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04 Schatzkästchen

"Das ritterliche Kampfspiel"

Geehrte Leser,
waren in der Vergangenheit schon Rituale, wie die Aufnahme in den Zirkel der Schwarzmagier oder in die Reihen der orkischen Berserker Thema des Schatzkästchens, ist es heute wieder ein Ritual, abermals das eines elitären Standes, des Ritterstandes.
Als erklärte Elite des myrtanischen Heeres ist es Verpflichtung eines jeden Ritters und Paladins, sich allzeit zu ertüchtigen und den Waffengang zu üben, um ihm Fall der Fälle für Innos und seine Majestät in die Schlacht zu ziehen. Diese Pflicht ist gekrönt durch das Privileg, das Ritual des ehrenhaften ritterlichen Kampfspieles, des Turniers.
Selten und meist nur spärlich wird dieser Wettstreit der edlen Recken im Rollenspiel dargelegt, um so erfreulicher, wenn es jemand ausführlich und in fast schon epischem Ausmaß bewerkstelligt, sich die Mühe macht auch auf winzige Details zu achten und ein stimmiges Gesamtbild in einer Postserie zu zeichnen vermag, das seinesgleichen sucht.
Genießen wir nun zusammen ein Schmuckstück der Kampfkunst, ein Turnier in Vollständigkeit, von der Wappenprüfung des Herolds, über den Auftakt und das Melee, die Einzelkämpfe, das Buhurt, ein stimmungsvolles Gelage, bis hin zum Tjost und einem spannenden Finale.
Möge der Bessere gewinnen …

Yared

Kommentar von Jun:
Ich wollte sowas schon immer mal machen und muss sagen, dass ich daran einen Riesenspaß hatte zu schreiben. Ja, natürlich macht gemeinsam posten immer mehr Spaß, aber ebenso Spaß macht es lange Postserien auszutüfteln und umzusetzen. Mich hat es überrascht wie es letztlich mit der Idee eines Ritterturniers wurde.
Ich persönlich finde, dass sowas im regulären RPG kaum möglich ist. Allein wegen den nötigen Voraussetzungen wie Ritterwürden und etwaige Skills. Trotzdem hoffe ich damit als Beispiel zu gelten. Man braucht Mut und Ausdauer um im RPG etwas durch- und umzusetzen. Sei es sowas, sei es eine Aktion wo die alten Säcke abwinken oder meinen es besser zu wissen und dann lediglich OT rummaulen oder sonst etwas, wo man eben nicht darauf wartet das jemand vorkaut, sondern einfach macht und Spaß hat, weil man es will. Dies gilt vor allem an Neulinge.

Anmerkung:
Die folgende Postserie ist in Orthographie und Artikulation genauso wiedergegeben, wie sie im RPG in den Thread „Das Land Gorthar #7“ gepostet wurde. Allein die Formatierung mag minimal abweichen.


