humpen aus dem Regel und zapfte zwei leckere Bierchen. Als er zurückkam saß der Junge noch immer auf dem Sessel, bog sich aber vor Lachen, dass plötzlich die ganze Höhle hallte. Ismael brauchte eine Sekunde, um erauszufinden, dass es sich bei dem Objekt der Belustigung um einen Marienkäfer handelte, der im Kreis schwirrte und dann die Höhle verließ. Erst ein paar Minuten später hatte er sich genug abgeregt, um wortlos das Bier entgegenzunehmen und das würzige Getränk gleich billigem Tümpelwasser herunterzuschlingen...
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| 26.11.2003 19:13 | #135 |
| Atlas |
Dieses Bier schmeckte toll und hatte eine Wirkung, die Tote aufwecken konnte. Es erfrischte bis in die letzte Faser seines müden Körpers und gab ihm neue Kraft. Endivion sah ihn belustigt an.
"Das Sumpfkraut hast du offensichtlich. Ist den auch noch alles da?""JA!" bestätigte, doch ein leichter Hauch von rot überzog sein Gesicht und er konzentrierte sich wieder auf den Käfer.
"Nun gut. Dann möchte ich dir Ismael vorstellen. Er ist mein Lehrmeister für den Schwertkampf"
Er ergriff die Hand seines Gegenübers und bedankte sich bei der Gelegenheit auch gleich für das exzellente Bier.
"Nun, was dich interessiern könnte", fuhr Endivion fort, "wäre, das Ismael momentan nur mich als Schüler hat. Ich habe mit ihm gesprochen und er ist bereit einen zweiten Schüler aufzunehmen. Vorausgesetzt natürlich, du willst immernoch. Wenn ich aber an deinen Enthusiasmus denke, als unsere Gespräche auf dieses Thema gekommen sind dürfte das geklärt sein."
Atlas musste die ganzen Informationen ersteinmal verdauen. Er, ein Geübter am Schwert? Es klang zu schön um wahr zu sein. Nur einmal war er mit einem Lehrmeister der Lees ins Gepräch gekommen und der hatte ihn auf später vertröstet, weil er schlicht überlastet war. Hier also kam so eine Chance.
"Ja! Ich will den Umgang mit dem Schwert lernen."
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| 26.11.2003 19:21 | #136 |
| (pisi)Härda |
"Nun gut." meinte Ismael "Kräftig bist du ja. Wir fangen direkt an, Endivion, du kannst dir einen schönen Abend machen, du hast heute gut trainiert." meinte Ismael holte Atlas beim Arm aus der Höhle zum Trainingsplatz. Irgendwie hatte er sich im gehen noch ein Büdel Gewichte und ein grobes Schwert gegrabbelt. "So, dieses Schwert wirst du für die Zeit des Trainings benutzten. Und diese Gewichte" sagte er, während er Atlas die Gewichte an die Unterarme band "von 5 kg pro Arm wirst du auch Tag und Nacht tragen. Die geben Kraft. Wenn deine Muskeln brennen, hol dir einen Stengel, entspann dich ein bisschen und trainier dann weiter. Danach irgnorierst du sowas nur noch. Zum einhändigen Kampf gehört Körperbeherrschung... So..." Ismael holte das grobe SChwert, ein wesendlich schlechteres Exemplar als das alte von sich, das Endivion zum trainieren hatte, aus dem Öltuch und drückte es Atlas in die Hand. "Versuch mal ein paar Schwünge." forderte er ihn auf.
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| 26.11.2003 19:44 | #137 |
| Atlas |
Und er tat, wie ihm geheissen. Der kühle Griff lag angenehm in der Hand. Sein Gehirn lief auf Hochtouren.
Wenn er bisher in Situationen gekommen war, in denen er hatte kämpfen müssen war er immer in einem Zustand der Panik oder einem Blutrausch gewesen. Jedenfalls Zustände, während denen man nicht überlegt, sondern handelt, ob effektiv oder nicht. Nun schwirrte die Klinge erstmals von links nach rechts, durchschnitt die Luft um gleich wieder zurückgeschleudert zu werden. Die Klinge folgte den Bewegungen des Arms und dieser versuchte einen starken Stoss nach vorne. Zu stark. Der Schwung zog ihn nach vorne, er stolperte über sein eigenes Schwert, konnte aber knapp einen Sturz verhindern.
Verunsichert sah er in die Mine seines Lehrers. Seinen Lippen entwich ein Gebet, er möge ihn trainieren und nicht gleich rauswerfen, während die Meter zwischen ihnen schwanden.
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| 26.11.2003 19:52 | #138 |
| (pisi)Härda |
Hm, dieser Mann hatte sich zwar auch nicht gut angestellt, aber immerhin besser als Endivion...
"Also gut. Pass auf: Erstmal musst du an deiner Beinstellung arbeiten: Du stehst seitlich, die Beine sind leicht versetzt, etwa ein Schulterbreit. Das Gewicht liegt etwa 60 zu 40 auf dem hinteren Bein, das vordere Knie ist leicht gebeugt, der Rücken ist gerade. Gerade!" rief er nocheinam "Aus der Hufte kommt bei langen Schlägen die Kraft, deshlab muss sie immer beweglich sein.. Das Handgelenk ist flexibel und die Hand immer festgeschlossen. Immer!" unterstrich er.
"So, jetzt zeige ich dir die Grundschläge..." Ismael die einfachen Schläge nebensächlich aus, diagonal geschlagen, von oben und zeigte ein paar mal, wie es nach den Schlägen weiterging, damit man schnell in den nächsten Schlag kam "Also bei den Diagonalschlägen ist wichtig, dass sie schnell kommen und tortzdem Kraft haben. Sie müssen fließen. Hier kommt dir Kraft aus der Rasantz.Merk dir das. Einen Schlag von oben gibt es seltener. Er hat sehr viel Kraft und vermag dem unerfahrenen Gegner das Schwert aus der Hand zu schlagen oder gar" mit einem Seitenblick zu dem Schwert "Esravun", das an seinem Gürtel ruhte, "ein schlecht geschmiedetes Schwert zu zerbersten oder zu zertrennen. Wichtig sind vor allem auch hier die Übergänge: Verlass dich nie auf den Schlag, du musst immer in der Lage sein, noch einen Schlag schnell hinterher zu setzten..." So trainierten sie den Abend noch relativ lange und ausgiebig, Ismael ließ nicht nach den jungen Mann stets zu korrigieren, der mit den vielen Anforderungen etwas überfordert war...
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| 26.11.2003 20:19 | #139 |
| X_Blade_X |
Es war wieder frische Luft zu spüren, doch war der wind nicht ganz so kühl wie auf der anderen Seite der Schlucht. Es war immer noch dunkel, daher liessen sie nicht von ihrer Vorsicht ab.
Dann plötzlich begann der Weg bergabzu gehen und nicht viel weiter unten war eine in Dunkelheit gehüllte Landschaft, doch konnten sie nichts genaueres erkennen, als, dass die Schlucht bald fertig sein würde.
Als sie dann ins freie traten staunten sie nicht schlecht, vor ihnen war ein Tal erschienen, das links und rechts weiterging und auf der gegenüberliegenden Seite wieder eine Wand hatte, im Tal selbst waren Gebäude zu erkennen, von der Distanz und durch die Dunkelheit konnten sie nicht weiterbestimmen, als, dass es sich um Ruinen handeln musste, da an den äusseren beiden Teilen, eingestürtze Gebäude standen.
"Hätte nicht gedacht, dass es sowas gibt!" murmelte Blade mehr zu sich selbst, doch nickten die anderen zustimmend.
"Ich denke in den Ruinen lässt es sich gut übernachten, vorallem da einige der Gebäude noch intakt zu sein scheinen! lasst uns also die gemäuer etwas näher ansehen!" sprach er dann, diesmal an die anderen drei gerichtet.Es war nichts zu hören ausser die Geräusche der Nacht, gab es hier übehaupt Lebewesen oder sind die wie die erbauer dieser Ruinen von hier verschwunden? fragte sich Blade, während er seine Schritte bergab richtung Ruinen lenkte, den Bogen immer noch schussbereit.
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| 26.11.2003 20:22 | #140 |
| Atlas |
Atlas versuchte alles gehörte zu verarbeiten, doch es war zuviel.
Er stand wie geheissen mit dem Gewicht auf dem hinteren Bein, während das vordere angewinkelt war.
"Der Rücken!" rief sein Lehrmeister prompt.
Sofort streckte sich sein Rücken senkrecht in die Höhe, wodruch das eine gerade Linie von seiner Hüfte zum vordern Fuss entstand.
"Du musst Knie leicht beugen" war der kurze Kommentar dazu.
Schliesslich stand er da und versuchte die verschiedenen Schläge, beginnend mit einem diagonalen, der zwar schnell war, allerdings wenig kraftvoll. Ismael korrigierte und er versuchte es von neuem. Ein Schlag nach links unten, dann gleich wieder hoch, es schien zu gehen, bis das Schwert wieder nach oben ging."Gut. Ich erkenne die Stärke, aber nun fehlt die Geschwindigkeit."Also versuchte er es, doch sofort wurden die Schläge wieder schwach und schnell."Versuche einen Kompromiss aus Kraft und Geschwindigkeit zu finden, nur darauf kannst du aufbauen."
Er schlug zu, wieder und wieder. Die Unterarme begannen zu schmerzen und das Schwert lag schwer in den Händen. Nun forderten die Gewichte ihren Tribut, doch der Wille übertünchte dies. Nach einer, wie ihm schien ewigen Zeit, bis er einigermassen schnell, gleichzeitig aber auch schnell schlug. "Schön. Sieh aber zu, das dein Handgelenk flexibler wird. Hier, mit einer einfachen Schlagabfolge mag das unwichtig sein aber im Kampf wird es extrem wichtig, schnell reagieren zu können. Versuch es."
Er tat es und liess das Schwert wirbeln, doch seine Arme hatten sich schon zu sehr darauf eingepegelt, das nichts mehr zu machen war.
Ismael schien die Müdigkeit bei seinem Lehrling bisher ignoriert zu haben, doch nun musste er doch erkenn, das es sinnlos war.
Die Gewichte, die langen Stunden des trainierens und das viele neue, es forderte ihm zuviel ab.
"Ich glaube, es bringt nichts, wird müssen das morgen in Angriff nehmen."Gemeinsam verliessen sie den Platz und kehrten in die warme Höhle Ismaels zurück.
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| 26.11.2003 20:27 | #141 |
| (pisi)Härda |
Als sie den schlammigen Weg hinauf zur Höhle durch den kalten Wind stapften, meinte Ismael:
"Ich habe noch eine Strohmatraze im Vorratsraum. Wir werden sie in Endivions Zimmer legen. Dann könnt ihr morgen früh zusammen schön aufstehen und laufen gehen. Er wird die erzählen, wie das Training von statten geht. ich bin mir sicher, dass er dir auch hilft, wenn ich mal nicht da bin, er ist schon ein paar Tage hie run hat gute Vortschritte gemacht, aber jetzt..." Ismael ließ sich in den Sessel fallen "...rauchen wir erstmal eine schöne Wasserpfeife..."Bald zogen grüne Dunstwolken duch die Höhle und das sonore Blubbern verbreitete Entspannung unter den Schülern und ihren torturierten Muskeln. Bald mischte sich auch der leckere Dunst von Pfefferminztee in die Gerüche und das Prasseln des Feuers vermittelte eine angenehme Stimmung. "Erzählt doch mal, ihr beiden, was macht ihr denn sonst so.
Wo kommt her und was treibt euch hierhin?"
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| 26.11.2003 20:52 | #142 |
| Rovan |
Mit weit geöffneten Fangarmen hatte sich die Sumpfgasdrone über Rovans Kameraden breit gemacht und war gerade im Begriff, Marquez zu ihrem Mittagessen zu verarbeiten, als Rovan eingriff. Mit einem klingenden Geräusch ließ er sein Schwert aus dem ledernden Heft fahren und hackte der Drohne gekonnt ein Bein ab, woraufhin diese von dem Wegelagerer abließ. Zwar reichte Rovan dem Lee die Hand, doch dieser schlug ab und richtete sich von alleine auf. "Sturer Narr.." murmelte Rovan in sich hinein, doch er war es gewohnt. Er war nunmal ein Einzelgänger. Mit einem Satz näherte er sich nun wieder der Drohne und konzentrierte sich voll auf sie, ohne auch nur im Entferntesten an eine Zusammenarbeit mit Marquez zu denken. So zogen die beiden Kontrahenten nun ihre Kreise, Rovan mit schleimverschmierter Klinge, die Drohne mit ebenso schleimigem Stumpf.
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| 26.11.2003 20:55 | #143 |
| Redsonja |
Die Ruinen waren beeindruckend. Redsonja vergass beinahe das Atmen so überrascht war sie. Alles andere hätte sie hier erwartet, trotz den Schilderungen Blades, nur nicht dies. Es sah auf eine groteske Weise wunderschön aus. Vielleicht auch nur weil sie wegen der Dunkelheit nicht alles sehen konnte. Doch ihre Neugierde war jetzt geweckt und sie wollte die Ruinen etwas genauer untersuchen. Die Angst welche Redsonja zuvor noch verspührt hatte ging eher in Ehrfurcht über. Langsam bewegte sie sich vorwärts, das Schwert gezückt. Sie schaute sich nicht um, ob ihre begleiter immer noch hinter ihr waren. Sie war so in den Bann der Stätte gezogen, dass ihre Beine sie immer weiter trugen. Mit allen ihren Sinnen nahm die Banditin den seltsamen Ort wahr und sie versuchte sich vorzustellen wer hier einst, wie gelebt hatte.
Urplötzlich jedoch erklang zu ihrer Linken ein knackendes Geräusch und Redsonja tat das einzige, was sie in diesem Augenblick noch retten konnte. Sie sprang behende nach rechts weg. Keinen Moment zu spät, denn im nächsten Augenblick schnappten zwei wütenden Zangen nach der Luft, wo die Banditin vorher noch gestanden hatte. Geistesgegenwärtig stach sie glich in die Seite das Tieres. Zog ihr Schwert aber gleich wieder zurück, damit es nicht noch im Panzer steckenblieb. Die Attacke schien die Fangheuschrecke rasend zu machen. Blind schnappte es mit seinen Zangen nach der Banditin, die mit schnell Stössen dem Gegner langsam die Kraft raubte und da kamen auch schon ihre Gefährten durch den Lärm alarmiert herangelaufen. Nur leider waren nicht nur ihre Gefährten sondern auch einige Fangheuschrecken angelockt geworden.
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| 26.11.2003 21:13 | #144 |
| Tuan |
Tuan kniete sich kurz hin und zielte, dann drückte er den Auslöser der Armbrust. Der Bolzen wurde von der Wucht der Sehne nach vorne geschleudert und raste an Ceyx und Blade vorbei. Dann fand das Geschoss sein Ziel und bohrte sich in den Kopf des Tieres, das sich gerade auf Redsonja stürzen wollte. Mit einem Gekreische, nicht unähnlich einem Minecrawler oder einem Feldräuber, brach das Tier zusammen, zuckte noch ein paar Mal und lag dann still. Zeit zum verschnaufen hatte Tuan aber keine, sofort nachdem er geschossen hatte, sprang er wieder auf, hängte sich die Armbrust über die Schulter und packte Snaga. Sowohl Blade als auch Ceyx hieben schon mit ihren Waffen auf die Bestien ein, die da angewuselt kamen. Und auch Sonja sah sich einem neuen Gegner gegenüber. Tuan hob im rennen seine Axt und drang dann ebenfalls auf eines der grünen Viecher ein. Geschickt wich der Söldner den hackenden Gliedmassen des Tieres aus und liess dann Snaga nach unten sausen. Die Axt frass sich durch den Panzer und traf dann auf keinen nennenswerten Widerstand mehr. Wie Tuan wusste, war bei Insekten und ähnlichem Getier das Skelett, sprich das Zeugs, was den Körper stützte, aussen und darin waren alle Organe und anderes, nicht so wie beim Menschen, der die Knochen innen hatte und darum das Fleisch. Deshalb kam es auch durchaus vor, dass eines dieser Rieseninsekten geradezu auslief, wenn der Panzer genug abbekommen hatte. Was der Panzer dieses Tieres mit Sicherheit hatte, wie Tuan grimmig feststellte. Er riss seine Waffe frei und wandte sich dem nächsten Viech zu.
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| 26.11.2003 21:33 | #145 |
| Redsonja |
Mit jedem Schlag, den sie tat, gewann Redsonja an Sicherheit. Ja, ihr begann das kämpfen sogar sichtlich Spass zu machen. Sie wusste Tuan,Ceyx und Blad an ihrer Seite und konnte es beinahe schon als Spiel betrachten und sie war verspielt. Zudem liebte sie es etwas zu riskieren, nur nicht zu viel und zu unvorsichtig werden, du bist noch keine Meisterin im Schwertkampf, meldete sich ihre Vernunft, die zum Glück auch immer wieder ein Wörtlein mitzureden hatte. Dann lies sie ihr Schwert über Nacken der Fangheuschrecke krachen, dass auch diese zusammensackte. Dann sprang sie zu Ceyx, der ihr am nächsten stand und Seite an Seite hieben sie auf die verbliebenen Tiere ein. Bis auch das letzte nur noch eins, zwei Mal am Boden zuckte und dann das Zeitliche segnete. Für Redsonja war es schon etwas Besonderes, schliesslich war das ihr erster ernsthafter Kampf gewesen. Da man das in Khorinis eher Schlachten nennen konnte. Zumindest was sie mit dem Hirten getan hatte. Für die anderen schien das hingegen schon reine Routine zu sein.
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| 26.11.2003 21:50 | #146 |
| Atlas |
Diese Wasserpfeifen waren eine wahre Wohltat. Nach den Stunden des trainierens und mit den immer schwerer werdenden Gewichten war der Dunst, der sich über sie legte besser als eine Massage.
Sein geschundener Körper fühlte sich wieder leicht und unbeschwert an.
"Nun, ich komme von den Söldnern. Vor einiger Zeit suchte Drake Schürfer für eine Arbeit in der neuen Welt. Da ich nach einigen schlimmen Erfahrungen im Banditenlager etwas Abstand braucht schloss ich mich an. Ich musste Schürfen und beim Aufbau einer Hütte für die Schürfer im Piratenlager helfen. Dazwischen war Platz für jede Menge faulenzen. Dann haben wir beide uns während eines Festes zu euch aufgemacht um Sumpfkraut für die Piraten zu besorgen, was ich dann auch gemacht habe. Dazu gabs noch diesen geschenkten Stengel. Der hatte es wirklich in sich. Ich war vollkommen weg, anscheinend für längere Zeit und dann bin ich zu euch gekommen. Den Rest wisst ihr."
Das lange reden hatten ihn angestrengt und er nahm erstmal einen tiefen Zug aus der Wasserpfeife.
"Endivion hat einen etwas anderen Weg hinter sich. Er kam nicht mit Drake."
Endivion konnte nun sein Mundwerk benutzen, er hatte genug gesagt und gab sich den wohlriechenden Dünsten hin.
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| 26.11.2003 21:59 | #147 |
| Ceyx |
Mit einem Geräusch, das irgendwo zwischen dem Brüllen eines schwarzen Trolles und dem Quieken eines Quietscheentchens angesiedelt war, fiel das letzte Insekt zu Boden, und blieb auslaufend da liegen.
"Oooh, sieh mal, das Herz..." meinte Ceyx, und begang im Viech rumzustochern. Alles mögliche, was er gar nicht näher benennen wollte, was aber allessamt glibberig und schleimig war, lief über das Gras. Redsonja schien irgendwie seien Enthusiamus in tote-Viecher-ausnehmen nicht zu teilen, und wandte sich angeekelt ab. Auch Tuan und Blade sahen etwas erstaunt zu Ceyx, der jetzt mit voller Freude in der toten Fangheuschrecke rumstocherte. Tuan schüttelte den Kopf, und rang nach Worten. Schliesslich drehte er sich mit einem Ruck um, um meinte "DAS ist eklig". Blade belies es bei einem zustimmenden Schnauben, und wandte sich auch ab. Ceyx lies endlich von seinem Opfer ab.
"Vielleicht kann man die kochen..."
Mit einem Ruck drehten sich Blade und Tuan wieder um.
"WAS?!?"
"Essen...man sollte die Dinger essen. Wäre doch schade, wenn man die einfach umkommen lässt."
"Wage es ja nicht!" Tuan schien nicht sehr angetan von dem Gedanken."Wieso nicht?"
"Ich esse nichts, was mehr als zwei Augen hat, ganz einfach.""Die Dinger sind eklig" schaltete Redsonja sich ein.
"Na und? Scavenger sind auch nicht so die Typen für nen
Miss-Khorinis-Wettbewerb, aber essen tun wir sie trotzdem. Und ausserdem hab ich schon Minecrawlereier gekocht. Das kann nicht schlimmer sein.""MACH DOCH WAS DU WILLST!" die Drei wandten sich ab, auf der Suche nach einem Schlafplatz.
"Bin gleich daaa" Ceyx wandte sich wieder seinem zukünftigen Abendessen zu.
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| 26.11.2003 22:24 | #148 |
| Endivion |
"Ich hatte eigentlich garnicht vor mich den Piraten anzuschließen, aber ein Wink des Schicksals brachte mich zu dieser Arbeit. Durch Aragorn hatte es mich in die Neue Welt verschlagen und nachdem ich seinen Job erledigt hatte, wollte ich etwas herumziehen. Ich hatte mich also bis knapp vor den Strand durchgeschlagen, als ich an eine hohe Holzpalisade kam. Ein Haufen übel riechender und aussehender Männer empfing mich dort, hielten mir ihre Schwerter an die Kehle. Eigentlich hatten sie schon beschlossen mich kalt zu machen und mich auszunehmen, als der Pirat Drake dazwischen ging und mich mit sich nahm. Er brauchte noch Schürfer und ein Baumeister kam ihm gerade recht. Mit einem Seitenblick zu den Piraten entschied ich mich dann dafür seiner Truppe beizutreten, lieber habe ich etwas Gold in der Tasche, als keinen Kopf mehr auf dem Hals... Der Rest hatte sich dann so vorgetragen, wie Atlas es geschildert hat."
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| 27.11.2003 00:24 | #149 |
| Krieger-BP |
Die tiefen Furchen in Kriegers Gesicht waren nicht mehr zu sehen, ebenso sein blonder Stoppelbart oder seine blondgrünen Haare. Die braunen Augen, sie waren weg, die Lachfalten verschluckt, die Augenbrauen weg, Lippen weg.Eine Art Maske legte sich über all dies. Unnatürlich leuchtende Augen waren das einzige was aus dem dunklen Gewand stach, vielleicht noch der Gestank nach Tod.Rastlos zog der Diener nun schon mehrere Tage durch den endlos weiten Sumpf, blieb nie stehen, war immer auf der Suche, auf der Suche nach der Ruhe, die er nicht finden würde.
Ein klagender Schrei wurde ausgesetzt, als er in die nähe des Menschenlager kam. Es ... er war da schon einmal. Es war noch nicht lang her. Nur kümmerten ihn seine Erinnerungen nicht mehr. Sumpfkrautstängel interessierten ihn nicht mehr, Blutfeuer ... interessierte ihn nicht mehr. Wieder rollte sich ein kreischend klagender Laut über seine Lippen. Er zog weiter, immer weiter.
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| 27.11.2003 21:19 | #150 |
| Marquez |
»Netter Trick«, murmelte Marquez beiläufig, während sie weiter um die Drohne herumtänzelten.
»Aber das bringt uns kein Stück weiter...«
Indes zuckte die Drohne noch einmal bedrohlich hin und her und machte sich zu einem weiteren Ansturm bereit. Marquez, der gerade nichts böses ahnte, sondern nur über harmlose Dinge wie durch Äste verlängerte Schwerter für gefahrlose Distanzangriffe grübelte, wurde natürlich sofort als Ziel ins Auge gefasst (vielleicht lag es ja an seinem süßen Blut...) und fand sich kurz darauf tief in der Bredouille wieder.
Der erste Giftstrahl der Drohne verfehlte ihn nur knapp, der zweite aber traf ihn genau am linken Unterarm, was er durch nichts weiteres als einen Aufschrei kommentierte.
»Du Arschloch!«, brüllte er dem Vieh entgegen und holte sogleich zu einem mächtigen Hieb aus, der sein armes Opfer der Länge nach durchteilte und den Giftbeutel sauber vom Rest des Körpers trennte.
Das Tier fiel zu Boden und zuckte dort noch ein Weilchen in seinen letzten Zügen herum, Marquez hingegen steckte sein Schwert ein, setzte sich auf den Weg und blickte wie ein bockiges kleines Kind, das Aua hatte, ins Leere.
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| 27.11.2003 23:58 | #151 |
| RhS_Artifex |
Rastlos streifte der Suchende durch den Sumpf, mittlerweise war auch schon die neue, an sich recht ansehnliche Robe, vom Sumpfe verdreckt worden. Alle Tiere, denen er begegnete mussten daran glauben, seis, ob sie etwa feindliche Absichten gegen ihn hegten, oder ob sie zu irgendeinem Zwecke der Wiederverwertung durch die Menschen genutzt werden konnten. Aber der Streifzug durch den Sumpf fing an ihn allmählich zu langweilen, denn er wollte eine echte Herausforderung, und die boten ihm die Viecher, die den Sumpf immer noch zahlreich bevölkerten nicht.
- Uaaaah, sooo langweilig ...
- Na na na, wer wird denn da ungeduldig ? Hähähähhähähähähähä- Wenigstens bietest du noch ein wenig Abwechslung von diesem eintönigen Allerlei, das diese Morastgrube ausmacht...
- Aber sicher doch, ich bin doch IMMER eine Abwechslung ! Hähähähähähhähähähhä
Mittlerweise war die Stimme in seinen Gedanken schon zu einem guten Freund geworden, der ihm hie und da wohl einen wohlmeinenden Ratschlag erteilte und sonst auch eine willkommene Reisebegleitung war. Träge stapfte er voran, der Morast geb nicht viel interessantes preis und sonst zeigte sich auch keine grossartige Veränderung in dem Morast, doch der Suchende konnte nicht mehr umhin sich zu fragen, ob er nicht schon die ganze Zeit im Kreise lief... Bis er dann plötzlich bei einer Lichtung eine Holzpalisade erblickte.
- Eine Menschensiedlung ...
Düstere Gedanken hegend bewegte sich der Suchende auf die kleine Siedlung zu, was auch immer sich dort befand, würde nicht mehr lange leben...
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| 28.11.2003 00:13 | #152 |
| Endivion |
Früh am Morgen, hatte sich Endivion aus dem Bett erhoben und mit einem leichten Tritt in die Seite weckte er auch sein Kumpel Atlas auf. Total verstört sprang dieser auf und sah gehetzt in der Gegend rum. Es dauerte einige Sekunde, bis er bemerkte dass er sich in Ismael Nebenstube aufhielt und er nicht von irgendwelchen wilden Tier gefressen wurde. Breit grinsend sass Endivion auf seinem Bett und beobachtete seinen Mitschüler gespannt. Leicht beleidigt zog sich dieser seine Sachen an und stampfte aus dem Zimmer, amüsierte pfeifend folgte ihm Endivion leise, es war noch wirklich sehr früh und sie wollten ihren Lehrmeister nicht aufwecken.
Vorsichtig tapsten sie an der Wasserpfeife, Keksen und Teetaschen vorbei und schoben die im Weg stehenden Sessel behutsam zur Seite. Dann verließen sie die Höhle und endlich tauchte die Sonne Endivions Gesicht in ihre angenehm wärmende Strahlen. Die Wohnhöhle befand sich zwar, genauso wie das Sumpflager, unter einer dichten Baumkrone, aber genau über der Höhle befand sich eine kleine Lichtung, die Platz für einen schmalen Lichtkegel ließ. Inzwischen störte Endivion der strenge Geruch des Sumpfes nicht mehr, seitdem er begonnen hatte hier Sumpfkraut zu rauchen hatte sich so manches verändert! Noch einmal schloss er seine Augen und fing den kostbaren Moment ein, bevor er sich zu Atlas begab, der schon ungeduldig wartete.
"So als allererstes steht der Marathon an der Tagesordnung. Die Route führt uns genau einmal um den Sumpf herum. Dies werden wir so oft wie nur irgend möglich wiederholen, bis wir es schaffen 6 Runden am Stück zu laufen."
Endivions Blick fiel auf Altas Handgelenke und musste lächeln als er bemerkte, dass auch sein Freund mit den Gewichten geschlafen hatte.
"Wie ich sehe trägst du die Gewichte auch immer und überall.""Ja so kann ich mich schneller daran gewöhnen! Aber lass uns nun anfangen, wenn wir so weiter quatschen, sind wir noch bis heute abend nicht fertig und will noch etwas mit dem Schwert trainieren."
Zustimmend nickte Endivion, zückte sein Schwert und lief voran. Er konnte noch immer ein paar Muskeln von gestern spüren, aber das Sumpfkraut hatte gute Arbeit geleistet. Ohne es hätte er wohl schon nach wenigen Minuten einen Krampf bekommen, nun spürte er nur eine leichte Mattheit, die später schon noch verschwinden würde. Er nahm es sich jetzt schon fest vor, sich später wieder einen zu besorgen, diese Stengel waren nicht sehr teuer und man konnte danach noch gut mit dem Schwert weiter trainieren.
Schon bald waren sie am Ende des Sumpfes angekommen und begannen mit ihrer ersten Runde um den Sumpf. Die beiden liefen inzwischen nebeneinander, aber um sich ihren Atem zu sparen redeten sie nicht miteinander sonst ... liefen einfach.
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| 28.11.2003 17:17 | #153 |
| Atlas |
Sie liefen und liefen. An den grünen Bäumen vorbei, auf ebenso grünen Wiesen, die oft in grünen Sumpf übergingen. Nach einer, wie Atlas fand, ziemlichen Weile hatten sie ihre erste Runde hinter sich gebracht. Er war ausser Puste und keuchte wie ein Pferd, während Endivion leichtfüssig neben ihm herlief. Die Trainingstage machten sich hier klar bemerkbar. Doch Atlas wollte nicht aufgeben. Seine Lungen arbeiteten auf Hochtouren, und die Füsse bettelten um eine Pause.
"Verdammte Schuhe" fluchte er leise vor sich hin. Langsam aber stetig wuchsen Blasen aus den Fersen und er begann zu röcheln.
Nach etwa zwei einhalb Runden gab er es schliesslich auf. Der ganze Körper war von Schweiss überströmt und er trank mit 2 Schlücken gleich eine ganze Flasche. Endivion rannte weiter, und Atlas fühlte seinen Ehrgeiz angestachelt. Das musste doch zu schaffen sein. Mit diesem Gedanken schleppte er sich über den schlammigen Untergrund. Endivion überrundete ihn schon nach dem er erst etwas mehr als eine halbe Runde geschafft hatte, zu Atlas Freude aber auch mit leicht gequälter Mine. Beim Anfang der dritten Runde musste er passen. Sein Körper revoltierte und er setzte sich ohne Rücksicht auf die Kleider in den Schlamm, völlig verausgabt und nach Luft röchelnd, die Schuhe aus den unangenehmen Schuhen ziehend. Die weiche braune Sauce war schlicht eine Wohltat. Endivion machte 5 Runden, und sah am Ende ähnlich aus wie er selbst, obwohl er wohl noch ein paar Meter gekommen wäre.
Nach einem reichhaltigen Mittagessen gingen sie zum eigentlichen Schwertkampf über. Da Ismael nicht da war versuchten sie einen Kampf gegeneinander. In Zeitlupe schlugen sie und parierten, während sie um einander herumtänzelten. Endivion konnte eindeutig schon flüssiger kämpfen, Atlas hatte immernoch Probleme mit der ungewöhnlichen Kampfposition und musste des öfteren zurechtgewiesen werden, obwohl Fortschritte deutlich zu erkennen waren.
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| 28.11.2003 18:14 | #154 |
| Endivion |
Langsam aber doch kraftvoll stießen ihre Klingen aufeinander und prallten durch die Wucht wieder voneinander ab. Mal zielte Endivion, bewusst langsam, auf Atlas Bein, mal deutete Atlas einen Schlag in Endivions Seite an, aber nie zu schnell und erst recht nicht mit der Absicht den anderen wirklich zu verletzen. Allmählich waren die beiden gut aufeinander abgestimmt und ihre Schläge wurden immer flüssiger und kraftvoller.
"Das klappt doch schon ganz gut, Atlas. Lass uns etwas schneller zuschlagen, immer abwechselnd. Aber nicht zu schnell und lass mich bitte am Leben!" bemerkte Endivion mit einem Zwinkern
"Nagut, aber pass auf, ich hatte nicht vor mein Training nur mit einer Hand oder einem Bein zu beenden" konterte Atlas frech.
Sie legten eine kurze Verschnaufpause ein und stellten sich wieder gegenüber. Endivion deutete an den ersten Angriff auszuführen und Atlas ging in Verteidigungsstellung. Während Endivion mehr Gewicht auf sein vorderes Bein verlagerte und das Schwert auf seiner rechten Seite hielt, lehnte sich Atlas etwas zurück und hielt das Schwert gerade vor sich. Immerhin musste er bereit sein auf jeden Schlag, von welcher Seite er auch kommen möge, mit einem Block zu antworten. Wie vor einem Sturm herrschte nun vollkommene Ruhe und beide studierten die Körpersprache des Gegenübers genau, um dessen Reaktionen etwas vorauszusehen. Nur der Wind zeugte von seiner Anwesenheit, der ein paar Blätter durch die Luft wehte und die Körper und Haare der beiden Schwertkämpfer umspielte. Langsam wiegte Endivion schulterlanges Haar im Rhythmus des Herbstwindes und wartete auf den richtigen Augenblick.
Schliesslich fühlte er sich bereit und ging ein Stückchen in die Hocke um Schwung zu sammeln. Mit einem Sprung stürmte er los und holte mit seinem Schwert weit nach rechts aus. Atlas bemerkte diese Bewegung und empfing den starken Hieb von Endivionsschwert mit seinem gekreuztem Schwert und drückte dessen Klinge von sich weg. Beide Körper bebten bei diesem Hieb und nachdem Endivions Schwert abgeprallt war, machte er selber einen Schritt nach vorne und zielte mit einem kurzen schnellen Schwung auf Endivions ungeschützte linke Seite. Aus seinem Augenwinkel bemerkte Endivion diesen Angriff und mit einer Rolle nach rechtsvorne entkam er dem Schwung. Der Sumpfschlamm spritzte dabei auf und tauchte seine Kleidung in ein tiefes dunkles Braun. Noch war er nicht geübt solche Manöver auszuführen, deshalb kullerte er plump über den matschigen Sumpfboden und richtete sich notgedrungen wieder auf. Auf Knien sah er wie Atlas, dessen Schwung nicht durch Endivions Schwert aufgehalten wurde, etwas nach vorne torkelte und Endivion so die Zeit gab sich wieder aufzurichten und selber zum Gegenangriff überzugehen...
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| 28.11.2003 20:58 | #155 |
| Rovan |
Plötzlich versührte Rovan ein zuckendes Gefühl, welches als seine Glieder betäubte. Augenblicklich blieb er stehen. Schweißperlen zeichneten sich auf seiner Stirn ab, und nur langsam vermochte er, sich zu Marquez umzudrehen. "Lauf..." murmelte der Gildenlose leise, woraufhin Marquez Blick ihn wütend machte, da der Wegelagerer ihn eher lächerlich ansah. "LAUF, VERDAMMT!!!!" entfuhr es dem Mund des Einzelgängers, dann begann er selbst zu laufen. Ein schwarzer schatten zeichnete sich auf dem Hintergrund ab, trat dann hervor und entpuppte sich als Schattenläufer. Mehrere folgten. Ohne zurückzublicken lief Rovan den Weg zurück, in der Hoffnung den Kreaturen entkommen zu können.
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| 28.11.2003 21:02 | #156 |
| (pisi)Härda |
Ismaels dreimal drang von einem Baum unweit der beiden zu ihnen ein langsamer Klatschlaut wie gezwinkerter Spott zu ihnen herüber.
"Sehr gut... Körpereinsatz ist vorraussetztung für guten Schwertkampf. Allerdings ist es nicht Ziel im Dreck zu landen, sondern den Gegner mit schweren Hieben ins Leere laufen zu lassen.
Geht er euch einmal in die Falle, ist er tot. Wenn ihr an den Grndschlägen noch etwas feilt, könnt ihr in zwei Tagen so weit sein, die Prüfung zu machen. Endivion! Du musst dich bei den schnellen Schlägen nicht von Blocks aus dem Konzept bringen lassen und etwas besser dosieren, wann du einen starken Hieb mit Vollkörperaktion einsetzt. Atlas! Die Hand um das Schwert mehr schließen. Ein einfaches winden reicht aus, um dir das Schwert zu entwenden, du musst auch im Handgelenk flexibler werden. Ausserdem müsst ihr beide noch scher an eurem Gleichgewicht feilen..." Ismael drehte sich um und ging ein Stück, dann drehte er sich nocheinmal halb um.
"Ach, heute ist Schluss, ich habe Tee gemacht..."
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| 28.11.2003 22:33 | #157 |
| Marquez |
»Verdammt, was ist den jetzt kaputt?«, brüllte Marquez seinem fliehenden Gefährten hinterher. Wie von der Blutfliege gestochen war Rovan an ihm vorbeigestürzt und rannte nun den gleichen Weg, den sie gekommen waren, wieder hinauf.
Köpfschüttelnd wandte sich Marquez ab und erhob sich, während er noch einmal seine schmerzende Wunde betrachtete. Wirklich schäbig von Rovan, seinen verletzten Kameraden einfach so zurückzulassen...
Doch wo kam auf einmal dieses verdächtige Schnaufen her?
Marquez lauschte misstrauisch und musterte dann zögerlich die Umgebung.»Mal sehen...«, murmelte er. »Bäume, Sträucher, jede Menge Schlick, herannahende Schattenläufertatzen, noch mehr Bäume... äh, halt mal...«
Er bekam plötzlich große Augen und ließ seinen Blick zurückgleiten. »Äh, Scheiße...«
Mit einem lauten Brummen sprang die erste der Bestien auf den schutzlosen kleinen Wegelagerer zu und schlug ihm exakt durch die Kuhle des Hohlkreuzes, das er instinktiv bildete, während er seine Sprinteinlage startete.Was in den nächsten zehn Sekunden passierte, ist leider nur bruchstückhaft überliefert... Fakt war nur, dass er bald wieder neben Rovan stand und um Atem ringend auf dem Boden kniete.
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| 28.11.2003 23:15 | #158 |
| Redsonja |
Ceyx war heute erstaunlicherweise wohl auf. Trotz seinem höchst interessanten Essen, dass er zu sich genommen hatte. Tuan und Blade waren noch etwas am besprechen, währen Redsonja sich, von ihrer Neugierde getrieben, überall umschaute. Sie war völlig in den Bann der Landschaft gezogen. Besonders des Nachts gefiel es ihr hier. Sie wäre zwar lieber etwas länger bei den Ruinen geblieben, doch ihr Entdeckergeist trieb sie weiter. Genauso schienen die anderen gespannt zu sein, was sie noch finden würden.
Zu allen Seiten erhob sich das Tal, duch das die vier in schnellem Tempo marschierten. Kakteen säumten den Weg und Redsonja war beinahe überwältigt von all den Eindrücken, die auf sie eindrangen. Es war einfach... sie fand keine Worte. Die Landschaft war karg und doch sie hatte irgendetwas bezauberndes. Wenn da nicht schon wieder so ein verräterisches Geräusch gewesen wäre.
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| 28.11.2003 23:38 | #159 |
| Tuan |
Dieses unentdeckte - falsch, korrigierte sich Tuan, mittlerweile ja entdeckte - Gebiet war wirklich erstaunlich und faszinierend. Zuerst der Weg durch diese Schlucht. Dann die Ruinen, anscheinend Überreste einer alten Stadt oder so. Sie waren ein bisschen darin herumgesträunt, hatten aber nach einigen Kämpfen mit Fangheuschrecken genug und gingen weiter. Sie hatten sich Richtung Westen gewandt. Ihr Weg führte sie ein kleines Tal, fast schon wieder eine Schlucht entlang. Und dann befanden sie sich plötzlich hier, an einem Ort, der einer Wüste gleich kam. Bei Tage - und natürlich im Sommer - musste es hier ziemlich heiss sein. Aber jetzt war es ziemlich frisch, ein kühler Wind pfiff durch den Canyon. Und dieser Wind trug alle möglichen Geräusche mit sich. Allerdings interessierte sich die kleine Gruppe momentan nur für eines all dieser Geräusche. Denn nur eines passte nicht in die natürliche Geräuschkulisse eines solchen Orte. Oder halt, vielleicht passte es ja sogar perfekt dazu, jedoch wirkte es nicht im Geringsten beruhigend. Tuan griff nach seinem Schwert, aus alter Gewohnheit und weil er jetzt, bei diesem Licht, oder besser gesagt, bei dieser Dunkelheit, mit seiner Armbrust sowieso nichts getroffen hätte. Doch dann dachte er wieder daran, weshalb sie überhaupt hier waren. Sie wollten ja ihre Fähigkeiten mit den zweihändig geführten Waffen in der Praxis testen. Dazu hatten sie mittlerweile zwar schon einige Male Gelegenheit, aber schaden würde es nicht. Also liess der Söldner Shilasir in ihrer Scheide stecken und packte dafür Snaga fest mit beiden Händen. Auch die andern spitzten ihre Ohren und hielten sich bereit. Was war es, das sich da in der Dunkelheit herumtrieb? Im Licht der Sterne war die nähere Umgebung einigermassen zu erkennen und vier Augenpaare durchbohrten die Dunkelheit geradezu. War es nur ein harmloses Tier, ein Scavenger vielleicht? Oder etwas schlimmeres? Vielleicht sogar Menschen, Banditen. Oder Orks?
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| 28.11.2003 23:58 | #160 |
| Redsonja |
Sogleich hatten die vier ihre Rücken gegeneinander gewendet und bildeten so einen Kleinen Kreis. Sie wussten noch nicht, doch bestimmt bald wessen Gesellschaft sie hier teilten. Redsonja hatte Shadwosong gezogen und da gings plötzlich los. Die Tiere waren verdammt schnell. Die Banditin konnte nicht mal erkennen was es für Wesen waren, so plötzlich vielen sie über die Gruppe her. "Drachensnapper!" Sprach da Blade ganz ruhig aus und widmete sich dann einem der Tiere.
Redsonja hob ihr Schwert augenblicklich und stiess zu, doch diese Viecher besassen gute Reflexe und es wich ihr geschickt aus und holte zum Gegenschlag aus. Eigentlich war es eher ein Gegenbiss zu nennen und Redsonja hatte alle Mühe die Wucht, die davon ausging, abzufangen. Sie taumelte leicht zurück, spührte jedoch einen Rücken, der sie stoppte. Der Drachensnapper nutzte jedoch das kurze taumeln der Banditin und wollte wieder zubeissen, doch da war zum Glück Tuans Axt, die ihm den Weg versperrte.
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| 29.11.2003 11:57 | #161 |
| X_Blade_X |
Blade hatte es gleich mit zweien der Drachensnapper aufgenommen, obwohl er mit seinem massigen Körper eher Mühe hatte den schnellen und gewandten Kreaturen auszuweichen, so teilte er doch am härtesten von allen hier anwesenden Aus und nicht umsonst hatte er eine Veteranenrüstung die ihn vor solchen Kreaturen schützte.
Und so kam es auch bald, dass er während er dem ersten auswich, sich der Zweite an der mit Erz verstärkten Beinplatte die Zähne ausbiss, ohne zu Zögern liess Blade aus seiner letzen Bewegung seine Titanenfaust auf das erstaunte Tier nieder schmettern, der Wucht und Stabilität der Erzwaffe hatte die Kreatur Beliars nichts entgegenzusetzen und da Blade gerade so in Stimmung gekommen war, hob er die Axt gleich wieder und erwischte im drehen, den zweiten Drachensnapper dem er vorher ausgewichen war und sich wieder auf ihn stürzen wollte. Er spürte nun zwar wie kräftig ein Drachensnapperkiefer war, doch liess ihn den Schmerz im Oberschenkel kalt.
Inzwischen stand noch ein Drachensnapper, dem wohl alle aus der Bahn ausgwichen waren und sich etwas dumm vorkommen musste inmitten der vier. Blade steckte die Titanenfaust weg und zog stattdessen seinen Schlachter, er wollte auch mit der Einhandwaffe in Form bleiben und ausserdem, war der Drachensnapper so ganz alleine den vieren ausgeliefert und konnte kaum mehr schaden anrichten.Er winkte seinen drei Begleitern, sie sollen ihn erledigen, schliesslich waren sie die Schüler und er der Meister.
Gemütlich schaute Blade zu wie der letze Drachensapper seines Rudels getötet wurde. Dann meinte Blade "Schön schön, ich hoffe ihr habt nichts abbekommen! Wir sollten allerdings etwas aufräumen, sonst bekommen diejenigen, die nach uns hier herkommen, einen Schock!" sie lachten alle und Tuan und Ceyx machten sich wieder daran, den toten Kreaturen alles möglich abzuschneiden, Blade und Sonja, entsorgten währenddessen, die schon ausgeschlachteten Kadaver.
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| 29.11.2003 16:58 | #162 |
| Rovan |
"Wir sollten hier verschwinden.." murmelte Rovan, "Dieser Ort bietet zu viele Gefahren.". Anscheinend schien Marquez ein erstes Mal Rovans Meinung zu sein, denn er nickte zustimmend. Rasch überprüften sie den Stand ihrer Vorräte und jeder trank einen Schluck Wasser. Dann ging es weiter. Sie waren bis tief in den Dschungel geflüchtet, doch in der Nähe konnte Rovan bereits die Umrisse der Ruinen erkennen. "Hier lang!" rief er Marquez zu, welcher im daraufhin widerwillig folgte. Schon bald hatten sie die Ruinen erreicht. Doch mit Marquez schien etwas nicht zu stimmen. Seine Atemzüge wurden von mal zu malkürzer, und Schweißperlen zeichneten sich auf seiner Stirn ab. "Bist du verwundet?" fragte Rovan dann, und als Marquez sich umdrehte erübrigte sich diese Frage. Die Pranken eines Schattnläufers hatten seinen kompletten Rücken gestreift, sie waren nicht tief, doch es sammelte sich Schmutz darin und die Gefahr einer Entzündung war recht groß. "Verdammt...Das müssen wir auswaschen. Folge mir!" sprach Rovan dann. Doch Marquez tat keinen Schritt weiter. "Meine Füße tun weh." sprach der erschöpfte Lee, woraufhin Rovan seufzend stehen blieb. "Komm, steig auf." murmelte er dann, wobei er keinen rechten Gefallen an seinen Worten finden konnte. "Was??" stieß Marquez verdutzt aus. "Nun mach schon!" fuhr ihn der Einzelgänger leicht erzürnt an, worauhfin der Lee seinem Befehl folgte. und Rovan begann zu laufen, ohne zu wissen, wohin ihn seine Füße trugen.
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| 29.11.2003 17:46 | #163 |
| Marquez |
Während Rovan mit ihm davonlief, schloss Marquez resigniert die Augen und vesank eine Weile in Selbstmitleid. Was war das nur wieder für ein Mist?Sein linker Unterarm war dank der freundlichen Sumpfgasdrohne mit brennenden Pusteln übersät und auf seinem Rücken prangten drei blutende Schnittwunden durch Schattenläufereinwirkung.
Aber das war nicht das eigentlich Schlimme daran - seine Verletzungen würden schließlich verheilen. Nein, das eigentlich Schlimme war, das seine schöne Lederrüstung, die ihm Carras vor dem Überfall auf die Stadt gemacht hatte, nun beschädigt war - ein Sakrileg!
»Na wartet!«, murmelte Marquez kraftlos, an die nunmehr weit entfernten Schattenläufer gerichtet. »Ich werde zurückkommen! Ich werde zurückkommen und jeden einzelnen von euch eigenhändig erwürgen und ausweiden! Und dann benutze ich eure Felle als Klopapier und eure Zähne als Türstopper! Jaha!«Doch plötzlich hielt Rovan an und setzte den Wegelagerer ab, woraufhin sich dieser auf den nächsten Stein setze, um sich umzusehen. Sie waren jetzt in einem steilwandigen Talkessel samt malerischem Wasserfall, der sich gegenüber des vom eigentlichen Trampelpfad hinunterführenden Weges ergoss und einen idyllischen kleinen See bildete, der den Großteil des Bodens bedeckte.
Wenn das mal nicht gerade richtig war, um ein entspannendes Bad zu nehmen!Sofort hatte Marquez das Oberteil seiner Rüstung auch schon ausgezogen und tastete seinen Rücken ab. So übel wie erwartet hatte es ihn doch nicht getroffen, aber baden wollte er allemal. So warf er Rovan einen eindeutigen Blick zu, dass er sich doch bitte umdrehen möge, was der Einzelgänger auch unter deutlich hörbarem Grummeln und verständnislosem Blick tat.
Doch bevor der Wegelagerer nun so, wie Innos ihn schuf, in die Fluten sprang, sah er noch einmal kurz und verlegen zu seinem Gefährten zurück und warf ihm ein flüchtiges, aber ehrlich gemeintes »Äh, danke übrigens!« zu.
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| 30.11.2003 01:23 | #164 |
| Atlas |
Ismaels Tee war ein Gedicht. Schon vor der Höhle waren die Kräuter und der Hauch von Lavendel zu riechen, drinnen konnten sie sich an ihm stärken. Ihre srschöpften Beine wollten am liebsten nie mehr ihr Gewicht stützen. Das Trainieren hätte etwas tolles sein können, wenn man sich nicht so anstrengen müsste, das man die Muskeln einzeln zählen konnte. Diese Gewichte waren einfach nur lästig, aber sie mussten sie auf Anweisung weitertragen, damit sie später auch imstande sein würden die schweren Äxte zu tragen. Begeistert war aber niemand von der Idee.
Während sich die Tassen langsam leerten hingen alle ihren Gedanken nach. Draussen löste die Nacht langsam aber sicher den Tag ab und die drei nahmen ihr stärkendes Abendessen ein, auf das wiederum die Wasserpfeifenzeit folgte. "So etwas werd ich mir später dann auch mal anschaffen." sprach er leise bei sich, um ihn herum ein wohliges Gefühl des Friedens und der Geborgenheit. Wenig Zeit später schliefen sie auf ihren leidig bequemen Matrazen ein.
Der neue Tag wurde bereits von den Vögeln begrüsst, da lugten Atlas Augen verschlafen unter der Decke hervor. Am liebsten hätte er sich einfach umgedreht, doch er musste aufstehen und trainieren. Ismael hatte ihnen erzält, morgen sei die Prüfung und er hatte noch eine Menge zu tun. Endivion musste wachgerüttelt werden. Er war in einem tiefen Schlaf gewesen und starrte ihn ersteinmal ziemlich verdattert an.
"Wie? Was? Lass mir meinen Schlaf." sagts und verschwand unter der Decke."Morgen haben wir unsere Prüfung. Wir müssen noch viel üben." antwortete er, gleichzeitig den Kopf wieder zu Tage fördernd.
"Will nicht."
"Du musst." und er zog Endivion die Decke weg. Langsam kam dieser in die Gänge."Ja, ja, ganz langsam. Nur keine Hektik." murmelte er zurück.Nach 5 Minuten waren beide bereit sich am Frühstück zu laben und schliesslich zum rennen die Höhle verlassen.
Ein paar wenige Sonnenstrahlen fielen durch das Blätterdach auf den Höhleneingang und Atlas blinzelte, bis die Augen sich an das helle Licht gewöhnt hatten. Die beiden Schürfer waren bereit für einen neuen Tag.
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| 30.11.2003 18:08 | #165 |
| Tuan |
"Na, was meint ihr? Sollen wir oder sollen wir nicht?" Tuan blickte einen nach dem andern seine Kameraden an, dann drückte er sich wiederum an die Felswand und lehnte sich nach vorne. In einiger Entfernung hielten sich drei, vier Menschen auf, Männer, wie es aussah. Sie arbeiteten an einer Palisade, wovon einer anscheinend Wache hielt. Nach dem kurzen Blick wandte sich der Söldner wieder seinen Gefährten zu. "Also?"
Die vier Jäger hielten sich versteckt hinter einem vorstehenden Felsen, umgeben von einigen Palmen und Sträuchern. So ganz nebenbei fragte sich Tuan, wie in aller Welts Namen es diesen Palmen hier überhaupt gelang, jetzt hier zu sein. Immerhin war es eiskalt, der Winter stand vor der Tür. Aber in diesem neuen Gebiet schien ja sowieso einiges anderen Naturgesetzen zu folgen, als sie es gewohnt waren. Jedenfalls hatten sie, als sie nach der Nacht im Canyon wieder den Weg zurückgegangen waren, zu ihrer Rechten diese im Entstehen begriffene Palisade entdeckt. Nun hatten sie das ganze eine Weile beobachtet. Die frage lautete: Sollten sie sich offen den Männern nähern? Oder lieber vorsichtig anschleichen? Oder das ganze einfach rechts liegen lassen und den Weg zurückgehen, den sie gekommen waren? Tuan interessierte es, was sich hinter dieser Palisade verbarg. Es sah aus, als wollten diese Männer sich gegen irgendetwas oder irgendwen verteidigen. Vielleicht brauchten sie ja noch ein bisschen tatkräftige Unterstützung? Oder sie würden die vier Gefährten kurzerhand attackieren und ins Jenseits befördern wollen. Aber das würden sie bereuen, dachte sich der Söldner grimmig. Er fuhr mit seiner Hand über den Griff von Shilasir. Gingen sie nun oder gingen sie nicht?
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| 30.11.2003 21:53 | #166 |
| Ceyx |
Ceyx lehnte sich vor, warf noch einen Blick auf die Pallisade, und versuchte zu erkennen, wieviele es waren, wie er es heute schon dutzende Male getan hatte, nur um festzustellen, dass die Zahl der Männer sich nicht wesentlich geändert hatte. Mit einem leisen Seufzen lehnte er sich wieder an den Felsen hinter sich, und sah die anderen erwartungsvoll an.
Die anderen taten es ihm gleich.
"So kommen wir nicht vom Fleck."
Die anderen stimmten ihm zu. Wenigstens darin waren sie sich einig."Und was sollen wir tun?"
Allgemeines Schulterzucken.
Blade ergriff das Wort. "Wir gehen auf sie zu, und wenn sie uns blöd kommen, haben wir genug Überzeugungskraft"
"Wir haben aber keine Ahnung, was hinter der Pallisade ist." warf Tuan ein. Nicken.
"Wir können auch umkehren..." Ceyx wurde mit bösen Blicken bedacht. "War ja nur n Witz, keine Angst."
"Wie wärs, wenn wir uns anschleichen," meinte Redsonja, "um zu sehen, was hinter der Pallisade ist?"
Nach einem Moment des Schweigens allgemeines Nicken.
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| 01.12.2003 16:55 | #167 |
| RhS_Artifex |
Der Tag begann nun zu dämmern, und die Sonne tauchte die Wolken, die sie vor der Erde verbargen in einen rötlichen Schimmer. Die Tierwelt, oder das was von ihr noch übrig war erwachte mit der zunehmenden Nacht auch immer mehr zusehends an Leben, sowie auch ein seltsamer Schemen. Dieser Schemen hatte humanoide Formen und war in einer schwarzen Robe gekleidet eine fast nicht sichtbare Scheide, Doppelscheide um genau zu sein zierte dessen Rücken, wo man das dumpfe Leuchten von zwei schwarzen Schwertgriffen erblickte.
Der Schemen bewegte sich sachte und erzeugte dabei keinen Laut. Man mochte meinen, dass es gar kein Mensch war denn er emittierte eine seltsame Aura die einem wohl nicht geheuer war und die seltsam rötlich schimmernden Augen trugen ihr Übriges zu dem Unüblichen Aussehen des Schemens bei.
Wer in den letzten zwei Tagen wachsam war, der wusste, dass der Schemen ein kleineres Menschencamp nicht weit von sich schon seit zwei Tagen ausspionierte und beobachtete. Die Menschen, die sich dort befanden, war eine kleinere Gruppe von Jägern die von ein oder zwei Banditen begleitet wurde. Alles in allem machten sie eine 7 Mann starke Truppe aus, doch ihr Verhalten deutete darauf hin, dass sie wussten, wie man sich im Wald zu bewegen hatte und sie stellten jede Nacht einen Wachposten auf, der nach einer Halben Nacht von einem anderen abgelöst wurde. Dennoch sah es so aus, als ob sie nichts fürchteten und auch nichts von ihrem drohenden Unheil wahrnahmen. Der Lärm, den sie verursachten sprach auch Bände, denn so konnte der Suchende feststellen, dass sie wirklich nicht um ihre Sicherheit Sorgen machten...
- Dann wollen wir das doch mal ändern !
- Jau, gut so ! Mach hin töte diese Bastarde ! Hähähähähhähähähähä
Der obligatorische Kommentar der Stimme in seinem Kopf erheiterte ihn von mal zu mal immer mehr und er grinste schon fies, während er sich nun auf diese Bande von Würmern zubewegte. Lautlos näherte er sich dem Lager. Bisher hatte keiner der Menschen ihn bemerkt und er sah, dass drei von ihnen bereits schliefen, was die Sache um ein gehöriges Stück einfacher machte, einer derjenigen die wach war auch schon sichtlich betrunken und zwei weitere waren mit etwas anderem beschäftigt, während der Verbleibende Wache hielt. Unglücklicherweise sass er auch ein wenig entfernt von der kleinen Runde, so dass das Feuer nicht bis zu ihm reichte. Leise schob sich der Suchende dann voran, bis er dann praktisch den Atem der Wache hören konnte, bevor er seinen Dolch mit einer sorsam bedachten Bewegung aus der Scheide zog. Schnell verbarg er den Dolch in seiner Hand um die Lichtreflexionen zu meiden und schob sich noch ein Stückchen vor bis er die Wache dann von hinten packte, eine Hand über ihren Mund legte und ihn zuhielt, während die andere mit dem Dolch den Rest besorgte.
Nicht mal ein röcheln entwich der Wache, als er sie dann losliess, zu Boden gleiten liess und sich dann zurückzog. Er wollte mit den Menschen ein wenig spielen ...
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| 01.12.2003 21:42 | #168 |
| Tuan |
Tuan lugte vorsichtig zwischen den zwei Holzspitzen hindurch. Er liess seinen Blick schnell schweifen und erfasste alles, was sich hinter der Palisade erhob, in einem groben Umriss. Dann liess er sich wieder leise zu Boden gleiten. Auf dem Rückweg rekapitulierte der Söldner, was er aufgenommen hatte, damit er seine Gefährten auch richtig informieren konnte.
Nachdem sie sich endlich geeinigt hatten, was sie taten, war Tuan nach einem weiteren kleinen Disput losgeschlichen. Er war wohl derjenige in der Truppe, der sich am lautlosesten fortbewegen konnte. Und zudem würde einer alleine weniger schnell entdeckt werden. Falls er trotzdem aufgeflogen wäre, hätten ihm die andern Rückendeckung geben können. Aber er hatte es ja ungesehen bis zur Palisade geschafft. Und auch den Rückweg überstand Tuan ohne entdeckt zu werden. Seine drei Begleiter erwarteten ihn gespannt.
"Und, was gibts da hinten?" Tuan atmete kurz ein, dann erzählte er: "Also, ich hab nur ganz kurz rübergeschaut, damit ich nicht entdeckt werde. Als erstes fällt das Meer auf. Hinter der Palisade führt ein kurzer Weg auf einen Strand und dann kommt gleich das Meer. Naja, dann gibts da noch ein paar Hütten. Und Boote. Es könnte sich um eine Fischersiedlung handeln, ich tippe allerdings eher auf Schmuggler. Oder vielleicht auch Piraten, das solls ja hier auch geben. Aber alles in allem sah es relativ friedlich aus."
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| 01.12.2003 22:00 | #169 |
| Ceyx |
Die vier sahen einander wieder einen Moment lang schweigend an, die ungestellte Frage zwischen ihnen. Und je länger sie überlegten, desto klarer wurde, dass sie gar keine Auswahl an Möglichkeiten hatten. Anschleichen, zu viert, machte keinen Sinn. Sie würden so oder so entdeckt werden, entweder wenn einer von ihnen patzte (Ceyx kannte mal jemanden names Murphy, der meinte, dass in solchen Momenten immer einer patzte, oder sonst was schiefging), oder spätestens wenn sie mitten in der kleinen Siedlung standen. Ceyx hatte für einen Moment lang die aberwitzige Vorstellung, wie sie durch den Staub robbten, und mit einem Male bauchlings zwischen ein paar Piraten lagen, die gerade ihr Abendbrot verzerrten. Ceyx verscheuchte den Gedanken, als er das Gefühl hatte, dümmlich in die Gegend zu grinsen. Also, die Möglichkeit zu schleichen, war eine Möglichkeit, die ausführungsmässig an die Unmöglichkeit grenzte, demnach ziemlich sinnlos, als Möglichkeit die zur Glückseligkeit...Ceyx schüttelte den Kopf. Was dachte er da? Naja, auf jeden Fall gab es ja noch die Möglichkeit, einfach umzudrehen, und nach Hause zu gehen. Warf man einen Blick in die Runde, dann sah man, dass diese Möglichkeit für alle vier an die Lächerlichkeit grenzte. Also, im Endeffekt blieb nur eines. Loslaufen. Hosen gerade ziehen, Schwert cool an der Seite hängen lassen (oder aufm Rücken, oder halt Axt), nen Grashalm zwischen die Zähne klemmen, warten bis die Sonne die Welt in blutrotes Dämmerlicht wirft und dann lässig-locker auf die Palisade zulatschen.
Ceyx wollte gerade sein Maul aufmachen, und all seine Überlegungen den anderen mitteilen, als Blade meinte: "Wir gehen offen auf sie zu, ganz normal, und sehen, was passiert."
Ceyx hörte ein langes, hässliches Geräusch hinter seinen Ohren, und ihm war, als habe jemand laut ZONK! gerufen. Ihm blieb keine Zeit,zu überlegen, was für eine scheusliche Kreatur wohl ein Zonk war, denn die anderen hatten zugestimmt, und man ging los.
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| 02.12.2003 01:40 | #170 |
| Endivion |
So nun standen sie draußen, bemerkte Endivion noch etwas schläfrig. In der Hektik von gestern war er gar nicht dazu gekommen noch einen Sumpfkrautstengel zu rauchen und seine Beine fühlten sich etwas schlapp an. Auch seine Arme zogen unerbittlich an seinen Schultern, am liebsten wäre sein ganzer Körper einfach dem Gesetz der Schwerkraft gefolgt und hätte am matschigen Boden weiter geschlafen. Aber irgendwo hatte Atlas schon recht und mit zwei Ohrfeigen spornte er sich zu etwas mehr Engagement an. Er winkte Atlas herbei und wie üblich begannen sie mit ihren Frühmorgenmarathon.
Die beiden schossen los und allmählich weichte die Schläfrigkeit in Endivions Beinen der Milchsäure die sich in seinen Oberschenkeln mehrte. Sie hatten gerade mal die dritte Runde hinter sich als seine Schenkel zu brennen begannen, das kommt davon wenn man seine Ration Sumpfkraut nicht zu sich nimmt, dachte er sich vorwurfsvoll. Aber in Zuversicht an die Prüfung lief er weiter und ignorierte das Stechen in seinen Beinen und sein lauten Atem. Immerhin ging es seinem Gefährten auch nicht viel besser, auch dieser schnaubte laut nachdem sie die vierte Runde vollendet hatten.
Sie sprintete weiter und allmählich bemerkten sie einen Novizen der amüsiert zu ihnen blickte und genüßlich an seinem Stengel Sumpfkraut zog. Dieser Anblick machte Endivion fast rasend, mit wütender Fratze rannte er noch schneller in die letzte Runde ein und verbrauchte nun seine letzten Kraftreserven. In seinem Bewußtsein waren nur noch seine zwei Beine und der Weg vor ihm verankert, eine Stimme in ihm erzählte ihm von seinem Schmerz und seiner Müdigkeit, aber diese Stimme war nun nur noch ein Flüstern. Er schoss an Bäumen und Matschgruben vorbei, bis er schliesslich den Startpunkt seines Laufes erreichte und dort laut schnaubend in die Knie fiel. Einige Sekunden verharrte er in dieser Position, schnaubte wie ein Walroß und starrte zum Boden. Sein Puls schlug so schnell, dass er ihn deutlich im Ohr hören und so mitzählen konnte.
Erschöpft rollte er sich auf den Rücken und sah zu Atlas, aber irgendwie konnte er diesen nicht hinter sich finden. Mit einem gemischten Gesichtsausdruck aus Erschöpfung und Erstaunens blickte er sich etwas um, aber Atlas war nicht zu finden. Er hatte ihn wohl irgendwo in der sechsten Runde abgehängt und mit zittrigen Beinen stolperte er zum Sumpfkrautnovizen und holte sich eine Tüte. Genüßlich entzündete er sie und setzte sich auf einen Baumstamm. Er blickte zur dichten Baumkrone hinauf und zog in Abständen an seinem Stengel, er spürte wie sich die Wirkung des Sumpfkrauts in seinem Körper breit machte, wie sich seine Muskel wieder entspannten und die Milchsäure wieder zurückging. In dieser angenehmen Pose wartete er nun auf Atlas, damit sie später wieder zu zweit ihre Schwerttechnik verbessern könnten. Endivion hatte es sich für heute vorgenommen seine Körperbewegungen zu verbessern, damit er einen angreifenden Feind mit schweren Hieben ins Leere laufen lassen könne...
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| 02.12.2003 18:56 | #171 |
| Atlas |
Atlas war wie gestern hinter Endivion her gerannt. Für heute hatte er sich einiges vorgenommen und war mit eisernem Willen den auch bis in die 6. Runde gekommen. Nun machte sich eine unangenehme Übelkeit in ihm breit, die rasch zum Brechreiz wurde. Er rannte weiter. Bald musste es vorbei sein. Das Ende war nah und doch in undendlicher Ferne. Endivion hatte sich mittlerweile ein gutes Stück von ihm abgesetzt. Da erblickte er wieder den bösartigen Baum, unter dem sein sonderbarer Traum stattgefunden hatte. Völlig ausser Atem rief er ihm zu:"Siehst du? Na? Ich hab keine Angst vor dir. Du kannst nichts tun."Zum Glück war nur ein Novize mit ziemlich durchgedrehten Augen anwesend, der genüsslich an einem guten Stengel Sumpfkraut zog. Atlas rannte hechelnd noch ein wenig näher an den Baum heran.
"Ha! Das hättest du nicht gedacht, das ich zurückkom. Ich hab keine Angst vor dir."
Die Wurzel, an der er gelegen hatte war nun greifbar nah. Unvorsichtig lief er über sie, da schien sich einer der knorrigen Enden zu heben und sein rechter Fuss verfing sich prompt im hinterhältigen Holz. Der Länge nach landete sein Körper im Schlamm. Sein Kopf verschwand für kurze Zeit ebenfalls im braunen Sumpf, doch kam er kurze Zeit prustend wieder zum Vorschein, ein wahnsinniges Glitzern in den Augen. Kurz nach einem herzhaften Spucken zwecks Schlammentfernung schrie er los.
"Na gut. Du hast es nicht anders gewollt."
Und wie ein wilder hackte er auf das gemeine Wurzelende ein. Immer und immerwieder. Schlussendlich war es dann ab und der Baum hatte wieder seine Tarnstellung eingenommen. Unschuldig wogten die Blätter im Wind und Schlamm fühlte den durch die Hackattacke entstandenen Hohlraum.
"Mich kannst du nicht verarschen. Micht nicht."
