Heute findet die erste gerichtliche Anhörung zum von Perception eingebrachten Konkursantrag gegen JoWooD statt. Das australische Entwicklerstudio Perception entwickelte bis vor Kurzem das Actionspiel "Stargate: The Alliance" für den österreichischen Publisher. Nach ersten Mißtönen zur diesjährigen E3 im Mai in Los Angeles, auf der der Publishing-Partner JoWooDs für Nordamerika, Namco, es ablehnte, verschiedene Konsolenversionen des Spiels wegen offensichtlicher Mängel vorzustellen, kündigte JoWooD Mitte August den Vertrag mit Perception. Die geplante Fertiggstellung des Spiels bis Herbst 2005 sei in keinem Fall realisierbar und das Spiel selbst befinde sich in einem äußerst unfertigen Zustand, was nur durch ungerechtfertigt hohe Kosten geändert werden könne.
JoWooD forderte daraufhin von Perception über 5 Millionen Euro Entwicklungskosten zurück und bestand auf der Auslieferung des Quellcodes, um diesen gegebenenfalls an ein anderes Studio zur Weiterentwicklung weiterzugeben. Perception hingegen verlangte von seinem Ex-Partner noch ausstehende 19.000 Euro, zweifelte aber JoWooDs Zahlungsfähigkeit an und stellte deswegen gleichzeitig einen Konkursantrag.
Um nun festzustellen, ob der momentan finanziell angeschlagene Publisher tatsächlich wie von Perception behauptet, zahlungsunfähig ist, findet heute die erste Anhörung statt. JoWooD-Chef Albert Seidl bezeichnete das Vorgehen von Perception als Justizmißbrauch und versicherte in Interviews, daß JoWooD durchaus zahlungsfähig sei. Die Firma hatte Mitte August die Ergebnisse für das erste Halbjahr 2005 vorgelegt, wonach ein Verlust von über 16 Millionen Euro hingenommen werden mußte.
Allerdings ist trotzdem unklar, wem die Rechte für die Umsetzung der Fernsehserie in ein Computerspiel gehören. Sowohl JoWooD als auch Perception nehmen für sich in Anspruch, die Lizenz dafür vom Filmstudio MGM erworben zu haben.
Links zum Thema:
-
Quelle: Jowood-News