Von Jun, 17.07.2010

Gorthar, Markplatz

"Sir Giran. Ritter unter dem myrtanischen Banner. Keine Ländereien und diesen ganzen Kram, guter Mann. Meldet mich für den Einzelkampf, das Melee, das Buhurt und das Tjosten. Als Adjutanten habe ich meinen Knappen Gilles de Josselyine dabei. Ihn möget ihr beim Melee anmelden. Mein Wappen ist jenes hier. Drei Löwen...", sprach Giran vor dem Schreiber am Marktplatz der seit gestern Turnierteilnehmer aufschrieb und meldete. Skeptisch wurde er angeblickt, erkannte man an seiner Sprache dass er doch irgendwie von den Gemeinen abstammte, doch er wurde aufgeschrieben. Giran hatte nämlich sein Wappen und ein königliches Siegel samt Papieren bei sich.
"Euer Einsatz, Sir?", fragte der Schreiber. Giran klopfte sich auf seine Rüstung.
"Die Rüstung die ich trage hier für das Melee. Meine Waffen für das Buhurt. Diese Goldsumme für den Einzelkampf. Was sind die Preise beim Tjost und gilt es so, dass man Lösegeld beim Melee bekommt, wenn man siegt?", fragte der Veteran.
"Ihr habt wohl in jungen Jahren nicht mitbekommen wie sowas läuft? Ach verzeiht, ihr wart dereinst wohl ein Gemeiner. Die erste Tjostrunde überstehen bringt euch 50 gorthanische Kreuzer, jede weitere Runde verdoppelt den Betrag. Der Kampf zu Fuße und alleine, staffelt sich mit einem Preisgeld für die beste acht Krieger. Und gewiss gibt es das Lösegeld, doch es gilt euer Einsatz als Auslöse, so wie auch jener der anderen Teilnehmer. Wenn ich eure 'Ausrüstung' so beurteilen darf, setzt ihr schon im passenden Rahmen, für eine lehenlosen Ritter.", tönte dieser Schreiber und nahm den Mund zu voll. Girans Panzerhandschuh knallte auf den Tisch und ließ den Schreiber aufschrecken.
"Hütet eure Zunge! Ich habe mir mein blaues Blut erkämpft und das haben viele nicht. Wir werden sehen, ob jene mit Silberlöffeln geborene Krieger besser sind als ich. - Nichts gegen dich Jun. Hmm, du kannst...hab nichts mehr.", meinte Juns Waffenbruder, nachdem er sich vergewisserte, auf der Liste zu stehen.
"Und ihr, Sir? Auch ein Gemeiner der einfach mal schnell zum myrtanischen Ritter gemacht wurde, bevor die Orks kamen?", fragte der Schreiber abermals provokant. Er riskierte wirklich eine dicke Lippe.

"Innos möge euch eure lose Zunge verbrennen, Schreiber. Schreibt auf! - Sir Jun Qel-Dromâ! Paladin Innos'! Rechtmäßiger Fürst von Ordo in Colovia und Clansoberhaupt der Qel-Dromâ! - Mein Wappen ist der rote Drache auf schwarzen Grund, Herold!", sprach der Streiter und ließ aufblicken.

"Verzeiht, Sir. Sir Jun Qel-Dromâ?", fragte der Schreiber verdutzt. Jun nickte.
"Ist jener General der myrtanischen Armee nicht gefallen? Mich dünkt ihr seid ein Schwindler!", meinte diese Schranze. Giran zückte schon seine Axt.
"Schwindler!? Ihr wollt mich nicht wirklich herausfordern, Schreiber!", polterte Jun und packte den Schreiber am Kragen.
"Sir...Sir...lasst mich los oder ihr landet im Kerker! Ich warne euch ausdrücklich...lasst-mich-los!", zischte der Schreiber, während gorthanische Wachen anrückten. Jun ließ ab, während der Schreiber sich seine Kleidung richtete.
"Sir Jun Qel-Dromâs Tod erreichte selbst diese Gefilde, Sir. Wir handeln nur angemessen. Wie wollt ihr nachweisen, dass ihr jener seid der als verstorben gilt?", meinte der Schreiber klar und deutlich.
"Ich würde vor Innos schwören, dass dieser Mann Sir Jun Qel-Dromâ ist. Der Prediger!", sprach Giran, doch der Schreiber winkte ab und meinte, dass die Freundschaft zueinander womöglich gar zwei Betrüger offenbaren würde.
Jun musste Giran zurück halten. Kaum hatte er dann Giran beruhigt, trat er wieder an den Schreibertisch. Er krempelte das Hemd leicht hoch und zeigte die Tätowierung seines Clans die vom Herold betrachtet wurde. Ebenso zeigte er den beiden sein Amulett, dass ihn als Fürsten von Ordo auszeichnete und zu guter Letzt nannte er dem Herold der chronologische Reihe nach seine Vorfahren der letzten zwölf Generationen.
"Es stimmt alles, Herr.", meinte der Herold, dessen Liste nur bis zur vierten Generation vor Jun reichte.
"Desweiteren dürfte mein Bruder Karth, mitsamt meinen Clan dem Fürsten de Chatillion dienen. Haben sie sich angekündigt, Schreiber?", fragte Jun.
"Ja...haben sie. Verzeiht, Herr. Ihr müsst wirklich der Fürst sein. Doch müsst ihr auch verstehen, dass wir auf Betrüger besonders achten müssen und ihr als...", meinte der Schreiber und wurde durch das Abwinken Juns unterbrochen.
"Euch sei verziehen. In Myrtana hält man mich auch für tot und das ist gut so. Ich habe euch genug Rechenschaft dargelegt, als dass ihr akzeptieren müsst, wer vor euch steht. Nun tragt mich ein! Einzelkampf mit dieser Summe für die Teilnahme." - Jun warf seinen letzten Goldsäckel myrtanischer Taler auf den Tisch.
"Meine Rüstung ist Einsatz beim Melee. Meine Waffe, hier diese Klinge mit rotem Erzüberzug, der Einsatz beim Buhurt. Das Tjosten findet ohne Einsatz teil, wie ich vernahm?", fragte der Streiter und wurde bestätigt.
"Gut, dann tragt mich auch dort ein. Mein Adjutant für jeden der Wettbewerbe ist Knappe Gilles de Josselyne. Reicht euch all dies?", fragte der Colovianer schon genervt. Seine Frage wurde bejaht.
"Dann möge Innos euch wohlgesonnen sein.", verabschiedete sich der Streiter und wandte sich ab. Nicht mehr lange und das Spektakel eines Ritterturniers würde stattfinden.