Mit diesen Worten verabschiedete sich der völlig mit Morast überzogene Schürfer. Wütend stapfend und nicht mehr rennend um sich zu beruhigen zog er von dannen, noch knapp den Lachanfall des zugedröhnten Novizen vernehmend. Endivion war wirklich nur 200 Meter entfernt und wartete rauchend auf ihn. Als Atlas näher kam macht er mit seiner Hand erst eine unmissverständliche Bewegung zum Schwert, liess es aber doch in der Scheide, und lachte statt dessen wild los."Was hast du den gemacht?" fragte er zwischen 2 Lachattacken."Einen kleinen ähh Unfall hat sich unterwegs ereignet. Da gibts ein paar ganz gemeine Wurzeln auf dem Weg." Mehr wollte er dazu nicht sagen."Na gut. Willst du erstmal neue Klamotten holen oder gehen wir gleich trainieren?"
"Das passt schon. Ich muss meine Wut irgendwie herauslassen.""Schade das kein Maler in der Nähe ist. Das wäre ein göttliches Bild, den du siehst wirklich wie eine Sumpfleiche aus." Atlas konnte über diese hämische Bemerkung nicht lachen.
Sie begaben sich zum Exerzierplatz, ihre Schwerter ziehend. "Ich würde sagen, wir üben erstmal alleine die Schläge und Paraden. Wenn du dich dann etwas beruhigt hast können wir gerne wieder zusammen kämpfen." schlug Endivion vor. Atlas war einverstanden und sie fokusierten ihre Aufmerksamkeit auf die Körperhaltung oder den Schwung.
Er versuchte sich ersteinmal an einer Serie langer harter diagonaler Schläge um Dampf abzulassen. Es klappte trotz oder gerade wegen seiner Wut erstaulich gut, so das er zu den kurzen, schnellen Schlägen überging. Immer wieder schlug er in kurzen Kombinationen nach einem imaginären Gegner um gleich danach wieder zurückzuweichen. Die ganze Zeit konzentrierte er sich ebenfalls darauf, die Hand regelrecht um das Schwert zu klammern, so wie Ismael gesagt hatte. Schliesslich fühlte er sich bereit, ein richtiges Ziel anzugreifen, ohne es gleich in Stücke reissen zu müssen. Sie gingen in Stellung.
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| 03.12.2003 23:53 | #172 |
| Endivion |
Sie standen sich beide nun hochkonzentriert entgegen, beide warteten sie auf den Zug des anderen, aber diesmal wartete Endivion. Er machte keine Anstalten den ersten Angriff auszuführen und so nahm Atlas sein Schwert mit einem Seufzen fester in seine Hände und stürmte mit viel Schwung nach vorne.
Er führte einen harten aber schnellen Hieb von oben aus den Endivion mit seinem quer haltenden Schwert empfing. Um den Zusammenstoß abzufedern ging er etwas in die Hocke, schnellte sogleich wieder nach vorne und drückte so das Schwert seines Freundes nach oben weg. Dann begann er selber eine Reihe von Angriffen, die aus schnellen Schwüngen von der Seite bestanden. Altas konnte sein Schwert im letzten Moment wieder nach unten reissen und die Angriffe von sich weisen, aber mit jedem Hieb musste er etwas zurückweichen. Immer weiter trieb Endivion Atlas durch den Sumpf, bis dieser mit einem geschickten Dreher einen der Schläge ausweichen konnte und mit einem starken diagonalen Schwung antworten konnte.
Stahl prallte aufeinander, die Erschütterung pflanzte sich bis in ihre Köpfe fort, aber da Atlas Endivion etwas aus der Seite angriff, verlor dieser seinen Halt und torkelte nach hinten. Mit einem wackligen Hieb konnte er gerade noch den ankommenden Stich wegschlagen, dann sprang er rückwarts auf einen im Matsch liegenden Baumstamm und fand dort sein Gleichgewicht wieder. Der Stamm war nicht besonders dick, vielleicht so breit wie Endivion selbst und machte aus dem Schwertkampf einen Balanceakt.
Hier kam es viel mehr darauf an seine Schläge der Körperbewegung anzupassen, als Kraft in diese zu verlagern. Wenn man erstmal im eigentlichen Sumpf landete stand man bis zum Mund im Schlamm und in einem ernsten Kampf könnte das das Todesurteil sein...
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| 04.12.2003 17:36 | #173 |
| RhS_Artifex |
Das kleine Camp war verlassen, als der Suchende nach zwei Tagen wiederkam, es war deutlich sichtbar, wie die Würmer das Lager abgebrochen hatten und alle in eine Richtung aufbrachen. Es sah ganz danach aus, dass sie die tote Wache wohl schon entdeckt hatten und sich dabei in die Hosen geschissen hatten. Als er nach der Leiche der Wache sah, stellte er fest, dass sie ihre rudimentäre Kleidung noch an hatte, aber sonst aller nützlichen Dinge entledigt wurde. Als er noch ein wenig herumsuchte, musste er feststellen, dass sie sämtliche Gebrauchsgegenstände mitgenommen hatten, aber sonst den Rest in Unordnung dagelassen hatten.
- Die müssen es ja eilig gehabt haben !
Fies grinste der Suchende, bevor er mit einem leichten Aufleuchten der Augen sich dann daran machte der Fährte der verbleibenden 6 Menschen zu folgen. Diese Idioten hatten nämlich vor lauter Angst (wohl) alle Vorsicht in den Wind geschlagen und sind hirnlos durch das Unterholz gerannt. Der Fährte, so dachte er zufrieden, konnte man ausgesprochen gut folgen, denn sie war unübersehbar.Beinahe gemächlich folgte er dann der Fährte durch den Sumpf, bis er dann zu einer Art Höhle kam die sich tief in die Erde bohrte und offenbar einen weiteren Ausgang hatte, denn er spürte deutlich einen Luftzug. Vorsichtig betrat er dann die Höhle und hielt sorgsam nach etwaigen Unannehmlichkeiten Ausschau.Schritt für Schritt arbeitete er sich vor und entdeckte nebenher etliche erstaunliche Dinge, die ihn aber nicht interessierten. Die Fährte der Menschen verlor sich an einigen Stellen, aber dann fand er hin und wieder die verwesenden Leichnam von einer Ratte, der man deutlich ansah, dass man sie gebraten hatte. Dies bewiesen auch die kleineren Steinkreise, die in längeren Entfernungen auftauchten.
Zu guter Letzt verliess er die Höhle dann an ihrem anderen Ende und staunt leicht, denn vor ihm breitete sich ein imposanter Canyon aus, der ganz nett anzusehen war. Letztlich interessierte ihn das alles dennoch nicht und er setzte seinen Weg fort. Derweil wurden die Hinweise auf die Anwesenheit der verbleibenden Menschenwürmern immer zahlreicher und ein wildes Grinsen der Vorfreude wuchs in seinem Gesichte an.
Bald, würde er sie gefunden haben, bald ...
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| 06.12.2003 19:08 | #174 |
| Endivion |
Die beiden Schürfer kämpften eine Zeitlang auf dem Baumstamm herum, bis es Endivion mit einem Trick gelang Atlas in den Sumpf zu stoßen. Mit einem weiten Schritt kam er ihm direkt entgegen und drückte sein Schwert gegen das von Atlas. Nun standen die beiden nur noch einen halben Meter voneinander entfernt, die Schwerter kreuzten sich und bebten unter dem Druck. Ihre Oberarme waren vollkommen angespannt, Schweiß floß ihnen schon bald die Stirn herab, aber trotzdem wich keiner von den beiden zurück sondern sie hielten einander Stand.
Genau darauf wollte Endivion hinaus denn mit einer plötzlichen Bewegung wich er nach hinten und duckte sich unter dem gegnerischen Schwert hindurch. Durch den fehlenden Widerstand verlor Atlas einen kleinen Teil seines Gleichgewichts aber von alleine wäre nicht gestürzt, er konnte sich gerade noch auf den Beinen und dem schmalen Baumstamm halten. In einer schnellen fließenden Bewegung drückte er sein Bein gegen Atlas rechten Fuss und holte mit seinem Körper Schwung für eine Drehung aus. Mit dieser Bewegung fegte er Atlas Beine von dem Baumstamm, denen der Körper schnell folgte und mit einem erstaunten Aufschrei landete Atlas in dem matschig braunen Sumpf. Mit lauten Getöse richtete er sich wieder auf und sah auf seine versaute Kleidung herab.
Von dem Baumstamm schallte ein lautes Lachen und eine Hand kam ihm entgegen gestreckt, die ihn mit einem starken Zug wieder nach oben zog. Amüsiert schlenderte Endivion wieder den Baumstamm zurück und mit einem kurzen Schwung befand er sich auf etwas festeren Boden. Atlas machte ein etwas verkrampftes Gesicht, immerhin tropfte ihm überall der Schlamm hinunter.
"Wenn du willst kannst du ja noch etwas weiter trainieren, ich werde aber mal zu Ismael schauen und ihn fragen ob er mich schon für die Prüfung fähig hält."
"Nagut versuche dein Glück, vielleicht komme ich später nach. Viel Glück!"
"Danke, aber Können werde ich mehr brauchen als Glück."
Etwas gespannt lief Endivion zur Wohnhöhle zurück und suchte nach seinem Lehrmeister. Seine Augen waren noch an die Helligkeit von draußen gewöhnt, also blinzelte er und suchte nach einem Lebenszeichen in der vergleichbar dunklen Höhle. Das einzige was er auf Anhieb erkannte war der grüne Rauch des Sumpfkrautes, welches hier ein Hauptbestandteil der Nahrung war, wie bei anderen Wasser und Brot...
"Meister seid ihr da drinnen? Ich würde gerne die Prüfung ablegen, nach dem langen Training und dem vielen Laufen halte ich mich nun als Schwertkämpfer für tauglich sie abzulegen."
Nach immer sah er etwas unsicher in die Höhle, aber allmählich gewöhnten sich seine Augen an das dumpfe Licht und es kam ihm vor als ob er eine Bewegung zwischen den waberten Rauchwolken erkennen könne...
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| 06.12.2003 19:16 | #175 |
| (pisi)Härda |
Ismael regte sich, er sah auf.
Durch den Dunst der Höhle lächelte er. Nach einem kurzen Schweigen meinte er: "Wenn du meinst, fangen wir an." Er erhob sich aus dem Sessel, reckte sich und kam zum Eingang der Höhle. ER warf sich scnell seinen Mantel über und verknotete die Schnüre.
"Dann auf zum Trainingsplatz." meinte er.
So stapften sie also den geschlungenen Pfad zum Trainingsplatz hoch.Ismael scheuchte mit ein paar Befehlen die dort trainierenden Templer weg, die zum Glück auch noch nicht bemerkt hatten, dass Ismael im Rang unter ihnen stand. "Greif mich an." meinte Ismael, er stand etwas lässig da, die Arme verschrenkt. "Nun los."
Endivion kuckte erst etwas verdutzt, zuckte dann aber mit den Schultern, zog sein Schwert hervor und setzte sich in Bewegung.
Er wollte einen Schlag von oben landen, doch Ismaels Klinge war plötzlich da, begleitet von einem schneidenden Geräusch.
Schlag auf Schlag kamen die Grundschläge, trafen auf Ismaels Blocks.Endivion gab sich redlich Mühe, hieb auf ihn ein, doch er vermochte nicht zu treffen. Ismael konterte nicht. Ersteinmal.
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| 06.12.2003 19:28 | #176 |
| Endivion |
Es war doch zum Verzweifeln, da Hieb er auf Ismael ein und dieser steckte den Schlag einfach so weg. Als wenn nichts passiert wäre! Endivion machte kurz eine Pause und studierte seinen Lehrmeister genau. Ismael schien jeden Schlag, den er versuchte, vorauszuahnen und konnte ihn deshalb immer richtig parieren. Also müsse er einen Angriff Versuchen, dem man einfach ausweichen müsse, dann könnte er wenigstens von sich behaupten Ismael hätte einen Schritt zur Seite machen müssen.
Wieder stürmte er auf seinen Lehrmeister los, der sich immer noch in einer lockeren aber zugleich hochkonzentrierten Haltung befand. Mit einem seitlichen Hieb zwang er Ismael sein Schwert seitlich zu halten um den Schlag abzufangen, aber anstatt sein Schwert zurückzuziehen liess er es an der edlen Klinge seines Lehrmeister entlang gleiten und drückte sie so etwas mehr in die Mitte. Als er der Meinung war es wäre weit genug weg, zog er sein eigenes Schwert zurück und zielte mit einem rückführenden Schwung auf das freistehende Bein Ismaels...
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| 06.12.2003 19:49 | #177 |
| (pisi)Härda |
Sowas hatte Ismael Endivion gar nicht zugetraut!
Naja, in der Prüfung kamen den Schülern eben manchmal Erleuchtungen.Ismael lächelte grimmig, als er erkannte, was Endivion vorhatte. Er ließ Endivion den rückführenden Schlag halb ausführen, bis er unvorhergesehen die Klinge in seiner Hand drehte und gegen sein Bein stützte. Endivions sehr schneller Schlag war nicht für eine Defensive des Gegners ausgelgt, er hatte darauf spekuliert, dass Ismael ausweichen würde. Doch so brauchte Ismael nur noch einen Schritt nach vorne zu machen und mit der Linken Hand Endivions Handgelenk zu fassen, wobei er seine Klinge geschickt in ein Halbkreis nach Links schwang. Das pfeifende Durchziehen der Luft von Ismaels Klinge brach auf einmal ab, seine Klinge ruhte links von Endivions Hals...
Eine Sekunde ließ er verstreichen, ließ Endivion, der gar nicht begriffen hatte, was Ismael gemacht hatte, sich sammeln und trat dann zurück. Er ließ seine Klinge im 90°-Winkel in die Rückwärtige Handstellung wirbeln und Esravun in die Scheide zurückgleiten.
"Bestanden. Du hättest jeden, der diese Prüfung sonst macht ohne Probleme besiegt."
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| 06.12.2003 20:46 | #178 |
| Marquez |
Mit einem entspannten Lächeln schlüpfte Marquez wieder in seine Rüstung und legte sein Schwert an. Die Pusteln am Arm waren verschwunden und auch die Schnitte am Rücken schienen jetzt nur noch wie Narben eines weit zurückliegenden Kampfes, den er einmal vor Jahren bestritten hatte. Er fühlte sich wie neu geboren, als wäre der See so eine Jungbrunnen und schaute zufrieden an sich hinunter.
Gemütlich schlenderte er nun zu Rovan hinüber und setzte sich auf einen aus dem Boden herausragenden Felsen.
»So, was machen wir als nächstes?«, sprach er mit einer unvermuteten Entschlossenheit in der Stimme. »Ich für meinen Teil wäre ja dafür, dass wir noch ein bisschen nach Westen gehen und schauen, was es da so alles gibt...«
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| 06.12.2003 20:52 | #179 |
| Rovan |
"Westen...". Rovan stockte. Im Westen lag der Canyon. Weite, unbezwingbare Wüsenlandschaft, Echsentiere und ungezwinbare Massen bös'gesinnter Kreaturen. Ein Grinsen überquerte die Lippen des Gildenlosen, dann sah er zu Marquez. "Wollen wirs wagen?". Ein entschlossenes Nicken seines Gegenüber bestätigte seine Annahme der Zustimmung und veranlasste Rovan dazu, sich aufzurichten und sein Schwert erneut an seinem Gürtel zu befestigen. Abermals sah er zu dem Lee, welcher das Zeichen zum Abmarsch gab. Rovan warf seinen dunklen Mantel zurück, dann machte er sich auf den Weg gen Westen.
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| 06.12.2003 21:08 | #180 |
| Endivion |
Endivion war noch total perplex von der Verteidigungsstrategie Ismaels. Er hatte noch nicht mal gesehen, wie dieser sein Schwert wieder zurückbekommen hatte und auf einmal stand er vollkommen blöde da, ein Schwert gegen sein Hals gepresst. Ein paar Sekunden verharrtensie in dieser Stelung dann zog Ismael seine Klinge zurück, entließ seine Hand und sagte ihm irgendwas. Er hörte gar nicht richtig zu, er war noch viel zu überrascht von dem Geschick das der Klingentänzer an den Tag gebracht hatte Wahrscheinlich waren es eh nur Worte des Tadels. Es dauerte ein paar Sekunden bis sein Gehirn überhaupt das Gesprochene aufnahm und nochmal so lange bis er anfing es zu verarbeiten.
".....bestanden.... Prüfung...... besiegt....."
Mit weit aufgerissenen Augen starrte er seinen Lehrmeister an und brachte kein Wort heraus. Er hatte wirklich bestanden? Das ganze harte Training, das Schinden beim Marathon, die Strapazen durch die Gewicht, die harten Schwertübungen, endlich zeigten seine Bemühungen Früchte! Er griff nach Ismael Hand und schüttelte sie aus Dankbarkeit wild herum.
"Ich möchte euch so sehr danken, dass ihr mich unterrichtet habt! Auch für die Unterkunft und den Tee und all die anderen Annehmlichkeit die ihr mir entgegen gebracht haben möchte ich mich bedanken. Ich hoffe wir sehen uns irgendwann wieder, inzwischen seid ihr mir nämlich ein guter Freund geworden." stotterte er aufgeregt und schüttelte dabei die Hand seines Gegenübers wild.
Dieses Erfolgserlebniss musste gefeiert werden und so spurte er schnell zum Sumpfkrautnovizen und besorgt zwei Stengel "schwarzer Weiser". Dann hetzte e wieder zurück, reichte Ismael einen, den anderen steckte er sich selber an und zog genüßlich daran. Er hatte nicht nur den Schwertkampf gelernt sondern auch den Geschmack am Sumpfkraut entdeckt, welches ihm nun wie eine Wohltat vorkam...
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| 06.12.2003 21:25 | #181 |
| (pisi)Härda |
Leider verrauchte der schwarze Weise sehr schnell und als die beiden zusammen den Weg zur Höhle zurückgegangen waren, hatten bede ihren Stengeln aufgeraucht. Leider war Ismael so an das Sumpfkraut gewöhnt, dass er so gut wie nichts mehr von dem Stengel merkte, Endivion, der in der kurzen Zeit bei ihm ebenfalls sehr oft in den Genuss gekommen war, ging es nicht viel anders. Endivion war anscheinend vollkommen mit den Nerven am Ende, also enschloss sich Ismael, dass Endivion noch eine letzte Annehmlichkeit und Lektion brauchte. Er schickte ihn vor, sich schoneinmal zu setzten und suchte im Schrack herum, bis er die Dinge gefunden hatte, die er gesucht hatte. Sumpfkrautpapier, edelstes Sumpfkraut, Selenten, Marius- und Darikraut. Auf dem kleinen Beistelltischchen breitete er alles aus und fing an zu Mischen.
Vollkommen in Ruhe baute er die Stengel, die er ehemals
"Ismaels Gebet" getauft hatte und die die stärksten Stengel waren, die Ismael kannte. Der Baal Xion hatte ihm damals ein paar abgekauft und sogar er war begeistert gewesen. Bald hatte Ismael zwei fast 14 Finger lange Stengel gedreht und reichte Endivion einen. "Sowas bekommst du nirgendwo. Das Kraut ist den Baalen und Templern vorbehalten und selbst diese genießen es mit Vorsicht. Ich denke, du wirst diesen Rausch nicht vergessen..." meinte Ismael. "Sei aber vorsichtig." zwinkerte er Endivion noch zu, den Stengel im Mundwinkel hängend, während er mit zwei Feuersteinen Funken schlug und einen Reisigspan entzündete, der seine Flamme wiederum an den Stengel in seinem Mund weiter gab. Ismael hielt den Span auch dem gespannten Endivion hin und entflammte dessen Stengel, der etwas zögerlich daran zog. Ismael erinnerte sich noch an seinen ersten Rausch von diesem Teufelskraut. Das war ganz schön irre gewesen damals, mit dem alten Alchemysten. Ismael lehnte sich zurück, während bereits erste Kreise in den verschiedensten Farben vor seinen Augen hin und her hüpften.Bald sank er tief in die Kissen, bald verklährte sich sein blick...
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| 06.12.2003 21:31 | #182 |
| Marquez |
Das Gefühl, der Anführer zu sein, gefiel Marquez. Es war mal eine willkommene Abwechslung zum ewigen Hinterhertrotten und Befehle-Befolgen - so fühlte sich Freiheit an!
Still marschierten die beiden schemenhaften Gestalten nun aus dem Talkessel heraus und bogen scharf links ab. Während sie so auf dem schmalen Pfad wanderten, riskierte Marquez noch einmal einen Blick zurück zum See, der das Mondlicht dieser klaren Nacht malerisch an die Felswände reflektierte.Doch dann schaute er wieder nach vorne, da er glaubte, etwas gehört zu haben, und lief dann gebückt hinter einen Busch, um so gut geschützt wie möglich die Lage zu sondieren. Ein paar Männer gingen da vorne, die mit ihrem Gegröle nicht gerade Vertrauen ausstrahlten...
Angestrengt kniff Marquez die Augen zusammen und versuchte diese Leute irgendwie einzuordnen.
»Kopftuch, Säbel, Enterhaken...«, murmelte er leise und überlegte, wo er so etwas schon einmal gesehen hatte. In irgendeinem Buch waren solche Leute vorgekommen, da war er sich sicher.
»Verdammt, wie nennt man solche Leute? Ich komm nicht drauf...«»Piraten«, warf Rovan, der neben ihm hockte, ein.
»Ja, genau!«, entfuhr es Marquez. »Die mordenden, plündernden, proletenhaften Piraten! Jetzt fällt’s mir wieder ein.« Er mache eine kurze Pause und sah Rovan ins Gesicht, wurde aus seiner Miene aber nicht wirklich schlau. Dann fuhr er hastig fort und erhob sich. »Ok, lass uns hier abhauen, ich habe echt keine Lust darauf, als deren Abendessen zu enden. Ich würde sagen, wir halten uns ab sofort rechts.«
Aufrecht und mit erhobenen Zeigefinger als Zeichen der absoluten Kontrolle über die Situation setzte sich Marquez schließlich in Bewegung und schritt an der Felswand zu ihrer Rechten entlang hinaus in die Dunkelheit.
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| 06.12.2003 21:43 | #183 |
| Rovan |
Stumm folgte der Gildenlose seinem Gefährten, welcher ihn einen anscheinend bekannten Weg führte. Rovan wusste wohin Marquez wollte. Der gewählte Weg führte direkt in den Canyon. Und, so musste Rovan zugeben, der Gedanke an diesen Ort reizte ihn. Es würde sicherlich einiges zu erleben geben, und die Monster dort würden eine wirkliche Herausforderung für seine Klinge darstellen. Also ließ er davon ab, etwas einzuwerfen, sondern folgte nur stumm seinen Gefährten. Die Piraten hatte er nicht vergessen. Langsa grübelte er über diese Missgeburten. So etwas waren sie zumindest in seinen Augen. Sie waren für den Tod seines besten Freundes verantwortlich, und nur die Überzahl der eben erblickten Piraten hatte ihn davon abgehalten, sich auf einen von ihnen zu stürzen und ihn zu töten. Doch seine Rache würde kommen.
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| 06.12.2003 22:03 | #184 |
| Marquez |
Marquez blieb stehen und blickte fragend zu seinem Gefährten zurück, der nur langsam aufschloss. Scheinbar hatte ihn der Anblick dieser Gesetzlosen ziemlich verwirrt, doch als er wieder neben Marquez stand, legte sich sein Unmut.»Die Gegend gefällt mir!«, sagte Marquez lächelnd und versuchte damit, Rovan aufzuheitern. Eine Weile standen sie dort und sahen hinunter auf die Wüstenlandschaft, die dort treppenartig und steil vor ihnen abfiel, und lauschten dem Zirpen der Grillen. Etwas Vergleichbares hatte der Wegelagerer bis dahin noch nicht gesehen, er kannte es nur vom Hörensagen, und deshalb war es auch nicht verwunderlich, dass ihn dieser Canyon beeindruckte.
»Dann wollen wir mal!«
Schnell hatte Marquez einen beherzten Schritt gemacht und marschierte die Hänge hinunter. Dabei blickte er oft nach rechts und links, nämlich immer, wenn er ein Rascheln vernahm. Vielleicht wäre es doch besser gewesen, hier bei Tag hineinzugehen, doch nun war es zu spät zum Umkehren - redete sich Marquez jedenfalls ein. Er war fest entschlossen, hier ein Abenteuer zu erleben, koste es, was es wolle.
Und so dauerte es auch nicht lange, bis die erste Flause in seinem Kopf entstand und er schlagartig die Richtung änderte, um diese Flause in die Tat umzusetzen.In der Dunkelheit hatte er nämlich einen Höhleneingang erspäht, der fast wie eine Mine anmutete. Nun ja, vielleich war es auch eine. Vielleicht war sie auch voll von Piraten, doch einen Blick wollte er allemal riskieren. So schlich er also vorsichtig auf den Eingang zu und linste hinein, wobei er nichts Gefährliches oder Besorgniserregendes entdecken konnte.
Entspannt richtete er sich wieder auf und blickte zu Rovan.
»Was meinst du? Wollen wir es mal versuchen?«
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| 06.12.2003 22:09 | #185 |
| Rovan |
Stumm besah der Gildenlose die bedrohlich wirkende Dunkelheit. Lange sah er hinein, seine grünen Augen musterten alles aufs genaueste. er wusste dass seine Augen besser waren als die seines Gefährten, doch konnte er selbst nicht wirklich viel erkennnen. "Nun gut..." murmelte er, "Wollen wir mal.". Behutsam zog er seine Waffe aus der eisenbeschlagenen Scheide, dann wagte er sich als erster vor, unwissend ob sein Lee-treuer Gefährte ihm folgte.
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| 06.12.2003 22:25 | #186 |
| Marquez |
Nachdem Rovan an ihm vorbei hineingegangen war, zog schließlich auch Marquez, der doch noch ein wenig zögerte, sein Edles Schwert und tastete sich hinter seinem Gefährten an der Wand entlang voran.
»Ein Königreich für eine Fackel!«, murmelte er leise, unwissend, ob seine Worte die stickige warme Luft überhaupt durchdringen konnten. Er wusste nicht einmal, ob er in dieser Luft noch lange weiteratmen konnte, so schwer fiel es ihm. Als dann plötzlich ein warmer schneidender Windzug an ihnen vorbeizog, waren die letzten Zweifel des Wegelagerers, ob es sich um einen Mine handelte oder nicht, schließlich verflogen. Solche Bedingungen gab nur noch in der Erzmine an der Banditenburg.
Völlig in Gedanken lief der Wegelagerer dann plötzlich auf seinen Vordermann auf, der ihn mit einem aggressiven Zischen zur Ruhe aufforderte.»Hörst du das auch?«, fragte Rovan stimmlos.
Marquez hörte es. Eine Mischung aus Zischen und Fauchen hallte ihnen leise entgegen ließ den Wegelagerer fast vor Furcht erstarren.
»Was ist das?«, entgegnete er, wobei seine Sorge deutlich herauszuhören war.
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| 06.12.2003 22:35 | #187 |
| Rovan |
Schweigend blickte der Einzelgänger in die Finsternis. Etwas böses verbarg sich hinter den Steinen, etwas übermächtiges. "Crawler..." murmelte Rovan. Er war diesen Höllenbiestern bereits vorher schon einmal, kurz nach seinem Verlassen des sumpfes begegnet. Diese Kreaturen waren übermächtige und unbezwingbare Gener. "Wir müssen hier weg. Einen Crawler dürften wir beide schaffen, aber die Chance, das er alleine ist, ist gering.".
Zwar meinte Rovan, ein Nicken erkennen zu können, doch es war zu spät. Mit weit erhobenen Vorderbeinen passierte der Crawler die kleine Biegung. Glücklicherweise schien er doch allein. Geistesgegenwärtig hob Rovan sein Schwert und spurtete auf die Kreatur zu, gefolgt von seinem Gefährten.
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| 06.12.2003 22:51 | #188 |
| Marquez |
Igitt, so ein hässliches und abstoßendes Vieh hatte Marquez ja nichtmehr gesehen, seit er die Vorratshöhle des Räuberlagers aufräumen musste. Nur dass dieses Mostrum dreimal hässlicher war...
Völlig angeekelt wandte er den Blick ab und konnte sich nur langsam wieder darauf besinnen, dass er seinem Kameraden helfen musste.
Wie ein Schattenläufer, der einen Käfig aus Zwieback sprengte, ließ er schließlich die Last der Hitze von sich abfallen und stürmte auf das Mistvieh zu. Da es ihm aufgrund von Rovans Ausweichmanövern den Rücken gekehrt hatte, fasste er binnen Sekundenbruchteilen den Entschluss, abzuspringen und Schwert voraus auf seinem Rückenpanzer zu landen. Der Crawler versuchte ihn abzuwerfen und zappelte hin und her, doch der trollritterfahrene Marquez ließ sich davon wenig beirren und stach dreimal energisch in den Kopf des Monstrums, welches unter lautem Kreischen zusammenbrach und mitsamt dem Reiter auf dem Boden aufschlug.
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| 07.12.2003 19:36 | #189 |
| Rovan |
Da Marquez sich bereits dazu durchgerungen hatte, die höllische Bestie zu Boden zu zwingen war es nun also an Rovan, ihr den Gnadenstoß zu verpassen. Langsam trat er auf die Kreatur zu und hob beinahe genüsslich seine glänzende Klinge. Ein ihm unterlegener Minecrawler, das geschah ihm zum ersten mal. Und er genoss es. mit einem Gewalthieb ließ er seine Waffe auf die glücklose Kreatur niederfahren, welche wenige Augenblicke später ihren ungepanzerten Kopf verloren hatte. Nachdem er seine Waffe von dem grünen Schleim befreit hatte, wandte er sich an Marquez: "Weiter oder zurück?"
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| 07.12.2003 19:59 | #190 |
| Marquez |
»Hm, wenn du mich so fragst...«, antwortete Marquez keuchend, während er sich vom Kadaver des Crawlers erhob, und lächelte seinen Gefährten an. »Ich bin gerade erst warm geworden!«
Sofort war er wieder auf dem Sprung und eilte an Rovan vorbei, immer weiter ins Dunkel hinein. Nach ein paar Schritten drosselte er aber wieder sein Tempo, da ein neuer Minecrawler anzurücken schien, und blickte zu seinem Kameraden zurück, halb ungeduldig und halb um Rat fragend.
Doch genau in diesem Moment sprang der Crawler mit lautem Zischen auf ihn zu und ließ den Wegelagerer erschrocken zurückweichen. Mit einem instinktiven Warnhieb brachte er das Monstrum nun wieder auf sichere Distanz und hielt es hin, bis Rovan die zahlenmäßige Überlegenheit der beiden ausnutzen würde...
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| 07.12.2003 20:53 | #191 |
| Rovan |
Abermals betrachtete Rovan die abstoßende Kreatur, welche ihnen nun den weg versperrte. Seine Vorderbeine waren weit in die Luft erhoben, ein ohrenetäubender Schrei ließ die beiden Krieger zusammenzucken. Doch die Kreatur hatte zu sehr auf die Einschüchterung ihrer gegner gewartet, als das sie darauf achtete, was die beiden taten. So ergriff Rovan als erster seine Waffe, entriss sie der Scheide und schlug der Kreatur die Vorderbeine ab. "Mach schnell!!!" rief er Marquez zu, während er wieder auf Distanz ging und auf weitere Reaktionen wartete.
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| 07.12.2003 21:19 | #192 |
| Marquez |
»Ah, verdammt, das muss doch wehtun!«, rief Marquez mit schmerzverzerrtem Gesicht und holte sogleich zu einem gnadenlosen enthauptenden Hieb aus, der den Kampf abschloss. Nachdem er die Körperflüssigkeiten des Crawlers nun mithilfe eines nahen Stützpfeilers von seiner Klinge abgewischt hatte, ließ er das Schwert wieder im Gürtel verschwinden und bat Rovan, hier stehenzubleiben und Wache zu halten.
Denn er hatte etwas erspäht. Etwas, das durchaus das Potential hatte, sie für all die Unannehmlichkeiten, die sie bis dahin erfahren mussten, zu entschädigen. Gleich rechts von ihnen, in einem kleinen Seitenstollen, glitzerte nämlich etwas im eigentlich überhaupt nicht mehr vorhandenen Licht, das verdammt noch mal wie das metallerne Schloss einer Truhe aussah.
»Also wenn das kein Piratenschatz ist, dann fress ich nen Besen!«, murmelte Marquez, krempelte sich die Ärmel hoch und hockte sich vor das Beutestück, um es gründlich zu untersuchen - um mal hier und mal da zu rütteln und den Zustand des Holzes zu überprüfen.
»Abgeschlossen«, rief er seinem Gefährten wenig später zu. »Hast du ne Ahnung, wie wir das Teil aufkriegen können?«
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| 07.12.2003 21:29 | #193 |
| Atlas |
Atlas trainierte nach der Prüfung Endivions weiter. Er hatte gesehen, was ihn da erwartete und so mussten viele Makel noch verbessert werden. 2 Tage nach der Prüfung schaffte der Schürfer schliesslich zum ersten Mal volle 6 Runden, ohne zusammen zu klappen. Auch beim Kampf kam er vorwärts, nur das Ismael ihm immernoch mit Leichtigkeit das Schwert aus der Hand schlagen konnte. Nach jedem dieser demütigenden Schlägen klammerte er sich wieder an sein Schwert, hielt es so fest er konnte. Am Abend traten auf seinen Händen wüste Schwielen auf, die sich zum Glück aber mit Hilfe ein paar guter Stengel besten Sumpfkrauts ignorieren liessen. Nach langen Trainingseinheiten fühlte er sich bereit, die Prüfung ebenfalls abzulegen. Ismael war einverstanden und Atlas legte sich an diesem Abend früh ins Bett um am nächsten Morgen bereit zu sein.
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| 07.12.2003 21:31 | #194 |
| Rovan |
Rovan grinste. Er hatte keine Ahnung vom Schlösser knacken, doch da diese nicht metallverstärkt war, würde sein Plan aufgehen. Rasch riss er seinen Dolch hervor und rammte ihn in das Fundstück. Sogleich fing Marquez verzweifelt an zu schreien, von wegen: "Mein Schatz! Mein Fund!".
Grinsend hebelte Rovan eines der hölzernen Außenbretter hervor und verbrach es mit dem tödlich scharfen Dolch. Sogleich hatte er die Waffe in ein weiteres Holzstück versenkt und auch dieses zerstört. Diesen Vorgang wiederholte er immer und immer wieder, bis seine Hand hindurch passte. Schmunzelt tastete er in der Kiste herum, bis sich seine Mine zu einem enttäuschten Schmollen verzog. "Scheiße!!" schrie er, dann fand sein Fuß den Weg gegen die Truhe. Sein Lederstiefel wölbte sich leicht ein, dann jedoch gab die Truhe nach und ließ das übrig gebliebene Holz zersplittern. Was hervor kam, schien Marquez ebenso zu kränken wie den Einzelgänger: Ein lumpiges Säckchen mit maximal zehn Goldstücken, einige zerbrochene Pfeile und ein rostiger Dolch. Langsam ließ der Gildenlose seinen Dolch wieder in die kleine Scheide an seiner rechten Hüfte fahren, dann sah er sich um. Nichts. "Alles umsonst." seuftzte er, während er auf einen der Crawlerkadaver spuckte, "Na toll!!"
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| 07.12.2003 21:56 | #195 |
| Marquez |
»Du hast nicht zufällig einen Besen dabei?«, murrte Marquez, völlig leer an die Wand starrend. Zuerst schien er sich ja unter Kontrolle zu haben, doch dann erhob er sich und machte seinem Ärger mit einem Tritt gegen die Trümmer der Truhe sowie einem lauten Aufschrei Luft.
»Das ist ja wohl das Hinterletzte! So ein absoluter Scheiß! Ich bin doch nicht hierher gekommen, um so einen halb verwesten Rotz zu finden... Ich glaubs ja nicht!«
Er hielt kurz inne und versuchte seinen Atem zu beruhigen, trat noch einmal gegen einen der Stützpfeiler, um ihn in einer großen Staubwolke zerbersten zu lassen, und wandte sich dann wieder an seinen Gefährten.
»Komm, Rovan!«, fuhr er schwer atmend und mit einem seltsamen Glanz in den Augen fort. »Lass uns noch tiefer in die Mine vordringen! Hier muss es garantiert noch so etwas wie eine Schatzkammer geben. Und wenn nicht, dann machen wir wenigstens noch diesen ekelhaften zu groß geratenen Ameisen den Garaus.« Er ballte seine Faust und reckte sie in die Höhe, während er sich umdrehte und in Bewegung setzte. »Auf gehts! Zerstückeln wir sie! Jeden einzelnen! Und dann machen wir Suppe draus! Jaha! Doch sag mal...« Plötzlich blieb er stehen und lauschte angestrengt. »Wo kommt denn dieses Zischen her?«
Wie die Ameisen aus einem dazugehörigen Haufen kam plötzlich Minecrawler aus der Dunkelheit herangeeilt. Eine Reihe nach der anderen, zehn, zwanzig, dreißig, hunderte!
»Öhm, Scheiße.«
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| 07.12.2003 22:06 | #196 |
| Rovan |
"Lauf, man!!!" schrie Rovan, während er selbst bereits in vollem Schritt war. Seine Füße trugen ihn den Weg zurück, seine Fackel wurde durch den stetigen Laufwind immer schwächer. Zwar vernahm er das Zischen der Crawler scharf hinter sich, doch da die Luft sehr stickig und dick war, konnte er nicht herausfinden, wie nahe sie ihm waren. Es interessierte ihn auch nicht.
Schon bald hatte der Gildenlose die erste Kurve, welche sie passiert hatten erreicht und stürmte hinaus. Marquez folgte ihm beinahe sofort. Zischend blieben die Bestien am Eingang der Mine stehen, ihre kleinen, glänzenden Augen sahen den Kriegern hinterher. Doch ihr Instinkt hielt sie davon ab, den beiden zu folgen. Dies war auch gut so. Rasch entfernten sich die zwei ein wenig von der schaudererregenden Höhle, dann machten sie an einem kleinen Stein Rast. Grübelnd überprüfte der Einzelgänger seine Taschen und kramte ein wenig Brot und etwas Wasser hervor. Beides verschlang er begierig, bevor er sich wieder an Marquez wandte. Dieser hatte stopfend begonnen irgend einen Fraß in sich hineinzustopfen, Rovan wollte nicht wissen was es war. Also wartete er ab, bis Marquez zu Ende gegessen hatte, dann stellte er seine Frage: "Und nun? Zurück zum Alltag?"
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| 07.12.2003 22:35 | #197 |
| Marquez |
»Klingt geradezu verlockend«, antwortete Marquez nachdenklich, ohne Kraft in seiner Stimme und blickte den Hang hinunter. Der erhoffte Abenteuertrip war es nicht geworden, eher ein Fiasko, aber was machte das schon? Schließlich hatte er im alten Granitklotz Rovan einen Freund gefunden und das grenzte wahrlich an ein Wunder, genau wie die Tatsache, dass sie den Ausflug durch die alte Mine überlebt hatten.
Tief atmete der Wegelagerer durch und nahm noch einen Schluck aus seiner Feldflasche, die mit erfrischendem Wasser aus dem See des Talkessels gefüllt und geradezu eine Wohltat für seine trockene Kehle war.
»Also gut, verlassen wir diesen garst’gen Ort!«, sagte er schließlich mit einem leicht selbstironischen Lächeln und sprang auf, um sich kurz darauf in Bewegung zu setzen.
Geradewegs zum Pass würden sie jetzt gehen. Einfach nur noch nach Hause.
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| 08.12.2003 22:41 | #198 |
| Atlas |
Im Morgengrauen des nächsten Tages wurde Atlas von Ismael geweckt. Völlig schlaftrunken lotste dieser ihn durch den Raum an einen reichgedeckten Frühstückstisch. Langsam schaltete er von "Lass mich doch pennen" auf "Wach werden". Die Mahlzeit hatte tatsächlich belebende Wirkung. Die Augen fielen immer seltener zu. Ihm war es unerklärlich wieso er überhaupt so müde war. Die Nacht war lange gewesen und er hatte durchgeschlafen. Ismael klärte ihn auf."Du hast dich die ganze Nacht durch gewälzt und einmal bist du sogar aufgestanden und hast di Kampfposition angenommen. Als ich näher gekommen bin hast du gerufen: 'komm doch, ich habe keine Angst vor dir'. Ich bin zurückgewichen und du hast gesagt: 'ich wusste, du traust dich nicht' um dich gleich darauf wieder hinzulegen. Wenig später hast du etwas über einen Baum geschrien. Du kannst dich an nichts erinnern?"
"Nein, nur das mir jetzt meine Müdigkeit erklärlich wird. Also lass mcih die Prüfung machen, sonst kann ich heute Abend wieder nicht schlafen.""Klingt vernünftig. Willst du noch einen Stengel um richtig wach zu werden?""Aber immer. Danke."
Atlas zündete den angenehm duftenden Stengel sofort an. Lebensgeister durchströmten ihn mit jedem Zug, als die Beiden die Höhle verliessen und zum Trainingsplatz liefen. Der Himmel war grauverhangen und die Sonne führte einen verzweifelten Kampf gegen die dichten Wolken, den sie nur selten und für kurze Zeit gewann. Der Sumpf war wie immer ein Gemisch aus allen erdenklichen Grün- und Brauntönen, das nur ab und zu von Häusern und Menschen unterbrochen wurde. Das Moos fühlte sich angenehm unter seinen Schuhen an, doch er war vollkommen auf den Platz fixiert und bemerkte die kostenlose Massage gar nicht. Dann waren sie da.
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| 09.12.2003 20:10 | #199 |
| Atlas |
Atlas machte sich bereit und sah Ismael fragend an. Dieser sah nicht so aus, als wollte er hier und jetzt mit der Prüfung beginnen. In der Tat stand er ganz locker da und schien Atlas zu belächeln. Er hatte sich ganz auf die Prüfung eingestellt, war nun bereit loszulegen und wenn möglich gefasster auf das was kommen würde, als Endivion. Doch Ismael liess ihn warten. Langsam fragte er ihn schliesslich mit tiefer Stimme, so das es richtig zeremoniell klang:"Bist du bereit, deine Prüfung über dein Können mit der Einhandwaffe abzulegen?""Ja, ich bin es." antwortete Atlas schlicht.
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| 09.12.2003 20:17 | #200 |
| (pisi)Härda |
"Dann komm" forderte Ismael Atlas auf und wieß ihm mit einer Handbewegung den Weg in den Sumpf, "ich habe ein paar Sumpfratten und solche Viecher gesehen, an denen kannst du dich austoben."
Also steifelte Atlas los, Ismael mit zehn Metern Abstand hinterher.Bald wurde es kalt an Händen und Füssen und Ismael freute sich, dass er seine Lederhandschuhe eingepackt hatte und bemitleidete Atlas ein wenig, der nicht für die Kälte gekleidet war.
DEr Frost hatte heute das erste mal den ganzen Tag den Boden gefroren gehalten und kleine Eiskrusten brachen knirschend unter ihren Füssen auf. Bald waren sie sehr tief in den winterlichen Sumpf eingedrungen und der eisige Wind trug das scharren hungriger Sumpfratten zu ihnen herüber.
Atlas sah Ismael an, doch der zuckte mit den Schultern.
Die sollte er mal schön alleine besiegen.
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| 09.12.2003 20:36 | #201 |
| Atlas |
Von Ismaels Seite war also keine Hilfe zu erwarten. Atlas sah die hungrigen Viecher mit misstrauischem Blick an. Die Kälte machte auch ihnen ziemlich zu schaffen und das konnte sie gefährlich machen. Mit diesen Gedanken tappte er vorsichtig über den eisigen Boden, immer nach rutschigen Stllen Ausschau haltend. Die Ratten hatten den Eindringling bemerkt und wendeten ihre Aufmerksamkeit vom einem Kadaver auf ihn. Ihr Hunger trieb sie dazu, nicht lange zu fackeln sondern gleich anzugreifen. Sie waren in Überzahl und wussten das. Er war ihre Beute und nicht andersrum. Der Schürfer zog sein Schwert und machte sich bereit. In vollem Galopp kamen sie herangerannt, als er noch nach einem sicheren Stand suchte. Ihre Krallen lieferten ihnen einen grossen Vorteil, den sie würden nicht ausrutschen. Dann war eines der pelzigen Miesmacher heran. Sein Kopf wurde durch einen DIagonalschlag sauber vom Rumpf getrennt.
Doch dieser kleine Verlust konnte die restlichen sechs nicht bremsen. Sie griffen alle zur gleichen Zeit an und gaben seinemblutverschmutzen Schwert mehr als genug, vielleicht fast zuveil Arbeit. Er hieb wie verrückt auf sie ein und nach wenigen Sekunden lagen 4 tote Sumpfratten auf dem abweisenden Sumpfboden. Blieben noch 3, die sich widersetzten. Der Hunger trieb sie weiter an, obwohl die Situation aussichtslos war. Jedenfalls schien es Atlas so als er mit einem weiteren Streich noch eine Ratte ins Nirvana beförderte, doch da irrte er sich.
In seinem Rücken hatte sich eines der Biester genähert, von ihm unbemerkt. Der schmerzhafte Biss in sein Bein schmerzte stark und die Überraschung liess ihn nach vorne stolpern, auf eine gemein vereiste Stelle. Was nun folgte musste für Ismael wie ein grotesker Tanz aussehen. Nur mit knapper Not konnte sich der Schürfer auf den Beinen halten. Nach einer Sekunde der
Orientierungslosigkeitfand er seine Opponenten hinter sich. Diesmal fackelte er nicht lange, drehte sich um und eine weitere Sekunde lagen nochmals 2 tote Körper auf dem Eis, kurz bevor die letzte Ratte von seiner Schwertspitze aufgespiesst wurde. Völlig ausser Puste sah er sich erstmals nach weiteren Viechern um, dann nach Ismael.
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| 09.12.2003 21:21 | #202 |
| (pisi)Härda |
Ismael hatte nicht erwartet, dass es sich gleich um sechs Ratten handeln würde, aber Atlas hatte diese Situation mit Bravour bewältigt.
Er hatte einen Biss davongetragen, aber Ismael schätzte ihn als nicht alzu schwer ein, deshalb sagte er ersteinmal zu Atlas: "Das war doch eine gelungene Vorstellung. Die Prüfung hast du bestanden, arbeite noch ein bisschen an den langen Schlägen, aber sonst ganz gut... Allerdings wollen wir jetzt nach Hause gehen, es ist reichlich kalt, und du solltest die Wunde an deinem Rücken säubern. Mit Wundkrampf und Infektionen ist nicht zu spassen..."So machten sie sich in Richtung Sumpflager auf.
Bald kamen die morschen Palisaden des Sumpflagers in Sicht.
Das Sumpflager war ja schon öfter leerer gewesen, aber an diesem Tag war es wie leergefegt. Sogar an Fortunos Stand war ein Schild, man möge sich doch in die Hütte neben dem Stand begeben.
Auch der obligatorische Sumpfkrautgeruch war nicht mehr zu riechen, da die sensiblen Pflanzen ausgetopft und in magisch beleuchtete Hütten gebracht worden waren.
Bald erreichten sie Ismaels Höhle und freuten sich gleich dessen Vorraussicht, da er vor der Abreise ein Feuer entfacht hatte, dass jetzt mollig warm im Kamin knisterte.
Sie setzten sich nieder und Ismael besah sich ersteinmal die Wunde.Sie sah schlechter aus, als er erwartet hatte...
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| 09.12.2003 21:57 | #203 |
| Atlas |
Die Wunde hatte schon beim Rückweg gezwickt, aber nun im Wasser brannte sie fürchterlich. Die Ratte musste mit den Zähnen in seinem Fleisch hängengeblieben sein. Die Wunde blutete immernoch leicht und färbte das umgebende Wasser rötlich.
"Das sieht nicht sehr gut aus." war der kanppe Kommentar Ismaels gewesen. Nach einer Minute fügte er hinzu:
"Du musst sie gut auswaschen, dann werd ich es verbinden. Solche Wunden sollte man nicht auf die leichte Schulter nehmen, den auch schon so etwas kann schlimme Folgen haben."
Dann war er schliesslich zufrieden:
"So, nun heb den Bein raus, damit ich ihn verbinden kann.
Ismael zurrte den Verband sehr eng um Atlas Wunde, achtete aber darauf, das das Blut noch zirkulieren konnte.
"So, fertig. Morgen früh werde ich ihn erneuern. Ich hoffe bis dahin hat sich was getan."
Anschliessend machten es sich die Beiden vor dem Ofen bequem, beide an einem Stengel Sumpfkraut ziehend.
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| 12.12.2003 14:11 | #204 |
| Sheron J. Spark |
Wo bin ich hier? ratlos blickte sich Sheron der Wegelagerer um und inspizierte seine Umgebung.Verdammt wo bin ich? Vollkommen ratlos schweifte der Blick jenes Mannes über die Landschaft und mit einem murmeln musste er sich eingestehen dass er tatsächlich überhaupt keine Ahnung hatte. Ein seltsames Gefühl überkam das sont meist gut gelaunte Gemüt des Wegelagerers als er einige Schritte weiter in das unbekannte Terrain trat.Lediglich eins war dem Leeler klar. Das Kastell der Schwarzmagier würde er hier sicherlich nicht finden...
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| 13.12.2003 16:22 | #205 |
| Sheron J. Spark |
Mit grellen und alles durchdringenden Strahle tauchte der gewaltige Feuerball die Gegend, in welcher sich der Leeler befand, in ein sanftes rot. Er wusste weder wo er war, noch was das hier überhaupt für eine Gegend war, in der er sich befand. Nur eines, dass war ihm gewiss. Es war eine gefährliche Gegend. Nur mit großer Mühe, der Fähigkeit des Schleichens und einer gehörischen Portion Glück hatte er bisher überleben können. Viele sonderbare Gestalten trieben sich hier in der Gegend herum. Große Snapperähnliche Getiere, sonderbare Minecrawler und sonstiges für ihn gänzlich unbekanntes Getier war ihm auf seinem Weg durch das neue Gebiet begegnet. Seinem Weg, vorerst durch einen dunklen Sumpf, dann durch einen tiefen und langen Erdgang war er nun in eine Art Canyon gelangt. Ein Canyon wie er ihn zuvor lediglich in Bildern zu Gesicht bekommen hatte. Feuerrot war die Erde dieser von den Göttern geschaffenen Landschaft und etliche Snapper, Molerats und sonstiges Viehzeugs trieb sich in der Gegend herum. Seine Waffe, den einhändigen Funken, hatte Sheron bisher nicht verwenden müssen. Es wär auch sinnlos gewesen, dachte sich der Leeler. Keine Chance hätte er gegen die gewaltigen und schier starken Gegner gehabt. Und so belies er es bei einem raschen und lautlosen Vorrankommen, um so seinen Gegnern unerkannt zu entwischen...
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| 13.12.2003 18:59 | #206 |
| Cathal |
Mit leisen Schritten schlich sich Cathal durch die Dunkelheit. Niemand durfte ihn sehen, sonst wäre seine Tarnung zunichte gewesen. Mit leicht rötlich schimmernden Augen hockte er sich schließlich hinter ein Gebüsch und beobachtete Ismael und seine Begleiter. Sicher würde Cathal noch eine Weile auf den richtigen Moment warten müssen, aber ihm war schon längst klar das die paar Ratten, Käfer und Tiere noch ihre geringste Sorge waren...
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| 13.12.2003 23:16 | #207 |
| Nachtigaller |
Nachtigaller erkannte in der Dunkelheit keinen von diesen Gestalten, aber so wie es aussah war es die Gruppe der Novizen hinter der sie her waren. Nachtigaller stecken sein Schwert wieder in seinen Gürtel.
"Ich bin Nachtigaller, ein hoher Novize der Bruderschaft", fing er dann an. "Ich habe euch, oder ein paar andere Novizen, vor einigen Tagen in der Taverne im Tal gehört. Den Tag darauf hab ich den Sumpf verlassen und bin zur Banditenburg gewandert. Dort traf ich Carras hier und habe ihm erzählt was ich von euch gehört hatte. Natürlich sind wir sofort aufgebrochen. Direkt zum Pass. Jetzt sind wir hier." Nachtigaller verstummte. Er hatte gesagt was es zusagen gibt. "Wir sollten rasch weiter. Das hier ist kein guter Platz zum rasten", sprach Carras. Die erloschenen Fackeln wurden wieder entfacht und dann bewegte sich die Gruppe die nun um 2 Männer erweitert wurde.
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| 14.12.2003 00:11 | #208 |
| Carras |
Während sie liefen erzählte Carras davon das ihm schon länger vorschwebte das so etwas passieren würde.
"Ich habe meine Einhandschüler auch schon davor gewarnt..." murmelte er und sah sich behutsam um.
Carras wurde das Gefühl ncht los beobachtet zu werden. Er könnte sich natürlich auch irren aber irgendwas sagte ihm das er das nicht tat.....
"Seit vorsichtig" murmelte er und begann die Umgebung genauer abzusuchenAuch Tala wurde unruhig und begann zu knurren.
Tala hatte wohl jemanden gerochen , jetzt war sich Carras sicher das jemand hier ist.
Er versuchte es seinen Kameraden mit Blicken klarzumachen, er wollte kein weiteres Wort mehr verschwenden.....
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| 14.12.2003 00:14 | #209 |
| Veilyn |
Die Stimmung fast wie zuvor. Niemand sprach und nur hin und wieder guckten sich ein paar der Novizen um, ob nich doch ein Feind hinter irgend einem Felsen hervor sprang. Wenigstens etwas sicher fühlten sich ja nun, da sie zwei weitere Mitstreiter in ihrer Gruppe hatten, und diese auch kampfbegabt waren. Carras und Nachtigaller, wie sie hießen, liefen nun hinten, Kitiara an der Spitze und Die Novizen geschlossen in der Mitte.
"Uahh!" Ein Novize schrie auf und aller drehten sich zu ihm um. "Was ist los?" Fragte die herbei gestürmte Kitiara. "Da, da... Da war etwas!" Sprach der stotternde Novize und deutete auf einen Felsen. Kitiara zog ihr Schwert und ging langsam auf den Felsen zu, Schritt für Schritt, immer darauf bedacht einem hervor springenden Feind, die Kehle aufzuschlitzen. Carras und Nachtigaller sicherten sie seitlich ab. Sie war nun hinter dem Felsen und blickte entsetzt auf den Boden.
"Beim Schläfer, nein!" Rief sie. "Was ist los?!" Fragten die Novizen laut im Chor. "Das das..." Kitiara beugte sich zum Boden und hob etwas auf. Direkt in den Schein des Mondes hielt sie das zappelnde Ding, so dass man nur seine Silhouette erkennen konnte. "Was, was ist es?" Fragte der Novize der aufgeschrien hatte. "Es ist, es ist..." Sagte Kitiara gespielt stotternd. "Eine Ratte! Toll was?" "Nun ich..." der Novize blickte nervös gen Boden. "Es ist gut wenn wir vorsichtig sind, aber wenn wir schon bei einer Ratte verängstig schreien, verlieren wir zu viel Zeit. Beim nächsten mal sollten wir uns also ganz sicher sein, dass es sich um eine potenzielle Gefahr handelt." Kitiara ließ die Ratte fallen, welche sofort im Dunkel der Nacht verschwand. "Na ja, trotzdem gut aufgepasst, Novize." Die Gruppe setzte ihren Weg durch di Dunkelheit und Kälte fort.
Aber da war noch etwas, etwas dass sie nicht bemerkt hatten. Nur Tala liess ein leises Knurren vernehmen. Woraufhin alle wieder stehen blieben.
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| 14.12.2003 00:44 | #210 |
| Carras |
"Idioten...." dachte Carras in sich hinein.
Mehrere hatten den gleichen Rang wie er , doch für ihn waren die meisten noch nicht grün hinter den Ohren.
Einige waren mutig und kampferpropt...andere wiederum....
Er vollführte mit seiner Klinge einige gewagte Kombis im gehen und lief dann an der Seite der Gruppe entlang um sie abzudecken. Was war das nur für eine Woche.... die Einhandschüler und die Kunden die Rüstungen wollten rannten ihm die Bude ein.
Mehrere Kämpfe, ein Minecrawler Nest und jetzt diese Versammlung von Feiglingen...die meisten Novizen waren nicht wie die Banditen. Sie freuten sich nicht auf den Kampf, sie fürchteten sich davor.
Nur bei ihm und ein paar einzelnen schien das anders zu sein.
Was ihn ebenfalls verwunderte war das der weibliche Baal , ihr Name war Kitiara Carras kannte sie , ihre Waffe gezückt hatte und nicht ihre Magie. Hatten sie etwa wirklich einen Baal dabei die keine Magie beherschte?
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| 14.12.2003 15:08 | #211 |
| Lei|a |
Leila und Gardiff hatten nach einem längeren Marsch das neue Gebiet gefunden und ein einziges mal war Gardiff erstaunter als Leila, er hätte sich wohl nie vorstellen können, dass sowas existiert, während, Leila sowieso nichts von der Gegend um Khorinis wusste und so auf alles gefasst war.
Als Gardiff den Weg in den Sumpf in diesem Teil gehen wollte, hielt ihn Leila zurück und meinte "Wieso gehen wir nicht zuerst noch ein wenig in die andere Richtung? Ich hab momentan genug von Sümpfen!" so entschieden sich die beiden zuerst noch ein wenig in der Gegend herumzustreunen und erst dann in den Aussenposten des Sumpfes zu gehen.
Sie hatten nun schon eine ganze Weile Tempelruinen erforscht und seltsame giftgrüne rieseninsekten beobachet und dann schliesslich getötet. Sie befanden sich in einer seltsamen Gegend von den ersten Ruinen aus sah man einen Sumpf je weiter man jedoch in die entgegengesetzte Richtung ging je steiniger und trockener wurde die Umgebung.
"Seltsames Land hier findest du nicht Gardiff? Sumpf, trockene steinelandschaften und seltsame Ruinen!" Sie waren stehengeblieben, denn sie hatten einen Pfad erreicht der aussah als werde er noch benutzt, zwar nicht sehr oft aber dennoch gab es die ein oder andere Spur die nicht sehr alt war.
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| 14.12.2003 15:31 | #212 |
| Waldläufer |
" Ja seltsam ist die Gegend hier alle mal." bestätigte Gardiff seine Gefährtin und spähte wachsam um her. Er fühlte sich hier nicht wirklich sicher. Die ganze Zeit seit sie die Berge überquert hatten lag etwas bedrohliches in der Luft. Dem Gildenlosen war es unerklärlich was ihn so bedrückte. Vielleicht war es wirlich nur die tatsache das diese Gegend total neu und unbekannt für ihn war und das er einige beunruhigende Geschichte über das Land hier im Norden gehört hatte.Die beiden zogen also in Richtung westen. den Pfad entlang welcher wavon kündete das hier zumindest ab und zu jemand lang kam. Die weg schlängelte sich durch eine Schlucht was gardiff nicht wirklch gefiel und mit einem wachsamen Augen achtete er auf die Klippen über ihnen. Sie schienen schließlich die ideale Plätze für Wegelagerer zusein.
Doch zu Gardiffs Erleichterung geschah nichts dergleichen. das Land um sie herum blieb ruhig und bald teilte sicher der Weg an einem See wo die Beiden wieder kurz rasteten.
Der Himmel über ihnen war grau, sicher würde es bald schneien und noch etwas war da in der Luft.
" Riechst du das auch Leila?" fragte Gardiff und reckte seine Nase in den kalten Wind . " Riecht irgendwie nach Salz und Meer."
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| 14.12.2003 15:58 | #213 |
| Lei|a |
Oja diesen Geruch kannte sie nur zu gut, doch kam es ihr hier ehrlich gesagt richtig seltsam vor das Meer zu riechen. Aber ein gutes Zeichen war es und es hier an den Nordstränden wirklich Piraten gab, wieso sollten sie dann nicht gleich hier in dem bis vor kurzem unentdeckten Gebiet einen aussenposten oder ein Nahrungsmittelversteck haben. Die nähe zum Meer weckten wieder die innern sehnsüchte nach den Schiffen, dem Seemanns/frauleben und auch der Wunsch Piraten zu sehen, sie waren neben Gardiff immer noch die einzigen, denen Leila helfen und bei ihnen leben würde.
Nachdem sie kurz gerastet hatten meinte Leila "Was hältst du davon wenn wir uns beeilen? Ich habe den grossen Teil meines Lebens auf dem Meer verbracht und irgendwie währe es schön, nach diesen Tagen Wälder und Wildniss es wiedereinmal zu sehen!" Leia hatte schon ihre Sachen gepackt und war wieder bereit zum weitergehen. Sie genoss immer noch den kuschelig warmen Mantel den sie von Carras bekommen hatte, jedoch sollte sie wirklich mal ausschau nach einer Rüstung halten.
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| 14.12.2003 16:33 | #214 |
| Waldläufer |
"Nagut dann aber los so gemütlich das man hier Stunden zubringen müsste ist es hier wahrlich nicht." grinste Gardiff Leila zu und die beide machten sich wieder auf. Der Wind bließ heftiug über den See hinweg und lies ihn leichte wellen schlagen was fast so aus sah als hätte das Gewässer eine Gänsehaut Über dem See erhob sich ein dunkler Turm. Einer wie es sie im Minental zahlreich gab und sicher war auch dieser verlassen. Auch wenn das Gemäuer interresant aus sah zog es den Gildenlosen und seine Gefährtin nicht zu ihm, sie liefen weiter bis sie die Klippen erreichten und sich das graue, vom Wind aufgepeitschte Meer vor ihnen erstreckte.
Immer wieder schlugen die Wellen auf den hellen Strand. Im Sommer wäre es hier Oben sicher recht angenehm dachte sich der Gildenlose und schmunzelte.
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| 14.12.2003 20:07 | #215 |
| Cathal |
Langsam schlich der Suchende durch die Dunkelheit. Sie durften einfach nicht an ihr Ziel gelangen! Dafür würde er, beim Schläfer, sorgen! Nur ein leicht grünliches Funkeln drang aus der Finsternis, worauf einer der wachestehenden Novizen umfiel und laut schnarchend dem Schlaf verfiel. Nicht fiel später fiel auch schon der zweite und die Sumpfer gerieten in Aufruhr. Immer wieder fiel einer der Novizen aus heiterem Himmel um und die Brüder, Novizen und Hohen Novizen rissen ihre Schwerter und Nagelkeulen aus der Halterung. Planlos schielten sie in die Dunkelheit und versuchten vergeblichst den Angreifer zu enttarnen als Cathal mit einem schnellen Sprung hinter ihnen aus der Deckung sprang und eine schnelle Drehung mit seinem Kampfstab vollführte. Mit angestrengtem Gesichtsausdruck und einer schnellen Armbewegung wurde einer der Brüder durch eine mächtige Windfaust zurückgeworfen und landete genau in der Menge. Hechelnd und mit wütendem Gesichtsausdruck blickte Cathal sich um und drehte immer wieder seinen Kampfstab, ehe er einen noch recht jungen Novizen fixierte. Immer schneller drehte er den Kampfstab und lachte dann finster auf ehe er auf ihn zuschritt..
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| 14.12.2003 20:15 | #216 |
| Lei|a |
Wie schön das Meer doch war, leider war die Sicht miserabel und nicht weit von den Klippen entfernt war nur noch der graue Nebel zu sehen. So entging den beiden auch, dass sich rechts von ihnen auf dem Strand ein kleines Lager befand indem sich rauhe Typen am besaufen waren, genau die rauen Typen die Leila suchte.
Erst als sie die kühle Meeresluft tief einatmete merkte sie, dass sie ganz in der nähe von einem bewohnten Landstrich sein mussten an dem gesoffen wurde, der spitze gestank von Grog und anderen Schnäpsen gelangen in ihre Nase und nun hörte sie neben dem tosen der Wellen auch leises Gemurmel.
Gardiff musste dies auch bemerkt haben und schaute Leila ernst an "Scheint so als wären wir hier nicht alleine!" meinte er dann Leila nickte nur und schritt mit langsamen aber gezielten Schritten von den Klippen herunter, es musste ihrer Meinung nach hier irgendwo ein eingang zum Strand geben, denn die Leute die hier wohnten waren bestimmt nicht von den Klippen gesprungen. Ohne darauf zu achten was Gardiff tat ging sie weiter. Der Nebel war nur auf der Meeresseite vorhanden richtung Land war nur der immer dunkler werdende Himmel zu sehen, nachdem sie zwischen ein paar Bäumen hervorgetreten war blieb ihr der atem stehen. Wenige Meter vor ihr stand ein stämmiger, bewaffneter Bursche, hinter ihm lag eine Palisade an der noch gearbeitet wurde, wie Leila auf den zweiten Blick feststellte. Kaum hatte der Bursche sie bemerkt schritt er auf sie zu, beim näherkommen sah Leila, dass er eine hässliche Fratze hatte und er kam ihr ein wenig unheimlich vor allerdings erinnerte die Kleidung von ihm an die Kleidung die die Piraten trugen, die mit Leilas Vater gehandelt hatten.
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| 14.12.2003 20:30 | #217 |
| Carras |
Carras musste den Schock erstmal überwinden.
Dann stimmt es also was ihm neulich erzählt wurde, Cathal war ebenfalls verrückt geworden. Genau wie all die anderen Bääle und Templer auch.
Wieso war er so töricht gewesen zu denken das sie ungehindert an ihrem Ziel ankommen würden?
Jetzt reagierte er blitzschnell. Er rannte seitlich auf Cathal zu und sprang ihm in die Seite. Cathal schien überascht zu sein , wahrscheinlich war er gerade mit irgend einem Zauber beschäftigt gewesen.
Während er Cathal auf den Boden drückte schrie er den anderen noch zu "VERSCHWINDET! Ich halte ihn solange wie möglich auf!!"
Bis auf wenige verschwanden auch alle zusammen in der Dunkelheit , andere wiederum schienen ihre Angst nicht offen kund tun zu wollen. Das jemand denken könnte Carras wollte den Helden spielen intressierte ihn nicht.
Carras übermannte eine große Müdigkeit und mit einem Blick auf Cathal der immer noch unter ihm lag erklärte sich was los war:
Cathal schien diesen Schlaf Zauber auf ihn auszuüben.
Carras holte einmal aus und schlug Cathal mit voller Wucht ins Gesicht , die Müdigkeit lies sofort von ihm. Selbst Cathal konnte nicht zaubern wenn ein 2,10 Meter Mann auf ihm saß und ihm ins Gesicht schlug.
Carras holte gerade mal ein weiteres mal auf als er einen harten Schlag in die Magengegend bekam und von Cathal in hohen Bogen herunterflog-mitten gegen einen Stein. Carras hatte diesen Zauber schon einmal erlebt , es war diese verdammte Windfaust.
Er stützte sich gegen den Stein und richtete sich so auf
"Verdammt Cathal! Das hat weh getan!"
"UND IHR....." schrie er wutentbrannt zu den Novizen "....VERSCHWINDET!"Von der Rangordnung her hätten die meisten gehorchen müssen. Denn es waren extrem wenige Hohe Novizen hier , aber Novizen hatten nunmal ihren eigenen Kopf...
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| 14.12.2003 20:48 | #218 |
| Cathal |
Wütend stampfte Cathal auf. Ihn interessierte es nicht ob es Carras weh getan hatte. Nach diesem Schlag war er sogar so weit bereit zu gehen, den Kopf des Hohen Novizen abzuschlagen. Mit einem wütenden Schrei sprang er auf ihn zu und schwang seinen Stab in Richtung des Steins. Nur mit viel Glück konnte Carras ausweichen und brüllte selbst in seiner misslichen Lage noch weiter das die Novizen verschwinden sollten. Cathal blieb unbeeindruckt von alle dem was ihn umgab. Aus dem einst so ruhigen und allwissenden Baal war eine rachsüchtige, wütende Killermaschiene geworden. Immer wieder schwang er seinen Stab und hielt Carras mit schnellen Schägen vom aufstehen ab. Mal um Mal musste der Hohe Novize blocken und schließlich stand er wieder auf den Beinen.
