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World of Gothic






In der Heftausgabe der PC Games 07/2004 wurde ein Interview, das die PC Games mit Kai Rosenkranz (KaiRo) und Carsten Edenfeld (Carsten) von Piranha Bytes führte, veröffentlicht. Mit freundlicher Genehmigung der PC Games-Redaktion durften wir dieses Interview nun auch hier veröffentlichen.
PC Games:
Die Welt von Gothic 2 war bereits riesig, der Nachfolger soll noch einmal wesentlich größere Landstriche enthakten. Ist dadurch nicht die Gefahr gegeben, dass der Spieler sich ständig verläuft?
KaiRo:
Dem Problem der "Unübersichtlichkeit durch Größe" kann man nur durch ein durchdachtes Level-Design vorbeugen. Automatisiert erstellte Landschaften ider Gegenden, die sich durch die Verwendung eines Baukastenprinzips städnig wiederholen, sind natürlich absolut tabu, wenn man dem Spieler eine schnelle Orientierung ermöglichen will. Deshalb liegt unser Hauptaugenmerk darauf, jeden Winkel so markant wie möglich zu gestalten. Im echten Leben orientiert man sich ja auch am ehesten an Orten mit einem hohen Wiedererkennungswert. Hinzu kommt, dass die riesige Welt in mehrere zusammenhängende Bereiche unterteilt ist, zum Beispiel die verschneite Berglandschaft Nordmar oder die weitläufige Küste. Diese Gebiete sind durch einen eindeutigen Stil klar voneinander abgegrenzt, wobei man sich natürlich wie bei den Vorgängern 'grenzenlos' in der gesamten Welt bewegen kann.
PC Games:
Ist der Spieler diesmal wieder als Retter der Welt auserkoren oder verfolgt er etwas bescheidenere Ziele?
KaiRo:
Bescheidenheit bei der Wahl seiner Aufgaben wäre eine Tugend, die dem Bezwinger des Schläfers, dem Wahrer des Gleichgewichts und "Dem, der mit dem Drachen tanzt" nicht stehen würde. Ebenso interessant wie das Ziel des Helden ist allerdings das Ziel des Schwarzmagiers Xardas, der nun, nachdem er sich erfolgreich bei Beliar eingeschleimt hat, ein undurchsichtiges Spiel treibt.
PC Games:
Was kannst Du zur Story verraten?
KaiRo:
Wer für Höheres bestimmt ist und am liebsten direkt beim Krieg der Götter mitmischt, bekommt eine Story geboten, die in puncto Epik und historischer Tragweite ihresgleichen sucht. In den göttlichen Sphären brodelt es und echte Abenteurer können eine gewichtige 'Rolle in dem Streit zwischen den Göttern Beliar, Innos und Adanos spielen. Unter all dem himmlischen Hokuspokus kommt natürlich eine sehr weltliche und detailverliebte Story nicht zu kurz. Dafür sorgt ein filigranes Netz der Quests und Handlungsstränge völlig abseits der Epik. Zeitgleich mit den Abenteuern des namenlosen Helden auf der Insel Khorinis erschütterte ein bitterer Krieg der Menschen gegen die Orks das Festland. Als der Spieler nun den großen Kontinent erreicht, findet er das Reich König Rhobars II niedergeschlagen und besiegt vor. Doch die Orks scheinen mittlerweile längst andere Ziele zu verfolgen...
PC Games:
Am Ende des zweiten Teils segelt der Held in eine neue Welt.. unterscheidet sich die vom alten Kontinent des Vorgängers?
KaiRo:
Natürlich. Auf dem Festland befindet sich das eigentliche Königreich. Die Insel Khorinis, die als Szenario der Vorgängerspiele diente, ist dagegen nur eine Art Alcatraz in XXL. Anders als auf Khorinis, wo die Landschaftstypen wie Wald, Dschungel, Canyon oder Stadtgebiet mehr oder weniger durcheinander gewürfelt auf engstem Raum zusammengedräng waren, orientiert sich der Aufbau des Festlands mit seinen verschneiten Bergen, der weitläufigen Wüste und dem ehemals schillernden und grünen Reich an realen Vorbildern und wirkt wesentlich authentischer.