"Jun verzeih wenn ich so frage, aber ich sah dich nie mit einer Lanze.", warf Giran ein.
"Ich dich auch nicht, Waffenbruder. Doch man muss ja mal damit beginnen, oder? Innos wird uns schon beschützen. Vertrau auf Innos und du wirst siegreich sein.", meinte Jun und schritt mit den beiden in das Turnierlager, wo die weniger bekannten Turnierteilnehmer ihre Zelte gestellt bekamen. An ihrem Zelt wehte keine Flagge, einzig ihre drei Schilde waren ausgestellt. Yinneselle war ebenso dort und durfte sich um Pferde und das Essen für sie kümmern. Jun versprach ihr eine angemessene Bezahlung, zumal sie so als Gemeine am Turnier direkt 'backstage' teilnehmen durfte, was nicht vielen gewährt war.


Von Jun, 18.07.2010

Gorthar, Markplatz - Turniereröffnung

Es war ein guter Tag um ein Turnier zu eröffnen. Das Wetter war gut und die Menschen schienen sich auf dieses Spektakel zu freuen.
Tribünen aus Holz hatte man errichtet und einen Kampfplatz geebnet, wo rund herum die Flagge Gorthars wehte und die Banner diverser Fürstenhäuser baumelten. Es gab Stände mit allerlei Tand und es schienen auch weit mehr Menschen in der Stadt zu sein. Vor allem Bauernvolk aus dem Umland, wie sich Jun sagen ließ. Er als auch Giran und Gilles hatten schon längst dort Platz genommen, wo sie zugewiesen wurden. Bei den Teilnehmern. Viele adlige Söhne, die nach Giran noch nie ein richtiges Schlachtfeld sahen, ältere Haudegen aus den Adelshäusern, die es den Jungspunden zeigen wollten und echte Krieger wie Jun befand. Turnierritter und Veteranen. Männer im besten Alter um sich an solch einem Kräftemessen siegreich zu beweisen.

Fanfaren ertönten lautstark zum ersten Mal und die Menschenmengen begannen sich am Turnierplatz auf den Tribünen einzufinden. Der Adel hatte seine eigene Tribüne, ebenso die Bürger und das Gesinde, wie man es so treffend betitelte. Jene die keinen Sitzplatz fanden, standen rund um die Turnierstätte und alle warteten sie darauf, dass die Fanfaren zum zweiten Mal ertönten.