Ein rotes Funkeln durzog die Augen des Hohen Baals, an dieser Stelle sollt ein jedem klar geworden sein, das Cathal keinerlei Hemmschwelle mehr hatte. Mit einem furchtbaren Schrei wirkte er eine Windfaust direkt in die Richtung des Hohen Novizen..
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| 14.12.2003 20:59 | #219 |
| Carras |
...dieser aber sprang zur Seite , entwischte allerdings nicht ganz. Seine Beine wurden erfasst und er flog rotierend durch die Luft.
"Cathal komm zu dir!" antwortete er nachdem er sich schnell wieder aufgerappelt hatte und nun kaum einen Meter von Cathal entfernt stand.
Er wartete allerdings auf keine Antwort sondern trat nach Cathals Beinen und schlug noch einmal auf sein Gesicht ein während Cathal schwankte.
Dann sprang er beiseite hinter den großen Stein hinter den er eben geflogen war , wie sollte er Cathal nur besiegen. Jeder anderen Gegner würde Carras in die Knie zwingen! Aber doch keinen bessesenen hohen Baal! Trotzdem machte ihm der Kampf Spaß.
Er schnappte sich einen Stein schnellte hinter dem Felsen hervor und schmiss den Stein Richtung Cathal. Der Stein blieb mitten in der Luft stehen , scheinbar hielt ihn Cathal mit einem Zauber dort fest. Carras rannte an dem Stein vorbei , schlug schnell mit dem Schwert nach Cathal - traf aber nur ein Stück Stoff weil Cathal schnell ausgewiechen war.
in Sekundenschnelle ging Cathal wieder mit seinem Kampfstab zum Angriff über, diesmal hatte Carras keine Propleme sie zu blocken schließlich war er Cathal in der Größe und körperlicher Kraft überlegen. Allerdings beherrschte er keine Magie wie Cathal.
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| 14.12.2003 21:10 | #220 |
| Cathal |
Immer wieder schnellte Cathal's Stab durch die Luft. Ein lautes Klirren und Schwingen war zu vernehmen. Ein schneller Schlagwechsel folgte immer wieder aufs neue, bis Cathal schließlich aus wich und den Stab runter nahm. Carras schien sich zu wundern und nutzte den Augenblick um einen Hieb in Richtung von Cathal's Schädel auszuführen. Cathal jedoch blieb unbeeindruckt stehen und ehe das Schwert auf seinen Schädel traf, hielt es plötzlich an. Mit alle Kraft drückte Carras das Schwert herab doch vergeblichst. Mit angestrengtem Gesichtsausdruck hielt Cathal es in der Luft fest, dies war die Fähigkeit die er am besten beherrschte. Nur kurze Zeit hielt der Hohe Baal die Starre ehe er Carras mit einem unerwarteten Schlag in den Magen zurück warf...
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| 14.12.2003 21:17 | #221 |
| Carras |
"Verdammt! Das hat gesessen!" dachte Carras während er wie in einer Zeitlupe Richtung Boden flog.
Carras stützte seine Hand auf den Boden verlagerte sein Gewicht und trat nach Cathal´s Beinen. Dieser kippte um und fiel mit dem Rücken auf Carras´s Knie. Carras grinste , sprang auf und stellte sich in Kampfposition während er in Cathal´s Schmerzverzerrtes aber dennoch desintressiertes Gesicht schaute. Cathal stand auch schon wieder auf beiden Beinen.
Solangsam gingen Carras die Ideen aus. Würde Cathal keine Magie beherrschen wäre es ihm vielleiht möglich Cathal zu besiegen , aber so?
Die meisten Novizen waren schon weit genug entfernt , nur manche standen immer noch auf den umliegenden Hügeln und schauten zu. Wenn Cathal sie nicht umbringen würde würde er es tun , witzelte Carras in sich hinein.
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| 14.12.2003 21:26 | #222 |
| Krieger-BP |
Unerwarteter Weiße trat ein weiterer Diener aus der Dunkelheit, schnellte voran und ließ seine kräftigen Arme um den Hals des Opfer schlingen, ihm die Luft zu rauben.
Carras ließ das Schwert fallen, röchelte um Luft und wurde von den Beinen gehoben.
Der Suchende zischte laut auf: „TÖTE IHN“, und drückte dem Novizen mehr und mehr die Luft ab.
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| 14.12.2003 22:05 | #223 |
| Veilyn |
Das konnte nicht sein! Einer von diesen komischen Typen war schon eine Gefahr, aber nun noch einer. "Arghl!" Keuchte Carras hervor, während Veilyn und ein paar weitere Sumpfler, unter ihnen auch Knörx und Tarim, geschockt zusahen. "Verdammt! Verdammt! Verdammt! Was, was... soll ich tun?!" Schoss es Veilyn durch den Kopf. "Ich, ich-" Flüsterte er mit vor Angst und Panik zitternder Stimme vor sich hin. In so einer Situation war er bisher noch nie gewesen. Unfähig zu handeln, beobachtete er das weitere Geschehen.
Carras ließ nun einen Arm herab sinken, was die Angreifer dazu brachte anzunehmen, er wäre schon so gut wie besiegt. Dieser Gedanke erwies sich als grosser Fehler, da Carras plötzlich einen Dolch aus einer versteckten Tasche seiner Rüstung zog und versuchte, den selbigen dem neuen Angreifer in die Brust zu rammen. Dieser konnte gerade noch so ausweichen, musste aber Carras loslassen. Der folgende Tritt Carras' in die Magengrube des Suchenden konnte allerdings nicht mehr abgewehrt werden.
Der bessesene Cathal schlug nun aber mit seinem Kampfstab nach Carras, welcher sich knapp mit einem Sprung zur Seite retten konnte. Eine Sekunde später schon folgte der nächste Schlag.
Veilyn wurde nun aus seiner Versteinerung gerissen. Knörx hatte sich für Carras' Leben eingesetzt, indem er von der Seite her in Cathal hineingesprungen war und diesen von den Füßen riss. "Verdammt, ich muss auch etwas tun!" Rief eine Stimme in Veilyns Kopf.
Er und Tarim stürtzten sich nun mit ins Geschehen. Veilyn rannte schnell zu Carras' Schwert und schmiss es diesem zu Füssen, während Tarim versuchte den anderen Bessesennen abzulenken. Nachdem Veilyn Carras' Schwert demselbigen wieder beschafft hatte, zückte er seinen rostigen Dolch, und stürtze sich mit auf Cathal, der Knörx gerade mit einer Windfaust von sich warf.
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| 14.12.2003 22:22 | #224 |
| Carras |
Carras grinste den "Neuankömmlingen" zu.
Kein schlechter Auftritt den sie da hervorgebracht hatten!
Carras nahm sein Schwert sprang auf und nickte Veylin zu. Carras kannte ihn flüchtig.
Als er Cathal´s Klinge von ihm wegzog murmelte er ein kurzes "danke".Dann schmissen sich zwei Carras völlig unbekannte Novizen von hinten auf Cathal und rissen ihn zu Boden wo er aber nicht lange blieb.
Kaum einer der Novize hatte ein Schwert , geschweige denn das er es führen könnte , aber immerhin besser als nichts.
Er wante sich zu dem neuen Angreifer um der zu seinem Schrecken Krieger war. Der verrückte Templer aus dem Sumpf den Carras von früher kannte."Krieger...ich soll dir von Gardiff schöne Grüße bestellen" sagte Carras locker als wenn sie ein Kaffeekränzchen abhalten würden.
"Und jetzt stelle ich dich erstmal ruhig" sagte er in einem ruhigen Ton als würde er etwas erzählt bekommen was er schon lange wusste
Carras´s Faust schnellte nach vorne und brachte Krieger ins schwanken.Mit dem Schwertknauf schlug er schnell nach und traf mitten in Kriegers Magen der mit einem leisen Röcheln versuchte auf den beinen zu bleiben , was ihm auch gelang. Er war schließlich nicht aus Pappe!
Ganz im Gegenteil , Krieger hielt einiges aus.
Dann flogen ihre Klingen auf einander zu , prallten auf einander, flogen wieder auseinander und traffen sich erneut. Krieger war ein Templer während Carras Hoher Novize war. Von den Rängen gesehen hätte Carras niemals gewinen könne. Aber das Gute siegt immer , witzelte er.
Cathal hatte er schließlich auch mehr oder weniger in Schach halten können....
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| 14.12.2003 22:48 | #225 |
| Krieger-BP |
Die Stimme seines Meisters im Ohr habend, tat Krieger wie ihm befohlen. Schwere Stiefel wulzten sich aus dem Schlamm und schoßen in die Höhe. Der eingemummelte Körper schwankte nach vorn, zog ein Schwert mit sich, dass gradewegs auf das des Gegner landete. Hieb für hieb folgte, bitzschnell und erbarmungslos.Mit einem lauten Platsch landete der Novize im Matsch des Sumpfes. Krieger vollführte einen kräftigen Fußtritt und schmetterte ihm das Schwert aus der Hand, dann ließ er ab von ihm.
Mit zwei Sätzen war er beim andren Suchenden, riss ihm die beiden Novizen vom Leib und schleuderte sie hinfort.
„Was wollen sie hier?“, zischte Krieger. „Die Menschenkinder. Tot werden sie sein, wenn der Meister es will!“
„Ja, tot werden sie sein!“, zischte nun auch Cathal, fing an Magie zu wirken.Die beiden kleinen Novizen waren hinfortgerannt, von der Angst gepackt. „Tot wirst du sein! Wenn der Meister es will!“, zischte Krieger noch einmal. Doch der Meister schien sich nicht sicher zu sein. Beide Suchende verharrten in Angriffstellung, doch sie griffen nicht an.
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| 14.12.2003 22:58 | #226 |
| Carras |
Carras rappelte sich auf. Er war so eben auf gefrorenen Matsch gelandet. Das würde Krieger bereuen.
Er packte ihn an der Schulter ,riss ihn herum, trat ihm die Beine weg und schubste ihn Richtung einer großen Eispfütze auf der er mit dem Gesicht aufkam.Hätte Krieger genauer auf Carras geachtete wäre das eine sehr schwere Aktion gewesen. Aber krieger hatte nun mal nicht auf Carras geachtetet.
Plötzlich spürte er wie er eine Windfaust in den Rücken bekam und nach vorne auf Krieger zuschleuderte.
Carras´s dicke Rüstung hatte das meiste abgefangen , im Tiefflug versuchte er Krieger zu treffen streifte ihn aber nur und richtete sich so schnell wie möglich auf nachdem er gelandet war.
Sie müssten endlich verschwinden! Carras war stärker als viele anderen aber diese 2 zusammen konnte er mit der Hilfe einiger unbewaffneter Novizen nicht besiegen.
Kämpfen machte ihm Spass, Morden machte ihm Spass , Kämpfe um Leben und Tod machten ihn Spaß selbst wenn er tödlich verletzt war aber doch nicht wenn so viele Novizenleben im Spiel waren!
Einer war schon unmächtig zusammen gebrochen und wurde von einem anderen Novizen davon geschleppt.
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| 14.12.2003 23:20 | #227 |
| Veilyn |
"Na warte du Sack!" Schrie Veilyn in Rage und rammte Cathal die Faust in die rechte Niere. "Uff!" Stöhnte dieser auf und geriet leicht ins Taumeln. "Ha!" Dachte sich Veilyn. Seine Freude war allerdings nur von kurzer Dauer, als er von einer Windfaust getroffen wurde und mehrere Meter durch die Luft wirbelte. Wamm! Ein dumpfer Aufprall. "Uark!" Röchelte Veilyn und blickte regungslos in den Nachthimmel. "Du stehst dem Meister im Weg! STIRB!" Rief Cathal, als er vor Veilyn stand, und mit seinem Stab ausholte. "Uahh." Ließ der bessesene Baal von sich vernehmen, als er ins rutschen kam, und der Länge nach hin fiel. "Puh! Schwein gehabt." Dachte sich Veilyn und krabbelte so schnell er konhte von der Eispfütze, auf der er und Cathal sich befanden.
Wieder auf den Beinen drehte er sich sofort um, damit er weiterhin Carras unterstützen konnte. Der allerdings schrie nur sie sollten verschwinden, solange sie es noch konnten. "Aber ich-" "Jetzt haut schon ab!" Carras' Schrei hallte laut durch die Luft. Verunsichert setzten sich die jungen Sumpfler schließlich in Bewegung und waren schon bald am Rennen.
Sie rannten so schnell sie konnten durch die eisige Nacht. "Hoffentlich stirbt er nicht." Dachte sich Veilyn noch.
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| 15.12.2003 21:06 | #228 |
| knörx |
Knörx war entsetzt. Er lag also richtig, als er sich an die Stimme des verhüllten Mannes erinnerte, der ihn vor gar nicht zu langer Zeit durch den Sumpf fliegen ließ. Und dieses Mal war es nur wenig anders. Nachdem Knörx von Cathal abgeworfen worden war, hatte dieser wieder den gleichen Zauber angewandt, den Knörx schon mal von ihm abbekommen hatte. Ein paar Meter segelte Knörx durch die Luft, ehe ein Baum seinen Flug sehr unsanft abbremste. Mit einen Knacken, das an einen nassen Ast erinnert, auf den man zuvor getreten war prallte Knörx gegen den Baum und kullerte einen Meter den Stamm hinunter, wo er auch liegen blieb. Seine Arme waren kraftlos, seine Versuche, sich aufzurichten, erfolglos. Er hörte nur immer wieder die Rufe der Kämpfenden und das scharfe Zischen, das zu hören war, wenn wieder jemand wie von einer unsichtbaren Hand gepackt durch die Luft segelte, sobald einer der beiden verhüllten Angreifer einen Zauber sprach.
Knörx Schädel hämmerte und sein Rücken gab ein lautes Knacken von sich, als Knörx versuchte, auf seinen wackeligen Beinen zum Stehen zu kommen. Seine Sicht war verschwommen, er hatte jeglichen Gleichgewichtssinn verloren. Sein erster Schritt nach vorne endete mit dem Gesicht auf dem harten Boden. Jetzt schmerzte auch noch Knörx Stirn. Fluchend stützte sich Knörx auf einen Arm und versuchte, die Schmerzen zu unterdrücken, während er mit dem anderen das blutige Rinnsaal, das seine Stirn hinunterfloss, abwischte.
Ein weiteres Zischen durchschnitt die Luft und Knörx konnte grade Veilyn erhaschen, wie auch er durch die Luft geschleudert wurde. Mit einem trockenen Watsch! landete Veilyn auf einer Eispfütze und überschlug sich. Als er schließlich auf dem glattem sonst so flüssigem Nass zu stehen kam blib er dort mit dem Gesicht nach oben liegen. Cathal kam schnellen Schrittes nach und holte grad zum Schlag aus, als Veilyn die Augen öffnete. Aber das Eis brachte den Baal in die gleiche Lage, in der sich Knörx auch gerade befand: jeglicher Sinn für Gleichgewicht schien gewichen zu sein und als Cathal zum Schlag ausholte riss ihn der Schwung seiner Waffe von den Füßen. Diese Gelegenheit nutzte Veilyn, um sich aus dem Staub zu machen.
Als sich Cathal wieder aufgerappelt hatte konnte er Veilyn nicht erspähen. Sein schweifender Blick traf auf Knörx, der immer noch halb am Boden lag. Mit einem irren Lächeln auf dem Gesicht stand er langsam auf und ging auf Knörx zu. Dieser versuchte so weit wie möglich von Cathal wegzukrabbeln, aber der Ball war schneller und holte Knörx ein. Als Knörx den Stab an seiner Kehle spürte war es schon zu spät. Mit einem Schlag seiner Waffe beförderte er Knörx auf den Rücken, so dass dieser nun Cathal in die Augen blicken konnte.
"Jeder, der sich dem Meister widersetzt, wird von uns beseitigt." sprach Cathal mit einer merkwürdig tief klingenden Stimme.
Er holte zum Schlag aus und sah Knörx noch einmal in die AUgen."Jetzt wirst du sterben." sagte er.
"Cathal, komm zu dir!" schrie Knörx verzweifelt. "Was ist los mit dir? Du warst doch nicht immer so. Cathal....bitte töte mich nicht!"
"Stirb!" sprach Cathal noch, ehe er zustieß.
"Neeeeiiiiinnn!" Knörx hörte einen Schrei und Cathal wirbelte herum. Ein Schwert sauste nieder und Knörx konnte das Gesicht von dem neuen in der Gruppe, Carras hatte Veilyn ihn genannt, erkennen.
"Los, hau ab!" schrie er zu Knörx, bevor Cathal zu einem Gegenschlag ansetzte.
Knörx rappelt sich auf und stolperte aus dem Kampfgetümmel hinter den anderen Novizen her. Hier konnte er nichts mehr ausrichten. Im Laufen wandte sich Knörx noch einmal um und sagte in Gedanken:
"Halte aus Carras. Du schaffst das schon."
dann rannte er weiter in die schwarze Nacht hinein.
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| 15.12.2003 21:30 | #229 |
| Carras |
>> Lange kann ich die nicht aufhalten!<< brummelte Carras vor sich hin. Er würde sobald wie möglich ebenfalls fliehen , er müsste den Novizen nur wieder einmal etwas Vorsprung verschaffen. War doch ganz einfach..... versuchte er sich einzureden.
Aber jetzt konnte er wenigstens wieder Spaß am Kämpfen haben, jetzt wo keine Novizenleben, ausser dem seinigen auf dem Leben standen.
>> Stirb!<
>> Oh man...könnt ihr euch nichts besseres einfallen lassen?!<
>> Stirb! Stirb! Stirb endlich! Der Meister duldelt es nicht! Stirb!<<
>> Idioten! Glaubt ihr wirklich der Schläfer würde ein solches Massaker wollen? <<
Cathal entfuhr ein Art Zischlaut aus der Kehle der aber sofort vonn Carras´s Faust erdrosselt wurde.
Carras war ihm an die Gurgel gesprungen und hatte ihn zu Boden geworfen. Er wirbelte herum packte Krieger an der Schulter und schlug zu. Krieger aber wich aus so das Carras ihn nur streifte.
Lange würde er das Spielchen hier nicht aushalten , aber Carras schein es so als würden die beiden in ihrem normalen Zustand besser kämpfen.
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| 15.12.2003 22:22 | #230 |
| Utor Rune |
Der Kampf dauerte jetzt mittlerweile schon Ewigkeiten, sokam es ihm jedenfalls vor.Utor hatte sich seit Anbeginn des Kampfes in eine für ihn Sicheren Abstand begeben und beobachtete nun das Geschehen nicht allzu weit von Ort des Schauplatzes entfernt.
Eingreifen in den Kampf würde er wahrlich nicht, den erstens wahr er nicht geübt mit dem Umgang eines Schwertes, geschweige denn besaß er genug Geschick im Umgang mit dem Messer.Zweitens, das war für ihn das größte Rätsel, versuchten seine neuen Gefährten nicht die Angreifer zutöten, sondern eher nur dem Rest der Gruppe ein Vorsprung zu gewähren, was ihnen auch von Carras befohlen wurde, jedoch nicht von jedem eingehalten wurde.
Da Utor nicht recht wusste was er nun tun sollte, fing er an ein Gebet an den Schläfer zu schicken. Dieses hatte er Stunden zuvor von einem Novizen gelernt.
Nachdem Gebet machte er sich auf den Weg in die Richtung, wohin der Rest der Gruppe gelaufen wahr, den Carras war jetzt nur noch der eintigste am Ort des Kampfes und helfen konnte Utor ihm leider nicht, doch er spürte das sein Gebet etwas bewirken würde, da er all seine Kraft in dieses Gebet gesetzt hatte
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| 15.12.2003 22:24 | #231 |
| Sheron J. Spark |
Mit festem Schritt und sicherem Blick druchstreifte Sheron der Wegelagerer immernoch den Canyon des neu entdeckten Gebiets.Schon lange beschäftigte ihn die Frage wo er hier eigentlich war und wieso er vorher nie etwas von diesem Gebiet gehört hatte. Gab es hier überhaupt andere Menschen? Und noch besser war wohl die Frage > Wie kam er hier jemals wieder raus? < fraglich blickte Sheron von einer Seite des Canyons, bis zur anderen, deren Ende er keinenfalls mit den Augen ausmachen konnte und schüttelte den Kopf...
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| 15.12.2003 22:29 | #232 |
| Tarim |
Tarim war dem anderen Novizen hinterher gerannt. Alles schmerzte ihm. Er musste weiter. Er durfte einfach jetzt nicht schlapp machen. Er sah auf und erkannte ein kleines Licht. Das mussten die anderen sein. Das mussten sie einfach sein. Veilyn musste es auch entdeckt haben. Das Fackellicht der anderen Novizen. Tarim wurde immer langsamer. Er konnte nicht mehr. Nur noch ein kleines Stück, dachte er. Nur ein paar Meter. Er rannte immer weiter, in der Hoffnung, dass es wirklich die anderen Novizen waren. Das Licht kam immer näher. Vor Tarims Augen verschwamm alles. Er kniff die Augen zu. Und plötzlich...schon lag er im Sumpf. Über eine Wurzel war er gestolpert. Veilyn half ihm auf. "Gehts noch das Stück" Tarim nickte. Halb humpeld schleppte er sich bis zu den Lichtern.
Sie hatten Glück. Es waren die anderen. Er lies sich gegen einen Baum fallen und blickte durch die Runde. Alle Novizen waren erschöpft. Manche saßen röchelnd, genau wie er, am Boden nach dem langem Rennen. Andere hatten mehr Kondition. Sie spähten in die Nacht nach den anderen. Knörx kam blutverschmiert zu. Tarim sah kurz auf. Jetzt fehlt nur noch Carras, dachte Tarim. Doch genau in dem Moment sprach Kitiara:"Los, steht auf wir müssen weiter. Carras kommt bestimmt gleich nach. Er wird uns schon finden. Für uns ist es hier aber zu gefährlich." Mürrisch machten sie sich auf. Ihnen war schon allen klar das sie weiter mussten. Doch sie wollten eigentlich niemanden zurück lassen. Sie hatten einfach keine Wahl. Nachtigaller bildete das Schlusslicht des Zuges und Kitiara führte sie wieder. Tarim hingegen humpelte vorwärts. Etwas war mit seinem Bein nicht in Ordnung. Neben im her lief Utor, der Brüger, der vor kurzem zu ihnen dazugestoßen ist. Tarim wollte endlich Rasten, doch er murrte nicht. Er dachte immer nur wieder daran, dass es bei Abaddon wie schlimmer war. Sicher war er sich dabei nicht.
Sie liefen schon wieder eine ganze Weile. Doch der Fischer wusste nicht wie lange. Er konzentierte sich mehr aufs Gehen, als auf alles andere. Plötzlich löste sich ein Gemurmel aus. Tarim sah auf. In der Ferne des Sumpfes war ein schwaches Licht zu erkennen. Vielleicht von einem Lagerfeuer. Waren es vielleicht die anderen Novizen, die sie suchten, oder eine neue Gefahr?
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| 15.12.2003 22:45 | #233 |
| Utor Rune |
Der zurückliegenden Kampf hatte alle in der Grupper ziemlich mitgenommen, und sie wahren sichtlich erleichtert das sie nochmal Lebend aus dieser Sitution rausgekommen sind.
"Wo bleibt nur dieser Carras"fragte er sich, und fing auch im gleichen Moment an sich Vorwürfe zu machen das er ihn allein dort zurückgelassen hatte. Doch Helfen hätte er ihm nicht können. Wie sollte er das auch tun ohne eine entsprechende Ausbildung im Umgang mit Waffen.
Tarims Bein sahr stark mitgenommen aus und er hat Probleme mit dem Rest der Gruppe mitzuhalten, und so trat Utor neben Tarim und legte sich einen Arm von Tarim um die Schultern um hin so zu stützen und dadurch das laufen zu vereinfachen. Denn wenn er schon nicht Carras helfen konnte wollte er wenigstens Tarim helfen
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| 16.12.2003 21:16 | #234 |
| Atlas |
Atlas hatte nun genug vom Sumpf, zumindest vorerst. Der Schürfer wollte wieder zurück. Klar, in der neuen Welt mit dem warmen, gemütlichen Strand und den vielen köstlichen, aufbauenden Sumpfstengel würde er vermissen, aber er vermisste auch die im Wind wogenden Wälder, die Sicherheit und Geborgenheit der Banditenburg und sein rauhes, doch warmes Bett dort. Er wusste zwar bereits, wenn er den dort sein würde, würde ihm das Ganze nicht mehr so romantisch erscheinen, aber immerhin erleichtere es den Abschied. Der Pass kam immer näher und die kalte Brise wehte ihm salzige Meerwind ins Gesicht. Weit weg war Khorinis zu erkennen und auch die Felder von Onars Hof waren trotz des Nebels, der alles in einem fahlen Licht erscheinen liess zu erkennen. Doch nun musste er sich auf das hier und jetzt konzentrieren, den der Abstieg war steil und rutschig, schien beinahe auf unachsame Wanderer zu warten. Schroffe Steine säumten den Weg und machten deutlich, das sie hier noch Herr waren. Kalt und abweisend standen sie schon seit Äonen gegen den Wind und waren doch nicht zurückgewichen. Nichts schien ihnen etwas anhaben zu können, weder Wasser noch Wind noch irgend eine andere Gewalt zwischen Himmel und Erden. Atlas ging geduckt den weiteren Weg richtung Hof und war froh, als zuerst Gras, dann Büsche und schliesslich wieder Bäume am Wegesrand erschienen und das graue Einerlei ablösten.
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| 16.12.2003 21:20 | #235 |
| knörx |
Mit einem provisorischen Verband, ein Stück Stoff von seinem Hemd um genau zu sein, hatte Knörx die Wunde an seiner Stirn verdecken können und so den ständigen Blutfluss, der inzwischen sein ganzes Gesicht rot gefärbt hatte, Einhalt geboten. Immer noch leicht wackelig auf den Beinen schaffte es Knörx trotzdem, mit der Gruppe Schritt zu halten und sogar Kitiara an der Spitze der Gruppe zu begleiten. Inzwischen hatten sie es aus dem Pass heraus geschafft und befanden sich nun auf einen neuen Kurs, der sie wohl hoffentlich bald zu einer neuen Raststätte bringen würde.
Knörx ließ den Blick schweifen um die Umgebung zu inspizieren. Buschige Laubbäume wechselten sich mit sumpfigen Morast, der Himmel war von Wolken verdeckt und trotzdem war es unerwartet schwül. Viele alte Bäume wuchsen zusammen auf den Klippenwänden und wirkten im rötlichen Abendlicht wie knochige Hände, die nach den Reisenden griffen. Ein schwarzer Rabe krächzte weit über ihnen, als die verschmutzte und blutige Schar um die Ecke des Pfades bog. Vor ihnen bot sich ein seltsamer Anblick: Durch das dunkle Dickicht der Bäume sah man ein paar schwache Lichter, sie flackerten wie Fackeln. Die Gruppe steuerte vorsichtig darauf zu, der Novize Tarim war gestürzt und sich möglicherweise etwas gestaucht, er wurde von zwei Brüdern gestützt. Einige Novizen dachten, sie wären schon im Sumpf, die vilen Bäume und der Matschige Boden erweckten wirklich diesen Anschein. Aber es war eheblich trockener als im Sumpf und die Luft war auch nicht so stickig wie in ihrem eigenen Sumpf.
Nach einen kurzen Marsch schritten die Novizen aus dem Wald ins Freie und erblickten das neue Land. Einige Farne säumten die weiten Wiesen und in der Ferne konnten sie die Umrisse einer gewaltigen Tempelanlage erkennen. Mitten auf dem Platz vor dem Tempel standen die Lichter, die sie gesehen hatten. Es waren Fackeln und rund um die Fackeln saß eine Gruppe von Leuten.
"Das werden unsere Brüder aus dem Sumpf sein!" dachte sich Knörx und sie schritten gemeinsam in Richtung kleinen Gruppe in der Ferne.
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| 16.12.2003 22:35 | #236 |
| Utor Rune |
Mittlerweile war wieder ein Tag vergangen, den er nicht Daheim war, nicht bei seinem Vater. Auch wenn ihm sein Vater jeden Tag wieder das Gefühl gab des er für ihn nur ein Klotz am Bein darstellte und er es nie zu etwas bringen würde, vermisste Utor ihn doch sehr, den sein Vater war das einzigste was ihm nach dem Tod sein Mutter geblieben war.
Als er sich seine Gefährten anschaute bemerkte er erst jetzt das er einer derjeniegen war die am besten aus dem gestriegen Kampf hinausgekommen war. KNÖRX hatte eine Wunde am Kopf und dieser war jetzt schon rot vom ganzen Blut gefärbt.Utor hoffte für ihn das die Wunde nicht Anfangen würde zu Eitern, das hatte er bis jetzt nur einmal in seinen Kindertagen gesehen. Bei einem leider verstorbenen Freund aus dem Havenviertel dem eine Ratte ins Bein gebissen hat. Nur hat dieser keinen Heiler aufgesucht und so fing das Bein an zu Eitern und später kam dann der Wundbrand hinzu. Daran ist er dann leider Verstorben.
Er stütze Tarim immernoch, jetzt war sogar noch ein anderer Novize hinzugekommen, Utor kannte seinen Namen noch nicht oder er hatte ihn schon wieder vergessen, ihn zu stützen und ihm somit das laufen zu erleichtern. Leider ist Tarim noch einmal gestürtzt und seitdem fällt ihm das laufen wohl noch ein Stück Schwerer. Er hoffte für ihn das wir bald das Ziel dieser Reise erreichen würden damit Tarim Ruhe bekommt, die er bräuchte, und so dachte er sich wie jeder anderer der Gruppe auch verdient hatte.
Soeben durchschritten er und seine neuen Gefährten den Wald und kamen an den Rand einer Lichtung. In weiter Ferne ließen sich die Überreste einer alten riesiegen Tempelanlagen erblicken. Die Wiesen der Lichtung waren mit Farnen gesäumt. Utor Erkannte Freude in den Gesichtern seiner neuen Freunde. Also hatten sie vielleicht fast ihr Ziel erreicht. Dies bedeutete vielleicht auch das die Strapazen bald ein Ende haben würden oder aber das sie jetzt erst richtig anfangen würden.
Wie dem auch sei, sahen sie vor dem nun erreichten Tempelplatz Fackeln Leuchten. Inmitten dieser Fackeln entdeckte er eine Gruppe von Menschen.
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| 16.12.2003 22:39 | #237 |
| Veilyn |
"Si- si- sind das die anderen?" Fragte Veilyn matt und mit vor Freude bebender Stimme. Die anderen schienen dies auch zu denken und blickten ebenso hoffungsvoll in Richtung des beleuchteten Platzes. Langsam und vorsichtig näherten sie sich den anderen, die beieinander saßen und munter plauderten. Kitiara schritt nun auf sie zu.
"Ihr seit die andere Novizengruppe, nicht wahr?" Die Sumpfler nickten ihr zu. "Nun, das ist gut! Wir haben Verletzte, die versorgt werden müssen." "Was ist passiert?" Fragte einer der ranghöchsten Novizen. "Wir wurden angegriffen. Anscheinend sind wir hier auf dem richtigen Weg, sonst hätte man nicht versucht uns hinterrücks zu ermorden!" Sie winkte nun den anderen Sumpflern zu, die zwischen den Bäumen gewartet hatten und bedeutete ihnen, dass sie näher kommen konnten.
"Angegriffen?!" Fragten einige Novizen geschockt. "Ja, von anderen Mitgliedern des Sumpfes, die von dem Erzdämon bessesen sind. Aber ich glaube über die Geschehnisse, können sie hier besser berichten." Sie deutete auf Knörx, Tarim, Utor, Veilyn und Nachtigaller.
Nach einiger Zeit war die Diskussion schon im vollen Gange. Es wurde beraten was als nächsten getan werden sollte, und die vielen Novizen, die nicht am Kampf gegen Cathal und Krieger beteiligt waren, fragten die Verletzten immer wieder darüber aus, was denn nun eigentlich passiert sei.
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| 17.12.2003 17:23 | #238 |
| Raphael |
Raphaels letzte Tage waren sehr anstrengend und so wachte er auch erst um diese Uhrzeit auf. Vor ihm sassen viele Novizen in einer Runde, mehr als in seiner Gruppe waren.
Er streckte sich etwas und richtet sich dann auf. Die Novizen sassen um das Feuer und berichteten von ihren Erlebnissen. Irgendein Novize nahm wohl ein paar Fische mit die von den anderen Novizen mit Genuss verschlungen wurden. Raphael blieb nur noch ein kleines Stück, doch das war besser als gar nichts. Die Verletzten wurden von kräuterkundigen Novizen behandelt, die anderen erzählten. Es war wahrlich interessant was sie dort erzählten und alle saßen mit Spannung am Feuer...
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| 17.12.2003 18:29 | #239 |
| Carras |
Lange hatte Carras hekämpft. Viel hatte er eingesteckt. Doch noch mehr hatte er ausgeteilt.
Er starrte seine beiden Gegner ein letztes mal an packte jeden mit einer Hand und schleuderte sie gegen einen Stein. Ob sie davon ohnmächtig wurden konnte Carras nicht feststellen da er sich umdrehte und anfing zu rennen , hoffentlich war den Novizen auf dem restlichen Weg nichts zugestossen. Jetzt gesellte sich auch wieder Tala zu ihm der stumm neben ihm herlief , er hatte sich aus dem Kampf herausgehalten weil er wusste das er hätte nichts machen können.
Vermuten allerdings tat es Carras dass Cathal und Krieger ohnmächtig geworden waren. Denn sie verfolgten ihn nicht und er wurde auch von keiner Windfaust niedergestreckt. Aber das könnte auch andere Gründe haben.
Der Kampf hatte ihn viel Kraft gekostet , hätte er vorher nicht noch andere Kämpfe mit Menschen und Minecrawler bestritten und hätte etliche Leben gerettet so könnte er jetzt wahrscheinlich noch stehen.
Aber nach all den Strapazen ohne Erholung strauchelte nun selbst er.
In der Nähe sah er eine kleine Höhle, kaum großer als eine Tür in die er sich vielleicht Schlafen legen könnte....
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| 17.12.2003 21:34 | #240 |
| Veilyn |
Ein richtig gemütliches Beisammensein, war es nun geworden. Die Novizen plauderten und scherzten Miteinander. Und es schien so, als ob niemand sich Sorgen machen würde. Weder um den Schläfer, noch um den Erzdämon und auch nicht um das Schicksal der Welt. Nur ein guter Beobachter konnte feststellen, dass ihr Lachen kalt klang. Die Gespräche drehten sich auch nur immer wieder um die selben Dinge, wie den Kampf gegen die Suchenden und die Flucht vor ihnen, oder um die verschiedenen Erlebnisse auf der Reise in dieses Tal.
"Nun," Begann Kitiara und stand auf. "Wir sollten wieder aufbrechen. Wir sind schon zu lange hier. Das könnte uns zum Verhängnis werden, falls wir erneut von den Schergen des Erzdämons angegriffen werden." Die Novizen blickten sie missmutig an. Aber was sollten sie schon machen, sie hatten sich einmal dafür entschieden dem Schläfer zu Hilfe zu eilen und möglicherweise auch für ihn zu sterben. "Also, brechen wir auf!" Mürrisch fingen die Novizen an, die wenigen Dinge abzubauen, die sie während ihrer Rast benötigt hatten und halfen nun den Novizen, die verletzt waren, auf.
Dieses mal, ging Knörx mit voran, bei Kitiara, die inzwischen Licht herbei gezaubert hatte. "Krass, hoffentlich lern ich das auch irgendwann!" Dachte sich Veilyn.
Knörx führte sie anhand seiner Vision, immer weiter von den Ruinen weg, bis sie vor einem riesigen Sumpf standen. Der Geruch, von feuchter Erde und Morast und die lauten Geräusche der Tiere des Sumpfes, liessen keinen Zweifel. "Hoffentlich," Flüsterte Veilyn. "Hoffentlich schaffen wir's."
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| 17.12.2003 22:07 | #241 |
| Utor Rune |
Sie hatten sich mittlerweile wieder auf den Weg gemacht und waren nun in einem Sumpf angekommen.Eine ihm völlig unbekannte Gegend, doch sie ließ seine Abenteuerlust weiter steigen.
Die Rast hat Tarim gutgetan, den so hatte er die Chance sich zu erholen und jemand konnte sich um sein Bein kümmern.
Deshalb konnte er jetzt auch wieder alleine laufen ohne die Hilfe von ihm und dem Novizen des Namen er immernoch nicht wieder wusste. Ihn aber auch nicht frage wollte, weil es peinlich schien ihn vielleicht ernneut nach seinen Namen zu fragen.
Doch eines fragte sich Utor dennoch, was war eigentlich das Ziel und der Sinn dieser Reise. Deshalb begab er sich neben Veilyn und fragte ihn:"Was ist der Sinn und das Ziel dieser Reise?", und schaute ihn dabei fragend und mit weit geöffneten Augen an.
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| 17.12.2003 22:18 | #242 |
| knörx |
Knörx blieb am Rand des Sumpfes auf einer Erhöhung stehen und überblickte die Landschaft. Der Sumpf war groß, warscheinlich größer als der Sumpf, den er schon kannte. Die Bäume wuchsen hoch, man konnte das Leben auf dem Boden, in der Luft und im Wasser förmlich spüren. Leben, das von Freude, von Natur und von Liebe erzählte, aber auch von Gefahr, Zerstörung und Tod. Dieser Sumpf war gefährlich, aber Knörx wusste, dass hier ihr Ziel lag. Irgendwo im Sumpf lag der Tempel, in dem der Erzdämon auf sie wartete. Ein Schauer ging durch Knörx, als er eine Hand auf seiner Schulter spürte und blitzartig herumfuhr. Die Hand gehörte Kitiara, ihre Stirn lag in Falten und sie hatte einen ernsten Gesichtsausdruck.
"Bis hierher konnte ich uns führen, in diesem Sumpf liegt der Außenposten des Schläfers. Aber der Sumpf ist groß. Der Außenposten liegt im Süden, es wurde bei einem alten Tempel aufgebaut. Aber es gibt noch viele andere Tempel im Sumpf. Jeder könnte den Unterschlupf des Erzdämons darstellen. Ab hier also muss ich, müssen wir alle dir und deiner Vision vertrauen." sagte Kitiara.
"Der Tempel, den wir suchen, ist recht groß." antwortete Knörx. "Vielleicht der größte hier im Sumpf. Dorthin müssen wir gehen."
"Der größte liegt im Norden des Sumpfes, den sollten wir zuerst aufsuchen. Aber wir müssen alle aufpassen, Gefahren lauern überall."
Kitiara entfernte sich wieder von Knörx zum Anfang der Gruppe und führte sie zum Sumpf. Knörx verharrte noch kurz, dann kam er auch nach und schloss sich der Gruppe wieder an.
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| 17.12.2003 22:37 | #243 |
| Veilyn |
Veilyn blickte Utor erst einmal verwirrt an, begriff dann aber schnell, dass er es ja nicht wissen konnte. "Nun," Fing er an und blickte in die Dunkelheit und das Grün des Sumpfes. "Wir, sind dabei unseren Gott zu retten." Veilyn lächelte Utor an. "Also, ich erzähl mal kurz was ich insgesamt weis. Vor einiger Zeit fingen die Templer, so nennen wir die Krieger unserer Gemeinschaft, und die Baals, unsere Magier und Priester, an sich merkwürdig zu benehmen. Sie griffen grundlos andere Sumpfler, wie wir auch genannt werden, an und kleideten sich in seltsame Kutten. Du warst ja bei dem Angriff vor einiger Zeit dabei, nicht wahr? Diese zwei vermummten Gestalten waren, der Baal Cathal und noch jemand den ich nich kenne. Ich nehme an ein Templer oder so etwas. Mein Freund Knörx da vorn," er deutete an die Spitze der Gruppe, "hatte eine Vision, in der er sah, dass der Schläfer, unser Gott, in Gefahr ist. Ein übler Erzdämon, so hiess es, bedroht ihn. Zuerst glaubte ich nicht, daran, dass es diesen Erzdämon überhaupt gibt, und dass sich der Schläfer selbst nicht verteidigen könnte. Nun die Ereignisse sprachen dagegen. Es wurde immer schlimmer, bis wir Novizen durch Knörx' Vision wach gerüttelt worden und aufbrachen den Schläfer zu retten. Ich war mit in der zweiten Gruppe, die aufbrach. Wir waren, dafür zuständig, noch andere Novizen mit uns zu nehmen, die den ersten Aufbruch verpasst hatten. Die Templer und Baals die von dem Erzdämon bessesen sind, wurden von dem selbigen so verblendet, dass sie nun denken dem Schläfer zu dienen. Na ja, der Erzdämon hetzt nun seine Anhänger auf uns los, da wir immer näher an seine Heimde kommen, die auch in der Vision auftauchte." Jetzt legte er eine kurze Pause ein, Utor sollte die vielen Informationen ersteimal verarbeiten.
"So, und dieser Tempel, in dem sich der Erzdämon befindet, ist hier irgendwo im Sumpf. Wir wissen nicht, ob wir den Erzdämon aufhalten können, aber wir werden es versuchen, auch wenn wir dabei sterben müssen. Alles andere wäre Verrat an der eigenen Religion. Ausserdem würden wir wahrscheinlich sowieso sterben, wenn der Erzdämon die ganze Welt mir einer Flut aus Blut, Tod und Albträumen überschwemmen wird." Veilyn holte erstmal kräftig Luft. "Ich weis, das war vielleicht etwas lang. Aber anders, konnte ich es euch leider nicht erklären."
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| 17.12.2003 22:53 | #244 |
| Utor Rune |
Dies hörte sich für ihn wahrlich etwas Abenteuerlich an, doch aus irgend einem Grund konnte und wollte er auch nicht glauben das Veilyn ihn belügen würde. Doch das seltsame war das Irgendetwas in seinem Inneren ihm sagte das was Veilyn ihm da erzählt hatte wahr ist und das er in dieser Geschichte vielleicht auch noch seine Rolle zugespielt bekommen werden würde.
Utors Wissensdurst war erweckt worden und so fragte er Veilyn:"Erzähle mir bitte mehr über den den ihr Schläfer nennt!"
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| 18.12.2003 18:17 | #245 |
| Veilyn |
"Nun, ähm..." Veilyn fühlte sich peinlich ertappt, war er doch selbst erst seit ein paar Monaten in der Bruderschaft und wusste auch nicht sehr viel über den Schläfer. "Nun ja, der Schläfer. Ähm, wie soll ich's euch erklären? Ich selbst weis auch nicht so viel über den Schläfer, da ich erst vor ein paar Monaten beitrat. Ein Traum brachte mich dazu. Am besten ist es einem der Baals zu lauschen, wenn dieser eine Ansprache hält. So lernt man am besten über den Schläfer. Aber Vorsicht, sprecht die Baals besser nicht an, denn es ist aus irgendeinem mir nicht bekannten Grund verboten. Na ja, nicht direkt verboten, aber es ist besser es zu unterlassen, dass macht sonst einen schlechten Eindruck. Wartet erst, bis sie euch ansprechen und dann könnt ihr ihnen so viele Fragen stellen wie ihr wollt. Tja, ich wusste das bis vor kurzem leider nicht und machte diesen Fehler. Bis jetzt hatte ich aber noch keine Problem dadurch, ausser dass der Baal nicht mit mir sprach und mich ignorierte." Veilyn legte eine kurze Pause, da er über eine grosse Wurzel klettern musste. Auf der anderen Seite der Wurzel angekommen, sprach er weiter. "Entschuldogt, dass ich vom Thema abkam, ihr fragtet ja nach dem Schläfer. Nun, dass was ich über ihn weis, ist, dass er ein extrem mächtiger, wenn nicht sogar der Mächtigste, Gott ist. Sonst könnten unsere Baals, ja die mächtige Magie, die sie ausüben, gar nicht nutzen. Allerdings, ist der Schläfer etwas freundlicher, ich hätte beinahe gesagt "volksnaher", als die anderen Götter. Er ist zwar genauso mächtig und erhaben, aber meiner Meinung nach nicht so aufgeblasen. Er lässt seinen Anhängern die Freiheit, im Gegensatz zu den anderen Göttern, deren Anhänger sich für immer und ewig verpflichten und in irgendwelchen Klöstern oder Kasernen versauern. Wir hingegen haben jederzeit die Möglichkeit zu gehen, wenn wir dies wollen und nehmen deswegen keine grosse Schande auf uns. Ich glaube, wir sind einfach viel lockerer, als die anderen Religion, was aber wahrscheinlich auch am Sumpfkraut liegt. Als wir vor kurzem die Rast einlegten, habt ihr sicherlich gesehen wie einige Novizen es rauchten. Durch den Konsum dieses Krautes entspannt man sich sehr gut, und es heisst, dass der Kontakt zum Schläfer stark erleichtert wird. Ich weis nicht, ob das stimmt, da ich bei meinem ersten Besuch im Sumpf, einen präparierten Stengel angedreht bekam, der mich in einen starken Rausch versetzte. Bisher hab ich es ersteinmal gelassen. Wer weis, was da nicht alles passieren könnte."
Platsch! Platschte es, als sie von einem Vorsprung ins Nass des Sumpfes sprangen. In diesem Sumpf, wurde das provisorische Schuhwerk Veilyns, diesem zu einem echten Problem, da er sich nicht ordentlich fortbewegen konnte. "Verdammter Mist ist das." Ging es Veilyn durch den Kopf als er beinahe hinfiel. "Sollte mir wirklich mal Schuhe oder Stiefel kaufen." Langasam aber sicher wurden die Dinger wirklich zur Plage in diesem Sumpf.
"Nun ja, ich hoffe ich konnte euch einen Eindruck von uns und unserer Religion geben, bin mir aber sicher, dass es ein Baal besser machen kann.
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| 18.12.2003 19:58 | #246 |
| knörx |
"Aber letzendlich ist ja kein Gott schlecht," sagte Knörx, der ein bisschen zurückgefallen war und jetzt neben den beiden lief. "Jeder darf das sehen, wie er will. Und jeder in der Bruderschaft hat seinen eigenen Grund, warum er an den Schläfer glaubt. Manche suchen einfach einen neuen Gott oder sie haben schlechte Erfahrungen mit den alten Göttern gemacht. Vielleicht sind manche einfach nur durchgeknallt, solche landen anscheind häufug im Sumpflager. Obwohl ich nicht eindeutig sagen kann, ob das schon vorher so war oder erst, nachdem sie schon einige Zeit im Sumpf verbracht haben..."
Knörx blickte den jungen Mann mit großen Augen an, der ihn entsetzt anstarrte. Dann lachte Knörx und fügte hinzu: "Keine Angst, der Sumpf ist ungefährlich. Die paar Blutfliegen und Sumpfhaie werden ja alle von den Templern erledigt, dass einzige, das dir manchmal Probleme bereitet, ist das Sumpfkraut."Wie zum Spott zu dem, was er gerade selbst gesagt hatte, nahm Knörx den alten Bruderschaftsqualm aus der Tasche, den er von dem Baal Xion vor vielen Tagen bekommen hatte. Er wog ihn kurz zwischen Zeige- und Mittelfinger und steckte ihn dann wieder weg.
"Das Zeug ist sehr entspannend und man bekommt keine Kopfschmwerzen am nächsten Tag wie nach einem ordentlichen Saufgelage. Wenn du die richtige Menge nimmst. Wenn du erstmal so viel geraucht hast, dass du eine Vision vom Schläfer hattest, dann fühlst du dich wirklich wie vom Troll getreten."
Knörx hielt kurz inne, um den Stengel in der Tasche verschwinden zu lassen. Dann zog er ein kleines, scharfes Kochmesser aus der Tasche und drehte es in den Händen, während er weitersprach.
"Aber was hältst du denn jetzt vom Schläfer? Hättest du vielleicht Lust, bei uns mitzumischen?"
Knörx sprang leichtfüßig über eine Wurzel und trat nach einem Stein, der mit lautem Platschen im Sumpfwasser landete. Er drehte sich um und wartete auf die Antwort von Utor, doch dieser hatte nur die Augen weit aufgerissen und starrte in seine Richtung.
"Was ist los?" fragte Knörx barsch. Dann wurde ihm gewahr, dass Utor nicht auf ihn, sondern auf einen Fleck etwas über ihm guckte. Knörx blickte also nach oben, aber da war nichts und Knörx fragte sich, ob der neue nicht vielleicht verrückt geworden sei, da hörte er ein gedämpftes Smatzen hinter sich. Langsam drehte er sich um und guckte auf ein riesige Gestalt, sie schien vollständig aus Pflanzen zu bestehen, der breite Kopf saß direkt auf den Schultern. Knörx stand wie vom Blitz getroffen da und wagte nichts tun, als die Kreatur zum mächtigen Schlag ausholte.
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| 18.12.2003 21:55 | #247 |
| Veilyn |
"Verdammt nochmal, weg da!" Schrie Kitiara und warf Knörx zu Boden, gerade noch rechtzeitig. Der Sumpfgolem hätte ihn beinahe erwischt. Und schon kam der nächste Schlag, des aus Matsch und Pflanzen bestehenden Sumpfgolem. Wieder konnten sie nur knapp ausweichen. Kitiara zog nun ihr Schwert und befahl den anderen zu flüchten. Nachtigaller kam nun auch mit gezogenem Schwert angerannt und versuchte die Baalin zu unterstützen. "Verschwindet hier, sofort! Falls ich es nicht schaffe, müsst ihr trotzdem versuchen durch zu kommen!" Die Sumpfler blickten gechockt auf das Geschehen. Auf der einen Seite, Kitiara und Nachtigaller, mit ihren Schwertern, und auf der anderen Seite, diese stinkende Hässlichkeit, die aus Teilen der Umgebung zu bestehen schien. Erneut sauste die Faust heran und verfehlte nur knapp. "Jetzt haut endlich ab!" Schrie Kitiara erneut und wich einem Schlag aus, der einen Baum traf und diesen zum bersten brachte. Langsam kippte er in Richtung Sumpfler. Wie gebannt starrten diese auf den Baum, der sich ihnen näherte, Stück für Stück, Sekunde für Sekunde.
Wamm! Sein Aufprall lies die Erde etwas beben und riss die Novizen aus ihrer Trance. Zwei von ihnen hatte es anscheinend erwischt, und sie waren nun schwer verletzt, was man daran erkennen konnte, dass bei dem einen der Arm so lustig verdreht war und der andere einen Knick mit blutendem Riss im Unterschenkel hatte.
"Okay Leute hier entlang!" Rief irgendein kräftig gebauter Novize und winkte alle herbei. Nun waren sie hinter dem Baum und konnten das weitere Kampfgeschehen nicht weiter beobachten. "Die die kampfbegabt sind laufen hinten und sichern unseren Rückzug, die die-" "Wer hat dir hier überhaupt die Befehlsgewalt gegeben?!" Fragte ein schleimig wirkender Novize von der Seite. "Verdammt nochmal, es geht hier um's Überleben! Also halt den Mund! Ich bin zwar auch nicht der schlaueste von uns, aber einer der Ranghöchsten!" Beide blickten sich mit vor Zorn funkelnden Augen an. "Okay, die die nicht so gut kämpfen können, laufen vorne und in der Mitte. Ach ja, kann sich mal jemand um die Verletzten kümmern?" Vier Novizen halfen den Verletzten nun auf und stützten sie. "Okay, die in der Mitte decken die Verletzten und falls wir angegriffen werden, bilden wir einen Kreis. Die Verletzten und Schwächeren, was das kämpferische Können anbelangt, sind dann in der Mitte und die Kämpfer bilden einen Aussenring. Wir werden damit hoffentlich alles abdecken können." Die Novizen taten nun so wie sie gehißen. und bildeten einen menschlichen Schutzwall um die Verletzten. "Gut, Knörx, so hiesst du doch, oder? Laufe bitte mit vorn! Du bist der einzige, der uns zu dem Tempel führen kann. Also, los!" Nachdem sie nun ihre taktische Planung abgeschlossen hatten, bewegten sie sich sofort los, teils rennend, teils gehend, da die Verletzten nicht sehr gut voran kamen. Wieder hatten sie jemanden verloren. Zuerst Carras und nun auch Kitiara. Wenn dann so weiterging, würden sie wohl bald nicht mehr am leben sein. Der Novize, der sich über die Befehle des anderen beschwert hatte, lief nun mit an der Spitze der Gruppe und hatte einen mit Hass erfüllten Gesichtsausdruck aufgelegt. Er war wohl einer der Menschen, die es nicht ertragen konnten, wenn man ihnen Befehle gab.
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| 18.12.2003 22:38 | #248 |
| knörx |
Hastig rannten sie durch den Sumpf, sofern es der überwucherte und sumpfige Boden zuließ. Auch die Verletzten taten ihr übriges dazu. Trotz allem schafften sie es in recht kurzer Zeit weg vom Kampfgeschehen. Nachdem sie mittlerweile schon 10 Minuten gerannt wahren, hob Knörx den Arm und signalisierte den anderen, dass sie jetzt rasten konnten. Knörx war sozusagen indirekt zum neuem Führer der Gruppe geworden. Er setzte sich auf einen Baumstamm abseits der Gruppe und zog sein Kochmesser wieder aus seiner Tasche und jonglierte damit ein bisschen. Veilyn trat auf einmal neben ihn.
"Knörx, ich muss dich sprechen." sagte er und Knörx unterbrach sein Messerspiel."Was gibt es?" fragte Knörx ruhig zu Veilyn.
"Ich mache mir Sorgen" antwortete Veilyn. "Ich bin mir nicht sicher, ob wir es wohl schaffen, den Schläfer zu besiegen, aber das wahr schon von Anfang an so. Ich vertraue dir. Aber nicht den anderen Novizen. Die meisten wurden entweder von uns zur Mitreise gezwungen oder sie kamen wgen dem Sumpfkraut mit. Aber jetzt, da Kitiara nicht mehr in unserer Gruppe ist...und Carras ja auch nicht...da mache ich mir Sorgen, ob die Novizen bei uns bleiben werden. Vielleicht ist Kitiara auch schon..."
"Sprich nicht weiter! Sie lebt, ich spüre es. Und Carras lebt auch, der ist aus hartem Holz geschitzt. Wir werden dem Schläfer schon helfen, da sei dir mal sicher. Und selbst, wenn wir dafür sterben..."
"Sterben, sterben, immer redest du davon. Wenn du schon so denkst, dann sind wir wirklich bald alle tot. Was bringt es denn, wenn wir tot sind? Wir müssen zum Schläfer und wir werden überleben, wir alle!"
Veilyn wandte sich ab und ging zu den anderen Sumpflern. Knörx schüttelte den Kopf, stand dann aber auf und machte sich fertig. Sie würden bald los müssen.
Nachdem Knörx die letzte Ranke bei Seite geschoben hatte, trat er aus dem Sumpf auf einen Hügel, der an einer Felswand lehnte. Und oben auf dem Hügel stand ein gewaltiges Monumment, ein riesiger Tempel. Aus der großen Tempelpforte sah man rötliches Licht glühen und schwarzer Rauch waberte in dicken Schwaden auf den Boden.
"Nun denn!" sprach Knörx zu den Novizen. "Jetzt sind wir angekommen. Dort drinn wartet der Schläfer auf unsere Hilfe. Wer jetzt noch volle Hosen hat, der kann wieder gehen, aber denkt daran: Der Schläfer sieht alles."
Daruafhin schritt Knörx in den Tempel hinein und die anderen folgeten ihm, teils mutig und tapfer, teils kritisch und furchtsam, teils aber auch mit Hinterlist und bösen Absichten.
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| 19.12.2003 15:11 | #249 |
| Carras |
>> Verdammt! Sind die etwa schon im Tempel? << fragte Carras seinen Wolf Tala als würde dieser antworten.
Stattdessen schnüffelte dieser auf dem Boden nach der Fährte der Novizen.>> Hoffentlich ist dennen nichts passiert! << antwortete Carras. Diesmal aber betrachtete er einen großen umgeknickten Baum.
Wenn sie wirklich schon im Tempel waren war es ok, schließlich kannte Carras den Weg ein bisschen. Er wante sich um und joggte davon. Immer weiter nach Norden. Kure Zeit später sah er ihn: Den Tempel. Während Carras und Tala die großen und breiten Steintreppen hinauf zu den großen Saülen hochmarschierte sah er das dieses Gebaüde scheinbar in den Felsen hineingebaut war. Das musste der Tempel sein.
>> Schnell rein da << murmelte er schon während er und Tala mit großen Schritten hineinrannten.
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| 19.12.2003 16:11 | #250 |
| Nachtigaller |
>>> Das wird dir noch Leid tun, du stinkende Häßlichkeit!! <<< schrie Nachtigaller und schlug mit seinem Schwert auf den Golem ein. Es bewirkte bloß nichts. Kitiara hatte das nunh auch schon festegestellt. >>> Was sollen wir machen? Weißt du etwas über Golems? <<< schrie Nachtigaller zu ihr rüber. Sie hatten sich ein bisschen von dem Viech entefernt, aber es kam immer Näher. >>> Ich habe mal gehört, dass man sie nur mit stumpfen Waffen besiegen kann. Mit Hammern und Keulen, aber hier gibt es das nicht. <<
Der Golem drehte sich immer ums ich selbst, er wusste nicht wen er angreifen sollte. Zum Glück sind diese Golems nicht die hellsten, dachte Nachtigaller während er weiter auf ihn einschlug.
Der Golem zerfiel zu einem Haufen und die beiden Sumpfler gingen schnell weiter um die Anderen so schnell wie möglich wieder einzuholen.
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| 19.12.2003 22:09 | #251 |
| Aros |
Das rote Licht der Abenddämmerung war gänzlich verschwunden, als Aros und Störtebeker endlich den Pass überschritten hatten und müde auf der anderen Seite des Berges den Hang hinabstolperten. Sie redeten kaum ein Wort miteinander, und auch in der Gegend hier herrschte drückende Stille, durchbrochen nur hin und wieder vom Zirpen der Grillen. Es wurde schon etwas wärmer, als die beiden Wegelagerer sich dem Meer näherten. Der Canyon war bei Dunkelheit längst nicht so prächtig anzusehen wie bei Tag, doch auch jetzt noch erkannte man die rötliche Färbung im Sand und auf den Felsen. Die beiden mussten nicht allzu weit gehen, bis sie endlich das Lager der Piraten im Westen erreichten, und glücklicherweise begegnete ihnen auch jetzt nicht einmal eine Wüstenratte.
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| 21.12.2003 22:37 | #252 |
| Sheron J. Spark |
Mit einem Schrei riss der Wegelagerer die Augen auf und blickte in die Dunkelheit. Hart pulsierte der Puls des Kämpfers und das von Schweiss und Dreck verklebte Gesicht spiegelte einen Blick des Entsetzens wieder. Tief hatte sich die gewaltige Branke eines Schattenläufers in seinen Oberkörper gebohrt und ihm die Organe zerfetzt, bis er plötzlich aus seinem Schlaf gerissen wurde. Wie lange er hier schon lag, dass wusste er nicht und bei einem Blick auf das kleine erloschene Lagerfeuer neben ihm wurde es ihm auch nicht klarer. Die Asche war ausgekühlt und weder Licht noch Wärme wurden von dem kleinen schwarzen Haufen abgestrahlt...
Langsam und mit einem Knacken in den Gelenken richtete er seinen Körper auf und klopfte sich den Staub von der Kleidung. Er lag hier, in einer kleinen Ruine inmitten des neuen Areals, welches er hier entdeckt hatte. Noch keine Menschenseele hatte er in den letzten 2 Wochen zu Gesicht bekommen. Schon lange war er hier herumgewandert und hatte sich grobe Skizzen von der Gegend gemacht. Sie waren zwar nicht sehr exakt oder besonderst schön gezeichnet, aber um einen ungefähren Überblick zu bekommen langten sie ihm. Und so setzte der Leeler einen Fuß vor den anderen um tiefer in das unbekannte Areal der Insel einzutauchen...
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| 25.12.2003 20:00 | #253 |
| Veilyn |
"Puh, nochmal Glück gehabt!" Sagte Veilyn und nahm dankend ein Stück Brot von einem anderen Novizen an. Die Verletzten, die sie vor dem Tempel zurück gelassen hatten, kamen nun auch aus ihrem Versteck und gesellten sich zu ihnen und Kitiara und Nachtigaller, waren auch wieder bei ihnen. Es war wirklich schön, dass sie alle wieder zusammen waren.
Veilyn dachte jetzt über die Ereignisse der letzten Tage nach.Wie sie damals vom Sumpf aus in dieses eigenartige Tal aufbrachen, auf ihrer Reise von Cathal und diesem anderen Bessesenen angegriffen wurden und später in das Labyrinth des Tempels flüchten mussten. An all diese Dinge würde Veilyn sich später vielleicht gar nicht mehr erinnern, aber einen bestimmten Moment, den würde er sicherlich nie vergessen.
Der Schläfer, wie er sich vor Kurzem in der Form eines leuchtenden Drachen mit einer gewaltigen Feuersbrunst auf die grosse, dunkle Spinne warf und diese in ein gewaltiges Flammeninferno aufgehen ließ.
Doch nun wandte Veilyn sich der grossen, glänzenden Harfe zu, die er sich vor Kurzem von dem seltsamen Tisch genommen hatte. Etwa 75 bis 80 Zentimetern war sie groß, was sie doch ziemlich schwer und sperrig machte. Ein Wunder war es ja eigentlich, dass er es mit ihr lebend aus dem Tempel geschafft hatte. Er war auch mit bei den Letzten gewesen, die die Verletzten getragen hatten. "Hm, ich hab doch eigentlich schon ein paar mal mit 'ner Harfe gespielt, als ich 16 war. Na gut, damals war es aber auch eine bedeutend Kleinere." Doch Probieren geht ja bekannter maßen über Studieren, ausser man war Alchemist. Also stellte Veilyn sich die Harfe so hin, dass er sie auch ordentlich spielen konnte. "Also, mal sehen was das hier für ein Ton ist!" Sagte er sich und versuchte einer der 21 Saiten einen Ton zu entlocken.
"Hm, klang wie E, oder?" Noch einmal versuchte er es. "Ja, tatsächlich, das is'n E. Okay und dann ist das wahrscheinlich F, oder?" Nun versuchte er sich an einer Saite, neben dem E. "Öhm... nee! Klang eher wie D. Na gut, dann ist also das F." Und nocheinmal versuchte er es. Dieses mal allerdings hatte er den richtigen Ton erwischt. "Hey, geil! Na dann." Nun probierte er die Höhe der Töne aus und zupfte ein paar mal unten, in der Mitte, und oben an einer Saite, bis er den Dreh heraus hatte. "So, es ist geglückt. Muhahahahaha!" Ein paar Novizen blickten etwas überrascht in Veilyns Richtung, als sie sein infernalisches Lachen vernahmen. "Oh ähm..." Veilyn fühlte sich peinlich ertappt. "Äh ja, ich habe mich nur über diese Harfe gefreut, he he. Am besten ihr wendet euch wieder euren ähm... was auch immer ihr gerade gemacht habt, zu." Endlich ließen sie mit ihren Blicke wieder von ihm ab. Veilyn wandte sich nun der zweiten Neuerung seines Inventars zu.
Jetzt war seine Kleidung in einem ordentlichen Zustand und er hatte endlich ein solides Paar lederne Stiefel, die perfekt sassen, innen ausgepolstert waren und die er, als er in der grossen Halle erwachte, statt seinem Schuhersatz aus Rinde, Harz, Gras und Moos, auf einmal an hatte. "Jaha, jetzt hab ich endlich ordentliche Schuhe und muss nicht mehr diese Dinger tragen!" Das war wirklich eine der besten Dinge, die ihm der Schläfer hätte schenken können. Nun war allerdings, das dritte und letzte der "Geschenke", mit seiner Begutachtung dran.Eine hübsche, rotbraune Ledermappe, allerdings doch recht dünn und anscheinend auch nicht dazu geschaffen, um grosse Lasten zu tragen. "Vielleicht etwas zum transportieren von Papier?" Dachte sich Veilyn und öffnete die zwei Schnallen, die die Mappe verschlossen. "Hm, da is irgendwas. Mal sehen." Der Barde griff in die Mappe hinein und zog zwei Notenblätter heraus. "Hm, was steht denn da als Titel? "Toüjis in tee attik" Was soll das denn heissen? Komischer Titel für ein Musikstück."
Doch auf einmal fiel es ihm wie Schuppen von den Augen. "Das Stück wird also ganz anders ausgesprochen. "Toys in the attic" Aha! Na ja, aber anscheinend fehlt das Ende, wahrscheinlich gab es noch ein drittes Blatt. Tja, da muss ich mir wohl ein Ende ausdenken!"
Die Novizen scherzten und sangen nun noch ein bisschen miteinander und amüsierten sich wieder wie zuvor, bevor damals der Erzdämon seine dunklen Klauen nach der Welt der Sterblichen ausgestreckt hatte.
Nach einiger Zeit sagten einige der Sumpfler, dass sie zum Aussenposten des Sumpfes aufbrechen wollten, was andere als Gelegenheit nutzten um auch aufzubrechen, jedoch zurück in das Hauptsumpflager im Pyramidental, Veilyn war mit unter ihnen.
Erstaunlich schnell kamen sie nun im Sumpf voran und der Weg schien dieses mal auch viel kürzer zu sein, als beim letzten mal. Und schließlich traten sie aus dem Sumpf heraus.
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| 25.12.2003 20:15 | #254 |
| Aros |
"Argh, du verfluchtes Ding!!", brüllte Aros verzweifelt, trat mit aller Kraft gegen diesen verfluchten Eichenstamm und ließ sich hinfallen. Trotz der Kälte, die auch hier in der Nähe des Strandes hinter den Bergen nicht zu verachten war, rannen ihm Schweißperlen über die Stirn und seine feuchten Haare klebten ihm im Gesicht. Es war hoffnungslos. "Mit dieser lächerlichen Handaxt werden wir den Baum nie fällen können, Störte... Da könnten wir genauso gut mit deinem Kopf dagegen hauen", murmelte Aros erschöpft und lehnte sich gegen den Eichenbaum. Sein Vater starrte ihn einen Moment lang erschrocken an, in der Befürchtung, sein Sohn habe dies ernst gemeint - dann grinste er müde. Die Sonne stand bereits tief und versank langsam im Westen, im Meer und der Mond ließ sich blicken; durch die kahlen Zweige über Aros fiel sein fahles Licht herab und ließ den Schweiß auf seiner Haut glänzen. Lange konnten sie sich nicht mehr hier draußen außerhalb des Lagers aufhalten, denn die Gegend war gefährlich. Auch Störte schien mittlerweile keine Lust mehr aufs ewige Hacken zu haben. "Nun gut, wenn nicht gleich ein Wunder geschieht, gehen wir zurück ins Lager. Auch, wenn Drake uns verprügeln wird... aber der muss noch ´ne Weile auf sein Holz warten. Hauptsache erstmal ´n bisschen Rum nach ungetaner Arbeit, hehe..."
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| 25.12.2003 21:02 | #255 |
| Waldläufer |
Wie ein Schatten huschte Gardiff durch das Gewirr der Bäume. Der nächtliche Himmel war klar und die Sterne funkelten wie geputzte Goldtaler. Leise setzten die Füße des jungen Gildenlosen auf den Boden auf und trugen ihn schnell vorran. Eine dünner Hauch entströmte dem Mund des Barden und wenn etwas mehr Licht gewesen wäre hätte man eine leichte Röte auf den Wangen des Burschen ausmachen können. Es war einfach scheißkalt und Gardiff hatte genug von dieser neuen Gegend. Er strebte nach süden und plante irgendwo in der Nähe von Onars Hof wieder in zivilisierte Gebiete einzudringen. Seine Hände hatte er unter dem Umhang vergraben und hier und da fluchte er leise...