PC Games:
Gothic zeichnete sich stets dadurch aus, dass der Spieler unterschiedlichen Fraktionen beitreten konnte. Ist dieser Aspekt auch Bestandteil des dritten Teils?
KaiRo:
Der Begriff "Gilde" zog sich wie ein roter Faden durch das Game-Design der bisherigen Gothic-Spiele. Im dritten Teil wird es natürlich auch wieder derartige Fraktionen geben, allerdings ist der Spieler zeitweise mit Aufgaben beschäftigt, die weit über weltliche Belange wie die Grüppchenbildung der Menschen hinausgehen. Eine mögliche Gildenzugehörigkeit des Helden wird sich demnach weniger drastisch auswirken.
PC Games:
Wird es trotzdem unterschiedliche Endsequenzen geben?
KaiRo:
Die Handlungen des Spieler werden von der Spiel-Engine sorgfältig analysiert, wodurch sich sehr unterschiedliche Spielweisen und entsprechende Handlungsstränge ergeben. Das diese auch in verschiedene Schlusssequenzen münden, ist sehr wahrscheinlich, auch wenn dieser Punkt noch nicht abschließend geklärt ist.
PC Games:
In einem früheren Interview wurde gesagt, dass der Schwierigkeitsgrad in Teil 3 etwas nach unten reduziert wird. Wie darf man sich das in etwa vorstellen? Weniger Monster? Weniger Bewegungsfreiheit, damit man nicht sofort in zu schwierige Gebiete stolpert?
KaiRo:
Weniger Bewegungsfreiheit kommt gar nicht in die Tüte. Für die 'indirekte Führung' des Spielers in Regionen, die er noch so gerade bewältigen kann, müssen andere Mechanismen herhalten. Während Gothic 2 zu leicht war und wir beim Add-On wohl so weit über das Ziel hinausgeschossen sind, dass selbst Profis einige Schwierigkeiten hatten, gibt es für den dritten Teil allein durch Game-Balancing noch ausreichend Verbesserungspotential, um das Ziel eines ausgewogenene Spielgefühls zu erreichen. Zudem werden wir ein wenig in die Trickkiste greifen, um auf die Stärken und Schwächen des Spielers einzugehen.
PC Games:
Gothic war technisch nie besonders fortschrittlich, aber trotzdem habt Ihr es geschafft, eine der schönsten Rollenspielwelten zu erschaffen. Wird Teil 3 denselben Weg einschlagen oder wollt Ihr diesmal auch technisch ganz oben mitmischen?
KaiRo:
Es war seit Beginn der Gothic-Serie niemals unser Ziel, in einem Atemzug mit Technik-Muskelprotzen wie dem aktuellen Doom 3 genannt zu werden, aber dennoch war unsere Engine niemals rückständig. Unsere Anforderungen an die Sichtweite und den organischen Levelaufbau wurden von der Engine hervorragend erfüllt. Das 'Look and Feel' der Gothic-Serie wollen wir natürlich beibehalten, weswegen wir auch an die Engine des dritten Teils sehr hohe Ansprüche stellen. Dabei geht es weniger darum, die Engine mit der besten Effekthascherei vorzuweisen, die sich gegen die zum Veröffentlichungstermin aktuellen Grafikwunder durchsetzen kann. Der Fokus liegt vielmehr darauf, unsere Vision von der Welt adäquat umsetzen zu können. Bei Gothic 3 kommen dabei mehr als zuvor Shader-Effekte und andere zeitgemäße Spielereien zum Zug, sie stehen allerdings nicht im Mitelpunkt.
PC Games:
Carsten, kannst Du als Programmierer Beispiele für die technischen Verbesserungen geben?