"Wie viele zählst du, Gilles?", fragte Giran in diesem Lärm vieler murmelnder Menschen seinen Knappen.
"Isch zähle nischt, Chevalier. Isch schätze fünf-ündert und mehr Zuschauär.", rief der Knappe.
"So wenig? Ich meine fast Tausend. Schau doch die da oben auf den Türmen und bei den Fenstern. Haha - Jun hättest du dir das hier so vorgestellt?", fragte Giran.
"Kaum! Selbst das Turnier von Anvil in meiner Heimat war nicht so groß. Hier wird man sich viel Ruhm verdienen können, Freund.", meinte der Streiter und erhob sich applaudierend, als die Fanfaren zum zweiten Mal ertönten und auf der Ehrentribüne sich dreizehn Männer von Stand erhoben. Einer von ihnen, in einer Paraderüstung gekleidet trat vor das Geländer und hob beide Arme um um Ruhe zu bitten.
"General Telaron. Wenn sich die zwölf Aristokraten ihre Wimpel und Wappen um die Ohren im gorthanischen Stadtrat hauen, ist er es der am Ende als wohl objektivster Mann entscheidet. Frag mich nicht wie sie dazu kamen. Ich war damals noch ein kleiner Junge, als es mir erklärt wurde. Mal sehen was er sagt...", flüsterte Giran Jun zu und blickte wieder auf zum Mann in der Prunkrüstung. Jener begann mit einem Gruß an die Gorthaner und wusste, dass es beim Pöbel am meisten Applaus gibt. Jun hätte auch nicht anders angefangen. Danach wurden die Teilnehmer des Turniers begrüßt und zu guter Letzt der in Gorthar bekannte Adel und besondere Gäste. Frei nach dem Motto "Das Beste zuletzt!".
Die weitere Ansprache vernahm Jun mit Interesse, sprach der General doch wortgewandt von der Tradition dieses Turniers und der Wertigkeit eines Turniersieges. Was Jun jedoch am Ende der Rede vehement vermisste war der Innosbezug oder mehr, die Bitte an Innos keine Todesfälle zuzulassen oder ein Gebet an Innos für ein gutes Turnier.
"Gottlose diese...", brummte der Streiter und würde jedem Gorthaner die Herrlichkeit Innos zeigen, wenn er diesen in den Staub schickt. Vom General hielt er nichts mehr und applaudierte auch nicht, als der General seine Eröffnungsrede beendete und Fanfaren mit dem Applaus aller erklangen.
Als Giran zum klatschen ansetze, verhindert Jun dies sogar und meinte deutlich, dass Innos nicht erwähnt wurde. Giran stimmte zu und schlug Gilles leicht auf den Hinterkopf, der tatsächlich geklatscht hatte.

Beim Vierten ertönen der Fanfaren traten zwei Herolde auf der Ehrentribüne vor und jegliche Knappen bei ihnen setzten sich nun in Bewegung. Kurz darauf auch die Teilnehmer des Turniers. Nach und nach wurden nämlich die Namen der Teilnehmer verlesen und diese kamen natürlich wie große Helden auf zu Pferde und mit ihrem Banner oder Schild vom Teilnehmer-Zeltplatz daher. Das Pferd an den Zügeln geführt vom Knappen, winkten die Ritter und Edelmänner in ihren Rüstungen der applaudierenden Menge zu und reihten sich auf dem Turnierplatz ein.
Es dauerte trotz der Eile schier eine Ewigkeit, denn die Herolde verlasen nicht nur die Namen und Titel, sondern auch Besitztümer, Turniertitel oder sonst etwas was den gemeinen Bauern nicht kümmerte, aber den Adligen erzürnt hätte, wäre es nicht verlesen worden.
Manchmal hinterfragte Jun ja schon seinen Stand. Doch dies hatte nun Zeit. Giran war schon auf 'Helvo' aufgestiegen und bekam von Jun seinen Schild mit den drei Löwen auf gelben Grund gereicht.
"Benimm dich!", flachste der Colovianer und reichte legte Girans große Kampfaxt in den Sattelhalfter.
"Und du, Gilles. Pass auf, dass Helvo nicht nervös wird. Er neigt manchmal dazu. Und komm zeitig zu mir wieder. - Auf gehts, Sir Giran. Ich vernehme dass sie schon bei Fürst Falsevor...nein, jetzt Sir Folstaff sind.", meinte Jun..
"HA! Namen die in den Staub gehören, Jun. Wir sehen uns dort. Innos sei mit dir!", wünschte der Khoriner mit gorthanischen Wurzeln. Jun wünschte auch Giran Innos Segen und sah zu wie Gilles seinen Waffenbruder zu Pferde in Richtung Turnierplatz führte.

Er selbst warf sich dann auch in seine Montur und bekam durch Yinne Unterstützung. Das Kettenhemd konnte er sich noch selbst über den rot-schwarzen Wams überwerfen, sowie auch metallene Beinschienen und Panzerhandschuhe anlegen. Bei den Schulterstücken und letztlich den Harnisch aus Khorinisstahl, musste aber Yinne ordentlich nachhelfen und die Riemen festzurren.