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| 25.12.2003 22:51 | #256 |
| Lord_Salladin |
Ali schlenderte also gemächlich und froh über die, zwar immer noch kalte aber schon viel wärmere Umgebung, als auf dem Hof. Er sah hier und da einpaar seltsame Viecher. Sie ließen ihn in Ruhe und er lies sie in Ruhe. Also war alles im Lot. Er ging weiter und kam durch einen recht kurzen Tunnel. Hinter dieser Unterführung sah man noch etwas von der gerade untergehenden Sonne. Das Meer konnte man allerdings noch nicht erkennen. Doch dafür konnte man einweinig salzige Luft riechen. Es roch ziemlich genau so wie das Meer in Khorinis. "Es war ja auch das gleiche Meer!" sagte Salladin etwas Geistes abwesend, als er plötzlich einige dumpfe Töne vernahm. Er spazierte weiter und kam über einen Kuppe. Er sah von links nach rechts: Da war ein schäbig und nur notdürftig abgetrennter Stumpf, direkt daneben lag eine dicke Eiche, mindestens Fünfzig Zentimeter dick. An den Baum gelehnt lag -Wie schon von Ali vermutet- Aros und daneben stand sein Vater Störte. Auch ein recht großer Karen war in einiger Entfernung geparkt.
"Kann man euch helfen?" Rief Ali über die Kuppe und ging weiter auf den "Holzfällerverein" zu. Aros und sein Vater wirbelten herum. "ALI!" rief Aros und sprang auf. "Was machst du denn hier?" schrie Störte verblüfft und streckte sich etwas. "Mir war’s zu kalt aufm Hof... Da dachte ich mir ich kann mich bei euch etwas aufwärmen..." grinste sie Ali an. die beiden Wegelagerer grinsten zurück. "Naja so warm ist es bei uns auch nicht, außerdem müssen wir für Drake nen Haufen Arbeit machen... Der ganze Baum. Das sollen wir alles klein hauen und zum Lager runter bringen...", meinte Aros. "So? und seit wann seid ihr hier?" fragte Ali spöttisch, denn nachdem was er sah waren sie erst 5 Minuten da. "So seit Mittag etwa... aber wir haben schon fast den ersten Wagen voll!" und Aros deutete auf den Karren, den Ali vorher nicht gesehen hatte, weil er durch den vorherigen Winkel durch einen Felsvorsprung verdeckt war. "Na dann lasst mich euch mal helfen..." Ali warf seinen Rucksack in sichere Entfernung, aber so sanft, dass die Wasserpfeife nicht zerbrechen konnte. Er streife die Rüstung ab und legte seine Waffen neben den Rucksack. Er hob seine Doppelschneidige Holzfälleraxt und Schritt auf die Krone des Baumes zu. "Aros du kannst ja mal die ganzen Aste ab hauen und das Gestrüpp dann irgendwo dahinten..." Ali deutete auf eine abseits gelegene Stelle. "... hinlegen!" "Störte, du kannst mir helfen, wir werden den Hauptstamm in Palisaden gerechte teile hauen. So Arbeiten sie noch bis es dunkel wurde, Stück für Stück wurde der Karren voll und der Stamm kleiner. Nach einiger Zeit mussten sie ihn wenden, denn Aros kam nich an die unteren Äste heran. Als es schon spät nachts war luden sie die Karren fertig auf und machten sich auf den zu Aros' und Stortes "Lager", wie sie es nannten.
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| 30.12.2003 17:51 | #257 |
| Mafio |
Mafio verließ das PiratenLager und machte sich auf den Weg nach Khorinis. Den Weg entlang vorbei am Canyon und Talkessel und durch den Tunnel. Am tempelplatz zündete sich Mafio einen Stengel Sumpfkraut an und machte sich auf den Steilen Felsweg zu überqueren. Er stellte Fest das die Flaschen ziemlich Schwer sind. er machte auf dem Weg ne kleine Rast und machte sich dann wieder auf das Gebirge zu überqueren. Wie schän es doch war, dieses Gefühl das es jetzt nur noch Abwärtsging. Leider musste er Feststellen das es immer noch kein Gelände am rand des Weges gibt also muss er bei der Last die er Schleppt höllisch aufpassen nicht runterzustürzen.
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| 31.12.2003 15:29 | #258 |
| Drake |
Müde und mit trägen Augen, die von Augenringen geschmückt waren, war Burrez die gestrige Nacht hindurch marschiert, war aber nicht weiter gekommen als bis zum Tempel Vorplatz, denn ohne Fackel in völliger Dunkelheit zu marschieren war eine echte Herausforderung des Orientierungssinns. Zumindest war er im Schutze der Dunkelheit gewesen, woraufhin seine Klinge nicht mit Blut besudelt wurde und er sich seine KRaft erparen konnte....
...Die er zur Durchquerung des zu durchquerenden Passes bitter benötigte, denn der Boden war Steinig und machte einem schlecht bestiefelten Passanten schwer zu schaffen....
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| 05.01.2004 14:07 | #259 |
| Sheron J. Spark |
Geschickt und mit schnellen Schritten stürzte der Wegelagerer mit gezogener Waffe hinter einem kleinen Busch hervor. Der mit Schweiss vermengte Dreck, welcher auf seinem Körper klebte, tauchte seine Haut in ein dunkles braun, und lediglich die silbern gläzende Klinge verriet das auftauchen des Leeler. Schnell und ohne zu zögern sties er den einhändigen Säbel nach vorne und durchbohrte die mit Fell besetzte Haut eines Moleratmännchens. Ein dumpfes Plumpgeräusch, als der Kadaver auf den Boden aufschlug, war das einzige was von dem haarigen Inselbewohner aufging, als die Klinge durch das Fell durch, zuerst das Herz und nach einem weiteren Stich die Kehle durchdrennte. In großen Schwallen sicherte das tief rote Blut aus den 2 gewaltig klaffenden Wunden und mit einem Gefühl der Extase schmierte der Wegelagerer die mit dem roten Saft des Lebens eingefärbte Waffe an seiner Wade ab...
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| 05.01.2004 20:06 | #260 |
| (pisi)Härda |
Eine gespannte Stille bahnte sich unheilvoll ihren Weg, gesponnen durch die todesfeindlichen Blicke, die sich die Fronten zuwarfen, bevor der Sturm losging. Entfesselt durch die gebrochene Stille. Durch das Zwitschern eines Vogels. Unschwänglich stürmten die Angreifer durch die enge Pforte, Schlachschreie vermischten sich mit dem Klagegesang der Priesterinnen und Frauen und den röchelnden Schreien der Sterbenden. Die Fassade der Eingangspforte des alten Lagers würde bald mit Blut gesprenkelt sein, doch das wusste der alte Stein noch nicht. Auf Ismael, Vorläufer in erster Reihe neben dem Rebellenführer ind blinkender Rüstung, kam der Vizebefehlshaber mit geschwungener Klinge zugestürzt, fertig zu Kraftmessen durch Klingenkreuz. Esravun lag kalt und leuchtend in Ismaels Hand. Seine kalten Augen ruhten ausdruckslos eine halbe Sekunde auf dem Hass in dem Gesicht seines Kontrahenten, dann drehte er die Klinge einen Bruchteil einer Sekunde, bevor sich die Klingen berührten um 90°.Ein splitterndes GEräusch ertönte und wie in Zeitlupe wandelte sich das GEsicht des Feindes in erschrecktes Erstaunen, als er den Halt verlor, weil Esravuns diamantscharfe Klinge die seinige einfach durchtrennt hatte. Wie unwirklich war die Sekunde, in der Ismael Esravun mit einem Halbschwung genau in den Sturz des Vizes lenkte und ihn so aufspießte und direkt anschließend wieder verließt um sich dem nächsten Angreifer zu widmen. Die Schreie wurden lauter und Schweissgerucht lag in der Luft. An Esravuns Klinge lief das Blut nun nicht mehr länger herunte, nein, es benetzte die Schneide vollflächig und gab ihm das scharlachrot, dass den rasenden Tot symbolisiert.
Ein kleiner Schritt zur Seite und das in der Unterhand gehaltene Schwert durchstieß den nächsten Angreifer, der anscheinend nicht sonderlich erfahren war. Einen kurzen Moment hatte Ismael Ruhe, sodass er sofort hervorbrach um einen mächtigen Rundumschlag zu führen, der drei Gegner niederstreckt. Ismael sah ohne große Anteilnahme das Gesicht eines jungen Mannes mit blondem, vollen Haar, der schmerzverzogen und überrascht seinen durchtrennten Brustkorb betrachtete und im nächsten Moment zusammensackte. Als sein Kopf in die Brust fiehl kam eine weisse Spange in seinen Haaren zu sehen.
Er hatte gestern geheiratet.
Aus dem Augenwinkel sah Ismael etwas blitzen, doch es war zu spät, um seine Klinge hoch zu reissen, er ließ sich einfach fallen und sah nur, wie die Klinge über ihn hinwegsausste und eines anderen Schildes an seiner statt traf. Blitzartig stieß sich Ismael von einem Kadaver vor ihm ab und reckte das Schwert über seinem Kopf, rammte es dem älteren Mann in den Bauch. Mit einem schnellen Schwung war Ismael wieder auf dne Beinen, als ihn von irgendwoher ein Schlag traf...
Ismael öffnet die Augen, hielt die Hand vor seinen schmerzenden Kopf, wo ihn das Fenster getroffen hatte, als er sich ruckartig im Schlaf aufgerichtet hatte. Es war schon spät am Abend, und Ismael wunderte sich über seinen verstörten Schlafzyklus. In den letzten Tagen war es immer schlimmer geworden, doch dafür interessierte er sich momentan etwas wenig. Mit einem beherzten Gähnen reckte er sich und wühlte sich aus dem Bett. Schlaftrunken machte er sich auf den Weg Richtung Bad...
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| 06.01.2004 18:51 | #261 |
| Srezor |
Etwas erschöpft aber zufrieden mit sich erreichte Srezor die Haustüre die er uns Ismael einst angefertigt hatten. Naja. Haustüre war vielleicht etwas untertrieben. Es war vielmehr ein rießiger Stein der an Schanieren den Eingang zu ihrer Höhle verschloss. Es hatte damals die Hilfe von 10 Novizen benötigt um ihn einzusetzen.
Srezor wusste nicht ob er einfach eintreten sollte oder erst anklopfen. Immerhin war er lange Zeit nicht da gewesen und hatte keine Ahnung wie Ismael ihn empfangen würde. Vielleicht war er sauer weil er einfach losgezogen war. Srezor entschied sich nun doch für die 2. Möglichkeit und klopfte zaghaft an. Keine Reaktion. Srezor erinnerte sich an Ismaels gelegentlichen, täglichen Saufgelage und seine darauffolgende leichte Schwerhörigkeit und hieb kräftig auf die Tür ein. Irgendetwas rührte sich drinnen. Ein hörte leises Kratzen und dann eine vertraute Stimme sagen : "Ich kaufe nichts!" Srezor musste grinsen. "Dann wirf mir wenigstens eine Decke raus. Es ist arschkalt!", rief er lachend. Gespannt hörte er wie plötzlich ein lautes Pochen ertönte wie als ob ein Bierkrug auf den Boden gefallen wäre.
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| 06.01.2004 19:05 | #262 |
| Sheron J. Spark |
Mit unsicherem Blick und pochendem Herzen luhrte der Wegelagerer hinter einem kleinen, dornigen Busch hervor. Dunkle Gestalten wanderten durch die Nacht. Singend, gröllend und tanzend durchschritten sie ein kleines, von Fackeln behelltes, Tor und verschwanden somit aus dem Blickfeld des Leeler. >> Was waren das für Gestalten? << fragend blickte Sheron den 4 Männern nach und verschiedenste Gedanken zuckten durch seinen Schädel. >> Waren es freundlich Gesonnene Menschen? Oder Feinde? << Es gab nur eine Möglichkeit dies rauszufinden. Mit schnellem Schwung erhob sich der Wegelagerer und stapfte hinter dem Busch hervor...
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| 06.01.2004 19:14 | #263 |
| (pisi)Härda |
Ismael traute seinen Ohren nicht, Srezor stand vor der Tür.
Sofort ließ er seinen Besen fallen und rannte zur Tür, während er sich wunderte, warum Srezor nicht einfach reinkam, immerhin hatte er mal hier gwohnt. Als er die Tür öffnete, traf ihn ein scharfer Windstoß und fast der Schlag. Srezor hatte wohl vergessen, sich mal wieder die Mähne abzuschneiden."Immer rein du alter Streuner! Wo bist du überhaupt geblieben?"Ismael bugsierte Srezor sofort in seinen alten Samtsessel und schaffte es dabei auf verwunderliche Weise auch noch, ihm den Mantel abzunehmen. Ohne Umschweife brachte Ismael einen heissen Pfefferminztee, denn draußen war es immerhin bitterkalt und Srezor sollte sich ja nicht erkälten. Irgendwie war Ismael schon ein schwerer Stein vom Herzen gefallen, als schließlich die Pfeife qualmte und sich der Duft frischgebrühten Tees (von dem Ismael gleich einen ganzen Sack von einem Novizen "konfisziert" hatte), frischfeuchtem Apfeltabak und Sumpfkraut zu dem gewohnten Geruch vermischte untermalt von dem prasseln des Feuers."Es ist hier eine Menge passiert, aber erzähl du doch erst einmal, wie es dir ergangen ist..." meinte Ismael, wobei er sich tief in seinen Lieblingssessel fallen ließ, den er damals zusammen mit Srezor mit dem anderen Samtohrensessel aus massiver Sumpfeiche einigen Banditen abgeluchst hatte und nahm einen tiefen Zug aus der Wasserpfeife.
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| 06.01.2004 19:43 | #264 |
| Srezor |
Srezor freute sich wieder hier zu sein. In der Höhle an der er selbst tatkräftig mitgearbeitet hatte. Ismael schien ihm in keinster Weise böse, daß er weg war sondern eher froh daß er zurück gekommen war. "Merkwürdig", dachte Srezor. "schulde ich ihm noch Geld?" Grinsend trank er den Rest von seinem Tee. Eine wohlige Wärme steig in ihm hoch. Erwärmte ihn von den Zehen bis in die Haarspitzen. Er lehnte sich zurück und überlegte wo er anfangen sollte. Ismael beobachtete ihn aufmerksam, während er Wasserpfeife rauchte. Er sah älter aus. Und geheimnisvoll. Wahrscheinlich lag das an dem vielen Rauch der ihn umgab.Srezor stellte die Tasse ab und begann zu erzählen. Er erzählte von dem unwiderstehlichen Drang einfach wegzulaufen. Er erzählte das er auf der Suche gewesen war nach irgendetwas. Wie er gewandert war. Meilen und Meilen hinter sich gelassen hatte und wie am großen Berg eine Entschedung traf. Nämlich zurückzukehren. Ismael hatte ihn während er erzählt hatte nicht aus den Augen gelassen und seufzte nun : "Srezor. Was hast du denn wieder für einen Schwachsinn gemacht?" Er schüttelte nun lachend den Kopf. "Ich musste das ganze Bier alleine trinken. Wie kannst du mich nru so im Stich lassen?" Srezor fing plötzlich auch an zu Lachen. Aus einem unverständlichen Grund wanderte sein Blick zur Tür und irgendwie erwartete er das plötzlich ein paar kleine Menschen den Raum betraten und sich zum ihm aufs Bett warfen. Vielleicht auch noch ein Mensch mit spitzen Ohren. Erstaunt über seine eigenen Gedanken wandte er sich wieder Härda zu. "Und was ist inzwischen hier geschehen?", fragte er neugierig.
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| 06.01.2004 20:14 | #265 |
| (pisi)Härda |
"Ich bin inzwischen Lehrmeister im Einhändigen Kampf, das heisst, dass wir irgendwo manchmal ein paar Schüler unterbringen müssen.
Ausserdem hab ich da weitergeforscht, wo wir das letzte mal aufgehört haben - ich hab das Schlüsselloch für den schwarzen Schlüssel gefunden. Und rate mal, was wie von Geisterhand aus dem alten Zimmer geworden ist?" Ismael dehnte den Spannungsmoment künstlich, in dem er einen tiefen Zug aus der Pfeife nahm, den Rauch lange zirkulieren ließ und Srezors gespannt fragendes Gesicht lächelnd ignorierte.
"Was denn nun?" harkte Srezor ungeduldig nach.
"Tja, ein Badezimmer."
"Badezimmer?" fragte Srezor ungläubig. "Ja, Badezimmer. Aber nicht irgendein Badezimmer. Marmorkacheln, Mosaike, immer schön warmes Wasser, nur vom feinsten." Ismael nahm einen weiteren Zug und regestrierte Vergnügt Srezors ungläubige riesige Augen.
"Kucks dir doch an, wenn du mir nicht glaubst." Etwas schwerfällig erhob sich Ismael und sagte übertrieben gekünstelt, sodass beide lachen mussten "So folge er mir, mein getreuer Knappe"
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| 06.01.2004 21:11 | #266 |
| Srezor |
Vor Staunen blieb Srezor der Mund offen stehen. Ein Traum, dachte er. Das kann nur ein Traum sein. Ein Badezimmer lag vor ihm wie es einem König gebühren würde. Alles funkelte, das Wasser des Badebeckens strahlte eine Wärme aus die Srezor sogar auf 2 Meter Entfernung deutlich spüren konnte. Das Wasser musste glühend heiß sein...
Es spiegelte tanzend an der Decke wieder. Wenn Srezor gewusst hätte wie Nordlichter aussehen hätte er bestimmt deren Ähnlichkeit erkannt so murmelte er nur : "Es..es ist traumhaft!" Ismael nickte zufrieden mit dem Kopf. "Ja das ist es", meinte er, "Aber mehr noch ist es unglaublich. Ein Badezimmer mitten in einer Höhle. Wer hätte das gedacht. Ich danke wir haben es dem AuTOr zu verdanken. Einer dieser Götter hab ich gelesen." Srezor nickte nur wissend. Er verstand kein Wort und widerstand nur knapp der Versuchung einfach ins warme Wasser zu springen und zu planschen wie in alten Kindertagen.So wandte er sich von dem unglaublichen Blick ab und ging mit Ismael wieder in ihr heimeliges Wohnzimmer. Sie setzten sich auf die Sessel gegenüber und rauchten gemeinsam Wasserpfeife. "Hm", machte Srezor "wie sieht es eigentlich mit den Vorräten aus? Reichen die überhaupt für zwei?" Ismael grinste schelmisch :" Wozu gibt es denn die freundlichen Novizen. Ich glaube sie haben sich schon daran gewöhnt das ich das Zeug den Baals bringe." ,bemerkte er grinsend. Ja das war Ismael wie er ihn kannte. Einer für alle und alle für Ismael.
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| 06.01.2004 21:27 | #267 |
| (pisi)Härda |
Ismael hatte durchaus Srezors zuckersüßen Blick gesehen als er sich mit träumerischem Lächeln das Bad besehen hatte und er hätte alle Goldschätze, die er besaß darauf verwettet, dass Srezor heute Abend noch mindestens eine Stunde nicht daraus wegzubekommen wäre.
Es war bei ihm selbst nicht anders gewesen musste er sich eingestehen.Jetzt musste ISmael schon wieder lachen, als sie über die Vorräte sprachen. "Ich glaube wir müssen die Novizen momentan noch gar nicht bemühen. Ihre Gutgläubigkeit hat mir quasie die gesammte Vorratskammer vollgestopft. Von edelsten Gewürzen über Tees, Fleischfilets, Fisch, Bier, Shishatabak, bis zu einer größeren Menge Sumpfkraut als du je gesehen hast. Nichtmal der Kerl mit dem Sumpfkrautstand hat soviel davon." Ismael kam aus dem Grinsen gar nicht mehr heraus. Wie sehr ISmael diese Abende vermisst hatte...
"Ich wette du hast ziemlich Hunger und ich wette auch, dass du definitiv mal ins Badewasser willst, also hol ich mal eben was zu essen." Ismael ging mit schnellen Schritten inüber in die Vorratskammer und kramte in den Vorräten herum. Irgendwo war doch.. Da musste doch noch... Ahja! Da war das Dinkelbrot mit Frikadellen, Ismaels Lieblingsspeise. Behende angelte er sich noch zwei von den ganz großen Bierkrügen vom Halter und zapfte ein verdammt lecker aussehendes Bier mit königlicher Schaumkrone. Etwas überladen kam Ismael zurückgeschwankt und quetschte alles auf das kleine Beistelltiscchen. "Lass es dir schmecken du alter Streuner. Und..."
Srezor blickte bei Ismaels sorgenvollem Tonfall auf "wir müssen was gegen diese Mähne tun." Ismael und Srezor begannen zu lachen und fingen an, ordenlich zu spachteln.
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| 06.01.2004 21:51 | #268 |
| Srezor |
Unglaublich was da vor im lag. Nein, kein Hummer. Kein Kavier. Nein, was viel besseres : Dinkelbrot mit Frikadelle. Srezor lief das Wasser im Mund zusammen, als Ismael endlich den Ring freigab. Das Dinkelbrot hatte natürlich wie immer keine Chance. Mit einem gekonnte rechte hakenartigen Eckzahn bis er ihm die lebenswichtigen Teil raus ließ die Deckung nochmal in der Form eines Bierkrugs hochgehen und gab ihm mit einem sadistischen Grinsen den Rest. Ismael beschäftigte sich derweil damit lachend auf dem Boden rumzukugeln. Erschöpft setzte er sich wieder und die zwei alten Freunde tranken fröhlich ihre Bierkrüge aus. Danach setzen sie sich ruhig hin. Na zumindest Ismael tat das. Srezor war etwas hibbelig. "Joint?", fragte Ismael in einem eher geschäftsmäßigen Ton. "Ähm. meinst du ich könnte mal kurz das Bad ausprobieren? Nurmal schnell. Schauen ob die Wassertemperatur stimmt und wies so aussieht. Vielleicht mal reinsteigen. Nur zum Test. Nur kurz." Ismael legte den Joint zur Seite und hob die Augenbrauen. "Kurz? Wenn du es unter einer Stunde schaffst bekommst du einen Orden von mir!", meinte er lachend. Srezor stapfte zufrieden in richtig Bad als er sich nocheinmal umdrehte : "Aber nicht den vom Innos!" und schon war er verschwunden und genoss bald sichtlich das warme Wasser. Er wusch sich gründlich als langsam das Gefühl unbändiger Müdigkeit in ihm hochkroch. Langsam zog er sich aus der Wanne, trocknete sich ab, zog sich halb an und legte sich gähnend ins Bett. "Gute Nacht, Ismael. Schön wieder hier zu sein", ließ er noch vernehmen bis der Schlaf ihn übermannte
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| 10.01.2004 14:12 | #269 |
| Erzengel |
Er brauchte nicht lang für den Weg von der Stadt zum Turm, dafür kannte er ihn zu gut, obgleich er so lang war wie er nun mal war. Der Gildenlose erreichte so ohne Zwischenfälle den Pass, bei dem durch Rillen im Boden überall kleine Bäche entstanden waren, die den geschmolzenen Schnee, der von der Seite herabfloss oder aus den Ruinen hinter dem Pass kam, in die Umgebung von Khorinis umleitete, was das ganze teilweise zu einer riskanten Rutschpartie machte.Dennoch erreichte er die andere Seite mehr oder weniger unbeschadet. Mit leeren Augen und geistig abwesend ging er Schritt für Schritt voran zum Turm durch die verwirrenden Wege des südwestlichen Jharkendars. Kaum hatte er dem Berg bestiegen, wurde er aus seinen Gedanken gerissen. Die Quellen waren erstillt, die Wasseroberfläche war vollkommen glatt. Langsam trat er näher heran und als ob sie auf ihn gewartet hätten, spuckten die drei Geysire ihre heiße Fracht aus. Man sah drei besonders hohe Wassersäulen, die sich immer weiter aufbäumten, er liebte diesen Anblick und er erinnerte ihn an die Flutwelle des Adanum, die einst Belzusia zerstörte... oder eigentlich ja erst noch zerstören sollte...Auch die Quellen sprudelten nun wieder und es begann überall der Wärme des Wassers wegen zu dampfen, bei der kalten Luft wurde das jetzt noch deutlicher. Hätte ein Turm im Mienental nicht schon den Namen, würde er den Hexenturm in Nebelturm umbenennen, denn er suchte ja ohnehin einen besseren Namen. Hexenschwert, Hexenturm, Gotthexe,... Das war ihm irgendwie zu monoton...Es wirkte so wunderbar undurchdringlich für Fremde, denn von weitem sah man nicht unter die Wasseroberfläche und erkannte nur einen großen sprudelnden See mit Geysiren. Erst wenn man direkt davor stand bemerkte man, dass es überall da wo die Quellen sprudelten große Vertiefungen waren in die je nach Quelle vier bis acht Mann hineinpassten, wobei man in manchen sitzen und in anderen richtig stehen konnte und dennoch bis zum Hals im Wasser war, in einen wenigen waren glückliche Steinformationen das man sogar beides konnte. Die Steine waren selbstverständlich von dem Wasser über die Jahrhunderte glatt geschliffen. Doch da wo es keine Vertiefungen gab, war das Wasser höchstens einen Fuß tief und so bestritt der Herr dieses Turms den Weg mehr oder weniger trocken, nur um nach einem gezielten Schlag gegen die schwere Eisentür drinnen alle Klamotten irgendwo hinzuschmeißen, wieder hinauszugehen und in eine der Quellen hineinzuspringen. Während das wohlig warme Wasser seine strapazierte Haut umspülte sah er zum Strand, das Meer war wieder gesund, doch wo waren alle die toten Tiere? Und der riesige Kadaver des Wals? Egal, aus den Augen, aus dem Sinn. Entspannt lehnte er den Kopf zurück und schloss die Augen. Weit, weit in der Ferne hörte er Wasser wie bei einem Geysir in die Höhe spritzen. Ein leichtes Lächeln machte sich auf seinem Gesicht breit, es schien so, als ob doch jemand für seine Tat... Nein, die Tat von der Gemeinschaft dankbar war. Er sah zum Meer und winkte kurz zum Abschied.
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| 10.01.2004 21:07 | #270 |
| Srezor |
Leicht benommen wachte Srezor auf. Der Computer lief immernoch. Gähnend schaltete er ihn aus um in die Küche zu gehen. Nach 3-münitegem Warten bemerkte er das man die Kaffeemaschine erst anmachen musste sodass sie Kaffee machte. Nach 2 weiteren 3-müniten Pausen zeigte der Kaffee sein Wirkung...Als Srezor zum 2. Mal aufwachte war er schon fitter. Während er sich die Augen rieb spukte dieser merkwürdige Traum immernoch in seinem Kopf herum. Merkwürdig. So schlimm hatte es ihn noch nie erwischt. Langsam setzte er sich auf und schaute zu Ismaels Bett. Er schlief noch imnmer. Srezor wollte ihn nicht aufwecken und so zog er sich an, warf einen sehnsüchtigen Blick ins Bad, packte den Rest der Frikadellen vom Vorabend ein und trat aus der Türe. Wobei er zuerst IN die Türe treten musste, da sie mal wieder klemmte.
Die Sonne stand schon hoch am Himmel, wobei sie beständig von Wolken umkreist wurde. Die Wolken bildeten die lächerlichsten Figuren. Da war ein Ork mit 3 Armen, da ein Harpie ohne Beine und da. Sogar eine Frau mit Verstand. Srezor schlenderte eine Weile, den Blick zum Himmel, gewandt den kleinen Trampelpfad vor ihrer Höhle entlang. Also die Wolken gerade die Figur eines Affen mit schulterlangen Haaren bildete, kam ihm plötzlich die Idee mal wieder seinen alten Freund Rango zu besuchen. Vielleicht hatte der ja eine Arbeit für ihn. Und so machte er sich auf den Weg ins Sumpflager....
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| 10.01.2004 21:16 | #271 |
| Erzengel |
Die winterliche Nachtluft machte weiteres Baden schier unmöglich, durch den schneidenden Wind hielt er auch seinen Kopf immer wieder ins Wasser, doch beim Auftauchen wurde die Kälte mit jedem mal unerträglicher bis ihn die Lust gänzlich verließ und er sich in den Turm rettete. In der Bibliothek hatte sich schon wieder der alte Staub auf die Bücher gelegt. Hier versteckte er nun das Wasserschwert bei dem Feuerschwert, es war vielleicht etwas offensichtlich aber dennoch geschützt. Nun fehlten nur noch zwei Schwerter und drei Ringe, um das Portal nach Belzusia zu öffnen... ein drittes und letztes mal...Gelangweilt sah er sich vor dem Kamin sitzend um. Wo hatte er eigentlich das Buch über die Wälder von Urona? Er versuchte sich zu erinnern, doch nirgendwo tauchte das Buch auf... Sollte er es etwa noch? Ja, zuletzt hatte er es in seiner Zeit als Baal in der Pyramide gelesen. Er wollte ja eh ins Kastell, da würde dieser kleine Umweg auch keinen Unterschied machen. Hastig zog er sich an und legte sein Schwert an. Durch das Tal hin zu den Ruinen des Tempelkomplexes ging es und weiter zum Pyramidental.
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| 12.01.2004 18:27 | #272 |
| Sheron J. Spark |
...langsam und mit stets sicheren Zügen näherte sich der Wegelagerer wieder dem Strand. Keiner der Feuerwarane hatten sein ankommen bemerkt und so konnte er mit festem Schritt den sandigen Untergrund betreten. Geschickt schlich er hinter einige Felsen um sich dann hinter einem etwa 10 Schritt hohen Klotz zu verstecken. Aber was war das? Ein seltsames Zischen verriet dem Wegelagerer die Ankunft eines ungebehtenen Gastes. Unsicher und verängstigt wendete Sheron seinen Blick, immer fest im Glauben, dass nun eines der feuerspeienden Monster hinter ihm lauerte und keine 2 Sekunden vergehen würden bis er nicht mehr als ein brennener Ex-Leeler wäre, bis er erkannte was da wirklich hinter ihm lauerte. Ein sichtbarer Stein fiel dem Wegelagerer vom Herzen, während er seinen Einhändigen Säbel zückte und mit einigen Kombinationsangriffen den Gegner, einen jungen Waran, niederstreckte...
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| 12.01.2004 18:47 | #273 |
| Sheron J. Spark |
...mit einem genüsslichen Blick säuberte der Satansbraten Sheron die metallerne, von grünem Blut, eingefärbte Klinge und wendete wiederrum seinen Blick. Scheinbar hatte keiner der "gefährlichen" warantypen seinen kleinen Kampf mitbekommen und so konnte er seinen Weg ungehindert fortsetzen. Schritt um Schritt kam er näher an die besagte Höhle, bis er sie schlieslich mit pochendem Herzen betrat. Verdammt hätt ich mir bloß ne Fackel mitgenommen dachte sich der Wegelagerer, während er in dem verdunkelten Höhlengang weiter schritt...
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| 12.01.2004 19:31 | #274 |
| Sheron J. Spark |
...V...V...Ver...Verdammt was ist das? ängstlich zuckend wendete der Wegelagerer seinen Blick und durchsuchte die Höhle. Ein leises Raunen und Zischen war von verschiedenen Richtungen des dunklen Gewölbes zu vernehmen.Verdammt Zombies schrie Sheron plötzlich auf und richtete seinen Säbel gegen die angreifenden Untoten. Langsam, Schritt um Schritt, näherten sich die 3 Angreifer ihrem auserkohrenen Opfer. Mit einer geschickten Seitwärtsrolle und einer darauffolgenden Kombinationstechnik rammte der Leeler einem der schon halb zerfallenen Wesen die Klinge in den Bauch, riss sie zurück und schlug dem Zombie den Kopf ab, welcher sich am Boden dreht und wendet und dabei zu keinem Zeitpunkt das furchterregende Raunen sein ließ.Jetzt oder nie. schoss es dem Leeler plötzlich durch den Kopf während er mit voller Geschwindigkeit zum andern Ende der Höhle stürzte.Da, da ist die Truhe erkannte er aus einiger Entfernung und senkte seinen Körper über dem unverschlossenen Behälter. Drinne befand sich nichts auser ein verschnürter Sack und darunter einige Fackeln. Mit einem fröhlichen Jauchzen nahm Sheron sowohl den Sack, als auch die Feuerhölzer und wendete wiederrum seinen Körper. Wieder hatten sich mindestens 3 Zombies, einer davon ohne Kopf, um den Leeler gesammelt und ihr furcheinflösendes Raunen und Stöhnen ging dem Mann durch Mark und Bein. Aber diesmal würde er sich nicht zurückziehn. Diesmal würde er kämpfen. Mit einer geschickten Handbewegung nahm er 2 kleine Feuersteine aus seiner Brusttasche, mit welchen er in sekundenschnelle einer der Fackeln entzündet hatte.Und nun kommt her! schrie er dann laut auf und stürmte mit einem Schrei auf seine Angreifer. Surrend zsichte die metallerne Klinge durch den Raum und durchschnitt die ablappenden Körperteile eines Zombies, während er mit der anderen Hand und der darin liegenden Fackel die andern Beiden Angreifer zurückhielt. Aber plötzlich geschah etwas sonderbares. Einer der Untoten kam zu nahe an die hell flackernde Flamme des Leeler und entzündete sich. Ein tosender Schrei und ein unwirkliches Donner durchschallte die Halle, während der Zombie in einem blauen Dunst zu Boden sackte.Ja du Mistvieh lachte ihm der Wegelagerer nach, während er mit den andern Beiden Gegnern auf die gleiche Weise verfuhr...
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| 12.01.2004 19:58 | #275 |
| Sheron J. Spark |
...mit schnellen schritten spurtete der Wegelagerer daraufhin aus der dunklen Höhle und verschwand wiederrum hinter dem Felsen. Mit dem zurgeschnürten Lederbeutel im Mund bahnte er sich seinen Weg in die tieferen Regionen des Meeres um von dort aus zurück an das andere, sichere Ende des Strands zu schwimmen. Hier nahm er seinen Mantel in den Arm und verschwand mit einem selbstsicheren und amüsierten Grinsen vom "Feuerstrand"...
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| 14.01.2004 13:39 | #276 |
| Sirius |
Sirius hockte betrübt in seiner Baumhütte. In seinen trüben Augen, die ihren Glanz verloren zu haben schienen und mitlererweile nur noch blassgelb schimmerten, zeichneten sich sein Missmut, seine Antriebslosigkeit und sein Zorn ab.
Missmutig war er, weil er sich verlassen fühlte, allein unter vielen Fremden, unter denen er es bevorzugte abgeschottet zu leben. antriebslos war er, weil es hier im Tal einfach nichts zu tun gab. Überhaupt, das allein schien diese Bruderschaft auszumachen: Nichtstun. Seit er sein Leben hier fristete, hatte er nichts wirklich aufregendes erlebt, hatte sich nicht auch nur einmal in Lebensgefahr befunden ... und zu 'guter' Letzt gab es da noch den Zorn. Zorn auf Lees Söldner, die sie ihn, Sirius, ohne weiteres vom Hofe gejagt hatten. Wo er dort doch alles gehabt hatte was er je wollte. Gute Gefährten, Freiheit, Unabhängigkeit, Abenteuer, Alkohol, alles...
Sirius war eines klar geworden, hier gehörte er nicht hin. Der Sumpf war nicht sein Zuhause, definitiv nicht.
Da würde er sich doch lieber in den Minen Lees abschuften, der (inzwischen 'hohe') Novize fand sowieso, dass ihm und seinen immer weiter schrumpfenden Muskeln ein wenig Arbeit nicht schaden könne.
Sollte von hier flüchten, um bei den Jüngern des Lee um Wiederaufnahme zu flehen? 'Wer nicht wagt, der nicht gewinnt' hiess es doch. Und zumindest eine Chance würde wohl bestehen - er hatte schliesslich nicht schlimmes verbrochen, sondern sich nur ein paar Wöchlein vor der Arbeit gedrückt, um stattdessen im Minental umherzuwandern. Dort seltsamen Halbaffen zu begegnen, beinahe von einem hungrigen Rudel Wölfe gefressen zu werden und schlussendlich auf Schwarzmagier des Zirkels zu treffen.
Das waren noch Zeiten... Doch er schweifte ab. Es gab weit wichtigeres, worüber er nun nachdenken sollte. Sollte er es wagen? Sollte er es wirklich wagen Lee und seinen Leuten noch einmal unter die Augen zu treten, nach dem, was sich geleistet hatte? Der General würde sicherlich nicht besonders glücklich dreinsehen... Andererseits hatte Sirius ja auch nicht nur faul herumgesessen. Er hatte immerhin den Einhändigen Schwertkampf gemeistert. Ausserdem verstand sich nun auf das Stehlen. Zwar hatte er sein handwerkliches Talent in der Zeit im Sumpf verloren, doch Stehlen war für einen Jünger des Lee seiner Ansicht nach sowieso um einiges lukrativer.
Ja, es war beschlossene Sache. Sirius schmiss in Windeseile seine Kleidung zusammen, steckte sich Valermos ein, kletterte die Leiter hinab, und schritt hinaus in die Wildnis. Hinein die Freiheit. Der Marsch würde lang und werden, zweifellos würde auch das Gepäck dazu sein übliches tun und noch weiter an Sirius' Kräften zerren. Doch der 'hohe Novize', wie man ihn dort genannt hätte, wo er bis eben noch gelebt hatte, verdrängte derlei Gedanken. Er konnte sich doch wegen diesen paar Pfunden dort auf seinen Schultern nicht so anstellen, ein Krieger musste so eine Wanderung spielend hinter sich bringen können...
Nach einigen Stunden durchschritt Sirius mit seinem verbissenen Lächeln auf den Lippen den Pass und trat wieder ein, in die 'altbekannte' Welt. Seine Augen hatten ihren gelblichen, stechenden Glanz wieder.
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| 16.01.2004 17:22 | #277 |
| Xorag |
Carras und Xorag rannten durch den Pass und betraten nun das für Xorag unbekannte land weshalb Carras wieder die führung übernahm.
Carras gab das Tempo vor und Xorag rannte mit etwas abstand hinter ihm her über Felder und Wissen bis sie, wie hätte es anderster sein können einen Sumpf betraten. Carras schien alles locker zu nehmen und rannte weiter, mitten in ein Lager rein das aussah wie das Sumpflager.
Irgendwann hielt er inne und klopfte an einer Tür und wartete ab was passierte.
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| 16.01.2004 17:48 | #278 |
| Corie |
Verträumt öffnete Corie ihre Tür und Casper wuselte gleich zwischen ihren Beinen rum um rauszuschauen wer gerade an der Tür war.
Es waren zwei Krieger, einer von ihnen war Carras und Corie hielt kurz inne als sie ihn sah...
"Öhm..hallo Carras." brachte sie dann mit einem lächeln auf den Lippen raus, was ist den los?"
Der Templer wurde leicht rot im Gesicht und lächelte verlegen zurück,
"ähh...ich wollte dich fragen ob du vielleicht mit mir auf eine Hochzeit kommen möchtest?" sagte er dann schnell und war froh es klar gesagt zu haben, nicht wie normal immer stotternd.
Corie hielt kurz einen Moment inne...
"Also, ich habe eigentlich nichts vor, klar ich komme mit." und ein lächeln breitete sich in ihrem Gesicht aus,
"Ich mach mich nur kurz fertig!" und so schnell sie das gesagt hatte verschwand sie wieder in ihrem Haus und die Tür knallte hinter ihr zu das sie auch aus versehn ihren kleinen Fuchs aussperrte der nun wie wild an der Tür zu kratzen begann.
Nach einer ganzen Zeit des warten´s, kam die junge Novizin dann wieder heraus, mit einem verführerischen Kleid an.
"Ok Jungs, dann lasst uns mal losgehen" sprach sie gebieterisch, hackte sich bei Carras ein und sie gingen los...
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| 16.01.2004 17:55 | #279 |
| Carras |
Carras grinste. Allmählich wurde er Corie selbstbewusster gegenüber , so wie es eigentlich seine Art wahr. Er gab Corie mit Blicken und lächeln zu verstehen das sie nicht schöner aussehen konnte , er brauchte heute keine Stimme für so etwas.
Vorallem jetzt als er sie in diesem Kleid sah bereute er es Xorag mitgenommen zu haben. Dann wäre er jetzt alleine mit Corie.
Trotzdem stellte er Xorag kurz vor.
Er liess sich aber nichts anmerken und lief , mit Corie am Arm , einige Zeit durch die Landschaft bis sie endlich am Pass ankamen und diesen überquerten.Während ihrer kleinen Wanderung hatten sie sich nur über Kleinigkeiten unterhalten ,z.b wer heiratete und wo.
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| 19.01.2004 21:01 | #280 |
| Lei|a |
Leila schritt sanft über den steinigen Boden. Sie hatte gerade das Lager der Piraten verlassen um mal wieder zurück über den Pass zu gehen. Sie hatte sich zwar mit den Piraten angefreundet, sich des öfteren mit ihnen betrunken, ihnen gezeigt, dass man sich nicht mit ihr anlegte und auch hat sie ihnen hier und da geholfen, doch so richtig was zu tun hatte sie doch nicht. Ihr Ziel war vorerst mal das Sumpflager, sie mochte den Gestank dort zwar nicht sonderlich, doch war es dennoch der einzige Ort neben dem Hof in dem sie sich auskannte.Sie hoffte, dass sie dort irgendjemanden finden konnte, bei dem sie kämpfen lernen konnte, ob nun waffenlos, mit einem Schwert oder einem Bogen war ihr egal hauptsache, sie war nicht mehr auf die Kampfkunst anderer angewiesen.Obwohl, sie doch vor einem Scavenger mehr angst hatte als viele Menschen vor einem Piraten, wagte sie es also alleine zu reisen. Der Weg war weitaus ungefährlich, er wurde nun schon öfters benutzt und schon als sie und Gardiff ihn gegangen waren, hatten sie keine grossen zwischenfälle.
Als sie nach einem längeren Fussmarsch, dann auf dem Pass stand, bliess ihr der kalte Wind der anderen Seite entgegen, glücklicherweise hatte sie die Wintersachen, die sie von Carras hatte dabei, denn auf dieser Seite des Passes war es schön warm nun aber kam ihre die Kälte nur so entgegen. Und schon bald sah sie schnee, zuerst nur kleine Flecken, dann aber lag er immer dichter bis Leila schliesslich auf der anderen Seite angekommen war und eine schöne weisse Winterlandschaft erblickte.
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| 20.01.2004 20:33 | #281 |
| Störtebeker |
Die letzten Tage hatte selbst Papa Störte, neuester Nickname von Aros, mehr mit dem Saufen und Vergnügen verbracht als mit dem Bau des Schiffes. Irgendwann kam dann ihr Oberbigbosschefmotz Greg und ordnete endlich mal ein wenig Action an. Einziges dumme war, dass Störte, als Greg ihnen sein Vorhaben referierte, so hacke war, dass er nichts kapierte und nun am Tor stand und keine Ahnung hatte, wo es überhaupt hinging. Sehr viel besser schien es Aros auch nicht zu gehen, doch strahlte er mehr als Störte. Aber dann ging es auch los, und ehe Störte sich versah, standen sie auch schon am Pass. Während alle anderen ohne Verwunderung weiter liefen, blieb der Opa stutzig stehen. Wurden sie jetzt hierher teleportiert oder kam ihm der Weg nur als kleiner Spaziergang vor? Als sie damals hier ankamen, schien es ihm eine Ewigkeit. Doch Aros schubste ihn kurz und seine Gedanken waren verflogen.
„Los, Vater, nun lass mal weiter, die anderen sind schon durch.“Störte kapierte nichts, aber das lag wohl an seinem niedrigen Intelligenzquotienten und dem eingerosteten Hirn. War ja nicht das erste Mal, dass er was nicht kapierte.
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| 20.01.2004 22:04 | #282 |
| Sheron J. Spark |
Mit schnellem und sicherem Marschtempo überquerte der Trupp, bestehend aus insgesamt 6 Piraten, den Pass und schlug sich von dort aus in die Wälder, um möglichst schnell in Richtung Harphie zu gelangen. Dort sollte ihr erster Sammelpunkt sein, von dem aus sie die Lage in der alten Welt zu überprüfen hofften. Denn Sador, der Wirt, war für einige Klunker immer bereit sein Wissen über Gott und die Welt auszuschütten. Er würde über die Lage der Händler und Bauern bescheid wissen. Er würde ihnen sagen können wo sie den besten Fang machen könnten. Natürlich müsste alles in einem einigermaßen verdeckten Tonfall gehalten werden, aber irgendwie würden sie Sador, oder zur Not einen seiner angestellten, schon zum Reden bringen...
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| 25.01.2004 16:21 | #283 |
| Erzengel |
Mit letzter Kraft schleifte er seinen erschöpften Körper den Berg hinauf, wo ihn hoch oben die Geysire mit ihren warmen Fluten empfingen. Ein schwacher Schlag gegen die schwere Eisentür an der richtigen Stelle genügte, um sie aufschwingen zu lassen. Stufe für Stufe kämpfte er sich entgegen der Müdigkeit die enge Wendeltreppe hinauf bis in sein Schlafzimmer. Leblos fiel der junge Körper in die samtig weichen Betten, welche er sich so sehnlichst erwünscht hatte. Endlich konnte er einschlafen.
Wenige Minuten später fand er sich bereits auf der altbekannten Traumebene wieder, lange war er nicht mehr hier gewesen. Der Einzelgänger sprang in den glitzernden See, unwissend wohin dieser ihn bringen würde... Ein Wald war es, in seiner Mitte ein großer See, an dessen Ufer er sich nun hinauszog. Vor ihm ein hoher Baum mit dickem Stamm, er musste uralt sein. Zögernd trat er näher heran und legte seine Hand auf den Stamm. Knospen schoben sich aus den Ästen und bevor man sie genauer betrachteten konnte, waren sie auch schon erblüht. Von einem Gefühl der Freude überkommen legte er auch die andere Hand auf, doch die Blüten verwelkten, ihre Blätter fielen und noch ehe sie den Boden erreichten, waren sie zu Staub zerfallen. Wie bei ewigem Winter verging alles Grün im Wald.
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| 27.01.2004 20:05 | #284 |
| Sheron J. Spark |
Mit schnellen schritten marschierte der Konvoi übern de Pass zurück ins neue Gebiet. Sie hatten zwar den verlust von 1 ihrer Kameraden zu betrauern, aber nichts destotrotz war ihr Ausflug recht erfolgreich. 2 Karren vollgeladen mit Nahrung und Waffen und dazu eine schnuckelige Rekrutin, an der sich sicherlich ein jeder im Camp freuen wird...
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| 04.02.2004 16:37 | #285 |
| Aragorn89 |
"Endlich wieder zuhause." seufzte Aragorn. es hatte ihn zurück in den Aussenposten teleportiert. Aragorn ging erstmal ins haus und legte seine Sachen ab:
Anduril, Ranger, sein altes Schwert, den Jagddolch, den Dolch aus seiner Heimat und die Pechschwarze Rüstung von Carras. Den Mantel legte er zusammen und legte ihn zu den anderen Sachen. Er schürte sich erstmal einen grünen Novizen an den er dann in Ruhe rauchte. Der Sumpf hatte sich während seiner Abwesenheit nicht verändert. Aragorn beschloß mal wieder in die Alte Welt zu gehen. er wollte auf den Hof, Legolas besuchen oder vielleicht mal das Kloster besichtigen. Er zog seine Rüstung an und legte den Gürtel an dem nun Anduril und die 2 Dolche hingen an. Ranger hängte er ebenfalls an den Gürtel. Er wollte dafür ein Geschirr für den Rücken besorgen wo man normalerweise Zweihänder trägt. Er wollte seinen Einhänder dort anbringen. Nur als Ersatzschwert, versteht sich. Als er alles angelegt hatte, warf er sich den Mantel über, setzte die Kapuze auf und ging durch den Pass nach Khorinis. ER erreichte bald darauf das Sumpflager...
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| 19.02.2004 13:17 | #286 |
| Mafio |
Es ging weiter, jetzt gings endlich den Weg abwärts.
Es war windig und Mafio spürte den Wind durch die risse. Er ging den Weg richtung Piratenlager und schaute überall nach einem ruhigen plätchen bis er am Talkessel vorbeikam.
Er sah einladend aus und Mafio schritt hinab zum kleinen Seedort dachte er sich er könnte mal ein Bad nehmen. erst zog er sich aus und wollte sich die Risse an seiner Kleidung genauer anschauen.
Toll die hose ist völlig hinüber. Wenn er sie im Piratenlager anhätte würden sie ihn auslachen da der Arsch raushängen würde. und ein paar andere stellen sind auch nicht bedeckt, aber vorne ist alles in ordnung.
Seine Lederrüstung ging noch, die felsspitzen haben das Leder nur leicht eingeschnitten aber es sind keine großen risse drin. tja das leder ist wiederstandsfähiger.
er legte den ganzen Klump ab und sprang erst mal ins kühle Nass. nach ner halben stunde kam er raus und trocknete sich mit der kaputten hose ab.
Er bemerkte unterdessen das das Gras hier hoch war und das sogar noch Schilf dabei ist. Da kam Mafio eine Idee. Er fing an das Gras Büschelweise rauszureisen bis er nen annehmbaren haufen hat. Jetzt nahm er die kaputte schürferhose und riss die Lederschnürre an den nähten raus und riss sie stück für stück ab. Jetzt legte er sich kleiner Gras büschel zurecht und knotete jedes Büschel einmal oben fest. Diese büschel legte er zur form einer Hose, legte die Stoffetzen seiner alten hose drauf und knotete sie zurecht das es nach einer Hose ausah und das sich die knoten nicht lößen.
Jetzt vepasste er dem ganzen den letzen Schliff und war nun stolzer besitzer einer Grashose. Er zog sie sogleich und sie passte perfekt. zum glück hat er im schrittbereichdie Stoffetzen unter das Gras fixiert.
Jetz sah er mit der Hose aus wie ein Penner der im Wald lebt! aber die Hose war bequem und hatte keine risse jetzt legte er seine lederrüstung an und ging weiter zum Piratenlager...
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| 19.02.2004 13:47 | #287 |
| Mafio |
Raus aus dem Lager den Weg weiter.
Er kam wieder an den Felsweg und überlegte sich sein Durchkommen. er ging einen Schritt und
<>
seine Grashose wurd weit unten bei den Fussknöcheln aufgerissen."Jetzt reichts!" schrie Mafio und ging wieder zurück bis er einen Scheren Ast fand. Jetz ging er zum Felsweg und Schlug wild um sich und zerbröckelte Felsspitze für Felsspitze.
irgendwann war der Weg frei und Mafio ging durch ohne sich was zu zerreisen...
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| 03.03.2004 21:49 | #288 |
| doooom |
Na das fing ja gut an. Erst wenige Minuten kannte er Enzanie, Fatalis wahres Ich, und schon hatte er das Glück gemeinsam mit ihr um sein Leben rennen zu dürfen. Und das nur, weil es in den Gemäuern der alten Tempel vor Fallen nur so wimmelte. Die würde er bestimmt nicht vermissen, diese unzähligen Fallen, denen er und die Person, die nun als Enzanie neben ihm stand, in den letzten Tagen und Wochen umgehen mussten, auf dem Weg zur Entdeckung der alten Persönlichkeit, die in Fatalis schlummerte.
Bei diesen Überlegungen bemerkte er erst, wie seltsam es wirklich war, das sich sein ehemaliger Mitbewohner jetzt in eine junge Kämpferin verwandelt hatte. Denn nun war nichts mehr so wie früher. Der Baal hatte keinen Mitbewohner mehr, sein bester Freund war für immer verschollen, schließlich hat er nie wirklich als richtige Person existiert, denn einen Mann der Fatalis hieß, gab es den überhaupt? Auch konnte er nicht einmal genau sagen, mit wem er die Ereignisse der letzten Wochen, nein Monate erlebt hatte. Mit Fatalis, einem Mann der nun nicht mehr existierte? Oder mit Enzanie, einer jungen Frau die nicht eine einzige Erinnerung an die gemeinsame Zeit hat? Dies war alles mehr als verwirrend. Doch spätestens, als er seinen Blick etwas nach links warf, auf Enzanie, die sich in den Sand hatte fallen lassen, war Doooom klar, das er nicht der einzige war, den das alles hier verwirrte. Eigentlich war sie noch sehr viel verwirrter, als er selbst und das sah man ihr auch an. Der kleine Baal ging die wenigen Meter zu der verwirrt und gleichzeitig auch bedrückt dreinschauende Frau und setzte sich ebenfalls in den feinen, warmen Sand des Canyons. Seine Beine waren leicht angewinkelt und seine Arme waren übereinander auf den eigenen Knien abgelegt, als er nach einigen Sekunden des Schweigens das Wort an sie richtete. »Du siehst noch immer verwirrte aus. Ich kann das verstehen, auch wenn ich es sicherlich nicht ganz nachvollziehen kann. Aber ich sehe auch, das du nicht nur verwirrt, sondern auch bedrückt ist. Du kannst mir ruhig erzählen, was dein Herz bedrückt. Ich weiß, du kennst mich nicht richtig, auch wenn wir in den letzten Monaten viel Zeit miteinander verbracht haben. Aber trotzdem kannst du mir erzählen, was dich belastet, denn manchmal muss man sich einfach alles von der Seele reden.« Bei diesen Worten hatte der Guru erneut ein freundliches Lächeln aufgesetzt, um der Kriegerin zu zeigen, das sie nicht ganz allein in dieser fremden Welt ist. Etwas zaghaft und mit einer eher ruhigen Stimme bekam er auch eine Antwort. »Ich weiß nicht. Irgendwie ist das alles zu viel für mich. Ich bin zwar zum einen in meiner Heimat, aber dann wieder doch nicht. Alle die ich einst gekannt habe sind tot, mein Vater, meine gesamte Familie. Sie alle sind nicht mehr da, sind in das Totenreich eingegangen. Aber auch sonst ist alles anders. Die Bibliothek ist verlassen und wenn ich deinen Worten von vorhin glauben schenken darf, dann ist auch von unseren restlichen Gebäuden nicht mehr viel übrig. Von der Hauptstadt, die mehrere zehntausend Einwohner hatte. Das alles ist weg, genau wie beinahe alles über unsere Kultur. Selbst der Glaube an Utzatekl scheint vergessen, denn du glaubst nicht an einen anderen Gott, diesen seltsamen Schläfer.« Ihre letzte Bemerkung über den Gott, dem er diente, überhörte Doooom großzügig, schließlich war Enzanie noch etwas verwirrt und kannte die Macht des Schläfers nicht einmal. Außerdem war für ihn der erste Teil ihrer Worte eh der interessantere gewesen. Denn daran hatte er ja überhaupt noch nicht gedacht. Sie hatte alles verloren, alle die sie kannte, waren seit Jahrhunderten verstorben, sie war total allein in einer ihr fremden Welt. Leicht ratlos blickte er zu ihr hinüber und versuchte ihr eine aufmunternde Antwort zu geben, doch vielen ihm die richtigen Worte nicht ein. »Ich weiß jetzt ehrlich gesagt nicht, wie ich dir helfen kann,« doch Enzanie achtete gar nicht auf seine Worte. Sie hatte den Kopf leicht gesenkt und sprach zu leise zu sich selbst und denjenigen, die ihr diesen Fluch auferlegt hatten, auch wenn selbige wohl schon längst in Beliars Reich übergegangen waren. »Wie konntet ihr mir das nur antun? Wie konntet ihr mein gesamtes Leben verpfuschen, nur weil ihr euch einen politischen Vorteil erhofft habt?« Merklich versuchte sie die Tränen, die ihr ins Gesicht standen zu unterdrücken und mit großer Mühe gelang ihr dies auch. Der Baal, der dieses Selbstgespräch auch ungewollt hätte mit anhören musste war in diesem Moment klar, das er noch einmal versuchen musste sie aus ihrer Trauer zu befreien. »Kopf hoch.« waren seine ersten Worte, für die er sich sofort danach glatt hätte ohrfeigen können. Wie konnte er nur versuchen jemanden aufzuheitern und dann mit Kopf hoch das Gespräch beginnen? Dies war ihm selbst unbegreiflich, doch nun waren die Worte gesagt und er musste das Beste aus diesem verhunzten Satzanfang machen. »Mir ist klar, das du sauer auf diejenigen bist, die dir das alles angetan haben und das du deine Familie vermisst. Doch es bringt nichts, wenn du jetzt in Selbstmitleid zerfließt. Du solltest nach vorne gucken, es als neue Chance sehen, das du noch immer am Leben bist. Etwas anderes würde wohl nicht viel bringen.«
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| 04.03.2004 17:59 | #289 |
| Enzanie |
Enzanie fand die bemitleidenswerten Versuche dieses Mannes schon fast wieder süß, aber vermutlich sah er in ihr immer noch diesen einen Mann, dieses Trugbild durch den Zauber. Jedenfalls konnte man nicht einfach so tun, als ob nichts geschehen wäre, es ging einfach nicht. Der Schmerz saß zu tief, wie ein Messer das sich mit Widerhaken in das zarte Fleisch gebohrt hatte. Jetzt wurde es Stück für Stück herausgezogen und schmerzte dabei unheimlich. Doch es war nun einmal nicht zu ändern, alles war weg, alle waren tot. Vielleicht war sie ja die letzte Erbin ihres Volkes, ihrer Kultur, einfach alles. Vermutlich, aber dennoch hätten es einige schaffen können, vielleicht waren sie auf dem großen Wasser geflohen. Diese Welt, in der sie nun angekommen war, hatte sich bestimmt verändert. Bloß wie nur? Enzanie wusste es nicht, doch als die ersten Tränen kullerten, kamen auch neue, fremde hinzu. Hoffnungstränen. Eigentlich hätte sie tot sein müssen, eigentlich dürfte sie nicht hier sein. Es war eine komische Anordnung von unglücklichen Umständen, doch das Leben war ein Geschenk, das sie nicht wieder hergeben wollte, jedenfalls nicht so schnell. Ob es irgendwelche Nachwirkungen geben würde, das wusste sie nicht, aber sie hoffte dennoch ihr Leben hier so lange weiterzuführen, bis es dann tatsächlich vorbei wäre. Die neue Welt, sie würde sicher sehr interessant werden. Es hatte sicherlich vieles innerhalb der Jahrhunderte geändert, noch nie war Enzanie auf dem großen Wasser gereist und auch von einem Gebiet hinter den Bergen im Süden war ihr nichts bekannt. Schon alleine die Worte des Fremden, von Doooom, sie klangen aufregend und weckten auch eine gewisse Neugier in der jungen Frau. Das war es, an das sie sich klammerte, sie wollte jetzt wenigstens diese neue Welt sehen, als kleinen Ausgleich. Den Tod ihrer Familie, besonders ihres Vaters und ihres Volkes würde sie noch lange beschäftigen, noch viel Salzwasser würde dafür fließen, doch trotzdem blickte sie lächelnd in die Zukunft. Dieser Baal hatte zwar die vollkommen falschen Worte gewählt, aber sein Ziel hatte er doch erreicht.
Das einzige was ihr noch geblieben war, waren die alten Sachen. Mit ihnen kämpfte sie vor Jahrhunderten gegen die Feinde ihrer Kaste, ihres Volkes, gegen Tiere. Die Klinge war nicht gerostet, auch nicht nach hunderten von Jahren. Die Rüstung, nicht zu klein, nicht zu eng, nicht kaputt. Alles schien den Zahn der Zeit überlebt zu haben. Warum war ihr nicht klar, doch es war gut so. Die Waffen sollten wieder zu einem Zweck dienen. Sie wollte damit nur bedingt töten, da sie keine Feinde mehr besaß. Es gab niemanden, der sie als Feind ansehen konnte, nur dieser eine Mann neben ihr wusste überhaupt, dass es sie gab und doch würden neue Feinde immerzu kommen. Doch so vieles war eben noch unvollständig. Wenn ihr Volk ausgestorben war und sie jetzt andere Kulturen kennen lernte, musste sie auch mit anderen Sitten und Regeln leben. Wie die Zeit war, ob sie friedlich oder unsicher war, ob man überhaupt noch Waffen brauchte und ob ein Schwert da das richtige war, sie wusste es nicht, alles was ihr blieb waren ihre Erinnerungen an die Tage und Wochen, Monate und Jahre, die gestern – oder sollte man sagen, gestern vor ein paar hundert Jahren – geschahen.
Enzanie seufzte, wischte sich die Tränen aus dem Gesicht und sah in die Ferne. Der Canyon, die Wüste, sie hatte sich geologisch kaum verändert. Es war allerdings nicht so heiß wie im Sommer, der Himmel war mehr grau als blau und ein paar Bäume standen vor hundert Jahren auch noch nicht so, wie jetzt. Vor allem aber wirkte es sehr groß und gewaltig, denn Steinhäuser fehlten im Landschaftsbild. Dann aber wandte sie ihren Blick wieder zu Doooom, der auch in die Ferne schaute und einige Grübchen schienen ihm einen nachdenkenden Ausdruck zu verleihen.
Du hast Recht. Ich denke, ich werde kein Selbstmitleid haben. Es gibt sicherlich einiges für mich zu entdecken. So vieles will ich machen, so vieles sehen. Ich möchte eure Kultur kennen lernen, wie ihr so lebt, was ihr so macht und was ihr esst. Ich möchte eure Städte sehen, eure Tiere und das große Wasser. Ich lebe jetzt seit sechzehn Jahren und einigen Jahrhunderten in Jharkendar, ich denke ich bin bereit, etwas Neues zu sehen.
Aber ich hab noch so viele Fragen und du hast so viele Antworten. Würdest du mir meine Fragen beantworten...Doooom? Der Baal stand auf und nahm plötzlich ihre Hand und zog sie mit einem Ruck herauf, dann sah er sie zwinkernd an.
Klar mach ich das Enzanie, aber lass uns währenddessen Richtung Sumpf gehen, ich denke, wir sollten den Tag nutzen, solange es noch hell ist.
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| 05.03.2004 15:52 | #290 |
| doooom |
Es war überraschend, wie gefasst die junge Kriegerin trotz den schrecklichen Ereignissen, die ihr wiederfahren waren, war. Sie wurde quasi komplett aus ihrem alten Leben gerissen und doch tat sie ihr möglichstes um die Trauer über den Verlust, den sie damit erlitten hatte zu verbergen. Sicher, in den letzten Minuten ist auch die ein oder andere Träne an ihrer Wange herunter gekullert, doch andere Leute hätte in ihrer Situation wahrscheinlich - schließlich kann man es nicht wirklich nachprüfen, denn es wäre verwunderlich wenn schon mal jemand in einer ähnlichen Situation war – sehr viel verzweifelter oder einfach nur heftiger reagiert. Doch Enzanie konnte ihre Emotionen in dieser Hinsicht unterdrücken und sich recht schnell ihrer neuen Lebenssituation stellen und das trotz ihres geringen Alters. Denn laut ihren eigenen Worten hatte sie noch nicht einmal ihr siebzehntes Lebensjahr erreicht, was Doooom etwas überraschte, denn er hätte sie in Wahrheit für deutlich älter gehalten, was ihm wieder einmal zeigte, wie schlecht er andere Leute doch beurteilen konnte.
Die Sonne stand nicht mehr ganz im Zenit, als die beiden ihren Weg in den Sumpf begannen und somit zum einen die alte Bibliothek samt ihren Geheimnissen, als auch die Schrecken aus Enzanies Vergangenheit hinter sich ließen. Mit einem eher langsamen, gemächlichen Tempo bewegten sich das ungleiche Paar, schließlich kam es nicht oft vor, das ein Mann von einer Frau um mehr als einen halben Kopf überragt wurde, zwischen den hohen Klippen, die typisch für den wüstenartigen Canyon waren. Einige wenige Minuten gingen die beiden schweigend nebeneinander her, in Richtung des Höhlensystems, das sie zum hiesigen Sumpf bringen sollte, als der Guru den seltsamen Blick, den seine Begleiterin hatte bemerkte. »Was ist denn los? Du guckst so komisch?« fragte er mit offenen, wenn auch wieder nicht sonderlich geschickt gewählten Worten.
»Ich muss mich nur an den Anblick gewöhnen. Hier hat sich viel verändert, seit ich zum letzten mal einen Fuß in diesen Canyon gesetzt hatte. Früher gab es hier einige Hütten und ein kleines Dorf und eine Art Bewässerungsanlage, die in Teilen des Canyons wirklich dafür sorgte, das hier mehr als nur ein paar vereinzelte Grasbüschel standen. Und jetzt ist von alledem nicht mal ein Anzeichen verblieben. Keine Ruinen sind hier, kein gar nichts. Es ist einfach etwas traurig mit anzusehen, was aus diesem Dorf geworden ist und wenn ich deinen Worten glauben schenken darf, dann wird es wohl allem aus meiner zeit so gegangen sein.«
»Ja, so weit ich das weiß schon. Ich war zwar noch nicht lange in diesem Tal, aber außer den großen Tempeln ist mir nichts bekannt, das aus deiner Zeit noch existierte.« antwortete Doooom, dem durch die Worte Enzanies klar wurde, das sie wohl doch noch öfter an die Vergangenheit, die aus ihrer Sicht nicht lange her ist, nachdenken wird und es Zeit braucht um die Wunden daraus wirklich zu schließen.
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| 05.03.2004 19:37 | #291 |
| Enzanie |
Die beiden ließen die Wüste irgendwann am Nachmittag hinter sich. Es war nur ein kleines Tal, das sich im Osten noch viel weiter ausdehnte, doch hier, im Westen, wurde es schon bald fruchtbarer. Allerdings konnte sie sich nicht an diese Dinge erinnern, war doch der Canyon noch nie eine Wüste gewesen, doch nun war hier alles zu Sand und Staub geworden. Dennoch tat es gut, wieder Pflanzen um sich zu haben, denn so sah Jharkendar für sie aus, grün und wild. Mit der Natur verbunden. Es gab sehr typische Pflanzen hier, Lianen und wildes Efeu, aber auch ganz normales Gras oder dünne Palmen. Als sie dann auch noch ein kleines Wasserloch entdeckten, war es noch ein wenig schöner. Es mussten die ersten Tropfen seit Jahrhunderten sein, entsprechend fiel auch der Durst aus. Es war herrlich frisches Wasser, schmeckte wie aus dem kleinen See, der hier ganz in der Nähe lag, doch auch dieses Wasserloch war nicht von früher bekannt, wahrscheinlich war es eines der wenigen Überbleibsel der Wasserläufe, die aus Stein gehauen die Felder mit Wasser versorgten. Sie hatten hier eine Menge angebaut, hauptsächlich jedoch Mais. Nun war dies alles nicht mehr da, aber das war eben so. Nach dem ausgiebigen Trinken, wuchs auch zum ersten Mal seit Jahrhunderten wieder ein Hungergefühl im Magen der jungen Frau und so wollte sie demnächst etwas fangen, irgendetwas würde sich schon finden. Die beiden setzten ihren Weg fort, kamen auf eine kleine Lichtung. Dort stand ein Zaun, eine Art Palisade und ein kräftiger Mann schien davor zu stehen, oder zumindest sah es so aus, als ob er dastand. Neugierig ging Enzanie auf den Mann zu, wollte sie doch wissen, was hinter der Palisade anzufinden war. Der Mann schien nicht sehr begeistert von der Anwesenheit der zwei Fremden und zeigte sich etwas barsch, nein, eigentlich war er ein richtiges Ekelpaket. Mit rauer Stimme, die er ab und zu mit dem Inhalt eines Kruges ölte, maulte er sie an, sie sollen doch verschwinden.
Hier hat niemand Zutritt. Einzig und allein die Anhänger von unserem Kapitän Greg, wir haben die Palisade schließlich nicht gebaut, damit hier jeder reinkommen kann. Allerdings…wenn ihr Gold, oder Rum, oder was anderes wertvolles habt, dann könnte ich euch reinlassen. Wir Piraten lieben das Gold, aber gegen einen guten Schluck ist ja auch nichts einzuwenden… Also, was ist jetzt? Habt ihr was?
Enzanie schüttelte nur den Kopf. Sie war zwar nicht oft hier gewesen, doch der Begriff von Piraten war ihr dennoch kein Begriff. Sicher waren diese Leute auch erst seit dem Fall ihres Volkes hier. Jedenfalls war der etwas unfreundliche Mann kein Nachfahre ihres Volkes. Gold kannte sie allerdings und Rum ebenso. Nur leider besaß sie von all dem nichts. Sollte ihr ehemaliges Zauberbild Gold oder Rum besessen haben, so war es mit der Robe verbrannt. So konnte sie diesem Mann nichts geben, schließlich besaß sie nur das, was sie am Leibe trug. Der Baal, den sie inzwischen als nicht mehr so fremd ansah, hatte anscheinend auch nichts davon. Gerne hätte sie ja etwas gegeben, nur wie denn? So gingen sie in die andere Richtung, in der bald der See, an den sie beim Trinken des Wassers aus dem Wasserloch gedacht hatte, in Sicht kommen sollte.