Carsten:
Die neue Architektur der Engine setzt auf DirectX 9. Somit können wir alle zuerzeit verfügbaren Shader-Versionen nutzen, um aufwendige Beleuchtungs- und Postprocessing-Berechnungen umzusetzen. Insbesondere werden wir damit High-Dynamic-Range-Rendering, , Normal- und Specular-Mapping sowie präzise Echtzeit-Schatten implementieren. Darüber hinaus können mit der Gothic 3 - Engine auch ungewöhnliche Materialeigenschaften detailliert simuliert werden. Und im Vergleich zu Gothic 2 wird im Nachfolger weit mehr als die doppelte Polygonmenge dargestellt. Generell ist in Sachen Grafik ein großer Schritt nach vorne zu erwarten.
PC Games:
Angeblich startet der Held in Gothic 3 nicht mehr als Schwächling - was bedeutet das?
KaiRo:
Der namenlsoe Held hat im Laufe seines Werdegangs schon oft genug einen Neubeginn der Persönlichkeitsentwicklung über sich ergehen lassen müssen. Diese Gemeinheit wollten wir dem Spieler dieses Mal ersparen. Das heißt nicht zwingend, dass man mit dem exakt gleichen Charakter weiterspielen kann, mit dem man zuvor den untoten Drachen besiegt hat. Aber ein paar Charakterwerte sind von Anfang an gut ausgeprägt und man fängt schlichtweg auf einem höheren Niveau an.
PC Games:
Inwieweit werden sich die Kämpfe vom Vorgänger unterscheiden?
KaiRo:
Was bisher noch wie ein rüpelhaftes Schnetzeln aussah, gleicht bei Gothic 3 einem tänzerischen Akt der Problembewältigung. Die Bewegungen sehen absolut schick aus und die Choreographie wirkt wesentlich ausgereifter und stimmiger als in den Vorgängern. Am System selbst wird sich auch einiges ändern. Der 'Kampf-Fokus', wie man ihn als Veteran der Vorgänger gewohnt ist, funktioniert nun anders.
PC Games:
Welche Berufe kann der Held ergreifen?
KaiRo:
Bei jeder Menschen-Ansammlung gibt es einige Schlüsselrollen wie Schmiede, Wachen, Bäcker und dergleichen, die für das Wohlergehen der Gruppe sorgen. Den meisten dieser besonderen NPCs kann man zur Hand gehen oder - im Falle eines tragischen Ablebens - gar vorübergehend ihre Tätigkeit ausüben.
PC Games:
Gibt es in Teil 3 neues Spielelemente?
KaiRo:
Ja. Wir werden nicht krampfhaft das Rad neu erfinden und die grundlegenden Aspekte des Game-Designs auf Bewährtes stützen. Um diesen etablierten Kern herum wird es allerdings sehr viele Innovationen geben, was dem Gothic-Feeling einen frischen Anstrich verpasst.
PC Games:
Wart Ihr mit bestimmten Aspekten des Vorgängers unzufrieden, die Ihr nun mit Teil 3 verbessern wollt?
KaiRo:
Zunächst einmal haben sich bereits während der Entwicklung von Gothic 2 und dem Add-On jede Menge Ideen angesammelt, die wir nun endlich umsetzen können. Unsere eigene Kritik an den Vorgängern sowie die Anregungen der Fans werden natürlich ebenso berücksichtigt. Ein Beispiel dafür ist die Fortbewegung über lange Strecken, die von vielen Spielern mit Unmut aufgenommen wurde. Dieser Kritikpunkt ist in Gothic 3 trotz der ausgedehnten Landschaften de facto nicht mehr vorhanden.
PC Games:
Wie weit seid Ihr mit der Entwicklung von Gothic 3?
KaiRo:
Zu weit, um umzukehren, aber noch nicht weit genug, um mit dem Endspurt zu beginnen.
PC Games:
Wenn wir für Euch putzen, dürfen wir Gothic 3 denn schon mal anspielen?
KaiRo:
(lacht) Ganz ehrlich? Wenn jemand kommt und mein Büro aufräumt, bin ich ihm so manchen Gefallen schuldig. Kommentare à la "Oh mein Gott" oder "Kai, das sieht so scheiße aus, das ist schon fast wieder Kunst" sind beim Betreten meines Büros an der Tagesordnung und ich kann Dir versichern: Hier räumt niemand freiwillig auf.



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