"So viel Aufwand, für sich einfaches präsentieren...", meinte Jun der dank dem Steigbügel und großen Kraftaufwand selbst auf den kräftigen Varanterhengst steigen konnte.
Jenem Schlachtross hatte Yinne mit einer fixen Idee und Besorgungen, über die sie nichts näheres sagte, einen schwarzen Überwurf genäht. Es war sicherlich nicht der beste Stoff, aber sie hatte sich Mühe gegeben und bei schwarzen Stoff, sah man auch nicht die unfeineren Übergänge so arg. Hinzu kam sogar noch eine detaillierte Stickerei, die sie die Nächte über auf beiden hinteren Seiten gemacht hatte. Es war der rote Drache wie auf Juns Schild und auf dem schwarzen Grund des Überwurfes passte es allemal. Nach Juns Meinung machte es sogar richtig was her und dieses Kompliment bekam die Frau, die scheinbar immer noch nicht wirklich wusste, was ihre gemeinsame Geschichte bisher war. Oder doch? Immerhin erfuhr sie nun mehr seinen wahren Namen? Oder spielte sie es nur, so wie er zuvor bei ihr? Wie dem auch war - Jun musste los, denn Gilles eilte herbei und die Herolde riefen einen Lord Irya von Burg Mibell aus.
Yinne reichte dann Jun seinen Schild und wünschte ihm was. Jun nickte und wurde dann auf Xanthos in Richtung Turnierplatz geführt, während Yinne sich wohl zum Pöbel begab...

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"Ladys und Lords! Als nächsten möchte ich euch den vierten Teilnehmer aus dem Königreich Myrtana vorstellen..." - [COLOR="Gray"]Die Menge nahm es mit wenig Applaus hin, immerhin war man immer für Lokalhelden[/COLOR] - "...doch diesen Namen, werte Gorthaner! Dieser Name erreichte selbst unsere Stadt als des alten Rhobars letzte Bastion dem Fall durch die Orks nahe war. Ja, ich erinnere mich als wäre es gestern! Da sprachen wieder einkehrende Händler aus Myrtana von einen Mann der mit seiner Kompanie die Mauern Vengards hielt und selbst unter den Orks ein Begriff wurde. Der Prediger wurde er ehrfürchtig von seinen Feinden genannt und wurde zum General Rhobars. Heute, meine Gorthaner, ist er von den Todgeglaubten zurück gekehrt, um an unseren Turnier teilzunehmen!..." - [COLOR="Gray"]der Applaus und das Aufsehen, auch unter den Teilnehmern, wurde größer, während Jun dies nicht so ganz passte, was der Herold da ausrief. Doch was tat man wohl nicht alles, um die Stimmung im Turnier noch anzuheizen? Jetzt wäre wohl jeder darauf scharf einen General, der keiner mehr war, im Staub liegen zu sehen. Gilles führte Xanthos schon an den Eingang des Turnierplatzes.[/COLOR]- "...Ladys und Lords! Gorthanisches Volk! Heißt mit mir den Fürsten von Ordo aus dem nicht so fernen Colovia! Den Schild Vengards! Die Geißel der Orks! Einen Streiter Innos'! Den Prediger! Sir Jun Qel-Dromâ in Gorthar willkommen!", rief der Herold aus und wurde von angeheizter Stimmung und gespannte Blicken begleitet, während Jun auf Xanthos einritt und sich mit Würde und Ausstrahlung zeigte. Er winkte der Menge zu, von der schon manch Bauern Beschimpfungen über Rhobar einwarfen - wo Jun ja eigentlich mitmachen würde - und andere wiederum Jun als eine Art Helden feierten. Vielleicht hatte er doch ein paar Fans aus myrtanischen Flüchtlingsreihen?
Wie dem auch war. Adel, Bürger und Gesinde durften einen Blick auf Jun werfen und sich ihre Meinung bilden, bevor er neben den älteren Lord Irya von Mibell sich einreihte.
Giran der nicht so fern war, genauer gesagt auf Helvo vor Jun, drehte sich leicht um und meinte, dass die hier ja wohl auch niemanden zu feiern hätten, wenn sie bei Jun so klatschen.
"Wer weiß...mir wäre lieber gewesen dieser Herold hätte nicht so dick aufgetragen. Erinnere mich daran, mir den Burschen vorzuknüpfen...", brummte Jun und bemerkte wie dieser Irya zu schmunzeln begann.
"Sir, ihr müsst verstehen. Dass seit eurem Krieg mit den Orks Myrtanas Ruf und insbesondere die Meinung über euren König, nicht die Besten sind. Man meint gar, wenn ihr endgültig verliert, sind wir in Gorthar die Nächsten. Da macht man natürlich Stimmung gegen euch oder für euch. Helden haben wir aber hier auch genug, Streiter.", meinte der ergraute Adlige ein, dessen Banner einen zweiköpfigen Adler auf gelben Grund offenbarte.
"Dies bestreite ich nicht, Mylord. Und auch Sir Giran wird es nicht. sagt - wer sind die Helden Gorthas?", fragte Jun, während immer noch eine Menge Teilnehmer ausgerufen werden würden.
"Es gibt genug, Sir. Allein schon so manch große Turniersieger. General Telaron gehört sicher dazu, doch er nimmt nicht mehr daran Teil, seit er General ist. Sir Folstaff, Sir Turegor und Lord Haringoth gelten als Favoriten für dieses Turnier. Doch gewinnen kann eigentlich jeder, mit Mut im Herzen, Sir Qel-Dromâ.", meinte Lord Irya.
"Gewiss, Lord Irya. Wer auf Innos vertraut, dessen Mut wird ihn zum Sieg führen.", meinte der Streiter, bevor er vernahm, wie der Lord bei Innos etwas verhalten reagierte und sich dann dem Herold zuwandte, der Sir Turegor ausrief.
Danach sprach man nicht mehr und nach und nach kam man mit Sir Waldan zum letzten der Teilnehmer. Abermals ertönten die Fanfaren und die Menge durfte ein Haufen Männer in schweren Rüstungen, auf kräftigen Pferden begutachten, die allesamt gen Ehrentribüne schauten. So mancher König wünschte sich solch ein großes Reiterheer wie hier versammelt.