Während sie noch durch die Lichtung liefen, fielen ihre Augen auf etwas rotes, das an etwas grünem hing. Waldbeeren. Sie waren zwar noch etwas früh, aber das war ihr egal, denn hauptsache man konnte sie essen. Schnell zeigte sie dem Baal die Früchte ihres spähenden Auges und zusammen pflückten sie dann den ganzen Strauch ab, bis ein kleiner Beutel, der dem Mann als Aufbewahrungsort diente, prall gefüllt war. Danach setzten sie ihren Weg fort und kamen schon bald auf einen dünnen Fußweg. Von weit oben hatte man den See schon erspähen können, denn so klein war er nun auch nicht, dafür aber war der Pfad, der zu seinen Ufern führte, umso kleiner. Aber wenigstens das hatte sich nicht verändern. Es war noch immer so wie früher, auch wenn der Wachtposten nicht mehr da stand. Doch etwas anderes interessierte sie viel mehr. Als sie erst wenige Schritte nach unten gegangen waren, erblickte sie etwas Weiteres, Lebendes. Ein Tiriki graste unten an den grünen Ufern und ließ es sich schmecken, doch dies war jetzt die perfekte Mahlzeit nach so langer Zeit. Sie musste auch vor dem Aussprechen des Zaubers lange nichts gegessen haben, anders war dieser Hunger kaum zu erklären. Doooom kam lange nicht hinterher, als sie schon auf ihre Beute zulief, noch im Lauf zog sie das Schwert vom Halfter am Rücken und ließ es fest in einer Hand. Der Tiriki war sehr, sehr schnell und hatte am Kopf eine zähe Hornhaut, doch eigentlich war er kein Gegner für sie. Mit zwei schnellen Bewegungen wich sie dem scharfen Schnabel aus und streckte den Vogel mit einem Schlag zwischen die verkümmerten Flügel nieder. Als der Baal ankam, war schon alles vorbei. Trotzdem staunte er nicht schlecht. Auch sie staunte, aber über etwas ganz anderes, denn am Ufer hatten sich ein paar Pilze breit gemacht, das Wasser und der nährreiche Boden schienen noch immer ein idealer Platz für sie zu sein. Mit den Beeren hatten sie jetzt schon drei Zutaten und damit konnte sie etwas ganz hervorragendes kochen. Sie war eine ausgezeichnete Köchin und dies sollte auch ihr neuer Begleiter jetzt testen, ob sie auch noch nach Jahrhunderten gut kochen konnte. Doch einiges war noch dafür zu tun.
Wie hast du das nur gemacht? fragte der keuchende Mann jetzt plötzlich. Was gemacht? Den Tiriki erlegt? Das war doch ganz einfach. Mit den Tiriki verband ihr Volk immer etwas essbares, sie waren nie große Tiere, doch sie sahen sehr niedlich aus, wenn man sie aus der Nähe betrachtete. Trotzdem dienten sie ausschließlich zum essen und sie sah keinen anderen Sinn dahinter. Tiriki? Du meinst diesen grünen Scavenger? Die Worte von Doooom verwirrten sie? Hatte sie etwas Falsches gesagt? Die Tiere hießen so… Scavenger? Das habe ich noch nie gehört. Was ist denn das? Diese Tiere hier heißen Tiriki. Außerdem wollte ich uns etwas kochen, aber dazu brauche ich noch Holz und natürlich Feuer. Könntest du das machen, Doooom?
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| 06.03.2004 14:24 | #292 |
| Enzanie |
Also wir nennen diese Tiere hier Scavenger. Allerdings gibt es noch eine andere Art von ihnen, sie leben hier aber scheinbar nicht. Aber du wirst sie schon noch früh genug sehen, wenn wir erst mal die Berge hinter uns gelassen haben. Mit diesen lehrreichen Worten verschwand der Baal leicht ungeschickt den Hang wieder hinauf, denn hier unten würde er kein Feuerholz finden, so viel war klar. Doch an der Lichtung vorhin hatte sie einige alte Wurzeln und Äste gesehen, diese konnte er ja wohl kaum übersehen. Während der Mann also nach dem Holz suchte, bereitete Enzanie das Essen vor. Sie hatten Fleisch, sehr frisches Fleisch, Pilze und ein paar Beeren. Mit Pilzen und Beeren und überhaupt alldem, was hier wuchs, kannte sie sich noch gut aus, die Natur hatte sich in den Jahrhunderten was das anging nicht verändert. Sie waren nicht giftig, sondern äußerst lecker und wohlschmeckend, zumindest was die Beeren anging, die Pilze hatten im rohen Zustand einen sehr herben, fast bitterlichen Geschmack und waren nicht sehr genießbar, sondern nur etwas, für wirklich verzweifelte, hungrige Mäuler. Dazu gehörte sie zwar auch, doch die junge Frau naschte lieber an den Beeren, die Doooom natürlich dagelassen hatte, anstatt sich an den Pilzen zu versuchen. Was allerdings noch fehlte war das passende Werkzeug zum grillen. Und dann benötigte sie auch noch ein paar zusätzliche Zutaten. All das gab es hier aber zur genüge. Der kleine See, er war schon immer einer ihrer Lieblingsplätze gewesen, egal ob diese Piraten jetzt in der Nähe waren oder nicht, diese Idylle hier schien auch noch in tausend Jahren anzudauern.
Doch so schön es war, wenn man etwas Gutes zu Essen haben wollte, musste man sich auch ganz schön dafür anstrengen. Am Ufer des Sees war schon mal die nötige Grillunterlage. Zwei große Felsbrocken sollten reichen. Bis der Mann zurückkommen würde, wären sie sicher auch trocken, denn sie lagen ja im Wasser. Als nächstes bediente sich das Mädchen an ein paar Pflanzen. Die großen Farnblätter waren robust und reißfest, ihre Fasern waren sehr dicht und perfekt dafür geeignet. Diese Art des Grillens war besonders weit verbreitet, damals zumindest. Danach kümmerte sie sich um die Pilze, zuerst einmal wurden sie von Schmutz und Bakterien im klaren Wasser befreit, danach schnippelte sie die Pilze auf einem der Farnblätter in kleinere Stücke. Es war ganz schön mühsam, denn ein passendes Messer hatte sie nicht, musste sich an dem Dolch bedienen, der alles andere als praktisch dafür war.
Kurze Zeit darauf kam auch der Baal zurück, mit ihm allerlei trockenes Holz und Wurzeln, wie sie es schon vermutet hatte. Das Essen dürfte bald fertig sein, ich warte nur noch auf das Feuer. Zwinkernd kümmerte sie sich dann um das Fleisch, der eigentlichen Zutat. Natürlich hätten sie es auch einfach roh, oder leicht angebraten essen können, aber dann hätte es sehr fettig und äußerst normal geschmeckt, so allerdings würde es ein viel intensiverer Genuss für den Gaumen werden. Enzanie kümmerte sich darum, dass dem Tiriki die besten Stücke entnommen wurden, nur das zarteste Fleisch schnitt sie aus dem Körper, besonders an den Lenden fand man dies, auch die Flügelregion war gut geeignet dafür. Hierbei war der Dolch schon praktischer, wenn auch noch lange nicht so gut wie ein vernünftiges Messer. Am Ende konnte sie zwei große und zwei kleine Fleischfilets aus dem Körper bergen. Fleisch war zwar noch genug da, doch dies sollte dem ersten Hunger erst mal Stand halten.
Ein kurzer Blick zu dem eifrig wirkenden Mann sagte ihr, dass erste Rauchschwaden entstiegen und es so Zeit war, fertig zu werden. Hier, leg die beiden Steine vorsichtig um das Feuer, so dass sie erwärmt werden. Danach widmete sie sich wieder den letzten Finessen. Die Pilze waren jetzt wieder trocken und schön klein. Die Fleischstücke wurden immer einzeln auf ein Farnblatt gelegt und dann mit den Pilzen garniert, als es genug war, wickelte sie die großen Blätter zusammen und umschnürte sie mit einer dünnen Schnur aus den Flechten, die hier wuchsen. Als sie fertig damit war, brannte auch schon das Feuer, kleine, rot-gelb-orange Flammen züngelten sich, während die Steine langsam wärmer werden müssten. Auf diese nun legte sie die vier fertig gewickelten Farnblätter und nun konnten sie nur noch warten, bis sie schön durch waren.
Sag mal Doooom, was sind eigentlich Piraten?
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| 06.03.2004 21:33 | #293 |
| doooom |
Was sind eigentlich Piraten? Eine wirklich gute Frage, die Enzanie ihm da gestellt hatte, obwohl sicher der Baal leider eingestehen musste, das er die Antwort darauf selbst nicht ganz wusste. Gut, er hatte das Wort Pirat schon mal irgendwo gehört und auch aus dem Gespräch zwischen einige Novizen entnehmen können, das die irgendwas mit Schiffen zu tun haben mussten, aber was für Leute das jetzt genau waren, davon hatte er keine Ahnung. Aber das musste Enzanie ja nicht unbedingt wissen. Schließlich wollte er nicht vor jemandem den er erst seit kurzem kannte mit Unwissenheit glänzen, denn wie sollte er der jungen Frau eine ihr fremde Welt zeigen und erklären, wenn er ihr nicht einmal eine simple Frage beantworten konnte? Da blieb nur eines übrig, er musste sich eine Antwort darauf ausdenken.
»Hm, Piraten. Du weißt wirklich nicht, was Piraten sind? Gab es solche Leute denn nicht schon zu deiner Zeit?« antwortete der Guru ihr zunächst einmal, um etwas Zeit zu schinden, in der er sich eine halbwegs vernünftige Antwort ausdenken konnte.
»Nein, gab es nicht. Wenn es die damals schon gegeben hätte, dann hätte ich dich wohl nicht danach gefragt oder?«
»Stimmt«, antwortete Doooom darauf und ärgerte sich zugleich über seine mangelnde Phantasie und auch sein mangelndes wissen über diese Menschengruppe. Der Baal versuchte sich etwas an den Piraten zu erinnern, mit dem sie heute einige Worte gewechselt hatten, in der Hoffnung von seinem Aussehen und dem, was er sagte einige Rückschlüsse zu ziehen. Der Mann war recht kräftig gebaut gewesen, hatte etwas nach altem Fisch gerochen, was aber auch an der nähe zum Meer liegen konnte. Sein Kopf war so kahl wie der mancher Baals gewesen, allerdings hatte er ein paar Bartstoppeln gehabt. Die merkwürdige, schwer zu beschreibende Kleidung dieses Kerls war ihm recht fremd gewesen, sagte ihm aber insgesamt genauso wenig über diese komischen Leutchen, hinter der hölzernen Palisade. Einzig der starke Fischgeruch, brachte ihn auf einen Gedanken. Vielleicht waren die Menschen dort ja einfach nur Fischer? Nein, diesen Gedanken verwarf er gleich wieder, denn wozu benötigte eine Gruppe aus Fischern eine Palisade um ihr Lager und der große Zweihänder an dem Gürtel der dortigen Wache hätte wohl auch nicht dafür gesprochen. Doch was waren sie dann? Eine Antwort auf diese Frage musste her und zwar schnell, denn Enzanie saß ihm gespannt gegenüber und erwartete mit einem überaus neugierig wirkenden Ausdruck auf ihrem Gesicht auf die Auswirkungen des recht ratlosen Baals, der aber endlich etwas sagen musste, damit seine gegenüber von seiner Ratlosigkeit nichts mitbekam.»Also, diese Piraten, die wollen .... die haben .... die sind eine Sekte.« sagte Doooom, dem wirklich nichts anderes in den Sinn gekommen war.»Eine Sekte? Danach sah der Kerl da aber nicht aus.«
»Ja, aber der war ja auch nur eine Wache. Nach außen hin soll das natürlich keiner merken, aber das ist wahrscheinlich wirklich eine Sekte. Wir Sumpfler haben die nämlich schon lange in Verdacht und deshalb ein paar Nachforschungen angestellt und dabei recht eindeutig Indizien dafür gefunden.« Der Guru verstrickte sich immer weiter in Lügen, aber zumindest schien Enzanie seiner Geschichte Glauben zu schenken und er wirkte nicht so unwissend, wie er in Wirklichkeit war. Doch er musste sich wohl noch etwas mehr ausdenken und dann hoffen, das sie nie die Wahrheit darüber herausfand. Nach kurzem zögern und nochmaligen durchgehen der Begegnung mit dem Piraten fuhr er fort sein Lügengewirr zu verdichten. »Der Führer dieser ominösen Vereinigung ist ein gewisser Greg. Das ist ein geldgieriger Verrückter, der an so einen komischen Gott glaubt, der heißt .... ähm Poseidon, ja so heißt der. Und dieser Greg, der hat viele Leute um sich gescharrt und überfällt ahnungslose Leute um ihnen ihr Geld zu entreißen und damit seinen Gott zufrieden zu stellen. So etwas ist doch verrückt oder? Das würde ein wahrer Gott, wie der Schläfer von seinen Anhängern nicht verlangen. Und außerdem müssen sie dieser komischen Gottheit noch dieses komische Zeug opfern, wie hieß das noch gleich? Achso, Rum. Die Piraten müssen jede Menge Rum vernichten um diesen Poseidon zufrieden zu stellen. Ich hoffe das reicht erst mal über diese Piraten und du weißt jetzt, was die sind. Und denke dran, du solltest dich von denen fern halten, die wollen nur dein Gold. Also näher dich am besten keinen dieser Piraten, sicher ist sicher. Wir hatte ja vorhin schon glück, das wir in der Überzahl waren, sonst hätte uns die Wache sicher auch angegriffen.« Der Baal hoffte, das sie seinen Worten glauben schenken konnte und der letzte teil von ihnen, Enzanie abhalten würden einem Piraten zu begegnen, schließlich könnte dieser ihn dann als Lügner hinstellen.
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| 06.03.2004 22:15 | #294 |
| Enzanie |
Neugierig hatte sie die Antwort des Baals abgewartet und sah ihn dabei mit weiten Augen an, doch was der Mann da so sagte, dass hörte sich ja ganz schön gefährlich an. Eigentlich hatte sie diese Wache nicht als Sektenanhänger gesehen, eher als etwas übel gelaunt. Aber das musste nichts aussagen, denn üble Laune konnte ja die verschiedensten Gründe haben. Vielleicht würde sie ja bald mal die Chance bekommen den Mann da oben zu fragen, oder aber sie würde das ganze verschieben. Aber wenigstens hatte sie wieder etwas über diese neue Welt gelernt, sie wollte viel lernen, gab es doch noch so viel, von dem sie keine Ahnung hatte. Aber vom kochen, bzw. grillen hatte sie Ahnung und nachdem sie einige Zeit für diese kurze Frage gebraucht hatten, was wohl daran lag, dass sich der Mann von ihr überrumpelt gefühlt hatte, waren auch ihre Farne fertig. Ich denke, wir können jetzt essen. Aber vorsichtig, es müsste heiß sein, pass auf deine Finger auf. Eigentlich müsste der Baal das gewusst haben, aber sie wollte nicht, dass er sich wegen ihr die Finger verbrannte und das konnte schnell passieren, denn diese Blätter waren heißer, als es den Anschein hatte. Mit einem geschickten Zug nahm sie zwei der Rollen und legte sie auf ein weiteres Farnblatt, danach ließ sie es noch etwas abkühlen und griff sich eines der beiden. Nachdem das dicke, grobe, grüne Blatt entfernt war, hatte sie ein zartes Stückchen Fleisch. Das wenige Fett war auf dem Blatt geblieben, total zart war es, rosa und nicht dunkel. Die Pilze hatten ihr Aroma an das Fleisch weitergegeben, was ihm einen unvergleichlichen Geschmack brachte, außerdem konnte man die Pilzstückchen gut nebenbei knabbern. Doch im Vordergrund stand natürlich das leckere Eiweißprodukt. Wie lange hatte sie auf diesen Bissen gewartet. Ein paar Jahrhunderte? Lass es dir schmecken, es ist noch genug da. Mit dieser etwas doofen Bemerkung, denn der Baal wusste ja selbst, was auf dem Feuer lag, biss sie in ihr Stück und war begeistert. Ihre Kauleisten wirkten lange nicht mehr benutzt, doch ihr Gaumen erkannte das zarte Fleisch des Tiriki sofort wieder. Als sie sich die ersten Bisse gegönnt hatte und sich ihr Magen langsam voller fühlte, nahm sie ein paar Pilzscheiben und knabberte an ihnen, während sie sich wieder dem essenden Mann widmete.
Sag mal, ich frage mich schon die ganze Zeit, was ein Baal ist. Was macht man denn so als Baal?
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| 06.03.2004 23:21 | #295 |
| doooom |
»Also Baals, wie ich einer bin, sind Mitglieder in der Bruderschaft des Schläfers. Das ist eine große Gemeinschaft, die ihr Lager in einem kleinen Tal hinter den Bergen hat, aber das wirst du ja sehen, wir sind ja schließlich auf den Weg in dieses Tal. Auf jeden Fall hat ein Baal eine wichtige Position in unser Bruderschaft inne, wenn nicht gar die wichtigste. Wir sind quasi die Verbindung zwischen den Anhängern der Bruderschaft und unserem Gott, dem allmächtigen Schläfer. Wir Baals sind also quasi Gurus oder auch Priester, wenn du es so bezeichnen willst, welche die Lehren unseres Gottes in unserer Gemeinschaft und darüber hinaus verkünden.« fing Doooom seine Lobrede über die Bewohner der Pyramide an. Danach widmete er sich kurz dem erwärmten Blatt, das sein Abendessen enthielt. Langsam rollte er das Blatt auseinander und fand darin genau das, was er auch schon bei seinen hübschen Gesprächspartnerin gesehen hatte. Zartes Fleisch von den Tieren, die er immer noch Scavenger nannte und einige Pilze. Und denen schenkte er auch zuerst seine Aufmerksamkeit. Er griff mit dem Daumen und dem Zeigefinger seiner rechten Hand nach einem der Pilze und legte ihn sich in den Mund. Nach kurzem kauen schluckte er ihn schließlich runter und musste gestehen angenehm überrascht zu sein. Er wusste nicht ob es an den Kochkünsten der jungen Dame lag oder an dem natürlichen Geschmack der Pilze, aber an dieses essen hätte er sich wirklich gewöhnen können. Natürlich wollte der Guru daraufhin auch testen, ob das selbe auch für das zart rosane Fleisch galt, das auf dem ausgebreiteten Blatt lag. Mit einem herzhaften Biss begann er den Verzehr des Fleischstückes, das vor gar nicht so langer Zeit noch die Lende eines Scavengers oder Tirikis, wie Enzanie diese diese nannte, gewesen war. Auch dieser delikate teil seiner Mahlzeit bestätigte den guten Eindruck von der Kochkunst der jungen Frau. Nachdem er den letzten Bissen des Fleisches heruntergeschluckt hatte wandte er seiner Aufmerksamkeit, wieder Enzanie zu, die ebenfalls mit einem Teil ihres Essens fertig war und noch den Rest der Antwort verdiente.
»Also, wo war ich stehengeblieben? Ah, ich weiß. Dabei das wir die Lehren des Schläfers verkünden. Also dies ist keine einfache Aufgabe, denn der Wille des Schläfers ist nicht immer ganz klar, so das wir oft beten oder meditieren müssen um richtig zu verstehen, was er von uns verlangt. Aber das alles machen wir nicht ganz umsonst. Denn unser Gott hat uns dafür einen Teil seiner Macht geschenkt.«
Der Baal kramte kurz in den Taschen seiner Robe und holte einen kleinen Gegenstand heraus.
»Er hat uns das Geschenk der Magie vermacht und zwar in Form dieser Gegenstände. Das sind Runen. Mit ihrer Hilfe kann man mächtige Zauber wirken. Allerdings erfordert das auch eine recht hohe Anstrengung und einiges an Übung. Aber ich kann es dir ja einmal vorführen und hier wie aus dem nichts eine Kugel aus reinem Licht entstehen lassen, die einem bei Dunkelheit den weg weisen kann.« Doooom begann sich auf den kleinen dunklen Stein, den er soeben aus seiner Tasche hervorgekramt hatte, zu konzentrieren. Es war die Lichtrune, die auch gleich darauf ihre Wirkung zeigte. Über dem Kopf des Baals entstand eine winzige Lichtkugel, die gleich darauf auf große eines Apfels wuchs. »Das ist ein teil der macht des Schläfers. Wenn du willst, dann kannst du nach einiger Zeit auch die Macht haben, solche dinge herbeizuzaubern. Du musst nur in unsere Bruderschaft eintreten. Naja, in gewisser Weise warst du da ja sogar schon einmal, denn die Person, die du früher warst, also Fatalis, war ein Novize im Dienste des Schläfers.«
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| 07.03.2004 13:51 | #296 |
| Enzanie |
Als der Baal die Lichtrune, wie er den bemalten Stein nannte, einsetzte, entstand ein heller Kreis auf seinem Kopf. Sofort erschrak Enzanie ein wenig, hatte sie so etwas doch noch nie gesehen, wie ein großer Zauber wirkte diese kleine Lichtquelle auf das Mädchen. Erst erschrocken, dann wie gebannt sah sie auf das leuchtende Stück über dem Kopf des Mannes, der sich ganz schön konzentrierte. Enzanie verstand, diese Lichtquelle entstand also durch Konzentration, aber man brauchte so einen bemalten Stein. Etwas ähnliches kannte sie auch, durch Steintafeln waren die Priester ihres Volkes zu mächtigen Zaubern gekommen, die ihnen Utzatekl geschenkt hatte, mit Hilfe der Inschrift auf den Tafeln konnte man die verschiedensten Sachen wirken, aber so etwas war ihr noch nie begegnet. Nach einer kurzen Zeit ließ der Baal das Licht erlöschen und steckte den Stein zurück in seine Tasche, ehe er mit einem breiten Grinsen sich wieder seinem Stück Fleisch widmete.
Wirklich beeindruckend, du bist ja ein großer Zauberer. Eigentlich mag ich die Zauberer nicht und das was du so über die Baals erzählt hast, klingt für mich zu sehr nach den Priestern meines Volkes. Sie haben auch die Lehren von Utzatekl verbreitet, doch sie spendeten ihm auch oft Opfer. Nahrung, Geschmeide, Edelsteine…und auch Blutopfer. Ihre Macht zogen sie aus ihren Zaubern. Aus Zaubern, die mich Jahrhunderte gefangen hielten. Nein, ich möchte nichts mit diesem Lichtzeugs zu tun haben. Ich mag keine Zauberer. Aber…trotzdem danke für die Erklärung, jetzt weiß ich wenigstens, was ihr Baals so macht.Die junge Frau nahm sich ein zweites Blatt und biss in das zweite Filet, das nicht zäher als das erste auch war. Aber langsam war sie satt, der Hunger von Jahrhunderten war gestillt. Ein paar Beeren passten noch in ihren vollen Magen, dann war aber endgültig Schluss. Nimm dir ruhig noch das zweite Stück, du musst doch auch Hunger haben oder? Enzanie sah dem Mann an, dass er etwas miesmutiger war, oder war er einfach nur enttäuscht? Plötzlich verstand sie den Sinn seines Trübsal und biss sich dabei auf die Zunge. Wie konnte man auch nur so blöd sein. Sie wollte Doooom gar nicht kränken, hatte es aber wohl doch getan, was ihr jetzt schon wieder Leid tat.
Weißt du, ich habe noch nie sehr viel davon gehalten, von Zauberern und Priestern. Ich mag sie einfach nicht gut leiden. Sie sind mir suspekt, ihre Macht ist nicht real, ihre Zauber sind leicht zu umgehen und eigentlich sind sie sehr schwach, doch wenn man sie in Ruhe zaubern lässt, können sie schreckliche Dinge anstellen. Ich wollte dich aber nicht mit den Zauberer und Priester die ich kenne auf eine Stufe stellen. So darfst du das nicht verstehen. Vielleicht sind die Baals ja ganz anders, aber ich werde dennoch nie ihre Fähigkeiten erlernen wollen. Ich kann das nicht…außerdem hab ich noch immer Schwierigkeiten zu verstehen, was du mit Schläfer meinst. Du sprichst von ihm, wie von einem Gott. Aber es kann doch schlecht mehrere Götter geben, oder etwa doch? Jedenfalls ist der einzige „Gott“, den ich kenne, Utzatekl. Er schenkte meinem Vater dieses Schwert und er alleine sorgte für den Wohlstand unserer Kultur. Einen Schläfer hat es da nie gegeben. Niemand scheint meinen Gott mehr zu kennen, ich bin scheinbar die letzte, die sich an ihn erinnern kann. Aber ich will nicht mehr in seinen Namen Blutopfer bringen oder Tempel errichten, sondern mein Gott lebt einfach still in mir weiter, solange, bis auch ich von der Erde erneut gehe. Und dann stirbt sein Name mit mir. Aber du musst wissen, es gab auch bei uns andere Namen und Figuren, die Sekten als Götter bezeichneten, doch Utzatekl hat sie alle vernichtet. Was ich damit sagen will, es gibt für mich keine anderen Götter außer ihn, das hat schon mein Vater gesagt. Vielleicht wäre es deshalb besser, wenn ich nicht in eure Gemeinschaft gehe, da ich doch sowieso nicht an den Schläfer glaube. Was sagst du dazu Doooom?
Der Baal tippte sich auf das Kinn, wie er es immer tat, wenn er zu überlegen schien, dann meinte er nur großzügig: Der Schläfer ist sehr tolerant. Er akzeptiert das sicher. Und vor den Baals brauchst du keine Angst haben, sie sind nicht so, wie die Priester aus deiner Zeit.
Enzanie lächelte, denn das zu hören freute sie sehr. Gut, dann lass uns jetzt zum Sumpf gehen. Schnell nahm der Mann dann sein letztes Stück Fleisch zu sich, während die Kriegerin etwas Wasser aus dem See schöpfte und das Feuer löschte. So war hier unten wieder alles in Ordnung. Um den Tiriki würden sich sicher die Insekten kümmern. Und das Feuer würde der nächste Regen wegspülen. Am liebsten hätte sie noch ein wenig in dem kristallklaren Wasser geschwommen, doch es war wohl noch zu kalt, außerdem wollte Doooom sicherlich weiter, also verschob sie das auf den Sommer. Irgendwann würde es da sicher Zeit geben zurückzukehren, dann sollte alles gesehen sein, schließlich konnte sie sich nicht ausmalen, wie groß das südliche Gebiet hinter den Bergen war. Gemeinsam und gut gelaunt – zumindest sie – gingen sie dann wieder den Hang hinauf. Von hier aus waren es nur noch wenige Schritte bis zu der großen Tempelanlage, wo einst der Hauptpalast von Jharkendar stand. Voller Erwartung ging sie dorthin, führte den Baal mehr, als er sie, war die Natur doch wirklich all die Jahrhunderte stehen geblieben. So viele Erinnerungen kamen auf dem Weg hoch, immer wieder blieb sie stehen und sei es nur deshalb, weil sie an den verschiedensten Blumen riechen wollte, den Geruch ihrer Heimat verspüren. An einem kleinen Hang fand sie dann auch einen blauen Enzian, den sie sich zwischen die Haare steckte, ihr Vater hatte dies immer geliebt, ihr war es meist zu kindisch, doch zu seinen Ehren wollte sie ihn nun wieder tragen, solange, bis sie das neue Gebiet erreichen sollten.
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| 07.03.2004 18:29 | #297 |
| Enzanie |
Ihr kleiner Weg führte durch die steinigen Felswege, vorbei an imposanten Schluchten und begrünten Flächen, doch Enzanie kannte sich hier gut aus, viel besser als ihr Begleiter. Natürlich hätte sie ihm jetzt auch alte Verstecke und Höhlen zeigen können, von denen er keine Ahnung hatte, doch sie wollten ja bald in das neue Gebiet eintauchen. Eine ehemalige Höhle war das Bindeglied zwischen dem dünnen Pfad, auf dem sie nun wandelten und den ersten Ausläufern des einstigen Palastes. Sie tauchten hinein, doch es war mehr ein Tunnel als eine Höhle, konnte man doch schon vor dem eintauchen in die Unterführung sehen, dass es auf der anderen Seite wieder hinaus ging und Licht darauf schien. Der Wind hatte sich aufgemacht stärker zu wehen, doch es war nur eine unbedeutende Veränderung auf der Haut, eigentlich änderte sich nicht viel, außer das ihre Haare ein wenig zerzauster waren. Der Baal und Enzanie traten heraus und mussten zu ihrer Verwunderung feststellen, dass sie nicht alleine waren…Zwei Ankash warteten am Ende der natürlichen Felsunterführung auf sie. Die grünen Tiere hatten mächtige Zangen und gefährliche Zähne, doch wenn man ihnen nicht zu Nahe kam, war dies alles kein sonderlich großes Problem. Ihre Schuppen mochten hart aussehen, doch das schien nur so, in Wahrheit waren sie butterweich. Wahrscheinlich hatte Doooom schon wieder einen anderen Begriff dafür, aber von ihr wurden die grünen Zwicker einfach nur Ankash genannt. Das ist kein Problem, die Ankash sind sehr häufig in diesem Teil der Insel vorzufinden, warte hier, ich mach das schnell. Enzanie zog wie selbstverständlich das Schwert ihres Vaters vom Rücken und lief auf die wilden Tiere zu. Man konnte bei dem Zischen ihrer Zungen nie wirklich heraushören, ob sie sich über eine Mahlzeit freuten oder doch eher „Verschwinde“ sagen wollten, doch sicher hätten sie das Duo angegriffen, also mussten sie schlicht und einfach weg. Die gefährlichen Beine waren noch das gefährlichste an ihnen, doch noch vor dem ersten Schlag fehlten eines der Tiere zwei Vorderbeine und damit war es so gut wie wehrlos. Gegen den Stahl dieser Klinge konnten sich diese einfachen Geschöpfe nicht wehren, mühelos glitt der Stahl durch die Beine, ehe die grünen Zwicker mit zwei gezielten Schlägen am Oberkörper getötet wurden. Enzanie streifte den grünen, schleimigen Saft, der an ihrer Klinge klebte, an den „trockenen“ Schuppen der Tiere ab, danach ließ sie ihr Schwert wieder zurück in das Halfter auf dem Rücken gleiten. Alles in Ordnung, wir können weiter. Doch eigentlich war nichts in Ordnung. Während des Kampfes hatte sie es übersehen, doch nun wurde das ganze Ausmaß der Katastrophe sichtbar. Sie standen vor der einzigen Palastanlage. Als sie über den kalten, grauen Stein ging, sah sie überall die Reste von einstiger Pracht. Die Malereien und Inschriften waren noch immer auf manchem Stein zu sehen. Teilweise lagen riesige, drei bis vier Tonnen schwere Quader mitten auf dem Boden. Die meisten Steine waren von Moos oder grünen Ranken überwuchert, doch der Boden hielt sich tapfer. Der große Palast war vollkommen zerstört, dennoch waren die Steine noch überall im Land.
Plötzlich zischte es neben ihnen wieder und sie sah, wie die Ankash erneut die Hügel hinauf gelaufen kamen, da, wo einst prächtige Marmortreppen noch zum Aufsteigen benutzt wurden. Enzanie, in nicht wirklich guter Stimmung nach dem schmerzhaften Anblick des einstigen Prachtbaus, zog erneut ihr Schwert, doch dieses Mal beließ sie es nicht bei einer kleinen Übung, zwei der drei Angreifer verloren ihre Köpfe, der dritte konnte wild geifernd fliehen. Sie stand auf der Mitte des Anwesens, auf dem Platz, wo einst eine wunderschöne Statue von Utzatekl stand. Sie war der Mittelpunkt von allen. Dahinter ging es in den großen Palast hinein, wenn man 180 C° herüberschwenkte sah man auf den Tempel der Opferungen. Dort wurde einmal pro Woche ein Blutopfer gebracht, je nach Anlass auch mal ein Mensch, doch meistens mächtige Tiere. Sie konnte das Blut nicht mehr riechen, dabei war es erst ein paar Tage – und dazu ein paar Jahrhunderte und unzählige Regenfälle her – dass es eine Opferung gegeben hatte. Daneben standen überall Bauten von mächtigen Adligen, aber auch reichen Händlern und Großgrundbesitzern. Auch diese gab es in Jharkendar. Das Anwesen ihres Vaters, oder sollte man besser sagen, sein Land, war nicht hier, sie lebten viel weiter im Norden. Irgendwann wollte sie dorthin zurückkehren, genau wie an unzählige andere Orte. Sie würde Jharkendar nicht aus ihrem Kopf streichen, das war ihre Heimat und nur hier kannte sie sich aus. Doch jetzt musste sie fast weggehen, schließlich war ihr Leben vollkommen aus den Fugen geraten und eines hatte sie schon seit Geburt inne. Sie war neugierig. Nachdem Doooom mittlerweile schon so einiges gesagt hatte, wollte sie jetzt auch alles sehen und selbst erleben. Mit etwas glasigen Augen, aber durchaus einem Lächeln auf den Lippen, wand sie sich dem Baal dann zu, immer noch auf dem Plateau der Steinquader stehend. Sag mal, wo ist denn nun diese neue Welt? Kommt man da vom Sumpf aus hin? Der Baal tippte sich kurz ans Kinn und grinste in die Luft, ehe er mit stotternden Worten anfing zu sprechen. Ähm na ja, nicht ganz. Den Sumpf den haben wir erst später entdeckt…verdammt wie war das doch gleich. Wieso hab ich da die ganze Zeit gepennt. Bestimmt hat mich Fatalis wieder vom Denken abgehaaaahhhhhhhhhh. Jetzt weiß ich’s wieder, wir sind durch einen engen Spalt, einen Pfad, einen Weg, ach wie auch immer, gleich hier in der Nähe sind wir in das neue Gebiet gestoßen, ich weiß sogar noch wo! Aber ich dachte wir wollten zum Sumpf, wollten wir nicht? Die Augen des Mädchens strahlten hell, schnell waren die Tränen, die eben noch darin standen, vergessen, jetzt war sie natürlich hin und weg und wollte auch nicht mehr in den Sumpf, denn den kannte sie ohnehin schon in und auswendig. Bis auf ein paar lästige Irinos und ein paar lästige Stechmücken gab es da sowieso nichts interessanter. Gut, das war vielleicht ein wenig übertrieben, aber sonderlich spannend war der Sumpf ja wirklich nicht. Au ja, lass uns in das neue Gebiet gehen, ich möchte doch sehen, wie ihr da so lebt und von welchen Tieren du immer sprichst und dann gibt es ja noch eure Gemeinschaft, von der du soviel redest und dann…und dann…blablabla….bitte, bitte, lass uns gehen ja?
*Seufz* also gut Enzanie, ich zeig dir den Weg ins „alte Khorinis“
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| 23.03.2004 19:36 | #298 |
| Erzengel |
Endlich, nach über einem Mondzyklus erreichte er wieder die alten Ruinen hinter dem Pass. Der verfallene Tempelkomplex schien wie eh und je dazustehen, als ob er schon immer so gewesen war und immer so bleiben würde und zugleich entwickelte der Verstand bereits ein Bild davon, wie er vorher ausgesehen haben musste, schon merkwürdig, doch er hatte keine Zeit sich weiter damit zu befassen. Die Sehnsucht nach der Heimat zerrte an ihm und ließ seine Schritte schneller werden.
Ein Rascheln im Gebüsch und wenige Momente später hatte ihn ein Rudel Wölfe eingekesselt. Hastig zog er seine Schwert im Lauf und beschleunigte noch. So schlitze er zwei Wölfen die Seite auf und rannte und zu pausieren weiter gen Westen. Er hatte jetzt einfach keine Zeit für so etwas.
Ungeduldig rannte er mit seiner noch immer schlammverschmierten Rüstung zum Eingang und öffnete die schwere Eisentür. Drinnen schmiss er all seine Sachen neben das Piano, ebenso wie die Stiefel, seine Rüstung und die anderen Klamotten, die er später alle noch saubermachen müsste.
Dann rannte hinaus und sprang in die nächstbeste Quelle, erst jetzt schienen die schlafenden Geysire geweckt zu sein und spritzen ihre heiße Fracht gen Sternenhimmel. Sanfter Wind verdrängte kurz die Nebelschwaden aus heißem Dampf, Kain nutzte die Gelegenheit und zog die salzige Meeresluft in die Lungen.Nach einer Weile trieb er scheinbar bewusstlos im Wasser. In jenen seltenen Momenten war er absolut entspannt und für kurze Zeit von all seinen Sorgen befreit. Der silberne Schein des Mondes war heute lange nicht so grell, man konnte wunderbar all die winzigen Sterne am Himmel erkennen. Ein Lächeln von milder Freude machte sich auf seinem Gesicht breit, endlich war er wieder Zuhause.
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| 24.03.2004 22:25 | #299 |
| Erzengel |
Gelangweilt knabberte auf dem Kirschholzstuhl sitzend an dem trocknen Stück Brot, das er im Schrank gefunden hatte, er musste morgen unbedingt auf den Markt und neues kaufen, heute Mittag hatte er schon ein vergammelte Scavangerkeule ins Meer werfen müssen. Alles was er jetzt noch hatte waren Eier und geräuchertes Moleratfleisch, das er sich für später aufheben wollte. Müde ging er zum schwach lodernden Ofen und nahm die Pfanne von der Platte. Mit dem kostbaren Salz, von denen im Schrank noch ein ganzes Fass stand, würzte er die Eier, um sie wenigstens halbwegs genießbar zu machen.
Nachdem er mit dem Essen fertig war, schritt er langsam die eiserne Wendeltreppe hinauf. Oben im Schlafzimmer angekommen ließ er sich sogleich in die blutrote Seide fallen und schlief auf Anhieb ein...
Sakura... rosafarbenen Blätter der Kirschblüte, die vollendete Schönheit... wenngleich sie nicht von Dauer waren... ein dicker Stamm, gut 60 Jahre alt... und nur ein riesiger Grasteppich darum, keine andere Pflanze lenkte von Antlitz des Kirschbaums ab. Dann ein kleiner Junge... er fand die Blüten der Kastanien im so wunderschön, also hatte er schon im letzten Herbst eine im Garten gepflanzt und sie trieb tatsächlich aus. Er war der Sohn des Herrn, dem dieser Garten gehörte, also duldete man seinen kleinen Baum, kümmerte sich aber nicht um ihm, sodass er schließlich einging. Damals weinte der kleine Junge furchtbar, dabei war es doch nur eine Pflanze... Sein Vater war ein hoher Beamter und hatte kaum Zeit für ihn. Zu der Schule, für die sein Vater viel Geld bezahlte, ging er nur selten und bekam oft Prügel dafür. Die anderen Jungen mochten ihn nicht und warfen mit dreckigen Steinen nach ihm... Nicht selten starrte er mit leeren Augen stundenlang gegen eine Wand. Eines Tages umhüllte ihn ein Licht, erkam nie wieder nach Hause zurück...
Als er wieder zu sich kam, stand ihm ein Magier gegenüber und sprach:"Du, der du das Schicksal trägst, Leid größer als das der Welt auf deinen Schultern zu tragen, ich biete dir einen Handel an. Ich erspare dir deine Bürde und versiegele dich in diesem Blutstein, dafür kann ich den Schmerz, den du erleiden müsstest in negative Energie umwandeln und diese nutzten." Der Junge überlegte nicht lange, er hatte nichts, was ihm etwas bedeutete und die Worte des Magiers erleichterte sein Leben nicht gerade. So schlossen sie den Packt...
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| 26.03.2004 16:51 | #300 |
| Erzengel |
Einem Berserker gleich stürmte in seiner Ekstase auf die Hexe zu und rammte ihr das soeben erst aus dem magischen Schmiedefeuer gezogene Schwert in die Brust. Kraftlos sank sie zu Boden, während er regungslos dastand, bis der Blutrausch nachließ...
"Danke." Sie lächelte soweit es ihr möglich war.
"Es gibt noch eine Geschichte, die ich dir erzählen muss..."So hatte es damals begonnen... War sie eine Dienerin seiner Zwillingsschwester Arnoriell? Oder wurde auch sie einfach nur belogen? Halt...
Ein kalter Schauer lief ihm über den Rücken.
Da passte doch etwas nichts... Lucretia hatte den von Hyen erhaltenen Embryonen geteilt und Arnoriell alle Kräfte und sämtliche Magie, eben alles Positive, gegeben, während er nur eine Hälfte der verbotenen Magie der Zeit besaß, die er nicht einsetzten konnte, eben weil er nur eine Hälfte hatte... Doch Arnoriells Versuche mit der Zeitmagie schienen durchaus Früchte zu tragen, immerhin gingen seine beiden Reisen nach Belzusia auf ihre Rechnung. Und sie konnte ihn nicht töten hier und jetzt, für sie in der Vergangenheit, töten, weil dann die Hälfte der Magie der Zeit, sprich seine Hexenkraft, auf jemand anderen übergehen würde, damit hätte sie zwar ihn getötet, aber müsste jemand neuen suchen, also blieb nur die Schlussfolgerung, dass, zumindest aus ihrer Sicht, keine Gefahr von ihm ausging. Jedoch hatte er Ultimas Kräfte damals absorbiert, warum konnte er diese nicht einsetzten? Und warum konnte Arnoriell etwas mit der Magie der Zeit anfangen und er nicht? Nein, es noch so viel... viel zu viel... vielleicht sollte er wirklich langsam in die Unterwelt aufbrechen und seine Mutter um Rat fragen, aber er wollte ja noch mit Horax nach Eremäa, nicht zu vergessen die ganzen Tempel, die er noch abzuklappern hatte, um die drei noch fehlenden Ringe der elementaren Siegelschwerter zu vollenden... anderseits war ihr Fund vielleicht völlig umsonst, woher sollte er das wissen...
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| 26.03.2004 20:15 | #301 |
| Erzengel |
Vom Sonnenuntergang aufs Dach gefesselt, unfähig seine Augen von ihm abzulassen, hatte er sich hier niedergelassen und betrachtete nun fasziniert in einer Decke eingewickelt den Sternenhimmel, während er mit der rechten Hand einen Krautstängel zum Mund führte. Inzwischen war ihm so richtig kotzig, vermutlich war das geräucherte Moleratfleisch doch nicht mehr so gut. Doch er war hier viel zu lange nicht gewesen, er wollte gar nicht weg, nicht mal in die Stadt, einkaufen. Außerdem war er viel zu müde... und viel zu faul. Er würde hier bleiben und einfach rumgammeln, bis Horax sich melden würde... Oder zumindest so lange, bis ihn der Hunger in die Stadt treiben würde... Nein, er würde morgen gehen... vielleicht.
Entspannt ließ er seine Gedanken schweifen, was sollte er als nächstes lernen? Bogen oder Jagen? Jagen nicht, nein, das war langweilig, teilweise recht widerlich und dazu noch überflüssig bei seinem Bedarf. Vielleicht sollte er auch lieber Einhand meistern...
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| 27.03.2004 11:37 | #302 |
| Erzengel |
Müde quälte er sich aus dem Bett und schnappte sich seinen Bademantel, den er zum Trocknen über eine Stuhllehne gehängt hatte. Langsam torkelnd ging er über die steile, enge Wendeltreppe nach unten und hinaus zu dem brodelnden Quellen. Ein wenig später begrüßte ihn einer der drei Geysire mit einer warmen Dusche. Er wollte noch einmal Baden, bevor er in die Stadt aufbrach... War heute überhaupt Markt? Früher auf jeden Fall, aber inzwischen könnte sich das ja geändert haben, er war ja... schon ewig nicht mehr dort gewesen. Er mied die Stadt ebenso wie ihre nähere Umgebung.
Mit einem ausdruckslosen Seufzen stieg der Gildenlose wenig später aus der Quelle. Wieder im Schlafzimmer öffnete er die Dachluke, um frische Luft und wenigstens etwas Licht in den fensterlosen Raum zu bringen. Sollte er die nicht unauffällige, schwarze Mondrüstung, den schwarzen Kimono oder doch lieber das uralte Leinenhemd mit der unbequemen Hose, von er nicht einmal wusste, ob sie ihm noch passten. Letzteres erschien ihm deutlich zu kalt und der Umhang seiner Rüstung, die einstige Runika, war fest an die Mondrüstung gebunden. Angesichts der Monster wäre die Rüstung sicherlich angebracht, doch die Paladine könnten misstrauisch werden, deswegen entschied er sich dann doch für den Kimono. Schnell versteckte er noch das Hexenschwert unter dem weiten Stoff und Bund sie die schon ziemlich lang gewordenen Haare zu einem Zopf zusammen. Nachdem er die stilbrechenden schwarzen Lederstiefel zugeschnürt hatte, ging er endlich los.Hinunter zu den verwirrenden Wegen Richtung Nordost und von den Ruinen des Tempelkomplexes gen Süden.
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| 27.03.2004 11:50 | #303 |
| Enzanie |
Dieser Gang, er war unglaublich. Enzanie war tatsächlich noch nie an diesen Stellen gewesen, doch eigentlich hätte er irgendjemand auffallen müssen, denn hier lag einst ihr großer Tempel, der Palast der Hauptstadt. Doch sie wollte sich damit nicht weiter grämen, war es doch nun mal Tatsache, dass es zu spät war. Niemals mehr würde ein anderer, den sie kannte, durch diesen Gang gehen und von der unglaublichen Pracht dahinter schwärmen können. Doch eigentlich hatten sie es nie gebraucht. Wozu sollte man schon in eine fremde, riesige Welt eintauchen, wenn man zuhause alles hatte. Eigentlich ging es ihnen wirklich immer gut, sie hatten keinen Grund zu klagen gehabt. Wieso also musste es passieren, dass niemand mehr lebte. Ihr Weggang konnte nicht entscheidend gewesen sein. Doch es hatte bestimmt etwas mit den schwarzen Künsten der Priester zu tun. Die machthungrigen Häuser, sie mussten sich endgültig einen Krieg geliefert haben oder eine Naturkatastrophe. Nur wie…
Die Sonnenstrahlen streichelten ihre Haut sanft und zart, so dass man hoffen konnte, dass der bleiche Teint bald gebessert wäre. Sie war wirklich sehr blass geworden, die Jahrhunderte ohne die Sonne mussten schrecklich gewesen sein. Doch jetzt begrüßte sie jede neue Chance, ein wenig in ihr zu baden. Das Lichtbad war wirklich herrlich und sofort konnte Enzanie wieder lächeln, ihre Finger fuhren durch Gräser und schöne, grüne Pflanzen, die nun prall grün waren und sich auch zur Sonne streckten. In der Ferne bemerkten ihre unglaublich präzisen Blicke einen Adler, der über die Bergkuppen flog und mit ihrer linken Hand fuhr sie sich über die Brust, wo ebenfalls eines dieser Königstiere seinen Platz eingenommen hatte. Im Zeichen des Adlers waren sie in die Schlacht gezogen, hatten die Tiere gehuldigt und verehrt. Das Töten eines Adlers galt in Jharkendar als Delikt, das mit einer hohen Strafe belegt wurde.
Mit verträumten Blicken ging die junge Frau weiter, weiter ins Landesinnere. Sie wusste schon, wohin sie wollte und langsam ging das Heimweh. Sie fühlte sich geborgen und sicher, daheim und doch allein. Schwere und Hoffnung hielten sich die Waage und ließen sie zu vielem nachdenken.
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| 27.03.2004 14:07 | #304 |
| Enzanie |
Vor ihren Augen türmten sich wieder die Trümmer auf, die Trümmer des einstigen Palastes. Sie hatte sie schon gesehen, als sie mit Doooom hier zum ersten Mal vorbeigegangen war, doch noch immer saß der Schmerz tief. Er würde wohl sicher eines Tages vergehen, aber im Moment war es einfach noch zu frisch, als das es sie kalt gelassen hätte. Mit geduldiger und bebender Miene blieb sie an einem großen Trümmerhaufen stehen und hielt die Hand an den kalten Stein. Es war ein Gefühl, als ob sie noch immer hier wären, die ganzen Bürger und Menschen. Alles Einwohner und kulturelle Gläubige ihres Volkes. Sie ging weiter, immer noch von der Sonne gewärmt und geliebt, sah sie die aufgerissenen Steinplatten, dort, wo einst hunderte Menschen vorbeiliefen. Der große Platz, hier sah man den Opferungen zu, oder aber huldigte dem Herrscher. Manchmal fanden hier auch große Feste zu Ehren von Utzatekl statt. Sie sah noch immer, wie die Menschen über die Platten liefen, ihren Geschäften nachgingen und wild umher wuselten, wie sich einzelne Soldaten unterhielten und ein paar Bürger Neuigkeiten austauschten. Sie hatte es immer geliebt, wenn sie mal hier gewesen war. Nicht oft war dies der Fall, nur manchmal zu eben jenen Festen oder ganz selten um etwas einzukaufen. Oft aber hatten sie alles, die niedrigen Aufgaben wurden von Sklaven erledigt, die Diener gingen oft hierher, während sie sich meist im Sumpf aufhielt. Doch auch die Höhlengänge mussten oft sicher gehalten werden, da die Duruks dort hausten und ihre Boten oft angriffen. Unter ihnen befanden sich starke Kämpfer, mit eisenharten Panzerschuppen, die eine echte Gefahr darstellten. Dennoch war es ein spiritueller und kultureller Platz, es war der wahre Palast und mit nichts zu vergleichen, es war die archetektonische Blüte ihres Volkes, doch bis dahin hatte sie noch nie die große Pyramide gesehen, die Doooom ihr in seinem Lager gezeigt hatte. Sie beeindruckte sie noch ein Stückchen mehr. Ob der Mann jetzt in ihr war und auch nachdachte, so wie sie? Enzanie seufzte und nahm ein paar Kieselsteine von der Erde und schmiss sie in die Luft, weit und hoch flogen sie, kullerten irgendwo wieder herunter.
Noch immer war es ziemlich kühl im Tal, sie vermutete nun stärker denn je, dass es Frühlingszeit war. Es war eine der besten Zeiten hier im Tal. Man konnte um diese Zeit so vieles machen. Doch auch gearbeitet werden musste viel. Die Bauern mussten ihre Felder bestellen. Und für die jungen Kämpfer kam nun die Zeit der Auslese. Immer im Frühjahr stellten die Kriegerkasten die besten Kämpfer bereit, die sich in ihrer Jugend einer dreijährigen Ausbildung verdient gemacht hatten. Sie dachte gerne daran, auch an ihre Ausbildung. Damals, vor langer Zeit…sie war das erste und einzige Mädchen gewesen, von den jungen Kriegern oft belächelt und von einigen geschätzt. Es war eine sehr harte Ausbildung und die Lehrmeister waren grausam unnachgiebig. Doch es war eine schöne Zeit. Als sie dann hier, nach bestandenem Ritual, standen und dem Herrscher huldigten und die Ehre bekamen sich als Krieger des Volkes zu bezeichnen, das war ein Riesenfest. Alles gab es da. Das Jahr, in dem sie diese Ehre zuteil wurde, war ihr letztes und aus dem Platz, wo sie wenige Tage danach zum letzten Mal war, war ein Ruinenfeld geworden.
Immer noch schmerzte es, zog sie hinab in tiefe Tränentäler, doch dieses Mal wollte sie nicht weinen, wollte ihrer Heimat ehrenvoll gegenüberstehen. Es gab noch viel zu sehen, viel zu begutachten…
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| 28.03.2004 12:12 | #305 |
| Enzanie |
Vom großen Palast entfernt führten einige Wege durch die Insel, einer war direkt zum Sumpf angelegt, von da aus war es nicht mehr weit, bis zu ihrem Zuhause, doch es gab noch andere Wege, der Torbogen, durch den sie mit dem Baal gekommen war, er war nur einer von vielen Wegen. Enzanie kannte sich hier sehr gut aus, war der zentrale Palast doch mit Verbindungswegen nur so gespickt. Sie wollte nicht sofort zurück, sondern erst einmal zu den großen Schluchten schauen. Im östlichen Teil ihrer Heimat befanden sich große Schluchten, die oft mehrere Meter absackten, umrahmt von riesigen Steinwänden und wunderbaren Pflanzen, die fast das ganze Jahr über blühten und an den kahlen Steinwänden empor wuchsen. Mit langsamen Schritten schlenderte sie so Stück für Stück weg vom großen Palast, ging über steinerne Treppenstufen, die sie noch allzu gut kannte. Es war so, als ob sie erst gestern darüber gelaufen wäre, es schien alles so gewohnt zu sein, nur die Menschen fehlten, sie war alleine mit den Tieren hier zurückgeblieben. Als sie dann den großen, immergrünen Wiesen näher kam, wurde das schöne Bild durch dicke Felsquader und Brocken erschüttert. Immer waren diese Wiesen rein gewesen, als Gärten des Palastes hatten sie ihn umrahmt, doch jetzt befanden sich nur noch diese Steine darin und verschandelten sie. Trotzdem blühten sie weiter, mit ihren unzähligen Gräsern, Kleeblättern und Gänseblümchen, die sie auch oft Sonnenkerne nannten. Die Wiesen bildeten den Rand des Palastes, doch einige endeten auch an den Schluchten. Es gab nur einen Weg, der von hier aus zu ihnen führte, ehe sie sich in viele weitere aufteilten.
Enzanie war nun am Rande des Hanges und sah mit schwerem Herzen hinunter. Der Ausblick war einfach wunderschön, während sich die Sonne auf den großen Farnblättern spiegelte wurde die gesamte Schlucht in ein prachtvolles, helles Gelb getaucht, die Schlucht zeigte sich von ihrer besten Seite. Zwei Lerchen flogen um die Wette und landeten auf ein paar steinernen Überresten des Wachhauses. Da unten stand es, ein kleines, steinernes Haus, eines von vielen, dass sie zum Schutze vor Tieren und möglichen Feinden eingesetzt hatten. Selbst dieses kleine Gebäude war vollkommen zerstört, die Decke war eingebrochen und die Mauern eingerissen. Enzanie seufzte nur einmal, dann lächelte sie zuerst den beiden Lerchen und dann der Sonne zu. Wenigstens sie sorgten dafür, dass Jharkendar ein wunderschönes Fleckchen blieb…
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| 28.03.2004 13:16 | #306 |
| Enzanie |
Es war immer noch diese Schwere, die ihr das Leben schwer machten, diese einmalige und einzigartige Kultur, dieses Volk, ihr Volk, es sollte einfach verschwunden sein? Es war so bitter und so traurig, sie hatte nicht nur ihre Familie, ihre Freunde und ihre Bekannten verloren, nein, selbst das ganze Volk war verschwunden und mit ihm die einstigen Erinnerungen. Ruinen waren nun alles, was noch von ihnen kündete und Ruinen waren auch in ihrem Herzen zu finden. Sie hatte noch kein bisschen darüber nachgedacht, wie es weitergehen sollte, ob sie denn überhaupt noch leben wollte, doch der einzige Beschluss, den sie bisher gefällt hatte war, dass sie erst einmal ein wenig über ihre Heimat reisen wollte. Es war vielleicht nicht alles zerstört worden, vielleicht. Doch die Hoffnung war selbstredend gering, nach einem solchen Anblick wie dem des einstigen Stolzes der besten Architekten und Baumeister ihres Volkes war es wohl kaum mit den kleineren Gebäuden besser geschehen. Doch die Tempel, vielleicht standen sie ja noch, den Canyon hatte sie ja schon besucht, dort war alles wie immer…na ja, das war eine Lüge…
In den Canyon wollte sie nicht mehr gehen, dort lag zu viel Schmerz von ihr. Dort hatte der ganze Leidensweg ja erst begonnen und ihre momentane Situation ward dort geboren. Enzanie wollte viel lieber an die Stellen, die sie auch schon früher geliebt hatte. Nur dort konnte sie in Ruhe nachdenken und sich ein wenig konzentrieren. Wie sollte man schon eine Entscheidung treffen, die so weitreichende Konsequenzen hatte. Die junge Kriegerin fürchtete sich vor dem Tod nicht, doch sie selber das Leben zu nehmen, das ihr gerade erst wieder geschenkt wurde, davor hatte sie Angst. Doch wenn man nicht mehr in diese Welt passte, wenn man mehrere Jahrhunderte alt war, wie sollte es dann bloß weitergehen…
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| 28.03.2004 15:02 | #307 |
| Enzanie |
Eine kleine Schwalbe flog über ihrem Kopf und landete anmutig auf einem kleinen Felsvorsprung. Sie liebte die Vögel, denn sie waren so leicht und konnten fliegen. Es war sicher nicht leicht, immer in der Luft zu sein, doch man konnte sich vom Wind tragen lassen und die kühle Brise zwischen den Flügeln spüren. Überhaupt war ihre Heimat ein Reich der Tiere, in der man wirklich eine Menge Arten fand. Einige waren recht aggressiv, andere wiederum total harmlos. Genau wie diese Schwalbe, die sie fast zu beobachten schien. Wie sie durch den Verbindungsgang lief, dort, wo einst Wachen standen und patrouillierten, dort war nun nichts mehr als Sand und Erde. Platt getreten war einmal, denn die Natur hatte sich diesen Weg zurückerobert und kam mit schnellen Füßen voran, die Gräser sprießen wie auf grünen Wiesen und nur noch ein kleiner Pfad war übrig geblieben. Doch wenigstens hatte sich nicht alles verändert, der große, braune Steinfels war immer noch derselbe, die Gezeiten hatten ihn wohl in Ruhe gelassen und ihn nur minimal abgetragen, so dass aber keine Veränderung auffiel. Der Schatten fiel hier weit zu Boden, denn die Sonne ließ an diesem Tag nicht locker. Schönes Wetter war es, zweifellos, doch in Jharkendar schien oft die Sonne, es war keine Seltenheit Tage wie diese zu erleben.
An den Hängen kreuzten sich mehrere Blumen, darunter auch ihr heiß geliebter Enzian, der hier in vielen Farben vorkam, am liebsten jedoch war ihr der rote Enzian, da dessen Blüte eine ganz besondere Farbe besaß und besonders ausdrucksvoll schimmerte. Doch auch andere herrliche Pflanzen, die sie in Khorinis nie gesehen hatte, blühten hier, wie die herrlichen Orchideen und die Blüten der Rankenpflanzen. Der Weg jedoch führte sie zunächst einmal in eine weitere, kleine Schlucht, über die sie sehr gerne gegangen war, da man hier immer sehr gut spielen konnte. Es war weniger gefährlich als im Sumpfgebiet, wo sich doch mehr gefährliche Tiere aufhielten als anderswo und im Canyon war es immer so schrecklich heiß und es gab nur wenige Orte zum verstecken. Heute jedoch kam sie nicht her, um zu spielen, sondern nur um traurig und wehmütig ihres Weges zu gehen. Es war bitter, wenn man mit ansehen musste, wie dieses Stück Land immer noch so friedlich dalag und es Orte gab, die sich nicht verändert hatten, wie große Teile des Landes so waren, wie früher und man ihr nur die geliebten Menschen und die schönen Gebäude genommen hatte.
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| 28.03.2004 19:24 | #308 |
| Enzanie |
Die liebe Sonne war heute zu gütig zu ihr, doch irgendwann musste auch sie sich einmal verabschieden, doch es war ein langsamer Abschied, ging sie doch nur ein wenig weiter bergab und ließ so den strahlenden Glanz etwas verblassen, hell blieb es trotzdem noch und am blauen Himmel war es immer noch gelb. Nur den großen, brennenden Kern, den vermisste man nun deutlich. Es wurde auch ein wenig kühler, als die Sonnenstrahlen nicht mehr ihre Haut küssten, aber wenigstens hatte sie ja wieder die Rüstung, die sie dabei gut schützte. Doch für eine wirklich kalte Nacht war sie viel zu spärlich bekleidet, doch in den Frühlingsnächten war es selten kälter als zehn Grad.
Enzanie kam wieder aus dem Schluchtengewirr heraus, hatte sich sogar ein wenig absichtlich verlaufen, nur um etwas länger von den großen Felswänden beschützt zu werden. Sie gaben ihr Sicherheit und Geborgenheit, niemand war so gerne hier wie sie. Doch es gab viele Plätze an denen sie gerne war und zu einem war sie nun unterwegs. Der kleine Waldsee, an denen der Baal und sie vor ein paar Tagen noch rasteten, er sollte ihr ein wenig Gesellschaft leisten. Außerdem wollte sie noch einmal zu diesen Piraten schauen. Auch wenn Doooom meinte, dass das nichts für sie war, so wollte sich Enzanie davon persönlich überzeugen. So ging sie nun den kleinen, schmalen Abhang hinunter und blickte auf das Wasser, das sich in der letzten Sonne spiegelte. Der Kadaver des Tiriki war noch immer da, ein wenig stank es nach verwesendem Fleisch, doch das machte ihr nichts aus, schließlich war es ganz natürlich, dass die Toten verwesten. Das Mädchen beugte sich viel lieber über das Wasser und sah sich an. Ihr Gesicht hatte sich wirklich nicht verändert, noch immer sah sie so aus, als ob es gestern gewesen wäre, als die große Zeremonie abgehalten wurde. War sie schön? Sie wusste es nicht. Nie hatte es ihr jemand gesagt. Als Kriegerin war es nicht wichtig schön zu sein, als Kriegerin musste man stark sein.
Sie verwischte ihr Spiegelbild ärgerlich wieder und blickte stattdessen auf die felsigen Wände, die den See umrahmten. Der Schatten des Wassers sank fast jede Minute, es wurde wohl wirklich dunkel…
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| 28.03.2004 22:30 | #309 |
| Erzengel |
Eine mittlerweile von Khorinis hergezogene, dicke Wolkenschicht ließ die Ruinen des einstigen Tempelkomplexes noch verschlafener wirken. Sogleich musste er der in ihm aufkommenden Müdigkeit nachgeben und gähnen. Langsam schritt er weiter Richtung Osten, wo er bei der zweiten Wegkreuzung nach Süden abbog und nach einiger Zeit wieder zum Turm gelangte. Inzwischen hatte sich der Himmel vollends verdunkelt und die Wolkenschicht hatte sich nicht verzogen, sodass er sich die letzten hundert Meter noch am Meeresrauschen und dem Brodeln der Quellen orientieren musste.
Nach zwei Stürzen in die Quellen und einer Dusche durch einen Geysir später erreichte er endlich die schwere Eisentür. Drinnen legte er zuerst einmal den völlig durchnässten Kimono ab und hängte ihm zum Trocknen auf, um danach in seinem flauschigen Bademantel die enge Wendeltreppe hinaufzusteigen. In der Küche angekommen durchsuchte er sofort sämtliche Schränke, vielleicht hatte er ja doch etwas übersehen...
Dann endlich hatte er etwas gefunden und zog es hastig ins Licht des Ofens... Och nö, nur so ein olles Buch, das er beim Verbrennen der Bücher aus seiner Bibliothek, ein Stockwerk über der Küche, wohl vergessen hatte. Aber vielleicht taugte es ja als Ablenkung... Hey, das war ja leer! So ein Beschiss... Alles was er fand war eine Karte an der Innenseite des Buchdeckels. Ach so ja, die Karte aus Ithuria, die er gefunden hatte, als sich wahre Gestalt der Runika erstmals preisgab und sie wieder zum Umhang wurde, der nun untrennbar mit der Mondrüstung verbunden war.
Die Karte wies den Weg zum blauen Tempel, wo der Ring zu finden war, der zum Schlüsselschwert des Wassers gehörte. Einer von drei Ringen, die ihm noch fehlten, um das Portal nach Belzusia öffnen zu können. Wieder knurrte sein Magen. Der Ring würde ihm auch nichts nützen, wenn er verhungerte. Müde richtete er sich auf und ging samt Kerze nach oben ins Schlafzimmer, wo er die besagte Rüstung anlegte und wieder nach unten verschwand, wo er sich die Stiefel anzog und sein Schwert an sich nahm. Schnell entzündete er noch eine Fackel und verschwand hinaus in die Finsternis.
Abseits der Wege musste er nicht lange warten und der erste Wolf machte sich unfreiwillig bemerkbar. Mit gezogenem Schwert schlich er sich der Jäger an seine Beute heran und stach zu. Im nächsten Moment sprang der Wolf direkt auf ihn zu, völlig unerwartet wurde der Gildenlose getroffen und zu Boden geworden. Während mit der linken Hand die Fackel direkt unter den Kopf des Tieres hielt, rammte er ihm mit der anderen die Hexenschneide quer durch den Leib. Angeekelt schubste er das noch zuckenden Tier von seiner Brust und schlitzte ihm die Kehle auf, sicher war sicher. Jetzt galt es sich zu beeilen, Wölfe waren ja bekanntlich so gut wie nie allein unterwegs. Hastig schnitt er an den Rippen entlang einige Stücken Fleisch heraus. Was tat man nicht alles in der Hungersnot. Wenigstens musste er die Innereien nicht sehen, irgendwo hatte diese Dunkelheit also auch ihre guten Seiten.
Wenig später stand er inzwischen wieder im Bademantel vor dem Ofen in seinem Turm und briet sich das Wolfsfleisch, zwar kein Moleratfilet, aber durchaus genießbar.
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| 28.03.2004 23:25 | #310 |
| Enzanie |
Der See wurde nun durch die Sterne erhellt, der pralle Mond befand sich in einer seiner schönsten Phasen und Enzanie blickte abwechselnd auf die Oberfläche des Wassers und zu den Sternen in den Himmel. Alles war so geblieben wie vor der Katastrophe, die Idylle ließ sich einfach nicht aus diesem Tal vertreiben, so sah noch immer alles so wunderschön aus. Nie sollte es vergehen, nie auch nur angekratzt werden, auch in den nächsten Jahrhunderten würde dieser See abends so daliegen und die schönen Zeiten feiern. Doch was war schon der schönste See, wenn es niemanden mehr gab. Früher waren sie ab und zu hier um zu baden, einige Kriegeranwärter hatten es sich getraut ihre Pflichten ab und an zu vernachlässigen, um im Sommer hierher zukommen. Enzanie gehörte auch zu diesen Übeltätern, auch wenn es sich nicht gehörte und Strafe darauf stand, dass war ihnen früher egal. Inzwischen dachte sie schon total differenziert über diese Vorfälle nach, dabei waren die letzten erst ein paar Wochen her, nur ein paar Jahrhunderte Zeit lagen dazwischen. Doch die Wochen, auf die sie nun zurückblickte, sie wirkten wie Jahre. Endlose Jahre. Vielleicht waren es ja sogar Freunde. Echte Freunde die sie verloren hatte, nur weil sie das Pech und gleichzeitig das Glück hatte die Tochter des obersten Kriegers zu sein, dem Leiter der Kriegerkaste. Sie hatte noch nie so richtig darüber nachgedacht, doch jetzt, jetzt wo sie nichts mehr unternehmen konnte, da war es scheinbar egal. Die lachenden Gesichter die hier umhertollten, ihre Schwerter zur Seite legten und einfach nur im Wasser platschten, zum Spaß einen Tiriki jagten und versuchten kleine Fliegen mit der Hand zu fangen. Die Gesichter, die hier oft einen kleinen Platz der Ruhe fanden, abseits des strengen Trainings. All die Gesichter sahen sie nun an. Es war schon etwas später geworden, doch die verträumten Sterne ließen sie ebenso wenig los, wie die schöne Wasseroberfläche. Doch endlich einmal kam sie zum nachdenken. Es war zum Glück nicht mehr kühler geworden und der lauwarme Wind, der aus dem Canyon kam, ließ ihr transparentes Seidentuch ein wenig umherziehen. Aber die Gesichter, sie blieben bei ihr. Der nette Ankum, der sie nie wegen ihres Geschlechtes gehänselt hatte, oder auch Tarek, von dem das erste ihrer sechs Messer bekommen hatte. Ein Geschenk, das sie heute noch an den Jungen erinnerte, in den sie auch ein bisschen verliebt war. Wer weiß, ob nicht noch was aus ihnen geworden wäre, wenn dieses Verbrechen nicht begangen worden wäre. Doch nun war alles zu spät, nun sah sie nur noch ihre lachenden Gesichter und sich selbst mitten drin. Unter ihnen war sie glücklich und nun…nun war alles anders, nur die Nacht, sie veränderte sich nie…
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| 29.03.2004 12:14 | #311 |
| Enzanie |
Die Sterne waren gegangen, der blaue Himmel gekommen. Schlaftrunken war die junge Frau aufgewacht, hörte in ihrem Kopf die Stimmen der Ausbilder, wie sie die schlafenden Schüler hochjagten. Ein bisschen wollte sie noch schlafen, nur ein bisschen, doch sie hatte es nie geschafft. Und selbst heute nicht, selbst jetzt wo sie eigentlich so lange schlafen konnte, wie sie nur wollte, konnte sie nicht mehr einschlafen. Die ersten Singvögel hatten sich schon aufgemacht, ihr buntes Gefieder putzend, am See die ersten Tropfen am Tag trinken. Kleine Kreisringe im Wasser ziehen, mit den nassen Füßen auf die Äste eines vertrockneten Gestrüpps hin, von dort tropfte es ins Wasser, ließ die Kreisringe entstehen. Ihre Flügel ausbreiten, vom Partner und selbst auch waschen. Schmutz entfernen und lästige Parasiten wegpicken. Na, habt ihr gut geschlafen? Anscheinend… Enzanie redete gerne mit Tieren, sie waren so viel sanfter wie die Menschen und wussten zuzuhören. Mit ihren gelben Schnäbeln pickten sie auf der Erde, machten sich teils auch an dem Tirikikadaver noch zu schaffen. Für sie war das Fleisch noch immer genießbar. Doch lieber aßen sie etwas Frisches am Morgen, Würmer und Larven, die aber nicht immer leicht zu bekommen waren. Doch gerade jetzt im Frühling war Hochsaison für diese Tiere. Die Vögel würden schon nicht verhungern, in Jharkendar hatte es immer genug zu essen gegeben, für Tier und Mensch.
