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02 Myrtana


Werte Leserschaft. Das Unheil von Silden scheint vergessen, doch immer noch geschehen dort Probleme die eine Konsequenz in sich tragen, solang sie nicht eine Lösung finden. Eines dieser Probleme ist die heilige Eiche des Waldvolkes. Angegriffen wurde sie und reagierte als Mutter aller Pflanzen Myrtanas, als myrtanischer Weltenbaum - so die Überlieferungen - auf ihre Art entsprechend. In jüngeren Tagen machten sich nun Waldvölkler beider Zweige auf um gemeinesam der Eiche wieder ihre Ruhe zu geben. Darüber berichten wird Gwydion der Expeditionsleiter.

Ornlu

Expeditionsbericht – Die heilige Eiche von Silden nach dem Tag X

In alten Liedern wird uns überliefert, wie alt die Sildener Eiche ist. Ihr Wurzeln sind tief vergraben in einem Netz aus Energielinien – von jüngeren Geschichtenerzählern auch neuhochmyrtanisch „Manaknoten“ genannt – und seid Silden sich erinnern kann, war sie das Wahrzeichen der Druidenheimat.
Doch als die Dunkelheit in Silden einfiel, Pest und Tod brachte und mit sich düstere Wesen, da litt auch die Eiche darunter. In ihrer Furcht, denn die Druiden schreiben ihr ein eigenes Bewusstsein zu, igelte sie sich in einem Dschungel aus Pflanzen ein, mitten in Silden, den sie hatte wachsen lassen. Als der Kampf um Silden zu Ende war, blieb diese grüne Wand erhalten… und wehe jedem, der sich hinein wagte. Er kam nicht lebend wieder heraus.
Zudem war der Teleport zur Eiche danach blockiert. Es gab keine Möglichkeit sie auf magische Weise zu erreichen.
So machten sich schließlich ein paar Brüder des Waldes auf den Weg von der neuen Heimat zurück nach Silden, um nachzusehen, wie es um die Eiche stünde. Ihre Ankunft in Silden wurde von Erinnerungen an das alte Leben begleitet und sie wurden von Aidar mit den Schauermärchen begrüßt, die mittlerweile die Runde machten.
Bei einer ersten Begehung des Schauplatzes, einmal um diesen Wald mitten im Dorf herum, konnten die Expeditionsteilnehmer seltsame Dinge beobachten. Irrlichter im Dunkel des Waldes, zwischen den Bäumen. Ein Skelett, das von Ranken gefesselt zwischen den Sträuchern lag… ein menschliches Skelett. Um ein Haar wäre bereits hier die Expedition für einen der Teilnehmer vorbei gewesen, von den Irrlichtern zum Wald hin gelockt und fast von Ranken gefangen… man konnte ihn noch retten und entschied, dass es so keinen einfachen Weg in den Wald hinein gegen würde.
Mithilfe eines Tranks und der Herrin vom See, die diesen Trank segnete und ihren Schutz hinein legte, gelang es den Teilnehmern der Expedition auf eine andere Ebene der Welt zu wechseln und somit körperlos, als Seelen, den Hain um die Eiche zu betreten. Dort warteten die Schatten der Vergangenheit auf sie, die Schatten ihrer Ängste und das Übel, das die Eiche befallen hatte: der Geist des Spinnenungeheuers, der nach dem Tod des Wesens, durch die Hand eines Waldläuferkriegers, dort im Hain verblieben war und die Eiche vergiftet hatte.
In einem Kokon eingesponnen rang das düstere Wesen seit dem Untergang Sildens mit dem Herrn des Waldes, bis der Kokon von den Mitgliedern der Expedition geöffnet und das Monstrum darin, oder eher dessen Geist, ein für alle Mal vernichtet wurde.
So wurde die Eiche gereinigt und es kehrte Ruhe in den Hain ein. Der Herr des Waldes, der dort gefangen gewesen war, wurde geheilt. Der Wald um die Eiche zog sich ein wenig zurück, doch blieb er in großen Teilen bestehen. Keiner weiß, ob der Teleport wieder benutzt werden kann… es wurde beschlossen die alte Eiche in Ruhe zu lassen, nach allem, was sie durchmachen musste. So bleibt sie in ihrem Hain geborgen und geschützt, als Wächter den Herrn des Waldes, um hoffentlich noch lange als Heiligtum der Natur erhalten zu bleiben.

Gwydion

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