Oben auf der Ehrentribüne trat wieder der General vor und begleitete eine jüngere Lady die wohl die Tochter des Generals oder eines der Aristokraten war. Sie wurde als Lady Isabella und Schirmherrin vorgestellt und eröffnete mit zierlicher Stimme das Turnier und zugelich anstehende Gelage. Denn erst morgen würde mit dem Melee das Turnier auch kämpferisch beginnen. Unzählige Rüstungen schepperten, als Panzerhandschuhe gegen Harnische schlugen und dann unter Fanfarengetöse und Applaus der Menge Ritter für Ritter und Lord für Lord, wieder gen Zeltplatz vom Turnierplatz aus der Reihe nach weg geführt wurde.

"Was für ein Terz, Waffenbruder. Aber diese Lady Isabella mag eine besondere und schöne Frau sein, nicht wahr?", meinte Giran der auf Helvo neben Jun stand.
"Sie mag es womöglich sein, Waffenbruder. Sie wirkt keusch und doch geistreich. Sicherlich eine gute Partie noch dazu, wenn sie die Tochter des Generals oder eines Adligen aus den hiesigen Adelshäusern ist. Doch bedenke, dass es sich für Streiter Innos' nicht ziemt in Kriegszeiten um Ladys zu werben. Innos zählt und seine Aufgabe an dich, Giran. Weibsvolk lenkt dich nur ab.", meinte der Colovianer.
"Natürlich, Jun. Doch ich denke es schadet nicht in aller Ritterlichkeit sich Lady Isabella vorzustellen. Meinst du nicht auch?", fragte Giran.
"Sicherlich nicht. In den alten Schriften steht, dass Mann und Frau sich um eines geistigen Gespräches Willen nicht aus dem Weg gehen müssen. Es sei dir gestattet, Bruder.", antwortete Jun und setzte Xanthos in Bewegung. Es ging zurück gen Zeltplatz und dann im feierlicher Gewandung zum Gelage, zu dem der gorthanische Stadtrat im Burghof geladen hatte.

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