Enzanie stand auf, leicht benommen, begrüßte sie den neuen Tag mit einem Handkuss an ihren Gott, an Utzatekl, der ihr diesen weiteren, schönen Tag schenkte. Der Himmel war strahlend blau, keine Wolke trübte ihn, so konnte man den Tag erstrecht mit einem Lächeln beginnen. Leider hatte sie nichts geträumt, oder zumindest konnte sie sich an nichts mehr erinnern, aber Träume mussten auch erst einmal geboren werden, langsam und stetig anwachsen, bis sie einem erschienen. Vielleicht würde es ja diesen Abend klappen. Die junge Frau bekam Lust auf ein Bad, es war schon wieder so schön warm, die Sonne zeigte sich zwar noch nicht so prall wie gestern, doch ihre Anwesenheit war deutlich zu spüren. Mit geschickten Zügen löste die die leichte Adlerrüstung vom Körper, den Gürtel aus der Haut des Alligators, ihr transparentes Tuch und ihre Unterbekleidung. Das Wasser nahm sie wie eine Tochter auf und Enzanie fühlte sich auch wie die Tochter des Sees. Das klare, immerblaue Wasser reinigte ihren Körper, wie lange schon musste er verstaubt sein, wie lange schon hatte er vor sich hin gefault…
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| 29.03.2004 13:02 | #312 |
| Enzanie |
Das Bad hatte ihr gut getan, die silbrigen Wellen auf ihrer Haut, die saubere Flüssigkeit zwischen ihren Poren. Immer wieder war sie ein wenig in dem doch recht tiefen See getaucht, wie früher schon. Es gab einige Grotten hier unten, man konnte in sie hinein tauchen, wenn man denn genügend Luft hatte, doch das Problem hatten sie nie gehabt. Erinnerungen waren etwas schönes, man konnte so gut in ihnen schwelgen, doch diese Erinnerungen waren keine Schönen. Sie waren eher gemischt aus Bitterkeit und Trauer. Aber das Wasser hatte ganze Arbeit geleistet, man konnte seinen Körper waschen, man konnte Schmutz und Dreck von ihm nehmen, doch für sie war es mehr als nur ein einfaches Bad. Es war auch ein wenig die Reinigung von alten Gedanken. Man konnte die Zeit nicht zurück drehen, man musste das Erlebte genießen können. Der See war ein guter Freund und nahm sie immer wieder gerne auf, ein weiser, alter Mann, der ihr Ratschläge geben konnte, wenn sie nicht mehr weiter wusste. Doch auf die Lösungen musste sie selber kommen, diese Entscheidung konnte auch der See für sie nicht treffen.
Als sie dem Wasser wieder entstieg, flogen ein paar kleine Vögel vor ihr, kleine, gelb gefiederte Vöglein, mit einem schwarzen Fleck auf dem Kopf. Sie sangen ein wenig und sorgten dafür, dass sie gar nicht mehr an die Erinnerungen denken konnte, da sie die Vögel zum lächeln brachten, teils auch zum grinsen. Frisch angezogen verließ sie die kleine Mulde dann, es war Zeit den Weg weiterzugehen. Die Vögel blieben zurück, tollten weiter um das Wasser und tranken ausgiebig. Wasser hatte sie auch getrunken, Wasser aus dem reinen See. Ganz still sah er von weiter oben aus, sogar ein wenig dunkel, da ein großer Berg seinen Schatten auf ihn warf. Die Vögel wirkten fast schon wie Ameisen, als sie da oben stand und mit einem Kopfschütteln über die kleinen Freunde drehte sie sich rum. Sie hatte den See nicht vergessen und er hatte sie nicht vergessen. Schon als sie mit Doooom dort war, hatte sie das gespürt. Wieder einmal nahm sie einen Teil von ihm mit, nur für ein paar Minuten, nur für begrenzte Zeit…
Doch ihre Heimat wollte besucht werden und mit frischer Haut und nassen, glänzenden Haaren war sie bereit ihren Weg fortzuführen. Der Canyon kam jetzt schon gefährlich nahe, einzelne Sandkörner flogen um die Wette und am Horizont spiegelte sich stets die Luft. Die Hitze war wohl immer noch so grausam, aber seitdem kein Wasser mehr fließ, hatte sich dort eine wahre Wüste gebildet. So schlimm wie heute war es dort nie gewesen, als ob die Natur ein Stück ihrer Kultur mit einem riesigen Sandregen ertränken wollte. Es sollte verschwinden und vergehen und nie wieder so sein, wie es einst war…
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| 29.03.2004 20:15 | #313 |
| Enzanie |
Enzanie stand lauernd am Wegesrand und sah sich um. Ein kleiner Tiriki stand alleine auf weitem Feld und hatte sie noch nicht gesehen. Normalerweise hätte sie sofort zugeschlagen, wenn sie denn ungestört gewesen wäre, doch zwei Vögel lenkten sie schon wieder ab. Ihr Gesang war zwar ganz schön, doch momentan störte er nur. Trotzdem versuchte sie sich zu konzentrieren, doch gerade, als sie schon eines ihrer Messer parat hatte, wurde der Vogel, der keine Flügel mehr hatte, bzw. die nur noch verkümmert waren, aufgeschreckt und rannte davon. Zu schnell, um hinterher zu rennen. Ein paar Vögel hatten sich an ihn geklebt und ihn mit ihrem aufgeregten Geschrei aufmerksam gemacht. Welche zwei das waren, das hatte sie ja mittlerweile rausbekommen. Trotzdem lächelte die junge Frau nur sanft, zwar hatte sie durchaus Hunger, doch die Reste ihres Essens in der Stadt lagen noch ganz gut. Außerdem hatte sie noch ein bisschen Speck an den Hüften, der durchaus weggehen durfte. Vielleicht sah sie das auch nur so, was andere wiederum nicht verstehen konnten, aber sie war sehr kritisch zu ihrem eigenen Körper und wenn ihr etwas nicht gefiel, dann gab sie das auch zu. Und ihre Hüften gefielen ihr eben nicht so ganz. Das Essen war zwar weg, doch ein anderer rückte in ihr Blickfeld. Sie sah wieder die große Holzpalisade, die sie bisher gar nicht wahrgenommen hatte, nur einmal flüchtig hingesehen hatte und dann ganz schnell wieder weg. Der Mann, der davor als Wache stand, er war noch immer derselbe und Enzanie überlegte, ob sie noch einmal zu ihm hingehen sollte. Eigentlich war er wirklich nicht sehr freundlich gewesen, doch so schlimm wie Doooom sagte, konnten diese Piraten doch gar nicht sein…jedenfalls hatte sie keine Angst, sondern war neugierig, was sich hinter der Palisade befand, in die man ja nicht einmal reinschauen konnte. Mit neugierigen Blicken und einem Lächeln auf den Lippen versuchte sie dann, auf den Mann zuzugehen, der sie zwar eines Blickes, oder auch zwei, würdigte, aber kaum die Miene verzog.
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| 29.03.2004 23:53 | #314 |
| Enzanie |
Du schon wieder? Und wo ist dieser Robenträger? Enzanie schaute ein wenig hilflos daher, denn scheinbar suchte der glatzköpfige Mann ihren ehemaligen Begleiter. Tut mir leid, aber der Baal ist nicht mehr bei mir, ich hoffe das ist nicht schlimm… Undschuldig verzog sie ein wenig das Gesicht und hoffte, dass der Mann nicht sauer deswegen war, doch seine Miene wurde nun durchaus…belebter, jedenfalls verlor er seinen grimmigen Schatten. Schlimm? Ach was, dieser Vogel war ohnehin merkwürdig. Seit wann tragen Männer denn Röcke, war das so ein Magier oder was? Ach, die spinnen doch alle. Der Mann fasste sich an den rauen Bart und schaute wieder genauer zu ihr. Röcke? Hm, ich dachte, das wäre eine Robe. Aber ich kann dir sagen, was er ist. Er ist ein Baal! Das hat er mir erzählt, weißt du. Wieder musterte sie dieser große, starke Mann und ein wenig hatte sie ja schon Angst vor diesen Blicken, die ihren Körper da gierig abtasten. Das Weiße in den Augen kam dabei besonders zum Vorschein, doch das war gar nicht so schlimm. Baal? Was ist dat denn für ein Mist? Enzanie musste lachen, sie konnte es sich einfach nicht verkneifen. Hihi, also ich erklär’s dir in Ordnung? Also, Doooom hat es mir selber gesagt, so ist nämlich sein Name weißt du. Also, er hat gesagt, dass ein Baal so was wie ein mächtiger Mann ist. Er muss immer viel reden und große Verantwortung tragen. Er ist sehr mächtig in seiner Gemeinschaft und viele Leute liegen ihm zu Füßen, wenn er vorbeikommt. Aber ich glaube er ist auch ein Priester. Ich habe nämlich ein wenig Angst vor Priestern, aber nur ein bisschen… Jetzt war es der Pirat, der auflachte, allerdings klang sein Gelächter viel lauter und kräftiger als ihre kleine Stimme. Scheinbar hatte sie ihn gut unterhalten, denn er konnte ziemlich lange lachen und irgendwie musste sie dabei auch mitlachen, sie mochte es eben, wenn Menschen glücklich waren. Ha-Ha-Ha…dieser kleine Kerl…zu Füßen, hohoho, das muss ich mir mal vorstellen, huhuhu, köstlich. Aber du gefällst mir Mädchen, dieses Magiergesocks ist wirklich unausstehlich, aber irgendwie glaub ich gar nicht, dass es sie gibt, ich hab zumindest noch keinen gesehen, anscheinend trauen die sich alle nicht an mich heran.
Enzanie lächelte erneut und ging dann zuversichtlich auf das geöffnete Tor in der Palisade zu, doch auf einmal schreckte der lachende Pirat hoch und wurde wieder ernst. Hey Moment mal, was willst du eigentlich hier? Sie blieb abrupt stehen und sah zu dem Mann auf. Also eigentlich dachte ich, dass ich mich vielleicht mal umsehen könnte…wenn ihr nichts dagegen habt… Auf einmal wurde sie ganz klein und bekam wieder ein wenig Angst, aber dafür konnte sie jetzt ein paar andere Männer sehen, die schon auf das Tor sahen. Tja, das kostet dich aber einhundert Goldstücke, wir müssen schließlich auch von etwas leben… Traurig blickte Enzanie zu Boden, wusste sie doch, dass sie damit nicht dienen konnte. Aber ich hab doch gar kein Gold, nicht ein Stück. Gerade wollte der Pirat, der etwas nach Fisch roch, etwas antworten, da hörte sie eine kräftige Männerstimme von hinten, aus dem Lager jenseits der Palisade kommen. Hey Henry du alter Gauner, lass das Mädchen schon rein, wäre doch schade drum nicht wahr? Der Mann, der also Henry hieß, drehte sich rum und schrie nur wütende Töne zu seinem Kameraden. Halt’s Maul Brandon, du verdammter Säufer! Enzanie verstand zwar nicht viel von ihren Floskeln, aber sie glaubte, dass das so etwas wie ihr freundschaftlicher Umgangston war, noch immer stand sie da und hoffte. Also gut, meinetwegen Mädchen, du kannst rein, ohne Gold, aber pass auf die Kerle auf, das sind rohe…hey, jetzt hau doch nicht gleich ab…arrghhh verdammt und ich sag noch Nein, aber diese Idioten... Enzanie aber hatte das gar nicht mehr gehört, sie war wieselflink an dem Piraten vorbei und mitten ins Lager hinein, endlich durfte sie mal schauen, was es hier so gab…sie war super aufgeregt und gespannt…
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| 30.03.2004 00:58 | #315 |
| Erzengel |
Ein nächster Knall und wieder Schaum, der zu Boden floss, wieder eine neue Lache, wo rot und weiß und gelb sich mischten. War es Tag? War es Nacht? Er sah die Fenster nicht. Und es stiegen die Blasen, es zerbrach, aber hinterließ keine Scherben, keine Flecken. Nur Schmerz so süß, dass man ihn kaum ertragen konnte. Die Stille ging, ein Lachen, Weinen und dann Leere, aber keine Stille. Nein, die blieb fort, schon immer. Sehnlichst verzehrte er sich nach ihr... Doch sie war schon fort gegangen... Nein, sie war fort, schon immer. Jeder Dämon wär ihm lieber als sein Selbst. Der nächste Griff... ins Nichts. Er stöhnte und fiel, kriechend über den Boden die Lachen leckend, bittersüß gefärbt. Wälzen, Schreien und geblendete Liebe, die erträkt gehörte. Sinnlos. Quälend und selbstmitleidig. Der nächste Griff, der nächste Schnitt, diesmal tiefer... Und in der Stille die Schreiende nach ihm... Gefangen auf der anderen Seite des Spiegel, unfähig sich zu befreien, ihn zu erreichen... Diesmal musste er es selbst schaffen, ganz allein... Schwindelig, schlecht... schwarz.
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| 31.03.2004 20:24 | #316 |
| Magier Adanos |
Inzwischen hatte sich Merdarion, Priester und Anhänger Adanos vor den Pass hingestellt, der zur Neuen Welt und auch zu den Ruinen von Jarkhendar führte. Neben ihm standen zwei Mitglieder aus dem Ring des Wassers. Ihre Rüstungen, von noch keinem Menschen in Khorinis gesehen, glänzten in der inzwischen untergehenden Sonne.
Hier sollten sich bald die neuen Mitglieder versammeln, die Merdarion empfangen sollte. Sie sollten eingewiesen werden in den Unterschlupf und in ihre Aufgaben.
Also hatte der Magier viel vor sich. Er verschränkte die Arme wie seine zwei Beschützer und wartete geduldig ab.
Cain
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| 01.04.2004 01:02 | #317 |
| elpede |
Vorsichtig hatte elpede den Pass durchquert. Der Weg vom Pyramidental hierher war nicht besonders weit gewesen, doch elpede ging trotzdem langsam, denn in dieser Gegend war er noch nie gewesen.
Schließlich sah er, wie der Fels sich vor ihm teilte und langsam den Blick auf das Tal dahinter freigab. Doch was war das ? Am Ende des Passes standen drei Gestalten, in der dunklen Nacht kaum erkennbar. Regungslos waren sie, wie zur Salzsäure erstarrt.
Banditen, die harmlose Wanderer wie ihn überfallen wollten ?
Das würde er ja bald herausfinden, dachte der Wolfszüchter, während er langsam weiterging. Seine Schritte waren einige Meter weit zu hören, auch wenn er sich bemühte, leise zu gehen. Doch nichts an den drei Gestalten ließ ihn erkennen, ob sie ihn bemerkt haben.
Vorsichtshalber nahm elpede seinen Langbogen in die Hand.
Wenige Schritte vor den drei Gestalten blieb er schließlich stehen. Zu seiner Überraschung war der vorderste von ihnen ein Träger der Robe eines Wassermagiers. Die beiden hinteren trugen eine Rüstung, wie elpede sie noch nie zuvor gesehen hatte. Sie standen sicher zum Schutz des Wassermagiers bei ihm.
"Verzeiht, werter Magier, und einen schönen, guten Abend wünsche ich. Einen Moment lang hielt ich Euch und Eure Begleiter für Banditen. Darf ich fragen, was jemanden wie Euch in diese raue Gegend verschlägt ?"
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| 01.04.2004 14:48 | #318 |
| Erzengel |
Aua... Scheiße! Wie lange war er jetzt weg gewesen? Mit brummendem Schädel richtete er sich auf, nur um sich wegen der unerträglichen Rückenschmerzen gleich wieder fallen zu lassen. Und dann noch dieser widerliche Gestank... Wieder raffte er sich auf und torkelte langsam bis zur Dachluke, die nach einigen Minuten des Stemmens, immerhin war die Luke da aus Eisen und einige Zentimeter dick, endlich offen stand. Den brennenden Schmerz in den Augen ignorierend stolperte er die Treppe hinunter. Eine halbe Stunde später hatte er endlich die zwei Stockwerke nach unten geschafft und durchwühlte die Küchenschränke nach Besen, Lappen und Eimer.
Bei Beliar, wieso klebte das denn bloß so? Bah. Erneut schrubbte er wie blöd über die dunklen Stellen auf dem Boden. Jetzt war es genug, ohne seiner Wut freien Lauf zu lassen, ließ er den mit einem Lappen umwickelten Besen fallen und stürmte nach unten, wo er den notdürftigen übergezogenen Bademantel in eine Ecke warf und Draußen in die nächste heiße Quelle stieg. Genau das brauchte er jetzt.
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| 01.04.2004 15:53 | #319 |
| Enzanie |
Die Nacht in einer schönen, sandigen Mulde verbracht, den Tag mit einem kräftigen Gähnen begonnen. Noch immer lag ihr die Fischsuppe im Magen, sie würde sie wohl für einige Zeit satt halten, doch trotzdem naschte sie ein paar Beeren, die an einem Strauch hingen, der in der Nähe eines kleinen Wasserloches stand. Sie war nun schon sehr nah am Canyon, doch eigentlich wollte sie gar nicht mehr dahin. Aber der Tag bei den Piraten hatte ihr gut getan. Von wegen verrückte Sektenmitglieder. Das waren alles ganz nette Menschen, zumindest hatte sich keiner so verhalten, wie sie es von einem Sektenmitglied erwartete. Aber wer weiß, vielleicht war das ja auch nur eine Tarnung, eine von zwei Seiten. Sie wusste es nicht und eigentlich wollte sie es auch gar nicht wissen. Lieber wollte sie den Tag genießen. Sie hatte sich vom Canyon und seiner heißen Wüste und dem braunen Sand abgewandt und war zu einem ihr sehr bekannten Ort gekommen. Der Wachturm an der Küste. Hier war es schön und niemand war mehr da. Seltsam war es, hier gingen früher immer zwei der Krieger auf und ab, hielten Wache auf und vor dem Turm. Man konnte hier weite Teile des Landes überblicken und weit auf das Meer schauen. Sehr schön war es hier.
Enzanie war bis auf die oberste Plattform geklettert, dort wo der Wind kräftiger pfiff und man sich oft festhalten musste. Doch heute war der Wind ruhig und so war es auch das Meer. Nur ein laues, warmes Lüftchen wehte ihr durch die braunen Haare, während sie sich an einen Pfeiler gelehnt hatte und hinab sah. Es war gefährlich, denn hier oben gab es keine Sicherungen, ein Sturz wäre wohl mehr als schlecht ausgegangen, doch Enzanie konnte diese Gefahr gut abschätzen. Stattdessen blickte sie aufs Meer und schloss immer mal wieder die Augen, während sie kleine Wiesenbeeren auf der Zunge zergehen ließ, von den Zähnen zermalt und zerquetscht, floss der süßliche Saft durch ihren Rachen in den Magen, wo er die wichtigsten Nährstoffe herausfiltern würde und ihren Blutbahnen zufügen sollte. Irgendwann hatte sie das mal gelernt, doch es war ihr egal, schmeckte sie doch nur die Süße des Lebens und war doch nicht in der Lage in vollen Zügen glücklich zu sein…
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| 01.04.2004 19:58 | #320 |
| Enzanie |
Während die junge Frau auf das Meer herausschaute, hatte sich unbemerkt ein Adler neben sie gesellt. Es war ungewöhnlich, denn normalerweise hielten diese stolzen Tiere immer ein wenig Abstand zu Menschen, man sah sie nur in der Luft oder aber bei einen ihrer seltenen Pausen. Oder aber wenn sie gerade Beute geschlagen hatten. Doch jetzt bemerkte auch Enzanie das stolze Tier, wie es sich ihr langsam näherte. Sie blickte erstaunt auf den Vogel, der bei ihrem Volk als Heiligtum verehrt wurde. Er sah selbst am Boden noch gewaltig aus, mit den gespreizten Flügeln in der Luft war er aber erst in seiner wahren Pracht. Sie wunderte sich, aber irgendwie sahen seine gelben Pupillen und die restlichen Augen wie die Augen ihres Vaters aus. Zumindest bildete sie sich das ein. Als ob er in Form eines Adlers zurückgekehrt war und sie nun bei ihrer Entscheidung unterstützen wollte. Passen würde es zu ihm, denn ihr Vater war schon immer ein aufrechter, ehrlicher Mann gewesen. Eine Wiedergeburt im Körper des heiligen Adlers war da durchaus vorstellbar. Doch zuerst einmal hüpfte das Tier auf einen höher gelegenen Stein, um das Meer zu sehen, obwohl der Adler das Meer doch jeden Tag sehen konnte, wenn er in der Luft seine Bahnen drehte. Doch sie sah nun auch dorthin, auf den blauen, schillernden Fleck, zusammen mit dem Tier, was eine Ehre für das Mädchen darstellte.
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| 02.04.2004 08:34 | #321 |
| Erzengel |
Müde auf dem Dach sitzend, nach vorn aufs Geländer gelehnt starrte er in den Sonnenaufgang, seine Kopfschmerzen hatten ihn wach gehalten und taten es noch immer. Große Möwen flogen vorbei... und mitten im Flug wurde eine davon in Stücke gerissen, das fetteste Stück schnappte sich sogleich der Jäger selbst. Ein seichtes Lachen entsprang der Kehle des Gildenlosen, womit er den näherkommenden Raubvogel wenig abschreckte. Im Gegenteil, er schien nur noch neugieriger zu werden, dabei lag diese Eigenschaft doch gar nicht so sehr in der Natur der Vögel, sondern zeichnete eher die Säuger aus, besonders die Menschen, dennoch hatte es sich der Raubvogel neben dem Gildenlosen auf dem Geländer bequem gemacht, begutachtete diesen, solange er hinunterschlang, und hackte dann einen neuen Bissen auf seiner Beute. Allem Anschein nach hatte er keine natürlichen Feinde, stand sogar vielleicht ganz oben hier in der Nahrungskette, da hatte er auch keinen Grund sich zu fürchten... musste er bestimmt auch noch nie... ... ...Ja, so ein Leben wollte er auch...
Die Sonne stand schon hoch am Himmel, da hob der Räuber erst wieder ab. Seufzend sah der Gildenlose ihm hinterher... da überkam es ihn... Flügel vor dem Rot von eben...? Nein, kein Sonnenauf- oder Untergang, einfach Feuer, so grell und breit, das man nichts erkannte außer den Flügeln... und es kam näher, eine Explosion? Schon bald hatte die Feuerwalze die Flügel erreicht, ganz langsam sah er, wie die Federn verkohlten, doch bevor ihre Asche davonfliegen konnte wurden die Flügel von Feuer verschlungen. Schlagartig wurde sein Geist wieder sich selbst überlassen, fast zeitgleich stand der Gildenlose auf und zog sich in sein Schlafzimmer zurück. Die Kopfschmerzen waren verschwunden.
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| 02.04.2004 13:53 | #322 |
| elpede |
Nach einer kurzen Unterhaltung mit dem Magier des Wassers hatte elpede seinen Weg fortgesetzt und in der Nähe des Sumpfes in einer der dort herumstehenden verlassenen Hütten übernachtet. Die Worte des Wassermagiers hatten ihn noch eine Weile beschäftigt, denn als elpede sich verabschiedet hatte, meinte jener freundlich lächelnd "Wir werden uns schon bald wieder treffen, junger Freund." Doch elpede verstand die Bedeutung dieser Worte nicht, und auch die beiden Gestalten in ihren seltsamen Rüstungen blieben ihm ein Rätsel, denn der Magier des Wassers hatte kein Wort über sie verloren.
Jetzt, um die Mittagsstunde, wo die Sonne ihren höchsten Stand erreichte, zog elpede weiter und in den Sumpf hinein, da der Nebel zu dieser Tageszeit nicht so dick und undurchdringlich die Sicht beschränkte, wie den Rest des Tages oder der Nacht.
Vorsichtig ging der Wolfszüchter einen Weg entlang, der von den Ruinen in den etwas tiefer liegenden Sumpf zu führen schien. Ein paar Treppen waren in den Boden gehauen, wenngleich provisorisch und sicher schon etliche Jahrzehnte alt.
Zu seiner Überraschung endete der Weg nicht am Sumpf, sondern führte über einen Steg aus Holz noch weiter hinein. Das Ende des Sumpfes war in keiner Richtung auszumachen. elpede zögerte einen Moment, dann betrat er die morsche Holzkonstruktion, in der Hoffnung, dass sie noch ein Weilchen halten möge. Nicht weit vor ihm tauchte aus dem Nebel eine Holzpalisade auf. Der Steg führte darauf zu. Sollte es hier etwa Menschen geben ?
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| 02.04.2004 15:04 | #323 |
| Enzanie |
Das Meer, so weit, so groß. Kann man es eigentlich einmal ganz sehen? Aber nein, bestimmt nicht. Aber wie groß ist es wohl? Größer, als unsere Heimat? Sag mal Adler, was meinst du? Was ist das Meer? Ist es vielleicht ein großes Lebewesen? Vielleicht lebt das Meer ja wirklich. Ein riesiges, lebendes Wesen, das nur schläft. Oh je, was dann passieren würde, wenn es aufstehen würde. Dann wäre ja das ganze Wasser weg. Und dann? Dann würden wir alle überschwemmt. Aber nein, das ist ja Unsinn, du würdest darüber lachen nicht wahr Adler? Ich weiß, ich habe ja nur gedacht. Was meinst du, soll ich dir etwas erzählen? Ja? In Ordnung, ich erzähle dir was, aber dafür musst du mich weiterhin beschützen und mich begleiten. Du weißt doch, dass die Adler uns beschützen müssen. Utzatekl hat das gesagt. Aber du wirst schon das richtige tun, kennst du ein schönes Frühlingswort? Ich erzähl dir eins…
Frühlings voller Blick mich leitet
In den neuen Tag hinein
Dabei sich das Herz schon weitet
Einsam warte ich allein
Sonnenschein auf meine Haut
Ist der Bleiche größter Hohn
Machen mich zu seiner Braut
Voller Glanz und voll im Ton
Wiesen blühen in prächt’gen Duft
Hummeln brummen durch das Feld
Durch die Nüstern zieht die Luft
Einsam allein in fremder Welt
Blütenglanz zieht durch die Weite
Knospen sprengen, ein Farbenmeer
Von den Fesseln des Winters befreite
Er die Welt und doch ist’s leer
Süßer Honig der Bienen schmeckt
Gut und voller Liebe erschaffen
Hat auch er sie schon erweckt
Ein kurzer Blick, sie müssen Schaffen
Geliebte Heimat, sie wacht auf
Streckt sich, gähnt noch, wie ein Kind
Doch so ist er, der Zeitenlauf
Kündet uns doch längst der Wind
Prachtvoll wehen die grünen Blätter
Selbst in Zeiten von Schwere und Last
Immun sind sie gegen Wetter
Der Frühling, er kennt keine Hast
Vielleicht, bestimmt, bist du mein Retter
So bitte ich dich um Rast
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| 03.04.2004 00:52 | #324 |
| elpede |
Der Steg endete auf einer kleinen Insel inmitten des morastigen Wassers. Sie war nicht trocken, aber fest und somit gefahrlos begehbar. Eine Holzpalisade zog sich rechts und links entlang des Stegendes und verbarg die Insel so vor neugierigen Blicken. Eine alte Feuerstelle wies darauf hin, dass hier vor noch nicht allzu langer Zeit Menschen gewesen sein mussten, die hier Rast gemacht hatten.
Doch elpede tat es ihnen nicht gleich. Prüfend sah er sich um. Von der Insel weg führten zwei weitere Stege, einer zu seiner rechten, und einer vor ihm, quasi gegenüber dem Steg, der ihn hergeführt hatte. Der Wolfszüchter überlegte kurz und wählte den vorderen.
Wieder erreichte er nach wenigen Schritten festen Boden. Doch zu seinem Erstaunen befanden sich hier auch Ruinen. Alte Mauerreste, eine halb zerfallene Holzhütte, in denen Werkzeuge, Schleifsteine, eine Feuerstelle und einige Kisten herumstanden oder lagen.
Begrenzt wurde dieser Platz zum einen vom Sumpf in seinem Rücken und zum anderen von einer hohen Felswand vor ihm, die sich rechts und links des Platzes noch weiter in den Sumpf hineinstreckte.
In der Mitte wurde die Felswand durch eine große Treppe unterbrochen, die dort in den Stein gehauen worden war. Dahinter konnte man nur schemenhaft weitere Hütten oder Ruinen erkennen.
Die Blutfliegenkönigin war vergessen. Der Entdeckergeist hatte den Wolfszüchter gepackt und trieb ihn auf die Treppe zu.
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| 03.04.2004 13:02 | #325 |
| Enzanie |
Der Adler flatterte wild mit den Flügeln, eine Feder löste sich dabei von seinem Federkleid und flog direkt auf sie zu. Geschickt fing sie die fliegende Feder auf und sah sie an. Sie war wunderschön. Eine braun-schwarze Färbung, die sich durch das ganze Stück hindurch zog. Der Adler hüpfte einfach so auf ihre Schulter und pickte ein wenig auf dieser herum, allerdings nicht hart, wie er es vielleicht bei einem Beutetier gemacht hätte. Danach spürte sie noch einen kühlen Moment auf ihrer Wange, während sie weiterhin auf das Meer hinab sah. Enzanie kannte die Adler, niemand kannte sie nun mehr so gut wie sie, nachdem alle tot waren. Doch er hatte ihr wieder ein wenig Freude gegeben. Als sie sich nun wieder umdrehte, war das Tier fort. Der König unter den Vögeln hatte sich wieder aufgemacht, war weiter gezogen, aber die Feder war geblieben. Enzanie steckte die Feder zwischen ihre Rüstung, wo sie immer griffbereit lag. Sie brauchte noch ein wenig Zeit, doch eigentlich stand ihre Entscheidung fest. Wenn ihr Vater es so wollte, dann würde sie es auch wollen. Er war ihr großes Vorbild und außerdem wollte sie keine Schande für die Familie sein. Nein, wirklich nicht.
Und so stieg sie wieder hinab, herunter vom wahrscheinlich letzten Wachturm, von denen es einst so viele gab. Sie hatte nun ein neues Ziel, der Tempel ihrer Kaste, ihr Zuhause, ihre Heimat. Und sie hatte noch etwas beschlossen. Sie wollte durch den Canyon gehen, sie hatte keine Angst mehr. Angst war schlecht. Und sie durfte keine Angst haben, nicht als Kriegerin ihres Volkes. Sie war der letzte Teil, sie wollte nicht Schande über alle bringen. Nein, sie war stark. Das Mädchen hatte in diesen Stunden einen ungewöhnlich ernsten Blick im Gesicht. Sie lachte gerne und viel, aber im Moment zeigte sie sich von der Seite, die sie weniger mochte, die sie aber immer so stark gemacht hatte. Ihre ernste Seite, die ernste Enzanie…
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| 03.04.2004 15:47 | #326 |
| Enzanie |
Schon wieder war heute so ein schöner Tag im Lande Jharkendar, aber es war etwas windiger geworden, der Wind riss ganz schön an ihrem schmalen Körper, aber das war schon in Ordnung, der Wind war ein ganz wichtiges Element, das wusste sie. Allerdings gab es schon einen kleinen Nachteil bei Wind, zumindest, wenn man durch die Wüste gehen wollte. Eigentlich war es ja keine Wüste, zumindest nicht ursprünglich. Es konnte auch ein schöner, grüner Flecken sein, wenn man nur wollte, doch die Natur wollte anscheinend nicht. Vielleicht war es ja auch falsch gewesen diesen Flecken zu bewässern, sie wusste es nicht, denn schließlich begann mit ihrer Geburt nicht die Geburt des ganzen Volkes, es war einfach immer so gewesen, seit sie denken konnte war es nur ein wenig heißer im Canyon, aber nie so sandig und trocken. Vielleicht war es ja am Anfang der Zeit, als Utzatekl dieses schöne Stückchen Land formte und der Natur übergab, noch nicht so gewesen, vielleicht hatte ihr Volk tatsächlich der Wüste ihr Land weggenommen. Aber ohne das Aussterben von den Menschen wäre es heute sicher nicht anders als vor ein paar hundert Jahren gewesen. Nun aber war es nun mal so, sandig, staubig und trocken und gerade da war Wind unpassend, denn er wirbelte die feinen, gelben, roten Körner auf und sorgte dafür, dass sich Enzanie ein wenig außerhalb der Wüste aufhalten musste, an den Hängen der kleineren und größeren Berghänge haltend. Aber dort war es auch recht schön, zumindest sah man dort immer mal wieder grüne Sträucher aus dem Boden sprießen oder kleine Wüstenblumen aus dem Felsen kommen. Die Wüste, sie war doch auch einen Blick wert und die immer noch recht ernste Enzanie konnte sich schon langsam dafür beglückwünschen, dass sie diesen mutigen Schritt gewagt hatte.
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| 03.04.2004 18:10 | #327 |
| elpede |
Als der Wolfszüchter die Treppe hinaufgeschritten war, stand er in einem kleines Lager. Doch viel Zeit zum Umschauen blieb ihm nicht, denn plötzlich sah er sich von einigen Männern umringt, die sich offenbar hier aufhielten. So wie sie aussahen, waren sie wohl Banditen. In ihren Gesichtern fand sich keine Spur von Freundlichkeit. Die Situation war bedrohlich, und elpede begann, leicht zu schwitzen. Gegen diese Übermacht - es waren sechs, die ihn umringten - hatte er nicht den Hauch einer Chance.
Doch es gelang dem Wolfszüchter, ruhig zu bleiben. Regungslos stand er da und wartete innerlich gespannt darauf, dass irgendetwas passierte. Doch die Banditen machten keine Anstalten, ihn anzugreifen oder ihre Waffen zu ziehen. Noch nicht.
Dann sah der Wolfszüchter einen Mann auf sich und die Gruppe zukommen. Dieser trug eine schwere Rüstung und einen Zweihänder auf dem Rücken. Begleitet wurde er von zwei weiteren Männern in weniger schweren Rüstungen, dafür aber mit Armbrüsten auf dem Rücken. Die Art dieser Rüstungen kam dem Wolfszüchter bekannt vor, irgendwo hatte er sie schon einmal gesehen, aber er konnte sich im Moment nicht daran erinnern, und er hatte jetzt ganz andere Probleme, als diese Rüstungen. Dieser Mann war offenbar der Anführer.
Die drei blieben stehen. Der Wolfszüchter wurde von den dunklen Augen des Anführers gemustert. Kein Wort wurde gesprochen. Das Schweigen machte elpede nervös, doch er bemühte sich, ääußerlich ruhig und gelassen zu wirken, so als wäre es das normalste der Welt, auf Banditen zu treffen. Doch dies gelang ihm wohl nur zum Teil.
Schließlich brach der Anführer das Schweigen.
"Er sieht wirklich harmlos aus."
Die Banditen wichen ein paar Schritte zurück und ließen dem Wolfszüchter etwas Platz. Er atmete leise und erleichtert auf.
"Wer bist du ?", fragte der Anführer ihn nun. In seinen Augen lagen Strenge und Freundlichkeit.
"Man nennt mich elpede", antwortete der Wolfszüchter vorsichtig. Er war sich noch immer nicht sicher, was das alles zu bedeuten hatte. Aber wenn ihn irgendjemand hätte töten wollen, wäre das sicher längst geschehen, und so entschloss sich der Wolfszüchter dazu, ein wenig zu riskieren.
"Und wer seid Ihr ?", fragte er unverfroren zurück.
Der Anführer schwieg eine Weile, und elpede befürchtete schon das schlimmste, doch dann begann der Anführer, zu lachen.
"Wer ich bin, fragst du ? Ich will dir sagen, wer ich bin. Ich bin Thorus, das sind meine Leute, und das hier ist unser Lager."
Er betonte das Wort "unser", und elpede zuckte leicht zusammen.
"Und, wie geht es nun weiter ?", fragte elpede.
Wieder schwieg Thorus einen Augenblick.
"Das hängt ganz von dir ab", begann er dann. "Wir haben dich bereits bemerkt, als du in der Nähe des Sumpfes übernachtet hast. Dein Glück, dass du eher harmlos aussiehst, sonst wärst du längst tot und gar nicht erst bis hierher gekommen."
elpede lief es eiskalt den Rücken hinunter. Er hatte nichts bemerkt, gedacht, er wäre alleine hier, und nun musste er erfahren, dass ihn die Banditen schon seit mindestens zwei Tagen beobachtet hatten, sein Leben an einem seidenen Faden gehangen hatte. Dennoch schöpfte er Hoffnung und neuen Mut.
"Ich nehme nicht an, dass du vorhast, mich töten zu lassen", stellte elpede fest.
"Nein", lachte Thorus, "Wenn ich dich tot sehen wollte, wärst du es schon. Ich weiss zwar nicht, was jemanden wie dich in diese Gegend führt - aber wir sind es nicht, sonst wärst du nicht so unvorsichtig gewesen. Ich schätze, du hast nicht die geringste Ahnung, wer wir sind oder was wir hier tun."
"Das stimmt", gab elpede zu. "Ich habe nicht damit gerechnet, dass hier jemand lebt. Ich habe auch keine Ahnung, wer ihr seit, obwohl mir eure Rüstungen bekannt vorkommen."
Thorus zog eine Augenbraue hoch und schaute skeptisch, dann lachte er wieder.
"Du willst mir doch nicht etwa erzählen, dass du in der Barriere warst ? Ich kann mich nicht an dein Gesicht erinnern. Das mag nichts heißen, aber ich kann mir nicht vorstellen, dass du Gefangener in der Kolonie warst. Erst recht nicht im alten Lager."
elpede hatte keine Ahnung, wovon Thorus da redete. Barriere ? Kolonie ? Altes Lager ? Seine Gedanken mussten ihm wohl im Gesicht geschrieben stehen, denn Thorus redete weiter.
"Ich wusste es doch. Du hast keine Ahnung, wovon ich rede. Du kommst vermutlich nicht einmal von dieser Insel. Aber das ist mir egal. Mich interessiert, was du hier zu finden hoffst. Denn irgendetwas suchst du, sonst wärst du nicht hier."
Thorus wartete auf eine Antwort. Einige der Banditen hatten sich mittlerweile wieder verzogen, und so stand elpede nun alleine mit Thorus und seinen Begleitern, vermutlich seine Leibwachen, am Rande des Lagers.
"Ich suche eine Blutfliegenkönigin", antwortete der Wolfszüchter wahrheitsgemäß.
"Was willst du denn damit ?" Seine Antwort schien Thorus zu erstaunen.
"Sie fangen", gab elpede kurz und knapp zurück.
Wieder schwieg Thorus einen Moment, dann lachte er.
"Ich will gar nicht wissen, wozu. Aber bei der Menge an Blutfliegen in diesem verdammten Sumpf wirst du sicher auch irgendwo so eine Königin auftreiben können. Vorausgesetzt, du lebst so lange."
elpede schwieg.
"Keine Sorge", meinte Thorus, "Wir werden dich wohl nicht töten. Aber der Sumpf da draußen ist verdammt gefährlich, und so wie du dich darin bewegt hast, scheinst du das nicht zu wissen. Ich kann dir ein bischen darüber erzählen, wenn du willst."
elpede nickte nur, er hatte tatsächlich nicht daran gedacht, vorsichtig zu sein und außerdem keine Ahnung, was ihn in diesem Sumpf erwarten könnte. Thorus drehte sich um und der Wolfszüchter folgte ihm in ein Gebäude, das nahe der Treppe stand. Innen war es eingerichtet, wie eine Kneipe. Thorus ging in den hinteren Teil und dann eine Treppe hiauf in den ersten Stock. Dort setzte er sich an einen Tisch, und elpede tat es ihm gleich. Die Leibwachen postierten sich an der Treppe und ließen ihn nicht aus den Augen.
Thorus bemerkte elpede´s Blick.
"Sie greifen ein, wenn ich bedroht werde. Ich kann selbst kämpfen, aber nach den ganzen Vorfällen hier besteht der Rest darauf, dass ich geschützt werde. Ich halte dieses verdammte Lager zusammen."
Thorus seufzte, doch elpede verstand nicht, was er meinte.
"Warum seit ihr hier ?", fragte er.
Wieder seufzte Thorus.
"Du willst es wirklich wissen, hm ? Gut. Ich werde es dir verraten. Aber ich schätze, dafür muss ich etwas weiter ausholen.
Wir waren alle einst Gefangene in der Barriere. Du kennst das Minental ? Vor einiger Zeit noch war es von einer großen Kuppel aus magischer Energie eingeschlossen. Ein natürliches Gefängnis, denn diese Barriere ließ nur lebendiges hinein, aber nicht mehr hinaus. Dort haben wir gelebt und für den König das magische Erz abgebaut. Wir waren Gefangene des Reiches. doch wir haben uns selbst organisiert. Es gab verschiedene Lager, und das größte davon war wohl das alte Lager. Dort herrschten die Erzbarone und tauschten Erz mit dem König gegen Waren aus der Außenwelt. Ich selbst diente ihnen als Anführer der Gardisten. Ich und meine Männer waren für die Sicherheit der Erzbarone, des Erzes und des alten Lagers verantwortlich. So war es für viele Jahre.
Eines Tages jedoch fiel die Barriere einfach in sich zusammen. Man munkelte, ein Erzdämon wäre dafür verantwortlich gewesen, und sein Tod hätte die Barriere zerstört. Ich kann mich auch an einen jungen Mann erinnern, der irgendetwas damit zu tun hatte.
Jedenfalls herrschten nach dem Fall der Barriere Chaos und Anarchie. Es wurde geplündert, in Brand gesetzt, geraubt und gemordet, ehe die meisten über den Pass aus dem Minental flohen.
Raven, einer der Erzbarone, hatte eine Vision und bat mich, ihn mit meinen Männer zu begleiten. Wir überquerten den Pass und ließen uns von Piraten in diesen Teil der Insel übersetzen. Er war damals nur den Piraten bekannt und über den Landweg nicht erreichbar.
Raven führte uns schließlich hierher, in diese alte Festung. Dann begann er, einen Stollen in die Erde treiben zu lassen, und wir stießen dabei auf eine Goldader. Die Mine zog noch etliches Gesindel mehr an, so dass hier eine Menge Banditen zusammenkamen.
Raven war aber nicht an dem Gold interessiert. Er ließ in der Mine eine Gruft ausheben, soweit ich weiß, die eines Adanos-Priesters, denn in dieser Festung gibt es auch einen Tempel.
In den oberen Teil kommt man leicht hinein, doch das Innere ist magisch versiegelt. Raven muss irgendwie herausgefunden haben, wie man dort hineingelangen konnte, denn eines Tages öffnete er die Tore in das Innere des Tempels und ging hinein. Die Tore verschlossen sich hinter ihm, und seitdem ist er nicht mehr herausgekommen. Er ist vermutlich schon längst tot, denn das liegt jetzt über ein Jahr zurück.
Danach begann das Lager, sich aufzulösen. Viele Banditen wurden wahnsinnig und töteten sich gegenseitig in einem unerklärlichen Blutrausch, und auch die Goldmine wurde unbrauchbar. Sie existiert zwar noch und man kann sie betreten, aber ein paar Goldgräber gruben in ihrer Gier viel zu tief und öffneten einen Eingang zu einer großen Höhle. Dort befindet sich ein riesiges Minecrawler-Nest. Wir sind mit ihnen nicht fertig geworden, und so haben wir die Mine aufgegeben."
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| 03.04.2004 18:36 | #328 |
| Khalef |
Schnaufend schlug sich Khalef durch das Gestrüpp.
"Ich weiß schon, warum ich die andere Seite der berge dieser hier vorziehe! Das ist ja grausam!" keuchte er und zerschlug ein paar Farne mit seinem Schwert.
Seit ein paar Tagen hatte sichd er Schürfer in Jharkendar niedergelassen. Khalef hatte einen Zettel in seinem Beutel gefunden, in dem stand, dass man im neuen Land auf ihn warten würde.
Auch wenn sich Khalef wunderte, wie der Zettel in seinen Beutel kam, entschied er sich, der Bitte oder auch dem Ruf zu folgen, auch wenn er nicht wusste, was ihn erwartete.
"Nichts! Nichts außer Farne, Bäume und Sumpf! Nichts anderes erwartet mich hier!" schnaufte der Baumeister ärgerlich.
Nachdem er sich durch ein paar weitere hohe Gräser und Farne geschlagen hatte, gelangte er an einen Holzsteg, der durch den Sumpf verlief.
""Wenigstens etwas! Mir reichts durch den Morast zu marschieren!" sagte sich der Schürfer und stieg auf den Steg.
Nachdem er diesen einige Zeit entlanggeschritten war, kam er auf einer kleinen Insel an. Von dieser Insel führten zwei weitere Holzstege weg, einer rechts von ihm und einer vor ihm, gegenüber von dem Steg von dem er gerade die Insle im Sumpf betreten hatte.
Khalef entschied sich, den Steg vor ihm zu betreten.
Wieder einige Zeit später stand der Schürfer wieder auf festem Boden. Dieser Platz wurde von einer hohen Felswand vor ihm und dem Sumpf hinter ihm.
Zu seiner Überraschung gab es hier auch einige alte Ruinen, Mauerreste und eine halb zerfallene und morsche Holzhütte, die beim nächsten Windstoß umzufallen drohte.
Die Felswand vor ihm teilte sich jedoch in einen mehr oder weniger schmalen Gang. Diesem ging der Schürfer nun entgegen. Nachdem er um einiges näher gekommen war, sah er dort eine steinerne Treppe.
Nun war Khalef sehr neugierig gekommen. Er zog sein Schwert aus der Scheide, denn wer wusste was dort auf ihn lauern würde, dann stieg er die Steintreppe hinauf...
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| 03.04.2004 20:26 | #329 |
| elpede |
"Mittlerweile sind nur noch eine handvoll Leute übriggeblieben. Wir leben hier zurückgezogen. Das hier ist unsere letzte Zufluchtsstätte. Wir sind Banditen, Geächtete, Ausgestoßene. Wo wir auch hingingen, man würde uns jagen, einsperren und töten. Doch niemand weiss, dass wir existieren. Vielleicht die Piraten. Aber sie sind genau so Gesetzlose, wie wir es sind. Hier haben wir unsere Ruhe. Niemand hat uns bisher gefunden - nicht einmal die Sektenspinner von der Bruderschaft des Schläfers haben uns bemerkt, als sie hier im Sumpf ein Lager errichtet haben. Doch das ist mitlerweile schon wieder verlassen.
Ich glaube nicht, dass deine Anwesenheit uns schlechte Zeiten bringen wird, aber du kanst dir sicher sein, dass wir kämpfend untergehen, wenn es jemals soweit kommen sollte. Wir haben nichts zu verlieren. Hier haben wir unsere Freiheit, und die werden wir nicht einfach hergeben. Du kannst uns verraten, oder du kannst es lassen. Die Entscheidung liegt bei dir. Doch ich weiss nicht, welche Wahl du treffen wirst, aber eine Sache weiss ich gewiss : Ich töte niemanden, nur weil ich Angst habe, vielleicht einen Fehler zu begehen, wenn ich ihn am Leben lasse. Die Furcht, dass wir entdeckt werden, habe ich, seit wir hier sind. Sie hält mich wachsam. Doch ich fürchte keinen offenen Kampf."
Thorus schwieg und sah den Wolfszüchter lange an. Dieser schwieg ebenfalls. Er schwor sich, diese Banditen niemals zu verraten. Sie waren Opfer und hatten unter ihrer selbst gewählten Isolation mehr zu leiden, als sie je zugeben würden. Und doch waren sie in den Augen des Wolfszüchters nur einfache Menschen, die ein Recht darauf hatten, in Freiheit und Ruhe leben zu dürfen. Dieses Recht hatte man ihnen genommen, als man sie in die Barriere gebracht hatte, vielleicht für eine Kleinigkeit, für die sie den Rest ihres Lebens hatten bezahlen sollen. Freiheit war ein kostbares Gut in diesen Zeiten, aber viele, die sie nicht verdienten, genossen sie, während andere, die ein Recht darauf hatten, sie nicht erhielten.
"Du kannst dir sicher sein, dass ich nichts von dir und deinen Leuten verlauten lasse, Thorus."
Seine Worte waren voller Überzeugung, und so lächelte Thorus kurz und nickte nur. Mehr gab es dazu nicht zu sagen. Schließlich stand er auf. "Du findest mich oben in meiner Hütte", sagte er noch und ließ ihn dann alleine zurück.
Jetzt hatte elpede die Gelegenheit, sich gründlich umzuschauen. er verließ das Haus und wandte sich nach rechts. Nicht weit vor ihm waren weitere Treppen in den Stein gehauen worden. Sie endeten ein paar Meter weiter oben an einem Gebäude, dessen Unterbau Ähnlichkeiten mit der Pyramide aus dem Sumpflager hatten - nur wesentlich kleiner. Unterhalb dieses Unterbaus standen rechts und links noch je eine Hütte aus Stein. Die linke hatte kein Dach mehr, war aber mit einem großen Tuch, einer Art Zeltplane bedeckt. Davor befanden sich Arbeitsgeräte eines Schmiedes - Schleifstein, Feuer und Amboss. Doch niemand arbeitete dort im Moment.
Direkt neben dem Gebäude, das wohl als eine Art Taverne genutzt wurde, stand ein kleiner Bretterverschlag mit einem Bett darin. Davor stand noch ein Kessel auf einer Feuerstelle, und einer der Banditen rührte darin herum.
Das Lager wirkte klein und überschaubar, und es lag auch recht gut geschützt vor neugierigen Blicken aus dem Sumpf. Die Banditen hatten sich eine gute Stelle ausgesucht, um ihr Dasein zu fristen.
elpede stieg die Treppe hinauf bis zum Ende. Dort, in dem Steinhaus, fand er Thorus vor. Das Haus hatte einen Hinterausgang, und man konnte einen großen Platz erkennen. Ganz hinten wurde sie wieder von der Felswand begrenzt und man konnte den Stolleneingang zur Goldmine erkennen. Einige Holzhütten standen am Rande des Platzes, und ganz links führte eine Treppe hinauf in ein Gebäude, das einen Vorbau aus Säulen hatte und dann offenbar in den Fels hineingehauen war. Dies war sicher der Adanos-Tempel, von dem Thorus gesprochen hatte.
Von hier oben konnte man auch erkennen, dass das Lager komplett von einer hohen Felswand eingeschlossen war, die Treppe in den Sumpf hinunter war der einzige Weg, hinein oder hinaus zu kommen.
Alles in einem zählte elpede 12 Banditen, Thorus eingeschlossen. Die meisten von ihnen saßen desinteressiert vor den Hütten und taten nichts. Kaum ein Wort wurde gesprochen.
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| 03.04.2004 22:50 | #330 |
| Khalef |
Langsam und mit dem Schwert in den Händen stieg Khalef die steineren Stufen hoch. Links neben ihm stand, wenn man es so nennen konnte, eine verfallene Holzhütte wie auf de rkleinen Insel im Sumpf, auf der er vorhin hierhergekommen war.
Dann trat er um eine Ecke des Ganges, der zwischen den Felswänden entlangführte. Mit dem was der Schürfer jetzt sah hätte er ihm Traum nicht gerechnet.
Vor ihm tat sich ein kleines Tal zwischen den Felswänden auf. Tal war zwar nicht de richtige Ausdruck dafür, aber trotzdem. Dieses "Tal" war nicht einmal das, was Khalef so verwunderte. Der baumeister beschloss sich näher umzusehen und steckte sein Schwert weg.
In diesem Felskessel standen an die 10 oder 15 Hütten aus Holz, dazu noch eine riesige Hütte mit mehreren Stockwerken keine 5 Meter weg von ihm.
Khalef blieb nicht viel Zeit um sich hier mehr umzusehen, denn plötzlich - wie aus dem nichts - sah er sich von einigen Leuten umringt, die sehr gefährlich aussahen. Sofort griff er nach seinem Schwert und zog es etwas aus der Scheide. Er wusste beim besten Willen nicht was er nun tun sollte, denn einen Kampf würde er alleine gegen diese Leute wohl kaum gewinnen können...
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| 04.04.2004 14:27 | #331 |
| elpede |
Doch plötzlich kam Bewegung in die Banditen, und elpede erkannte auch schnell, warum. Irgendjemand war die steinerne Treppe aus dem Sumpf hinaufgekommen und stand nun etwas verwirrt im Lager. Die Reaktion der Banditen zeigte, dass man mit diesem Besucher wohl nicht gerechnet hatte, denn sie sprangen auf und umringten den Eindringling, bereit, ihn sofort zu töten, wenn er nur eine falsche Bewegung machte.
Doch elpede erkannte den Mann, der da umringt wurde. Es war jemand, mit dem er nicht gerechnet hätte, und schon gar nicht damit, ihn hier anzutreffen. Es war der junge Skydivar, ein Begleiter in den ersten Tagen auf dieser Insel. Doch sie hatten sich kurz nach ihrer gemeinsamen Ankunft im Sumpflager aus den Augen verloren und seither nicht wieder getroffen.
"Du kennst ihn ?" elpede hatte nicht bemerkt, dass Thorus jetzt neben ihm stand. Er nickte kurz. Dann schritten sie zu viert die große Treppe hinunter, an dessen Fuss der junge Skydivar von den Banditen umringt wurde.
Die Banditen wichen ein paar Schritte zurück, als Thorus sich mit seinen Leibwachen vor Skydivar aufbaute. elpede wusste nicht, ob dieser ihn erkannt hatte, er blieb einfach neben Thorus stehen und wartete ab.
"Du solltest dein Schwert wegstecken, wenn dir dein Leben lieb ist", begann Thorus, wohl, weil Skydivar keine Anstalten machte, seine Waffe wieder einzustecken. Also ob sie seinen Worten mehr Gewicht verleihen wollten, zogen die beiden Leibwachen ihre Armbrüste und legten an.
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| 04.04.2004 15:06 | #332 |
| Khalef |
Nachdem Khalef eine Zeit lang nach einem Ausweg gesucht hatte, jedoch keinen fand da er ringsrum von den Männern umzingelt war, entschied sich der Schürfer lieber im Kampf mit Ehre zu sterben als feige in einer Ecke abgestochen zu werden, denn sterben musste er scheinbar sowieso.
Also zog er langsam sein Schwert ganz aus der Scheide und ging in die Kampfstellung, die ihm Azathot damals bei seiner Ausbildung gezeigt hatte. Vielleicht schaffe ich es ja... Gegen diese ganzen Leute... dachte er sich. Kurz nach diesen Gedanken gab er die Hoffnung jedoch wieder auf. Ich hätte nie gedacht dass ich hier auf dieser Insel sterben werde.... Ich wollte doch noch zurück aufs Festland...
"Du solltest dein Schwert wegstecken, wenn dir dein Leben lieb ist" ertönte auf einmal eine Stimme hinter ihm.
Khalef fuhr herum. Die Männer hinter ihm machten Platz und 4 weitere Männer traten hervor und in den Kreis hinein, der nun wieder geschlossen wurde.
Einer dieser Männer trug eine schwere Rüstung und einen Zweihänder auf dem Rücken. Den anderen Personen um ihn herum nach zu urteilen, war sein Gegenüber der Boss hier. Die 2 Personen hinter ihm trugen auch Rüstungen, jedoch waren dies enicht mit der Rüstung seines Gegenübers zu vergleichen. Auf dem Rücken trugen die beiden Männer Armbrüste, das heißt, die Armbrüste hielten sie nun in der Hand um den Worten des Anführers mehr Ausdruck zu verleihen. Khalef hatte das Gefühl dass die beiden Leute keine Hemmungen hatten ihn ohne mit der Wimper zu zucken eiskalt zu erschiessen.
Die 4 Person, die neben dem Anführer stand, war mit den 3 vorrigen Leuten nicht zu vergleichen. Sie trug keine Rüstung, nur einen kapuzenmantel und eine Seitentasche zum umhängen. Auf dem Rücken trug die Person einen Langbogen. Khalef erkannte die Person erst auf den zweiten Blick wieder. Es war sein alter Freund und Weggefährte elpede, den er in seinen ersten Tagen auf de rInsel begeleitet hatte aber schließlich aus den Augen verlor. Da Khalef nicht wusste ob dieser ihn auch erkannte, wandte er sich erstmal wieder zum Anführer.
"Was macht es für einen Unterschied ob mit mit gezogener Waffe sterbe oder ohne? Sterben muss ich scheinbar sowieso!" sagte der Schürfer. Erst jetzt erkannte Khalef, mit wem er da sprach.
"Du... Bist du nicht Thorus? Einer der Gardisten aus dem alten Lager in der alten Minenkolonie?"
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| 05.04.2004 00:23 | #333 |
| elpede |
"Das kann schon sein", erwiderte Thorus auf Skydivar´s Frage. "Aber was macht das schon ? Du kennst mich. Vielleicht warst du im alten Lager. Vielleicht warst du sogar einer meiner Gardisten. Und, macht uns das zu Freunden ? Nein, das macht es nicht. Er..", Thorus nickte leicht in elpede´s Richtung, ".. scheint dich zu kennen. Also wird er für dich bürgen. Er weiss, wer wir sind, und er weiss, wie es hier läuft. Tu´, was er dir sagt, dann bleibst du am leben."
Thorus drehte sich um und ging die Treppe hinauf. Seine Leibwachen folgten ihm. Die Gruppe der Banditen löste sich ebenfalls auf. Zurück blieben elpede und ein sichtlich verwirrter Skydivar, der nun endlich zu begreifen schien, dass ihm vorläufig keine Gefahr drohte und sein Schwert wegsteckte.
elpede warf einen flüchtigen Blick über seine Schulter hinauf zum Ende der Treppe. Thorus und seine Leibwachen waren nicht mehr zu sehen, sie hatten die Steinhütte wohl schon erreicht.
Eine weile standen sie sich gegenüber, musterten sich gegenseitig und sprachen kein Wort. Skydivar war kräftiger geworden konnte offensichtlich mit dem Schwert umgehen.
Schließlich brach elpede das Schweigen als erster.
"Ich hätte nicht gedacht, dich so bald zu treffen. Und schon gar nicht hier. Was machst du hier ?"
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| 05.04.2004 12:00 | #334 |
| Erzengel |
Er saß oben auf dem Dach und wartete auf den Botenjungen und die Antwort auf ein Bitte hinausziehen zu dürfen, doch kleine Monster hielten ihn auf, womöglich hatte ihn die Bitte nie erreicht, doch nein halt... die Bitte hatte er nie losgeschickt, nicht mal geschrieben, aber es kam ihm so vor, als ob er eine Antwort brauchte, eine Erlaubnis oder Bestätigung, um eine Weile verschwinden zu können. Doch wem galt diese Sorge? Er ließ von den tristen Bergen und wirren Weglabyrinth ab und wandte sich wieder dem Meer zu. Langsam stand er auf, öffnete die Luke und stieg hinab. Wenig Später schlug er die Eisentür unten aus und stellte sich an die Klippen. Jetzt so ohne Windfaust verlangte es wesentlich mehr Mut als mit, deswegen lief er sofort los, ohne nachzudenken, ohne die Angst aufflammen zu lassen.
Die Sekunden des freien Falls hatten so etwas, doch nun da er um das Gefühl des Fliegens wusste, war es lange nicht mehr so atemberaubend. Als er das Wasser spürte, bewegte er sich nicht mehr. Erst am frühen Mittag durchbrachen einige Sonnenstrahlen die Wolkendecke. Er war ja schon viel zu weit zu draußen, das war schon zu tief für seinen Geschmack. Hastig paddelte er los zum Strand.Schwer atmend lag er im Sand, um kurz darauf die scharfkantigen Klippen etwas weiter südlichen wieder nach oben zu klettern und oben in eine wesentlich wärmere Quelle zu springen.
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| 05.04.2004 14:37 | #335 |
| Khalef |
Thorus und seine Anhänger waren in den Steinhütten verschwunden. Khalef sah ihnen noch solange nach, bis auch der letzte von ihnen durch eine der Hütten betrat.
Nun steckte er langsam sein Schwert weg.
Komisch... Thorus ist ein ehemaliger Gefangener der Barriere, ein Bandit und wollte mir noch dazu damals in der Kolonie die Kehle durchschneiden, hätte mich Blade nicht gerettet... Und jetzt erinnert er sich nicht einmal mehr an mich... Wirklich komisch...murmelte Khalef in sich hinein.
Dann bemerkte er, dass sein alter Freund elpede noch da war und dieser ihn beobachtete.
Er sieht anders aus als vorher... Kräftiger... Erfahrener... Als ich ihn damals kennengelernt hatte waren das einzige Wilde an ihm seine 3 Wölfe...
"Ich hätte nicht gedacht, dich so bald zu treffen. Und schon gar nicht hier. Was machst du hier ?"
elpede brach schließlich das Schweigen. Khalef musterte ihn weiter, wie elpede aus auch bei ihm tat.
"Du kennst mich also noch! Freut mich zu hören!" sagte Khalef und ein kleines Lächeln kam über sein Gesicht.
"Nun, mich hat mehr oder weniger der Zufall hergeführt." Khalef sah sich seinen Gegenüber genauer an. Er wollte nichts über den Ring verraten, und da er keinen Ring an seinen Fingern sah, ließ er es lieber bleiben ihn darüber zu informieren.
"Sagen wir... Ich wurde hierher, ins neue Land, gerufen!" beendete er dann seinen Satz.
"Was hat dich sonst hergeführt? Was machst du jetzt eigentlich? Hab lange nichts von dir gehört, seit ich die Bruderschaft verlassen habe! Und was hast du mit Thorus und den Banditen zu schaffen?"
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| 05.04.2004 23:05 | #336 |
| Magier Adanos |
Merdarion hatte geduldig gewartet, so wie Saturas es ihm aufgetragen hatte. Seine Aufgabe bestand darin, die neuen Mitglieder des Ringes einzuweisen. Zwei ältere Ringmitglieder standen ihm dabei als Beschützer zur Seite.
Doch nur wenige hatten seither den Pass überquert. Ein junger Wolfszüchter namens elpede und Khalef, ein Bruder des Ringes. Doch er hatte den Magier nicht bemerkt und war einfach vorbeigeeilt.
Nun stand ein weiterer Bruder des Rings vor dem Magier des Wassers und begrüßte ihn ehrfürchtig. Als Erkennungszeichen trug er den Aquamarinring. Merdarion lächelte.
"Adanos sei mit dir, Bruder des Rings. Wie ich sehe, hast du unsere Nachricht erhalten und hergefunden. Ich bin Merdarion, Magier des Wassers und Diener Adanos. Wir haben dich hergebeten, um dir und einigen anderen deiner Brüder das Geheimnis des Rings zu zeigen."
Der Wassermagier deutete auf seine beiden Begleiter.
"Wie du sehen kannst, gehören auch sie zum Ring. Die Rüstung ist das Erkennungszeichen. Wir vergeben sie schon seit vielen Jahren an Menschen, die wir für würdig erachten, dem Ring beizutreten. Doch dazu erfährst du später mehr. Ich denke, du fragst dich, warum wir dich hierher gebeten haben.
Nun.. dort unten im Tal hinter der Brücke siehst du die Ruinen von Jharkendar, einer Stadt aus längst vergangenen Zeiten. Wir, die Magier vom Kreis des Wasssers, haben es uns der Aufgabe angenommen, die Ruinen und das alte Volk, das hier einst gelebt haben muss, zu erforschen, denn wir wissen, dass sie unseren Gott Adanos verehrt haben. Aus diesem Grunde haben wir in den Ruinen unser Lager aufgeschlagen. Dort findest du Saturas. Er wird dir das Lager zeigen und dir mehr über den Ring erzählen und dich in deine Pflichten einweihen, die du als Bruder des Rings hast."
elpede
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| 05.04.2004 23:16 | #337 |
| knörx |
"Ich danke euch, Herr Wassermagier. Der Schläfer sei mit euch!" antwortete Knörx, dachte dann aber nochmal nach, ob er den Magier vielleicht durch diesen Gruß durch einen anderen Gott vielleicht gekränkt hatte, aber er vernahm keinerlei Gemütsregung im Gesicht des Magiers erkennen. Rasch verbeugte sich Knörx noch einmal vor jedem der RIngmitglieder und schrittb den schnellen Fußes zum Lager vor den Ruinen, wo schon die Fackeln für die Nachtwache brannten. Den Weg erkannte Knörx trotz der Dunkelheit immernoch recht gut, schließlich war er ihn schonmal bei Tageslicht gegangen. Angekommen im Lager bemerkte Knörx erst, wie müde er war und erkundete sich schnell bei einem der Ringmitglieder, wo sich denn die Kojen für die Ankömmlinge befanden bevor er sich in eines der weichen Feldbetten legte und ihm so schnell die sanften der Hände des Schlafes umfingen.
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| 05.04.2004 23:50 | #338 |
| elpede |
"So so, ins neue Land gerufen."
Skydivar war nicht besonders gut darin, etwas zu verbergen. Er wollte nicht darüber reden. Aber gut, das war seine Sache, und der Wolfszüchter war nie jemand gewesen, der unter zuviel Neugierde litt. Daran würde auch Skydivar nichts ändern.
"Was ich hier mache ? Ich suche eine Blutfliegenkönigin. Im Sumpflager hat man mich daran gehindert, eine zu fangen. Aber man gab mir den Tipp, hier zu suchen. Dieser Sumpf ist natürlich - und viel größer. Was die Banditen betrifft - sie müssen mich wohl entdeckt haben, als ich letzte Nacht am Rande des Sumpfes gerastet habe. Ich entdeckte die Ruinen, wurde neugierig, und sie umringten mich - so wie dich. Aber sie sind nicht weiter schlimm oder gefährlich. Sie wollen einfach ihre Ruhe - das ist alles."
Es war Nacht geworden. Es regnete, doch die beiden Männer störten sich nicht daran, denn sie saßen im Inneren der Taverne, wo es warm und trocken war. Einer der Banditen hatte ihnen irgendetwas alkoholisches gebracht - vermutlich Grog. Danach hatte er sich wieder hinter die Theke verzogen, doch er warf immer wieder flüchtige Blicke auf elpede. Das entging dem Wolfszüchter nicht. Doch vorerst ging er nicht weiter darauf ein. Stattdessen wandte er sich wieder Skydivar zu.
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| 06.04.2004 18:38 | #339 |
| Gjaron |
Überall flogen Blätter und Geäst herum. Gjaron fiel und sprang überstürzt aus einem Gebüsch am Rande des Sumpfes.
Beim Aufprall auf den teils matschigen Boden hatte er sich natürlich den Musikantenknochen gestoßen. Ein lähmendes Gefühl durchströmte seinen Unterleib und hielt ihn am Boden fest.
Gleich darauf kamen seine Verfolger durch das Gestrüpp. Eine riesige Blutfliege und zwei kleinere ihrer Art. Schnell zog der Bandit das Schwert und schnitt eine der kleinen Blutfliegen in der Mitte durch, als sie sich gerade mit dem giftigen Stachel auf ihn stürzten wollte. Die beiden anderen schwirrten abrupt ein paar Meter rückwärts, gingen jedoch rasch wieder in Angriffsstellung.Das größere Exemplar kam mit schnell auf Gjaron zugeflogen, den Stachel nach vorn gerichtet. Der am Boden gefesselte Bandit stich zu, verfehlte jedoch sein gigantisches Ziel, welches mit einer unglaublichen Schnelligkeit zur Seite auswich. Der Stachel war gefährlich nah und Gjaron fürchtete um sein Leben. Er kniff die Augen zusammen, nicht etwas um nicht dem Stachel zusehen zu müssen, wie er seinen Körper durchdringen würde, sondern weil etwas Blendendes von links angerauscht kam. Ein bläulicher Feuerball, anders konnte er es nicht beschreiben, was da flog, traf die Blutfliege in der vollen Breitseite und warf sie ins nächste Gebüsch. Die letzte Fliege bekam wohl beim Ableben des großen Genossen Angst und surrte zurück in den Sumpf.
Gjaron richtete sich auf und betrachtete seinen Helfer, eigentlich seine Helfer. Ein Magier in blauer Robe mit vielen wellenförmigen Zeichen an Saum und Kragen stand vor ihm, flankiert von zwei stummen Begleitern, die nicht wie Magiekundige aussahen.
Der Wassermagier, zumindest dachte sich Gjaron das bei dem prächtigen Gewand, lächelte und begann mit einer ruhigen und doch tief grollenden, belehrenden Stimme zu sprechen:
„Ich…“, er blickte zu seinen Leibwächtern: „Wir haben schon auf dich gewartet. Du bist recht spät, doch nicht der letzte auf den wir warten.“
Danach begann eine lange Rede des Magiers, in der es um einen Treffpunkt in einem Tal, um den Ring des Wassers und den geheimnisvollen Zettel ging. Gjaron hatte viel Fragen auf der Zunge, doch nur wenige äußerte er laut. Die Antworten bestanden meist aus rätselhaften und verworrenen Auskünften, die Gjaron nicht immer gleich begriff.
Am Ende war dem Banditen nur soviel klar: Er sollte durch das neue Gebiet reisen und sich zu einem kleinen Felstal durchkämpfen, wo er mehr erfahren würde.Gjaron stand etwas unbeholfen da, die Unterlippe vorgeschoben und mit großen Augen sah er den Magier an: „Okay!“, sagte er dann langsam und zeigte ungefähr Richtung Nordosten, „Dann geh ich mal!“
Er grinste dämlich und machte sich dann auf den Weg, ohne sich noch mal umzusehen. Erst als der Mann ihn rief, drehte er sich zu ihm.„Mein Name ist Merdarion, merk ihn dir, du wirst bestimmt danach gefragt werden.“
Gjaron antwortete mit einem kurzen „Okay“ und lief dann weiter. Hoffentlich würde er dieses komische Tal auch finden und was würde ihn dort wohl erwarten? Mit diesen Gedanken durchschritt er die tiefe Schlucht und war bald darauf aus dem Blickfeld der drei Menschen entschwunden.
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| 07.04.2004 00:26 | #340 |
| elpede |
Skydivar war wohl der Grog ein wenig zu Kopfe gestiegen, denn er schwieg beharrlich. Und so ließ elpede ihn in Ruhe und setzte sich zu dem Banditen, der ihn die ganze Zeit über angestarrt hatte, als wolle er irgendetwas von dem Wolfszüchter.
Es dauerte auch nicht lange, da ließ der Bandit den Kessel mit der dampfenden Brühe in Ruhe und setzte sich an den Tresen. Im Gepäck hatte er zwei Gläser und eine Buddel Rum. Er füllte beide Gläser und schob elpede eines zu.
"Du kommst sicher viel herum..", begann er eher vorsichtig.
"Kann schon sein", erwiderte der Wolfszüchter.
Der Bandit seufzte und leerte sein Glas in einem einzigen, tiefen Zug. Er füllte es nach und seufzte erneut.
"Weisst du.. damals, als wir hierher kamen, war alles viel einfacher. Wir hatten Gold, Frauen, Rum.. alles von den Piraten. Aber seit die meisten hier durchgedreht sind, bekommen wir nichts mehr an Waren von denen. Hat da wohl ein paar Auseinandersetzungen gegeben.."
Der Rum schmeckte nicht besonders, und so lehnte elpede es dankend ab, als der Bandit ihm das Glas nachfüllen wollte.
"Worauf willst du hinaus ?", fragte er stattdessen.
Der Bandit zögerte einen Moment, dann beugte er sich vor.
"Na ja..", flüsterte er, "Ich dachte, vielleicht könntest du ja das ein oder andere für uns besorgen.. aber sag´ das blos nicht Thorus, er will nicht, dass irgendwo bekannt wird, dass es uns gibt, weißt du... na ja, Gold haben wir mehr als genug, aber keine Gelegenheit, es auszugeben. Seit über einem Jahr fressen wir Fleischbrühe, Sumpfrattenkeulen oder Fleischwanzenragout... ich kann das Zeug bald nicht mehr sehen... na, was sagst du ?"
Der Wolfszüchter überlegte. Wenn Thorus dagegen war, dann war es ein Risiko. Er würde es nicht schaffen, irgendetwas unbemerkt hier einzuschmuggeln. Außerdem wollte er das Vertrauen des Banditenführers nicht missbrauchen. Gut, Thorus war vielleicht ein Gesetzloser, aber er und seine Männer hatten ein Schicksal gewählt, das vielleicht noch schlimmer war, als der Tod, nämlich die Isolation, die völlige Einsamkeit fernab der Welt. elpede würde das Angebot des Banditen ablehnen müssen, so verlockend es auch klang.
"Ich fürchte, das geht nicht", begann er vorsichtig. Er wollte sein Gegenüber nicht verärgern oder beleidigen. "Ich habe genug eigene Probleme und darf unter keinen Umständen auffallen. Aber jemand, der große Mengen an Waren kauft, fällt nunmal auf und könnte in Erklärungsnot geraten, wenn die Miliz ihn befragt. Ein paar Kleinigkeiten besorgen kann ich, wenn ich denn überhaupt nochmal hierher komme. Thorus duldet mich zwar hier, aber ich denke nicht, dass er es besonders begrüßen würde, wenn ich hier ein und ausginge."
Der Bandit nickte nur, und seine Enttäuschung stand ihm ins Gesicht geschrieben, aber er sagte nichts weiter dazu. Stattdessen leerte er sein Glas und ging wieder zurück an den Kessel.
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| 07.04.2004 15:13 | #341 |
| Eorl |
Der Pass, der sich seit dem Beben zwischen dem Kastell der Schwarzmagier, und dem Lager der Sumpfler im Fels befand, und Zugang zu dem Teil der Insel gewährte, der in Tavernen und Gassen der Stadt nur als 'neue Welt' bekannt war, war eng und von hohen Felswänden umeben. vielmehr ein Spalt im Fels als eine wirkliche Schlucht, ermöglichte er die Reise zu dem hinter den Bergen gelegenen Landstrich. Eine schmale Brücke überspannte die Schlucht und schaukelte sanft im Wind.
Eorl hatte den Pass hinter sich gelassen, und war nun zum Ersten Mal in der neuen Welt. Der Paladin zog die Luft ein, und atmete tief durch, schaute sich nach allen Seiten um, und versuchte sich die Umgebung einzuprägen. Nie hatte er in der Zeit in der Barriere von einem solchen Teil der Insel gehört, und auch davor, als er in Khorinis angekommen war, war davon nichts bekannt gewesen. Ein Erdbeben das Khorinis vor einiger Zeit heimgesucht hatte, hatte die Schlucht geöffnet, und den Bewohnern der Insel jenes versteckte Tal offenbart.Sand gab es hier zuhauf, stellte der Paladin fest. Im Gegensatz zu dem dunklen Waldboden des südlichen Teils, gab es hier im Norden der Berge trockene, staubige Gebiete, so wie die Ruine, die nun vor dem Schmied lag. Eine alte Stadt, oder Tempelanlage schien es gewesen zu sein, deren verfallene Mauern nun über dem staubigen Boden aufragten. Weiter hinten konnte Eorl aber auch Graß erkennen, Wiesen und Büsche, sogar ein paar Palmen, die im Seewind hin und her schwangen.
Der Paladin straffte die Schultern, und ging auf einen Wassermagier zu, der zusammen mit ein paar anderen Gestalten in der Nähe stand.
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| 07.04.2004 15:25 | #342 |
| Magier Adanos |
Ein weiteres Mitglied des Rings traf ein, und Merdarion begrüßte ihn.
"Willkommen, Paladin Eorl. Du hast unsere Nachricht erhalten, wie ich sehe. Ich bin Merdarion. Das Treffen des Rings findet dort unten, in den Ruinen von Jharkendar statt. Ein paar Mitglieder sind bereits eingetroffen, doch noch nicht alle, die wir erwarten. Begib´ dich hinunter ins Tal. Dort warte auf Saturas. Er war es, der das Treffen einberufen hat."
Merdarion deutete auf die Ruinen hinter sich, die unten im Tal gut zu erkennen waren. Blaue Roben schritten gemächlich hin und her, und gelegentlich spiegelte eine Rüstung die Sonne, so dass man es blitzen sah.
elpede
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| 07.04.2004 15:27 | #343 |
| Gjaron |
Langsam knickten die Äste des palmenartigen Strauchs zur Seite. Gjaron stierte durchs Grün auf eine dösende Sumpfratte. Besonders schmackhaft sah das Vieh ja nicht aus, aber es hatte ordentlich Fleisch auf den Rippen, naja, eher auf den Schenkeln.
Der Bandit inspizierte die Umgebung nach anderen möglichen Gefahren. Nachdem er alles für ruhig eingestuft hatte, bewegte er sich weiter durch den Minipalmenstrauch.
Ein knackendes Geräusch drang in seine Ohren. Mist, fuhr es Gjaron durch den Kopf, gerade jetzt musste ein Zweig in seinem Weg liegen und er musste natürlich auch noch drauf treten. Blitzschnell sprang er vor in der Hoffnung sein Ziel doch noch zu erwischen. Die Sumpfratte war schon aufgesprungen, blieb aber stehen. Erst als Gjaron mit erhobener Klinge ankam, wich sein Mittagessen zurück, die Schneide fuhr tief in die Erde. Die Ratte verschwand im Dickicht und Gjaron hatte jetzt erst einmal damit zu kämpfen sein Schwert aus dem Erdreich zu bekommen. Nachdem er seine Klinge befreit hatte, lies er sich auf den grasigen Boden fallen und stöberte in seinem kleinen Proviantbeutel. Ein halber Laib Brot fand sich in ihm. Der Bandit biss ein Stück ab und kaute etwas herzlos darauf herum. Die Wasserflasche war auch schon fast leer, hoffentlich würde er irgendwo in diesem vermaledeiten Tal eine frische Quelle finden.
Nach diesem kargen Mahl richtete sich der Bandit wieder auf, klopfte sich den Hosenboden ab und folgte in etwa dem Fluchtweg der Sumpfratte.Schon ein paar Minuten lief Gjaron plötzlich auf einem Holzsteg. Er blickte sich um, konnte aber niemanden sehen. Ein paar Ruinen standen in der Gegend herum, deren Baustil dem Banditen vollkommen fremd war. Der Steg führte ihn weiter zu einer Kreuzung. Ein Weg führte nach links zurück in den Sumpf, der rechte Holzpfad lief in einem Vorplatz aus. Diesem Weg folgte Gjaron. Schon auf dem Weg zum Platz erkannte er den schmalen Durchgang zwischen den himmelhohen Felswänden. Mit einem mulmigen Gefühl im Magen stieg er die alte Steintreppe hinauf. Alte, aber intakte Häuser des gleichen Baustils, wie die Ruinen von gerade eben, standen zu dutzend in dem kleinen Längstal. Ganz in seiner Nähe stand eine zweistöckige Taverne. Es sah alles ziemlich bewohnt und nicht verlassen aus. Ein paar Banditen saßen oder standen um ein Lagerfeuer oder fletzen in kleinen überdachten Hängematten. Als sie ihn erblickten, traten gerade so viele an ihn heran, dass er die Übermacht nicht hätte alleine niederschlagen können. Einige zogen Schwerter oder Dolche, hielten sie jedoch nicht aggressiv.
"Weshalb bist du hier?", fragte ein Berg von Bandit ihn mit donnernder Stimme. "Ein Wassermagier namens Moradion, nein warte Maderian hieß er - glaub ich, oder war es doch Merdarion? Ja, ich glaube der Typ hieß Merdarion. Dieser Magier hat mich hierher geschickt, ich hab auch keine richtige Ahnung, was ich hier soll."Gjaron zückte den Zettel, den er gestern gefunden hatte und hielt ihn dem Typen vor die Nase. Er las den Zettel, zu mindest schien es so. Zwar bewegten sich seine Augen, aber irgendwie kam es Gjaron vor, der Kerl könne gar nicht lesen. Er riss den Zettel weg, faltete ihn ordentlich und steckte ihn zurück in seine Manteltasche. Sein Gegenüber sah etwas verdutzt aus, fasste sich aber schnell und nickte bloß Richtung Taverneneingang. "Dort kannst du dich erstmal ausruhen! Ein paar andere sind auch schon da!"
Gjaron bedankte sich mit einem Kopfnicken und schritt zur Stube. Die Banditen gesellten sich wieder zum Lagerfeuer und ihren dortigen Kollegen. In der Taverne war es leicht stickig. Auch hier saßen Banditen. Ein stämmiger Mann stand hinterm Tresen und verteilte das Bier. Gjaron erkannte zwei Jünger Lees und grüßte sie. Dann setzte er sich zu Khalef an den Tisch und bestellte sich ein Bier.
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| 07.04.2004 18:27 | #344 |
| Ormus |
Es musste wohl sehr komisch anzusehen sein. Ein Sumpfler ging mit 2 Stadtwachen über den Pass zur neuen Welt. Ormus war schon einmal hier und das war wärend er das Außenlager des Sumpfes besucht hatte. Ormus erklärte den beiden das es hier neue, viel Gefährlichere Tierarten gab als in Khorinis und Umgebung. Leider sahen die beiden nicht sehr Kampferfahren aus was wohl zum Nachteil werden würde wenn sie von einer Gruppe von Wölfen oder anderen Tieren angegriffen werden würden. Schließlich erreichte das Trio die das ende des Passes. Was wohl neues passiert sei fragte sich Ormus. Zum Glück wusste er noch das sich die Wassermagier in den Ruinen aufhielten. Gerade durch den pass sahen sie einen Wassermagier. Ormus, Thomarus und Lecram begaben sich zu einem jener dieser Magier und Lecram sprach ihn an "sind wir hier richtig?" Der Magier schaute an die Hände der 3 und erkannte die Ringe die sie trugen.
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| 07.04.2004 19:33 | #345 |
| Enzanie |
Es war schon fast ein Segen, dass ausgerechnet jetzt die Wolkendecke dunkler und größer wurde und sich das Wetter in Jharkendar endlich mal wieder von seiner schlechteren Seite zeigte. Die Hitze in der Wüste war nämlich alles als gut erträglich und hatte ihr schon damals, als sie zum ersten Mal diesen Boden betrat, schwer zu schaffen gemacht. Obwohl es nun ohne die Sonne deutlich kälter wurde, war es immer noch viel zu warm. Aber das war richtig angenehm auf der Haut. Es war ein super angenehmes Gefühl, das manchmal der Wind darüber streichelte und manchmal auch nur die Wärme vom Boden des Sandes darauf fiel. Angezogen wurde man von solch einer erlesenen Pracht aus Wüstenblumen, die durch alle möglichen Orte verstreut waren. Wüstenblumen, wie man sie nur hier kannte. Nirgendwo waren die Kakteen so groß, so spitz und so gefährlich. Doch trotzdem wusste sie noch, wie man durch sie überleben konnte, denn das Wasser unter ihrer Hülle war reichlich. Doch zum Glück war die Wüste nie so groß gewesen, dass man ernsthaft verdursten konnte und auch jetzt war dies noch nicht der Fall. Der Canyon war dafür einfach zu klein, riesige Felsen begrenzten das Territorium. Und selbst hier gab es ein großes Wasserloch, doch von diesem hielt sie sich fern, denn die Razoren hielten sich dort auf. Razoren waren anders als die meisten Tiere des Tals. Sie waren äußerst gefährlich und man musste um sein Leben fürchten, wenn man einem begegnete. Sie hatten großes Interesse an Fleisch und waren nicht nur äußerst aggressiv, sondern auch sehr schnell und ihr Gebiss konnte selbst Knochen zerteilen. Es war keine Seltenheit, dass Bauern, die sich zu weit entfernten, von ihnen geschnappt wurden. Enzanie wusste dies natürlich und deshalb machte sie nun einen großen Bogen um sie, doch sie hatte – im Gegensatz zu den meisten anderen – keine Angst vor den Raubtieren. Sie hatte ihr Schwert und außerdem waren die Krieger von Jharkendar darauf trainiert worden, diese Tiere zu bekämpfen, sie kannte ihre Tricks und ihr Verhalten. Doch ein Kampf war zu riskant, zu unnötig und außerdem hatte sie dafür gar keinen Sinn. Sollten sie doch nicht weiter sterben, sollten sie leben, jetzt, wo niemand mehr hier war, war es sowieso egal…
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| 07.04.2004 19:35 | #346 |
| Enzanie |
Die junge Frau ging weiter, schlenderte über den Wüstensand, als wäre es ganz normaler Stein. Ihr Blick blieb dort stehen, wo die Bibliothek stand. Es war wahrlich ein riesiger Komplex und eine architektonische Meisterleistung. Was das angeht, war ihr Volk dem aus Khorinis, aus dieser Stadt, weit überlegen. Aber dennoch war es eine Mischung aus Wut und Trauer, die wie eine Welle im Meer über sie einstürzten, als sie auf diese Mauern und Säulen aus purem Stein blickte. Wäre sie nur nie hierher gekommen…damals…Heute war es in Ordnung, es musste ja schließlich weitergehen. Es musste sich etwas in ihr bewegt haben, sonst hätte sie nie so lange darauf blicken können. Auf dieses Monument, dieses Heiligtum, der Tempel der Gelehrten, derjenigen, die das Wissen des Volkes hüteten, die Schreiberlinge, die Nachrichten in Stein schlugen und Wissen archivierten, die Denker und schlauen Köpfe. Das Gebäude, das Heiligtum, das für sie entehrt und entweiht wurde, das man schändete im Auftrag von höheren Mächten, nein, sie weinte nicht, aber sie spürte für mehrere Minuten Gefühle, die sie nicht mochte, die nicht zu jemanden wie Enzanie passten und die eigentlich vollkommen fremd für so jemanden waren. Doch Tränen wollte sie dafür nicht vergießen, weinen wollte sie für ihren Vater, wenn die wieder dort waren, wo alles begann, beim Tempel der Krieger, doch dazu musste erst noch die Wüste durchquert werden und ein Netz aus großen Höhlengängen überwunden. Sie kannte die Gefahr die dort lauerte, Duruks und ihre Kämpferdrohnen, danach stand noch ein Ausflug durch den Sumpf auf dem Programm, doch dort würden sie die Sumpfhaie schon wieder erkennen. Sie trug das Zeichen des Adlers auf ihrer Brust und die Haie hatten dies zu akzeptieren.
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| 07.04.2004 19:36 | #347 |
| Enzanie |
Verschwenderisch ging sie gar mit ihrer Zeit um, schlenderte mehr als sie lief. Doch sie musste immerzu an andere Dinge denken, an Khorinis, an Doooom, aber auch über die Piraten, ihren Vater und die unendliche Weite des Meeres. Sie dachte an die Wolken, an Scavengerfleisch und den netten Händler aus der fremden Hafenstadt, sie dachte auch an den alten Mann, der so verbittert wirkte und sie dachte an das Kinn ihres damaligen Begleiters, das hoffentlich nicht mehr weh tat. Es gab so vieles, woran man denken konnte und nur so wenig Antworten gab es auf die Fragen, die sich aus den Gedanken bildeten, doch sie brauchte diese ganzen Antworten gar nicht. Es war schon in Ordnung, so wie es war, war es in Ordnung. Nur ihr Leben, das stand auf der Kippe. Aber noch immer nährte sie der Adler, mit seinen Federn und seinen Gefühlen. Sie hatte es gespürt, sie hatte es gesehen. Es waren die Augen ihres Vaters und seine Worte, die sie aufforderten zu leben, doch sicher wollte sie sich darauf noch nicht festlegen. Klar war es so, dass das Leben ein Geschenk war und das man Geschenke nicht einfach so ablehnen sollte, doch deswegen alles akzeptieren, alles so sein lassen und als verloren erklären. Für tot erklären? Nicht mehr existent? Vielleicht, eine Antwort darauf sollte bald folgen und zwar im Tempel der Krieger, dort sollte die Entscheidung fallen. Das hatte sie sich so ausgemalt, feine Sache war das und tot ernst gemeint. Die Zeit musste es zeigen, doch bis dahin musste sie erst mal weiterkommen, noch war der Tempel weit entfernt. Wenigstens kannte sie hier jeden Gang, jede Spalte, hoffentlich war das noch immer so, es hätte sich schließlich einiges verändert haben können…
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| 07.04.2004 19:38 | #348 |
| Enzanie |
Sanft schob sie den Sand vor sich her, mal lief er auch über die Sohle, mitten zwischen die Zehen. Es kitzelte ein wenig, war nur selten unangenehm. Ein wenig warmer Sand zwischen den Füßen war sogar richtig entspannend und nicht immer hatte man warme Füße. Das war schon was, allerdings. Enzanie lächelte das ein oder andere Mal, trotz ihres ernsthaften Gesichtes hatte sie ihr Lächeln nicht verloren. Es waren manchmal Blumen, aber auch komisch aussehende Felsen, die sie dazu brachten, doch vor allem waren es Erinnerungen, die sie dazu trieben. Vorsichtig bog sie nun nach Osten, zurück über die Dünen und an scharfen Steinen vorbei. Auf ihrem Weg kamen ihr zwei Mordrags entgegen, schnelle Tiere, die auf zwei Füßen gingen, ein messerscharfes Maul hatten und alles bissen, was ihnen in den Weg kam. Damals hatten sie diese Gattung nur noch in den hängenden Schluchten gesehen, heute schienen sie sich ihre Gebiete Schritt für Schritt zurückzuholen. Enzanie hatte sie nämlich schon beim großen Tempel gesehen, doch dort hielten sie sich auf einer Fläche auf, die ihr nicht gefährlich war. Doch dieses Mal war ein Kampf unausweichlich, doch trotz ihrer angespannten Lage ließ sie sich davon nicht beeindrucken. Die Mordrags waren gefährlich, durchaus, aber mit dem Schwert ihres Vaters war ihr der Sieg gewiss gewesen. Sie hatte bewusst auf den Einsatz der sechs Messer verzichtet, die den sicheren Tod der beiden Tiere bedeutet hätten, ohne dass sie ihr zunahe gekommen wären, denn sie wollte das Schwert ihres Vaters wieder in Aktion sehen, wie sich die Klinge in der Hand anfühlte, nach mehreren Jahrhunderten des Schlafes. Es war ein gutes Gefühl…
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| 07.04.2004 20:10 | #349 |
| Magier Adanos |
Merdarion hatte nicht mehr damit gerechnet, dass noch jemand kommen würde. Spät war es geworden, und er wollte sich mit seinen Begleitern auf den Rückweg hinunter in die Ruinen machen, als sich doch noch drei Gestalten aus dem Pass wagten und sich ihm näherten. Sie trugen die Aquamarinringe und gehörten ebenfalls zum Ring des Wassers.
"Willkommen. Ich sehe, ihr habt den Weg hierher gefunden. Ich kann mich nicht an euch erinnern, ihr werdet wohl erst kürzlich zu uns gestoßen sein. Ich bin Merdarion, Magier des Wassers und Diener Adanos. Ich wollte gerade aufbrechen zu den anderen. Ihr könnt mich begleiten."
Merdarion schickte seine beiden Begleiter vor und folgte ihnen langsam. Während er ging, erzählte er weiter.
"Wir begeben uns jetzt in die Ruinen von Jharkendar. Hier haben wir unser Lager aufgeschlagen und erforschen die Geschichte des alten Volkes, das einst hier gelebt und diese Stadt errichtet hat. Saturas leitet diese Expedition. Er wird nachher eine Ansprache halten und euch willkommen heißen. Ihr werdet weitere Brüder des Rings treffen und ihr werdet erfahren, was es bedeutet, dieser Gemeinschaft anzugehören."
Sie überquerten die Hängebrücke und waren nun in den Ruinen angekommen. Sie stiegen hinunter auf den großen Platz. Dort ließ Merdarion sie stehen und begab sich auf direktem Weg zu Saturas, um ihm Bericht zu erstatten.
elpede
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| 07.04.2004 20:27 | #350 |
| Lecram |
Als die Drei neuen Mitglieder alleine gelassen wurde spaltete sich Lecram ab um die Gegend ein bisschen zu Erforschen. Sein größtes und einziges Problem war das, er wegen seiner Verletzung, wohl kaum etwas gegen die neuen Tiere ausrichten Kann doch dies würde er auch irgendwie hinbekommen, so wie er vieles hinbekam was andere nicht schafften. Tomarus rief ihn noch nach “ Bist du jetzt vollkommen Durchgeknallt das ist doch viel zu Riskant.“
“Ja, für dich vielleicht, aber ich liebe so was, auch wenn es gefährlich war.“
Also machte sich der junge Händler auf den weg und guckte sich ein bisschen um auf einmal sah er einen Man mit einer ziemlich schrägen Rüstung. “Sollte diese Person ein Pirat sein, ich glaube ich sollte mich nicht einlassen mit ihr zu reden. Natürlich ging Lecram nur so weit weg das ihm immer jemand in seinen Augen hatte, weil er sich Langsam an diese Gegen gewöhnen muss. “Huch was soll den dieses wesen darstellen, sieht aus wie ein Grünes Minecrawler, aber ganz geheuer ist es mir nicht, ich werde es einen Moment beobachten, aha, was bringt das was es macht“ Das komische Tier lief immer einige Meter hin und her. “ Ah ja dann werde ich mich mal wieder zurück begeben.“
Dies war zwar bis jetzt noch kein bisschen gefährlich doch er wollte erstmal nicht mehr umsehen, deswegen ging er zum eingan der Ruinen von dieser Seite zurück und Setzte sich auf die Treppen.
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| 07.04.2004 20:51 | #351 |
| elpede |
Thorus kam höchstpersönlich noch ein zweites Mal in die Taverne und winkte elpede zu sich herüber.
"Hör´ zu", begann er, "Wenn ein Mann sich hierher verirrt.. nun gut. Zwei Männer sind auch noch akzeptabel. Aber drei ? Das sind zuviele. Einige meiner Männer murren bereits. Die Anwesenheit von drei Fremden macht sie unruhig."
"Ich kann es ihnen nicht verdenken", erwiderte der Wolfszüchter leise. "Das war auch nicht meine Absicht. Aber hier scheint etwas im Busch zu sein."
"Ja, scheinbar veranstalten die Wassermagier irgendetwas in den Ruinen."
"Nun, ich denke, das beste wird sein, wir brechen auf und sehen uns das ganze mal an", meinte der Wolfszüchter. "Vielleicht komme ich ein andermal wieder."
"Besser nicht", lachte Thorus. elpede verstand, was er damit sagen wollte und nickte nur leicht. Er reichte dem Banditenführer die Hand. Thorus drückte sie, ließ sie wieder los, nickte ihm noch einmal zu und verschwand dann durch den Hinterausgang.
Der Wolfszüchter wandte sich Khalef und dem anderen Anhänger Lees, der sich als Gjaron vorgestellt hatte.
"Lasst uns aufbrechen. In den Ruinen ist irgendetwas los. Ich will mir das mal anschauen." elpede entging nicht, wie die beiden zusammenzuckten. Richtig, Khalef hatte erwähnt, er sei ins neue Land bestellt worden. Wahrscheinlich hing das irgendwie damit zusammen. Doch keiner der beiden machte Anstalten, ihn aufzuhalten, also marschierten sie los.
Sie durchquerten den Sumpf über das Stegsystem und stiegen hinauf zu den Ruinen. Der Platz dort oben war hell erleuchtet, und einige Menschen tummelten sich dort, darunter Leute in diesen seltsamen Rüstungen, wie elpede sie oben bei Merdarion am Pass gesehen hatte. Auch ein paar Magier des Wassers waren da. Merdarion eilte vorbei, erkannte den wolfszüchter und lächelte, ehe er weiter eilte.
Auch ein paar Sumpfler und Gardisten waren hier, und zu seinem Erstaunen erkannte elpede Eorl unter ihnen.
Gebannt blickten alle hinauf zu einem kleinen Gebäude am Fuss einer Felswand. Dort oben stand ein Wassermagier. Merdarion erreichte ihn soeben und flüsterte ihm etwas ins Ohr. Der Wassermagier nickte nur.
Was hatte das alles zu bedeuten ?
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| 08.04.2004 00:54 | #352 |
| Magier Adanos |
Saturas war zufrieden. Was Merdarion ihm berichtet hatte, war mehr, als er erwartet hatte. Er stand auf einem kleinen Vorsprung vor der Hütte, in der die Wassermagier sich ausruhten. Sie war auf eine Plattform aus Stein gesetzt worden und deshalb lag sie über dem Platz. Nur die Plattform gegenüber war höher, doch dort endete die Brücke, die die kleine Schlucht hinter den Ruinen überspannte und so einen Weg vom Pass hier herunter bildete.
Er blickte auf die kleine Menge, die sich auf dem Platz versammelt hatte. Viele Brüder des Rings waren seinem Ruf gefolgt, wenn auch bei weitem nicht alle. Gespannt sahen sie zu ihm herauf. Sie warteten darauf, dass er das Wort ergriff.
Schließlich war es soweit. Der Priester Adanos ergriff das Wort.
"Willkommen, Brüder des Rings. Ich freue mich, dass ihr so zahlreich meinem Ruf gefolgt seid, auch wenn es etwas kurzfristig war.
Als erstes möchte ich die Mitglieder willkommen heißen, die erst kürzlich zu unserer Gemeinschaft gestoßen sind. Der Ring sucht ständig neue Mitglieder, und ihr habt euch durch eure Taten als würdig erwiesen, die Verantwortung zu tragen, die ihr als Bewahrer des Gleichgewichts habt.
Wir sind eine verschworene Gemeinschaft und haben nicht viele Regeln, doch deren Einhaltung ist umso wichtiger. Seid euch darüber im Klaren, dass der Ring nur dann wirksam handeln kann, wenn er im Verborgenen bleibt. Darum bewahrt das Geheimnis um den Ring stets in euch.
Wir, die Magier vom Kreis des Wassers, wachen über euch und wissen stets, was ihr tut. Wir stehen euch mit unserem Rat zur Seite, wenn ihr ihn benötigen solltet.
Eure wichtigste Aufgabe als Mitglieder des Rings ist es, die Augen offenzuhalten. Das Gleichgewicht muss gewahrt, das Böse bekämpft werden, und ihr tragt einen Teil dazu bei. Jeder auf seine Weise. Ihr werdet weiterleben, wie bisher, denn nur so könnt ihr eure Aufgabe erfüllen. Wenn es etwas gibt, von dem ihr glaubt, dass es die Bürger der Stadt gefährden könnte, so lasst es uns wissen. Wir werden uns dann beraten und entscheiden, ob die Hilfe des Rings von Nöten ist, um diese Gefahr zu beseitigen.
Wir setzen die Mitglieder vom Ring des Wassers außerdem ein, damit sie uns Wassermagier unterstützen. Einige der hier versammelten zum Beispiel helfen uns dabei, die Monster, die uns beinahe täglich aus dem Sumpf heraus angreifen, zu bekämpfen, und sie achten darauf, dass Wanderer und Reisende die Reliquien der alten Kultur an diesem Ort nicht beschädigen oder gar zerstören. Auch Botengänge werden von den Mitgliedern erledigt. So bringen sie Nachrichten ins Kloster oder in die Stadt, oder sie deponieren die Rätselbriefe für neue Mitglieder so, dass sie gefunden werden.
Ihr seht, die Aufgaben, die ihr erfüllen könnt, sind vielfältig. Ihr müsst sie nicht annehmen, wenn ihr nicht wollt, wir zwingen niemanden dazu, etwas zu tun, denn ihr seit freiwillig hier. Doch wenn ihr euch erst einmal entschlossen habt, den Ring mit Taten zu unterstützen, so erwarten wir, dass ihr eurer Wort haltet.
Wenn ihr eine Aufgabe benötigt, so könnt ihr euch an jeden Wassermagier wenden, doch wendet euch bevorzugt an Vatras in der Stadt, die Magier im Kloster oder an mich.
Ich denke, nun wisst ihr alles, was ihr über den Ring des Wassers wissen solltet. Wenn ihr sonst noch etwas benötigt, dann wendet euch an die alteingesessenen Mitglieder. Im Hafenviertel von Khorinis findet ihr Lares. Er gehört zu den Leuten um General Lee und ist unsere Verbindung in die Stadt.
Ich danke euch noch einmal für euer zahlreiches Erscheinen. Der Segen Adanos ist mit euch, Brüder des Rings. Geht und handelt in seinem Namen."
Saturas drehte sich um und ging in die Hütte hinein. Das Treffen war beendet. Die Mitglieder vom Ring des Wassers konnten nun wieder ihrer eigenen Wege gehen. Wenn es etwas gab, bei dem ihre Hilfe von Nöten war, würden sie hier erneut zusammengerufen werden.
elpede
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| 08.04.2004 01:40 | #353 |
| Lecram |
Nach seinem “Vortrag“ ging Saturas zurück in die Gemäsche der Magier, nach der Ansprache guckte Lecram ein bisschen verwirt drein. “ Was hatte dies nun zu bedeuten? Wir die drei neuen kamen darin vor aber leider nicht mit nahmen, auf jeden fall ist diese Welt hier Interessant. Ich komme bestimmt mal wieder zurück, aber Heute werde ich, mich bestimmt nicht mehr auf den Weg zur Stadt begeben. Normal wäre der Weg schon Gefährlich, im dunkeln ist er erst recht noch Gefährlicher, alleine auch sehr Gefährlich und Obendrein habe ich noch meine Verletzung und bin genau so wenig dran interessier, zu Sterben, wie ach was weis ich…“
Der junge Gardler hatte nun keine Lust darauf, das er sich auf den Rückweg machte deswegen blieb er an Ort und stelle, um bis zum Morgengrauen hier zu Bleiben. Der junge Händler ging deswegen auch wieder zurück zu dem Eingang des Passes dieser Seite und Setzte sich auf die Treppe, er setzte sich auch nur auf die Treppe weil er jetzt eh nicht mehr einschlafen konnte und weil es ihm noch ein bisschen zu gefährlich war.
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| 08.04.2004 02:50 | #354 |
| Ormus |
Ormus lauschte den Worten Saturas gut schließlich war er der geistige Führer der Wassermagier. Nach der rede verabschiedete sich Ormus von seinen 2 Begleitern die jeder ihren eigenen weg einschlugen. Ormus persönlich entfernte sich noch nicht von den Magiern. nein er suchte ihre nähe er wollte mehr über den ring erfahren. ein einem Gespräch erklärte ein etwas jüngerer Magier Ormus noch einmal alles was er wissen wollte. Auch bot Ormus seine Hilfe an. Er wollte, wenn auch nur für ein paar tage, den Magier helfen indem er das Lager vor Monstern beschützte. Ormus fühlte sich endlich mal wieder richtig gut. Gegen seine neue Rüstung konnten die Stadtwachen nur billiges Gelumpe aufbringen. Außerdem war seine Rüstung immer mehr mit Panzerplatten ausgestatet. Was ein besseren Schutz gegen klingen und krallen von Monstern und Banditen bot. Sein Schwert hatte er bei Cathal dem Waffenschmied ein bisschen schärfen lassen und so erstrahlte sie auch in neuem Glanz.
Ein neuer Tag begann. Ormus hatte gut geschlafen und es beruhigte ihn mit so mächtigen Magiern unterwegs zu sein. Doch nun begann er das was er versprochen hatte. Das Lager zu beschützen. SO nahm er seinen platz am Rande des Sumpfes ein.
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| 08.04.2004 13:26 | #355 |
| knörx |
Wie gebannt hatte Knörx der Rede des dunkelhäutigen und kahlköpfigen Wassermagiers gelauscht, der sie so lange hingehalten ahtte. Die AUfgaben um denn Ring klangen gleichermaßen spannend wie gefährlich. Für die meisten AUfgaben war Knörx wohl noch nicht sehr bereit, zu kämpfen hatte er ja leider noch nie gelernt. Es wurde langsam an der Zeit, dass er bald einen Lehrmeister bekam und so eine professionelle AUsbildung erhielt.
ALs Knörx am nächsten Morgen aufwachte unterhielt er sich zunächst mit ein paar anderen neuen RIngmitgliedern, bevor er sich auf eine der großen Säulen setzte und die FLöte zur Hand nahm, um mit ihr ein Liedchen anzustimmen. Merkwürdigerweise flossen die Töne geradezu von seinen Lippen auf das Instrument und jeder Ton stimmte. Knörx konnte kaum aufhören zu spielen, so schön Klang die Melodie, die er selbst spielte, aber noch nie gehört hatte. WIe durch ein WUnder konnte er auf einmal alle Töne beherrschen, kein quietschiger Ton oder unpassender Melodieteil konnte er bewirken. SO saß Knörx noch einige Zeit dort und spielte weiter, während der WInd sanft durch sein Haar wehte.
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| 08.04.2004 19:26 | #356 |
| Enzanie |
Das Blut der beiden Tiere lief nun langsam die Klinge hinab, bedeckte sie mit der klebrigen Masse aus den Eingeweiden der Tiere. Vor ihr waren nur noch zwei leblose Leichen der beiden Tiere zu sehen, die nicht die geringste Chance gegen solch ein Schwert hatten. Sie war zwar die Führerin dieser mächtigen Klinge, aber mehr auch nicht. Es war die Kunst die eigene Fähigkeit mit der Magie einer Stahlklinge zu verbinden, doch wenn die Klinge den Namen eines der größten Kämpfer Jharkendars trug und wenn die Trägerin dasselbe Blut besaß, oder zumindest dieselbe Blutlinie hatte, dann entstand dadurch eine sehr tödliche Mischung. Eine Mischung, gegen die zwei Mordrags nicht ankommen konnten. Das Schwert reinigte sie im Sand, wischte es auch mit Sand wieder ab. Ein paar Blutflecken würden bleiben, doch das war egal. Sobald sie wieder an einen Wasserlauf kam, würde sie das Schwert reinigen und solange musste das Blut der Besiegten nach daran bleiben. Mit dem Dolch, der ihr vollkommen fremd war, aber gut in der Hand lag und das einzige Überbleibsel des magischen Wesens war, dem Phantom, dass sich in ihrem Körper befand, schnitt sie noch einige gute Stücke Fleisch von dem Körper der getöteten Tiere. Das Fleisch nahm sie mit, vorerst mal. Es kühlte ihre Hände gut und außerdem konnte man es wunderbar essen. Es war zwar roh und schmeckte gebraten besser, zudem noch sehr blutig, aber Fleisch war Fleisch und Enzanie machte dabei keine Unterschiede. Vielleicht hätte sie es nicht gegessen, wenn sie gerade etwas fröhlichere Laune gehabt hätte, aber in ihrem momentanen, ernsten Zustand war das egal. Vielleicht war es ja auch die Henkersmahlzeit, das letzte Gericht, wozu sollte sie ein Feuer machen, wenn man das Fleisch auch so essen konnte. Es war ein wenig zäh, aber sonst schmeckte es nach einiger Zeit des Kauens prima. Sie vermisste nur die knusprige Haut, die nur beim Braten entstand, aber wie schon gesagt, sie war dabei nicht wählerisch.
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| 08.04.2004 19:28 | #357 |
| Enzanie |
In dem kleineren Canyon, in dem sie sich jetzt befand, war die Landschaft noch ein bisschen toter, als im großen Canyon beim Tempel. Man hatte wirklich das Gefühl, in eine absolute Einöde zu laufen. Die beiden großen Felswände, sie waren so eng beisammen, dass man das Gefühl hatte zerquetscht zu werden, von beiden Seiten eingekesselt. Doch der Sonne hätte das keinen Abbruch getan, wäre sie nicht unter einem dicken Wolkenband verschwunden gewesen. Vielleicht würde es ja sogar einmal regnen, es wäre zumindest mal etwas Neues für sie gewesen. In Jharkendar regnete es nicht oft, früher nicht und heute schien sich das auch zu bewahrheiten. Wieder einmal eine Sache, die gleich geblieben war und an der sich auch nach Jahrhunderten nichts änderte. Enzanie aber genoss diese Reise im Gegensatz zu anderen Dingen. Es war einfach nur schön, wenn es sandig war, solange der Sand sich nicht über die Knie heraus erhob. Dazu war auch dieses Panoramabild einmalig und gehörte sicher zu den schönsten Orten auf diesem kleinen Flecken Land. Zwar konnte es nicht an ihre liebsten Orte heranreichen, wie zum Beispiel den kleinen See, an dem sie ja schon gewesen war oder auch den Perlenstrand, wo jetzt die Piraten hausten, oder noch einigen anderen Orten, zu denen sie aber mittlerweile unterwegs war, aber wirklich unwohl fühlte sie sich nicht. Zu schön war es einfach, als dass man irgendwelche dunklen Gefühle hegen konnte, oder gar eine Abneigung gegen die Natur. Die riesigen Felsformationen waren hier noch viel eindrucksvoller, als in den Schluchten. Das lag zum einen daran, dass in den Schluchten viele, grüne Pflanzen und Lianen hingen und so die Berge von ihrer reinen Steinstruktur nicht mehr viel übrig hatten, zum anderen auch an den monotonen Besonderheiten, die ja erst den Blick auf diese wundervollen Steine lenkten. Gepaart mit dem Wüstensand, der in den verschiedensten Farben auftauchen konnte, mit den wenigen aber außergewöhnlichen Wüstenblumen und der bescheidenen, aber sehr gefährlichen Tierwelt, wurde der Canyon, ob groß oder klein, zu einem ganz eigenen Erlebnis. Dieses Erlebnis wollte sie so gut es ging genießen, doch natürlich stand ihr Ziel an erster Linie und das hieß nun mal zunächst die Höhlensysteme zu erreichen. Es gab zwei Möglichkeiten, eine führte über eine Grotte und die andere über eine absolut dünne Natursteinbrücke. Über sie musste man gehen, wollte man in das Höhlensystem eintauchen. Enzanie hoffte, dass die Brücke noch da war, denn sie war schon zu ihrer Zeit gut genutzt und oft sagte man einen Einsturz voraus. Es wäre nur logisch gewesen, wenn sie jetzt, nach so langer Zeit, wirklich zusammengefallen wäre.
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| 08.04.2004 19:29 | #358 |
| Enzanie |
Gedanklich hing sie seit Tagen an nichts anderem mehr, nur selten gab es wirkliche Momente, an denen sie das melancholische Thema wirklich vergessen konnte. Es war einfach zu präsent im Moment und sie hatte so das Gefühl, dass es im Tempel auch nicht viel besser werden würde. Dieser Adler, der ihr neulich erschienen war, er hatte die ganzen Überlegungen ja erst angestachelt. Sterben oder nicht sterben, was für eine makabere Frage. Und dann auch noch Selbstmord. Wahrscheinlich würde sie nicht das Messer, den Dolch oder das Schwert nehmen, das würde sie ohnehin nicht schaffen. Aber von einer Klippe springen, das war nicht schwer und wenn man Glück hatte, dann würde man vom Meer tief unter den Sand eingegraben, irgendwann. Mit diesen Gedanken schlug sie sich rum, als sie endlich zum Ende der Schlucht kam. Auch der kleine Canyon hatte ein Ende. Manchmal kniff sie die Augen zu und blieb stehen, zählte bis zehn und öffnete sie wieder, in der Hoffnung, dass dann alles vorbei war und sie wieder zwischen den Menschen, die hier einst waren, aufwachte, doch das hatte keinen Erfolg, nicht mal die Gedanken an den Tod konnte sie so vertreiben. Aber sie war stark genug damit zu leben, es war nichts Neues Stärke zu beweisen, seine Konzentration unter Beweis stellen, neu war nur, dass es um den Tod ging, ohne das ein Feind vorhanden war, den man bekämpfen konnte. Eine Situation, die ihr nicht gut bekam, denn sie wurde immer blasser um das Gesicht herum, dabei war sie nach den Jahrhunderten des Ruhens ohnehin schon bleicher als zuvor auferstanden. Die Sonne war auch verschwunden und so würde wohl die Farbe nicht so schnell wiederkommen. Aber vielleicht war das ja auch nicht mehr nötig…ihr Weg machte nun eine stramme Biegung, es gab zwar noch einen fortführenden Weg, der dann zu jener Höhle führte, doch sie wollte es über die Brücke versuchen, wenn sie denn noch stand.
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| 08.04.2004 19:31 | #359 |
| Enzanie |
Ein großes Plateau, auf dem nur wenig Wüstensand geweht war, dafür umso mehr Felsen lagen, wurde vor ihren Augen sichtbar und genauso war es auch vor ein paar Jahrhunderten gewesen, erstaunlich, dass sich bisher keine Veränderungen in der Landschaft zeigen wollten. Doch Enzanie gab nicht auf bei ihrer Suche nach Fehlern, irgendwo musste sich die Natur doch noch etwas einverleibt haben, es konnte einfach nicht alles so sein, wie es vor so langer Zeit war. Und tatsächlich, sie fand das, nachdem sie so sehr gesucht hatte in Form einer Ruine. Diese Ruine war aber keine Ruine, sondern aus ihrer Zeit war das Bauwerk. Schon von weitem viel es ihr auf und so schlenderte sie auch dort hin, lag ihr Ziel doch sowieso genau an diesem Punkt. Nebenbei warf sie sich noch ein Stückchen Fleisch in den Mund, zerriss es dort mit ihren scharfen Schneidezähnen, ehe sie es lange Zeit auf den Backenzähnen kaute, so dass es lange Saft gab und ihr nicht allzu langweilig wurde. Das Kauen war zumindest eine Beschäftigung, die sie etwas bei Laune hielt und sogar das ein oder andere Mal von den düsteren Gedanken abhielt.
Bei dem Turm sah sie es dann, die Ruine eines weiteren Wachturmes. Sie hatte es fast befürchtet, dass der bei den Piraten der einzig intakte geblieben war. Es war komisch, denn eigentlich war es hier so einsam, dass dieser nicht unbedingt einstürzen musste, doch es war nun mal so geschehen. Nur noch das Grundgerüst stand da und bot eine gähnende Leere, dort, wo sonst der fünfundzwanzig Meter hohe Turm aus Stein stand und alle Personen kontrollierte, die über die Brücke gingen. Wenigstens dabei gab es eine gute Nachricht, denn die Brücke stand nach wie vor und das überraschte sie wirklich. Enzanie hatte keine Ahnung, wie stabil dieser Naturstein war, aber außer einer zusätzlichen Schicht Wüstensand, der sich wahrscheinlich durch Sandstürme dort oben angesammelt hatte, fand sie absolut alles unverändert vor, am Ende der Brücke starrte sie bereits in das schwarze Loch des Höhleneingangs, es konnte also beginnen…
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| 09.04.2004 16:00 | #360 |
| Gjaron |
Nach der ergreifenden Rede des Wassermagiers Saturas, welcher sich daraufhin in eine kleine Steinhütte zurückzog, welche auf einem hohen Steinfundament errichtet wurde, hatte sich Gjaron dazu entschlossen erst einmal auf diesem Plateau zu bleiben und es gegen eventuelle Feinde und Tiere zu verteidigen, so wie es andere hier auch taten.
Jedoch saß er den ganzen Tag auf einem nur halbwegs bequemen Stein und betrachtete die Umgebung. Es war sonnig, aber auch ziemlich windig, also recht normales Frühlingswetter.
Gjaron hatte die Nase voll auf dem kalten Stein zu hocken und Löcher in die Luft zu starren. Er stand auf und lief durch die Gegend. Hier auf dem hohen Plateau, von welchem man fast das ganze Tal nach Osten hin erblicken konnte, jedoch nach Westen, zur Küste, ein Bergmassiv die Sicht versperrte, standen die meisten der Ruinen der alten Zivilisation, welche Adanos angebetet haben soll. Der riesige Tempel am Südende der Ebene sah noch sehr gut erhalten aus, aber davon hatte Gjaron eigentlich keine Ahnung.
Ansonsten standen nur vereinzelt Säulen auf dem Platz, anscheinend wirr und ohne jeden Plan aufgestellt, doch aus der Luft hätten sie bestimmt irgendein Muster ergeben, das dem Banditen nicht viel sagen würde. Langsam schlenderte er weiter über den Platz und durch die Ruinen, unterhielt sich mit Gleichgesinnten oder den Wassermagiern, welche allesamt einen gelehrten Eindruck machten.Er erfuhr mehr über Aufgaben und Hintergründe des Ringes und wurde sich mehr und mehr darüber bewusst, warum und wozu er hier war.
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| 09.04.2004 19:32 | #361 |
| Enzanie |
Vorsichtig wandelte sie auf dem dünnen Stein, früher war es selbstverständlich gewesen hier mit leichten Fuße drüber zu marschieren, heute jedoch war diese Sicherheit verloren gegangen und noch zu sehr fehlte einem die Sicherheit des Wachturmes, da man immer wusste, dass die Wachen ein Auge auf einem hatten, was Sicherheit vermittelte. Immerhin, es ging zehn Meter in die Tiefe, der Sturz musste also nicht unbedingt tödlich sein, aber er konnte. Aber dass dies geschehen würde, daran glaubte sie nicht, der Tod, er würde sie nicht so heimsuchen, ganz bestimmt nicht. Kontrolliert huschte Enzanie nun darüber, immer bedacht, aber doch noch im alten Rhythmus, was man einmal konnte, das verlernte man anscheinend doch nicht, auch wenn das Gehirn einem jenes glauben machen wollte.
Trotzdem war sie erleichtert, als sie die kleine Plattform vor dem Höhleneingang sicher erreichte, hier also war es, da musste sie hin. Die Erinnerungen stiegen wieder hoch, denn auch der Höhleneingang hatte sich nicht verändert. Auch die nasse Luft, die an der Schwelle zur Höhle ganz deutlich war, während man draußen noch immer die Trockenheit einatmete, hatte sich nicht verändert. Atmete man nach Norden wurde es kühl, wand man sich gen Süden, wurde es warm. Zwar kamen diese Unterschiede heute noch nicht ganz so zu spüren, aufgrund der Wolkendecke und der eigentlich noch milden Jahreszeit, aber man konnte die Ansätze auch heute noch sehen.
Enzanie blieb vor der Höhle stehen, die ja eigentlich ein ganzes Netzwerk aus verzweigten Grotten war, und reinigte ihre Füße. Der Sand zwischen den Zehen war zwar angenehm, doch nun musste ihr Schuhwerk ordentlich halten und durfte nicht durch den Sand rutschig werden oder am Ende noch stören. Als sie dieses kleine Missgeschick beseitigt hatte, trat sie dann ein, in das Grottensystem, das sie direkt zum Sumpf bringen sollte, von da aus war es nur noch ein kleines Stück, denn sie wusste gut, wo ihr Tempel lag. Allerdings herrschte auch eine kleine Gefahr bis dahin, die junge Frau wusste, dass die normalen Duruks keine Gefahr darstellten, aber vor den Kämpfern musste sie aufpassen, sie waren schnell und ihre Zangen waren tödlich. Doch das war ihr Schwert auch…
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| 09.04.2004 19:36 | #362 |
| Enzanie |
Genüsslich warf sie sich ein weiteres Stückchen von dem rohen, blutigen Fleisch in den Mund und zerteilte es mit ihren messerscharfen Schneidezähnen in kleine Stücke. Immer noch war das rosa Fleisch in einen dunklen, rötlichen Ton gefärbt und man schmeckte den Geschmack des Blutes deutlich heraus, doch das machte Enzanie eigentlich wenig. Sie hatte kein Problem damit, Blut zu essen, bzw. mit aufzunehmen. Im Gegenteil, bei ihrem Volk waren Blutopfer nichts seltenes, zwar opferte man primär das Lebewesen an sich, doch das Blut tropfte in die Schalen, die ebenfalls zu der Opferprozedur gehörten. Man sagte sich, dass im Blut der Lebewesen, deren Seelen wären und wenn man das Blut mit aufnahm, würde man auch die Kraft der Seelen mit aufnehmen. Zwar war das für Enzanie nicht wirklich wichtig, da dies viel mehr eine Prozedur für die verhassten Priester war, doch sie nahm es dankend hin. Das Fleisch der Mordrags schmeckte so ähnlich wie das der Tiriki, oder Scavenger, wie Doooom jetzt sicherlich gesagt hätte. Das Fleisch war zart und hatte einen leichten Geschmack, war auch lange nicht so zäh wie z.B. das Fleisch von Sumpfhaien oder von anderen Tieren. Helles Fleisch, auch wenn man es briet war es hell. Auf jeden Fall schmeckte es.
Die Grotte lag wie erwartet sehr dunkel da, doch durch Ritzen in der Decke drang nach wie vor Licht hinein. Die Decke war geradezu durchlöchert und nur an wenigen Stellen wirklich dicht, aber das hatten sie sich auch oft zunutze gemacht und so das Licht gestreut. Dennoch war auch diese Höhle nicht vollkommen ohne ihre Mithilfe anstanden, an einigen Stellen musste der Fels weichen und wurde so durch Leere ersetzt. Manchmal transportierte man hier auch waren, Nahrung und Steine, da war es unabdingbar, dass der Gang eine regelmäßige Breite aufwies. Genau das war auch der große Vorteil für sie. Die Grotten waren sehr dicht verzweigt und man konnte sich auch verlaufen, wenn man nicht wusste, wo der Hauptweg entlang führte, doch es war irgendwie klar, dass man sich als unmittelbare Einwohnerin dieser Grotten gut auskannte und um ihre Gefahren wusste.
Enzanie wurde jetzt aufmerksamer, die ersten paar Meter in der hell schimmernden Grotte waren überstanden und sie wusste, dass sie aufpassen musste. Es half nichts hier zu versuchen zu schleichen, dafür besaßen die Duruks ein zu gutes Gehör. Es war auch vollkommen sinnlos, dass man versuchte sie zu töten, denn ihre richtigen Nester hatten sie tief im Fels und diese wurden gut bewacht. Aber sie trauten sich auch noch nicht oft aus diesen verzweigten Hintergängen heraus, da in den Grotten immer Krieger standen, die mit einzelnen Duruks gut umgehen konnten. Aber das war früher, ein paar Jahrhunderte her. Die Zeit war nicht stehen geblieben. Vielleicht gab es die Duruks auch nicht mehr, aber vielleicht waren sie jetzt auch schon mit ihren Kriegern auf dem Hauptgang…
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| 09.04.2004 19:39 | #363 |
| Enzanie |
Ihre Schritte waren fast lautlos auf dem steinernen Untergrund. Tausende Schritte und gute Steinmetze hatten dafür gesorgt, dass der Boden relativ gerade war, ohne Spitzen und gut glatt getreten, aber schon an den Wänden erkannte man die Rauheit des Systems. Der Boden hatte sich freilich noch nicht erholt und würde das wohl auch nie tun, denn wie sollten Steine schon wachsen? Allerdings war viel von der guten Atmosphäre verloren gegangen. Enzanie sah zuerst nachdenklich auf die ehemalige Feuerstelle, doch dann gab sie es auf und ging weiter. Sie hatte in dem Gang immer kleinere Feuer in bestimmten Nischen entzündet, so dass man auch bei Dunkelheit gut sehen konnte, aber diesen Luxus würde man ihr heute wohl nicht mehr gönnen. Für sie war es wichtig, dass sie noch vor dem Sonnenuntergang aus dem System raus kam, doch dafür musste sie sich beeilen, denn die Sonne drohte schon unterzugehen, als sie erst in der Höhle ankam. Es war eben ziemlich gefährlich, wenn man die Nacht in den Grotten verbringen wollte, gerade wegen den Duruks, denn ansonsten wohnten hier höchstens einige Fledermäuse, die während des Nachts auf Beutejagd gingen.
Enzanie ging ein wenig schneller, immer auf der Hut den richtigen Weg zu erwischen und nicht in die ganzen Irrwege zu laufen. Es sah hier alles ein wenig anders aus, das Licht wurde nicht mehr gebrochen, die Positionsfeuer waren weg und niemand war mehr da, den man fragen konnte. Sie erinnerte sich gut an einen Krieger aus der Kaste, der seit fünfzehn Jahren seinen Dienst in diesem Grottensystem verrichtet hatte und den man immer irgendwie hier drinnen fand und ihn um Rat fragen konnte. Doch auch er konnte nun nicht mehr hier sein, niemand konnte das mehr. Es war traurig, doch das war die ganze Situation. Überall, wo einst viele Menschen auf einem Haufen waren, waren jetzt nur noch grenzenlose Leere oder zerfallene Bauten und letzten Zeugnisse ihrer Kultur. Gäbe es die Ruinen nicht, niemand hätte je etwas von ihnen erfahren. Doch diese Traurigkeit zog sich schon durch ganz Jharkendar, da war dies nur noch ein weiterer Tropfen auf den heißen Stein. Enzanie konnte damit gut fertig werden, jetzt zumindest. Sie ging weiter, schneller, fast schon rennend, aber immer noch Fleisch kauend. Sie musste sich beeilen, die Zeit drängte und die Duruks wollte sie nicht wieder sehen, nicht jetzt…
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| 09.04.2004 19:40 | #364 |
| Enzanie |
An einigen Verzweigungen war sie unschlüssig, musste lange Zeit entscheiden, wo es denn nun lang ging, denn hier in diesem ewigen Gleichnis war es schwer eine eindeutige Linie zu finden. Als sie dann aber an das zentrale Wasserloch kam, was eigentlich schon fast ein unterirdischer See war, wusste sie, dass sie richtig gegangen war. Ab dem Wasserloch wurde es etwas leichter und man hatte zu dem Zeitpunkt die Hälfte der Wegstrecke hinter sich gebracht. Es war ein See, mit klarem Wasser. Über ihm hingen – wie überall auch sonst in der Höhle – spitze Steine herunter und drohten jeden zu erschlagen. Doch beim See hatten sie noch eine zweite Funktion. Oder auch nicht. Jedenfalls hatte sich auch dies nicht verändert. Einige, spitze Steine waren noch ein wenig größer geworden, andere Stellen waren leer und gähnten Leere vor, ein paar kleine Veränderungen gab es also doch, aber das von der abfallenden Spitze der kegelförmigen Steine immer noch einzelne Wassertropfen auf die Wasseroberfläche fielen, daran hatte sich nichts geändert. Wenn sie auf die Wasseroberfläche eintauchten, bildeten sich kleine Lammellen, die vom Einschlag weggingen. Da das nicht nur bei ein oder zwei Stellen passierte, sondern bei mindestens zwanzig und die Tropfen zudem noch sehr langsam fielen, war dies immer ein faszinierendes Schauspiel gewesen, was zahlreiche Leute dazu bewegt hatte dort stehen zu bleiben und inne zuhalten. Auch Enzanie war einmal eine ganze Stunde am Ufer des Sees gesessen und hatte sich nur dieses eine Schauspiel angeschaut. Nun tat sie es wieder, allerdings nur für ein paar Minuten, dann aber musste sie schon wieder weiter. Das Wasser des Sees jedoch war noch immer so eisklar, wie vor dem Zerfall, immer noch bestes Kristallwasser.
Für einen kurzen Moment wurde ihr warm ums Herz, denn diese Erinnerung tat gut, obwohl der Ort alles andere als warm war. Es war eben eine Erinnerung, die man nicht so schnell vergaß und auch gar nicht vergessen wollte. Aber die Zeit drängte und so machte sie sich auf dem Weg, die letzten Sonnenstrahlen auszunutzen und den Weg endlich zu gehen.
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| 09.04.2004 19:42 | #365 |
| Enzanie |
Schnell waren ihre Schritte, kontrolliert das Auge und bereit die Hände, denn das Fleisch war aufgezerrt, die Stücke, die sie mitgenommen hatte, verbraucht. Das Mädchen war nun mehr als nur satt und hätte sicher auch einen Tag auf Nahrung verzichten können, doch das war noch Zukunftsmusik, nun näherte sie sich erst einmal dem Ausgang mit Siebenmeilenschritten. Die Grotte wurde wieder einheitlich, die verwirrenden Gänge endeten langsam, doch genauso endete auch das Licht, dass durch die Decke hereinkam und als sie hochsah, bemerkte Enzanie auch schon, wie ein schwarzer Flimmer über ihr stand. Unbemerkt war die Nacht angebrochen. Doch im selben Moment hörte sie auch ein zischendes Geräusch, als ob der Einbruch der Nacht ein Zeichen gewesen wäre, ein Zeichen für die Duruks. Unerwartet lauter wurde das Zischen, irgendetwas näherte sich ihr und das Mädchen hatte gute Gründe sich dem Ausgang schneller zu nähern als bisher. Nun, mit zwei freien Händen, rannte sie, versuchte an dem kaum vorhandenen Licht einen Weg zu finden, den sie ohne diese Hast sicherlich besser gefunden hätte, doch hinter ihr, dort, wo es nun dunkel und schwarz ward, kamen die Duruks immer schneller aus ihren kleinen Nischen und verzweigten Höhlengängen. Sie hatten es gewittert, dass sich ein Mensch in der Höhle aufhielt und sie hatten anscheinend großen Hunger auf Menschenfleisch. Das sah diesen Viechern ähnlich, aber davon ließ sie sich nicht beeindrucken. Sie rannte nur, sah ab und zu zurück.
Als sie schon den Ausgang vor sich sah, spürte sie eine unglaubliche Nähe des Zischens und zog ihr Schwert aus der Rückenscheide. Mattes Mondlicht schimmerte durch den Eingang herein und gab ihr ein wenig Licht, als sie noch instinktiv während sie rann einen Rundumschlag nach hinten abgab und so den Duruk davon abhalten konnte, seine spitzen Klauen in ihren Rücken zu bohren, die beiden Beine hatte sie geteilt und nun ging sie langsam rückwärts Richtung Ausgang. Als sie schon aus der Grotte heraus war und saftiges Grün unter den Füßen hatte, preschten noch einmal zwei Duruks nach vorne, doch auch sie hatten der Klinge ihres Vaters mit ihren dünnen Beinen nichts entgegenzusetzen und fielen zu Boden, davon aufgeschreckt, gaben die restlichen Verfolger auf und verschwanden mit einem Zischen wieder in tiefere Regionen. Enzanie holte noch einmal aus und bohrte ihre Klinge in die beiden, noch immer lebenden Körper der Duruks und gab ihnen so den erlösenden und für sie sicheren Tod. Danach atmete sie erst mal durch.
Kurze Zeit später schon, hatte sie ihr Schwert auf dem Gras gereinigt und sich in eine Nische des Felsens zurückgezogen. Dass die Duruks noch einmal kommen würden, das hielt sie für unwahrscheinlich und ansonsten war sie erst mal sicher. Der Sumpf begrüßte sie von den Hängen, doch der Sumpf musste nun geduldig warten, denn Enzanie war müde und wollte ein wenig schlafen, es war ohnehin dunkel und spät…Zeit, sich ein wenig zu erholen.
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| 09.04.2004 22:40 | #366 |
| Shaela |
Erschöpft legte sich Shaela unter eine Palme. Schön war’s hier, alles war grün und duftete. Und bisher waren ihr auch noch keine Orks begegnet. Nur Schnubbi schien das alles nicht so sehr zu genießen. Wie immer lächelte er sie etwas dümmlich an. Shaela hatte inzwischen gelernt, das jeweilige dümmliche Lächeln zu interpretieren, und jetzt wusste sie ganz genau, dass es „Habe Hunger“ heißen sollte.
„Okay, ich hol dir was. Aber bleib so lange ruhig hier sitzen und warte so lange, bis ich wieder zurück bin.“ meinte die Amazone mit erhobenem Zeigefinger.Stöhnend schaute sie sich nun um. Woher um Donnra’s Willen sollte sie denn wissen, was genießbar war und was nicht?
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| 10.04.2004 00:22 | #367 |
| elpede |
elpede hatte die Ansprache des Wassermagiers mit höchstem Interesse verfolgt. Da gab es also eine geheime Organisation, den "Ring des Wassers", dessen Aufgabe darin bestand, den Magiern vom Kreis des Wassers mit Taten zur Seite zu stehen.
Merdarion näherte sich dem Wolfszüchter und lächelte. Sie gingen ein paar Schritte und redeten dabei. Merdarion bot elpede an, dem Ring des Wassers beizutreten, und elpede nahm das Angebot an. Er erhielt einen Aquamarinring aus den Händen des Magiers.
Das war bereits zwei Tage her, und elpede hielt sich noch immer in den Ruinen auf. Er unterhielt sich mit den Wassermagiern, so oft es eben möglich war, und erfuhr dabei auch eine Menge über die Rolle der Söldner unter General Lee während der Zeit in der Barriere. Im Neuen Lager. so erzählte man ihm, war jener verantwortlich für die Sicherheit der Wassermagier und des magischen Erzes, das sie sammeln ließen, um damit die Barriere zu sprengen.
"Es wäre nicht verkehrt, wenn du dich seinen Leuten anschließen würdest", meinte Merdarion zu ihm. Und elpede nickte. Dem Sumpf stand er schon lange nicht mehr nahe, an den Schläfer hatte er ohnehin nie geglaubt, und auch so war es an der Zeit, sich ein neues Zuhause zu suchen.
Doch zunächst musste er noch den Auftrag der Hohepriesterin erledigen, und so machte er sich wieder auf den Weg zurück in den Sumpf.
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| 10.04.2004 20:36 | #368 |
| Khalef |
Khalef lehnte sich an eine halb verfallene Mauer in den Ruinen. Langsam zog er an einem Sumpfkrautstengel und genoss den Ausblick von hier oben. Nie hätte er gedacht dass er so sentimental hätte sein können, aber scheinbar war es so.
Nach ein paar Sekunden stieeß er den grünfarbenen Rauch des Sumpfkrauts wieder aus, in Form vom kleinen Ringen. Der Schürfer beobachtete einige Zeit, wie sie in den Himmel stiegen bis der Rauch sich verflüchtigte.
Herzhaft gähnte der Baumeister. Er ließ den Sumpfkrautstengel zu Boden fallen, trat ihn aus und ging dann langsam durch die Ruinen von Jharkendar, dem neuen Land.
elpede war schon seit ein oder zwei Tagen weitergezogen, zurück nach Khorinis. Khalef hätte ja mitgehen können, doch er wollte noch eine Weile im neuen land bleiben. Vielleicht gab es ja was zu erledigen, eine Aufgabe der Wassermagier oder von jemand anderem.
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| 10.04.2004 21:58 | #369 |
| Die Banditen |
Nach stundenlangem Überlegen, kam der Bandit Winfried dann endlich auf eine glorreiche Idee.
"Ich hab eine glorreiche Idee !" rief der Bandit und sprang auf. "Ich werd ganz einfach den Brief jemand anders geben und ihm sagen, ER soll den Brief zu Schmok bei den Clonws bringen !" freute sich Winfried und lachte wieder hirnrissig. Doch wo sollte er einen Typen auffinden, der dämlich genug war, Winfried den Brief abzunehmen und diesen zu Schmok zu bringen ?"Der müsste ja noch dämlicher sein, als ich..." überlegte der Bandit und ging weiter und weiter. Irgendwann stiess er gegen jemanden.
"Au ! Pass auf, wo du rumstehst, ist ja gefährlich !" meckerte der Bandit seinen Gegenüber an und erkannte, dass der ein Schürfer war.
Klick machte es in des Banditen Kopfes, wo sonst nur Stroh drin war."Das ist es ! Der ist dämlich genug !" dachte er und wandte sich zu dem Schürfer, der sich die Birne rieb.
"Hey du, das Generälchen schickt mich. DU sollst einen Brief zu Schmok bei den Clonws bringen. Da haste ihn." meinte Winfried und gab dem verdutzten Schürfer den Brief.
"Viel Spass dabei, ich geh jetzt zurück und sag dem Generälchen, welche tollkühne Heldentat du vollbracht hast !" rief Winfried, lachte wieder einmal hirnrissig und lief schnellstens davon. Im Laufen dachte er noch:"Winni, du bist doch ein helles Kerlchen !" und prompt lief er gegen den nächsten Baum...
Claw
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| 10.04.2004 22:24 | #370 |
| Khalef |
Langsam schlenderte Khalef durch die Ruinen. Er hatte sich einen neuen Sumpfkrautstengel angezündet, den er jetzt fröhlich rauchte.
Wo zum Henker ist meine Pfeife? überlegte er immer wieder fieberhaft. Was solls, Sumpfkraut war auch nicht schlecht.
Der Schürfer blickte sich um. Um ihn herum wuselten selbst um diese Uhrzeit noch Wassermagier herum und untersuchten die Ruinen. Khalef verstand nicht viel von sowas, deshalb war es ihm so ziemlich egal.
Dann lehnte er sich wieder gegen eine Steinmauer, zog genüsslich am Sumpfkraut und blickte hoch zum Mond. Dieser war einmal sein bester Freund gewesen, damals, als er noch alleine durch die Wildnis striff. Doch das war Vergangenheit. Er war über den Schicksalsschlag mit seinen Freunden in der Sumpfbruderschaft hinweggekommen und hatte sich den Jüngern des General Lee angeschlossen. Hier hatte er neue und vor allem viele Freunde gefunden.
Khalef blickte hoch zur hell leuchtenden Kugel.
"Du wirst trotzdem mein ewiger Begleiter bleiben!" sagte er leise und ein kleines Lächeln kam über sein Gesicht.
Diese Sentimentalität... Sie überraschte ihn...
Noch mitten in Gedanken versunken spührte er einen plötzlichen Schmerz am Kopf und lag gleich darauf ausgestreckt am Boden.
"Was zum...?" keuchte er. Mühsam erhob er sich und rieb sich seine schmerzenden Glieder und seinen Kopf. Dann sah er sich um, um den Ursprung seines plötzlichen Falls zu finden.
Keine 2 Meter vor ihm stand ein dümmlich grinsender Mann, seiner Kleidung nach zu urteilen ein Bandit.
Hey du, das Generälchen schickt mich. DU sollst einen Brief zu Schmok bei den Clonws bringen. Da haste ihn."
Eehe Khalef sich versah drückte der Typ ihm einen versiegelten brief in die Hand.
"Wio? Wo? Was?" stotterte der Schürfer und sah auf den Brief. Es dauerte bis er realisiert hatte, was der Mann eben gesagt hatte. Er sah wieder hoch.
"Das hältst du doch im Kopf nicht aus... haut der Spinner einfach ab..." schrie der Baumeister auf. "HEY DU! WENN ICH SCHON DEINE ARBEIT MACHEN MUSS, DANN SAG MIR WENIGSTENS WELCHE CLOWNS DU MEINST!!!"
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| 10.04.2004 22:39 | #371 |
| Die Banditen |
Grummelnd stand der Bandit wieder auf und sah sich um.
"Dummer Baum ! Was springst du mir auch einfach in den Weg !" brüllte den Kastanienbaum an und nur wenige Sekunden später krachte ein Ast herunter und verpasst Winfried erneut eine Beule.
"Halt !!!" schrie der Schürfer und rannte Winfried hinterher."Welche Clowns meinst du ?"
"Na die Clowns, die den ganzen Tag am Strand liegen... die...""Piraten ?" fragte der Schürfer.
"Genau die !!! Die Piratten... nee, Piraten !" rief Winfried erfreut aus. "Dort ist der Shrek... nee Schmok mein ich. Der soll den Brief haben. Aber nicht das Siegel kaputt machen, sonst wird Lee uns aufknüpfen..." zitterte Winfried hervor und bei dem Gedanken bekam er Angst und fing an wieder weg zu rennen, zurück zum Hof, wo er hergekommen ist.
Claw
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| 10.04.2004 23:29 | #372 |
| elpede |
Langsam und so leise wie eben möglich watete elpede durch den Morast. Bogen und Pfeil hatte er in der Hand, und seine Augen tasteten stetig die Dunkelheit vor ihm nach irgendwelchen Gefahren ab. Die gab es hier zur Genüge. Nicht weit entfernt röhrte ein Sumpfhai, Sumpfratten fauchten und zischten, Blutfliegen und Sumpfgasdrohnen surrten, und gelegentlich knackte es irgendwo an den Felswänden, wenn ein Sumpfgolem sich bewegte. Die Dunkelheit machte die Angelegenheit nicht gerade leichter, auch wenn heute Vollmond war. Hier unten im Dunst des Sumpfes bekam man nicht viel davon mit, zu dicht war der Nebel.
elpede erreichte das Banditenlager, das er erst vor wenigen Tagen entdeckt hatte. Nur wenige Minuten verbrachte er dort, dann ging er zurück in den Sumpf, begleitet von drei Banditen. Diese hatten sich bereit erklärt, ihm zu helfen. Als Jäger kannten sie sich perfekt aus und steuerten zielsicher auf eine kleine Insel im Norden des Sumpfes zu. Der Wolfszüchter folgte ihnen einfach, verließ sich auf ihre Ortskenntnisse und ihre Augen und Ohren.
Schließlich blieben sie stehen. Nicht weit vor der kleinen Gruppe bot sich dem Wolfzüchter ein altbekanntes Bild : Halb in den morastigen Boden eingegraben, sah er dort eine Blutfliegenkönigin liegen. Sie hatte die Männer noch nicht bemerkt.
"Denkt daran, ich brauche sie lebend", flüsterte elpede, ehe sich die Gruppe auflöste und die Banditen um die Königin herumschlichen, um sie von vier Seiten gleichzeitig in die Zange nehmen zu können.
elpede warf de Bogen wieder über die Schulter und angelte das Blasrohr heraus, das er an einem Band um den Hals befestigt hatte. Rasch war ein kleiner Pfeil vorbereitet und ins Blasrohr gesteckt. Nun ging er langsam auf die Königin zu. Sie bemerkte ihn, aber zeitgleich kamen auch die drei Banditen in die Reichweite, so dass das Tier nicht wusste, wen es zuerst attackieren sollte. So beließ sie es bei ihren wirkungslosen Drohgebärden, bis sie betäubt in den Schlamm zurückfiel.
Vorsichtig wickelte der Wolfszüchter die Blutfliegenkönigin in den Beutel ein und umwickelte diesen mit weiteren Tüchern so, dass sie im Falle eines vorzeitigen Erwachens keinen Schaden anrichten könnte, da Flügel und Stachel bewegungsunfähig waren.
Er bedankte sich noch einmal bei den drei Banditen und wartete, bis sie in der Dunkelheit verschwunden waren. Dann holte er die Schriftrolle heraus, die ihm die Hohepriesterin mitgegeben hatte. Die Worte darauf kannte elpede nicht, doch als er sie ausgesprochen hatte, merkte er, wie sich die Landschaft rasend schnell zu verändern begann. Alles verschwamm..
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| 11.04.2004 00:06 | #373 |
| Magier Adanos |
Scheinbar etwas gedankenverloren stand der Bandit Gjaron an eine Säule gelehnt, als Merdarion neben ihn trat.
"Ich grüße dich, Gjaron."
Der Bandit erwiderte den Gruß und fragte, ob er etwas tun könne. Merdarion lächelte.
"Ich hatte gehofft, du würdest fragen. In der Tat, es gibt etwas, das du für mich erledigen kannst. Dir ist sicher aufgefallen, dass nur wenige Mitglieder des Rings hierher gekommen sind. Ich mache mir Gedanken um jemanden, dem ich erst vor wenigen Tagen jenen Brief zukommen ließ, der auch dich zu uns geführt hat. Doch er ist nicht zum Treffen erschienen. Ich möchte, dass du gehst und nachsiehst, ob er den Brief erhalten hat. Du findest ihn in der Stadt. Sein Name ist Ferox und er ist Angehöriger der Garde Innos."
Der Magier beschrieb dem Banditen den Gardisten, so gut er ihn in Erinnerung hatte. Der Bandit schaute etwas skeptisch. Als Anhänger des Generals war er nicht gern gesehen in der Stadt. Doch Merdarion beruhigte ihn.
"Wende dich an Vatras, wenn du in Schwierigkeiten geraten solltest. Der Ring hat weitreichenden Einfluss. Das sollte dir helfen. Ich sehe, du trägst keinen Aquamarinring. Hier, ich gebe dir einen. Verlier´ ihn nicht. Wenn du Ferox gefunden hast, dann sorge dafür, dass er sich ins Kloster begibt. Erzähl´ ihm nichts über den Ring, bevor er nicht selbst ein Mitglied ist. Den Brief kannst du natürlich erwähnen, wenn es dir hilfreich erscheint."
Der Bandit nickte und meinte, er würde sich umgehend auf den Weg machen. Merdarion bedankte sich und machte sich auf den Rückweg zu Saturas und den anderen Wassermagiern. Auf Lee´s Leute hatten sie sich schon damals in der Barriere verlassen können, und Merdarion war davon überzeugt, dass das auch jetzt noch so war. Er wusste, dass Gjaron die ihm anvertraute Aufgabe erfüllen würde.
elpede
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| 11.04.2004 17:01 | #374 |
| Enzanie |
Ein brummendes Geräusch näherte sich dem immer noch schlafenden Mädchen, die Sonne war lange aufgegangen und schien wieder kräftiger als noch am Vortag. Es war aber nicht ganz so wichtig, denn die großen, dicken Bäume im Sumpf raubten viel Licht, das sie selber sehr gut gebrauchen konnten. Nur so konnten sie wachsen und der mineralienreiche Sumpfboden bot zusätzlich optimale Wachstumsmöglichkeiten, so wurden die Bäume im Sumpf riesig und konnten genauso alt werden, wie ihre Kollegen in den Wäldern. Sie hatten alles, Wasser, Mineralien und in Jharkendar schien so oft die Sonne, dass es auch daran nicht mangelte. Und der Sumpf konnte auch nicht austrocknen, da es hier immer wieder ergiebig regnete, meistens waren es warme Regenschauer, aber manchmal auch kalt.
Aber das Brummen kam immer näher und irgendwie musste es ihr Gehör wahrgenommen haben. Enzanie befand sich nur noch in einem Dämmerzustand, halb wachend und halb schlafend. Da wurde dieses Brummen zu einem Schmerz in ihrem Kopf, wie ein Kreisel, der sich immer wieder drehte und drehte und drehte…
Zack…
Auf einmal war ihr Gesicht mit einigen Blutflecken bestückt und sie zog ihr Schwert wieder aus dem zu Boden gefallenen Körper der Blutfliege. Sie hasste diese übergroßen Insekten. Diese Blutsauger mit ihrem lähmenden Gift. Sie hatte Glück, dass sie schon wach gewesen war, denn ein Stich von diesen zu groß geratenen Mücken konnte schlimme Folgen haben. Je nachdem, wie oft man gestochen wurde, konnte es von Hautreizungen, über Atmungsbeschwerden bis hin zum Tod kommen. Allerdings gab es natürlich Gegenmittel und diese kannte das junge Mädchen auch. Ein bestimmtes Kraut, das im Sumpf recht häufig wuchs, konnte helfen. Aber man musste sich beeilen, wenn man zulange wartete, konnte einem das Gift lähmen.
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| 11.04.2004 17:03 | #375 |
| Enzanie |
Enzanie stand vorsichtig wieder auf und schmierte das Blut vom Schwert auf dem Boden ab, so gut es eben ging. Schon wieder war es dreckig, das mochte ihr gar nicht gefallen. Auch ihr Gesicht hatte einige Spritzer abbekommen, aber es war ja nur normales Blut und nicht das gefürchtete Gift. Das lag bei diesen Mistviechern im Stachel und kam immer heraus, wenn die Fliege den Stachel in die Haut eines Opfers gebohrt hatte. Es waren keine starken Tiere, wenn man sie überhaupt als solche bezeichnen konnte, aber sie hatten dafür ein tödliches Gift. Normalerweise erlegten die Blutfliegen damit kleinere Tiere, manchmal auch Vögel, meistens aber Landbewohner, doch diese Gattung war äußerst aggressiv, sie griffen auch manchmal zu zwei oder zu dritt einen Sumpfhai an. Nicht selten gewannen diese Tiere das Duell auch und streckten die mächtigen Tiere nieder. Vor allem aber ihre Aggressivität gegen alles Bewegende war enorm. Auch vor Menschen machten sie nicht Halt, das war heute nicht anders als vor ein paar hundert Jahren. Ihren Namen hatten sie deswegen bekommen, weil ihre Flügelgeräusche genauso klangen, wie bei kleinen, normalen Sumpffliegen, doch ihr ganzer Körper war voller Blut. Sie saugten auch bei ihren Opfern nur das Blut heraus, einen richtigen Mund besaßen sie nicht, konnten keine feste Nahrung zu sich nehmen. Ein paar Heiler aus ihrem Volk hatten diese Gattung lange untersucht und einen Weg gefunden, wie man den Tieren den Stachel entfernen konnte. Mit ihren Gift konnte man gute Heiltränke brauen, Säfte und Extrakte, mit denen man Gefühlsneigungen beeinflussen konnte und natürlich konnte man mit ihrem Gift auch ein wirkungsvolles Gegengift brauen, das immer dann gut war, wenn man die passende Pflanze im Sumpf nicht fand. Die Blutfliegen waren nämlich nicht nur hier, sie waren auch an anderen Orten zu finden, hauptsache es war feucht. An einem feuchten Ort traf man fast immer auf eine Blutfliege, nur das Meer mochten sie nicht so.
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| 11.04.2004 17:04 | #376 |
| Enzanie |
Nun aber war sie wieder wach, erwacht aus dem Dämmerzustand und wieder fit für den Tag. Wer wusste schon, was er alles bringen würde, die Sonne stand zwar hoch am Himmel, aber ihre Linie konnte sie dank den Bäumen nicht erkennen, aber egal es war wieder hell und das zählte. Die junge Frau machte sich dann endlich auf den Sumpf zu durchqueren, es würde nicht lange dauern, aber es würde gefährlich werden. Enzanie kannte den Sumpf besser als jeder andere, zumindest war das damals noch so. Die Grotten schon waren fast so geblieben, wie sie sie kannte, wieso sollte sich der Sumpf wirklich verändert haben? Eigentlich eine unnötige Frage, es konnte eine Menge passiert sein, monatelang kein Regen mehr, das Aussterben der Population, vielleicht gab es ja gar keine Sumpfhaie mehr. Ein schrecklicher Gedanke, denn obwohl die Biester so gefährlich waren, irgendwie mochte sie die ja schon. Sie waren eben so was wie heilige Tiere, standen nur knapp hinter dem Adler und waren die Hüter des Sumpfes. Sie waren langsam, schienen nur in der zähen Masse rum zu kriechen, aber wenn sie Hunger hatten und ein Opfer in der Nähe war, kamen sie blitzschnell heraus. Und egal ob Sumpf, Wiese oder normale Erde, sie konnten sich überall bewegen, nur vermieden sie es sich weit von ihrem Sumpf zu entfernen und gaben Verfolgungen immer recht rasch auf. Doch für ihre meisten Mahlzeiten brauchten sie keine Verfolgungen, die bekamen sie in Windeseile. Zum Glück hatten sie eine Distanz zu Stein und kamen deshalb nie ihrem Lager zu Nahe, dem Tempel und die Häuser.
Enzanie spürte schon, wie sich die Luft geändert hatte. In der Wüste roch es viel wärmer und trockener, hier war die Luftfeuchtigkeit viel höher. Außerdem herrschte hier viel mehr Leben, alleine aus den dichten Baumwipfeln hörte man unzählige Vogelstimmen, die dort oben in Reihe saßen oder ihre Nester hatten. Zudem fühlten sich allerlei Schlangen und Spinnenarten im Sumpf super wohl. Das war wirklich der einzige Nachteil daran, denn diese zwei Gattungen konnte Enzanie partout nicht ausstehen und tötete es auch gerne mal ohne Grund. Jedenfalls war sie nun sehr konzentriert, während sie auf den Wegen entlang ging, vorbei an den richtigen Sumpflöchern, immer auf die Inseln zu, die aus der Landschaft herausragten. Es gab hier ein paar gute Verstecke und eines davon wollte sie nun aufsuchen, in der Hoffnung, dass es noch da war…
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| 11.04.2004 17:05 | #377 |
| Enzanie |
Über die kleinen, sumpfigen Inseln hinweg, näherte sie sich direkt wieder dem dichten Ruinenwerk am Haupttempel, aber bis sie da war, konnte sie noch ein wenig auf die Atmosphäre im Sumpf achten, denn später würde dafür keine Zeit bleiben. Ein altes Schmuckstück, eine kleine Halbkrone sie war einst ihr Zeichen als Erstgeborene des Kriegerführers, doch sie hatte sie an jenem Tag nicht aufgezogen, sondern an ein Versteck gebracht. Enzanie erinnerte sich noch sehr gut dran, wie sie mit zwei Kriegern losgezogen war, zusammen mit der Halbkrone und einigem anderen Zeug, das aber weniger von Bedeutung war. Warum sie die Sachen versteckt hatte? Ein kleiner Brauch war es, nicht mehr und nicht weniger, aber warum sie die Halbkrone auch in dem Sack vergessen hatte, sie wusste es nicht. War sie denn wirklich so verwirrt gewesen, oder war es ein Zeichen gewesen, dass sie damals noch nicht deuten konnte? Egal, hoffentlich lag es noch da, alles andere war erst mal egal.
Auf den kleinen Inseln des Sumpfes waren allerlei Pflanzen, heilende Kräuter, die immer noch so aussahen wie früher. Es waren diese kleinen grünen Blätter, die sich zur Seite hin dehnten, da in der Mitte die prächtige, gelb bis orange Blüte wuchs. Allerdings wuchsen die Blüten nur sehr, sehr langsam und waren deshalb sehr begehrt. Die heilenden Pflanzen waren aber schon wirksam, wenn man nur die grünen Blätter hatte, doch die Blüte hatte eine zehnmal so große Kraft. Aber es gab auch im Sumpf selber Pflanzen, Kraut, das sehr dünn wuchs und in kleinen Kronen aufging. Die Stiele waren so dünn, dass sie ganz leicht herauszurupfen waren, aber dieses Kraut hielten sie immer für Unkraut und hatten es nie genutzt. Und dann gab es da noch die Sumpfpilze, eigentlich waren es dieselben Pilze, die auch überall sonst wuchsen, aber diese Pilze hatten ein unglaubliches Sumpfaroma, man schmeckte ihnen die Würze geradezu heraus, allerdings auch den Geschmack des Morasts und deswegen war er nicht für jeden was. Die junge Frau ging weiter, war sie doch schon so gut wie da…
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| 11.04.2004 17:07 | #378 |
| Enzanie |
Als Enzanie über den kleinen Steg herüberhopste und dann weiter nach oben ging, auf dem aufgeschütteten Erdgang, war ihr Ziel unmittelbar vor ihr. Eine kleine Insel, aber höher als der eigentliche Sumpf, auf einem Plateau, das zwischen dem Hauptpalast und dem Tempel der Krieger lag. Dort befand sich eine große Steinwand und in der Steinwand war eine kleine Höhle. In diese dunkle Höhle ging sie nun, doch dank des Sonnenlichtes war es hell genug. Die Höhle war nicht tief, nur drei Meter ging sie in den Fels, doch sie hatte ihren Schatz weder verbuddelt, noch eingemauert. Ein kleines Steingrab war darum und Enzanie lächelte das erste Mal seit Stunden, als sie sah, dass es noch immer da war. Schnell und aufgeregt nahm sie die Steine wieder ab, trug das Grab Stück für Stück wieder ab, dann kamen schon die ersten Fetzen des ehemaligen Lederbeutels heraus. Es war ein sehr guter Lederbeutel gewesen, doch die Zeichen der Zeit waren auch an ihm nicht spurlos vorüber gegangen. Er war sehr porös und hatte Löcher bekommen, doch noch immer war sein Inhalt gleich geblieben. Die kleinen Kupferstücke sahen noch so aus, wie vor ihrem Schlaf und in der Mitte, eingehüllt in dem grünen Schutz, da lag sie, ihre Halbkrone. Sie war nicht mehr so schön wie noch zuvor, hatte ihren Glanz verloren, schimmerte nicht mehr, aber das war Enzanie egal. Sie nahm den Beutel mit, auch wenn er nicht mehr so gut hielt wie einst, hielt er noch den Inhalt. Sie ließ vorerst mal alles drin, denn die Sachen würde sie erst später brauchen, jetzt wollte sie so schnell es ging zum Tempel kommen, denn sie hatte alles, was sie brauchte, die Anrufung konnte beginnen.
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| 11.04.2004 17:08 | #379 |
| Enzanie |
Als sie das Plateau heruntergekommen war, huschte sie durch den Sumpf, wieder die Inseln nutzend, aber immer auf die Sumpfhaie achtend. Die Blutfliegen hatte sie schon einige Male verdächtig nahe gesehen, doch ihr Schwert war immer griffbereit und scheinbar spürten die Flügen diese Tatsache und hielten sich noch zurück. Der morastige Sumpf, aus dem auch mal die ein oder andere Gasblase aufstieg und auch eine Menge Frösche quakten, er war ihr mittlerweile so ans Herz gewachsen, dass sie sich nur über Menschen wundern konnte, die den Sumpf als ekelhaft oder abstoßend empfanden. Man musste ja nicht unbedingt durch den Sumpf selber waten, wer sich danach über stinkende Kleidung beschwerte, der war doch glatt selber Schuld. Enzanie glitt geschwind über die Inseln und Felsenstücke, kannte noch jedes Fleckchen und nur wenige Steine hatten sich verändert. Diese ganzen Erinnerungen, sie waren ja so schlimm, sorgten sie doch dafür, dass das Mädchen immer wieder an damals dachte und sich nach ihren Freunden sehnte. Der Beutel drohte zwar jeden Moment zu reißen, doch er hielt. Und dann, dann war es soweit. Sie sah sie…
Es war irgendwie klar, denn die Sumpfhaie waren trotz der Blutfliegenplage eine stolze, große Rasse. Man musste ihnen zwangsläufig begegnen, wenn man durch den Sumpf ging und es gab sie tatsächlich noch. Sie waren nicht ausgestorben, diese wundervollen Tiere, hatten sich kein bisschen verändert. Die beiden Exemplare, die nun vor ihr auf der nächsten Insel standen, es waren zwei Männchen, das erkannte sie genau, doch wie schon gesagt. Enzanie hatte großen Respekt vor den Tieren und ihr Volk hatte sie stets geachtet, nie hatten sie einen Sumpfhai als Opfertier benutzt und dafür zeigten diese Tiere einen ungewohnten Respekt vor Leuten, die mit dem Zeichen des heiligen Adlers durch das Leben liefen. Und auch dieses Mal war dies nicht anders. Die junge Frau bebte innerlich, als sich das Ritual erneut wiederholte. Nach all den Jahrhunderten, in denen ihr Volk nicht mehr hier war, raunten die geifernden Geräusche wieder durch den Sumpf und die Sumpfhaie, die zu zweit eine echte Gefahr dargestellt hätten, wichen ehrfürchtig zur Seite vor einer Trägerin des Zeichens des Adlers. Dankend richtete sie ihren Kopf aus und marschierte dann unmittelbar weiter…es hatte sich nichts geändert, doch es machte ihr die Entscheidung nur noch schwerer, jede Erinnerung an damals wurde so ein Tonnenstein. Aber der Tempel war nun schon fast erreicht, nur noch wenige Meter…aber…was war das… Ihre Augen sahen auf einmal Stege, wie in dem Sumpflager von Doooom. Aber so was hatte es hier nie gegeben? Bedeutete das etwa…das hier Menschen waren?
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| 11.04.2004 17:09 | #380 |
| Enzanie |
Die Stege waren aus Holz, wie man es erwarten konnte, es war jedoch neueres Holz, das nicht dem Zerfall preisgegeben wurde, richtig gutes Holz, die Stege konnten noch nicht lange hier stehen, das sah sie eindeutig. Misstrauisch ging sie über die Holzkonstruktionen. Eine, zwei, drei. Immer wieder verbanden sie die Inseln miteinander und sie roch den fremden Geruch schon förmlich. Wenn es um den Tempel der Krieger ging, ihrer Heimat, war sie sehr penibel und konnte auch ziemlich gut abschätzen, was los war, aber irgendetwas stimmte hier nicht. Fast schon war sie aus dem Sumpf raus, da hörte sie wieder das Brummen von Blutfliegen. Doch diese ignorierte sie nun, denn es gab jetzt wichtigeres zu klären. Tatsächlich schienen Menschen hier zu wohnen, nicht anders war zu erklären, wie eine Hütte am Ende eines Steges stehen konnte, die sie noch nie gesehen hatte. Doch die Steine erkannte sie ganz deutlich. Es waren Steine von einem der zwei Wachtürme, die hier standen. Man hatte einfach die Steine genommen und ein neues, vollkommen anderes Haus gebaut. Ein Lagerfeuer brannte am Boden, mit Steinen abgelegt und mit einer aufwendigen Holzkonstruktion versehen, so dass man wohl sehr gut etwas darüber braten konnte. Doch wo waren die Besitzer von all dem? Enzanie ging weiter, ohne groß auf irgendwelche Konsequenzen zu achten lief sie auf den Tempel zu, als plötzlich ein Mann aus der Hütte kam und drei weitere Kerle in ihr Blickfeld rückten.Hey, wer ist das denn?, rief einer der drei anderen zu und auch der Mann, der aus dem Haus gekommen war, musterte sie mit bedenklichen Zügen. Enzanie blieb für einen Moment stehen. Normalerweise hatte sie ja kein Problem damit, dass sie Fremden begegnete, aber hier? Sie war zu konzentriert, als das sie Angst haben konnte, der Moment, in dem ihr Leben zu Ende drohen schien, er kam immer näher. Angst, wie lächerlich…
Verdammt, wer seid ihr und was macht ihr auf dem Gelände hier? Die drei Männer lachten gleichermaßen auf, schienen sich lustig zu machen, nur der Mann, der ihr so nah war und aus der Tür gekommen war, er lachte nicht mit und musterte sie weiter. Alle trugen sie einheitliche Kleidung, nur leicht verändert. Felle waren an ihnen befestigt und blauer Stoff war verarbeitet worden.
Hört doch mal mit dem Geschrei auf. Ich bringe sie zum Anführer, soll er entscheiden, was mit ihr wird. Verdammt, hier hat man keine Ruhe mehr.Der Sinn des letzten Satzes blieb ihr verborgen, aber nicht nur das. Enzanie rätselte über so manches, aber sie wollte sich ruhig zu ihrem Anführer bringen lassen, das würde Zeit sparen…
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| 11.04.2004 17:11 | #381 |
| Enzanie |
In Ordnung, bring mich zu eurem Anführer, wer auch immer du sein magst! Ihre unfreundliche Stimme kam nur daher, dass sie im Moment nicht mehr zu scherzen aufgelegt war. Es war ein schreckliches Gefühl, denn nicht nur diese Leute bereiteten ihr Kopfzerbrechen, sie war nur noch ein paar Minuten vom Tempel entfernt, wenn er denn noch stand, wovon sie fest ausging. Ein paar Minuten zwischen dem Anfang eines neuen Lebens oder dem Ende eines alten Körpers. Sie wurde nervös, veränderte sich, sie merkte es selber.
Erstaunlicherweise beließen es die drei Männer dabei und legten sich wieder in ihre Liegen, während sie der vierte über die gewohnten Steintreppen in das Herzstück ihrer Anlage führte. Schon von weitem sah sie die Spitze des Tempels und wusste, dass er noch stand. Der Mann brachte sie bis vor den Tempel, während sie sich ansah, was aus ihrem ehemals stolzen Heimatort geworden war. Dann, vor den Treppen des Tempels, wurde sie an einen Mann übergeben, denn ihr Führer mit Thorus betitelte. Was für ein schöner Name das doch war. Enzanie jedoch hatte ihre Blicke nicht mehr von den Treppen abgelassen und hielt noch immer den Beutel mit den mehr oder weniger kostbaren Schätzen in Händen.Dann kam er, ein großer, starker Mann, in einer blitzenden Rüstung, mit Zweihandschwert und Furchen im Gesicht, begleitet von zwei Wachen. Wer auch immer dieser Thorus war, er war stark, konnte kämpfen und war sicher nicht zu besiegen, nicht in ihrem jetzigen Zustand. Doch wer dieser Mann war, interessierte sie nicht, kümmerte sie nicht. Hauptsache es würde schnell gehen, der Tod wartete nicht.
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| 11.04.2004 17:13 | #382 |
| Enzanie |
Schon wieder jemand? Was schleppt ihr mir da immer an? Wo kommen diese ganzen Fremden her? Ach was sag ich, hat doch eh keinen Sinn…
Hey du, wer bist du und was willst du hier? Es war wirklich seltsam, dass der Mann, der aussah wie einer aus dieser Stadt, aus Khorinis, sie als Fremde betitelte, doch sie wollte nichts verraten, wollte nur gehen. Mit kleinen Schritten drehte sie dem Mann den Rücken zu und ging auf die erste Stufe des Tempels, wobei sofort der eine Mann zu ihr hinlief und sie aufforderte zu antworten, was sie aber ohnehin vorhatte.
Ich heiße Enzanie, aber mein Name wird euch nicht interessieren. Ich weiß nicht wer IHR seid und was IHR auf dem heiligen Boden der Kriegerkaste zu suchen habt, aber jetzt ist es sowieso egal. IHR werdet dafür keine Rechenschaft mehr ablegen müssen, doch ich werde dies tun müssen. Ich muss in den Tempel, dem Tempel, der einem Gott geweiht wurde, dem ich diene. Lasst mich einfach ziehen, aufhalten könnt ihr mich sowieso nicht. Wenn IHR mich töten wollt, dann tut es, aber rechnet nicht damit, dass der Kampf zu eurem Vorteil ausgehen wird. Ich bin ohnehin verloren und nun…gehabt euch wohl.
Enzanie ging die zweite, dritte und vierte Treppenstufe, eine nach der anderen, langsam und beständig. Nie waren die Erinnerungen so intensiv wie jetzt, diese Stufen, sie bedeuteten mehr als nur Stein und Heimat. Ihre Knie zitterten, doch das war egal. Die Fremden, die die wahren Fremden waren, wollten sie noch aufhalten, aber der Mann in der prächtigen Rüstung, ihr Anführer, er winkte ab. Lasst das Mädchen ruhig in den Tempel gehen, wenn sie unbedingt sterben will, soll sie das tun. Ja, sterben…den Tod würde sie da drinnen finden, die Frage war nur, in welcher Form das geschehen würde. Ihre blassen Hände hatten nun Mühe den Beutel festzuhalten, aber es ging noch. Ihr Ziel war der Opferschrein, der in jedem Tempel stand. Fünfzig Meter waren es, genauso genommen siebenundvierzig, sie kannte den Tempel besser, als diese Männer es je tun würden. Denn sie war in ihrem einstigen Ausbildungsort. Einem heiligen Ort. Und der Scheideweg zwischen Leben und Tod holte sie, schon nachdem sie das zweite Stufenpaar hinter sich gelassen hatte, durch die Öffnung gegangen war, kam ein Wind auf, ein Wind, der ihr zu verstehen gab, dass man sie schon erwartet hatte…
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| 11.04.2004 18:16 | #383 |
| Enzanie |
Es war weder unheimlich in dem dunklen Gemäuer, noch seltsam und ihre Schritte waren klar und lautlos. Die schönen Verzierungen an den Wänden waren verblasst, wahrscheinlich konnten die Leute da draußen sie nicht einmal deuten. Warum sie Angst vor dem Tempel hatten war ihr egal, sollten sie halt, war ihr nur recht. Aber den Zerfall des einstigen Heiligtums konnte auch sie nicht aufhalten. Es war zu spät. Bald würde aus dem einst so ruhmreichen Tempel eine leblose Ruine werden. Die Natur würde eventuell Besitz von ihm ergreifen und dem Zerfall preisgeben. Es war ihr egal, wenn sie nur diese eine Antwort bekommen würde. Ob ihr toter Leib hier sein würde konnte sie klar verneinen, denn sie wollte nicht hier sterben, wenn dann wollte sie beim Meer sterben, sie hatte es sich ja schon ausgemalt, die Klippen wären dabei sicherlich passend. Vielleicht ein Genickbruch, vielleicht würde sie sich auch das Schwert in die Brust rammen und dann hinunterfallen. Aber über so was wollte sie noch gar nicht nachdenken, noch war die Antwort nicht gefallen.
Der Gang, der eine, er zeigte sein Gesicht nur spärlich, dünne Lichtstrahlen wiesen ihr den Weg, den Weg zum Schrein des Opfers. Und dann, dann trat sie durch den Bogen und stand in dem kleinen Raum. Ihr Beutel rutschte aus den Händen, platzte auf dem Steinboden auf und die Kupferschätze fielen heraus. Enzanie zog ihr Schwert und tastete die Decke ab. Mit suchenden Augen fand sie die Fledermäuse. Ohne zu zögern schlug sie einer Fledermaus den herabhängenden Kopf ab und las das blutende Stück des restlichen Körpers auf. Die Fledermäuse waren jetzt wie wild, doch ein Pfiff aus ihrem Munde sorgte schon bald für Beruhigung. Es war ein Opfer und ihre Schuld war hoch, doch sie brauchte das Blut. Das Blut aus dem Körper floss in die Schale, die vor ihr auf Augenhöhe stand. Gehalten wurde sie von zwei Kriegern, aus Stein, Statuen, in menschlicher Größe. Es war ein Opferschrein für Utzatekl, dem größten und einzigen Gott. Das Blut war zäh und klebrig und trotzdem floss es hinein, ehe sie den Körper der Fledermaus sanft in eine Ecke lag und ein schützendes Wort über sie sprach. Dabei fühlte sie mit dem Tier, konnte sich aber keine Schwäche erlauben. In die Schale kamen auch noch sämtliche Kupferarbeiten, die sie fand, darunter kostbare Stücke in der ehemaligen Zeit.
Zu guter letzt setzte sie die Halbkrone auf und kniete vor der Schale nieder, faltete die Hände und schloss die Augen. Die Beschwörung konnte beginnen, der Faden aus Seide, an dem ihr Leben hing, war fertig gesponnen, die Schere lag nun in den Händen der Geister. Sie sollten über ihr Leben richten, sie alleine…Enzanie…konnte das nicht…
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| 12.04.2004 18:20 | #384 |
| Aros |
Eine einzelne Gestalt wanderte über den trockenen, spärlich grasbewachsenen Boden im Norden, nicht weit vom Strand entfernt. Sand lag hier noch zwischen den Grasbüscheln, und es war relativ warm, schon so früh im Jahr. Die Gestalt war ein großer, kräftiger Kerl mit sonnenverbranntem, von einigen Narben gezeichnetem Gesicht und langen dunkelbraunen Haaren, die ihm wie immer ungepflegt und in fettigen Strähnen in die finster gerunzelte Stirn fielen. Eigentlich nichts Ungewöhnliches für Aros - doch heute war er zornig und unzufrieden. Hätte den Mann jemand gesehen, er würde ihm wohl lieber aus dem Weg gehen.
Immer wieder trat er gegen herumstehende Palmen, die ihm im Weg waren, und belegte sie daraufhin mit einem schrecklichen, grauenhaften Fluch. Zu Dutzenden wuchsen sie hier. Eigentlich hatte er nichts gegen sie, spendeten sie doch so angenehmen Schatten. Aber im Moment brauchte er jemanden, an dem er den Frust auslassen konnte. Bäume waren da allerdings nur zweite Wahl, die schrieen nicht wütend auf vor Schmerz, traten nicht mal zurück.
Warum er so zornig war, dass er arme, wehrlose Palmen quälte, wird man sich nun fragen? Nun - Greg hatte ihn geweckt. Geweckt! In aller Frühe! Nun, eigentlich war es schon Mittag gewesen, doch das änderte nichts daran, dass man einen Piraten nach einer ruhmreichen Nacht nicht wecken durfte. Jetzt noch schmerzte Aros der Schädel von dem Teufelszeug. Aus dem Lager hatte Greg ihn geworfen, ihn einen Taugenichts genannt. Auf die Jagd hatte er ihn geschickt. Fleisch holen, fürs Lager. Diesen erbärmlichen, fetten Ratten hinterher jagen, unten am See im Talkessel, während die anderen im Lager die demnächst anstehende Fertigstellung des Schiffs schon mal feiern durften (eigentlich feierten sie immer, aber so gab´s gleich noch einen guten Grund dafür). Doch Gregs Befehle konnten ihm heute gestohlen bleiben. Dieser fette Sitzpisser von einem Käpt´n!
Eingeschnappt stapfte Aros weiter, in Richtung Inneres der Insel. Der würde schon noch sehen, was er jetzt davon hatte, ihn zu behandeln wie eine jämmerliche Landratte. Dummerweise war er auch noch eine jämmerliche Landratte - das war ja das Schlimmste. Er besaß weder Geld noch Schmuck noch tolle Waffen, wie die anderen Piraten im Lager. Nur so ein erbärmliches, halbwegs verrostetes Schwert baumelte an seinem Gurt und schlug mit jedem Schritt gegen sein Bein – das war sein einziger Besitz. Nicht einmal kämpfen konnte er damit. Dies war nun die unbefriedigende Gesamtsituation, die tollen Geschichten vom grimmigen Freibeuter Aros. Und nun hörten auch noch die Palmen auf, je weiter er ging. Pah!
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| 12.04.2004 21:25 | #385 |
| Gjaron |
Ein paar wilde Tiere und viele zur Seite geschlagene Blätter später, kam der Bandit auf dem Plateau an. Bevor er zu Merdarion gehen würde, genehmigte er sich erst einmal eine knusprig gebratene Fleischkeule, welche einer der Anhänger des Rings nahe der Steinhütte in einem großen Feuer brutzeln lies. Mit vollem Mund lobte er den Koch und hielt dann Ausschau nach einer Sitzgelegenheit. Nach kurzer Suche entschied Gjaron sich für den Felsen, auf welchem er auch schon vor ein paar Tagen gesessen hatte. Vielleicht hatte sich sein Hintern den Konturen des Steins angepasst, oder jemand hatte den Stein bearbeitet, jedenfalls saß es sich bequemer als das letzte Mal. Genüsslich biss er in die dampfende Keule in seiner Hand und nahm ein paar Schlücke aus seiner Wasserflasche. Mit dem faltigen Hemdärmel wischte er sich den fett umrandeten Mund ab und fuhr sich danach mit der Zunge über die rauen Lippen.
Nach dem köstlichen Mal rutschte er vom Stein und saß auf dem weichen Grasboden. Entspannt lehnte er sich an den Fels, verschränkte die Arme hinter dem Kopf und versuchte zu schlafen.
Schon etwas müde blickte er sich um und nach ein paar Minuten war der Bandit auch schon eingenickt.
Gjaron träumte von abenteuerlichen Unternehmen hier auf der kleinen Insel Khorinis und in fremden Welten, welche es vielleicht wirklich jenseits der Meere gab.
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| 12.04.2004 21:40 | #386 |
| Enzanie |
Argenus trispentis argom tus, ésperos norantis torganis juspan. Ureanis olkreg sum par. Evanutras zulipos vermenios ank bar, trosos vialetio antritio lagum. Iorigian, suplis, argentos supar. Erontus skar le far kolis. Chimaeras abar tus. Ilis su iman. Rissus, tupus an nenom Trakon.
Ihr Geister die ich rief. Nehmt mein bescheidenes Opfer und erscheint mir bitte. Es gilt über mein Leben zu richten. Sagt mir, was ich tun soll, sagt mir, was die Zukunft bringt und bereithält. Erscheint mir und kündet mir vom Tod oder vom Leben, nehmt mein Blutopfer und gewährt euch neues Blut in meinen Adern. Sagt mir, ob mein Leben noch einen Sinn auf Vollkommenheit hat, sagt mir, ob ich glücklich sein kann, so wie es jetzt ist. Ahnen, helft mir. Vater hilf mir, schickt ihn, schickt Trakon.
Plötzlich wurde es laut im Gang hinter ihr, doch Enzanie hielt nach wie vor ihre Augen geschlossen, ließ die Hände gefaltet und betete zu Utzatekl und hoffte auf eine Antwort. Doch die Fledermäuse, sie schreckten auf und flogen in einen anderen Teil des Tempels, als der Königsvogel kam. Der Adler, er war durch den Vordereingang gekommen und bis zum Opferschrein geflogen, nun saß er da, auf der Schale und sah mit seinen kleinen Augen auf das Menschenkind. Sein Gefieder war sauber und rein und er sah wirklich wie ein König aus, nicht nur wie ein Vogel…
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| 12.04.2004 21:42 | #387 |
| Enzanie |
Öffne die Augen Enzanie. Deine Bitte wurde erhört, nun sag, was du zu sagen hast. Diese Stimme…diese Stimme. Sofort schlug sie die Augen auf und blickte auf den Adler, der in dem Moment die Flügel auseinanderbreitete und so riesig wirkte.
Ich…ja. Diese Welt, ich weiß nicht, ob sie die richtige ist. Ich gehöre einfach nicht hierher. Ich bin aus der Welt der Untergegangenen. Die Zivilisation ist tot und ich gehöre in diese Welt, die Welt der Verstorbenen. Der Adler hob seinen Flügel, was wie eine menschliche Geste aussah. Aber du hast eine Chance bekommen. Dir wurde das Leben geschenkt. Willst du denn das alles wegwerfen? Enzanie schüttelte den Kopf. Nein…natürlich nicht. Ich weiß, was es für ein Geschenk war. Aber mir fehlt hier so viel. Meine Freunde, meine Familie, mein Volk, meine Heimat… Der Adler hüpfte nun auf eine Schulter von den beiden steinernen Kriegerstatuen und blickte sie aus funkelnden Augen an. Es ist nicht immer leicht zu leben. Diese Verluste die du beschreibst, sie sind wahrlich nicht leicht zu ertragen, Aber eine starke Prinzessin kann auch das schaffen. Diese neue Welt hier, auch sie bietet dir eine Chance. Eine Chance auf einen Neuanfang. Du brauchst dir keine Gedanken mehr um das Volk machen, sie sind alle wohlbehalten. Denk jetzt an dich Enzanie. Denk jetzt an dich. Diese Stimme, sie konnte es nicht mehr aushalten, diese Worte, war er es, war er es wirklich? Vater, bist du es, bist du das, der zu mir spricht? Der Vogel antwortete nicht, sekundenlang blieb es still, ehe der Adler von der Statue abhob und auf ihre Schulter flatterte. Enzanie…bald wird alles anders…für dich. Du darfst deinem Leben kein Ende bereiten, es wäre eine Verschwendung. Gehe zu den alten Ruinen des Palastes. Dort wird sehr bald jemand erscheinen, du wirst ihn sofort erkennen. Utzatekl schickt ihn zu dir, aber was danach geschieht bleibt dir überlassen. Ob du lebst oder stirbst, dein Handeln entscheidest du, du bist nämlich alt genug für so was, bist nicht umsonst eine Kriegerin des Volkes geworden. Aber ich will, dass du lebst….
Tochter…
Des Adlers Schnabel berührte ihre Wange, wie auch schon auf dem großen Wachturm vor ein paar Tagen, dann stieß er sich ab und flog fort. Zurück in seine Heimat, zurück in seine Zeit. War das wirklich Trakon, ihr Vater. Hatte sie gerade wirklich „Tochter“ gehört…?
Vater…
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| 12.04.2004 21:56 | #388 |
| Enzanie |
Enzanie stand wieder auf, aus ihrer knienden Haltung erhob sie sich und sah in die Opferschale. Sie war leer. Kein Kupfer, kein Blut, keine Reste. Das Ritual…es hatte gewirkt. War es ein Traum gewesen? Nein, es war kein Traum, ganz sicher nicht. Und wenn, es war egal, denn sie hatte jetzt ihre Antworten bekommen. Die junge Frau sprach ein paar dankende Worte zu ihrem Gott und verneigte sich vor der Opferschale, dann aber war es Zeit, Zeit zu gehen.
Mit erhobenem Haupt und überhaupt keinem ernsten Gesichtsausdruck mehr, ging sie durch den dunklen Gang und langsam kehrten auch die aufgewühlten Fledermäuse zurück an ihre Schlafplätze, obwohl dies einigen jetzt sichtbar schwer fallen würde, denn es war Zeit für sie, Zeit zum jagen. Die Nacht war über der Insel hereingebrochen, Enzanie konnte das gut sehen, war es doch unübersehbar, als sie die kleinere der beiden Treppen herunter ging. Die Männer, die um ein Lagerfeuer saßen, nahmen sie sofort war und staunten nicht schlecht, das jemand wieder lebend aus dem Tempel herauskam, wenn er einmal drin gewesen war. Dann ging sie die größere, längere Treppe hinab und stand wieder auf festen Boden von herrlich grünem Gras und duftender Erde.
Hey, wie habt ihr es geschafft da wieder raus zukommen? Unter den Männern war auch der Mann mit der großen, blitzenden Rüstung und vier weitere Männer, sie hatten einen großen Tiriki über ihr Feuer gehängt und gebraten. Da konnte sie nicht widerstehen, die letzte Mahlzeit musste schon etwas her sein…Wenn ihr mir etwas von eurem Ti…ähm Scavenger abgebt, dann erzähl ich es.Die Männer willigten ein und so erzählte sie Thorus und seinen Kumpanen die Geschichte, sie flunkerte ganz schön, berichtete von wilden Kämpfen und das noch immer hunderte wilder Tiere im Tempelinnern waren. Na ja, Fledermäuse waren ja auch wild, also war das nicht mal gelogen, aber sie wollte vermeiden, dass noch mal jemand den Tempel betrat und außerdem konnte sie ja schlecht die Wahrheit erzählen, im Ausgleich erhielt sie massig leckeres Fleisch und die Menschen waren zufrieden. Der Abend war noch lange nicht vorbei, aber Enzanie war glücklich, auch wenn sie noch immer nicht so wusste, wie ihr geschah…
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| 13.04.2004 15:47 | #389 |
| Shaela |
Seufzend stapfte Shaela durch das hohe Gras. Dieses dumme kraut, dessen Namen sie nicht einmal mehr wusste war nicht zu finden. Zwar ging es Schnubbi schon wieder etwas besser, doch ob das lang anhalten würde war zweifelhaft. Doch den schienen solche Gedanken nicht wirklich zu beschäftigen: Fröhlich krächzend hüpfte er der Amazone voraus und pickte nach allem möglichen was ihm in den Weg kam: Beeren, Obst, Frösche, Menschen...
Moment mal. Menschen!? Verwundert schaute sie sich Schnubbi’s neuestes Opfer an: Ja, tatsächlich, es war ein Mensch. Wenn auch vom aussehen eher ein schlanker Ork mit heller Haut passen würde, aber es schien ein Mensch zu sein. Und schien nicht sonderlich gut drauf zu sein, erst recht nicht, weil der Scavenger ihm an den Haaren zupfte. Uh-oh...
Bevor noch etwas geschah, mischte sich Shaela ein.
„Er will nur spielen...“ meinte sie breit grinsend. Hähähä, das jagte auch solchen harten Brocken Angst ein.
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| 13.04.2004 16:32 | #390 |
| Aros |
"Aaah! Uhh, ohh... na warte, du dreckiges Mistvieh... dir hack' ich den Kopf ab!", stieß Aros hervor und befreite seine fettige Haarpracht händeringend von diesem gierigen Schnabel. Nicht genug mit der Schlechtigkeit der Welt, nun fiel ihn auch noch ein blutrünstiger Riesenvogel an. Seine rechte Hand tastete nach seinem Messer, während die andere den Scavenger auf Distanz hielt (d.h., das Tier schnappte nun immer wieder nach ihr). Dann aber vernahm der Pirat plötzlich eine Stimme... die liebliche Stimme einer Frau. Er blickte überrascht auf. Tatsächlich, da trieb sich eine Dame hier herum, in dieser Einöde. Und die grinste ihn an.
"Hä?", brabbelte Aros und musterte sie flüchtig. War das am Ende eine dieser Amu... Amä... Amazonasfrauen? Oder wie hießen die... "Aber so tu doch was, siehst du denn nicht, dass er mich umbringen will?", stammelte Aros. Eine peinliche Pause trat ein, der Scavenger ließ von ihm ab und blickte ihn schief und unschuldig an an. Ein abgerichteter Scavenger, wahrhaftig. Der Pirat steckte zögernd sein Messer weg. Was für ein jämmerliches Tier.
"Ähmhem... schönes Tier", meinte er und wischte sich angewidert die vom Scavengersabber triefende Hand an der Kleidung ab. "Ist das deiner? Sieht ´n bisschen dürr aus, das Vieh. Aber... was macht ihr denn hier? Hier isses doch viel zu gefährlich für Frauen."
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| 13.04.2004 17:36 | #391 |
| Enzanie |
Als der nächste Tag angebrochen war, befand sich die junge Frau noch immer im Lager der Fremden. Die letzte Nacht war lange geworden, denn auch nach ihrer Geschichte gab es immer noch viele Männer, die etwas von ihr wissen wollten. Allerdings lehnte sie ganz bewusst die Angebote von diesem Feuerwasser ab, was auf den Unmut von manch einem stieß. Aber nur zu gut kannte sie die Wirkung dieses Wässerchens und hatte deshalb auch nicht vor etwas an ihrer Meinung zu ändern. Auch die anderen Männer erzählten etwas, über Beutezüge und über das vermehrte Aufkommen von fremden Leuten, die nicht zu ihnen gehörten. Dazu zählte sie ja auch. Einzig und alleine Thorus schwieg den ganzen Abend und aß auch nicht sehr viel. Sie merkte ihm schon an, dass er mehr der Ruhige war und sich mehr auf das Beobachten, als auf das Reden konzentrierte. Er war bestimmt ein guter Zuhörer.
Doch irgendwann hatte sie sich dann einen einsamen Ort gesucht, in einer kleinen Wiese unter zwei Bäumen, war dort eingeschlafen und schlief bis jetzt.Langsam aber hieß es nun Abschied nehmen, Abschied von dem alten Tempel, von der Ruine. Abschied von ihrer nahesten Heimat und auch Abschied von den Fremden. Sie sprach nur ein paar Worte an diesem Morgen, Abschiedsworte waren es, die da durch ihren Mund an die Ohren der Fremden drangen. Abschiedsworte mit denen sie dann das Lager wieder verließ und in den Sumpf eintauchte. Auf Wiedersehen, sagte sie noch und dann lagen die Ruinen auch schon hinter ihr. Der Sumpf verschluckte sie ein zweites Mal, jetzt auf ihrem Weg zu den Ruinen. Sie hatte sich entschieden, für das Leben, gegen den Tod. Sie wollte nun auf den fremden Mann warten, der ihr geschickt würde. Und ein wenig neugierig war sie ja schon…
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| 13.04.2004 17:38 | #392 |
| Enzanie |
Der Sumpf lag da wie eh und je und nichts hatte sich gegenüber dem Vortag verändert. Einzig und alleine sie hatte sich verändert. Nicht nur, dass sie nun die Halbkrone trug, die noch immer alt und ohne Glanz daherkam, nein, auch in ihrem Inneren hatte sich einiges verändert. Es war ein komisches Gefühl, wenn man sich so spät erst zum Leben entschied. Aber die Entscheidung war nun mal gefallen und sie konnte das gut akzeptieren. Eigentlich hatte Vater ja Recht gehabt. Sie war alt genug, um selber Entscheidungen zu fällen, aber diese war einfach zu groß. Inzwischen war sie aber froh, dass es doch noch jemanden gab und auch wenn er nur noch ein Tier war. Wahrscheinlich würden sie sich nie wieder sehen, aber das es dem Volk gut ging, das war eine schöne Nachricht. Enzanie wollte gar nicht wissen, was damals passiert ist, warum sie untergegangen sind, warum die ganzen Bauten zerstört wurden, all das war ihr egal. Jetzt blickte sie zum ersten Mal seit der Zeit nach dem Tempel wieder nach vorne. Jetzt, wo ihre Entscheidung gefallen war, gab es daran nichts mehr zu rütteln. Sie wollte leben, unbedingt. Aber ein Leben war kein Leben, wenn es grausam war. Und grausam konnte so vieles sein. Aber dunkle, negative Gedanken musste man verdrängen. Die junge Frau wollte nicht mehr daran denken, jetzt kam es auf die schönen Sachen an und so pflückte sie sich ein paar Sumpfblumen. Sie rochen zwar nach Morast, aber sie hatten auch einen süßlichen Duft, einen unbekannten Duft. Und den Morast, es war ihre Heimat, so etwas roch sie schon vor Jahrhunderten. Es war ein Zeichen der Natur, ein Zeichen der Freiheit.
Und dann…als sie den Sumpf schon fast durchquert hatte und wieder an einige Felsen in Palastnähe kam, da war er…ein roter Enzian. Enzian… Die junge Frau nahm die Blüte und den Stängel der Pflanze und steckte ihn zwischen die Haare. So schön…wie der rote Enzian, so schön…Enzanie…
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| 13.04.2004 19:08 | #393 |
| William Sirens |
Die zwei hatten zusammen tatsächlich den weiten Weg bestritten und waren immer noch am Leben. Jetzt standen sie vor den Ruinen einer längst vergessenen Kultur und freuten sich der herrlichen Wärme die sie briet. Ziellos schweiften sie umher ohne wirklich zu wissen wohin und wozu, den Ruinen hielten sie sich dabei unbewusst fern und gerieten eher in die Nähe eines bewaldeten Gebietes. Etwas erklang aus dem Dickicht.
Will fuhr herum gerade noch rechtzeitig als es ihn anfuhr. Etwas großes, grünes, fangheuschreckenähnliches. Hastig rollte der Schafhirte durch den Dreck um Distanz zwischen dem Rieseninsekt und sich selbst zu bringen. Wieder auf den Beinen erblickte er das Vieh das es nun auf Tobi abgesehen hatte und ihn in die enge trieb.
"Hey du riesen Kackerlacke hier bin ich, hiiiaaaaa. Sowas wie dich zerquetsch jeden Tag unter meinem Stiefel." ein geschleuderter Stein traf den Chintinpanzer in der Seite, nicht das das schmerzhaft oder gar verletztend gewesen wäre, aber es reichte aus dafür zu sorgen das Tobi Zeit bekam sich in Sicherheit zu bringen.
Hoffentlich viel ihm jetzt nur etwas ein um Will zu retten der der sah sich jetzt allein auf weiter Flur dem Monster gegenüber.
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| 14.04.2004 08:00 | #394 |
| Khalef |
Langsam schritt Khalef durch die Ruinen. Die letzten Tage wren wirklich sehr langweilig gewesen. Gut, er hatte zwar einen Auftrag von einem mehr oder weniger gei´stig zurückgebliebenen Banditen bekommen, doch viel Lust darauf hatte er nicht.
"Was hilfts... Der Auftrag muss ausgeführt werden... Wenn General Lee es so will..." murrte er und erhob sich schließlich von einem Stein. Dann holte er zur Kontrolle den Brief noch einmal aus seinem Beutel und besah ihn sich ob damit alles in Ordnung war, denn er wusste nicht, wie die Piraten auf beschädigtes "Eigentum" reagierten. Nach dieser kleinen Kontrolle steckte er den brief wieder in seinem Beutel zurück und machte sich auf den Weg. Den Weg kannte er selbst zwar nicht, doch hatte der Bandit ihm eine Karte mitgegeben.
Nach einiger Zeit hatte er sich schon ein schönes Stück von den Ruinen entfernt, hier, wo er nun war, wurde es sehr staubig und sandig, fast wie eine Wüste.
"Hey du riesen Kackerlacke hier bin ich, hiiiaaaaa. Sowas wie dich zerquetsch jeden Tag unter meinem Stiefel."
Khalef fuhr herum. Aus einer Richtung höhrte er Kampfgeschrei. O.K., das Geschrei ähnlte mehr einem Hilferuf. Khalef lief ohne zu zögern in die Richtung, aus der die Schreie kamen.
Angekommen, sah er sich die Situation an: 2 Leute, ihrem verhalten noch recht grün hinter den Ohren, wurden von einer Fangheuschrecke angegriffen. Khalef wusste mehr oder weniger aus Erfahrung, wie man mit den Viechenr umgehen musste, einige von ihnen hatten sich in die Ruinen gewagt und e rund andere Mitglieder des Rings mussten sich um sie kümmern.
Ohne groß zu überlegen stürtzte er sich auf das grüne Insekt."Leg dich lieber mit jemandem an der so stark ist wie du!" schrie er und schlug kurz darauf den unteren Teil von einem der 6 Beine ab.
"Mist, die anderen 5 Beine stabilisieren dieses Mistviech!" murmelte er.In dieser Sekunde der Unaufmerksamkeit flog der Schürfer ein Stück nach hinten und sein Schwert in die entgegengesetzte Richtung, den die Fangheuschrecke hatte ihn einfach umgehauen. Nun stand sie über Khalef, der auf dem Boden lag und sein Schwert einige Meter von ihm enfernt.
"Hey ihr da!" rief er den beiden Männenr zu. "Gebt mir mein Schwert aber zackihg!" Doch die beiden Männe rmachten keine Ansdtalten es zu holen, sie standen immer noch unter Schok und hatten sich in eine Ecke verkrochen."Sowas nennt man hlfreich!" knurrte Khalef. Kurz darauf rollte er sich nach links, den ein bein der Heuschrecke borrte sich da in den Sand wo der Schürfer eben noch gelegen hatte. Kurz darauf rollte er sich wieder nach rechts, denn ein anderes Bein borrte sich wieder an seinen ehemaligen Liegeplatz.
Dann kam Khalef eine Idee. Der Panzer auf dem Rücken mag das Insekt vielleicht schützen, doch der Bauch ist weich und dem Schürfer schutzlos ausgeliefert.
Kurz darauf zog er seinen Dolch und drehte sich ohne zu göern um. Dann rammte er den Dolch mit voller Wucht in den Bauch der Fangheuschrecke. Diese begann nun stark zu wanken, so dass sich der Schürfer wieder erheben konnte. Dann nahm er den Griff seines Dolches und zog ihn wie einen Strich vom oberen Ende des Bauches zum Unteren. Dann zog er den Dolch wieder aus dem Insekt heraus, welches nun tot zusammenbrach. Einige Beine zuckten zwar noch, doch Khalef war sicher dass das Insekt tot war.
Er hob sein Schwert vom Boden auf, steckte es in die Scheide, dann wandte er sich den beiden Männern zu.
"Ihr könnt die Augen wieder aufmachen! Das Vieh ist tot!" sagte er und hielt den beiden jewils eine Hand hin um sie vom Boden hochzuziehen.
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| 14.04.2004 12:14 | #395 |
| Störtebeker |
Störte kannte den Weg von der Stadt zum Pass zum Glück noch. Schnell überquerte er den und war wieder in der neuen Welt, in seiner Welt. Stock wütend stampfte er durch die Wüstenlandschaft. Dieses Milizenpack war doch der letzte Schrotthaufen. Nicht einmal Einsperren taten sie einem, und das obwohl man in Feindesrüstung Faxen auf ihrem Kasernenhof machte. Armer Haufen, jämmerliches Pack. Er musste Greg von ihrer Unfähigkeit berichten, damit die Piraten einmal mit geballter Kraft angreifen konnten. Sie würden die Kasernen einnehmen, ehe die Soldaten kapiert haben, dass sie da waren. Ein Kinderspiel wäre das. Die Soldaten seiner Majestät waren einfach zu dumm, um ehrenhafte Feinde der Piraten zu sein. Das nächste Mal greif ich einfach selbst an und mache alle – DONG!
Störte baumelte vom Baum getroffen zu Boden.
„ACH GOTT, DIESE SCHEIß PALMEN!“
Wütend raste er wieder hoch und trat mehrmals mit voller Wucht gegen den Stamm. „VERDAMMTEST DING!!! AROOOOOOS, KOMM HER UND HILF MIR DIESEN BAUM ZU TÖTEN!“
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| 14.04.2004 13:25 | #396 |
| Shaela |
Was war denn das für einer? Da konnte man sich ja gar nicht entschließen, auf welche Unverschämtheit man zuerst antworten sollte. „Der ist nicht dürr!“ entgegnete Shaela barsch. „Nur ein bisschen kränklich, aber das ist alles. Und nein, hier ist es nicht zu gefährlich für Frauen, eher für Männer, die ihr Maul zu weit aufreißen...“ Bei Donnra, heute hatte sie aber enorme Mackersprüche drauf.
Aros konnte gar nicht erst antworten, da irgendeine verwirrte Stimme, deren Besitzer wohl ziemlich besoffen war, nach ihm verlangte, er solle ihm helfen, einen Baum zu töten. Anscheinend war da jemand ziemlich in Gefahr. Nicht unbedingt durch den Baum, sondern durch sich selbst.
Voller Tatendrang wollte sich Shaela schon auf ihren Schnubbi schwingen, doch wenn sie ihn nun schon wieder belastete würde das nie was mit dem auskurieren der Krankheit. Also zerrte sie das bockige Vieh einfach hinter sich her und folgte dem Mann.
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| 14.04.2004 13:32 | #397 |
| matzem8 |
Matze kam den Weg vom Pass herunter und betrachtete eine seltsame Gruppe. Zum einen ging eine Frau mit Scavenger an der Leine auf einen Mann zu, der wie wild auf einen Baum eintrat, gefolgt von einem weiteren Mann, der ziemlich teilnahmelos dabeistand und zerzaustes Haa hatte. Die Frau war scheinbar ene Amazone, denn in der Kaserne hatte er von diesn Frauen gehört, die auf ihren dressierten Scavengern so schnell angreifen konnte, als wäre Beliar hinter ihnen her, die Männer sahen nach Landstreichern oder anderem zweilichtigem Pack aus. Matze biss in seinen Apfel und schrie laut auf. Er hatte sich auf den Finger gebissen, da der einst große apfel ur noch aus seinem Innenleben bestand, nur die Stelle, wo er hinein gebissen hatte , hatte noch Fruchtfleisch an sich, dummerweise war es auch die Stelle, an der er den Apfel fest gehalten hatte. Die Drei Menschen drehte nsich zu ihm um der Scavenger jedoch ließ sich nicht stören und zog noch imemr an der Leine der Frau.
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| 14.04.2004 16:08 | #398 |
| Aros |
Entsetzt wandte sich Aros um, seine Augen weiteten sich. "VAATER! NEIN!"Abermals löste er sein Messer vom Gürtel und eilte zu Störte hinüber. Was zum Teufel machte der Alte hier, außerhalb der schützenden Palisaden? Egal, er musste ihn retten. Er nahm noch einen letzten kleinen großen Schluck Zaubertrank (so nannte er seinen Rum) aus seiner Feldflasche, dann stürmte er los.
"Aaah! Haajaaah!" Mit voller Wucht rammte der Pirat sein Messer in den Baumstamm. Die Rinde krachte und splitterte ab, und die Waffe drang tief ins Holz. Der Baum rührte sich nicht mehr. "Ha, das war´s mit dir, du Mistkerl!" Dann kniete sich Aros erwartungsvoll hin und durchwühlte erregt die Grasbüschel zu Füßen des Baums. Nach einer Weile ließ er jedoch enttäuscht von ihm ab. "Du arme Wurst, hast ja nich' mal Gold dabei..."
Dann wandte er sich wieder zu den anderen um und warf ihnen triumphierende Blicke zu. In diesem Moment ertönte ein Schrei. Langgezogen und schrill war er und hallte über die Ebene. Aros erblickte den Kerl, der da gebrüllt hatte, sofort. Ein einsamer Wanderer also. Na, dem würde er gewiss nicht helfen, und wenn er noch so in Not steckte. Sollte er doch schauen, wo er blieb. Später würde Aros dann sehen, ob sich bei ihm brauchbare Dinge oder andere Sachen von Wert finden würden... er war schon ein fieser Pirat.
"Und was Euch angeht, Frau... Frau mit dem Scavenger!" Aros fuchtelte wild mit den Händen herum. Er hatte beschlossen, den Kavalier zu spielen. "Am besten, Ihr kommt mit uns. Die Gegend wimmelt von gefährlichen Monstern, wie beispielsweise die Palmenmonster. Ihr würdet keine zehn Minuten alleine überleben. Wo wollt Ihr denn hin, mein Kind?"
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| 14.04.2004 17:35 | #399 |
| Störtebeker |
Tot. Die Palme war tot. Niedergestochen von einem Bajonett seines Sohnes. Sie blutete noch ein wenig aus dem Loch, doch war ihr Leben längst verwischt. Wieder ein Lebewesen weniger auf der Welt. Tja, so kann’s gehen. Was soll man machen. Beschützen kann man sie ja nicht alle. Vielleicht aber würde die Palme irgendwann Rache nehmen? Ach, geht ja gar nicht, lebte ja nicht mehr. Hatte sie Geschwister, Vater, Mutter? Wie würden die reagieren? Vor lauter Trauer verzweifeln oder vom Zorn bewegt die Armee mobilisieren? Nein, es half nichts darüber nachzudenken, man konnte nichts machen. Die Palme war nur ein armes Wesen. Ziemlich dumm und unbeweglich. Hätten sie die jetzt nicht getötet, hätte es kurze Zeit später ein anderer gemacht. Störte drehte sich von der Palme weg und lief los. Er hörte von irgendwo her noch Schreie eines Wanderers, doch ignorierte er sie völlig. Er ging einfach zurück ins Lager.
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| 14.04.2004 17:49 | #400 |
| matzem8 |
Matze ging, noch imemr von den Schmerzen in seinem Finger geplagt, der Gruppe hinterher. Bald kamen sie an ein Lager, wo die drei ungehindert hieneinmarschierten. Matze ging auf das Lager zu, wurde jedoch von zwei Männern angehalten. Wat willst du denn hier, du Landratte? fragte einer von ihnen missmutig. Hmmm, mal überlegen. Ich bin vollkommen alleine in der Wildnis und gehe auf das Tor zu. Vielleicht will ich ja hierrein? antwortete Matze übertrieben wütend. Is ja okay Kleiner, scheinst ja keiner von den Milizen zu sein, die wären zu blöd um hierhin zu kommen.
Die beiden Männer gingen auf Seite und Matze betrat das Lager, immer noc hohne zu wissen wo er hier genau war.
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| 14.04.2004 17:56 | #401 |
| Störtebeker |
Die drei waren längst im Lager, aber dieser Wanderer hatte sie doch tatsächlich gefolgt. Aber das schlimmste: die bekloppte Wache ließ den hinein. Störte machte sofort kehrt und lief auf den Wanderer zu, der ihm nun entgegen kam. Er packte ihn an der Schulter und zog ihn wieder zum Tor. Er wand sich dann der Wache zu:„Was fällt dir einen diesen Schmierfink ins Lager zu lassen? Lassen wir neuerdings jeden Idioten hinein?“
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